Ausgabe 
26.2.1903 Zweites Blatt
 
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legen. Zweck der Maßregel ist, den Gewinn der Petroleum- Raffineure zu beschränken und für die letzten neun Monate des Finanzjahres 1903 eine Mehreinnahme von 3«/2 Millionen Franes zu schaffen.

Rom, 25. Febr. Der Papst empfing heute mittag den Kardinal Kopp in längerer Audienz.

Der »Secolo XIX.' berichtet: Als Sonnino ge- ftagt wurde, weshalb er der Abstimmung am Schluß der letzten Militärdebatte ostentativ auswich, antwortete er, er habe absolut frei sein wollen für bie demnächstige Militär-- dcbatte, da der Generalstab 3 00 bis 400 Millionen für Grenzbefestigungen im Osten fordere.

Konstantinopel, 25. Febr. Wie auf der englischen Botschaft verlautet, wird in Honastir ein englisches Konsulat errichtet werden. Entgegen offiziellen Berichten ist es Tatsache, doß es sich bei dem gestrigen Angriff auf ein verschloffenes Haus um die Aufhebung eines geheimen revolutionären Komitees handelte. Eine aus alba-- nesischen Civil- und Mllitärpersonen bestehende Spezial-- kon,Mission ist im Auftrage des Sultans nach Ueskueb ab­gereist, um die Albanesen zur Aufgabe ihrer Opposition gegen die Einführung von Reformen zu veranlassen.

Aus Stad! uud LauS.

Gießen, den 26. Februar 1903.

* Die nächste Sitzung der medizinischen Ge- lellschaft findet Dienstag den 3. März statt, abends 7 V? Ühr im Hörsaal deS anatomischen Instituts. Tagesordnung: 1) Dr. Koeppe, physikalische Diagnostik der Rierentätigkeit. 2) Geh. Med.-Rat Dr. Aböe (Nauheim), Herzgrenzenänderung durch mechanischen Einfluß im Rüntgenbilde. Aerzte sind als Gäste willkommen.

Konzert-Verein, Sonntag, am 1. März. Wir weisen nochmals besonders darauf hin, daß die Aufführung am 1. März, und die Konzertprobe am 28. Februar in der Turnhalle stattfinden und beide um bl/3 Uhr beginnen.

** Durch den Vorstand des Kau sm. Vereins wurden die hiesigen Firmen gebeten, $ur Unterstützung be­dürftiger, stellenloser Kaufleute einen jährlichen Beitrag zu zeichnen in ungefährer Höhe der seither dafür int Lause eines Jahres gezahlten Spenden. Die zu dem Zwecke in Umlauf gesetzte Liste hat bis jetzt zusammen 564 Mark ergeben, wozu zu bemerken ist, daß eine Reihe von Firmen sich abwartend verhält und nicht gezeichnet hat, aus deren spätere Beteiligung wohl noch gerechnet werden darf. Vor­erst hat der Vorsitzende des Kaufm. Vereins die Verwalt­ung der Kasse übernommen. Nach endgiltiger Regelung der Sache wird die Uebernahme der Kasse voraussichtlich dem städt. Arbeitsnachweis oder der Polizei angetragen werden; auch ist die Meinung vorhanden, die Anzahlung der Unterstützungen durch den zukünftigen Sekretär des Kaufm. Vereins erfolgen zu lassen. Die beste und richtigste Stelle ist jedenfalls der Arbeitsnachweis, und es wird ge­hofft, daß unsere Stadtverwaltung im Interesse der guten Sache sich bereit findet, ihn für die Kasse zur Verfügung zu stellen. Alle Geschäftsleute, die zu der Kaufm. Uncer- stützungskasse zahlen, sollten es sich zum Prinzip machen, den durchreisenden Kaufleuten und denen, welche sich als solche ausgeben, keine weitere Geldspende zu geben, damit diese Bettelei mit der Zeit aufhört. Nur wenige der Kauf- leute, welche auf der Landstraße liegen, werden eine dauernde kaufm. Stellung wieder erlangen, die Arbeits­losen dürfen deshalb sich nicht scheuen, einen anderen Er­werb zu ergreifen, und müssen gezwungen werden, für ihren Lebensunterhalt zu arbeiten, statt die so beliebte Bahn des Fechtens auf die Dauer zu wandeln.

** Kanalisationsbauten. Während man an der Wieseck mit dem Weiterbau des gemauerten Siels wegen zu erwartenden Hochwassers immer noch zögert, wird mit den Maurerarbeiten für diejenige Strecke des Siels in der Bahn­hofstraße von der Wieseckbrücke bis zur Anlage nunmehr begonnen.

Die neuen Pfarrhäuser, von deren in Aussicht stehender Errichtung mir vor einigen Tagen berichteten, werden, falls das Konsistorium seine Zustimmung zu den Bauten er­teilt, unter der Bauleitung der Architekten Stein und Meyer erstehen, die vertragsmäßig unser kirchliches Bauwesen leiten; die einzelnen Arbeiten werden für hiesige Meister öffentlich ausgeschrieben werden.

Als ein Zeichen de§ Frühlings gilt bekanntlich in deutschen Landen der Einzug der Störche. Damit man nun in Gießen bei dem bevorstehenden Einzug Meister Langbeins gerüstet ist, hat die Firma Aug. Kilbinger in dieser Woche den ersten Doppelwaggon Kinderwagen bekommen. Als die hochbepackten Rollwagen durch die Straßen unserer Stadt fuhren, machten Männlein und Weiblein überall vergnügte Gesichter. An Kinderwagen also fehltS nicht, sodaß dem Eintreffen des Storches mit der größten Seelenruhe entgegen gesehen werden kann.

"Die Buchdruckerei derHessen -Darm st. Ztg." in Newyork, die den Gebr. Völcker gehört, ist durch Feuer zerstört worden. Die Herren Völcker schreiben da­rüber derGgw.'rDas siebenstöckige Officegebäude am Eooper Square 3436, deffen dritte Flur wir einnahmen, begann in der Nacht zum Sonntag, den 18. Januar, zu brennen. Durch eine unheilvolle Verkettung von Umständen gestaltete sich die Feuersbrunst zu der gewalfigsten und ver­heerendsten, die Newyork seit langen Jahren in seinen Mauern erlebt hat. Das Feuer spottete den Riesenanfireng- ungen der gesamten Feuerwehr; c5 brannte über zwei Tage und als endlich die Flammen gelöscht waren, da hatten sie von unserer Buchdruckerei fast nichts mehr Übrig gelaffen. Mit einem Worte: Wir haben alles verloren und müffen erst wieder von neuem aufbauen!"

a. Großen-Buseck, 25. Febr. Der Umsatz deS hiesigen Konsumvereins betrug in den letzten 20 Jahren 1190 600 Mt., die den Mitgliedern überwiesene Dividende 66 742.89 Mk., während ein Reservefonds von 20 631.05 Mk. vor­handen ist.

w. BerSrod, 25 Febr. Sicherem Vernehmen nach ist unsere Bürgermeisterwahl vom 6. d. MtS. infolge eines Formfehlers bei der Wahlhandlung abermals kassiert worden.

G. Udenhausen, 36. Febr. Gestern nachmittag gegen l1/» Uhr brach in der Scheune des Konrad Weber auf biS jetzt noch unaufgeklärte Weise Feuer aus, paS in wenigen Augenblicken Scheu«, Ställe und Wohngebäude m

Flammen setzte. Unter großer Mühe und Lebensgefahr wurde das Vieh bis auf zwei Ferkel, die nicht mehr zu er­reichen waren, gerettet. Auch vermochte man noch einiges Mobiliar in Sicherheit zn bringen. Infolge des ziemlich heftigen Südwindes fingen auch bald die benachbarten Scheuern des Konrad Kalbfleisch und Heinrich Krug Feuer und brannten mit den daranhängenden Wohn- und Oeko- nomiegebäuden, sodaß drei Wohnhäuser mit den zugehörigen Nebengebäuden ein Opfer der Flammen wurden. Auch in den beiden letztgenannten Hofraiten konnte mit knapper Not das Vieh und einiges Hausmobiliar gerettet werden, doch sind bei allen drei die sämtlichen vorhandenen Fruchtvorräte total verbrannt. Tie schleunigst herbeigeeilten Feuerwehren von Grebenau, Schwarz und Wallersdorf, sowie die hiesige, mußten ihre Tätigkeit größtenteils darauf beschränken, die schwer bedrohten Nachbargebäude ringsum zu schützen und o das Feuer auf seinen Heerd zu beschränken. Die Abge­brannten sind sehr mäßig, einer (Kalbfleisch) ist garnicht ver­sichert. Das Haus des Konrad Weber war am 6. Mai 1868 chon einmal abgebrannt. Damals sollen, wie man auch diesmal vermutet, spielende Kinder das Feuer aus Leichtsinn entzündet haben.

Alsfeld, 25. Febr. Der Sprechbereich des Tele- phonverkehrS von Alsfeld und Angenrod ist auf folgende Orte neu ausgedehnt worden: Berg a. Leim, Ismaning, München, Oberföhring, Pasing, Planegg. Die Gebühr be­trägt eine Mark.

Mainz, 25. Febr. Die Einnahmen des Mainz er Karnevalvereins für seine Veranstaltungen an den drei Fastnachtstagen waren auch diesmal ganz erhebliche, obwohl die beiden Bälle am Montag und Dienstag nicht so stark besucht waren, wie im verflossenen Jahre, woran immerhin die allgemeine geschäftliche Lage die wesentlichste Schuld tragen dürfte. So wurden am Fastnachtsonntag für das in dec Stadthalle abgehaltene Kinderfest und das Abendkonzert rund 1500 Mk. vereinnahmt; der Maskenball am Fastnacht­montag ergab eine Bruttoeinnahme von 12 200 Mk., wäh­rend der Maskenball am Fastnachtdienstag eine solche von rund 3400 Mk. ergab. Die Gesamteinnahmen an den drei Karnevalstagen beliefen sich daher auf rund 17 160 Mk.

Frankfurt, 25. Febr. In der 27. ordentlichen Ge­neralversammlung der Neuen Theater-Aktie n- Gesellschäft waren 77 Stimmen durch 13 Aktionäre vertreten. Ter Vorsitzende Geh. Justizrat Dr. Hamburger meinte, daß man auj ein allgemein er freuliches Jahr zurückblicke, mit dessen Ergebnissen man vollauf zu- rieden sein könne. Auch die drei ersten Monate des neuen GcsckMtsjahres hätten sich, wie er mitzuteilen in der Lage sei, günstig gestaltet. Nach verschiedenen Richt­ungen sei das vergangene Jahr ein Probejahr gewesen. Die Frage, ob die vollständige Trennung für beide Institute von Vorteil gewesen sei, dürfe man heute bejahen. Auch Eöiine man daraus rechnen, daß die Ein­nahmen die durch die Trennung stark vermehrte Ausgaben decken würden. Ferner werfe sich die Frage auf, ob man nicht an dem einen oder anderen Posten ohne Beeinträchtigung der Gesamtleistung sparen rönne. Was die Frage der billigeren Preise für gewisse Kategorien des Publikums anlange, so fei man zur Zeit bis an die Grenze des Möglichen gegangen. Wenn es ir­gend möglich sei, seien Auf.ichtsrat und Tirekfion gewillt, |ola>en Wünschen des großen Publikums noch mehr ent­gegenzukommen. Zum Schluß gedachte Intendant Elaar nou- der gegen das neue Haus erhobenen Kla­gen und Beschwerden. Sie seien sicher übertrieben. Zudem seien bie maßgebenden Behörden bemüht, allen wünschen entgegenzurommen und Abhilfe zu fchasfen. Aehritiche Klagen seien stets bei Thealerneubauten aus­getreten. Intendant Elaar richtete das dringende Ersuchen an die Amoefenoen, ihren Einfluß gellend zu machen, daß die allgemeine Sympathie dem neuen Haus zuteil würde, wie frul)er dem alten Haus, dessen Einrichtungen sicher nicht ideal gewesen seien, und wies endlich auf bie Schwie­rigreiten hin, mit denen vorläufig die Schauspielhaus- lerrung wegen des Repertoires zu tämpsen habe, da man Vieles oder fast Alles neu einrichten und inszenieren müsse. Trotzdem habe es in der verhältnismäßig kurzen Zeit im neuen HauS 18 Neuinszenierungen gegeben, von denen acht Novitäten und zehn Neueinstudierungen waren.

Kleine Mitteilungen aus H e , s e n und den Nachbarstaaten. DaS 2jähr. Söhnchen eines Sattler- meislers m Büdesheim fiel in Abwesenheit der Eltern so un­glücklich gegen den glühenden Ofen, daß es an den dabei erlittenen Brandwunden nach zwei Stunden starb. In einer Wirtschaft in Frankfurt war der ledige Heinrich Jörg ans Mömlingen i. O. eingeschlafen. Aus dem Schlafe aufgerüttelt, ging er, offenbar in schlaftrunkenem Zustande, auf den Main zu, stürzte über die Kaimauer in den Fluß und ertrank. In Berod wurden beim Ausschachten der Gruben zum Bau der Wafferleitung zwei Arbeiter durch nachrutschendes Erdreich verschüttet. Der eine, Ludwig Schneider aus Berod, fand dabei seinen Tod. Er war ver­heiratet und hinterläßt eine Frau und zwei Kinder. Auf dem Mainzer Hauptbahnhof wurde während des Earneval- trubels ein Fuhrmann, der über das Geleise laufen wollte, von einem Eisenbahnwagen erfaßt und an einem Prellbock totgedrückt. Der Verunglückte, ein noch ziemlich junger Mann, war unverheiratet.__________________________________

Vermischtes.

Berlin, 25. Febr. Vergangene Nacht wurde der Laden des Juweliers Bcosa in Spandau von Ein­brechern vollständig auSgeraubt. Gold und andere Sachen, die einen Wert von 12000 Mk. darstellen, wurden gestohlen. Die Tater sind unbekannt.

Köln, 25. Febr. Heute wurde im Rheine die Leiche eines Kanoniers der 1. Kompagnie des Fußartillecie-Regi- mentS Nr. 9, welcher auf dem Fort Deckstein kaserniert war, gclänbet. Der Leiche ist der Hals durchgeschnitten, eS scheint daher Mord vorzuliegen.

6 Lausanne, 25. Febr. Gestern wurde hier die Leiche eines am Montag beerdigten jungen Mädchens von Ver­brechern ausgegraben und schrecklich verstümmelt. DaS Herz war herauSgenssen und die Arme und Beine abgeschnitten. Ms Tater wurden zwei Brüder verhaftet. Dieselben sollen angeblich auS Rache gegen den Vater deS Mädchens gehan­delt haben, unter besten Vorsitz die Eltern der beiden Brüder vom Schwurgericht zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worden waren.

» Petersburg, 25. Febr. Die 15iShr. Tochter de? Herrn Walley in Moskau, die spurlos verschwunden war, wurde dieser Tage in einem Männerkloster, physisch und moralisch gebrochen, aufgefunden.

New - Pork, 25. Febr. Ein amerikanisches Syndikat kaufte den Vulkan Popocatepetl zur Ausbeutung der Schwefellager. Die deutschen Gesangvereine »Lieder- kranz" undArion" sangen im Weißen Hause vor einer glänzenden Gesellschaft, bestehend aus der Familie Roose­velt, den Diplomaten, Senatoren, Gouverneuren und Re­präsentanten. Die Solistin Schuman-Heink und die Sänger wurden lebhaft applaudiert. Roosevelt dankte nach dem Schluß des Konzerts in einer Ansprache für den Kunst­genuß.

Versch ollen! Wie derKöln. Ztg." au8 Dieppe gemeldet wird, ist der am 23. Dezember v. I. nach Phila­delphia abgegangene ViermasterOuevilly" mit 36 Mann verschollen.

* Der Po larfor sch er Baron Toll, der, auf einer Polarforschungsreise begriffen, sich im Monat Juni vorigen Jahres von seinen Begleitern getrennt hatte, um mit einigen Genossen in das Benuettland einzudringen, wird seither vermißt. Wie aus St. Petersburg gemeldet wird, hat die dortige Akademie der Wissenschaften den Leutnant Kölischak, der ursprünglich an der Polarfahrt des Baron Toll teilgenommen, aber sich von derselben getrennt hatte und bereits nach St. Petersburg zurückgekehrt ist, mit der Mission betraut, Baron Toll und dessen Geno'sen auf­zusuchen. Man glaubt, daß das Bersten deS Eises den Baron Toll verhindert habe, nach Neufibirien zurückzukehren, und daß er sich deshalb entschlossen habe, auf Benuettland zu überwintern.

* Der Roman einer ägyptischen Prinzes­sin. lieber die Prinzessin Nemet Allah Hanem, die, nach einer Eheirrung, wie wir meldeten, einen Selbstmordversuch machte, schreibt dasN. Wien. Tgbl.": Prinz Djemil Toufi soun Pascha, Botschaftsrat bei der türkischen Ambassade in Wien, und seine Gemahlin, die Schwester des Khedive von Aegypten, lebten hier seit ungefähr vier Jahren und er- frcuien sich in der Gesellschaft großer Sympathien. Der Prinz ist ungefähr 30 Jahre alt, die Prinzefiin um zehn Jahre jünger. Sie gilt als eine ideale orientalische Scyönheit. Ihre faszinierende Erscheinung und die aus­gesuchte Pariser Eleganz, mit der sie sich zn kleiden ver jianb, erregte überall das größte Aufsehen. Prinzessin Nemet Allah Hanem heiratete schon im Alter von 14 Jahren den Prinzen Djemil Toussoun, der übrigens iür Kousin und der des Vizekvnigs von Aegypten ist. Ter $rin§ ist sehr reich; seine Länoereien bringen ihm eine Jahresrevenue von 600 000 Francs. Er lebte demgemäß auch als Grand seigneur. In ihrer mit größtem orientalischem Luxus ausgestatteten Wohnung am Franzensring Nr. 24 sahen sie häufig Gäste, und zwar sowohl Mitglieder der diplomafi- ,chen, wie auch der aristokratischen Kreise. In diploma- Ischen Streifen wurde wiederholt erzählt, daß es im "l-ildiz kiosk wie auch an dem Hose des Bizelünigs unangenehm berühre, daß die Prinzessin entgegen aller heimatlichen Tradition sich frei in Gesellscl>afi bewege und sich voll- ,.anoig den europäisckM Sitten unteroimie. Während sonst uie Tarnen der ilfittfchen Bolschast in den Empsangslislen uer bipiom. Welt nicht figurieren, sah man die Prmzessin gleichwohl sehr häu,ig bei den Emp,äugen. Sie hat sich aber die>e «-chranie huuoegge,etzt. luan sah fie auch sehr uiet in den Salons bekannter Aristokratinnen. DaS Pein- zenpaar verbrachte al^ahrlich viele Wochen tecks in Paris, ^eilS in Kairo. Bor zwei Jayren weilte die Prinzesiin längere Zeit am ^oje ihres Bruders, der, wie erzählt wuroe, ferner Schwerer uuer ihre Hausfuyrung in Wien crn|te Vorstellungen gemacht Harle. Man ipraa) auch da­von, bag die Ehe, die früher so glücklich war, damals nicht mehr frei von einem 'JJiigton gewesen sei. Es hätte auch aes Einwirkens des Khedioe bedurft, um die alte Harmonie wieder herzujielien. Als das Pruizenpaar im yerv|ie vori­gen Jayres die Wohnung auf dem ^ranzensnng aufließ, und in ein vornehmes ^>otet auf der Ringiirage uver- fiedelte, führte man die Auflösung des Haust^lies auf ehe­liche Divergenzen zurück. Kurz nachher reifte die Prin- zefiin allein nach Paris, wo fie eine verheiratete Schwester i;at, kam aber bald wieder nach Wien zurüa, wo |ic sich aber nur sehr wenige Tage aufhielt. Mitte Tezember oorigen Jah-.es reifte fie mu ihrem funsjäh tagen Lunchen Aoiz nach Kairo, wohin ihr der Gatte nachfalgen soittc. xer Prinz hatte bereits Urlaub genommen, cus ihm plötz­lich bedeutet rourue, bis auf weiteres auf feinem Poften m Wien zu verharren, wea die macedonische Angetegm- gelt, ferner die Ankunft des rusftschen Ministers Giasen Damsdorfs in Wien feine Anwesenheit hier notig machten. oo begab sich der Prinz erst vor drei Wochen nach Kairo, er hatte feine Rückkehr er,i für Mitte April angetunuigt Zn der diplomatischen Welt wird wohl der sjuime des Grasen, der die Prinzessin nach der Trennung ihrer Ehe angculid) heiraten wcutte, genannt, doch liegt eine authen fische Mitteilung aus Kairo über diesen Unisono bis zum -uugenblick hier nicht vor.

* Wegen einer gestohlenen Krone im Werk, von 50000 Rubeln hat sich die tot Petersburger Kriminal­polizei mit der Berliner in Verbindung gejegt In der Kapelle zum hl. Isaak in St. Petersburg h^oen Einvrecher eine Krone auS reinem Gold, mit einem gtvgen Diamanttn, in Form einer Birne, und 78 kleinen Brillanten besetzt, ent­wendet. Die Diebe haoen, da der Handel mit Brfitanten international ist, zweifellos die Steine nicht in Rußt and verlauft, wo fie leicht abgefaßt werden konnten. Vielmehr besteht der .Verdacht, bag der Verkauf in Berlin versucht werden wird. Die Kriminalvolizei luamt daher die Juwe­liere und Goldarbeiter vor dem Ankauf der Juweten. Für den Fall, daß hier oder dort berettS solche Betfuche ge­macht fein sollten, erbittet die Polizei nähere Angaben.

Kunst und Wissenschaft

Paris, 25. Febr. Der iaiholistye Schriftsteller Jean deDonnefou schreibt imEclair" über den BriefKai- ser Wilhelms II. an Admiral v. Hollmann:Man muß unumwunden sagen, Kaiser Wilhelm II. hat eines der schönsten Blätter geschrieben, die je aus dem Ge­danken eines Menschen hervorgegangen sind. Dics.'r Brief ist glanzerfüllt und leuchtet wie ein Edelstein in allen Facetten und was das Wunderbarste i|t, der Philosoph hört nicht einen Äugenblicr auf, Kaiser zu sein, und der Ehrist vergißt nid)t eine Sekunde lang die Sprache des Denkens." Nur an der Stelle üoer die Offenbarung Got­tes in den großen Männern der Menschheit übt Bounesou Kritik, indem er darauf hinweist, das; der Kaiser weder einen Papst noch einen Franzosen genannt hat. Bon dem bet Erscheinung Christi gewidmeten Absätze sagt Bonnssou: