auf 10 respektive von 10 auf 5 Centimes. Ferner sollen in ÄÄrze 30 Automobile für denPostdienst eingestellt werden.
Rom, 24. Slug. T-ie 25jährige Tochter des ver- storbenen Minetto Garibaldi versuchte in eineni Anfälle von Schwemmt, sich aus dem Fenster zu stürzen, konnte jedoch noch rechtzeitig daran verhindert werden.
Wien, 24. Aug. In Oesterreich wird durch eine besondere Verfügung das gewöhnliche RekrutenkonLingent eingestellt werden, sodaß die Einberufung von Ersatz- reservisten vermieden wird. Nur in Ungarn wirdj die Ersatzreserve in der Stadt von 40 000 Mann einberufen werden.
— Wie die „Neue Fr. Presse" aus London erfährt, stehe nunmehr fest, daß der r u s s i s ch e K eifer Ende September zum Besuche des Kaisers Franz Josef in Wien ein treff en werde. In seiner Begleitung werde sich Graf Lamsdorff befinden. Für die Dauer dieses Besuches seien fünf Tage in Aussicht genommen.
P e t e r s b u r g, 24. Aug. Die Delegierten der deut sch- russischen Handelsvertragsverhandluugen gingen in der heutigen Sitzung zur Prüfung des allgemeinen Teils über, nachdem die Besprechung des russischen Zolltarifentwurfs, welcher nach dem deutschen Taris durchgesehen wurde, beendet ist. Nach Erledigung derselbeti kehren die Delegierten nach Berlin zurück, wo im Oktober die 2. Lesung stattsindet.
S e m l in, 24. Aug. In der Nacht zum Sonntag kamen hier zehn desertierte serbische Soldaten an, welche in einem Kahn über die L>ave gesetzt waren. Sie meldeten sich bei der Polizei, wo ihnen die Seitengewehre ab genommen wurden. Die Deserteure erzählten, sie hätten keinen Sold erhalten und seien mißhandelt worden, weil sie ihr Bedauern über den Königsmord ausgesprochen hätten.
Belgrad, 24. Aug. Oberst Prinz Arsen Kara- g e o r g i e w i t s ch, der Bruder des Königs, übernimmt demnächst das Kommando der Reiterdivision in Nisch, und wird daselbst dauernd residieren. Er erhält eine Apanage von 200 000 Francs. Eine seiner wichtigsten Aufgaben zielt auf die Milderung des serbisch-albanesi- schen Gegensatzes wb.
Aie Lage im ©tunt
gilt für wesentlich gebessert, seit durch die Zurückziehung der russischen Flotte auch nach außen hin, namentlich aper für die Bulgaren und Macedonier, ein handgreiflicher Beweis dafür gegeben ist, daß die russische Regierung aus dem beklagenswerten Zwischenfalle in Mo- nastir keinen Anlaß nehmen will, von der bisher befolgten Politik abzuweichen oder gar mit bewaffneter Hund einzuschreiten. Der russische Admiral hat den Befehl, nul seinem Schiff nach Sebastopol zurückzukehren, bereits aus- geführt, und der russische Botschafter erklärte, daß die russische Regierung mit der Antwort der Pforte zufrieden sei, jedoch sofortige Durchführung der Versprechungen verlange. Ter Sultan hat telegraphisch dem Zaren, und die Pforte ebenfalls telegraphisch dem Grafen Lamsdorff für die Zurückziehung des russischen Eseadres gedankt. Tas russische Stationsschiff „Terez" ist mit der Leiche des Konsuls Rosrkowski in Konstantinopel eingetroffen. Nach dem Gottesdienste an Bord des Schiffes ging die „Terez" wieder in See, um die Leiche nach Rußland führen.
Aber ein neuer Zwischenfall hat nicht lange auf sich warten lassen. Der italienisch e Konsul in Mona st ir ist nun vor dem Konsulatsgebäude von Soldaten mit dem Zuruf „Giaur" (Gottesleugner) beschimpft worden, ohne daß angeblich zusehende Offiziere einschritten. T-ie italienische Botschaft unternahm deswegen energische Schritte bei der Pforte. Trotzdem jedoch sollten in Konstantinopel diplomatische Kreise dyrch die Fortdauer der mazedonischen Unruhen zwar beunruhigt sein, aber einhellig die Fortdauer des Einvernehmens zwischen Oesterreich- Ungarn und Rußland, jotoie deren Ueber'einstimmung mit den übrigen Großmächten als beruhigende Gewähr dafür betrachten, daß die Bewegung keine politischen Verwicklungen Hervorrufen werde. Als günstig wird auch der bevorstehende Abschluß der Unifikation angesehen, der der Pforte sofort genügende Geldmittel einbringen wird, um auch größere Streitkräfte längere Zeit hindurch zu verwenden.
Das Bandenunwesen aber hört nicht auf. In Vasiliko am Schwarzen Meer und im Jstrandschagebirge sind neue Banden aufgetaucht. 800 Muhammedaner und 60 griechische Flüchtlinge aus den von den Aufständischen niedergebrann- ren Törfern Wasilito, Potaßnae und Juiada am Schwarzen Meer liegen auf Kosten des Sultans im Lazarett von Ko- wak. Untontrollierbaren Meldungen zufolge versuchte eine Freischar einen Bombenangriff auf das Ad r ia- nopler Fort I l d u r a m, wurde aber abgeschlagen. In der Stadt selbst wurde unter den Christen ein Gemetzel cmäerichtet. Ter Aufstand im Bezirke KirtUisse ist in Hellen Flammen. Die Aufständischen sollen alle strategischen Punkte halten und in zahlreichen Dörfern die türkischen Besatzungen aufgerieben, die Kasernen zerstört, Gewehre und Munition erbeutet haben. In der Stadt Kirkilisse selbst herrsche eine Panik. Ter Markt ist geschlossen. — Aus Küstendil wird gemeldet, daß" die im Gebirge stehenden Truppen in die Städte Kra- lowo, Kotschcmi und Jstip zusammengezogen werden. Von montenegrinischer Seite wurden bei der Pforte bezüglich der Lage in Skutari, sowie wegen neuerlicher Einwanderungen nach Montenegro und die Haltung der türkischen Grenzbehörden Schritte unternommen unter Hinweis au die Folgen dieser Umstände. Tie neu einberufenen Retz ie sm aun schäften in Prizren gebärden fich sehr unbotmäßig. Sie feuern Schüsse in den Straßen der christlichen Bevölkerung ab. In großer Besorgnis wandte sich der Konsul an den Mutessarif. Nach Ansicht der maßgebenden diplomatischen Kreise war die Einberufung der atbanesischen Retziefbataillone ein Fehler und eine gefährliche Maßregel der Pforte, denn die Mannschaften sind stets unbotmäßig und zu Ausschreitungen geneigt, wofür Ausschreitungen in Kruschewo, Pristina uüd Projchowa Beispiele bieten. Eine bei Pineti zwischen Viza und Midia am Schwarzen Meer aufgetauchte Bande der Aufständischen bedrohte Pineki, dessen Bewohner telegraphisch um Hilfe baten. Eine zur Verfolgung der Insurgenten ausgesandte Abteilung von 20 Mann geriet in einen Hinterhalt und wurde aufgerieben. Es wurden Hilfstruppen abgesandt.
Nach einer Konstantinopeler Depesche soll der Ort Btrgos von den Bulgaren angegriffen und fast gänzlich zerstört worden fern. Tas Gouvernements- gebäude ist angeblich mit Dynamit in die Luft
gesprengt. In Konstantinopel treffen täglich! Verwun- deten-Transporte aus Maeedonien zu Wasser ein.
Wie der „Frist Ztg." aus Konstantinopel gemeldet wird, besetzten bulgarische Insurgenten gestern die Bucht von Midia, 60 Kilometer vom'Bosporus entfernt.
Unwetter.
Aus allen Richtungen von nah und fern lausen Meldungen über verheerenden Sturmwind, Regengüsse und Hagelschlag ein. Wir lassen folgende Berichte sprechen:
)( Rainrod, 24. Aug. Gestern nachmittag ging hierein fürchterliches Unwetter nieder. Ein wolkenbruchartiger; Regen, verbunden mit etwas Hagel und einem orkanartigen Sturm richtete großen Schaden an. Viele zum Teil reich beladene Obstbäume wurden vernichtet. Kirschbäume von 1/2 Meter Durchmesser p.nd eine große Anzahl teils recht kräftiger Zwetschenbäume wurden 1—2 Meter hoch über der Erde wie Streichhölzer geknickt. Schrecklich sah es auf dem in diesem Jahre so viel versprechenden Fruchtfelde aus. Ein Bild bot sich hier dem Auge, wie es auch die ältesten Bewohner noch nicht gesehen haben, erianb doch in einem großen Teil des Feldes auch nicht ein einziger Fruchthaufen mehr. 100 bis 200 Meter weit waren bie Garben fortgeschleudert, alles wild durcheinander. Es sah aus wie aus einem Schlachtfelde. Ein großer Teil der Körner lag auf dem Botzen. Ein schmerzlicher Anblick für den gerade nicht auf Ros en gebettelten Land mann, der die Früchte sauren Schjweißes schon in sicherem Besitz zu haben glaubte.
h. Kaulstos, 24. Aug. Gestern abend gegen 6 Uhr zog ein schreckt!ches Unwetter, wie es tzce ältesten Bewohner noch nicht erlebt Haden, durch das obere Niddertal. Es war förmlich Nachts ein wolkenbruchartiger Regen ging nieder, heftig prasselten die Hagelkörner wider die Fenster. Ein orkanartiger Sturm hat viele alte, dicke Bäume entwurzelt, Aeste abgeschlagen und weit fortgeschleu- bert, Dächer ad ged eckt, besonders in dem hochgelegenen Herchenhain. Hier in K. warf der Orkan die neuer baute Kegelhalle des Gastwirts H. um und zertrümmerte sie. Tas Wasser drang bis in die Häuser, und die Ortsstraßen glichen einem magren See. Vieles Obst liegt auf dem Boden und im Felde steht kein Kornhansen mehr. Ter Hagel hat nur geringen Schaden angerichtet. Tas Vieh war größtenteils noch ’.aiuf der Weide, lief zusammen und brüllte ürchterlich. Leute, die in den nahen Wäldern Schutz suchten, mußten schleunigst wieder ins Freie, da fortwährend Bäume niedersausten. In der Gemarkung Burkhards wurde eine Kuh von einem stürzenden Baume zu Booen geworfen und mußte alsbald abgeschlachtet werden.
z. Eiche ls tz o r f, 24. Aug. Hier sind viele Obstbäume umgestürzt; drei Apfelbäume lagen quer über den Schienen der Strecke Nidda-Schotten, die sofort wieder für den Verkehr freigemacht werden mußte. Massenweise lagen die unreifen Aepfel und Birnen unter den zerzausten Cb ft bau men; in großer Menge konnte man das schöne Obst nach dem Gewitter in den Chaussee grüben und auf allen Wegen inden, wohin es der starte Regen geschwemmt hatte. Auch im Dorfe selbst hat der Sturm mancherlei Unheil angerichtet. Und dabei war Kirchweih im Orte!
Frankfurt a. M., 24. Aug. Bei Langendiebach sind ganze Wald st re den von dem aus Südwest kommenden Sturm niedergerissen worden. Die strömenden Wassermassen haben die Sttaßen und Platze in Seen verwandelt. Auch in Altenau stiftete der Hagelschlag viel Schaden an. Heute morgen lagen in den Gärten und auf den Sttaßen zahlreiche Singvögel tot am Boden. — Gleichlautende Meldungen über Unwetter kommen aus zahlreichen Ortschaften der Umgegend.
R. B. Darmstadt, 24. Aug. Bei Kranichstein, Dieburg und Messel zeigte sich heute nachmittag eine mächtige Windhose, die dien Horizont im weiten Umkreise aschgrau färbte, während Donner und Blitzzucken stundenweit vernehmbar waren. Der Sturm heulte laut mit vehementer Kraft durch die herrlichen Waldungen und richtete fast überall, wohin er kam, ungeheuren Schaden an. Sv wurden in der Hauptschneise der Gemarkung Altheim bis Dieburg ca. 10 0 starke Tannen etwa mannshoch über der Erde vom Sturm abgebrochen, ebenso hat er viele Bäume an der hohen Ackerschneise, der Haupt- und Wiesenschneise vernichtet. Neben den großen Regenmassen ging auch an vielen Stellen ein starker Hagelschlag nieder, der Körner von der Größe eines Hühnereies brachte unb im Nu Feld und Wiese mit einer dichten weihen Decke überzog. Beim Messeler Forsthaus wurden sämtliche Scheiben eingeschlagen, an einer anderen Stelle eine Scheunenm au er um geriffelt. Natürlich sind die im Felde stehenden Früchte vollständig verloren. — Aehnlich verheerend wirkte das Unwetter auch im Nodgau und am Mittelmain, namentlich zwischen Babenhausen unb Groß ft ein heim; auch in den Ausläufern d es Spessart soll das Unwetter gewütet haben. Im südlichen Nodgau verfinsterte sich der erst blaue Himmel ganz plötzlich und ein Sturm begann, der hunderte von Bäumen zu Boden riß, während diejenigen, die feststanden, von den Hagelf chlofsen aller Früchte unb Blätter beraubt wurden. In vielen Ortschaften sind fast an sämtlichen nach Westen gelegenen Häuser dieScheiben zertrümmert, selbst die Ziegel von den Dächern wurden vielfach weit fortgeschleubert und die Essen umgerissen. Fast sämtliche der betroffenen Ortschaften bieten ein trostloses Bild der Verwüstung. Der Schwaden wird in vielen Gemeinden auf 6000, 8000, 11000 Mark unb mehr geschätzt.
Görlitz, 24. Aug. Ein hefttges, mehrere Stunden andauerndes Unwetter richtete in der Umgegend bedeutenden Schaden an. Ter Blitz schlug mehrfach ein. In Daubitz vernichtete ein schweres Hagelwetter die Futteremte, Gartengewächse unb Obstbäume. Beladene Wagen wurden mit den Pferden umgeioorfen. In Walbitz wurde ein alter Mann vorn Blitz getötet.
Wien, 25. Aug. (Telegramm.) In Joachimstal in Böhmen ging in der Nacht eine Windhose nieder, die großen Schaden anrichtete. Die Stiftskirche ist teilweise abgedeckt, mehrere Häuser sind stark beschädigt.
Aehnliche Meldungen liegen vor aus Sachsen und der Schweiz.
Aus AM und Amd.
Gießen, den 25. August 1903.
** Zum Namenstag Sr. König 1. Hoheit des Großherzogs haben heute die öffentlichen Gebäude Fahnenschmuck angelegt.
** „Die Entstehung und Entwickelung der Gießener Tabakindustrie" betitelt sich die Jnaugural- Tiffertation zur Erlangung der Doktorwürde der philosophischen
Fakultät der Ludwigs-Universität, die den früheren Gießener Handelskammersekretär Otto Kehm zum Verfasser hat.
** Maschinen bauer-Gesangverein. Am Samstag abend tagte eine vom Maschinenbauer-Gesangverem einberufene Versammlung, an welcher, durch eine Deputation vertreten, der „Bäuerische Gesangverein", „Concordia", „Bürgergeseu« schäft", „Genmtlichkeit", „Harmonie", „Sängerkranz" und „Sängerchor des Turnvereins" sich beteiligten. Die Versammlung verlief zur größten Zufriedenheit allerseits; die Vertreter der einzelnen Vereine gaben die Zusicherung, mit besten Kräften zur Verherrlichung des Festes (Gesangs-Wettstreit im nächsten Jahre zu Pfingsten) beizusteuern.
* Zur Kirmes in Wieseck konnte man gestern ohne Regenschirm gehen. Von Gießen waren viel Gälte gcionunen. Die Ortsstraße mit ihren Verkaufsbuden bis zum Platz, wo das Karussel stand, mar schon mittags sehr belebt. Interessant war der Festzug, der mit Musik das Dorf durchzog und in welchem viel züchtige Jungfrauen und muntere Burschen wohlgeordnet emhergingen. Alan benutzte das in unseren Tagen bei solchen Anlässen geradezu unentbehrliche Karussel reichlich und suchte bann die Tanzplätze auf, die in Wieseck genügend vorhanden sind und in denen Alt und Jung, ob selbst Tänzer oder nicht, sich vorzüglich vergnügen konnte. Die schwermütigen und dann wieder luftigen Volkslieder fanden, wenigstens int festlich bewegten Garten des „Gambrinus", auch bei den städtischen, vornehmen und liebenswürdigen Damen Anerkennung, die übrigens auf dem Nachhauseweg ebenfalls Gelegenheit hatten, ihre Lieder zu erproben. — Von einem änderen Besucher gehen uns noch folgende Verse zu:
Je hohler die Trommel, Je lauter der Rummel 1 Dickleibig sitzt Oer Herr Musikant Und führt den Schläger mit lauter Hand, Dazu bläst die Trompete wirtlich schon Und unten sieht man Oie Pärchen im Tanze sich dreh'n. „Grüß Gott! Herr 9iachbar, es freut mich zu sehn, Daß wenigstens heute das Wetter ist schon.
Denn gestern, weiß Gott, der Regen und Wind Durchnäßte ja Later, Frau, Mutter und Kind. Wahrhaftig Herr Nachbar, ich hält' nicht gedacht, Was so eine Kirmes bei den Städtern ausmacht. Das zieht ja bei den Jungen und Alten, Da läßt vom Besuch sich keiner abhalfen.
Alariechen bestellt sich ihren einzigen Schatz
Und 's Annchen nimmt schüchtern beim Karlchen Platz, Da werden Bällchen und Aefschen geschenkt „ Und Bänder und Schleifen ums Mieder gehängt.
Und unten am Juxplatz, beim Karussel, Da sieht man die Damen und Herren charmieren, Grad' wie die Kinder auf den Pferdchen herumbalancieren. Das ist ein Gewoge, ein Festesjubel, Oie Dorfstraß' erfüllt ein mächtiger Trubel.
Ich bitt’ auch, Herr Nachbar, das Glas zu erheben, Ein Prost I Die Wiesecker Kirchweih foll leben!
Je hohler die Trummel, Je großer der Rummel.
/X Friedberg, 24. Aug. Der Geschichts- und Altcrtumsveretn aus Frankfurt weilte gestern zum Besuch des hiesigen Vereins hier. Die AUtglieder trafen morgens kurz vor 9 Uhr ein und besichtigten die umfangreiche Altertumssammlung im neuen Gymnasium. Hieran chloß sich ein Gang um die Westseite der Stadt in die Burg; dabei wurden die alten Befestigungen der Stadt und der Burg und andere Sehenswürdigkeiten in Augenschein genommen. Nach dem Mittagessen im Hotel „Drei Schwerter" wurden die Stadtkirche und das Judenbad eingehend be- ichtigt unter der Leitung des Architekten Kratz. Die Heim- ahrt der Frankfurter erfolgte um 6 Uhr.
RB. Darmstadt, 24. Aug. Das 50. Feldberg- est, das schon im Juni d. I. des schlechten Wetters wegen verschoben werden mußte, fand gestern statt, hatte aber wiederum unter der schlechten Witterung zu leiden. Mit dem Wetturnen wurde erst 9’/4 Uhr begonnen. Zum Wetturnen waren 775 Turner angetreten, während vorigesmal 1200 angemeldet waren. Darmstadt war mit 16 Turnern angetreten, von denen 11 Turner Preise erhielten. Als Wettübungen waren Freihochweitsprung, Stabhochsprung, Weit- prung und Steinsioßen bestimmt. Die höchst erreichbare Punktzahl bildet 40. Von den Wetturnern wurden bis zu 24 Punkten erreicht. Die besten Leistungen erzielten: Turner Bär, T.-V. Frankfurt, beim Steinstoßen und Müller- Fechenheim beim Stabhochspringen. Am Nachmittag heitette ich zeitweise das Wetter mehr auf, und es fanden Turn- piele statt, die bis 6 Uhr abends andauerten. Von den uns Preisen erhielten: 1. Preis Adolf Schirmer, T.-V. Pforzheim, 2. Preis Georg Heck, T.-V. 9tted, und Gustav Müller, T.-V. „Vorwärts", Fechenheim, 3. Pr. H. Berger, T.-Gem. Frankfurt, Brodbeck, T.-V. Eßlingen, Max Gaß, T.-V. Niederrad, W. Stenger, T.-V. Nied, 4. Pr. Phil. Lenz, T.-V. Kelsterbach, Karl Zuleger, T.-Gesellsch. Worms, 5. Preis Otto Klein, T.-V. Oberstein, A. Stoll, T.-V. Pforzheim. Im Dreisprung erhielten den 1. Preis Justus Müller-Fechenheim, Jean Krast-Bornheim, Karl Schwarz- Gießen und Robert Braun-Frankfiirt.
r. Mainz, 24. Aug. Vor etwa 14 Tagen hat eth sich „Fürst Grant" nennender Gauner in einem hiesigen Hotel einen mißglückten Raubversuch auf eine Engländerin gemacht, nach welchem es dem Gauner leider gelungen ist, zu entweichen. Nach einer von Karlsruhe hierher gelangten telegraphischen Nachricht hat man dort den Gauner dingfest gemacht, wobei festgestellt wurde, daß sein richtiger Name Frank ist, daß er aus Nordhaus bei Königsberg flammt und seines Zeichens ein bereits mit Zuchthaus mehrfach bestrafter Schreiner ist.
Mainz, 24. Aug. Der Buchhalter Hermann, der zur Prüfung seines Geisteszustandes nach Gießen in die Klinik überführt wurde, befinbet sich dort schwer krank; er leidet an Gehirnerweichung und dürfte seiner Auflösung entgegengehen. (Mzr. Tgbl.)
Mainz, 24. August. Zum 11. Verbandstag des Zentralverbandes der deutschen Uhrmacher sind zahlreiche Teilnehmer hier eingetroffen. Gestern abend fand im Wartburgsaal des Heilig Geist zu Ehren der Delegierten ein Festkommers unter Mitwirkung des Mainzer Dilettanten-* Orchestervereins statt, unter Leitung des Vorsitzenden des hiesigen Uhrmachervereins, Hrn. Reisner. Hr. Schmidt (Gießen) dankte für den freundlichen Empfang; sein Hoch gatt dem anwesenden Direktor der deutschen Uhrmacherschule in Glasbütte, Prof. Straßner. Der Vorsitzende des Zentral-


