153* Jahrgang
Zweites Blatt«
Ale Heutige Wummer umfaßt 12 Seiten.
HSK
die Auffindung der Nordenskjöldschen Expedition traf die „Uruguay* am 8. Nov. auf der Seymons-Jnfel ein und fand dort zwei Teilnehmer der schwedischen Expedition vor, die sich in der Hoffnung auf Rettung von den übrigen trennten. Der Kommandeur der „Uruguay" 'ging auf der Seymons-Inscl au Land und ruckle bis Snowhill vor, wo er Nordenskjöld mit einigen Mitgliedern der Expeditioli auffaiid. Die übrigen Teilnehnier waren auf der Paulet-Jnscl geblieben, wo die gesamte Manlijchaft der Expedition überivinterte, nachdem die „Antarctic" iin Erebus- and Terror- Golf vom Eise zernialmt war. Die „Uruguay" suhr darauf bis zur Paulet-Jnsel weiter und brachte von dort den Rest der Expe- ditionsteilnehmer zurück und beförderte die ganze Expedition iiach Santa Cruz. Hebet- den Verlaus der Reise selbst wird berichtet: Vom Beginn der Reise au halte die „Anlarctic" infolge der Beschaffenheit des Eises zahllose Schwierigkeiten zti überwinden. Jin Dezember 1902 traf die Expedition am Bramsfieldberge in Louis Phllippe-Land ein. Nordeiiskjöld verließ hier das Schiff mit emer Heinen Anzahl der Teilnehmer an der Expedition, unr nach Snow- hill zu wandern. Inzwischen suhr die „Arilarctie" iiach der Erebus- and Terror-Bucht weiter, wo sie u n t e r g i n g. Kapitän Tarsen und die übrigen Teilriehliier an der Expeditioli erreichten iiach einer gefährlichen Seefahrt in offenen Booten, die 16 Tage datierte, die Päulet-Jnsel und trafen erst bei Snowhill wieder mit Norden- stjöld zusammen. Nordeiiskjöld erreichte auf einer Schlitt en- reife über König Oskarland den 66. Grad südlicher Breite tuid machte viele wertvolle wiffeiischastliche Beobachttlngen. Die niedrigste Temperatur, die er verzeichnet hat, waren 42 Grad Fahrenheit unter Null. Da die Expedition nicht das Ziel verfolgte, weiter nach deni Süden vorzudrmgeli, als andere vor ihr, sieht man hier den Ziveck als erfüllt an. Die Ankunft des Dampfers „Uruguay" mit der Nordenskjöldschen Expedition wird in Biteitos-Ayres am Dienstag erwartet.
Berlin, 24. Nov. An den Staatssekretär deS Innern ifl folgende Depesche gelangt: Das Südpolarsch iss „Gauß" ankerte auf der Brunsbütteler Reede, wo es diese Nacht emgcti-offen ist.
Hamburg, 24. Nov. Der Musikschriftstetler Prof. Joseph Sittard, langjähriger Ntüsiktritiker des „Hamb. Korr." ist heute Nacht gestorben.
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger w ,
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen
Ausland.
Paris, 23. Nov. Das „Journal" druckt einen kurzen Brief ab, der von einen: blutigen Kampfe Nachricht gibt, den kürzlich eine RekogiioszierungsabteUurig nördlich vom Tschadsee zu bestehen hatte. Tie Expedition wurde von einem Oberstleutnant befehligt und war aufgcbrochen, um Kannon zu besetzen, da man erfahren hatte, daß Gruppen von Tuaregs sich bei Dir-Alami sammelten. Eine fliegende Kompagnie wurde gegen sie entsendet, Nach viertägigem Marsche traf die Kompagnie auf den Feind. Der Kamp, w-ar lang und hartnäckig. Schließlich mußte sich die Kompagnie zurückziehen. Hauptmann Millot, der Kommandeur der Kompagnie, und sechs Tirailleurs sind gefallen. Ter Leichnam des Hauptmanns wurde nicht ausgesunden. Ter Arzt und 25 Mann wurden verwundet. 300 Tuaregs wurden getötet oder Verwundet. Der Sultan von Kannoii und zwei seiner Häuptlinge sollen getötet worden sein. Der Feind zählte über 2400 Mann.
— Eine Anzahl Senatoren tat sich unter dem Borsitz Tuptlys zu Gruppen zur Förderung der Pferdezucht zusammen, um die zur Hebung der nationalen Pferde- nnd Remontezucht eingebrachten Kreditforderungen zu unterstützen.
Cherbourg, 24. Nov. Man berichtet von einem beabsichtigten Attentat auf das italienische Königspaar. Der Distriktschef der Westbahn habe abends auf dem Gleise, das der Zug mit dem Königspaar zu passieren hatte, sieben große Steine gefunden. Als llrheber des Attentats sei ein zur Bewachung der Linie verwendeter Kolonial soldat ermittelt worden.
Konstantinopel, 23. Nov. Die P.orte teilte heute den Botschaftern Oesterreich-Ungarns und Rußlands au Grund eines ihr vom Wali von Saloniki zugekvmmenen Telegramms mit, daß zwei bulgarische Banden in Alandere unb Soghandere an der Grenze sich befänden, um in das Wilajet Saloniki einzudringen. Eine andere Bande überschritt bereits die Grenze bei DUilitasch. Sie bewegt sich gegen die Ortschaft Osmane-Nevrokop. Das Komitee fahre fort, die Rückkehr der mazedonischen Flüchtlinge unter Androhung des Todes zu verhindern. Die bulgarischen Behörden dulden diese Umtriebe des Komitees. Schließlich lenkt die Pforte d:e Aufmerk,amkeit der beiden Botschafter auf die allgemeine Lage, loodurch die Tätig-
Mittwoch 25* November 1903
9 vezngSprers«
monatlich 7b jährlich Mk. 120; durch Abhole- a. Zweigstellen monatlich 6o "BL; durch
Aus Stadt und Kauö.
Gießen, 25. November 1903.
** Großherzogs Geburtstag wird heute auch in Gießen still und ohne Festesfreude gefeiert. Heute früh erklangen Choräle vom Turme der Stadlkirche und riefen noch einmal das große Leid wach, das den Landesfürsten und sein Volk betroffen hat. Die Schulen und öffentlichen Bureaus sind heute geschlossen. Die Schulen hielten den üblichen Festakt diesmal in ernstem Gedenken der Trauer ab. Pfarrer Euler predigte in der Stadtkirche, wo vereinigter Militär- und Zivilgottesdienst stattfand, über 1 Sam. 3, 18: „Es ist der Herr, er tue, was ihm wohlgefällt". — Viele Gebäude haben hier Fahnenschmuck angelegt. — Aus Darmstadt wird uns drahtlich gemeldet: Die übliche Liste mit Ordensauszeichnungen und Ernennungen erscheint heute nicht, sie wird erst am 1. Januar 1904 erscheinen. Jeder Fahnenschmuck unterblieb. Nur das Militär trägt Federbüsche auf den Helmen und hält Gottesdienst ab. Die Schulen, städtischen und staatlichen Bureaus sind geschlossen. Die Schüler zahlreicher Schulen zogen heute unter Führung ihrer Lehrer im Zuge nach dem Mausoleum, wo sie zum Teil kostbare Kränze niederlegten. — Großfürst und Großfürstin Sergius und Prinzessin Heinrich werden noch bis Ende dieser Woche in Darmstadt bleiben und dann in ihre Heimat abreifen. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog dürfte erst kurz vor Weihnachten abreisen und eine seiner Schwestern besuchen.
- Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzo'g haben dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt I Heinrich Dörr den Charakter als Amtsgerichtsrat erteilt. — Der Negierungsbaumelster Ludwig Klump aus Darmstadt wurde zum Bauassessor unter Verleihung des Titels und Ranges eines Bauinspektors ernannt. — Der Forstassessor Eduard Neuschäffer aus Groß-Umstadt wurde zum Forstassistenten ernannt.
** Durch einen Staatsvertrag zwischen Hessen und Baden, der noch der Landtagsgenehmigung harrt, wurde, wie wir in einem auswärtigen Blatte lejen, das nachgerade unerträgliche Kondominium Kürnbach, eine Ruine aus den Versassungszuständen des heiligen römischen Reichs, aufgehoben. Hessen verzichtete auf den hezs eschen Teil des Dorfes gegen Entschädigung durch Waldungen im Odenwald. 9Lun wollen aber die hessischen Kürnbacher (1000 Seelen) nicht Badenser werden und haben eine Teputation in das Ständehaus nach Darmstadt geschickt. Selbst wenn sie künftig Steuern
gearbeitet wird. Polizeiliche Maßnahmen helfen wenig, wohl aber geeignete Belehrungen, wie sie Prof. Forel in seinem Buche in geradezu klassischer Weise gibt. Er setzt in demselben auseinander, wie not es tut, derartigen Perversitäten durch geeignete Schulung des Geistes entgegenzuarbeiten. In geistreicher Weife führt der als Menschenfreund und als Autorität anerkannte Gelehrte aus, daß mehr „Rückkehr zu Natur" uns not tut, allerdings im Einklang mit unseren kulturellen Fortschritten, und daß besonders die Kind er er ziehun g anders werden muß. Heutigentags, wo jeder dritte Mensch nervös ist, gibt der Verfasser die geeigneten Ratschläge, wie Nerven und Geist gesund zu erhalten sind, indem er die Ursachen der Nerven- und Geistesstörungen aufdeckt, und er erläutert die Hygiene des Nerven- und Seelenlebens im gesunden und kranken Zustande, durch alle Lebensverhältnisse hindurch Der „Hygiene" besonders neben der öffentlichen auch die private, gehört die Zukunft. Sie ist berufen, die Naturheilkunde, die neben mancherlei Gutem, auch Schaden gezeitigt hat, zum Segen des Volkes abzulösen. — Noch aus eine zweite Schrift sei an dieser Stelle aufmerksam gemacht: Sadismus und Erzieher. Der Fall Dippold. Ein Sittenbild aus dem 20. Jahrhundert. Von Hans Rau. (68 Seiten. Preis 1 Mark. H. Barsdors Verlag in Berlin W. 30.) Diese Arbeit stellt sich die Aufgabe, die Ursachen einer ungeheuerlichen Handlungsweise aufzudecken und einen zweiten Fall Tippold unmöglich zu machen. Mit schonungsloser Logik deckt Rau die Ursachen des Falles Dippold aus und zeigt an der Hand zahlreicher Beispiele, daß diese Ursachen ausnahmslos abgestellt werden können. Insbesondere sollten Eltern, denen Wohl und Weh ihrer Kinder am Herzen liegt, von dem Inhalt dieses Buches Kenntnis nehmen, denn es enthält beherzigenswerte Mahnworte und Ratschläge.
Die Auffindung der Nordenskjöldschen Expedition. Nach dem Bericht des Komandeurs der »Uruguay" ühet
Deutsches Deich. ]
Berlin, 24. Nov. Der Kaiser gedenkt, der Hof- > jagd in Letzlingen beizuwohnen. „ i
— Ter Kaiser hörte heute die Vortrage des Chefs , des Militärkabinetts, des Chefs des Admiralstabes und ; des Chefs des Marinekabinetts. ;
— Zu den Blättermeldungen über eine bevorstehende Reise des Kaisers nach dem Süden, erfährt d:e „Post" noch, daß dieser Plan bestanden habe, und daß es nicht ausgeschlossen sei, daß er im Laufe des Winters verwirktlicht werden wird. Wenn auch bezüglich des Zustandes des Kaisers ein Grund zur Beunruhigung nicht vor liegt, so wäre es nicht ausgeschlossen, daß bei Kaiser, wenn kein besonderer Anlaß vorliegt, die seine Anwesenheit erfordert, die rauhesten Winter-Monate im milden Süden verbringen würde.
— Ter „Reichsanz." veröffentlicht eine Kaiserliche Verordnung vom gestrigen Tage, wonach der R e i ch s t a g aus den 3. Dezember einberufen wird.
— Wie die „Nordd. Allg. Ztg." mitteilt, rst der brs- sterige Präsident des Landeskonsistoriums in Hannover, Wirkt. Konftstorialrat Voigts, zum P r ä s i d e n t e n des evang. Oberkirchenrats ernannt worden.
— In einer gestern abend stattgehabten stark besuchten Versammlung der freisinnigen Wähler Berlins, in welcher Dr. Barth über das Thema: „Was ; ehren die Landtagswahlen?" sprach, kam es zu jo stürmischen Auseinandersetzungen, daß der Fortgang der Verhandlungen längere Zeit in Frage stand. In der Diskussion tadelte Dr. Barth die verkehrte Politik der Frei sinnigen, die es verschuldet hätten, daß die stärkste Partei im Lande, die Sozialdemokratie, im preußischen Parlament nicht ver- treten sei. Nachdem dann nach mehreren anderen Rednern, Arthur Bernstein, über die Verhältnisse im Wahl- 5rei(e Teltow-Beeskow-Storkow referiert hatte, wurde die Versammlung, die bisher schon sich in großer Erregung Lesand, noch lebhafter. Bernstein schob Eugen Richter mnd den Abg Müller-Sagan die Schuld zu, daß der Wahlkreis für die liberale Sache verloren ging. Hierauf entstand ein furchtbarer Tumult. Ruse: Schuft' Gemeiner Kerl! wurden laut und es gelang dem Vorsitzenden längere Zeit nicht, Ruhe zu schaffen. Die Versammlung nahm erst gegen 1 Uhr nachts in erregter Meile ein Ende. ~ .
— yiach einer Newyorker Depesche des „B. T." ist der deutsche Kreuzer „Falke" gestern nach Santo Domingo in See gegangen.
— Wie die „Dt,ch. Tagesztg." entgegen anderen Nachrichten meldet, sind die Vorarbeiten zwecks Einführung von K a u f m a n n s g e r i ch t e n noch nicht soweit gediehen, daß der Entwurf dem Reichstage sofort zugehen kann.
— Tie E i s e n b a h n v e r w a l t u n g beabsichtigt nicht, den Vorschlägen bezüglich Reform des P e r s o n e n t a r i f s, vorläufig wenigstens, eine Erfüllung zuteil werden zu laffen Weder werden die Preise für einfache Fahrkarten auf die Hälfte der jetzt für gewöhnliche Rücksahrtkarten qiltmen Preise ermäßigt werden, noch die Zuschläge für Benutzung der Schnellzuge in Wegfall kommen.
T r e s d e n, 24. Rcov. Finanzminister R u e g e r betonte^ heute im Landtage, die Finanzlage Sachsens sei noch immer sehr ernst. Zur Gesundung bedürfe es der größten Anstrengungen. .
S t ra ßburg, 24. ytoü. Eine vom Verein der Straßburger Tabakinteressenten veranstaltete öffentliche
die Post 'Ml. 2.— vierrel- jabrt au6ld)L Beslellg. Annahme von Anzeigen für Die iageSnumrnet bis pormttiag» 10 Uhr. ReUenprtil total 12'U1S. auftfodtSI 180 tilg.
itiei^aitPertilA tüt den <toUL mixC aUgerrii Teil V Witiko, tüt .Stadt unD UanD* und _(Send>l6|aale August Götz, tüi den An- jClqentetl Han» E*eck.
Feuilleton.
Aus der Sprachecke. Bon sehr g-eschähter Seite wird uns qeschrieben: In der „Franks. Big." behauptet ein Einsender aus Kassel, es sei salsch, von Ärehenern zu sprechen, es müssen Gießer heißen; denn es fei der Sprachregel zuwider, die zwei Endungen en und er an den Stamm Gieß anzuhängen; es heiße ja auch Sieger- land, nicht Sie g e n er l a n d, Erlanger, nicht Erlangener. Ter klnge Herr hat ganz recht. Er geht nur nicht weit genug. Wir empfehlen ihm, in Zukunft stets von Meisser Porzellan und von Bader Land zu sprechen; er wird fortan nur noch M Üncher und P i l s e r Bier kaufen und nicht mehr vom Bildner, son-dern vom Bilder reden, vom^Gleißer, vom Glöcker und vom Harser. W
— Es ist wohl selten ein Buch zu so geeigneter, Zeit geschrieben worden, als das Prof. Forels Hygiene der Nerven und des Geistes, von dem ich mir erlaube, Ihnen ein Exemplar noch vor dem Erscheinen zu übersenden. Der „F a l l D i p p o l d" hat die Volksseele m große Erregung versetzt, und es wird Überall die Frage erwogen, wie ist dieser Mensch zu seiner Grausamkeit gekommen? Er wurde als ein Grausamer aus Wollust, als J^cünft schlimmer als ein Lusttnörder, von den Saeyperständigen bezeichnet! „Einen großen Teil der Schuld trägt sicherlich die sich jetzt breit machenöe pornographische Literatur, so führt die „Tägliche Rundschau" aus, die durch gewissenlose Autoren und Verleger in Szene gesetzt, den Niedergang der sexuellen Sitten nach> sick) zieht." Der Sinn für Perversität greift durch diese schlimmer wie Gift wirkenden Bücher über Sadismus, Masochismus, Flagellantismus, be- ionders durch die beschsriebenen einzelnen Fälle, immer mehr um sich? Es ist höchste Zeit, daß dem mit aller Kraft entgegen
feit der ottomanischen Regierung hinsichtlich der Durchführung der Reformen gehindert werde. ,
Petersburg, 24. Nov. Das heute in Skieniewice ausgegebene Bulletin stber das Befinden der Kaiserin besagt: Tie Temperatiir betrug geftern abend 37,4, ber Puls 72. Heute morgen war die Temperatur 37, der Puls 72. Die Nachtruhe wurde durch st ar keSch merzen gestört. Ein Hervortreten des Trommelfells macht sich bemerkbar. Das I n n e n r o h r i st e n t z ü n d e t.
— Der Handelshafen in Port Arthur wurde eröffnet. Schiffs- und Handelssteuer wird nach einer Verordnung des Statthalters erhoben. — Nach Privatnach-- richten aus Peking meldete der Vizekönig Juanjchikai dem Kaiser von China, daß er bereit sei, den Russen in der Mandschurei den Krieg zu erklären. General Mah sei bereit, mit 18000 Mann in Schanhaikwan einzurücken. .
Nr. 277
Erscheint täglich außer SonniagS.
Dem GietzenerAnzeiger werden im Wechsel mit dem besfischen Landwirt die Gießener Familien» blätter viermal in der Woche deigelegl.
fRotattonSbrud u. Verlag bei Biühl 'ichen Untoed.-iBud)- u.6tein* drucke rei (Bietsch Erden)
RedatNon. erpeOltton und Drucke rett
Gchntstratze 1.
Ilbreflf tüi Deveschenr Au-eiger Gietze».
Aerniprechanicblutz 'Jit 6L
Versammlung nahm nach einem Vortrag des Syndikus Schlvßmacher über „Die Gefahren der amen- kanischen Tabaktrustbestrebung für das wirtschaft- hebe Leben Deutschlands" einstimmig eine Resolution an, wonach die Bestrebungen des Trustabwehrvererns von den großen Vereinigungen des deutichen Tabakgewerbes sympathisch begrüßt werden. Es müsse verhindert werden, daß das deutsche Tabakgewerbe unter die Botmäßigkeit des amerikanischen Gvoßkapitals komme. In der Resolution wird die Erwartung ausgesprochen, daß kein deutscher Fabrikant, sei es mittelbar oder unmittelbar, die Absicht des Trusts fördert, daß kein deutscher Händler Trustwaren einsührt und daß der deutsche Raucher Trustwaren zurück- weist, auch wenn sie ihm geschenkt werden sollten. Zugleich wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß in keiner einer behördlichen Aufsicht unterstehenden Verkaufsstelle (Militärkasinos, Kantinen, Bahnhofswirtschaften) Trust- waren geduldet werden. Schließlich wird an die rerchs- ländische Regierung die Bitte gerichtet, sie möge im Bundesrat ihren Einfluß dahin geltend machen, daß das beim Tabaltrust beliebte Geschäftsgebahren, durch den Waren boigelegte Gesaienle (Gutscheiniystem^ Kundschaft zuziehen, gesetzli ch u n t e r d r ü ck t werde.


