Ausgabe 
25.6.1903 Drittes Blatt
 
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Donnerstag 35» Juni 1903

Zweites Blatt.

153. Jahrgang

Vezngvprelsr monatltch7bP1^ viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2. viertel- lährl. ausjchU Bestellg. Annahme von Anzeigen ür tue LageSnurnrner atü vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 PI, auswärts 20 Pig.

Nr. 146 erfreut täglich außer SomrtagS.

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Rotationsdruck u. Ver­lag der B rühl'schen Untverf.-Buch- u. Stein­drucke rei (Piets ch Erben- Redaktion, ttrpeDitio* und Druckerei:

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GietzenerAnMger

General-Anzeiger **

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MUZ

V -3K i vJF zeigenteil: Pan« Beck.

ILe heutige Kummer umfaßt 8 Setten.

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NeichsLanzLer-KandrdaLeu.

Em gelegentlicher Mitarbeiter schreibt uns aus Berlin:

Bei dem am 27. d. M. in Kiel stattfindenden Stapel- kcmf des großen KreuzersErsatz Kaiser" wird General- feldmarschatl Graf Waldersee die Taufrede halten. Das ist eine neue Ehrung des vom Kaiser mit Auszeichnungen Tcxä) bedachten ehemaligen Oberkommandierenden in China. Bet dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß es noch immer politische Kreise giebt, die die Lauf­bahn des Grafen Waldersee nicht für abgeschlossen halten, sondern in ihm denkommenden Mann" sür das Reichs- kanzleramt sehen. Jetzt mehr noch als in früheren Jahren, weil nach Auffassung jener Kreise Deutschland Zeiten ent­gegen geht, die die DMöglichkeit eines schwerwiegenden Kon­fliktes zwischen Regierung und Reichstag in weit höherem Grade in sich schließen; eines Kanflikts z. B in Wehr­fragen, den der Kaiser lieber durch einen General als durch einen Diplomaten zum Austrag bringen lassen würde. Ferner wird ins Feld geführt, daß die Grund- und Zwangslage der Bülow'schen Politik, das Angewiesensein auf das Zentrum eines Tages an maßgebender Stelle mißliebig empfunden werden tonnte, zumal in der ton- servativen Partei nach Zurückdrcingung der agrarischen Elemente der gouvernementale Charakter vieler zur Gelt­ung kommen, und infolgedessen die Rechte als Regierungs- slütze lieber gesehen tverden dürfte. Es wird in diesem Zu­sammenhänge die Bemerkung derStraßb. Post" von In­teresse sein, im reichsländischen Armeekorps glaube nie­mand, daß dessen ehemaliger Kommandeur, Graf Haese- ler, seine Rolle bereits ausgespielt habe. Die kommende Zeit werde in dieser Beziehung 'wohl Ueberraschungen bringen. Also noch ein General als Reichskanzler-Kan­didat! Sicher ist bei den Herren wohl nur, daß ihr vor­geschrittenes Lebensalter der Berufung ins höchste Reichs­amt nicht entgegenstehen würde. Auch Fürst Hohenlohe zog als Greis ins historische Palais der Wilhelmstraße ein. Ob im übrigen allen diesen Mutmaßungen ein andrer Wert beizulegeu ist, als der einer Begleiterscheinung einer politisch, bewegten Periode, läßt sich natürlich zur Zeit nicht entscheiden.

Von anderer Seite wird uns geschrieben:

Eine Einladung zur Teilnahme am Stapellauf des Ersatz Kaiser" ist dem Vernehmen nach auch an den Grafen Balow ergangen. Der Kanzler wird ihr zweifellos Folge leisten, sofern sein Befinden es zuläßt, und bei dieser Gelegenheit wohl dem Kaiser Vortrag halten über die durch die Wahlen geschaffene innerpolitische Lage. Es dürfte für den Monarchen erklärlicherweise von Wert sein, vor Antritt der dtordlandsreise diesen Vortrag entgegen» zunehmen, der möglicherweise zu tiefgreifenden Entschließ- iingen führt. Leichten Herzens wird sich Gras Bülow zu dieser Berichterstattung wohl kaum rüsten: der Horizont, der ihm vor wenig Aionden im schönen Sorrent bei der Lektüre altrömischer Idyllen so heiter erschien, beginnt sich zu umwölken. Rach den letzten Meldungen ist Gras Bülow von seiner Erkrankung bereits soweit wieder her- gestellt, daß er das Zimmer verlassen und Spaziergänge va feinem Park unternehmen kann.

Volttischr Tagesschau.

Ein konservativ-sozialdemokratisches StiHwahllompromiß.

Man schreibt uns aus Berlin:

Im biedern Schwabenländle ist man höre und staune ein konservativ-sozialdemokratisches Stichwahlkompro­miß, mit konservativer Initiative versucht wor­den. Doch dort, wie anderswo, waren die Sozialisten ehrlich genug, dieses Kompromiß mit Entschiedenheit mm sich zu weisen. Jetzt bemerkt dieNationalztg.", das Vorkommnis werfe ein bezeichnendes Licht auf die Herren Aararkonservativen, die vor königstreuer Entrüstung bei­nahe b er ft en, wenn Liberale in der Stichwahl nicht Mit lautem Hurra für Männer, wie Dr. Oertel, gegen den So- rialdemotraten eintreten wollen. DieKreuzztg." nimmt einstweilen zu der Angelegenheit, welche großes Aus­sehen erregen dürfte, keine Stellung. Oder sollte die Mrß- billiaung seitens des konservativen Blattes vielleicht in den folgenden Sätzen am Vorabend der Stichwahl enthalten sein' Tie gefährlichen Fvlgen einer starken Vermehrung der Zahl der sozialdemokratischen Abgeordneten sollten jedem Patrioten klar sein. Wer zu einer solchen-Vermehr­ung beiträgt, wird die Schuld an den Folgen nicht von sich abwälzen können." Man wird durch das konservative An­erbieten gegenseitiger Unterstützung, das die Sozialdemo­kraten abtehnlen, an die Hamburger Enthüllungen Bebels erinnert, über Abmachungen zwischen Zentrum und Soziock- demotratie bei den bayerischen Landtagswal)len, Abmach­ungen deren Schauplatz der Dom zu Bamberg gewesen sein soll. Tie Enthüllung war seinerzeit dem Zentrum recht unbequem, um so mcchr als der Pakt in diesem tSuWc zu stände kam. Andererseits hat sich das Zeillrum nicht ent- iernt so nachdrücklich für die Bekämpfung der Sozialdemo­kratie ausgesprochen, wie dies durch die Konservativen diesmal bei den Wahlen geschehen ist.

Allerlei unzutreffende Gerüchte vom Zarenhofe waren in letzter Zeit im Umlauf. So hieß es, man habe einen An sch lag auf das Leben des russ i s ch en fraisers vereitelt, dann wieder sollte die Gefunbhert b e S Haren gegenwärtig st art erschüttert )i in.

Gegensatz zu diesen Nachrichten wird nun aus Peters­

burg berichtet, daß diese Meldungen unzutreffend sind. Der Zar hat, so lesen wir in einem Berliner Lokal­blatt, die Gestalt seiner Mutter, ist, wie ja bekannt, nicht groß und verhältnismäßig schlank gebaut, besitzt aber eine immense Ausdauer'und Arbeitskraft, ist unausgesetzt tätig; sobald die Negierungsgeschäfte ihn nicht in Anspruch nehmen, widmet er seine Zeit dem Sport ober anregender Konversation. So zurückhaltend man möchte es fast schüchtern nennen der Zar bei offiziellen An­lässen ist, so interessant und fesselnd oersteht er in kleinem Cerole zu vlaudem. Er tieft sehr viel und interessiert sich für alle Vorgänge. Wäre seine Gesundheit wirllich der­maßen erschüttert, wie sie so oft geschildert wurde, so würde sie ihm niemals eine so rastlose Tätigkeit gestatten. Eine bekannte Persönlicksteit aus der Umgebung des Zaren teilte mit, daß sich der Kaiser gerade jetzt außer­gewöhnlich wohl fühle. Sein körperliches Befinden lasse kaum etwas zu wünschen übrig. Abspannung nach anstrengender Arbeit empfinde schließlich jeder einmal. Ge­rüchte von Attentaten auf diese oder jene hochgestellte Persönlichkeit schwirren oft herum, doch spielt die Phan­tasie dabei die Hauptrolle, angesacht durch die ernsten Zeiten, die Rußland augenblicklich durchlebt. Tatsache ist allerdings, daß fast täglich Arretierungen mehr oder minder schwer politisch kompromittierter Persönlichkeiten, beson- oers Angehöriger der illtelligenten Klassen vorgenommen Serben. Von einem geplanten Attentat auf den Zaren ist jedoch dabei, wie schon erwähnt, keine Rede.

Centralverband deutscher Cigarren- und Tabak-Ladeuinhaber.

Ter dritte Verbandstag, der zurzeit in Köln statt- findet, beschäftigte sich in erster Linie mit dem 8 Uhr- Ladenschluß. Es lag ein entsprechender Antrag betr. Stellungnahme gegen den 8 Uhr-Ladenschluß und Absend­ung einer Petition an den Bundesrat vor. Folgender Be­schluß der Dresdener Ortsgruppe wurde angenommen: Der Verbandstag erklärt sich für eine energische Bekämpfung der Bestrebungen für den 8 Uhr-Ladenschluß, der einen weiteren schweren Rückgang des Zigarrenhandlers bedeuten würde, und empfiehlt den einzelnen Ortsvereinen den Zusammenschluß mit anderen Detaillistengruppen. Als­dann gelangt folgender Antrag der Ortsgruppe Aachen zur Annahme: Der Zentralverband möge die Generalver­treter und Depositäre sämtlicher in Deutschland eingeführ­ten ausländischen Zigarettenfabriken verpflichten, chren Ab­nehmern in ganz Deutschland einen Revers vorzulegen und von chnen unterschreiben zu lassen, wonach die Ver­kaufspreise und die den Wirten und größeren Ab­nehmern zu gewährenden Rabattsätze bei Abnahme von mindestens 100 Mark festgelegt werden sollen. Außeracht­lassung dieser Bestimmung soll eine Konventionalstrafe von 300 Mark zu Gunsten der Kasse des Zentralverbandes nach sich ziehen. Die eventuell entstehenden Verhandlungen hätte der betreffende Generalvertreter rücksichtslos durch­zuführen, wozu sich ihrerseits die Herren ebenfalls durch Revers und Konventionalstrafe zu verpflichten hätten." Ein weiterer Beschluß lautete:Ehrenpflicht eines jeden Verbandsmitgliedes ist es, Trust wäre nicht zu führen; sie lehnen daher auch jeden geschäftlichen Ver­kehr mit solchen Firmen ab, welche Vertretungen des Trusts übernehmen. Die Vertretungen der Firmen Hadjes Nash im, Dimitriiis usw. sind ganz besonders vom Ver­bandstage ins Auge zu fassen." Ueber die Trust- bekämpfung entstand eine stundenlange Debatte. Die Versammlung beschloß einstimmig, den Kamps gegen den Trust in Gemeinsch aft mit demDeutschen Tab ak-Verein mit Entschiedenheit und Ausdauer fort­zuführen und beauftragte den Vorstand des Verbandes, zu dem Behufe durch Abordnung mehrerer Mitglieder (drei) zu dem Trustausschuß des Deutschen Tabakvereins mit diesem zu beraten, "wie die Bestrebungen des ameri­kanischen Tabaktrusts, das deutsche Tabakgewerbe dem ameri­kanischen Dollar dienstbar zu machen, erfolgreich abgewehrt werden können. Die Ergebnisse dieser Beratungen sollen den Vorständen aller Ortsgruppen jeweilig m vertraulicher Weise mitgeteilt werden.

Der Kornzoll

ist in Englandvorläufig endgiltig" zu Grabe ge­tragen worden, das heißt, er ist aus dem diesjährigen Budget gestrichen, und es wird von der englischen Wähler­schaft abhängen, ob er in dem Haushaltsvoranschlag für das nächste Jahr wieder erscheinen soll oder nicht. Debatte und Abstimmung standen ganz und gar nicht unter dem Ein­flüsse der Chamberlainschen Ideen. Mr. Chaplin ver­setzte dem Prernierniinister einen empfindlichen Nadelstich, indem er sagte, er bezweifle nicht den Erfolg der Chamber­lainschen Pläne, diewie es den Anschein habe, auch von dem Premierminister befürwortet würden!" Diese Bemerk­ung wurde vom Hause mit lautem Gelächter und mit ironi­schen Beifallsrufen aufgenon men, aber der Angegriffene nahm sich nicht die Mühe, darauf zu erwidern. Die Times" greift in ihrer Besprechung den Schatzkanzler Ritschia äußerst heftig an. Das Blatt wirft ihm ll nauf- rich tigkeit und Unfähigkeit vor, sucht ihm allerhand Widersprüche in feinen Red"' nachzuweisen und ihn auf alle mögliche Weise lächerlich zu machen. Bei der Regel­mäßigkeit und Heftigkeit, mA der diese Angriffe erfolgen, feit die Kontroverse zwischen bim Freihändlern und den Schutzzöllnern im englischen Ministerium zum offenen Aus­bruch gefommeu ist, kann man sich bes Einbruckes nicht erwehren, daß damit ein bestimmter Zweck verfolgt wird, und zwar der, Ritchie, der offen und ehrlich als ein scharfer Gegner der Ehamberl. nsclim Ideen hervorgetreten ist, zum Rücktritt zu zwingen. Ritchie ist aber eine feste Stütze des Freihandels im Ministerium und sein Bükt tritt würde

einen großen Triumph für Chamberlain bedeuten. Nach der Abstimmung zu urteilen, dürfte sich jedoch der Wunsch des Cityblattes kaum verwirllichen._____________________

Deutsches Reich.

Berlin, 24. Juni. Der Kaiser ist heute an Bord derHohenzollern" kurz nach 6 Uhr in Kiel eingetroffen. Als das Schiff in den inneren Hafen eintief, setzten die Kriegsschiffe Toppflaggen und feuerten den Kaisersalut. Mährend die hohenzollern" an den langen Reihen der Kriegsschiffe vorbeifuhr, paradierten die Besatzungen der Schiffe und brachten Hurras aus. Auch die Besatzungen der amerikanischen Kriegsschiffe begrüßten die ,L-ohen- zollern" mit Hurras. Von den Flaggschiffen ertönte die Nationalhymne. DieHohenzollern" machte gegenüber der Marineakademie fest. Zahlreiches Publikum betrachtete von den Ufern der Föhrde aus das Einlaufen der kaiserlichen 2)acht. Der Kaiser hörte auf der Fahrt von Bruns­büttel hierher die Vorträge des Chefs des Zivilkabinets und des Marinekabinetts. Beim Eintreffen in dem Hafen führte dieHohenzollern" auch die amerikanische Flagge. Ter Kaiser stand auf dem Vorderdeck und salutierte an­dauernd. Nachdem dieHohenzollern" festgemacht hatte, meldeten sich Prinz Heinrich, der Stationschef Admiral Köster und Oberst Dürr. Ferner empfing der Kaiser auf der Hohenzollern" den Admiral und den Kommandanten des amerikanischen Geschwaders. Die Kaiserin und Prinz Adalbert sind heute abend um 7 Uhr aus Plön in Kiel eingetroffen und begaben sich mittelst Salonpinafse an Bord derHohenzollern". Admiral Co tton und die Kam- manoanten der amerikanischen Schiffe waren heute zur F-rühstückstafel ins Schloß geladen. Der Berliner und der römische amerikanische Botschafter sind in Kiel eingetroffen.

Die Ueberreichung des Bromberger Ehren­bürgerbriefes an den Reichskanzler Grafen Bülow hat derPost" zufolge heute mittag stattgefunden. Zu diesem Zwecke hatten sich der Oberbürgermeister und der Stadtverordnetenvorsteyer von Bromberg im Reichskanzler- Palais ein gefunden.

Ueber den Stand der vorbereitenden Beratungen für die Verhandlungen zum Abschluß neuer Handels­verträge meldet der ,A!ok.-Anz.", daß die Besprechungen in den zuständigen Ressorts sich bisher beschränkt haben auf die Festsetzung der Verhaltungslinien für die deutschen UnterhäiMer, insbesondere au, die Festsetzung der Forder­ung, um welche die fremden Tarife ermäßigt wer­den sollen. Die Besprechungen sind noch nicht abge­schlossen. Die Vertragsverhandlungen werden schwerlich vor dem Herbst beginnen.

Dem nächsten Handwerkskammertage werden verschiedene Anträge von allgemeiner Bedeutung zur Be­schlußfassung vorgelegt. Vor allen Singen ist die Schaffung eines ständigen Bureaus, einer Zentralstelle der deut­schen Handwerks - und Gewerbekamme rn in Aus­sicht genommen. Die Quittmigskarten der Alters- und Invaliditäts-Versicherung sollen auf den Namen des Ge­sellen nur dann ausgestellt werden, wenn das Zeugnis über die bestandene Gesellenprüfung vorgelegt ist. Der Verband der deutschen Berufsgenossenschaften soll ersucht werden, sich gleichfalls dafür auszufprechen. Hinsichtlich der selbständigen Ausübung des M au r e r - und Zimmer- gewerbes ist in Aussicht genommen, eine ministerielle Entscheidung darüber herbeizuführen, daß im Baugewerbe nur derjenige als selbständiger Handwerker im Sinne des Paragraphen 129 der H.-O. anzus'ehen sei, der einfache Ent­würfe, statistische Berechnungen, sowie Kostenanschläge an- fertigen kann.

Hamburg, 24. Juni. An Bprd der flacht des Groß- Herzogs von Oldenburg sand gestern nachmlltag eine Be­sprech u n g in Schul ^chiffsangelegenheiten zwischen den Vorständen des Schulschiffvereins und des Vereins für Seefahrt statt. Nach der Sitzung wurde Gene­raldirektor B a l l i u zum Kaiser befohlen, um ihm Vor­trag über die Entwickelung und Sage des Schiffahrts- tnistes zu hallen.

Bremen, 24. Juni. Den ^unterbliebenen des verstor­benen Bürgermeisters Gröning ist vom Kaiser aus Cuxhaven folgendes Beileidstelegramm zugegangen: Mit Ihnen trauere ich aufrichtig um den Entschlafenen. Mögen Sie bei dieser schweren Prüfung, Trost und Stärke in dem Bewußtsein finden, daß der Heimgegangene nach guter, erfolgreicher Arbeit, hochgeehrt von den Bürgern der Stadt, der er sein Leben gewidmet hat, die ewige Ruhe gefunden hat."

Breslau, 24. Juni. Die Zahl der anläßlich bet Ruhestörungen in Laurahütte verhafteten Per­sonen beträgt jetzt 16. Um morgen bei ber Stichwahl Zwischenfällen vorzubeugen, ist nach Zaborze Militär Der» legt.

Lubwigsburg, 24. Juni. Prinz Bernhard, jüngster Sohn des Prinzen Max von Schaumburg-Lippe, ist g e ft o r b e n.

Ausland.

London, 24. Juni. !i II t e r h aus.) Black (lib.) richtet an den Staatssekretär Eragborne eine Anfrage, welche Schritte die Regierung getan habe, Deutschland zu v er an l as s en, die unterschiedliche Behandlung Ka­nadas fallen zu lassen, und ob in diesem Zusammen­hang die Aufmerksamkeit Deutschlands aus die Gastfreundschaft gelenkt sei, welche es in den englischen o h t c .< ft a t i o n c n genieße. Eranborne erwidert, die Schriftstücke, wel d tun, was geschehen ist, würben bald veröffentlicht werden. Aus die zweite An­frage antwortete er mit Wein. Auf eine andere Anfrage