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26.3.1903 Erstes Blatt
 
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UtrnierrdfenfAliiftlh 51

(Örsted Blatt.

153. Jahrgang

Donnerstag 26. März 1903

GietzeilerAnzeiger

General-Anzeiger **

Amtz- und Anzeigeblatt für den Kreis Siesten

etuuH«ifi wvnuihcb 7b eitrtfi» lSdil'ch Vtl MO. du.ch Adbole- m. RivrigheUrn monatlich 60 <11. durch bie VollDlt L. pifrieU löbil aueldjl VrUrll^ Bnnct)mt po" Bnjfigeg tüi bi« <age*nuiiunrx bi« oocmuiag« 10 UtzL» ^cilrnutci« lofol IXlfte a«r»ivüil< tU <)1^ l*< 1 am ree 1111 d)i Di den pvhl a. allg«nu Xril 1t <3111(0 »Üt ,iabl und Vanb* und

Weticti.luQl* tuet via 10. lüi brn 11 iw «fiflonlfil (»an« Vrd.

Aartclle.

Gießen, 26. März.

vor einigen Wochen hat im Retchsantt des Inneren die Enquete über das wirtschaftspolitisch augenblicklich in» tercffaiucfte Probleme, die Kartelle, stattgcfunden. Seit langem schon sind sie Gegenstand eifriger Forschung, da sie einen nicht zu verkennenden (inifluy auf die QMlaitung der Industrie und des Wirtschaftslebens aussen. Befonueis in der letzten Zett Haden die Karle.le AuSwück-se gczcitigl und ganze Industriezweige zu Ungunsten der Äonfunientcn anS- gebeutet, daß über die Scotwendigkeit staatlichen Ern- gruicns Zioeifel nicht mehr bestehen tonnen. Bedingung einer erfolgreichen rüetampfung der Kartelle ist genaue Kenntnis igrer Geschichte und Klachett über das Wesen chrer Organisation.

Die ti4ii|uri;unfl der Kartelle ist viel älteren Datums als man cu-lgemein aimininiL Schon Altertum und Mittel» alter linnen |ieie Ui0iivpotistiju-e Bereinigungen, jedoch nur in iZorm von Ringen, ein Beispiel i|i dec 149ö ge­gründete uu^ierrmg. Natürlich srutiden die dainaligen rbereinigungen bezüglich 191er Orgautiation nicht auf oei hohen oiu|e wie die heutigen Kartelle. Schlechter Peclehr uno schlechte I6ertehrsder9ottni|se erleichterten ja einer­seits die Gründung derartiger Vereinigungen, versagten ihnen oder andererieilS einen weitgehenden Einfluß, svoah Monopolisierungen meist aui ein räumlich sehr wenig aus­gedehntes Gebiet bejchranlt blieben. Grst die moderne Pro- dultionstechnit und der heutige die ganze Welt umipaii» ncnde Vcrtchr tonnten die Kartelle in ihrer jetzigen Ge­stalt unb Organisation hcrvorbringen. Richt immer ist die Spekulation die Triebfeder zur Gründung von Kar­tellen gewesen, sondern viele Unternehmer schlossen sich aus Selbsterhaltungstrieb zusamnien, um leichter wirt­schaftliche Krisen und lästige Konkurrenten überwinden zu können. Ihre Schöpfungen lann man mit Recht alsKinder der Not" bezeichnen.

In Deutschland datieren die ältesten Kartelle auS der Mitte des vorigen Jahrhunderts und es ist interessant, ziffernmäßig ihre (huroidelung zu verfolgen. Ihre Zahl ist: 1865 4, 1875 8, 1885 90, 1895 260 Kartelle; und heute dürste mit 500 ihre Zahl eher zu niedrig als zu hoch angegeben sein. Natürlicb können diese Zahlen feinen Anspruch auf absolute Richtigkeit machen, da es keine zuverlässige Kartellslatistit giebt und dank der Ver­schwiegenheit der Kartellmitglieder über die Existenz und Organisation der Kartelle recht wenig bekannt geworben ist

Die erste größere wissenschostliä-e Arbeit, die sich mit diesen wirtschaftlichen Gebilden beschäftigt, ist Professor Kleinwüchter S 1881 erschienenes WerkDie Kartelle". Seit dieser Zeit hat sich die Wissenschaft ausführlich mit den Kartellen beschäftigt und viele Zweifel und Dunkelheiten über ihre Organisation und ihr Wesen beseitigt. Für daS große Publikum find jedoch die Kartelle schreckhafte Ge­bilde. Der Laie sieht in ihnen nur Geheimbünde deS Ka­pitals und Konzentration gewaltiger Geldmassen, deren Vestreben einzig und allein die wucl)erische Ausbeutung der Konsumenten ist. Und doch giebt eS Kartelle, deren Wirkungen segensreich sind. Man denke an das 1864 ge­gründete Schienenkartell, daS eine durchaus vernünftige und gleichmäßige Preispolitik treibt, ohne die es unmöglich wäre, unsere Äsenbahnbauten so ohne jegliche Rücksicht­nahme auf Konjunkturenschwanlungen durchzuführen.

Selbstverständlich konnten die Kartelle erst allmählich auf diese hohe Stufe der Oraanisation gelangen und haben mancherlei EntwickelungSstadien durchlaufen. Von loseren Verbänden kommen wir zu festeren; die Organi­sation wird immer straffer und endlich kommen wir zum umfassendsten und vollkommendsten Gebilde, zum Trust.

Zweck aller Kartellbcstredungen ist Einschränkung deS freien Wettbewerbe- auf dem Wege freier Vcrtragoniiißig- IciL Je nach den Richtungen, in denen die Einschranluug erfolgt, untersa-eidcn wir verschiedene Arten von Kar­tellen. Wir finden Verbände der Unternehmer als Ab­nehmer und diese können ihre Spitze gegen zwei Arten von Wirkschaftssubjekten richten. Einmal gegen bie Produ­zenten der Roh- und Hilfsstoffe und gegen die Arbeiter, fernerhin finden wir Verbände der Unternehmer als An­bieter und je nach Zweck und mehr ober minder fester Organisation sprccl-cn wir von Kartellen niederer und höherer Ordnung, die als ProduktionS-, Gebiets- und Preis- Kartelle, die lcyüeren als Angebots-, Nachfrage- und Ge- winnkontingentierungen ins Leben treten.

Ebenso alt wie die Kartelle ist auch der Kampf gegen sie. Für die Kartellmitglieder ist eS zu verlockend, aus einer vielleicht eine gcioiffe Zett berechtigten Pieissteiger- ung möglichst lange Nutzen zu ziehen und den konsu- menten, die ihnen hilflos gegenüberstehen, dank der ein­mal gewonnenen Machtstellung nun für einige Zeit die Preise zu bitiieren. Daß bie Kartellbewegung Gefahren in sich birgt, ist klar und es muß soivohl eine, wenn auch nur zeitweilige, Benachteiligung der Arbeiter ebenso ver­hütet werben können, wie bie Ausbeutung ber Konsumen­ten zu Gunsten einiger Unternehmer.

Ueberall finden wir auch die Tendenz, die Gesetzgebung zur Regelung der Kartelle und Sl)nditctte in Bewegung zu setzen. Am weitesten ging die amerikanische Gejetz- gebung, bie bie Kartelle verbot und derartige Koalitionen unter Strafe stellt. Ieboch hat sich, wie bereits mehrfach angebeutet, das amerikanische Gesetz als cm Schlag ins Wasser erwiesen unb nun wirb ein neues Antitrustgefetz vorbereitet, das aber auch wenig Aussicht auf Annahme hat, trotz seiner cHeigen Verteidigung durch den Präsidenten Roosevelt. In Oesterreich liegt ein Gesetzentwurf bett, bie Regelung bes KarteilwejenS vor. Wo wir Hinblicken, sehen wir den Gesetzgeber auf dem Wege des VerfuchcnS unb Studierens. Tie Kartellbewegung ist noch jung unb hat erst in den letzten zwei Jahrzehnten biefen gewaltigen Aufschwung genommen. ES ist zu wünschen, baß burch bie sich vertiefende Einsicht in Zweck unb Wesen ber Kartelle Mißgriffe möglichst vernnebcn werden mochten. Um Klar­heit über daS Wesen bet Kartelle zu schaffen, ist bie ReiclMnquete veranstaltet worben. & gönnen l-at sie mit Vernehmungen über bie Organisation und Preispolitik des Rheinifcl)-Westfälischcn Krch.eiimnbiiats. Jedenfalls werden hie wohl demnächst hierüber erfolgenben Veröffent­lichungen manä-es Neue und Interessante zu tage fördern.

Tas st en0 g r ap h if ch e Pro io ka l l der Aartell- Enauetekomnitsfion ist soeben veröffentlicht warben. Nicht in bas Protokoll aufgcnoinmen sinb, außer einigen Erörterungen über bie Geschäftsordnung, einige wenige Ausführungen vertraulicher Natur; letzteres ist im Ein­verständnis mit den anwesenden Sachverständigen ge­schehen.

Die Verhandlungen begannen mit einer kurzen, aber recht spitzigen Auseinandersetzung ziviscl-en Geh. Kommet- zienrat Kirdorf und Bergrat Gv.hein über die Behandlung der Geschäftsgeheimnisse in der Enquete. Der Streit wurde durch das Eingreifen des Vorsitzenden im Keime erstickt. Sodann erstattete Regierungseat Dr. Dölcker den einleiten­den Bericht über die Orgamsation und bie wirtschaftliche Debeutung des Nheinisch-westfälischen Kohlen- synbikateS. Zu einem größeren lebhaften Meinungs­austausche kam es zum ersten Male über bie Frage nach bem jährlichen Werte ber syndizierten Erzeugni,se. Berg­en! Go.Hein bezeichnete es als wünschenswert, baß sowohl ber Verrechnungspreis als auch Verkaufspreis, mit an»

beten Worten Einkaufs- unb Verkaufspreise bei Syndi­kat- mitgeteilt werben Schließlich er.larte sich ber Vor- stund bei Syndikats bereit, bie gewünschten Zahlen vor­zulegen, aber nur zu streng vertraulicher Behandlung. In der Debatte über die Organisation des Lohletlsynbikot- erlläcle Direktor Unckcl-Essen, eine Bemühung bei rhei­nisch-westfälischen Krhiensi-nd.kats zum Velg.s..,en Kohlen- syud.kate bestehe nicht, ebenfowcnig wie sonstige vertrag­liche Beziehaugen au ausländisck-en Syndikaten. Von Iii- terrsse ist, was Geh Kommerzienrat Kirdorf über das Ver­hältnis der großen Zechen zu den kleineren (Magerkohlen-) Zechen sagte. Et führte aus:

Wir haben sie (ine kleineren Zechen) garnicht so gern in unserer Mitte gesehen. Diejenigen, die immer so klauen, die Rmgerkohlenpartie, würden allein sich wohl nur sehr schlecht h Isen timncn. Aber daraus folgt itoch lange nicht, daß bei den Abstimmungen in den Syndikalsversamiii-, (ungen die Mauerllchlengruppe gegen die andere Gruppe stimmt. Nenn, die Großbetriebe billigen absolut nicht den Heineren ihren Willen auf, das. glaube ich, ohne indiskret zu sein, verraten zu dürfen, und wenn die Preisfestsetz­ungen vielleicht nach Ansicht mancher Kreise, namentlich dec Konsumeiiten, nicht entgegenkommend genug waren, wenn wir also angeblich den toirtschaftlühen Verhäirnissen nicht genügend Rechnung getragen haben, so ist das jeden- salls mehr Schuld der Leinen Werke; denn Sie tonnen versichert fein, daß diese krampfhaft an den höchstmög­lichen Preisen sesthalten. (Heiterkeit.!

Ter Zentrul-V^rein Deutscher ^>aiidlungs-Agentcn--Der- eine hat die Vcrbundsvcrcine flufgefoebert, ihm ihre An­sichten über Eharakter und Wirtung der Kartelle mit* zuteilen, um dem Reichsamt des Innern weiteres Ma­terial zur Sache unterbreiten zu können.

Jas abfl änderte Schlacht- und Jilelschdcfchaugeseh

IL B. Darmstadt, 25. März.

Als ber Gesetzentwurf über bie Ausführungsbeslimm- unacn bes neuen Reichsgefetzes in Betreff ber Schlachtvieh- unb Fleischbeschau im Reick)e am vergangenen Freitag in bet zweiten Kammer zur Beratung kam unb von bteser unter scharfen Acußcrungen bes Mißfallens gegen bie Vcte- nnärahicüung beS Ministeriums einmütig an ben Ausschuß zurückvecwiesen wurde, mußte man annehmen, daß in dieser Irage zwischen Regierung unb Vollsvertretung eine arge Differenz vorhanden fei, die nur durch lange, mühevolle Verhandlungen zu einem Ausgleich führen würde. Diese Befürchtung hat sich erfreulicherwe.se und wir dürsen wohl sagen: Tank 'des ruhigen, sachlich wohl erwogenen Entgegenkommens der Großh. Regierung nicht erfüllt Der Ausschuß hat heute nachmittag in einer fast fünf­stündigen Sitzung in Gegenwart zahlreicher Regierungs- Vertreter und den von der Kammer gewünschten Sach­verständigen eine gründliche nochmalige Beratung der Vorlage oorgciwmmen, und das Endergebnis war, dag die­selbe mit nur ivenig Aenderungen einstimmig ange­nommen wurde. Sie soll nun als dringlich behandelt und noch in der morgigen Sitzung der zweiten Kammer eiidgiltig erledigt werden, sodaß sie jedenfalls alle Aus­sicht hat, noch vor dem 1. April G-sctz zu werden. Ter heutigen Beratung wohnten seitens der Regierung bei: Staatsminister Cxc. Nothe, die Miliisterialräte Braun, Weber, Lbermedizinalrat Lorenz u. a., ferner Ober­bürgermeister Dr. Ga ß n e r-Mainz, Beigeordneter Dr. Gla f si n g-Darmstadt, ein Vertreter der Städte Worms, liegen, mehrere Celonomieräte, Schiente, Walter, die Obermeister der Metzger-Innungen Falke-Mainz, Lau tz-Tarmstadt und andere Sachverständige.

Der Ausschuß (Berichterstatter Abg. Seellnger) faßte inr

K'ldnische Medizinmänner von der SoldLüste Attikas.

Der deutsche Arzt Dr. Hey, welcher seit einigen Jahren auf der Goldkuste Afrikas dem ärztlichen Berufe obliegt, hielt am 19. März auf ber Miffionskvnferenz in Tarrn» ft a b t einen sehr interessanten Vortrag über seine ärzt­liche Tätigkeit unter ben Negern ber Westküste. Rebner verbreitete sich eingehenb über bie Praxis der heidnischen Mebizinmänncr uiU> ihre Behandlung der Kcanlen. Schon bie äußere Erscheinung bes heibn.schen Arztes ist schrecken- erregend. Sein Gesicht ist mit roter und weißer Erde bc» malt, sein ganzer Leib nut Kot und Palmöl beschmiert. Dazu ist er mit allerlei häßlichen Zauberdingcn behängt, wie Tierhusen, Hörnern, Menschenzäl/nen, Knochen, Kröten, Schlangen, Cyam^agncrpfropfcn. Beummend uno schieicnd tanzt er in wilden Sprüngen mit verzerrtem Gesicht und rollenden Augen um den Suanlen herum, um aus ihm den Geist der Krankhett auSzutreiben. Die Trommel wird gc- schlugen, Schellen Hingen unb unter gräßlichem Gesang wird der G.ist beschworen. Oft müssen bie Leute biefe schauerliche Musik die ganze Nacht h.ndurch anhören und können vor Lärm nicht sa-lafcn. Man kann sich denken, wie entsetzlich dem Kranken selbst bei dieser Behandlung zu Mute sein muß. Oft bricht der kalte Schweiß an ihm auS oder er gerät in Raserei oder er fuift ohnmächtig zu­sammen. Ist er wieder zu sich gekommen, so beginnt am anderen Tage die schreckliche Kur von neuem, tf.nbet ftch bann bei ber darauf folgenden Untersuchung des Kranken eine schmerzhafte Stelle, so sagt der behandelnde Mebizuu mann:Das ist ein Wurm, der herauSgcfchnitten weroen muß." Da bet H.re Dollar sich zum Adligen deswurm- iaeiV" Gliedes einer Muschel bed.e.il, so versetzt er

dieser fürchterlichen Operat.on den Kranken m volle Raserei. Den Rasenden versucht man lebendig zu begraben

ober man läßt ihn kurzer Hund verhungern. Ober man gießt biefen Aerrnslen einen Kübel siedenden Palmöls über den Kopf, bedeckt bann ben Kops mit bem JVubcl, gräbt ben Kranken bis an ben Kops in bie Erbe, svbaß nur noch ber Kübel sichtbar ist, und baut darauf ein Haus für den Fetisch.

Noch schrecklicher ergeht es den Unglückskindern, die mit einem Iehler geboren werden, die mit Zähnen oder sechs Fingern zur 2vclt kommen. Man hält ihren Kopf solange ins Wasser, bis sie tot sind. Man erstickt unb verbrennt sie mit glübcnden Kohlen, bie man ihnen in ben Munb stopft. Tie fchrcckliä)« Litte, sämtliche Kinder nut ber ver­storbenen Muller lebendig zu begruben, herrscht heute noch in Kamerun, soweit nicht die M s,.on biefed>e au।gehoben Hut

Herzzerreißend ist der Anbi.ck ber Opfer btt ^uslseuche, bes Branntweins, ber Pocken. Dr. Hey kam in brei Törl'er, welche buchsiäb.ich ausgrstoiben waren. D.e K.anken, welche an ben Pocken baruieöerlngen, wurden nicht verpflegt und starben alle dahin. Tie Leichen der Derstorbe>ien lagen in ben Straßen ber Dörfer, weil niemand da war, um sie äu beerdigen. Sie wurden em Raub der Hyänen unb xöanbetamcifen.

Millen in biefen Jammer hinein tritt nun, von ber Mission ausgesandt, ber engllsche, amerllanische unb bculsche chri,tliche Arzt a.s freundll^er tröstender Engel. In Scyarcn strömen bie kranken herbei und suchen bei ihm Hilfe. Tr. Hey machte von der Goldküste aus eine Reise ins Lsanle- lanb. Unterwegs behandelte er vie.e K.ai.le. In ber Stabt Odumase, m btr er längere Zett woynte, hatte er großen Zulauf. Oft kamen täglich 7u80 Patienten. Aus Tank­warten wollte iyn ber König zut.ü^btyallen. Er erbaute dem ur^t ein Wohnhaus uno ein kleines Spttcll und ver­sprach, alles tun zu wottrn, wrn.i Tr. Hey ,ich nur ent» lu^tie^n tvnne, Duaerno öu^ufke^en. Und a.s er dennoch nacy x<num abrc;fcn mu^ic, .oeil f.u) ifym bort ein größeres

Wirkungsfelb eröffnete, ba sagte ber Häuptling mit Tränen in ben Augen, er habe keine Worte, um feine Dankbarkeit auszubrücken. Zugleich übergab er ihm einen goldenen Ring, der zwei yanlx darstellt, bie em Herz umipannen. Wie wohl sich bie Kranken im Miss'lonSspttal fühlen unb wie froh und dankbar sie für die Pflege sind, die sie dort erhalten, das sieht man an ihren zufriedenen Gesichtern und ihrem ganzen Beiiehmcn.Was soll ich noch über Krankyett Ilagui? Der wimmel ist hier!" ries einer derselben aus, unb ein aussätziger Knabe schrieb:IMir sind hier bei bem weiten Arzt wie im Paradies!"

Daß bie ärztliche Mis,wn in ben Heibenlandern als ein Werk edelster Humannät erscheint, liegt auf der Hand. Was können wir in dieser humanen Sache tun? Ein lunger, strebsamer Mann, der gesund und begabt ist, überlege sich reiflich, 00 er nia>t den Beruf eines Mis- sionsalztes ergreifen foiL Er Wito diese Berufswahl nie­mals zu bereuen haben. Tenn es ist ein schöner und herr­licher Beruf, dec ^oar viele Muhe unb Arvett, aber noch viel Mlhc Befiice-.guna und wahres Glück gewährt. Eng­land uno Amerika h..ven bereits Hunderte oon MissionS- arzien draußen steheii. In Teulschland Jinb es dagegen bis jetzt im ganzen erst Aerzte, die sich diesem Berufe gcro.omet In otuitgan hat sich ein ,/Betein für ärzilihe Mission" geo.ldet, der Mistidiisärzte aussendet uno Spi­täler bauen laßt. Ih.n smo zur Verfolgung dieses schönen Zweckes Gaben jeo^rzeit willkommen. Ini Großheczog- tum Hessen hat dieser Verein bis jetzt 118 Mitglieder, welche den kleinen Jahresbeitrag von durchschnillliey einer entrichten. Möa,.te bie Zahl ber Tlttglieber großer werden: Anmeldungen nimmt entgegen der Leiter ber ^p.leplischen-»nstalt in Nieder Rani,lOoi, Psarrer Weimar oa selbst. R.