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25.11.1903 Drittes Blatt
 
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ISS. Jahrgang

Drittes Blatt

Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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in gewisser Weise auch sein Pfarramt, denn er hatte nie Theologie stu d iert, ja überhaupt nie ein e Univ ersität, nicht einmal ein Gymnasium besucht, sondern sämtliche Zeugnisse gefälscht. Zögling eines Predigerseminars mar er allerdings nach allen seinen Fälschungen gewesen, und als Hauslehrer bei einem adligen Herrn von großem Einflüße hatte er sich so beliebt gemacht, daß dieser ihn für eine Pfarrstelle empfohlen hatte. Ein paar Jahre darauf wurde wieder em oldenburgischer Pfarrer wegen großer Unterschlag­ungen gerichtlich belangt, und ihm folgte kurz danach der oberste Forstbeamte des Landes aus gleichem Anlaß ins Gefängnis.

Auch diesmal, im Falle Ruh st rat - R eis, hat man sich nicht nur in allen Oldenburger Kaffeekränzchen und an allen mehr oder weniger soliden Oldenburger Stammtischecken, londern auch anderswo recht lebhaft für die Geheimnisse in­teressiert, die trotz der Gedächtnisschwäche mancher Zeugen in Oldenburg an das Tageslicht traten, und um so mehr fühlte man sich zu allerlei Betrachtungen und Vergleichen bewogen, als hier wie in Ford ach eine Strafe von sechs Monaten Gefängnis den betrüblichen Abschluß der Affäre bildete. Für sechs Monate Gefängnis kann man es auch schon riskieren, ein paar silberne Löffel zu stehlen.

Dr. Ries, der Gymnasiallehrer von Oldenburg, wurde in dem Prozeß, der gegen ihn verhandelt wurde, selbst von denen, die er gekränkt hat, als ein ausgezeichneter Ehren­mann und als ein tadelloser Charakter, als ein zärtlicher

Nr. Ä77

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Sohn und tüchtiger Pädagoge geschildert. Em Einwand gegen diese Darstellung ist von keiner Seite erhoben worden. Anständig und ruhig lebte er dahin, lange Rächte hindurch pflegte er seinen schwerkranken Vater, und stets war er bereit, für seine Angehörigen Opfer zu bringen. Da wurde ihm plötzlich mitgeteilt, daß er in das Gehege der Kibitzeier ver­setzt worden sei, in das Städtchen Jever, das mit feinen fünftausend Einwohnern kaum halb so groß ist, als das bis­herige Domizil des Leutnants Bilse und auch durch seine Lage am Sieltief nicht darüber Hinwegtäuschen kann, daß nur ganz eingefleischte Kibitzeieresser in der Versetzung dort­hin eine freundliche und von Wohlwollen diktierte Beförde­rung erblicken dürften. Aiich Dr. Ries fühlte sich gekränkt und erbittert, als er trotz seiner glänzenden pädagogischen Leistungen die Kunde von seiner Versetzung erhielt und er glaubte um so sicherer, daß es sich hier um eine Art von Strafversetzung handelte, als er durch sein eifriges Eintreten für die soziale Hebung des Lehrerstandes sich unliebsam be­merkbar gemacht hatte. In solcher Stimmung schrieb er Briefe, die ihn erreichten, nämlich den Minister Ruhslrat, den er für den Urheber jenes Mißgeschicks hielt. Diese Briese wurden m einem Preßorgan veröffentlicht, das schon seinem Aeußeren nach nicht sehr rosig gebettet zu sein scheint und von einem Manne geleitet wird, der bei einem loyalen Blatte Oldenburgs Lokalredakteur gewesen war und wegen seines allzu selbständigen Auftretens von seinem unangenehmen Herrn Verleger derartig behandelt worden war, daß er hin­ging und ein Oppositionsblatt schärfster Tonart schuf. Daß Dr. Ries diesem Manne unter verschiedenen pseudonymen Bezeichnungen seine Artikel gesandt hatte, mar ja nicht sonder­lich nobel. Immerhin ist das ein Vergehe«, das auch ander­wärts vorkommt: Man glaubt gar nicht, wieviel anonyme und pseudonyme Briefe in einer Zeitungs-Redaktion ein­laufen, wie oftEiner für Viele" grimmige Anklage erhebt, obwohl er nur sein eigener Auftraggeber ist, wie oft ein Re­dakteur die schäbigsten Injurien erfährt, und wie selten der teure Leser m solchem Falle den Mut hat, seinen Namen zu nennen. Das ist eben eine Zeitkrankheit, wie jede andere auch; es zeugt von einem moralischen Tiefstand, der um so Übler ist, als ihn der Absender gewöhnlich nicht einmal zu ahnen scheint. Eine strafbare Handlung des Herrn Nies lag aber in diesem Verhalten nicht. Und doch ein halbes Jahr Gefängnis! Wofür? Weil «r einen Landrichter und einen Minister beleidigt hat. Die Ministerkränkung brachte ihm fünf Monate ein. Denn er hat wohl

nachgewiefen, daß Herr Ruhstratgejeut" hat, daß er als Staatsanwalt, wenn er nach einer durchspielten Nacht in den Gerichtssaal trat, mit tiefempfundenen Pathos Gefängnis bis zu zwei Jahren gegen den armen Sünder beantragte, der aus dem Glücksspiel eine Gewerbe macht", es wurde auch erwiesen, daß er sich eines abends fünfzehnhundert Mark von einem Mitsvieler entlieh, ein Umstand, der trotz der lnnsicht-

Aus einer deutschen Residenzstadt

Gießen, den 25. November 1903.

Oldenburg, die Residenzstadt der nordwestdeutschen Großherzöge, hat wieder einmal reichen Stoff zu munterem Klatsch. Das ist dort oben in der hübschen Gartenstadt an der schiffbaren Hunte nichts Seltenes. Es ist manches faul in jenem Staate, und manche seltsamen Histörchen haben von dort aus die Runde durch die Blätterwelt gemacht. Zwar in jenerguten alten" Zeit, als der Kommandeur der oldenburgischen Brigade, der oberste Offizier des Landes, als ein S ch w i n d l e r entlarvt wurde, der Namen, Papiere, Orden re. re. in den Freiheitskriegen zu Beginn des vorigen Jahrhunderts einem sächsischen Offizier gestohlen und mit diesen als ehern, kgl. sächs. Hauptmann von Soundso in der Armee des weltfernen Ländchens Oldenburg sich hatte ein- stellen lassen, um dort bis zum Generalmajor und Vertrauten des Landesfürsten zu avancieren, gab es noch keine Presse. Aber in dem letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts

erfuhr es gar schnell alle Welt, als der Pfarrer Dr. Partisch ins Zuchthaus wanderte, nachdem man ihm, außer Unterschlagungen an zu wohltätigen Zwecken ihm zu- geflossenen Geldern, nachgewiesen hatte, daß, fast ebenso wie sein

bei jenem General, alles von ihm erst oh len war, Name freilich nicht, wohl aber sein Doktor-Titel und

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Mittwoch 25. November 1903

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lich der Höhe der Einsätze bedenklich auftretenden allgemeinen Gedächtnisschwäche doch wohl darauf hindeute, daß es in dem Klub der Oldenburger Harmlosen recht angeregt zuging, es wurde scstgestellt, daß zwei Juristen und ein Offizier an jenen Spielabend um ihre Existenz gebracht wurden, man erfuhr auch, daß der Staatsanwalt es nicht verschmähte, selbst Referendare als Partner zu aeceptieren, und staunend vernahm man, daß Ausdrücke wieHornochse" und Oberschaf" das Milieu angenehm belebten, weil, wie der Minister versicherte,in Berlin aiich geschimpft wurde." Reihenweise traten die Amtsrichter und Landgerichtsräte als Zeugen auf, um zu bekunden, daß auch die Staatsanwälte in Oldenburg nicht frei sind von harmlosen Schwächen. So fügte sich Strich auf Strich zu einem Bilde, das auch durch die Verurteilung des Dr. Ries zu einer überaus harten Gefängnisstrafe nicht sympatischer geworden ist. Der Gerichtshof hat ihm die Wahrnehmung berechtigter Interessen aberkannt. Das ist nicht ganz verständlich. Denn die gegen seinen Wunsch und mitten im Schuljahr erfolgte Versetzung in das Jeverland hat nicht nur bei ihm, sondern auch bei allen seinen Kollegen den Eindruck einer Strafmaß­regel gemacht, und diese Wirkung mußte um so schroffer hervortreten, als Ries durch seine Familienverhältnisse an Oldenburg gebunden war, als man andererseits ihn ver­hinderte, irgend eine andere Stellung anzimehmen. Nach der allgeuieinen Empsindimg liegt hier doch ivohl ein berechtigtes Interesse vor, das man ebenso in dem Umstande sinden darf, daß es für das gesamte Publikum doch kaum erwünscht fein kann, wenn der Vertreter der staatlichen Sittlichkeit die Nächte hindurch dem Hazardfpiel obliegt, und wenn dieser Staats­anwalt alsdann als Justizminister über Sitte und Ordnung zu wachen hat. Eine Geldstrafe oder doch Festungshaft hätte man in Anerkennung des Verdienstes, das sich Dr. Ries er­worben hat, wohl als hinreichende Sühne seiner Taten be­zeichnen können. Wir wissen nicht, wie es heute im Olden­burger Zioilkasino zugeht. Aber es i|t doch auch möglich, daß durch die Enthüllungen des entrüsteten Oberlehrers die Luft gereinigt und ein paar Leutnants und Referendare vor der Fahrt über das große Wasser und der praktischen Aus­übung des Kellnerberufes oder selbst vor Strick und Pistole gerettet worden sind.

Der Einblick, den der Prozeß Ries, der eigentlich ein Prozeß Ruhstrat war, in das Leben und Treiben Oldenburgs aufs neue gewährt hat, war fast ebenso unerfreulich, wie der Einblick in das Leben und Treiben von Forbach. Demi wenn hier auch nur das Spiel der Harmlosen sich anmutig präsentierte, so mutet es doch den schlichten Bürgern gar sonderbar an, wenn er erfährt, wie sich die creme der Ge­sellschaft die Zeit vertreibt, und wie Richter und Staats­anwalt, ehe sie Minister werden, im trautem Verein mit Referendaren baldMeiner Tante" baldDeiner^ Tante" ihre Huldigungen darbringen oder mitGottes Segen be

Annahme von Anzeigen iüi Die ixigesnummet bis Dormtuagfl 10 Uhr. »jeiienprelS; lokal 12 Vll auSrodclfl 20 Pig.

den ooltt. and aUgcm-, Teil P Witiko für Stadl and Land" und Genchlöfaal". 21 »au st Gütz, tüt den An­zeigenteil £an« Beck.

gespielt unv es fehlte nicht an lebhaften, zum Teil stürmi­schen Beifallsbezeugungen. Der neugierige Provinzonkel, Herr Philipp Klapproth (ober wie eine Figur des Stückes mit bosariiger Standhaftigkeit sagt:Phinipp Knapproth", da ihm das lneider noch nicht vonständig gelingt"), der mit entsetzten Blicken in einer harmlosen Abendgesellschaft sich in eine psychiatrischeSommer"-Frische versetzt glaubt, hatte in Herrn Otto Conradi, der bei bester Laune war, einen zwerchfellerschütternden Tarsteller. D^r ausgezeichnete Komiker hatte ja auch genügend Zeit gehabt, die erheiternde Wirkung dllser Laussschen Possenftguc mit wahrhaft heim­tückischer Gründlichkeit vorzuberetten. Ein ungemein komi­sches verkanntes Bühnengeuie mit demkneinen Zungeu- fehner" war Sperr Emil Tamke (ober sollen wir ihn heute Emin" nennen? Er hatte ja auch gestern eine etwas afrika­nische Frisur). Nur hätte er über sein verfehltes l nicht so glatt Hinwegeilen, sondern die Schwierigkeit, die ihm dieser Lümmel von Buchstabe mack)t, anoeuten sollen. Frau Augiche Fischer hatte sich als die abentcuergierige Romanschriftstellerin nicht allzu toll ausstafs tert. Herr Linzen markierte als rabiater alter Haudegen a. D. nicht über Gebühr den Tobsüchtigen, Frau I e n u h war aus der Jagd nach dem Schwiegersohn eifrig wie immer, und Herr Sandorff als Weltretsender frisch, frei und froh. Er erhob sich übrigen» mit seiner stattlichen Größe wie eine Giraffe über den' anderen zoologischen Inhalt res dunklen Erdteils. Ach wie merkwürdig doch, daß ein Mann, der heute mit Seehunden Skat spielt, morgen verschnupften Orang- utangs den Puls fühlt und übermorgen eine dritte Schlech­tigkeit begeht, mit so einem Knoten wie Herrn Philipp Klapproth Arm in Arm den Sultan von Johore beehren will. Bon verblüffender Wirkung war es, wie er mit zwei Leopar­den aus einmal hervorfprang, b. h. mit zwei wahnsinnigen Pelzen, in benen sich dermaleinst ein paar fürchterliche Dach- Hasen wvhlgesühlt haben mögen. Der Schöller Laufs mag diesen Namen einer braven FremdenpLufion in Dornholz­hausen bei Homburg entlehnt haben des Herrn Haag schwankte launig vom Schwau^-enfionsoi rsieher zum ver­rückten Jrrenbänbiger hinüber. Die zärtlichen Verwandten des Herrn Klapproth treten gegen die genannten Figuren des Stückes sehr zurück, ebenso das Fräulein Friederike, die von einem zierlichen Fräulein Klock m ann dargesteltt wurde, die wohl eben erst die Theaterschule verlassen hat, auf der sie wenigstens gut sprechen gelernt zu haben scheint, und der Maler Kißling, den Herr Pichler darzustelien sich bemühte. Es soll schon weniger phlegmatische Farbenkoin ponisten mit kleineren Shlipsen gegeben haben. W

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beifällige Aufnahme. Tas Stückchen hatte einen berechtig­ten hübschen Erfolg, und der Direktor konnte am Schluß den Berfasser auf die Bühne stellen und sich in der Person seines Hauptdarstellers für den Beifall neigend bedanken.

Frl° Hohl spielte die junge Flitterwöchnerin und butte gute Gelegenheit, ihren feinen Geschmack und ihre respektable Dühnengewandheit zur Geltung zu bringen. Mir werden lecher Frl. Hohl mit Ablauf dieses Winters schon wieder verlieren, ihr Engagement an das Großh. Theater in Oldenburg ist inzwischen perfekt geworden. Man wird das Scheiden des Frl. H. im Interesse unseres Stadttheaters lebhaft bedauern, zumal nach ihrerMaria von Magdala", nach der es zum Beweise ihres starken Talentes und ihres bedachtsamen Bühnenernstes feiner weiteren Probe mehr bedarf. Wir haben in ihr eine Dar­stellerin kennen gelernt, deren Begabung nicht unbeträcht­lich über eine gute Mittelmäßigkeit hinausragt. Nun wird sie in einem größeren Bühnenverb and e eine ihr ge­bührendere Stellung in der Theaterwelt finden. Vor­läufig aber haben mir sie noch, und des wollen wir uns treuen. t

Herr S t e i n g ö 11 e r gab den von ihm ersonnenen Ehe­mann mit frischem Temperament und großer Liebens­würdigkeit, aber er hatte sich doch wohl zu sehr auf sein gutes Gedächtnis verlassen, das ihn mitunter dermaßen im Stich zu lassen drohte, daß selbst die gebührende Galanterie gegenüber einem schönen Besuche um ein paar Meter zu kurz kam. Herr T a m ke, der eine Art von Anatole Schlum- merich darzuftellen hatte, stand hier wieder nicht am rechten Platze. Teil Vogel aber schloß Frau I e n n y ab, deren dralle Spreewälderdienstmago lautes Gelächter hervorrief.

Eine lauge Pause trennte dieFlitterwochen" von der Wiederervsiiiung der altrenommiertenPension Schöl­ler" Vielen Theaterfreunden ist der mehr als übermütige Schwant wohl langst bekannt. Aber man lacht doch immer über die unglaublich tollen Einfalle des früh verstorbenen Mainzer Karnevalpoeten. Tas Lachen ist ja auchso meint Wildenbruch, der Haus- und Hofoichter Hohenzollerns, tu einem seiner Theaterstücke für alle Leute, die sich satt- gegessen haben, ein vortreffliches Berdauungsmittel. Am Dienstag wurde im Theater schier unbändig viel gelacht. Selbst der Hungrige mußte lachen und der Hypochonder mußte, wenn er diesesheillose Lachers hörte, ftunerü) vor i ich hin brummen: Diese Erde ist vielleicht doch wert, daraus ui {ein, wenn mau ihren Kindern mit einer solchen Kleinigkeit ein so großes Vergnügen bereiten kann.

Es wurde gestern, mit wenigen Ausnahmen, zehr flott

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Girßener Stadttycater.

Ein Schwankaberrd.

^er Einakter ist eine zeitlang als der Gipfel aller dramatischen Kunst gepriesen worden, und zwar nicht nur von asthmatischen Schriftstellern,. Daß sich auch rm knappen Rahmen einer dramatischen Miniatur,eiii Bckd de^ Lebens schassen läßt, das zeigten am Erofinungsobend dieser Welzeit drei Heroen deutscher Dichtung^ die nicht für Einakter schwärmten wegen kurzen Atemv und schwind- süchtiaer Phantasie. Aufs neue zu Ehren tarn unlängst der Einakter durch die Ucberbrettln und wenn auch diese von der Bildfläche verschwanden, die Buhnen werden dem Ein­akter immer treu bleiben, und das Publikum lvird ihn immer gern haben, zumal wenn der Tttel so verkickend ist wie den des Schwänkleins unseres neuen Direktors S t eru g o t t er. Bei dem WorteF li 11 erwo chen" erpillt der w frau Herz ein banges Selben, stilles Hoffen und de. ^ünalinos Brust schwellt sich von süßen kühnen Zukunfts­plänen ^Bei Verlobten nehmen die Gefühle schon festere Gestalt an und selig taucht sich Äug' in Äug'. Leute aber, die im Honiamond leben, stellen Vergleiche an enttäuschte Nemänner seuken still vor sich hin und wähnen den alten Satz aus KleistsMichael tn

. STinrheit du regierft die Well, und der S>itz ist ein Höner weiblich« Mund". Manche ergrauten Ehe- WLL-GEM Einrichtung ein: Behüt' dich Gott, es war zu schon ge-

^iern führte der Direktor Steingötter W ^chwankpoeten Steingötter ein. Herr: St. glaubte mit Recht, daß sein hübsch ersonnenes und geschickt aufg^autes ^rk- lein auch an seiner eigenen Bühne freundliche Ausnahme finden könnte er machte den Versuch und hatte Gluck damit Denn die humorvoll ausgemalten Verlegenheiten, in die der junge Eheherr Brunner durch einen harm­losen Zufall gerät, die mannigfachen Komplikationen, die 'icki um den so Verhängnis- wie m-raichen NamenEmma Müller" mit der goldumränderten Visitenkarte sckstingen, die Kunst Steingötters, die Handlung immer dann, wenn an einem toten Punkte angelangt scheint, durch dieses ominöse Fräulein Emma wieder au,schnellen zu lassen alles das^ der gewandte Dialog , und me witzigen Einfalle

Verjassers sicherten denFlitterwochen eine überaus

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General-Anzeiger

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