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26.2.1903 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

Donnerstag 26. Februar 1903

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Z)ie heutige Yummer umfaßt 10 Seiten.

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153. Jahrgang

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k Aus de ul zu a y 111:111 e Bin gen-Alzey, 25. Febr. In dem diesseitigen Wahlkreise werden bei der bevorsrchenoen Lieichstagswahl nicht weniger wie sechs Parteien auf dem Plan erscheinen, und zioar das Zen- rrum, die Naiionailib^ralen, bie Deutschfrei,innigen, die alldeutschen, die Sozialdemokraten und die Antisemiten. Kandidaten sind bis jc^t genannt: von dem Zentrum Rechisanwalt Dr. Br c n t a n o-Offenbach, von den Na­tionalliberalen fya&rifant Avenarius- Gaualges- heim und von den Alldeutschen Rechtsanwalt Claß - Mainz.

tzamm i. W., 25. Febr. Der bisherige nationalliberale Reichslagsabgeoronete Schulze-Stein en w^rd aus Ge- sundheitsrüclsichten lticht wieoer kandidieren. Es ist ge­lungen, den früheren Amtmann West ermann aus Lütgendortmund zur Annahme der Kandidatur zu bewegen.

Nr. 48

rffteint täglich aufe« GonnlagÄ.

Dem (Siebener Anzeiger «verden im Wechsel mit dem Kesflschen kandwirl die Siebener Familien« bläuet viermal in der Woche beigelegt.

fltolationSDrud u_ De» lag der V r ü h i'ichen Unioers.-Bach- u.Sieu» b ruderet (Dtelsch Erden) VUbaflion, Expeditum und Druckerei!

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Dbrefle tüt Deoeicheni Anzeiger «tetzer».

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Ausland.

Haag, 25. Febr. Zweite Kammer. Premier» Minister Hugper bringt drei mit dem letzten Aus st and der Eisenbahn » Ange st eilten zusannnenhängende Gesetz­entwürfe ein und veiont die Notwendigkeit, einem unvernünf­tigen Angriff auf die Gesellschaft Widerstand entgegen» zufetzen. Die Niegierung schlage deshalb die Bildung einer Eifenbahnbrigade vor, um im Notfälle den Eifenbahn­dienst des Landes zu sichern. Ferner sollen die berechtigten Forderungen des Eifenbahnpersonals befriedigt werden. Tie königliche Kommisnon soll beauftragt werden, die rechtliche Lage deS Eifenbahnpersonals und die Tienslbedingungen zu regeln und festzusetzen, welche Handlungen des Personals straf­rechtlich zu verfolgen sind. Ministerpräsident Kuyper fügt hinzu, die Regierung verfolge keinerlei reaktionäre Zwecke, sondern wünsche soziale Reformen.

Der eine der drei Gesetzentwürfe der Regierung be­zweckt die slleugeualtung des Strafgesetzbuches, um der Freiheit der Arbeit erhöhte Sicherheit zu gewährleisten, und festzusetzen, daß nicht allein die staatlichen Beamten, sondern auch diejenigen, welche den Dienst un öffentlichen Interesse zu verrichten haben, nicht ungestraft sich Pflicht­verletzungen zu Schulden foinmen taffen dürfen.

Brüssel, 25. Febr. Die häufig zu offlziösen Mit» teilungen benutzte ,@ioile erfährt, dog König Leopold in den Osterferien den Vereinigten Staaten einen Besuch abitalten werde.

Paris, 25. Febr. In der Kammer befragte derA.bg. Dubois den SUiegSimnifhr über den schlechten Gesund­beilszustand m den Pariser Kasernen. Ter Kriegs- Minister General Andre giebt zu, daß die Sterblichkeit infolge Dec diesjährigen Insluenzappriode unverhältnismäßig gestiegen ist; er bestreitet jedoch, daß die schlechte Ernährung oder Ver­pflegung daran schllld fei.

Die Budget-Kommission beschloß im Einverständnis mit dem Finanzminister, russisches Petroleum mit einem Zuschlagzott von 1.25 Frcs. pro 100 Kilogramm zu be-

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65. Lebensjahre ohne förmliches Verfahren wider Willen in den Ruhestand versetze, während sie noch fähig seien zur Wahrnehmung ihrer Amtspflichten. ES sei auch kaum würdig, den Beamten zu nötigen, wider seine Ansicht einen Grund für sein Abscl-iedsgesuch vorzuschützen. Set ein noch dienstfähiger Beamter für eine beftimmte Stellung nickst mehr geeignet, so sei nach der Gesetzgebung der allein richtige Weg, ihn auf Wartegeld zu fetzen. Fhn einzuschlagen, hindere die vorsiniftuiliche Hohe des Warte­geloes. Aber dies könne man ja auf einen den heutigen Verhältnissen enispreck-enden Betrag bringen; an dem Penfionssvnds wurde man ja entspreibeno sparen.

Tie Interpellation der Nationalliberaien wegen der Trierer Vorgänge wird im preuß. Abgeordnetenhause frühestens am Samsrag, wahrsu-eintich in der nächsten Worhe zur Verhandlung kommen.

Tas Großherzogtum Oldenburg war blS vor kurzer Zeit der Bunoessraat, von dem man im Deut­schen Reich am wenigsten l-örre. In den letzten Jahren weht auch über dieses Landes Marschen der rauhere Wind eines neuen Kurses, unb häufiger hört man von Händeln und Zwisten inneryalu der bumroien G.enzpjähle, sogar das Parlament des Landes hat erregte Sitzungen, und in den letzten Tagen sind drei Ordnungsrufe, früher eine ganz uiiMannie Sache, verhängt worden. Ten ersten Ordnungsruf zog der sozmldem. Avg. Heitmann sich zu, als er bei der ^^mbibelftage einen Teil der Bibel un­flätig nannte. Ten zweiten erhiett der kleritale Abg. o-eigel, der den Redner nach diefem Ausdruck einenun- verschämten Kerl" nannte. Und den dritten lud der holsteinisu.-e Abg. Grimm auf sich, cus er bei Besprechung oer s^/lechten ftnanzieilen Lage des Fürstentums Lübeck meinte, der Großherzog könne recht wohl auf den auf oas Fürstentum entsuUenoen Anteil seiner Susteutation so lange verzichten, bis die Lage des Ländchens sich ge- vessert habe.

Dresden, 25. Febr. Ter König und der Kronprinz werden eine Zusammenkunft der Kinder der Prinzessin Luise mit dieser selbst erst bann ge­halten, wenn sie die Volljährigkeit erlangt haben, ^benfo wird nur eine standesgemäße Abstnoungs- f u m m e, aber teinefrei willige Rentenzahlung zugestanden werden. Zu der Entbindung wiro der Hof einen Arzt, eine Hebamme unb einen ^ofbeamten ent­senden.

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Ufllilifdjc Lagesschau.

Zu den Unruhen in China.

Aus Washington meldet Reuter vom 25. d. M.: Ter russische Botschafter Cassini erhob beim Staatsdeparte­ment Vorstellungen bezüglich der Laae in China. Ter Botschafter sprach die Hoffnung aus, daß die Vereinigten Staaten mit den anderen Mächten gemeinsam vorgehen werden, um der unrechtmäßigen Einführung von Waffen in China Ein halt zu tun. Staatssekretär Hay und Cassini hatten mehrere Besprechungen ui der Angelegenheit, es ist aber noch nicht festgestellt, welchen Weg die Ver. Staaten einscblagen könnten, um die Aus­fuhr von Waffen zu verhindern.

Inzwischen berichten rusiische, englische und amerika­nische Zeitungen übereinstimmend von Unruhen in China und der Möglichkeit eines neuen Aufstandes gegen die Fremden. Ter berüchtigte Tungfubsiang soll der Orga­nisator der Bewegung fein, und es heißt, daß die Kaiserin- Witwe und ihr Premierminister Kungln insgeheim den Aufstand schüren. Aber die G.ch.ung in einigen Pro- vinzet Chinas ist ja wohl chronisch. u.uie Meldung über beunruhigende Zustände im Zangtjeial ist bisher nia,t ein­getroffen. Taß keine Gefahr für das Gesandtschafts­

PreuhijchrS Abgeoi ductrnhauö.

30. Sitzung vom 25. Februar.

Die allgemeine Besprechung beim Etat der Eisenbahnoerwaltung wird fortgesetzt.

Abg. Kittler-Thorn (jr. Bp.) beschwert sich über das vielfache Vorkommen von Diebstählen an Waren auf russi­scher Seite. Ministerialdirektor Möllhausen sagt Untersuchung zu. Abg. Graf Douglas (ftk.) bringt gleichfalls einige Beschwerden vor, auf welche Minister Budde entgegnet, es werde dafür gesorgt werben, baß Bier und Trinkwasser aus den Bahnhöfen richtig temperiert seien. Was das Verlangen nach besserer Lüft­ung der Wagen und das Heizen der Abteilungen an­lange, so werde beides so ausgiebig wie möglich gehandhabt. Man möge aber bedenken, daß die Eisenbahuoerwaltung täglich 60 000 Abteile zu Heizen habe, und solle deshalb etwas nackssichtig sein, loenn es einmal vorkomme, daß ein Abteil nicht warm genug sei. Uebrigens seien zurzeit die Heizungsvorrichtungen in Umarbeitung begriffen, um die Abteile möglichst staubfrei und sauber zu halten, have er die schärfste Verfügung erlassen. Abg. Ring (tunf.; be­streitet, oaß die Disziplin, die durchaus noiwendig sei, aufrecht erhalten werden könne, wenn sozialdemokratische Tendenzen in die Beamtenschaft hineingelassen würden. Wenn die Dahnarbeiter einem Verbände angehören wollten, so sei das ihre Sache und ihr Recht. Aber Recht der Eisen­bahnverwaltung sei es auch, sich ihre Leute auszusuchen. Redner empfiehlt noch, daß ein Viehkursbuch auf jeder Station angeschafft werde und äußert sich weiterhin über verschiedene Details der Viehbeförderung. Minister Budde entgegnet, wenn jemand das Viehkursbuch lese, werde er sehr oft enttäuscht sein, da er au, den Umsteige­st ation en nicht immer auf sofortige Weiterbeförderung rechnen könne. Aber er, der Minister, habe doch angeorbnet, daß das Diehkursbuch auf ein Fahr zur Probe auf den Stationen ang^schafst werde, damit man Erfahrungen sam­meln könne, ob es den Viehveforderern wirklich etwas nütze. Abg. Ost Haus (nl.) führt Beschwerde darüber, daß der Stadt Hanau die Sonntagskarten nach Frankfurt a. M. ge­nommen worden seien. (Auch in Gießen wünscht man längst die Einführung von Sountagskarien nach Frankfurt a. M. D. Red. d. Gieß. Anz.) Er bitte, die Sonntags- karten ganz allgemein einzuführen, oder sie auch für die großen Städte abzuschaffen. Abg. Gold­schmidt (fr. Vp.) tritt zunächst für Beseitigung der Rück­fahrkarten ein, eoenfo für Ermäßigung der Personen- und Gütertarife. Er tadelt alsdann die Beschäftigung der weib­lichen Aroeiter zur di.achtzeit und kritisiert schließlich das Vorgehen des Ministers gegen die sozialdem. Arbeiter. Unterstaatssekrelär Fleck erwidert bezüglich der Fahrkarten- verkäuserinnen, daß für dieselben in Berlin, die Nachtdienst hätten, Räume zur Verfügung ständen, wo sie ruhen könnten. Zn Städten, wo solche Räume nicht vorhanden seien, sei dafür gesorgt, daß die Frauen männlichen Schutz auf d.m Heimwege hätten. Abg. Goth ein (fr. Vg - wendet sich gegen den Abg. Ring, dabei ausführend, daß der Terro­rismus, den die Konservativen, den Soziaid.mok.aien mit Recht vorwürfen, nicht minder von ihnen selbst als Arbeit­geber ausgeübt werde. Redner tritt bann für die Aus­hebung der Rückfahrtkarten und Einführung von Emheits- oillets ein.

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Deutsches Deich.

Berlin, 25. Febr. Ter Kaiser hatte heute eine Konferenz mit dem Reichskanzler Grasen Bülow und hörte später im königlichen Schloß die Vorträge des Hau§- ministers von Wedel und des stellvertretenoen Chefs des Zivilkabinetts.

Gegen die Ansehung der R e i ch s t a g s w a h l e n auf die erste Zuniwoche spricht ein Umstand, der bis­her noch nicht hervorgehoben wurde, nämlich die Ab- yaltung des großen Sängerfestes in Frankfurt am Main, für das auch das Kaiserpaar seine An­wesenheit zugesagt hat. An diesem Sängerseste werden aus allen Gauen untere» Vaterlandes Tausenoe und Aber­tausende von Wählern teilnehmen, die durchweg dem Mit­telstände und den staatserhaltenden Parteien angehören. Sie alle würden bei den Wahlen fehlen.

Aus Anlaß seines Scheidens von Bonn wird die Stadt dem Kronprinzen zur Erinnerung an seinen dortigen Aufenthalt ein Album in kostbarem Ein band stiften, welches zahlreiche Ansichten der rheinischen Uni­versitätsstadt mit den hauptsächlichsten Sehenswürdigkeiien entyält. Tas Geschenk wird dem Thronfolger morgen am Tage seiner Exmatrikulation, durch eine be­sondere Abordnung in Bonn überreicht werden. Zn weiteren Kreisen fallt es übrigens auf, daß der Kronprinz sich fast während des ganzen Winters von der Univer­sität ferngehalten hat, und jetzt sich nur auf einen Tag zur Exmatrikulation nach Bonn bcgieot, um dann so­fort nach Berlin zurüäzukehren.

Ter pr^.in c g ie r un gsp fib e n t en Schub" erregt bei oer sreikoni.Post" lebhaftes Be­denken reujiüajer und praktischer Natur. Es wäre eine Verletzung des Rechtes der Beamten, wenn man sie vor dem

glationaffilkrakd Wal-lkartcss.

Man schreibt uns aus Berlin, 25. Februar:

Gegen daS Reichstags-Wahlkartcll, das die National- liberalen in Sachsen mit Konservativen,Bund der Land­wirte" und Antisemiten nun doch abgeschlossen haben (vgl. unser heutiges Parlamentsblatt), nachdem noch vor kurzem ein Zusammengehen mit demBund" in Sachsen selbst abgewiesen worden war, erklärt sich soeben mit aller Schärfe dieNationa 1 zt g." Um einige wenige Reichstagsman­date, die der Nationalliberalismus im Königreich Sachsen noch Inne hat, nicht selbständig verteidigen zu müssen, sondern eine Versicherung derselben durch Parteien zu er­langen, von denen die Nationalliberalen in anderen Teilen des Reichsgebietes auf das schnödeste bekämpft werden fei dieser Beschluß gefaßt. Der vollkommene Mangel an einheitlicher politischer Haltung der Gesarnt- parleien könne nicht schärfer gekennzeichnet werden. Es bleibe darnach nichts anderes übrig, als daß in denjenigen LandeSteilen unb Wahlkreisen, in benen man einsieht, daß das Kartell gegen die Sozialdemokraten nichts anderes be­deutet, als die erneute Befestigung der konservativ-kleri­kalen Herrschaft, auf eigene Hand entschlossen nach dieser Erkenntnis verfahren werde.

DieNationalztg.", die diesen RatLos von der Parteileitung!" erteilt, wird nun wohl bald wieder parteiofsiziös in Die Acht erklärt werden. Aber deswegen wird doch viel Zustimmung finden, was das Blatt sagt. Das Kartell kommt den Agrariern unb bem Zentrum mehr zu statten, als den Vertretern bes Liberalismus. Das ist ganz erklärlich. Die Unterstützung von Dunbesgenossen, bic leine rechten Freunde sind, ist nicht hoch zu bewerten. Auf der anderen Seite aber sind denjenigen Nationalliberalen, die sich dem Kartell verschreiben, die Hände gefcunben gegen Ansprüche aus dem konservativen, bündlerischen, antisemi­tischen und Zentrumslager, die der deutsche Liberalismus, wenn er sich nicht selbst aufgibt, nicht gutheißen, nicht ein­mal stillschweigend billigen darf.

Zur selben Stunde, da bicSlationalztg." auf die Be­kämpfung hinweist, welche die nationalliberale Partei in anderen Teilen des Reichsgebietes, außerhalb Sachsens, von den politischen Alliierten erfährt, gibt dieKreuzig." eine lehrreiche Probe der Gesinnung. Unter der Ueberschrift Etwas oom Nationalliberalismus' spotiet das Hauptorgan der jdonservativen über den nationalliberalenGrößen­wahn", über diegroße liberale Partei der Zukunft", deren Führung selbstverständlich den Nationalliberalen zufallen würde. Unter Erwähnung der von Naumann in der national-sozialenZeit" angestellten Erörterung über bic Lage bes Nationalliberalismus im Osten will bieKreuz- zeitung" zwar an ben Ncmmannschen Traum von einer völligen Nieberlage bes Nationalliberalismus selbst in seinen HoLburgen nicht glauben aber sie knüpft ben bezeich­nenden Satz baran:Daß eine Niederlage des National­liberalismus auch im Westen möglich ist, Derstcht sich von selber; aber der praktische Politiker muß sich bäten, dies im voraus als vollbrachte Tatsache zu behandeln." Mit anderen Worten: Derpraktische Politiker" auf der Rechten würde es nicht ungern sehen, wenn dieser Fall einträte. Tas sind kleine Ossenherzigkeitc-ii, an denen sich die Freundschaft der Wahlverbündetrn messen läßt. Zwar richten sich auch diese konservativen Ausführungen gegen den Links- Nationalliberalismus; Die Rechts-Naiional- liberalen, d. h. diejenigen, die das von Frhrn. v. W a n g c n- heim und Tr. Hahn angckündigte Examen auf Unter- stützungsberechtigung seitens desBundes" bestehen (also bie hessischen Herren Graf Oriola und Baron v. Heyl^, sind gütigst ausgenommen. Sind aber solche Rechts-Natio­nalliberalen, in Abhängigkeit nicht nur von den maß­vollen Vertretern der landwirtschaftlichen Interessen, son­dern auch von denfDLataboren der Maßlosigkeit", etwa eine Stütze und Freude des Liberalismus? Wir würden es für beklagenswert halten, wenn das Dahlkartell in Sachsen Nachahmung fände. Beim Zolltarif ist bie national- liberale Reichstagsfraktion durch die besonderen Umstände zu einem Augenblicksbündnis mit Konservativen und Zen­trum gedrängt worden. Das hat man der Partei vielfach verübeln. Und es wäre der schlimmste Fehler, nochmals die Probe zu machen auf bie Anhänglichkeit ber Wähler.

viertel in Peking besteht, ist mindestens solange wahr­scheinlich, als Peking internationale Besatzung ausweist. Wie wenig gefahrdrohend die Sage in ber Hauptstadt seitens der dort befindlichen Deutschen angesehen wird, geht daraus hervor, daß Angehörige ber Be.atzungsbriaade unlängst ihre Familien aus Deutschland halten nad)ram­men lassen. Für alle Fälle fteilich wird wohl von einer Verringerung ber deinschen Truppen-Detachements ober des ostasiatischen Geschwaders einstweilen abgesehen werden.

MetzenerAnzeiger

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen