Ausgabe 
26.5.1903 Erstes Blatt
 
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es sei aber, wie mitgeteilt wurde, zu erhoffen, duß bo für in diesem Jahre ein größerer Betrag zur Verfügung gestellt werde. Im abgelaufenen Jahre ist man endlich an eine Reparatur der Tücher über dem Nassauer- und Albertusbau herangegangen. Es ist weiter der alte Burg­weg vollständig gebessert und hierfür der von Louis Lemme gespendete Betrag verwendet worden, womit ge­rade die Hülste der für den Weg entstandenen Kvsten gedeckt wurde. Weiter hat man zur Erhaltung des Mauer­werks in der Ruine Geldmittel aufgewendet usw. Es sind hierfür im Ganzen rund 6750 Mark verbraucht, und man hat zur Deckung der Ausgaben nicht nur die vor­handenen Ersparnisse aufgebraucht, sondern noch ein Dar­lehen von 1400 Mart beim Bankhause Heichelheim machen müssen, wozu ferner noch eine nicht gedeckte Bauschuld von 400 Mark kommt, für welche aber Deckung im laufen­den Jahre vorhanden ist, indem die hessische Regierung aufs neue 400 Mark für den Gleiberg zur Verfügung ge­stellt hat. Tie Arbeiten auf dem Gleiberg hat seither der Kreisstraßenmeister Mohr geleitet und sich auch für die Folge hierzu bereit erklärt. Der Kassenbericht ergab, daß der Verein im vergangenen Jahre 7643 Mark aus­gegeben hat, darunter 6747 Mark für Bauten und Ein­richtungen in der Burg. Ter Kassenvorrat besteht noch aus 106,29 Mk., weiter stehen noch zur Verfügung 115 Mark Rest früherer Ersparnisse. Tie Versammlung ge­nehmigte alles, was der Vorstand im abgelaufenen Jahr über den genehmigten Kosten-Voranschlag hat ausführen lassen und erteilte ihm Entlastung. Bürgermeister Lich- tenthäler-Krofdorf berichtet, welche Umstände vor einem Jahr erhoffen ließen, daß die preußische Regierung sich würde bereit finden lassen, einen größeren Zuschutz für die Zwecke des Gleiberg-Vereins zu geben. Er könne mitteilen, daß er von Berlin aus zum Bericht aufgesordert sei über die Arbeiten auf dem Gleiberg und auch be­sonders darüber, was der Gleiberg-Verein bisher getan. Er habe in seinem Bericht befürwortet, daß die Regierung den Fehlbetrag des abgelaufenen Jahres, also 1700 Ml. für die altehrwürdige Burg bewilligen möge. Landrat Sartorius-Wetzlar habe sich dem voll und ganz an- gescblossen. Geheimer Justizrat Schmidt bemerkt, man werde sich im laufenden Jahre darauf beschränken müssen, nur das allernotwendigste auszuführen. Dieses aber müsse nach Ansicht des Vorstandes geschehen, selbst wenn die preußische Regierung keine Beihilfe bewilligte, selbst wenn man erneut Schulden machen müßte, wozu es wohl aber nicht kommen werde. Die Versammlung genehmigt die Neuaufsührung von Mauern im Dorf, welche dem Einsturz nahe sind, wofür 250 Mark erforderlich werden; ferner werden 100150 Mark bewilligt zu Reparaturen der alten Mauern in der Ruine, 20 Mark zu einer gründ­liche Kontrolle der eichenen Treppe im Bergfried, welche 1830 errichtet wurde. Ebenso soll der Anstrich des Wil- Helm-Balkons an den dem Wetter ausgesetzten Stellen erneuert werden. Der Rechner Quästor Orbig legt den Voranschlag für 1903/04 vor, der mit 1686 Mark in Ein- und Ausgabe abschließt, und bemerkt, daß nach demselben höchstens 200 Mark für alle die vorgesehenen Verbesser­ungen vorhanden seien. Die Versammlung ist weiter dw- mit einverstanden, daß, falls der erwartete Zuschuß der preußischen Regierung erfolgt, etwa 500 Mark für die schon rm vergangenen Jahre zur Ausführung genehmigten Ab­orte ausgewendet würden. Auch soll dann eine Ergänzung des Garten-Mobiliars geschehen. Es wird in der Versamm- lung darauf aufmerksam gemacht, daß in den Fenstern des Luxemburger-Raumes von den betreffenden Familien folgende Wappen gestiftet worden seien: das der Freiherrn Riedesel von Eisenbach, Freiherrn von Buseck-, Freiherrn Röder von Diersburg-, Freiherrn von Bellersheim. Ferner die beiden Wappen der beiden ersten Vorsitzenden v. Gagern und v. Bechthold. Im Vorstands­zimmer sind an den Fenstern von.den betreffenden Fa­milien gestiftet: die Wappen des Fürsten Isenburg-Bü­dingen, des Grafen Schlitz, genannt v. Goertz. Es sind in den beiden Räumen weitere fünf Fenster vorhanden, welche des Wappenschmuckes oberhessischer Adelsgeschlechter noch harren. Zur Vorstandswahl bemerkt Geheimrat Schmidt, daß es bisher Tradition gewesen sei, den jeweiligen Pro­vinzialdirektor der Provinz Oberhessen in den .Vorstand des Gleiberg-.Bcrei.ns zu Wahlen, er bittet demzufolge, die Versammlung wolle den Provinzialdirektor Tr. Breidert wählen und den.Vorstand beauftragen, diesen zu bitten, die Wahl mczunehmen, welchem Antrag einstimmig entsprochen wurde. An Stelle des Baurats Stahl wählt die Versamm­lung Professor Sauer zum Vorstarwsmüglied, welcher an­wesend ist und dankeicd erklär^ die Wahl annehmen zu wollen. Ein Rundgang durch die Räume zeigt, daß gar vieles darin gebessert ist. Im Dorstcurdszimmer sind im abgelaufenen Jahre die Ehrentafeln für Freiherrn v. Gagern inü> für den ersten Burgbaumeister, Tr. Edmund Asse, hinzugekommen, während im Luxemburger Raum die Wände mit den früher in der Bauernstube untergebrachten Ge­mälden geschmückt sind, die man einrahmen ließ. Tie Bauernstube ist einfach, aber zweckentsprechend und ge­schmackvoll neu hergerichtet und mit Sprüchen an den Wänden ausgestatlet. Wunderbar deutlich war gestern die Fernsicht und prachtvoll von den Bodenfenstern aus auch der Blick nach der Wetterau hinüber in den Taunus hinein. Es ist wirklich bedauerlich, daß der Gleiberg, auf dem man auch betreffs der.Verpflegung durch den Burgwirt Nieber- gall sich nicht zu beklagen hat, an schöllen Tagen so wenig besucht wird. So eillladeud das Wetter war, so farcden sich doch gestern nachmittag außer den Mitgliedern des Glei­berg-Vereins nur wenige Besucher an der so schönen und gastlichen Stätte ein.

Aus Stadt und Land.

Gießen, am 26. Mai 1903.

** Der Kandidat der bürgerlichen Parteien kst gefunden. Man schreibt unS: ,5)ie Bemühungen des freisinnigen und deS national liberalen Vereins, einen gemeinsamen Kandidaten für die Reichstagswahl zu ftndcn, haben eildlich zu einem guten Erfolge geführt. Herr Kommerzienrat Heyligenstädt hat sich bereit erklätt, die ihm von beiden Patteien angebotene Kandidatllr anzu- nehnren. Der Name dieses Mannes bürgt dafür, daß die liberale Wählerschaft mit den besten Aussichten dem Wahllage ent­gegensetzen kann. Denn nicht nur iver sich zu einer der ge­nannten Parteien zählt, wird Herrn Heyligenstädt feine Stimme geben, sondern alle Männer, die eine ruhige gedeihliche Ent­wickelung der staatlichen und ivirtschaftlichen Berhällnisse wünschen, werden in Herrn Heyligenstädt einen geeigneten

Vertreter erblicken. Ganz besonders gill dies von allen, welche die Reichsregierung in ihrem Bestreben, langfristige Handelsverträge abzuschließen, unterstützen wollen. Weder der sozialdemokratische noch der bündlerische Kandidat sind bekanntlich gewillt, für Handelsoetträge zu stimmen; aber unser Wahlkreis, Stadt und Land, muß eS als Lebensfrage betrachten, daß wie bisher Handelsoetträge den ruhigen Fott- schrilt von Jndusttte, Ackerbau und Handel gewährleisten. Es ist beabsichtigt, in der kurzen Zeit, die uns von dem Wahl­tage noch trennt, energisch für die Wahl des Herrn Heyligenstädt tätig zu fein; trage jeder, der nicht für den antisemitischen oder den sozialdemokratischen Kandidaten stimmen will, nach Kräften dazu bei, daß der Sieg der guten Sache nicht fehle!"

So die uns vorliegende Zuschttft. Auch wir glauben, daß man endlich den rechten Mann gefunden hat. Kom­merzienrat Heyligenslaedt ist mit den Lebensmtcressen unserer Stadt wie des ganzen Wahlkreises durchaus vertraut und sein Charakter bietet eine genügende Garantie für die not­wendige Objektivität in der Beurteilung der wichtigeren Auf­gaben, die m der bevorstehenden Legislaturperiode zu be­wältigen sein werden. Auf sein Programm iverden sich die Anhänger der verschiedenen nicht antisemitischen und nicht sozialdemokratischen polit. Anschauungen einigen können. Er wird sich nicht eine gefärbte Parteibrille auf die Nase setzen, son­dern als ein Mann, der die Bedürfnisse jedes einzelnen Standes genau kennt, die Fragen der Wlttschafts-, Steuer- und Sozialpolitik stets rem sachlich zu betrachten verstehen. Wir glauben bestimmt, daß die bevorstehenden Wähleroersamm- lungen in Stadt und Land in leidenschaftsloser Erörterung eine volle Einigung in der Wählerschaft erzielen werden, zu- mal bei der Mehrzahl der m Betracht kommenden Fragen in den meisten politischen Patteien die Meinungsverschiedenheiten nicht absoluter, sondern relativer Natur sind. Zwischen einem 3.50- und einem 7 Mk.-Zoll und zwischen dein Zehn- und dem Achtstundentag besteht im Grunde doch fein prin­zipieller Unterschied.

Angesichts der Kandidatur des Herrn Heyligenslaedt, be- kanntlich eines Mannes, der sich aus kleinsten Verhältnissen, aus einem einfachen Arbeiter zu einem oer größten In­dustriellen in unserem Wahlkreise emporgearbeitet hat und der auch in Arbeiterkreisen als ein Mann von humansten Gesinnungen und Freund einer vernünftigen Arbeiterschutz- Gesetzgebung bekannt und angesehen ist, können wir auf eine würdige und sachverständige Vertretung unseres Wahlkreises im Reichstage hoffen.

* Französische Rezitation. Dem neulich an dieser Stelle geäußerten Wunsche entsprechend, geben wir hiermit die Bücher an, in denen die nächsten Freitag vorzutragenden französischen Erzählungen sich finden: Bonm-Boum von Claretie steht in: 1. Maitres Conteurs (Edition Hengesbach, Gärtner, Berlin), 2. Französ. Rezitationstexte für höhere Schulen, 2. Heft, S. 40 und 3. Quatre Nouvelles modernes, annoUes par B. Hubert, Neusprachl. Neformbibliothek, 2. Band, Leipzig, Roßberg. Les sapins von Theuriet steht in: 1. Andrö Theuriet, Ausgewählte Erzählungen, W. Hart­manns Schulausgaben 6., Leipzig, Stolle. 2. A. Theuriet, Ausgewählte Erzählungen, Gotha, F. A. Perthes, S. 9. La VeiUAe von CoppGe findet sich in: 1. Roßmann, franz. Lese- und Realienbuch, Bielefeld, Velhagen-Klasing, S. 301. 2. Gropp und Hausknecht, Auswahl französischer Gedichte, Leipzig, Stenger, S. 221, 3. Oeuvres de Fr. Copp&e, aus- gewählt von Karl Sachs, Berlin, Gärtner, S. 66.

f. Reiskirchen, 25. Mai. Ein freches Bubenstück wurde hier verübt. Einem noch nicht lange hier wohnenden Manne wurde mittels Revolvers ein großer Hund bei Nacht erschoßen. Derselbe hatte einen Wett von zirka 200 Mk. Obwohl die hiesige Gendarmette eifrig Nachforschungen halt, fehlt von dem Täter bis jetzt jede Spur.

X Kinzenbach, 24. Mai. Der hiesige Gesang­vereinFortuna", welcher im Jahre 1895 sein 20jähriges Stiftungsfest unter großer Beteiligung zahlreicher auswättiger Vereine feierte, beabsichtigt auch in diesem Jahre eine Fest­lichkeit abzuhalten. Dieselbe ist vierzehn Tage nach Pfingsten, am 14. Juni vorgesehen, soll aber nur im engsten Rahmen gefeiert werden.

v. Wetzlar, 24. Mai. Die Generalversammlung des landwirtschaftlichen Vereins war überaus zahlreich besucht. Waren zwar unsere Landwitte infolge der ungünstigen Witterungsverhältnisse mit der Feldarbeit gegen sonstige Jahre weit zurückgeblieben, so waren sie trotz des schönen Früh­lingswetters selbst aus den entlegensten Ortschaften des Kreises zur Stadt geeilt. Der Landrat eröffnete als Vor­sitzender der Lokqlabteilung die Versammlung, indem er alle Erschienenen herzlich willkommen hieß. Aus der Tätigkeit des Vereins sei hervorgehoben, daß die Mitgliederzahl, welche in 1901 nur 532 betragen, im abgelaufenen Jahr auf 586 ge­stiegen ist. Es wurden zwei Wanderversammlungen gehalten zu Tiefcnbach uud zu Steindorf. In ersterer wurde die Zweckmäßigkeit der gerade dott mit verhältnismäßig geringen Kosten durchzuführenden Zusammenlegung erörtert und in Steindorf wurde das Projekt der Be- und Entwäsierung der Lahnwiesen von Altenberg bi8 Leun besprochen. Nach­dem die erforderlichen Ergänzungswahlen des Vorstandes vorgenommen waren, wurden zum Schluffe zwei lehrreiche Votträge gehalten.

Frankfurt, 25. Mai. Donnerstag den 4. Juni, mittags, wird der Kaiser von der Festhalle direkt nach dem Römer fahren. An der Unterfahtt am Paulsplatz wird er von den beiden Bürgermeistern, dem Stadtoerordnetenvor- steher und den Architekten Neher und o. Hoven empfangen. Der Kaiser begiebt sich über die neue Treppe zum Bürger- faal, ioo sich der Magistrat, die Stadtverordntten, Tlitglieber städtischer Deputationen, höhere Beamte, Schuldingenten x. versammelt haben. Nach einer Ansprache, die Oberbürger­meister Adickes hier an den Kaiser richtet, wird ihm ein Ehrentrunk gereicht. Stadtrat v. Metzler hat zu diesem Zweck einen silbernen Pokal gestiftet. Für den Ehrentrunk kommt der beste auf den städtischen Weinbergen gewachsene Wein, 1893er Hochheimer Auslese, zur Verwendung. Vom Bürgersaal au5 geht der Kaiser weiter durch bas Kursürsten- zimmer zur Kaisettreppe und verläßt nach dem Römerberg

zu das Haus. Ob die Kaiserin sich an diesem Besuch betei­ligt, ist noch nicht bestimmt.

Vermischtes.

Berlin, 25. Mai. Heute nachmittag verunglückten drei Maurer bei den Ausschachtungsarbeiten auf einem Neu­bau infolge Er deutsche s. Einer blieb tot, zwei sind leicht verletzt. Major a. D. August Reich wurde heute nachmittag durch eine Frauensperson ermordet.

Tilsit, 25. Mai. DerTils. Allg. Ztg." zufolge sind der Meiereibesitzer Zuercher-Lompoenen mit Frau und Kind in der letzten Nacht von Einbrechern ermordet worden.

* Plauen i. 93., 24. Mai. Im Walde bei Jägers- grün, unweit Auerbach haben in der Stacht zum Sonntag der Fotttgehilse Roeder und der Forstgehilfe Hettel, die sich gegenseitig für Wilderer hielten, auseinander geschossen. Roeder ist tot, Hertel tätlich verwundet.

Prinz Arenberg. DiePost" bestätigt, daß vor einiger Zeit ein Antrag auf Ueberroeifung des im Genchts- gefängniS zu Hannover internierten und durch Beschluß des dortigen Amtsgerichtes wegen Geisteskrankheit ent­mündigten Prinzen Prosper Arenberg in eine ge­eignete Anstalt bei der zuständigen Behörde beantragt worden ist, doch sei hierüber eine Entscheidung noch nicht erfolgt, dürfte aber in Bälde zu erwarten sein. Bei dem gemein­gefährlichen Charakter der Geisteskrankheit des Prinzen könnte nur eine öffentliche, sogenannte geschlossene, nicht aber eine private Irrenanstalt in Frage kommen. DieHann. Allg. Ztg." teilt mit, daß ine bereits in allen Hauptpunkten vor­bereitete Uebersührung des Prinzen in die Maifon de SantA zu Schöneberg infolge der Mitteilung derHann. Allg. Ztg." plötzlich rückgängig gemacht worden fei. Prinz Arenberg bleibe in Hannover im Gerichtsgefängnis, bis die ganze An­gelegenheit geordnet fei.

Heber neue Verwickelungen im sächsischen Ehedrama erhält derFränk. Kurier" von unterrichteter Seite Mitteilungen, welche im wesentlichen besagen: Alle offiziösen Mitteilungen über Erkrankungen, Schwermut, geist­liche Zuspruchnahme durch die Pr inzes sin Lu i se sind er­funden, um auf die Nachricht vorzubereiten, daß die Prin­zessin in einem Kloster ober einer Heilanstalt Zuflucht suche, für welchen Fall sie ihr Kind bis zum fünften Jahr behalten dürfte. Die Prinzessin ist vollkommen gesund, und falls demnächst die Nachricht komme, daß sie ein Kloster oder eine Heilanstalt ausgesucht habe, sei jetzt schon zu konstatieren, daß derartiges ohne Willen der Prinzeffin geschah. Die Absperr­ungsmaßregeln gegen die Prinzessin seien m der letzten Zeit noch verschärft worden.

* Paris, 25. Mai. Das Duell zwischen dem Prin­zen Radziwill und dem Grafen Noris hat heute vor­mittag y,9 Uhr in einem Wäldchen bei Meldon ftattgefun- den. Nach einem refultatlofen Kugelwechsel gelang es dem als Schiedsrichter fungierenden Militär-Attachs Herberstein, eine Versöhnung herbeizuführen. Die Gegner reichten sich die Hände und verließen den Kampfplatz.

Zaildet und Verkehr. Dolkswirlschasl.

Berliner Börse vom 25. Mai 1903.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Jndusttte, Gießen.)

Die kleine Erholung, welche die Schlußturfe der letzten Börse zeigten, war nicht von langer Tauer. Bereits die Meldungen der vorgestrigen Newnorter Börse ließen stärkere Rückgänge erwarten, da mit größeren Angstoertäusen der Provinz zu rechnen war. Tic gehegten Befürchtungen traten denn auch voll und ganz ein, ja sie wurden durch weiteres Anziehen des Geldsatzes für die Ultimo- Liquidation noch übertroffen. Anfangs zwar zeigte sich noch em kleiner Widerstand, der jedoch nach Festsetzung der Cassakutte dem allgemeinen Angebot weichen mußte. Der Cassainduslnemarkt ließ recht deutlich erkennen, daß es sich säst nur um Angstverkäufe der ziemlich stark engagierten Provinz handelte, während die kleine Spekulation die nenllich erheblichen Rückgänge zu Teckungen und Memungskäusen benutzten. Eine Ausnahme von der allgemeinen Tendenz bilden Türkenwerte, vor allem Senen-Tütten, auf die Nachricht, daß der Sultan nun endlich das Unifikations-Projekt unterzeichnet haben soll.

Privat-Diskont 81/« Prozent.

Anfangs- u. Schlußkurse.

Oest. Kredit .... 21010 209.37

Deutsche Bant . . . 208.90 209.00

Darmstädter Bank . . 136.80 136.62

Bochumer Guß . . . 175.60 174.37

Harpener Bergbau . . 179.10 178.12

ins;-Tendenz: schwach.

Spirlplan der verrmigteu Frankfurter tztadttheater.

Lpcruhauo.

Mittwoch den 27. Mai. abends halb 8 Uhr:Die Geisha? Doiinerstag den 28. Mai'):Tie Hugenotten." Freitag den 29. Mai geschloffen. Samstag den 30. Mai:Hans Helling.' Sonntag den 31. Mar: ,Tie Zauberflöte.- Montag den 1. Juni, abends 6 Uhr:Die Meistersinger von Nürnberg.' Dienstag den 2. Juni:Figaros Hochzeit."

Schauspielhaus.

Mittwoch den 27. 'jjlat*):Nachtasyl." Donnerstag den 28. Mai, abends halb 8 Uhr: Bolksoorstelluna:Antigone." Freitag den 29. Mai: Zyklus klaff'. Dramen. Neu einstudiert: Das Leben ein Traum." Samstag den 30. Mai: Zyklus moderner Tramcn:Hedda Gabler." Hedda Gabler: Frl. Helene Riechers als Gast. Sonntag den 31. Mai, nachmittags halb 4 Uhr:Alt- Heidelberg." Abends 7 Uhr.Tas Leben em Traum." Montag den 1. Juni, nachmittags halb 4 Uhr:Ter blinde Passagier." Abends 7 Uhr:Nachtasyl. '

* ) Anianq, wenn nicht anders bemettt, abends um 7 Uhr.

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