Schlesien auf dem Fuße gefolgt. Man fagt, daß hinter dem Augenübel des Herzogs von Trachenberg iwch allerlei dunkle Differenzen des Ministeriums Bülow und des Oberpräsidenten in Sachen der Behandlung der schlesifchen Polen versteckt lägen. Ta man dem katholischen Fürstbischof dort gern evangelische prinzliche Kommandeure oder fürstliche Oberpräsidenten gegenüberstellt, so wird der Nachfolger vielleicht wieder ein Manu des höheren Adels sein.
Mit dem Sommer hat in deutschen Landen auch die Zeit der Ausstellungen eingesetzt. Als ein machtvolles und stolzes Zeugnis oeutschen Bürgerfleißes, deutschen Gemeinsinns und tätiger Selbstverwaltung steht bie soeben eröffnete deutsche Städteausstellung in Dresden da, in der Hunderte von deutschen Städten uiü) Hunderte von Industriellen zu gegenseitiger Belehrung und Nachacht- ung ausstellten, was die deutschen Selbstverwaltungen in den letzten Jahrzehnten emsig für das geistige und leibliche Wohl der Bürger geschaffen haben. Sie liefert einen erfreulichen Tatbeweis dafür, wie im modernen Staate das freischaffende Bürgertum Anstöße zum kulturellen Fortschritt giebt, der die Nationen in sich festigt und sie aufwärts führt.
Volttische Tagesschau.
Immatrikulation des Herzogs von Sachsen-Coburg.
Bei der Immatrikulation des jungen Herzogs von Sachsen-Coburg-Gotha hat der Rektor der Universität Bonn eine bemerkenswerte "Ansprache gehalten:
Er wies auf die großen Rechte hin, die jeder Fürst ererbt, und auf die große Anhänglichkeit des deutschen Volkes an seine Fürstenhäuser als einen Schatz, der nicht nur ererbt, sondern erworben werden müsse, um ihn zu besitzen. Die Zeit, bis die Regierung auf seine jungen Schultern gelegt werde, solle der Herzog zur Vorbereitung auf feinen Beruf benutzen. Der fei herrlich, aber auch schwer, und eine staatsrechtliche Vorbildung sei zu ihm erforderlich. Der Herzog hat seine erste Jugendzeit nicht in Deutschland verlebt; möge er, das Gute der eng- lischen Erziehung in sich bewahren, aber ein d eut- scher Fürst — das müsse er sich selber sagen — könne nur der sein, der deutsch bis ins Innerste sei, deutsch denke und deutsch fühle. In der Schule der deutschen Armee habe der Herzog schon strenge Pflichterfüllung gelernt; jetzt trete er in die eigenartige Schule der deutschen Universität, die Verbindung ernsten Strebens mit heiterer Jugend froh lich keit, ein. Der Rektor sprach die Hoffnung aus, daß der Herzog hier Verständnis für alles Geistige und Achtung vor geistiger Arbeit erwerben möge, und schloß mit dem Wunsche, daß der fürstliche Student auch einst von sich sagen tonne, daß die Universität eine große erzieherische Wirkung ausübe.
Wahlaufruf des Bundes der Landwirte.
Der Bund der Landwirte hat nunmehr einen sehr langatmigen Wahlaufruf .erlassen, der mehr einer volkswirtschaftlichen Abhandlung als einem Wahlaufrufe gleicht. Es sind dcunn die altbetannten Argumente ausgeführt, die beweisen sollen, daß die Regierung auch jetzt noch die Caprivi- sche Handelspolitik gegen die Interessen der Landwirtschaft weiterzuführen gedenke. Mnigermaßen zusammengesaht werden die praktischen Gedanken des Aufrufs in den Schlußsätzen, worin der gesamte Bauernstand und ebenso der mit ihm Wirtschaftlich verbundene und zusammengehörende"' Bürgerst and aufgefordert werden, diesmal geschlossen bei den Wahlen auf den Plan zu treten. Es heißt darin, alle diejenigen, die entsprechend der Wirtschaftspolitik des Bundes der Landwirte die neuen Handelsverträge einer gleichmäßigen uni) alle berechtigten Forderungen berücksichtigenden Umgestaltung unterzogen und damit eine sichere Grundlage für die wirtschaftliche Weiterentwicklung Deutschlands geschaffen wissen wollen, mögen sich mit dem Bunde zu- sammenschließen. Die Freunde des Bundes der Landwirte würden damit für eine Gesundung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland sorgen und helfen, den einzig erfolgreichen Kampf gegen die Sozialdemokratie, nämlich den Kampf auf wirtichastlichcm Gebiet, siegreich zu beenden. Die Reichsregierung lasse den Bund der Landwirte darin im Stich, umso fester müßte der Zusammenschluß sein zum Heil des Vaterlandes.
Aus Htuitt und Kund.
Gießen, 25. Mai 1903.
— Der Eisenbahn-Verein Gießen hielt am Sam8- kag abend im Felsenkeüer eine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Verkehrs-Inspektor Nordmann, eröffnete und leitete sie. Kaffen-Kontroleur Becker, der die Jahres-Rechnung einer genauen Prüfung unterzogen hatte, stattete ansteüe des inzwischen plötzlich verstorbenen Kassenwarts, Rendanten Helmers, den Rechenschaftsbericht ab. Da niemand Einspruch erhob, wurde dem Kaffenrvart sowie auch dem gesamten Vorstand Entlastung erteilt. Da alljährlich ein Teil der Vorstandsmitglieder ausscheidet, so mußte eine teilweise Neuwahl stattfinden und die wiederwählbaren Mitglieder wurden einstimmig wieder gewählt. Zum Kassenwart wurde der zukünftige neue Stations-Kassen-Rendant, der noch nicht ernannt ist, gewählt. Für den verstorbenen Bahnhofsarbeiter Weller und den Weichensteller Tränkner wurden Stations- gehülfe Rusag und Werkstättenschlosser Bonarius in den Vorstand neu gewählt. Eine längere Debatte entspann sich über die Veranstaltung des Sommerausflugs. Während einerseits für einen Ausflug nach den hiesigen Waldungen eifrig eingetreten wurde, wünschten andere einen Ausflug mit der Eisenbahn nach auswärts. Bei der Abstimmung erklärte sich die Mehrheit für einen Ausflug nach auswärts. Um allen Vereinsmitgliedern cS zu ermöglichen, einen Ausflug mitzumachen, würbe beschlossen, die Ausflüge an zwei auseinander folgenden Sonntagen, und da die Beteiligung sehr stark sein wird, mit je zwei Sonderzügen, auszuführen, lieber den Ort der Ausflüge konnte man sich vorerst nicht einigen; es wurden Bad-Nauheim und Dillenburg in Vorschlag gebracht. Die Wahl des Ortes wurde dem Vorstand überlassen; Dillenburg dürfte am meisten "Aussicht haben. Nach Schluß der Versammlung unterhielten sich die Mitglieder noch eine Weile bei einem guten Glas Bier.
•* In der heißen Jahreszeit, der wir jetzt immer näher kommen, sind die SchutzeSmaßregeln gegen Blitzes- gefahr zu erwägen. Sie sind zwar oft genannt worben, doch werden sie vielfach nicht beachtet. Man vermeide alle frei liegenden erhöhten Plätze, stelle sich unter keine hohen oder alleinstehenden Bäume und Buschwerke :c.; man schütze
bei Zeiten sein HauS durch eine richtige Blitzableiter-Anlage, um dem Blitz dadurch eine geebnete Bahn zu geben. Ein ast absoluter Schutz gegen die Blitzgefahr für unsere Gebäude ist ein guter Blitzableiter. Jedoch nur der Fachmann kann beurteilen, ob ein solcher allen Anforderungen genügt, die der heutige Stand der Technik verlangt. Deshalb ist e8 nötig, baß jeder Blitzableiter mindestens einmal im Jahre und be- onders zu dieser Jahreszeit geprüft wirb, ob er vor allem eine gut leitende Verbindung mit der Erde hat. Es ist im Interesse eines jeden Hausbesitzers, die Kosten einer sorg- ältigen Prüfung seines Blitzableiters nicht zu scheuen. Er kann dann mit sicherer Ruhe auch den schwersten Gewittern entgegensehen.
Braunfels, 24. Mai. Prinz Eitel Friedrich hat durch seinen Adjutanten für die Zeit der Manöver mehrere Zimmer des hiesigen ,SchloßhotelS* mieten lasten.
Darmstadt, 24. Mai. Wie von auswärts verlautet, wird der Zar von Kopenhagen im Sommer hierher kommen und sich von hier nach Rom Ende des Sommers begeben.
Wiesbaden, 22. Mai. Oberbürgermeister Dr. v. Jbell wurde einstimmig und Bürgermeister Heß mit 44 von 48 Stimmen wiedergewählt. Dem Anträge des Wahlausschusses entsprechend wird das Gehalt des Oberbürgermeisters von 17 000 auf 20 000 Mk., das pensionsfähige von 12 000 auf 15 000 Mk., das Gehalt des Bürgermeisters von 9000 auf 12 000 Mk., der pensionsfähige Teil auf 10 000 Mk. erhöht.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Nassau wollte die 60jährige Schwiegermutter des Likörfabrikanten Gies mit Petroleum Feuer anzünden. Es enstand eine Explosion und die Frau erlitt solche Brandwunden, daß sie trotz rascher Hilfe nach zwei Stunden starb. — Auf der Saal bürg wurden vor einiger Zeit die Grundmauern eines Mithras-Tempels auf- gedeckt; bei den weiteren Aufräumungsarbeiten wurde jetzt auch ein reichverzierter Altarleuchter aus Bronze aufge- ünden. — Auf dem Standesamte zu Mainz wurde dieser Tage das dritte eheliche Kind einer am 3. Mai d. I. von ihrem Manne geschiedenen 18 jährigen Frau in das Geburtsregister eingetragen. Diese kaum dem KindeSalter entwachsene geschiedene Ehefrau gedenkt sich demnächst zum zweiten male zu verehelichen.
Vermischtes.
• Nürnberg, 23. Mai. Die Anmeldungen zum 10. Deutschen Turnfest haben die Zahl 15 000 bereits über- chritten. Viele Turnvereine haben zum Teil bereits wieber» )vlt Probewettturnen veranstaltet, um den einzelnen Turnern die richtige Selbsterkenntnis zu bringen und sie anzuspornen und weiter zu bilden. An Nichtmitgliedern von Turnvereinen werden Festkarten nicht abgegeben. Solche können sich nur Tages- oder Dauerkarten für den Besuch des Festplatzes bsen. Sie genießen ober auf Grund derselben die mit der Fesckarte verbundenen Vergünstigungen nicht und können insbesondere auch nicht am Jestzug teilnehmen und die hiesigen Sehenswürdigkeiten unentgeltlich besuchen.
ZLäder.
Karlsbad in der Westentasche" nennt sich ein originell e£ Merkchen. Tas eigentümliche Portemonnaie- Format (Druck der L. V. Enders schen Kunst-Anstalt in Sreutitschein,) nimmt unser Interesse in Anspruch. ,Larls- bad in der Westentasche" enthält alles, dessen der Fremde m der Thermenstadt und ihrer Umgebung bedarf. In praktischer Anordnung wird ihm hier auf mehr denn 400 Seiten ein Nachschlagebuch geboten. Chronik, Statistik, Beschreibung aller Gebäude, Anstalten und Sehenswürdigkeiten, alle Tarife, Tabellen, amtliche Nachrichten, Ausflüge, Fahrpläne, ein Hausschilderverzeichnis, sowie der Promenadenplan machen das Buch zu einem empfehlenswerten Führer.
Kunst und Wissenschaft.
Rothenburg o. d. T., 22. Mai. (Historisches Festspiel.) Die Aufführung findet am 1. Juni (Pfingstmontag) mit daraus folgendem Festtug und Feldlager statt. Durch Einlegen von Exlrazügen aus Nürnberg und Würzburg, welche abends wieder zurückgehen, ist es den Besuchern ermöglicht, früh abreisen, das Festspiel mit Zug und Feldlager besuchen und nachts wieder zu Hause sein zu können.
Unwersitäts-Uachrichtru.
In Greifswald feiert der Senior der cheologischen Fakultät, Kirchenhistoriker Konsistorialrat Professor Dr. theoL et phiL Otto Zöckler am 27. Mai seinen 70. Geburtstag. Zöchele ist zu Grün berg in Hessen geboren, ftubierie in Gießen, Erlangen und Berlin (1851—1855) und promovierte 1854 m Gießen zum Dr. pbü. Hier promovierte er 1856 §um Licentlaten der Theologie. Im Jahre 1856 habilitierte er sich m Gießen als Prioat- dozeiit und ivurde hier 1863 Extraordinarius. 1866 ernannte ihn die hiesige Universität zum Ehrendoktor der Theologie. Im Herbst desselben Jahres folgte er einer Berufung als Ordinarius für Kirchengejchichte und Nachfolger Dr. Herrn. Reuters an die Unwer- fität Greifswald. Bon seinen zahlreichen Schriften nennen wir ferne Hauptwerke : „Kritische Geschichte der Askese" (1863), „Hieronymus" (1865). „Geschichte der Beziehungen zwischeii Theologie und Naturwissenschaften", 2 Bde. (1877—79), „Handbuch der theologischen Wissenschaften-, (3. Aust, in 4 Bänden, 1899/1900).
D i c ersten Abiturienten an den Thierärztlichen Hochschulen. In diesem Sommerhalbjahr sind nach deii neue» Bestimmungen an den Tierärztlichen Hochschulen nur Studierende neu immatrikuliert worden, die das Reifezeugnis besitzen. In Berlin sind es 16 Zivilsmdierende des er,len Semesters; die Zahl ist erheblich geringer als früher, wo der Durchschnitt etwa 40 betrug. Tie Gesamtzahl der Studierenden ist 488, darunter sind 113 von der Militärroßarzischule. In Dresden find 14, in Stuttgart 6 Smdierende immatrikuliert worben. In München giebt es im Sommer kein erstes Semester. Aus Hannover (7 ?) sind die genauen Zahlen noch nicht belanm.
Sport.
— Raven st ei n's Radfahrer- und Automobil- f ar ic der Umgegend Gießen-W etzlar-Marburg ist als Sonderausgabe der offiziellen Wcgekarte des beutfeheu Rad sahrerbundes erschienen. Sie reicht von Aschaffenburg-Mann tm Süden, bis oberhalb Göttingen im Norden; von Eifeuach-Äem- ingen ;m Osten bis Eoblenz im Westen. Auf einer Karte ocremigt ist also ein großes Gebiet dargestellt, das felbft bei febr ausgedehnten Fahrten den meisten Fahrern genügen dürfte. Unter Zugrundelegung des bekannten Liebe»ww'schen Kartenwerkes gibt diese Karte in leichtem Stemstiche Schicht, Orte, Bahne», Straßen, Wege, Hohenzahlcn, Flüsse u. s. w. i» Schwarz, Gebirge m braunen Schrägen, Wald in Grün, politische Abgrenzungen in zarte» Tönen. Dem besonderen Zwecke entsprechend bietet die Bearbeitung der
Straßen in Rot alles, was den Rad- und Motoriahrrr trUeregieren kann: Deutliche Unterscheidung der Straßen nach Bedeutung und Güte; Entfernungsangaben bis auf 1 10 km genau, Steigungen, gefährliche Stellen. Dadurch, daß auch alle abseits der Hauptstraßen gelegenen Orte mit Zusahrtstraßen in der Karte enthalten find, können selbst die abgelegensten Plätze besucht werden. Tie Karte ist in allen Buchhandlungen sowie bei Ludwig Raven- stein's Verlag Frankfurt a. M. zu haben und kostet ausgezogen in Taschenformat Alk. 3.—.
Versailles, 24. Mai. Heute morgen 3.30 fuhr der erste Rennwagen der Automobil wettfahrt Paris -Madrid ab. Er gehört Herrn Jarroth. Tie übrigen Wagen folgten sich mtt einer Minute Zwischenzeit. Im Ganzen nehmen 314 Wagen an der Wettfahrt teil. Tie Stadt ist seit gestern abend mit Neugierigen angefüllt, welche die ganze Nacht auf den Rennwagen verbrachten. Tie spanische Gesellschaft vom Roten Kreuz hat iimiassende Maßregel» getroffen, um bei Unfällen hilfreich eiligreifen zu können. Es sind 36 Sanitatsposten aufgestellt mit einem Personal von insgesamt 400 Mann; jeder Posten umfaßt 8 Krankenträger und zwei Radfahrer. Tie erste Etappe war Paris—Bordeaux nut 500 Kilometern, die zweite Bordeaux—Victoria mit 100 Kilometern nach Spanien hinein und die dritte Victoria—Madrid nut 400 Kilometer». Unter den Wettfahrern befindet sich auch eine Tarne. Wie ein Telegramm aus Chartres meldet, sind die ersten Automobile um 4 Uhr 14 Minute» durchgekommen. Re»ault, cm Bruder bc« Siegers der Fahrt Paris—Wien, der als dritter abgefahren war, Hatte Jarroth überholt. Ter an der Wettfahrt beteiligte Lorraine Barow prellte in der Nähe von Libourne gegen einen Baum. Ter Mechaniker wurde getötet, Barow schwer verletzt. Es verlautet, daß sich bei AngoulLme gleichfalls ein schwerer Umall ereignet Hai. Tie beiden Heizer eines Automobils sollen schwer verletzt, zw e i andere getötet worden fein. Bei Bouneoal stürzte ein Automobil beim Passieren eines Eisenbahnüberganges um. Tas Automobil fing Feuer. Ter Chauffeur starb infolge Brandwunden. Ein anderes Automobil überfuhr bei Ablis eine Frau, die sofort t o t war.
Landwirtschaft.
Bi»dapeft, 24. Mai. Nach dem S aa t ensta n ds b e richt des Ackerbauministeriums vom 20. ds. zeigen die Saaten seit dem letzten Bericht wenig Veränderung. Tie Frühjaateii von Winter- weizen stehen befriedigend bis gut. Spätsaaten kaum befriedigend. Roggen wurde durch die Fröste, die nach Mitte Mai eintraten, geschädigt itnd steht kaum befriedigend. Die mit Winter- und Sommergerste bestellten Felder zeigen eine^ gesunde grüne Farbe und dürften gute Qualitäten liefern. Ihr Stand ist gut. Hafer ist befriedigend. Tie Zuckerrübe entwickelt sich im allgemeinen gut, das erste Behaueu ist ,m Zuge. Raps steht schwach. Tte Maispslanze gedeiht üppig. Ter Weinstock steht gut. Für das übrige Obst finl die Aussichten schwach.
Eisenbahn Zeitung.
— Am 28. Mai wird an der Bahnlinie Gießen-Kob- lenz zwischen Ems und Nassau die neuerbaute Station Dausenau eröffnet.
Handel und Verkehr. Kalkswittschast.
Hamburg, 22. Mai. Tie Zwischendeckpreije auf den nordatlantischen Linien sind teilweise erhöht worden. Infolgedessen kostet die Fahrt gegenwärtig im Zwischendeck nach Newyork mit dem Schnelldampfer 170 Mk. uno mit dem Post- dampfer 160 Mk. Die Zwischendeckraten haben feit langer Zeit nicht die jetzt erreichte Hohe auigeroiefen.
— Ldcuwäldcr Hartstciniudustrtcgescllfchafl. Der Aus- sichtsrat beschloß, eine Dividende von 4 */, pCt., gegen 4 pEt. im Vorjahre, in Vorschlag zu bringen. Die Gesellschaft beabsichtigt die Ausgabe weiterer Obligationen oder junger Aktien im Betrage von 300 000-400 000 Mk.
— Türkische Tabaks-Regie-Gesellschaft. Die Einnahmen betrugen im April 1903 Ps. 19 900 000 gegen Ps. 17 700 000 in der gleichen Periode des Vorjahres.
Gingesandt.
(Für Form und Inhalt uuul uma Dieser Rubrik stehenden Artikel Übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Tie Anwohner der Stephan st raße erfreuen sich, seitdem der freie Platz zwischen der Kepler- und Bismarckstraße durch Enteignung als Eigentum an die Stadt Gießen übergegangcii ist, hauptsächlich an Sonn- und Feierlaaen eines schönen Anblicks durch die dort auigefahreiien zahlreichen Lastwagen, die mit dem Neubau der Universitätsbibliothek wohl nichts zu tun haben dürste». Ter Platz ist auch in seinem gegenwärtigen Zustande durch die dort lagernden Schutt- und Strohhausen, sowie durch die aufgeschichteten Baumaterialien keine Zierde für diesen Stadtteil. Unsere städtische Behörde müßte doch darauf sehen schon im Interesse der nahegelegenen Universität, daß derartige öffentliche Plätze in einem annähernd geordnete» Zustande sich behüben und der Anblick der dort Sonntags ausgefahrenen Lasttvagen sowohl den Bewohner» jener Gegend als auch Fremden erspart wurde. X. Y.
Hchiffsnachrichtcn.
Red Star Linie.
Ter Postdampfer »Switzerland* der Red Star Linie in Antwerpen ist laut Telegramm am 19. Mai wohlbehalten in Philadelphia angekommen.
In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Norddeutscher Lloyd.
Bremen,20. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) De. Doppelschratiben - Postdampfer ,BreSlau*, Kapitän H. Feyen vom Norddeutschen Lloyd in Breme», ist gesterii 2 Uhr nachm. wohlbehalten in Baltimore angekommen.
Bremen, 21. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter Topvelschrauben-Lchnellpostdampfer Kaiser Wilhelm 1L", Kapt. D. Hogemann vorn Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 11 Uhr vormitt. wohlbehalten in Newyork angekommen.
WchkvMk Hfbrrlidjliirr (lobrstälir in öct Stabt 6i^tn.
20. Woche. Vom 10. bis 16. Mai 1903.
(Einwohiier^ahl: angenommen zu 26 900 (mkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 19,32,
nach Abzug von 6 Ortsfremden: 7,78 °/co.
Kinder
Es starben an: Zusammen:
Erwachsene:
im
vom
1. Lebensjahr:
2.-15. Jahr
Diphteritis
KD
—
—
I >1,
Diarrhoe
1
—
—
1
Neubilbung
2(1)
2(1)
—
—
Peritonitis
Kl)
1 (1)
—
—
Bronchitis
1 (1)
1 1)
—
—
Diabetes
KD
1(1)
——
—
Pleuritis
1
1
—
—
Wassersucht
KD
Kl)
—
Krämpfen
1
—
1
—
Summa
: 10 (6)
7(5)
—
3(1)
Anne.: Tic in Klammem gesetzte» Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle m der betreffenben Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke komme».
QvIUwIIwIUIICm»» vertane* Mwter.
Eltec & Keussen,
Handlung Krefeld.


