Ausgabe 
25.6.1903 Zweites Blatt
 
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Hektar (78 Quadratmeter), Danzig mit 3041 Hektar (216 Quadratmeters Aachen mit 2708 Hektar (200 Quadrat­meter), Magdeburg mit 266o Hektar (116 Quadratmeter), Mannheim mit 2060 Hektar (146 Quadratmeter), Han­nover mit 2052 Hektar (89 Quadratmeter), Dortmund mit 1637 Hektar (114 Quadratmeter), Stuttgart mit 1063 Hektar (60 Quadratmeter), Halle mit 1063 Hektar (68 Quadratmeter), C h e m n i fy mit 880 Hektar (42 Quadrat­meter), Kiel mit 793 Hektar (68 Quadratmeter), Düssel­dorf mit 560 Hektar (26 Quadratmeter), Dresden mit 472 Hektar (12 Quadratmeter), Kassel mit 454 Hektar (43 Quadratmeter), Charlotten bürg mit nur 430 Hektar (22 Quadratmeter), Karlsruhe mit 400 Hektar (41 Quadratmeter), Nürnberg mit 379 Hektar (19 Qua­dratmeter), Altona mit 337 Hektar (20 Quadratmeter), Elberfeld mit 307 Hektar (19 Quadratmeter), Essen mit 278 Hektar (14 Quadratmeter), Krefeld mit 134 Hektar (12 Quadratmeter), Barmen mit 128 Hektar (9 Quadrat­meter), Posen mit 98 Hektar (8 Quadratmeter). Hiernach steht Straßburg mit 305 Quadratmetern auf den Kops an der Spitze; es folgen Stettin mit 231 Quadratmetern, Danzig mit 216 Quaüratinetern, Aachen mit 200 Quadrat- merecn, Frankfurt a M mit 153 Quadratmetern, Mann­heim mit 146 Quadratmetern, Breslau mit 121 Quadrat­metern, Magdeburg mit 116 Quadratmetern.

* Verkaufte Ehemänner. Einen außergewöhn­lichen Tauschhandel machten, wie eine englische Wochen­schrift erzählt, vor einiger Zeit zwei Frauen der Mittel­klasse in Birmingham; da sie nicht zufrieden waren mit dem Los, das sie in der Ehelotterie gezogen hatten, tauschten sie chre Männer aus; aber eine der Frauen, eine geborene Schottin, bestand noch auf einer besonderen Prämie von 400 Mark, weil ihr Mann, der viel schmächtiger als der Gatte ihrer Freundin gebaut war, bedeutend weniger zu erhalten kostete. Nach vielem Feilschen wurde der Handel zur passiven Befriedigung der Mnner geschlossen, die augenscheinlich glaubten, daß jeder Wechsel nur besseres bringen könne. Ein Bewohner Liverpools hinterließ seiner Witwe nach seinem Tode eine Gastwirtschaft. Da sie mit ihren Kräften allein das Geschäft nicht sortsetzen konnte, sah sie sich nach einem Manne um, und fand schließlich in der Person eines Wallisers einen nach chrem Wunsch. Leider war der Erwählte schon verheiratet, aber die Witwe ließ sich dadurch nicht abschrecken, trat mit seiner Frau in Verhandlung, und diese gab chre Zustimnrung, ibren an­geblichen Herrn und Meister gegen eine Geldentschädigung abzutreten, was schließlich auch zur Zufriedenheit aller Beteiligten geschah. Auf einem Jahrmarkt in Brünn traf der Mitarberter des englischen Blattes einst einen Riesen, einen Engländer von über sieben Fuß Größe, der von seiner früheren Frau an die Besitzerin einer uncher- reifenden Schaubude für 840 Mark verkauft worden war. Diese hatte ihn rächt nur zum Hauptanzieyungsstück ihrer Bude, sondern auch trotz des dagegenstehenden Gesetzes zu ihrem Gatten gemacht, und der schwache und gutmütige Riese hatte sich phlegmatisch dazu hergegeben. Eine Gatten- auktiou fand gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Man­chester statt. Eure Frau Nanrens Briee führte chren Mann auf den Marktplatz und verkündete öffentlich, sie wolle ihn an den Meistbietenden verkaufen. Der Marrn schien die Sache als einen kolossalen Spaß aufzufassen und zählte seine Fertigkeiten auf, die sich vom Stiefelmachen bis zum Flötenspielen erstreckten. Dann begann die Auktion; es er­folgten mehrere Angebote, und er ging schließlich für 20 Mark, ein paar Hühner und einen neuen Anzug in andere Hände über. Im Jahre 1774 wurde der Ausrufer in Leeds von Mrs. Joanna Gruttley ersucht, den Verkauf ihres Mannes öffentlich zu verkünden. Er wurde von dem Beamten als guter Zimmermann und sehr ergebener Gatte »geschildert und richtig in einem Gasthaus zum Verkauf ^gestellt; aber trotz der Oeffentlichkeit der Auktion und seiner häuslichen Tugenden brachte er nur 5 Mark und eine Gallone Wach holderbranntw ein.

* Das Gehirn eines großen Redners. Für die Beherrschung der Sprache soll es bekanntlich im urenfch- .lichen Gehirn einen ganz besonderen Teil geben. Nach den Untersuchungen von Broca ist zuerst auf ein bestimmtes Gebiet des Gehirns als auf das Sprachzentrum h.in- gewiesen worden, das sich, dadurch als solches ausweist, daß durch seine gelegentliche Verletzung das Sprachver- mögen beeinträchtigt oder zerstört wird. Die Erforschung des Gehirns und der Bedeutung seiner einzelnen Teile für die verschiedenen geistigen Betätigungen ist ein äußerst wichtiges Fe-lo der Wissenschaft, das gerade in der neuesten Zeit eine erhöhte Aufmerksamkeit gefunden hat. Man ver­sucht sich jetzt nach Möglichkeit die Untersuchung von Ge­hirnen bedeutender Männer zu sichern, weil man allmählich durch das Studium der Entwickelung im Elnzelnen und durch sorgsarne Vergleiche genauere Anhaltspunkte zu ge­winnen hofft. Letzthin ist wieder das Gehirn eines Mannes auf seinen eigenen Wunsch geprüft worden, dessen haupt­sächliche Begabung in einer vollendeten Beherrschung der Sprache lag, nämlich des Pariser Dr. Laborde. Dieser Mann' war ein Meister der Beredsamkeit wie wenige, und als bekannt geworden war, daß sein Gehirn untersucht wäre, wurden alsbald zahlreiche Anfragen an den be­treffenden Arzt gerichtet, ob nicht das Sprachzentrum in dem Gehirn von Laborde ganz besondere Anzeichen einer ungewöhnlich hohen Entwickelung gezeigt hätte. Dr. Pa- villault hat dies Interesse durch eine genaue Vcroffent- -lichuna seines Befundes befriedigt. Das Gehirn war an sich klein, und wog nur 1234 Gramm, dagegen zeigte sich eine sehr ungleiche Entwickelung der beiden Gehirnhälften, und zwar zu Gunsten der linken, wo der Hauptsitz der Sprache gesucht wird. In der dritten Stirnwindung der linken Gehirnhälfte hat Broca, nach dem diese Windung auch benannt worden ist, den geistigen Ursprung der Sprache vermutet, jedenfalls war diese Gegend bei dem Gehirn von Laborde so stark ausgebildet, daß es selbst einem Laien bei genauerer Betrachtung des Gehirns hätte erkennbar werden müssen.

- Der Wahl Humor ist noch mcht tot. Eme Probe können wir bieten in nachstehendem poetischen Erguß, der sich auf einem der in Bocholt abgegebenen Stimmzettel fand:

£)b ich wähle Euler-

Oder em'n Genossen Bebels Bezahl ich meine Steuern nich', So psänd't man meine Möbelsl"

Der Aermsle mag wohl aus Erfahrung sprechen. In einem anderen Wahlkreis enthielt der Stimmzettel folgenden Vers:

Wähl' ich Lohen, Tuts nichts notzen, Wähl' ich Beck, Hats keinen Zweck. Wenn mans noch zur Stichwahl bringt, Fraßdorf aus der Urne springt.

Doch gewählt muß heute jein Einer von den hübschen drei'»:

Und ich nahm als Patriote Einen Zettel in die Pfote, Gebe meine wicht'ge Stimme, Wenn auch mit verhalt'nem Grimme, Unserm Kandidaten Lohen Gebe Gott, es töt' 'was notzen!^

Kandwirtschast.

0 Aus de m Ohmtale, 24. Juni. Endlich hat man das Setzen der Hackpflanzen zu Ende führen können. So allgemein haben die Wurzelgewächse während des letzten Jahrzehntes nicht gefehlt wie Heuer. Dadurch verspätete sich dasSetzen" gegen die gewöhnliche Zeit. Man suchte den Bedarf an Hackpflanzen aus anderen Gegenden zu decken, wie aus der Gegend von Grünberg und Gießen. Das Hundert junger Pflänzchen wurde mit 25 bis 30 Pfennig bezahlt. Trotz dieses niedrigen Preises waren dieselben so begehrt, daß Langsinger solche nachts über dort rupften, wo sie nichts zu suchen hatten. Nachdem diese Kalamität vorüber ist, hat mit dem Heutigen die Heuernte hier begonnen. Das Heugras steht im allgemeinen gut, sodaß die Heuernte, gutes Wetter vorausgesetzt, befriedigende Er­gebnisse erwarten läßt.

Hannover, 24. Juni. Der Besuch der land­wirtschaftlichen Ausstellung, die gestern ge­schlossen ist, hatte am vorletzten Ausstellungstage, an wel­chem die Besuchsziffer auf 198 407 gestiegen war, schon alle bisherigen Wanderausstellungen der Deutschen Land- wirtschaftsgesellschaft Ijierin übertroffen. Mit dem letzten Tage hat die Besuchsziffer 227 192 erreicht. Der Besuch der diesjährigen Ausstellung stellt sich um 58 677 Personen höher als der der Hamburger Ausstellung, die bis dahin die höchste Besuchsziffer auszuweisen hatte.

Bekanntlich hat der Kaiser auf seinen verschiedenen Gütern gleichsam als Vorbild für die Landwirte Muster­wirtschaften eingerichtet, so vor allem auf dem Ritter­gut Kadinen. Besondere Beachtung schenkte der Kaiser dabei der Spiritus-Industrie und der zweckmäßigen und praktischen Ausnützung desselben, indem er davon ausging, daß jedes größere Gut mit Brennerei für seinen landwirtschaftlichen Betrieb den Spiritus als .Kraftquelle ausnützen müßte. Zur Zeit besindet sich aus Kadinen ein von der Motorenfabrik Oberursel angekaufter Spiritus- pslug in Betrieb. Der eigentliche Pflug, ein sogenannter Kipppflug, erfordert die Aufstellung je einer Spiritus­lokomobile zu beiden Seiten des zu bepsiügenden Ackers, welche den Pflug mit Drahtseilen hin- und herziehen. Beim llmwechseln wird der Apparat einfach nach Art einer Schaukel auf der hinteren Seite in der Bewegungsrichtung heruntergelassen und der Sitz von dem Führer umgewech­selt. Die Pslugarbeit wird allseitig als höchst zufrieden­stellend und allen Ansprüchen genügend bezeichnet. Die Tiefe per Furchen betrug bis zu 14 Zoll. Besondere Be­achtung wird den verschiedenen, mit Spiritus betriebenen landwirtschaftlichen Geräten aus der letzten Fachausstellung in Berlin geschenkt, und viele Grundbesitzer sind der An­regung des Kaisers bereits gefolgt. Jedenfalls verdient diese technische Errungenschaft in die wichtigsten, die Land­wirtschaftlichen Erfindungen eingereiht zu werden.

Der Saaten st and im Deutschen Reich um die Mitte des Juni betrug: Mnterweizen 2,8, Winterspelz 2,3, Winterroggen 2,5, Sommerroggen 2,5, Sommergerste 2,5, Hafer 2,5, Kartoffeln 2,7, Klee 2,5, Luzerne 2,7, Wiesen 2,5. Infolge der Trockenperiode im Juni erfolgte bei den meisten Früchten Stillstand und bei der Sommerung viel­fach ein Rückgang des Saatenstandes, welchen die Meder- schlage der letzten Tage nicht auszugleichen vermochten. Bei Weizen ist eine Erholung unverkennbar, Spelz zeigt befriedigenden, teilweise guten Stand. Am besten hak sich Roggen herausgemustert Die Sommerfrüchte litten unter der großen Trockenheit Die letzten Niederschläge dürften einen Umschlag zum Besseren herbeiführen. Kartoffeln stehen nur zum kleinen Teile gut Klee findet nur vereinzelt gute Beurteilung.

B u d a p e ft, 24. Juni. Der Saaten st audsbericht vom 20. Juni schätzt den Ertrag des Weizens auf 39,83 Milt Meterztr. gegen 38,8 am 10. Juni, des Roggens 12,20 gegen 11,72, der Gerste 12,10 gegen 12, des Hafers 11 gegen 10,80 Millionen Meterzentner.

Universitäts-Nachrichten.

r" Der Deutsche Universitätskalender, den Professor Dr. Ascherson mit amtlicher Unterstützung herausgiebt, erscheint jetzt im Berlage von K. G. Th. Scheffer in Leipzig. Der Kalender enthält ein ausführliches Vorlesungsverzeichnis aller- deutschen Universitäten und der landwirtschastlichen Hochschulen, ferner der Universitäten der österreichisch-ungarischen Monarchie und der Schweiz; er bietet also die beste Uebersicht über alle im Bereiche der deutschen und der deutsch-französischen Universitäten im folgenden Semester gebotene» Vorlesungen. Daneben enthält er kurze Orientierungen über die betreffende ^>tadt und ihre Lebens­und Preisverhältnisse, ihre wiffenschastlichen Institute, die Preis­aufgaben, die akademischen Vereinigungen u. a. Der letztere Teil erfordert besonders eingehende Vorbereitung; er giebt aber, was uns kein anderer Handbuch bietet: eine vollständige Uebersicht über das studentische Verbindungswesen, die denAscherson" zu einem wichtigen Quellenwerk zur Universitätsgeschichle auch noch in späteren Jahrzehnten macht. Die 63. Ausgabe, für das Sommer- Semester 1003, ist eben erschienen (ungeb. Mk. 2.25).

Das Heidelberger Universitätsjubiläu in. Heber das bevorstehende Jubelfest der Raperto Carola werden jetzt weitere Einzelheiten mitgeteilt. Darnach wird bei dem Festakt ui der Aula als erster Redner der Rector inagnificentiesimuß der Uni­versität, Großherzog Friedrich, das Wort ergreifen. Nach ihm werden der Kultusminister, die badischen Landesstände, die fremden Universitäten und die technischen Hochschulen zu Worte kommen, sodann die Stadt Heidelberg und sonstige offizielle Deputationen. Allen diesen Rednern wird der derzeitige Prorector Geheimrat Dr. Ezerny im Namen der Universität antworten. Tie eigentliche Festrede am 7. August in der neuen Stadthalle wird von Geh. Hosrat Dr. Erich Marcks gehalten werden. Die Ehrenpromotionen am 8. August werden ebenfalls in der Stadthalle verkündet werden.

Der 47. Schulmänner- und Philologen- Kongreß wird vom 6. bis 10. Oktober in Halle tagen. Vor­träge werden halten: der Sekretär des deutschen archäologischen Instituts in Bonn, Professor Dr. Hülsen, über Forum Romanum; Prof. Keil in Straßburg über: Ein vergessener Humanist; Prof. Kern in Rostock über Die Landschaft Thessaliens und die Geschichte Griechenlands; Pros. Meyer-Lübte in Wien über Die romanischen Personennamen in ihrer historischen Bedeutung; Rektor Prosessor Dr. Muff in Psorta über Sophokles in der Schule; Pros. Panzer in F-reibnrg i. B. über Dichtung und bildende Kunst des deutschen Mittelalters in ihren Wechselbeziehungen; Privatdozent Dr. Petsch in Würzburg über Chor und Volk im antiken und neuen Drama; Prof. Sauer ui Gießen über Homerapotbeose des Archelavs; ferner über das Thema: Ein neues Hilfsmittel philologischer Kritik, Prof. Sievers m Leipzig und Prof. Skutsch in Breslau; Professor Bieler m Prag spricht über Friedrich August Wolf, Prof. Vollmer in '»lunchen über den Tuesauru« linguao latinao, Professor Dr. v. Winterfeld in Berlin über Aufgaben und Ziele der mittel­alterlichen Philologie.

Leipzig, 24. Juni. Dem Assistenten an der von Profeffor Eurschmann geleiteten medizinischen Klinik, Dr. Friedrich Rollo, ist auf Grund seiner am 20. Juni abgehaltenen Probevorlesung über ,Eoma bei Diabetes" von der medizinischen Fakultät der hie­sigen Ilnioersität die venia legendi für interne Medizin erteilt worden. Rolly, geboren 1874 zu Osthofen, absolvierte das Gym­nasium in Worms und studierte in Heidelberg imd München. Im Mai 1897 promovierte er in Heidelberg. Rolly war zuerst 'Assistent an der Heidelberger Kinderklinik, dann Assistent an der dortigen medizinischen Poliklinik. Seit 19ol wirkt er an der Leipziger medi­zinischen Klinik.

Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Berliner Börse vom 24. Juni 1903.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel uiid Industrie, Gießen.)

Infolge der beruhigten Berichte von der Newyorker Börse war auch an unserem 'Dtarfte heilte von Anfang an eine freund­lichere Stimmung bemerkbar. Alan eröffnete auf den meisten Ge­bieten bereits über gestrige Schlußnotizen; London und Paris sandten feste Kurse für Goldminen, wodurch die Gejamttendenz am hiesigen Markt noch weiter beteiligt wurde. Am meisten profitierten Eijenwerte und Kohlenaktien, aui welche die günstigen Exportziffern stimulierend wirkten. Schifsahrtsaktlen waren melier erholt, wäh­rend Banken bei geringen llmjätzen wenig Veränderung^ gegen gestern zeigten. Auf dem Rentenmarkt standen Serien-Türken, ivelche für Pariser Rechnung stark gekauft ivurden, wieder im Vordergrund des Interesses. Der Kassamarkt wies durchivegs größere Kursaufbesseruilgen aus.

Privat-Diskont 3 6/e Prozent.

Anfangs- u. Schlußkurje.

Oest. Kredit .... 207 207.60

Deutsche Bank . . . 208.70 208.90

Darmstädter Bank . . 130.25 135.

Bochumer Guß . . . 174.30 175.20

Harpener Bergbau . . 181.50 181.75

Schluß-Tendenz: fest.

Berlin, 24. Juni. W o l l m a r k t. Tie Zufuhr zum offenen Markt beträgt 2408 Ztr., gegen das Vorjahr etwa 2700 Ztr. weniger. Als Verkäufer sind 35 eingetragen, von denen nur 3 Produzenten, die aiideren Händler sind.' Der Aufschlag beträgt gegen das Vor­jahr je nach Qualität 6 bis 15 Mk., für bessere Qualitäten sogar 20 bis 25 Mk. Die Zufuhr ist ziemlich geräumt. Die Festigkeit war dauernd. Die beste Ware erzielte 177 2)1f., feine 163, feine 'Mittelwolle 138 bis 155, Mutelwolle 118 bis 136, Sutikalwolle 105 dis 116 Mk. pro Zentner je nach Qualität und Wäsche in allen Sorten. Schmutzwolle war nicht am Platze.Nach dem Schluß- bericht lagern auf dem Stadtlager etwa 22 000 Ztr., wovon 2 bis 3000 Zentner während des Wollmarktes verkauft wurden. Das Geschält auf dem Stadtlager war sehr ruhig. Die Preise stellen sich für feine Rückenwäsche aus 172 bis 190 Mk. pro Zentner, gute und mittelfeine 148 bis 169, schlecht behandelte und gekreuzte 127 dis 145, Rusticalwollen 115 bis 130, Schmutzwolle 50 bis 79, un­gewaschene Tuch- und Stoffwollen 80 bis 90 Mk.

Eine Einkaufsgenossenschaft m. b. H. der deutschen Cigarreuhändler ist in Berlin gegründet worden. Nach den Satz­ungen kann Mitglied jeder gesetzlich unbeanstandete Eigarrenhändler werden, der in Deutschland seinen Wohnsitz hat und ein offenes Detailgeschäft für eigene Rechnung und selbständig betreibt; ausge­schlossen sind solche Händler, ivelche mehr als drei Fikialgeschäfle unterhalten. Es wird beabsichtigt, sog. Genossenschaftsmarken ein­zuführen, die jedes SDlitglieb beziehen kann. Die Eigarren-Detail- geschäfte, welche diese Marken führen, sollen durch Anzeigen, Pla­kate und Schilder in der Reklame unterstützt iverden. Zum Di­rektor der Genossenschaft wurde der Vorsitzende der aus 300 Mit­gliedern bestehendenNeuen Vereinigung der Cigarrenhändler Berlins", Max Gödde, geroäl)lt

- Das amerikanische Petroleummouopol. Während sich in dem wirtschaftlichen Leben der Vereinigten Staaten gegenwärtig kritische Vorgänge abspielen, hält es Rockefeüer an der Zeit, fein Petr oleum Monopol weiter auszudehnen. Die Standard Oil Co. sucht den deutschen Petroleumhandel noch mehr unter ihre Gewalt zu bekommen, als es schon ohne­hin der Fall ist. Die üOstseeztg." schreibt hierzu: Wie aus einer größeren Anzahl von Berichten, die uns vorliegen, zu ersehen ist, arbeitet die Zweiggesellschaft der Standard Oil Co. des Herrn Rockefeller, die Deutsch-amerikanische Petroleum- Gesellschaft, durch ihre Agenten zur Zeit wieder mit Hoch­druck, um die Kaufleute in den pommerschen Städten für ihre 'Monopolzwecke einzufangen. Dieser Tendenz leistet, wie wir schon mehrfach aussührten, zum eigenen und zum allgemeinen Schaden Vorschub, wer sich durch die Lockimgen der Rockefellerfchen Gesellschaft einfangen läßt. Worauf cs dieser Gesellschaft offen­sichtlich ankommt, das ist die A u s s ch a l t u n g jeden Mit­bewerbs, und es heißt denn doch an die Leichtgläubigkeit feiner Mitmenschen zu hohe Ansprüche stellen, wenn man glauben machen will, dies geschehe nur zu dem Zweck, der deutschen Bevölkerung billiges Petroleum zu liefern I Der Deutsch-amerikanischen Gesell­schaft ihr Petroleum abnehmen, wenn sie eine billige Offerte macht, dagegen ist nichts einzuwenden; sich ihr als alleinigem Lieferanten vertraglich unterwerfen, darin liegt die Gefahr! Wer dies tut, schwächt bic Widerstandskraft seiner Erwerbs- genossen und hilft den Zeitpunkt vorbereiten, wo die amerika­nische Gesellschaft die Mo n o p o l s ch lin g e zuzuziehen in der Lage ist, um einen deutschen Handelszweig z u er­drosseln.

Wöchkutlichc slclierWder Todesfälle m der Stadt Gieße»

25. Woche. Vom 14. bis 20. Juni 1903.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 26900 (inkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 23,19,

nach Abzug von 5 Ortsfremden: 13,53 °/«..

Kinder

Es starben an: Zusammen:

Erwachsene:

im vom

Tuberkulose der

1.(1)

1. Lebensiahr: 2.15. Jahr

Lungen Tuberkuose des

1(1)

Unterleibs

1

1

Bronchitis

2

2

Krebs

KD

1 (1)

Herzfehler

2(2)

2(2)

Artenosclerose

2

2

Gehirnschlagfluß

KD

Kl)

Keuchhusten

1

1

Altersschwäche

1

1

Summa:

12 (5)

10 (5)

1 1

Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

Juni

** 1

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

24.

016

749,1

20,6

7,1

39

E.

4

Bew. Himmel

24.

9«

748,9

16,2

98

71

NNE.

25.

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14,3

70

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2

Sonnenschein

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