Ausgabe 
25.6.1903 Zweites Blatt
 
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Donnerstag SS. Ium 1903

Erstes Blatt.

153. Jahrgang

ESS

S3

E

Schulstraße ?.

Abreste tut Depeschen: Anzeiger Gtekcrr.

Ferri Ivrcchanlchluß Nr. 5L

Teil. V. iBtittoj tüt .Stadl und ticmb* und Gerrc^sf aal": August Götz' tüx den An­zeigenteil: Pan« Beck.

vezngdprets: monatlich7oPt., oiertel- fährltch Mk. 2.20; durch Abhole« u. Zweigstellen nionatlicl) 65 Pf.; durch üiePost Mk.2. ötectcl- jährt. ouS|d)L Besrellg. Annahme von Anzeigen für öie LageSnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeUenpretS: total ILPI^ auSwärl» SO Pfg.

148 »r-chs»»« tügltch außer Comckag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Zamilieri« biättei viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'sehen Untoers.-Buch- u.Stein- brudectt (Pietsch Erben-

GietzenerAMger

M Gemral-Aiyeiger w

Amts- und Anzeigebiatt für den Kreis Gießen

KusöltLe.

Man schreibt uns aus Berlin, 28. Juni:

Mit dem erneuten An wachsen der so ziakbemo- kratischen Fraktion ist die Zahl der Parlamentarier wiederum gestiegen, dieDiätenausder Parteikasse beziehen. Es besteht lein Zweifel, daß die verstärkte äußerste Linke mehr denn je sich versucht fühlen wird, die Beschluß- fährgkeit des Hauses anzuzweifeln. Sie wird ja sehr oft in der Lage sein, die Beschlußfähigkeit herbeizuführen, in­dem sie Mann für Btann den Saal verläßt. Das würde für die Erledigung der wichtigen Vorlagen, die den Reichstag in der nächsten Legislaturperiode beschäftigen sollen, die grüßten Unzuträglich leiten im Gefolge haben. Zu begegnen wäre dem nur durch Einführung von Änwesenheitsgeldern oder durch Aenderung der Geschäftsordnung im Sinne der Herabsetzung der Beschlußfähigkeitsziffer. Starke Zweifel dürften am Platze sein hinsichtlich der Ge­neigtheil der Regierung zur Bewilligung von Diären. Denn die bei den Tariskornmissionsdiäten gemachten Erfahrungen lassen erwarten, daß die sozialdemokratischen Ab­geordneten auch die auf sie entfallenden Plenar- Tagegelder der Parteikasse überweisen wür­den. Diese Kasse würde also bei der großen Zahl der sozialistischen Mandate und bei der Regelmäßigkeit, mit der die Mitglieder der äußersten Linken zumeist die Reichs­tagssitzungen besuchen, einen beträchtlichen und dauernden Zuschuß aus Reichsmitteln" erhalten. Daß dies der Re­gierung nicht erwünscht sein kann, liegt auf der Hand.

Im Oktober d. I. finden die N euw a h len zum preu­ßischen Landtag statt, für welche die Sozialdem o - k r a t i e zum ersten Male eigene Kandidaten aufstellen will. Ihre Erfolge bei den Reichstagswahlen stellen eine energische Agitation auch für die Landtags wählen in Aus­sicht. Es wird infolge des Eingreifens der Sozialdemo­kratie eine stärkere Beteiligung der Wähler der dritten Klasse herbeigeführt werden, da die Freisinnigen, gegen die der sozialistische Vorstoß zunächst gerichtet ist, sich des neuen Gegners mit aller Kraft erwehren dürften. Wenn es im günstigsten Falle der Sozialdemokratie auch gelingen sollte, einige Abgeordnete in den preußischen Landtag zu bringen: Bedeutung lvird sie in diesem Parla­ment in absehbarer Zeit nicht erlangen.

Zur Stichwahl

liegen uns heute noch einige ycachrichten vor, die, wenn auch verspätet, doch des allgemeinen Interesses nicht ent­behren.

In Eberstadt wurde, wie man uns schreibt, am 23. d. M. im Saale von Metzger Görlach durch ein paar Herren des liberalen Wahlkomitees eine Wahlversammlung abge> halten. Zuerst sprach Reg.-Rat Dr. Metzler von Gießen und legte in längeren Ausführungen die Ziele der Sozial­demokratie und das Programm des Herrn Heyligenstaedt dar. Nach seiner mit großem Beifall ausgenommenen Rede sprachen noch Landgerichtsrat Schmeckenbecher, der ein Hoch aus das Vaterland ausbrachte, sowie Herr Haubach von Gießen, und man gewann allgemein den Eindruck, daß die Verstimmung über den Ausfall der Wahl zu Ungunst en Köhlers gewichen sei, und zu hoffen ist, daß auch hier viele Wähler für Herrn Heyligen- ftaebt stimmen werden.

Der Vorstand des Krieger-Bezirks Nidda hat an sämt­liche Kriegeroereinsmitglieder des Bezirks folgenden Appell gerichtet:

Kameraden! Ihr wißt, daß alle nationalen Par­teien ohne Unterschied der Richtung in unseren Krieger­vereinen respektiert werden, dagegen ist für Leute, die die internationale" d. t die vaterlandslose Sozialdemokratie unterstützen, fein Platz in unserer Mitte. Ueberlegt Euch das wohl, ehe Ihr am 25. d. Mts. Euren Stimmzettel ab- gebt!!! Wer seine Stimme einem Reichs- und Kaiser feind giebt, begeht Verrat am Vaterland und wird eidbrüchig gegen seinen Kaiser, dem er Treue geschworen hat. Des­halb gedenkt Eures Fahneneides! Glaubt einer von Euch

den SoLialdemokvatLN wählen zu müssen, daun sei er ehr­lich und scheide aus dem Kriegerverein aus, andernfalls wud er sich die Folgen selbst zuschreibeu müssen. Dies zur Mahnung und Warnung!

In Beuern fand am 23. d. Mrts. eine Wählerversamm­lung statt, in der z)err Krumm sprach. Die Versammlung verlies sehr ruhig und Herr Krumm zögerte, unserem Ge­währsmann zufolge, nicht, allen denen, die von der Sozial­demokratie nichts wissen wollen, die Wahl des Herrn« Heyligenstaedt zu empfehlen; niemandem aber sollte man den Vorwurf machen dürfen, er habe für Politik 'kein In­teresse. Diese scheinbare Objektivität des Herrn Krumm war taktisch nicht übel angebracht und bürsre auf manchen der erschienenen Wähler Eindruck gemacht habem Ja, so verstehen es die Herren Sozialdemokraten, durch Schlauheit ihre Wähler einznfangen. Doch die liebe Unschuld tut nur so!

Die am 16. Juni auf die sozialdemokratischen Kandidaten abgegebenen 3 Millionen 8 Tausend Stimmen verteilen sich aus die einzelnen Provinzen und Bundesstaaten folgendermaßen (in Klammern die Er­gebnisse der 98er Wahl in Tausenden): Ostpreußen 55 Lausend (46), Westpreußen 19 Tausend (11), Berlin 218 Tausend (155), Brandenburg 244 Tausend (162), Pommern 55 Tausend (39), Posen 7 Tausend (5), Schlesien 174 Tausend (134), Provinz Sachsen 192 Tausend (148), Schleswig-Hol­stein 113 Tausend (83), Hannover 131 Tausend (98), West­falen 140 Tausend (77), Hessen-lltassau 93 Tausend (74), Rheinprovinz 206 Lausend (1121 also Preußen 1647 Tausend (1142), Bayern 212 Tausend (138), Sachsen 443 Tausend (299), Württemberg 100 Lausend (62), Baden 72 Tausend (50), Hessen 69 Tausend (49), Niecklenburg 56 Tausend (47), Oldenburg und Braunschweig-Anhalt 82 Tausend (61), sächs. Herzogtümer 81 Tausend (62^, Fürstentümer 42 Tausend (34), Hansastädte 136 Dauseno (111), Elfaß-Lothringen 68 Tausend (52). Die Sozialdemokratie hat in Preußen 500 Ö00 Stimmen oder über 44 Prozent gewonnen, im übrigen Deutschland 400 000 Stimmen aber 41 Prozent, also in ganz Deutschland 900000 Stimmen oder fast 43 Prozent.

Der Einzug Peters I. in Belgrad.

Belgrad, 24. Juni.

Um 10 Uhr vormittags verkündete Kanonendonner, daß der König serbischen Boden betreten habe. Bei der Ein­fahrt des Hofzuges intonierte die Atusik die National- hymne. Die Anwesenden brachen in stürmische endlose Zivio- rufe aus. Nach Einlaufen des Zuges wurde der König von der Regierung und Der Gemeindevertretung begrüßt. Der König schritt hierauf die Front der Ehren ko mpagnie ab und nahm die Vorstellung der Anwesenden, sodann an der Schwelle des Salons die des russischen Gesandten Tscharikow und im Salon die Vorstellung des österreich- ungarischen Gesandten Dumba und anderer Persön­lichkeiten entgegen. Am Ausgang des Bahnhofes wurde der König von einer Abordnung Belgrader Damen be­grüßt, während das Volk in erneute brausende Ziviorufe ausbrach.

Beim Empfange auf dem Bahn Hofe richtete der Mi­nisterpräsident an den König eine Ansprache. Diese so­wohl, wie die verlesene Antwort des Königs riefen be­geisterte Ziviorufe hervor. Der Ministerpräsident stellte hierauf die Minister, die anwesenden Generäle und sonstige Offiziere vor. Sodann wandte sich der König einer Ab­ordnung der Stadt Belgrad zu. aus deren Mitte du Mit­glied mit einer Ansprache Brot und Salz überreichte. Nach­dem der König auch auf biete Ansprache mit leiser, von den Allernächststehenden nur verständlichen Stimme ein kurzes Manuskript ablesend, geantwortet hatte, begab er sich in den Bahnhofssalon, wo er außer den gemeldeten Personen auch die Gemahlinnen der Kabinettsmitglieder begrüßte. Vom Bahnhofe begab sbchf der König in feier- lichtem Zuge nach der Kathedrale: auf dem Wege dorthin bildeten Vereine, die Studentenschiaft, Institute und

Truppen Spalier, hinter welchen sich eine dichte Menge aufgestellt batte. Die Spitze des Zuges bildete eine Ab­teilung Garvesoldaten, ihnen folgte in Galawagen der König Peter mit dem Ministerpräsidenten, im zweiten Wagen Dr. Fuadowitsch, bann die Offiziersabordnung, die den König hierher begleitet hatte, die übrigen Minister und zum Schluß eine Deputation der Skupschtina. Begeisterte Ziviorufe be­grüßten den König, überall warf man ihm Blumen zu. Der König erwiderte, indem er freundlich lächelend salutierte.

Nach Erteilung des Segens in der Kathedrale hielt der Metropolit eine Ansprache, in der er sagte: Alles, was sich aus (rrben ereignet, ist nur durch den Willen Gottes! möglich, so auch die Berufung des erhabenen Geschlechts Karageorgiewitsch und die Berufung König Peters. Bitten wir zu dem Allmächtigen, daß er das Wirken des erhabenen Königs Peter segne und uns König Peter viele viele Jahre erhalte, zum Wohle der Nation, damit das serbische Volk neugestärkt emporblühe. In der Kirche fiel es auf, daß der König dem Metropoliten die Hand nicht küßte, wie es bisher Sitte war.

Von der Kathedrale fuhr der König nach dem neuen Konak, wo er kurz nach 11 Uhr eintraf. Inzwischen ver­sammelten sich im Konak die Senatoren und die Abgeord­neten. Senatsprüsidenl Welimirowitsch begrüßte den König namens der Versammlung mit einer Ansprache, in der er sagte, die Nationalversammlung, die zum ersten Male vor threm König vereint sei, heiße chn herzlich willkommen. Sre sei überzeugt, daß der König .den kulturellen und nationalen Fortschritt des Landes fördern werde. Bei diesen Worten brachen die Anwesenden in Ziviorufe aus. Der König antwortete, indem er allen herzlich für den warmen Willtommensgrutz dankte und feierlichst erklärte, im Ein­vernehmen mit der Natioü regieren zu wollen. Er bitte die Versammlung, überzeugt zu sein, daß er sein gegebenes Versprechen loyal halten werde. Der König schloß mit dem Rufe:Hoch das serbische Volk!" Hierauf reichte der König jedem der Anwesenden die Hand. Als der König auf dem Balkon erschien, wurde er mit andauernden Ziviorusen begrüßt. Der König dankte durch Nicken mit dem Kopfe und zog sich dann in seine Gemächer zurück.

Heute nachmittag machte der Stönig mit dem Obersten Nesitsch eine Rundfahrt durch die Stadt. Der König wurde überall lebhaft begrüßt. Am Abend erschien ein bürger­licher Fackelzug vor dem Palaste und der Bürgermeister begrüßte den König. Die Stadt wurde festlich beleuchtet. Das Volk jubelt und aus den strahlenden Gesichtern spricht die Hoffnung auf eine bessere Zeit.

Mit dem König trafen übrigens außer der Parlaments»- deputation und den zum Dienste kommandierten Offizieren noch sein Vertrauensmann und Privatserretär Dr. Jascha Nenadowitsch und Balugtschitsch ein, der als Anhänger Sara* georgiewitschs jahrelang im Exil verweilte. Von den zahl­reichen Verwandten, die der König in Serbien hat, sah man niemanden bei dem Empfange. Die Tochter und zwei Söhne des Königs sollen in zehn Tagen mit dem Prinzen Arsen Karageorgiewitsch in Belgrad eintrefsen.

Der englische Gesandte in Belgrad, Bonham, wird in kürzester Zeit wieder auf seinen Posten zurückkehren und dem König die Mitteilung machen, daß ihn die eng­lische Regierung formell anerkenne. Mit dieser Mitteilung wird er jedoch in e ner gischer Form den Rat verbrnden, im Interesse seines Landes eine strenge Untersuchung über alle seiner Thronbesteigung voraus­gegangenen Vorfälle einzuleiten und die im öffentlichen Gerichtsverfahren schuldig Befundenen der Strafe zuzn- sühren.

DieNctt.-Ztg." schreibt anscheinend offiziös: Ueber bi* Dispositionen des deutschen Gesandten in Belgrad werden unrichtige Meldungen vorbereitet. Da der deutsche Gesandte beim König von Serbien beglaubigt war, sind durch dessen Tod die Funktionen des diplomatischen Ver­treters Deutschlands erledigt. Wenn dieser zunächst in Betl- grab verbleibt, fc; geschieht dies behufs Erledigung der laufenden Geschäfte fotoie zum Schutze und zur Wahrung der deutschen Interessen. Das weitere Verhalten

Feuilleton.

Konzert in d t n gen. Am Samstag, resp. Sonn­tag fand in Büdingen ein Konzert statt zum Besten des Mathildenhospitals. Es geht uns darüber, leider etwas verspätet, ein Bericht zu, dem wir aber gern noch einige Taten entnehmen, da dieselben für manchen unserer Leser von Interesse sein dürften. Es heißt darin u. a.:Die Ausführenden waren Herr Hahn, Pianist aus Gießen, Fräulein Minna Heutzenröder aus Büdingen und Fräulein Ida Stammler aus Gießen (Sopran und Mezzosopran). Das Programm war intereffant zusammen- gestellt, ueichhaltig ohne zu ermüden. Herr Hahn, ein Schüler des Frankfurter Konservatoriums, in dem damals auch der jetzige llniversitätsmusikdirektor in Gießen, Herr Trautmann, als Lehrer der Harmonie wirkte, spielte Varia­tionen in F-dur von Beethoven, Nocturne in F-moll und Walzer in As-dur, von Ehopin, Scherzo in E-moll von Mendelssohn und schließlich die Aufforderung zum Tanz von Weber. Wir haben den Eindruck, daß der junge Künstler die technischen Schwierig leiten des Klaviers weit hinter sich hat. Er spielte mit hinreißender Lebendigkeit und sand dann micber aus großer Leidenschaft den Weg zu unbe­schreiblicher Weichheit und Süße des Tones. Wir Büdinger möchten Gießen beneiden, die Vaterstadt eines so frisch und krustig enrporslrebenden Talentes zu sein. Herr Hahn begleitete auch die Gesänge der Damen in Verständnis- voller Weise Diese brachten außer zwei Duetten von Mendelssohn noch eine Arie aus der Schöpfung, ferner

Lieder von Brahms, Schumann, Löwe, Abt und Hildach zu Gehör. Beide Damen sind Schstlerümen der bekannten Gießener Sangesmeisterin, Fräulein Meta Buff, und kenn­zeichneten sich auch als solche durch Schönheit und Korrektheit der Tonbildung, Ausgeglichenheit der Stimme, sichere Beherrschung ^der Stimmmittel, durch Wärme und Innigkeit der Aufsagung und vornehmen Vortrag. Man war hier herzlich dankbar für den Genuß, den das liebens­würdige Trio den Büdingern bereitete, und wir geben gern dem Wunsche Ausdruck, daß wir die jungen Künstler bald wieder bei uns begrüßen und hören dürfen.

Ein neues System für ben Dheaterbau. Pro­fessor Littmann in München, ber ben Plan und das Modell für einen Neubau des Stuttgarter Hoftheaters ausgear­beitet hat, ist hierbei auf Anregung deS Intendanten Baron Putzlitz dem Gedanken nähergetreten, den Typus für eine neue Theateranlage zu schassen, für das Theater nach dem Toppelhaus"-Syftem ober demSvstem der beiden Häuser unter einem Dach", wie man es auch nennt. Auf einem hufeisenförmigen Grundriß rückten drei Bauteile: Opern­haus, Verwaltungsgebäude und Schauspielhaus, s,o nahe aneinander, daß sie unter eine gemeinsame Dachanlage zu liegen kommen, aber troi bem wahrt iedes der drei Bau­werke seine volle Selbständigkeit; das Opern- und das Schauspielhaus bieten sogar, da sie von drei Seiten voll­kommen frei liegen, fast alle Vorteile von isolierten An­lagen dar. DieFranks. Ztg." bemerkt über dieses Pro­jekt:Nichts hat ber günstigen Entwickelung, zumal der

Schauspielkunst, in den letzten hundert Jahren. so sehr ge» schadet, wie die unzweckmäßig eingerichteten und übermäßig großen Theatergebaube. Tas Litlmannsche Projekt sieht ein Opernhaus für 1400 und ein Schauspielhaus für 800 Per­sonen vor und damit scheint uns eine Norm gegeben zu sein, die für die Mehrzahl der deutschen Städte zutreffen dürfte. Giebt mau diesen Häusern die Einrichtung, tote sie von dem Zwecke, dem sie speziell dienen sollen, er­fordert wird, rückt man sie unter möglichster Wahrung ihrer Isolierung so nahe aneinaitber, wie es irgendwie angeht, und schließt man sie an ein Verwaltungsgebäude an, das für das Personal die gleiche Verkehrsbequemlichkeit bar» bietet, so wirb man zu einem neuen Tyeatertypus kommen mit einem möglich st engen Zusammenschluß' des Ganzen bei möglichst selbständiger Entwickelung der Einzelglieder und bariu liegt wohl ber Kernpunkt ber Littmannschen Problemlösung.

Im Spinnen winkel", der von uns bereits mit Merkennung genannte neue Roman des Berliner Bürger­meisters Georg Rercke (Verlag von Schuster und Löffler in Berlin), soll dramatisiert tu erb en und noch im Laufe dieses Herbstes au einer Berliner Bühne in Szene gehen.

T r o n dch j c m, 23. Juni. Die Ziegle r s ch e Nord- pol-Expedition ist heilte an Bord derAmerika" von hier abgejegell. Sie söhn Tepotmaterial mit sich. Falls das Schiss nicht weitet rann, wird gehofft, auf Franz Josefsland einen guten Hafen zu finden, ivo sich dieAme­rika" ben Winter verankert, und von wo die Expedition mit Hunden fortgesetzt werben kann.