wesentlichen einstimmig folgende Beschlüsse: In Artikel 1 werden die beiden ersten Abschnitte unverändert angenommen, dagegen beim dritten Abschnitt die Worte „Don Privaten eingeführtes oder auf vorherige Bestellung von auswärts bezogenes frisches Fleischs gestrichen und nur gesagt, daß „Frisches Fleisch" nicht der Nachbeschau unterzogen werden soll.
Art. 2 wird nach dem Regierungsentwurf angenommen, jedoch von der Regierung dem Ausschußantrag zugestimmt: Die Regierung möge gestatten, daß in kleineren Landge- meinden auch andere geeignete Räumlichkeiten, z. B. reine Scheuertennen, als Freibank verwendet werden dürfen.
Art. 3 der Regierungsvorlage bleibt unverändert, eben- /o Art. 4, doch erklärten hierzu die Regierungsvertreter auf Wunsch es sei selbstverständlich, daß in den Ausführungsbestimmungen des (Gesetzes ein Passus Aufnahme finden werde, daß die Interessenten bei Festsetzung des Preises für das der Freibank überwiesene Fleisch gehört werden sollen.
Art. ö und 6 der Regierungsvorlage bleiben unverändert. Der bedeutsamste Artikel ist Art. 7, der die Frage der Kosten für die Schlachtvieh- und Fleischbeschau und sämtlicher hieraus erwachsenden Maßregeln bestimmt. Hier wurden nach eingehender Debatte sowohl die beiden Anträge des Abg. Tr. David, wie der Antrag der Abgg. v. Brentano und Reh ab gelehnt, und der Wortlaut der Re g le rungsvorlageangen o m men, jedoch mit einer Aenderung. Es wurde zu Art. 4 beschlossen, daß nur die Kosten des Aushauens, des Berkauses und der nötigen Bekanntmachungen des Verkaufes dem Landwirt ev. zur Last fallen. Auch hiermit erklärte sich die Regierung ein* verstanden.
Artikel 8, 9 und 10 sollen nach den Ausschußantragen unverändert bestehen bleiben, auch Art. 11 soll unter Ablehnung eines Antrags David nach der Regierungsvorlage unverändert angenommen werden. Mit Art. 12 und 13 der Regierungsvorlage erklärte sich der Ausschuß ebenfalls einverstanden, und dem Schlußartikel 14, der als Termin des Inkrafttretens des Gesetzes den 1. April 1903 vorgesehen hatte, einigte sich der Ausschuß, folgende Fassung zu geben: Art. 14. Dieses Gesetz tritt 14 Tage nach seiner Verossent- lichung im Großh. Regierungsblatt in straft."
Da die hier näher angeführten Beschlüsse, wie schon bemerkt, sämtlich einstimmig angenommen wurden, so steht zu erwarten, daß das Plenum der Kammer morgen ohne wesentlicl)« weitere Debatte die Vorlage annehmen wird. Menn die erste Kammer, wie man hofft, das Gesetz am Freitag ebenfalls sanktioniert, so blieben der Regierung immerhin noch einige Tage übrig, um auch die noch ziemlich umfangreichen Ausführungsvocschriften zu dem Gesetz fertigzustellen, sodaß das Ganze noch im Lause des Monats April Gesetzeskraft erhalten dürfte.__________
Zur «^audtagswahl in Affeuduch-^and.
Der Wahlprüsungsausschuß der zweiten-Kammer hat Über die Wahl des Abg. Orb ^Offenbach-Land) Bericht erstattet. Die Mehrheit (4 Stimmen- hat sich für die Giltigkeit ausgesprochen; die Minderheit (Pennrich und Bähr- beantragt die llngiltigkeitserklärung, während ein Mitglied (Abg. Weith- sich seine definitive Stellungnahme für die Plenarberatung vorbehält. Für die Mehrheit berichtet Abg. Erk, für die Minderheit Abg. Pennrich. Aus den beiderseitigen Berichten geht hervor, daß selten wohl eine Wahl eines Abgeordneten zur hessischen Stammet unter so graven Gesetzesvorlagen sich vollzogen hat, wie die Wahl Orbs, namentlich in der Gemeinde Bieber. Zu- nächst ist der Nachweis erbracht, daß eine Reihe von Wählern abgestimmt haben, die die hessische Staatsangehörigkeit nicht besitzen, somit überhaupt nicht wahlberechtigt waren. Da aber die Differenz der von den beiden Parteien abgegebenen Stimmen größer ist als die Zahl der ermittelten Nichtwahlberechtigten, so glaubte die Mehrheit des Ausschusses diesem Punkte des Wal)lprolestes keine Beachtung schenken zu sollen. Die Mehrheit kommt trotz ihrer scharfen Verurteilung der weiteren noch graveren Gesetzesverletzungen nicht zu einer Ungiltigkeitserklärung, weil nicht der strikte Nachweis erbracht scheint, daß damit eine Aenderung des Wah.resultats herbesführt wurde. Nachgewiesen ist, daß beim Wahlskrutiniurn sich fünf Stimmzettel mehr vorfanden, als Wähler überhaupt abgestimmt haben, daß Mitglieder des Wahlvorstandes bie Stimmzettel soweit ge- öffnet haben, daß das Wahlgeheimnis gebrochen wurde und daß eine Anzahl Wähler, die bei ihrer Abstimmung wegen Urberfüllung des WahllekolS nicht zum Wahltisch gelangen tonnten, ihre Zettel über die Köpfe Dritter hinausretchen mußten und fremde Personen dann die Wchlzettel an die Urne brachten. Mehr kann in Bezug auf Gesetzwidrigkeit bei einer Wahlhandlung wohl nicht erreicht werden. Abg. Pennrich erklärt in seinem Berichte, daß bei der Biederer Wahlmännerwahl eine grave Verletzung des § 21 der Wahlanhaltung und der 88 25, 26 und 27 des Wahlgesetzes oorliegt, die im Einverständnis mit der früheren Praxis der Kammer zu einer Ungiltigkeitserklärung der Wahlmännerwahl in Sieber und damit der Dahl des Abg. Orb führen muß. Der Berichterstatter schreibt: „Angesichts dieser förmlichen Kette von Verschlungen vor, bei und nach der Wahl gegen wichtigste gruirdsätzliche Bestimmungen unserer Wahlgesetzgebung, darf die Ansicht der Ausschußminorität, daß solchen Gravamina gegenüber dos ka.ku.au) rische Bedenken, es sei teilt Beweis dafür erbracht, daß durch die nad)- aewirsenen Gesetzesübertretungen das Wahlresnltat hätte (dienert werden können, nicht von Einfluß [ein könne, doch als wohlbegründet erscheinen. Abg^seyen davon, daß die seitherige Praxis der Stammet, bei rein formalen Verstößen, wie beispielsweise Ausübung deS Wahlrechts seitens versehentlich in die Liften eingetragener Niclsthessen usw. nur bann als WahlkafsierungSgruud zu betrachten, wenn die Majorität eine so knappe, daß durch das Unterbleiben der zu Unrecht erfolgten Ausübung deö Wahlrechts eine Verschiebung des Mazoritütsverhältnisses anzunehmen, keineswegs auf gesetzlicher Basis, sondern lediattch auf Zweck- mäbigteitsrücksichten beruht, und selbst diese, in formalen Hüllen immerhin diskuiierbare Praxis innerhalb deS Hauses mancherlei Anfechtung erfahren, hat da, wo eS sich um Verstöße prinzipieller Natur, wie beispielsweise durch Wahlbeeinsluisung infolge vorgängiger durch den Kandidaten veranlaßter Gelränkespenoung usw. bandelte, die Kammer stets ihrer Willensmeinun^ dahin Ausdruck gegeben, daß gegenüber solchen Verstößen der Nachweis einer ziffernmäßigen Altericrung deS WahlrcsulratS uichl in Betracht kommen könne. Dieser durchaus lorteLe Standpunkt erscheint aber nach Ansicht der A».sschußminori.ül in dem vorliegenden Falle umsomchr berechtigt, a.s es sich hier nicht etwa um Formalien, sondern um die flagrante Mißachtung einer ganzen Reihe die Grundlage uuserer Wahlgesetzgebung bildender Gesetzesvorschriftrn handelt,
welche dazu bestimmt sind, die Freiheit ter Dahl, die korrekte Ausübung des Wahlrechts, die Sicherung des Wahlgeheimnisses und eine genaue Dablcvntrolle zu gewährleisten. Eine Nichtkassierung auf solcher Grundlage her- beigeführier Wahlresultate würde geradezu der Willkür lokaler Wahlkommission an Stelle der strikten Beobachtung der gesetzlichen Vorschriften Tür und Tor öffnen. Tenn wenn maßgcbenderseits sanktioniert wird, daß selbst die gröbsten Verletzungen der grundsätzlichen Bestimmungen >es Wahlgesetzes höchstens eine theoretische Mißbilligung eilens ocr Kammer erfahren, praktisch aber eine Kassierung der Wahl nur in dem Falle zur Folge haben darf, wenn der ziffernmäßige Nachweis die Möglichkeit einer Tangierung des Wahlresultates durch die Dorg.fjmmenen Gesetzesverletzungen geliefert erscheint, ein Nachweis, der in den meisten Fällen schwer oder gar nicht zu erbringen ist, so steht mit Fug und Recht zu befürchten, daß Vorkommnisse, wie sie hier zu beklagen und zu oerurte-len sind, in Zukunft nicht sehr zur Erbauung der Wahlprüfungskommiftion des hohen Hauses noch weit häu- iger zu verzeichnen sein werden."
Abg. Pennrich beantragt somit namens der Minderheit: die Wahl von 6 Wahlmännern in Bieber, ebenso die Wahl des Abgeordneten Orb für ungiltig zu erklären, sowie die Großh. Regierung zu ersuchen, die Neuwahl in Bieber auf Grund ordnungsmäßig festgestellter Wahllisten zu veranlassen, auch dem Wunsche der Wahl-Reklamanten auf behördliche Ueberwachung der Neuwahl in Bieber innerhalb gesetzlich zulässigen Rahmens Rechnung zu tragen.
Politische Tagesschau.
Fünf Minuten zu spät.
Eine beliebte Figur unserer Schwankautoren ist die eines liebenswürdigen Menjchen, dem die besten Gedanken fünf Almuten zu spät kommen. In dem Augenblick, in dem es darauf ankommt zu reden, fehlt ihnen das rechte Wort, fünf Almuten darauf fällt es ihnen ein. So ging es neulich im Reichstage dein Leipziger alldeutschen Professor Hasse bei seinem Duell mit dem Grafen Bülow. Was er damals versäumte, das will er jetzt nachholen. Er versendet an einen Teil der deutschen Presse — auch wir erhielten em Exemplar seiner .nicht gehaltenen Rede" — Antwort an den Reichskanzler auf dessen Ausführungen in der Reichstagssitzung vom 19. März bezüglich des aktiven Einschreitens m Ungarn. Er betont, daß Graf Bülow nur infolge einer vielleicht zu weitgehenden Loyalität Hasses in die Lage gekommen sei, sich zwanzigjährige Akten zu beschaffen. Er hätte es nicht gekonnt, wenn er nicht gewußt hätte, was Hasse sagen werde. Die ,Rhein.-Westf. §tg." bemerkt dazu, daß früher auch der Abg. Dr. Lehr die Samoa-Interpellation auf Veranlassung des Auswärtigen Aintes unternommen und mit dem Auswärtigen Amt feftgestellt hatte. Das letztere fiel über ihn her, als er damit heiauskam. Lehr sei mit Vorbedacht aufs Glatteis gelockt worden.
Aoionialpost.
Der Gouverneur in Kamerun unternimmt in nächster Zeit eine Dienstreise nach dem Tschadsee- Gebiete. Diese Reise wird verständlich, nachdem der Gouverneur seit Zähren alle jene Landstriche aufgesucht hat, die von uns zum ersten male besetzt wurden und wohin unsere Verwaltung ausgedehnt worden ist. Daß der Gouverneur jetzt das Tschadseegebiet besucht, ist auch schon daraus erklärlich, daß es bereits vor einem Jahre von unS besetzt wurde. Ilm 21. April 1902 rückte der Oberst Pavel in Dikao ein und am 4. Mai folgte ihm der Oberleutnant Dominik dahin mit einer Truppe nach. Das Vorgehen m jene Landstriche hat außer den kolonialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch noch einen politischen Charakter. Oberleutnant Dominik hatte von Garua aus schon einen Zug nach Marrua gemacht, ivo der vertriebene Emir von Iota, Siberu, Aufnahme und Stütze gefunden hatte. Rach der Besiegung des Lamido von Alarrua unterwarfen sich auch die benachbarten Sultanate, und Oberleutnant Dominik fügt in feinem Berichte hinzu, daß nunmehr in unserer Sphäre die gesamten Fullahstaaten die deiitsche Herrschaft anerkannt hätten. Bekanntlich haben auch die Engländer in dem benachbarten Nigeria damit begonnen, die Herrschaft der Fullah in den Haussastaaten zu zertrümmern. Von den großen Reichen dort ist zunächst Kano unterworfen worden. Sokoto, Saria u. s. f. werden nunmehr an die Reihe kommen. Die Fullah hatten Anfang des 19. Jahrhunderts die Hauffa-Dyna'tie verdrängt und sich bis nach Adamaua hinein an die Spitze aller Staaten zu setzen gewußt. Jetzt vollzieht sich die tiefgreifendste politische Aenderung im westlichen Sudan seit Jahrhunderten. Die Erregung dort ist groß, daher hat auch die englisch- französische Grenzkommission viel unter Angriffen zu leiden.
Ter Pserdrmarkt.
Gießen, den 26. März.
Vom herrlichsten Frühlingswetter begünstigt und unter gutem Antrieb von Pscrden aller Gattungen sand gestern vormittag auf den Marklanlagen der Frühjahrspferdemarkt patt, der einen in jeder Beziehung befriedigenden und guten Verlauf nahm. Der Besucsi war außerordentlich rege und auch der Umsatz soll recht befriedigend gewesen fein. Neben den Pferden waren noch Geschirre, Wagen, Equipagen rc. hiesiger und auswärtiger Fabrikanten ausgestellt.
AIS Vertreter des Hessischen LandeSpserdezuchtvereinS waren die Herren Excellenz v. Westerweller, Ober- landeSstailmeifter o. Willich und Rittmeister Na ege le aus Darmstadt, für die Regierung RegierungSrat Hein- r id)y erschienen.
Die PrämüerungSkommission bestand aus den Herren Cclonomierat Schlenke - Hardthof bei Gießen als Vorsitzender, Oberstleutnant Frhr. v. Normann, Kommandeur dcS Gcndarmeriedisttikts Oberhessen, alS Stellvertreter, GutSpächter A. Bene, Cberroeimar bei Marburg, Leko- nomiera't Hoffmann, Hvfgüll bei SicK Schlachtyofdirek- tor Tr. Liebe, Gießen, Gutsbesitzer Müller, Neuho bei Gießen
Der Pferdemarkt war mit 320 Pferden und Fohlen beschickt. Bei der Prämiierun-g wurden folgende Preise juciiannt:
li Reitpferde.
Tie vorgesehenen Preise konmen wegen ungenügender Qualifikation der auigelriebenen Pievde nicht vergeben werden. ec» h,ell eine Anerkennung im Betrage von 20 Mk. Georg Konrad Straßheun-Griedel.
2) Wagenskb läge:
S. Michel-Gießen 1.Preis 80 'DIL; der 2. und 8. Preis kam nicht zur Vergebung.
31». Schwere Arbeitsschläge, paarweise:
1. Preis S. Kausmann-Nieder-Weisel 80 All., 2. S. Michel- Gießen 60 Alk.
3» b. Leichte Arbeitsschläge, vaarw eise:
1. Preis A. Frens dori-Gieven 6v Tlt, 2. S. Michel- Gießen 40 Alk., 3. Heinrich Hinkcl-Relchelsheun 20 Mt.
4) a. Schwere Arbeitsschläge. einzeln:
1. Preis S. Michel-Gießen 30 1UL, 2. S. Kaujmann-Nieder- Weisel 20 Alk., 3. A. Frcnsdo rtzGießen 15 Mk.
4) b. Leichte ArbeitSschlage, einzeln:
1. Preis A. Frensdors-Gießen 3u Mk., 2. A. Bing-Lich 20 Mk., 3. Leligmaun Salomon-Wetzlar 15 Alk.
5)». Arbeitsschläge, paarweise:
(Für Mitglieder des LaiidespierdeinchloerelnS oder deS Landivlrlichaülichcn Vereins):
1. Preis Kaspar jillngcchöier-äorlbach 50 Mt., 2. August Dietz-Nieder-Weiiel 30 Mk., 3. Georg Konrad Siraßlieim-Griedel 20 'JlL, 4. Heinrich Herzberger-Gieven 20 Mk.
5)d. Arbeitsschläge, einzeln livie vorher):
1. Preis August Tieg-Aieder-Weiiel 80 Mk., 2. Gevig Bill I„ Nieder-Wcüel 20 Mk., 3. Ho,nab Weitz l V.-Dott-Gill 10 Alt., 4. Philipp Müller-Oberhörgern 10 'JJIL, 5. Friedrich Viant-Münch- Holzhausen 10 Alk.
6) a. Dreijährige Fohlen:
1. Preis Wilhelm Georg 2rraijheun-Gr>edel 50 Mk., 2. Ana. Tieh-Niedcr-Weijel 40 Mk., 3. Johannes Rahn-Üngeitob 30 Mk^, 4. August Tletz-Rleber-Weuel 30 All., 6. Wilhelm Muller Ui.-Cbct- Hörgcrn 20 '2)1 L, 6. Ernst Zunmer-Bingmugle b. Lauter 20 Alk.
6> >>. Zweijährige Fohlen:
1. Preis Heinrich Alarx l.-Nieber Weisel 40 Mk., 2. Friebrich Fenchel-Griebel 30 Alk., 3. August Ttetz-'2lieder-Wel>el 30 ÜHL, 4. Philipp Müller-Oberhörgern L0 Mk., 5. Georg Verth-Londorf 10 Alk., 6. Preis Albert Beuermann-Ldenhausen 10 Mk.
7.) Mutter st Uten mit Fohlen oder nachweislich g e d e ck t.
1. Preis Konrad Weitz IV. Tors-Gill 75 Mk., 2. Heinrich Marx 1., Nieder-Weisel 50 Mk., 3. Georg Bill L Rieder-Weisel 50 Alark, 4. Julius Konrad StraßheiNi-Griebel 40 Alk., 5. August Dietz Nieder-Weisel 30 Alk., 6. Ludwig Volk XU. Alleudors a. d. L. 30 Alk., 7. Hermaiin Wilhelm Slraßheim-Äriedel 20. Alk. 8. Hermann Friedrich Schott-Griedel 20 Alk., 9. Friedrich Fenchel-Griedel 10 Alk., 10. Philipp Wimer-Nieder-Weijel 10 Alk.
Für in Privatbesitz befindliche Pierde, die um Geldpreise nicht konkurierr haben, wurden Ehreiipreise gegeben den Herren A.T e»i- n i n g h o s j - Gießen, T irekior L. L e m m 6 - Gießen, Hoslohukuticher Karl Huhn- Gießen uilb Heinrich Herzberger- Gießen. Enuge weitere Herren hatten auf Prämiierung im Voraus verzichtet.
Nach der Preisverteilung bereinigten sick die Herren zu einem gemeinsamen Mittagessen im Hotel Großherzog von Hessen, das recht animiert verlief. Der Vorsitzende der Pferdemarkttommisiion dankte in herzlicher Werse allen denen, die der Sache ihre Unterstützung zuteil werden ließen, und feierte namentlich in anerkennenden Worten die großen Verdienste des leider aus Gießen scheidenden Mitbegründers des Gießener Pjerdemarktes Oberstleutnant Frhr. v. Normann. Dieser dantte in verbindlicher Weese, erwähnte die erfolgreiche Tätigkeit der Pserdemarktkommissivn und eerte fein Glas auf die Stadt Gießen.
Die heute nachmittag ftatisinoende Verlosung wird den hoffentlich befriedigenden Schluß des diesjährigen Früh- lahrspferdemarktes bilden.
Aus §luiil und £und.
Gießen, am 26. März 1903.
• * Von der Redaktion. Mit dem heutigen Tage ist Herr Kurt Plato, der bisherige Lokalredakteur deS Gieß. Anz., aus unserer Redaktion ausgeschieden, um in den Redaktionsverband der „Frankfurter Ztg." einzutrclen. An eine Stelle trat Herr August Götz aiis Worn,s.
Kreisschulinfpektor Prof. Dr. A. Lucius wurde mit Wirkung vom 16. April in gleicher Eigenschaft nach Darmstadt versetzt. Glicht nur die ihm unterstellten Lehrer, sondern auch weite Kreise der Bevölkerung sehen den ebenso verdienten als beliebten Herrn ungern von hier scheiden. Möge ihm auch im neuen Wirkungskreise eine erfolgreiche Tätigkeit bcschieden sein. An seiner Stelle wurde am 24. März der Kreisschulinspektor bei der Kreis-Schul- kommlssion Erbach August Albett Theodor Kleinschmidt zum Kreisschulinspektor bei der Kreiöschulkornmlssion Gießen mit Wirkung vom 16. April an ernannt.
- h- Slchenhausen, 24. März. Gestern fand im hie» igen Gemeindewald eine Brenn- und Nutzholz-Versteigerung statt, welche gut besucht war. Der Erlös war ein dementsprechender. Fichten-Slammholz wurde im Durch, chnitt mit 18 Mk. pro Festmeter, Buchen-Scheitholz 1. Klaffe mit 5,50 Mk., solches 2. Klaffe mit 4 Alk., Buchcnknüppel mit 4 Mk., Buchenreisig mit 80 Pfg. pro Raummeter verkauft.
- j- Ober-WidderSheim bei Nidda, 25.März. Vom 1. April ab erhält unser Dorf eine Postagentur. — Demnächst wird mit dem Neubau eines SchulhauseS begonnen, nachdem die Arbeiten bereits vergeben sind.
-i- Schotten, 26. März. Mit dem Beginn des herrlichen Frühjahrswetters haben sich auf dem hessischen Lehrer- t)C im dieser Tage die ersten Gäste zur Erholung eingefunden. Ter Zudrang wird von Jahr zu Jahr größer, sodaß die Räume des stattlichen Heims an waldumsäumter Bergeshalde nicht mehr aiiSreichen. Es ist deshalb eine beträchtliche Erweiterung der Gebäulichkeiten geplant, sobald die nötigen Kapitalien dazu vorhanden sein werden. Tas Heim zähll etwa 1250 Mitglieder. ES wurde nn Jahre 1895 erbaut.
Kleine Mitteilungen auS Hessen und den Nachbarstaaten. Wie dem .Wetzl. Gen.-Anz." mitgeteilt wird, entstand gestern auf bis jetzt unbekannte Weise in dem Gemeindewald von Nieder-Quembach an zwei verschiedenen Stellen Feuer, das etwa 12 Hektar Wald ein* äscherte.
fnrrirtitprrtdL
*• Gießen, 24. März. Seweri»«gericbt. Ten Vorsitz fflfirt Oberbürgermeister Mecum. Tic Klage beS Hau»burschen Hemnch T. von Wieseck gegen den Friedrich L. von hier wegen Zablung rückständigen Lohnes wurde zurückgezogen. — Ter Bäckergeselle jehann Fritz P. au5 Herborn ocrlaiiqt von dem Bäckermeister 3ehannc5 5. hier 24 Mkt. rückiländlgeii Lohn. Rach längerer Verhandlung emiaten sich die Parleieu.
Darmstadt, 35. März. Ter Cchubmacher Maul au» Piungsladl hotte sich heule wegen Majestatsbeleidigung vor der hiesigen Straft (immer zu veranlivorten. Alaul, der lange Fahre Alilglied deS MililärveremS ist, hatte vor uiib nach dem VcqravniS eines .Nameraden hart gezecht. Im Rausch lat er eine rcipekllose Aeuheruni über den Ksijer, die bev Senbermcrie bemut- zicrr wurde. DaS Urteil lautete aus 2 Monate Ge angniS.
Berlin, 25. März. Tie Berufung deS Prosehortz Delbrück gegen daS Urteil deS Schöffengerichts, durch welches


