Ausgabe 
25.5.1903 Erstes Blatt
 
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Motttag45. Mai 1 »03

153. Jahrgang

(Erstes Blatt.

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MM

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger v

Volitische Wochenschau.

Große weltpolitische Imtroürfe zu schmieden, ist unver- LußerlicheS Erbteil des britischen National-Charakters, Lllenbo genraum für die angelsächsische Rasse"' der Wahl­spruch des Angelsachsen diesseits und jenseits dcS Ozeans. Und so rasten weder England noch Amerika in der Ver­folgung neuer kühner politischer Ideale. Amerika ging von der Eroberung der spanischen Kolonien energisch an das Werk der wirchchaftlichen Eroberung Südamerikas, der die politische dereinst folgen soll, so etfrig und laut das Tud? immer abgeleugnet wird. England aber, das soeben erst mühsam über den Berg des südafrikanischen Krieges gelangt war, läßt bereits den Blick schweifen in ein neues LZand seiner Traume: die wirtschaftliche Bereinigung des Mutterlandes mit seinen Kolonien, das großbritische Zoll reich. TaS bedeutsamste Ereignis der vergangenen Woche ist cs gewesen, daß die Seele des englischen Ka­binetts, Minister Chamberlain selbst mit dem Finger in dieses Lcntd verwiesen unb es als den Endpunkt des politischen Weges bezeichnet hat, den das englische Wett- reich in den nächsten Jahren konsequent einzuichlagen hat. Chamberlain ist durch seine südafrikanischen Erfolge mutig gemacht. Er hat während des Krieges manche erfreuliche Wahrnehmung von dem Solidaritätsaefühl im großbriti- schen Weltreiche machen können. Australische Reiter unb kanadische Dollars fänden den Weg übern Ozean, um die Löcher wieder stopfen zu helfen, die Durentapserkeit so ver­heerend in die Fahnen des britischen Ruhmes geschossen hatte. Aber das alles waren für die Kolonien verhältnis­mäßig billige Anstandspslichten. Anders, ganz anders schaut das Bild der Eiicheit des britischen Reiches aus, wenn man heute dazu aufgcsordert wird, es durch bie Brille der wirtschaftlichen Interessen anzuschauen. Sie sind ge­radezu die Basis all der großen Staaten gewesen, die eng- lische Pionierarbeit in drei Erbteilen ins Leben gerufen Hal. Tiefe Basis burch eine Zollvereinigung mit England um­zustürzen, darüber entscheidet nicht bie augenblickliche pa­triotische Aufwallung, sondern das fundamentale Interesse aller Bürger. Tie Kolonien werden sich einfach fragen, was hat Englanb uns zu bieten? Wenn wir Englanb Zollnachlässe gewähren, die andere Machte veranlassen, mit uns einen verheerenden Zollkrieg anzufangen unb bie Einfuhr unserer Waren womöglich zu unterbinden, so ist bieser Preis für ben schönen Traum bes Imperialismus denn boch zu hoch. Zunächst hat sich bas Tominion of (Sanaba am patriotischsten gezeigt. Rasch entschlossen hat es dem Mutterlanbe Vorzugszölle gewährt. Es ist da- mtt Vertrags brüchig gegenüber Deutschland geworben. Tenn es hat biese Vorzugszölle Deutschlanb nicht ein- geräumt, das mtt Großbritannien und allen seinen Kolo­nien im Meistbegünstigungsverhälttiis steht. Darauf konnte Teutschland nur mtt dem Gegenhieb antworten, kanadischen Waren, die nacl) Teutschland eingeführt werden ebenfalls die Meistbegünstigung zu entziehen und au

ie seinen Gencraltarif anzuwenden. Kanada aber nimmt »en Fehdehandschuh auf unb belegt irunmehr Waren aus Deutschland unb all ben Ländern, die etwa ebenso vor­gehen sollten wie Teutschland, mit burchschnittlich einem Tritte! höheren Zoll als jein Generallans festseßt- Kanada will also burch diesen Zuschlagstarif, bessen Bekanntmach- ung uns die letzte Woche gebracht hat, alle anbcren Länber Europas schrecken, die wie Teutsa)land, nicht sofort vor bem Geßlerhut berbritischen Zollunion" ihre Reverenz zu machen Lust haben. Tie aubercu Handelsmächte, bie amtlich hervorragende Hanbelsinteressen in ben britischen Kolonien haben, werben sich wohl nach bem entschlossenen Vorgehen besDeutschen Reiches gleichfalls noch recht reif­lich überlegen, ob sie an bem Aufbau eines riesigen groß- britischen Schutzzollbundes mithelfen sollen. Ist Großbritannien nicht schon mächtig genug? Zu all ben Blöcken, die man Chamberlain von feiten ber Kolonien selbst unb von feiten aller nichtbritischeu Mächte bei feinen hochfliegenben Plänen tn ben Weg rollen wirb, kommen Schlingen, bie feine eigenen engeren Lanbsleute ihm um bie Füße werfen. Kein geringerer als Lorb Balfour, ber Kabinettschef selbst, trägt die größten Bedenken, England wegen der Chamberlainschen Entwürfe in einen Zollkrieg mit der ganzen Welt zu stürzen und dem ohnehin gegen die deutsche und amerikanische Konkurrenz schwer ringen- ben englischen Handel neue Wunden äu schlagen. Rosebery, ber Führer ber Liberalen, ber sich doch immer noch ben Weg in bas englische Ministerium offen halten möchte, in bem auf jeden Fall künftig ein Chamberlain ver­treten fein wird, hat trotzbem mit Emphase von neuem das alte englische Panier bes Freihandels gehißt. Tie Liberalen fast aus ber ganzen Linie schließen sich ihm an. Tas hin­dert aber nicht, baß bie Chamberlainsche Idee von nun an nicht toieber einschlafen wirb, sonbern auf Jahre hin­aus bie Signatur ber britischen Wirtschaftspolitik bilden wird. Und diese Tatsache wird ihre Kreise weit in bie Wirt­schaftspolitik ber ganzen Welt unb nicht zum mindesten in die des handelspolitisch so machtvoll aufstrebenden Deutschen Reiches hineinziehen.

Aus dem handelspolitischen Gebiet droht bie Flamme ber Zwietracht hoch aufzulohen, gleichzeitig beginnt sie unter ben vereinten Anstrengungen ber türkischen Lösch­mannschaften unb ber helfenden Großmächte in der Tür - lei, auf die man seit Wochen in Europa mit so viel Bangen geschaut hat, immer mehr zu versiegen. In Maeedonien machen bie türkischen Truppen gegen Albanesen unb bul­garische Banben erfreuliche Fortschritte. Auf ber Kon- )t antinopler französischen Botschaft hat man ber Anzeige eines Dieners, wonach ihn ein Jnbivibuum verleiten wollte, eine Höllenmaschine in ber Bot­schaft zu legen und zur Explosion zu bringen, keine Be­deutung beigelegt. Auch Gerüchte, daß ein Attentat gegen die russische Botschaft vorbereitet worben sei und baß sich eine Mine bereits unter ber Botschaft befinbe, finb ohne jebe Bestätigung geblieben. Trotzdem

hat bie Polizei die Ueberwachung ber Botschaft verschärft. Wie in Sofia verlautet, ist Boris Sarafow reichet in Bul­garien eingetrofien. Ties wirb als Beweis bafilr ange­legen, baß sich bie Banben in Maeedonien in einer schwierigen Lage befinden. Unb sie werben roieber einmal barauf verzichten müssen, zu ben Raub- taaten im Balkan ein neues freies Maeedonien ober ein königliches Großbulgarien hinzuzufügen. Rach allerlei ver­dächtigem Donnergrollen im europäischen Wetterwinkel angeii also bie Wolken an, sich bereits zu teilen. Hoffent­lich zaubert bald bie Frühlingssonne toieber einiges er- freuliche Leben auf die von türkischen, albanesischen und bulgarischen Pferden zerstampften Gefilde Macedoniens, da­mit Europa die Ruhe habe, bie es heute für wirtschaftliche Ausgaben wahrlich bnngenb genug nötig hat.

Sonst brachte auf auswärtigem Gebiet bie vergangene Woche nur noch eine weitere Bestätigung ber Tatsache, daß Frankreich in seinem Kampf ben Anachronismus des Klosterwesens selbstbewußt und unbekümmert um alle Angriffe von rechts unb links weiterschreitet.

Wahrend aber die französische Kirchenpolitik hart bis an die Grenze geht, hinter der die Umwandlung dec Kirche in einen freien Verein gleich jeder Gewerkschaft oder Wobl- tatigletts-Gefellfchaft liegt, behandeln wir in Deutsch­land den Pap|t als unfern besten Freund und erscheint der oeutfche Kaiser öffentlich Seite an Seite mit dem Abge­sandten Sr. veiiigieit bei ber Einweihung bes Metzer Dom- portales.

Richt weit vom Berliner Dome tagte in vergangener Woche roieber einmal ber Deutsche Kolonialrat. Man hat nichts darüber gehört, wie er sich zu ben Beschwerben über bie bureaukratische Verwaltung Samoas gestellt hat. Was er sonst verhandelte, hat, abgesehen von seinem Eintreten für bie ostafrikanische Zentralbahn kaum allge­mein interessieren können.

Lebhafter dagegen haben bie Veränderungen in den höchsten Stellen Schlesiens die öffentliche Aufmerksam­leit noch weiterhin gefesselt. Tie Angelegenheit ber Ver­abschiedung des Erbprinzen von Meiningen hat sich endlich dahin geklärt, daß der Erlaß des Erbprinzen gegen die Solbateninißhandlungen sich als mit formalen im Heere festgehaltenen Grunds ätzen nicht vertragen hat. Ter Erbprinz schwächte die Autorität der Regimentskom- manbeure zu Gunsten ber bes Korpskommandeurs durch den Erlaß. Es bleibt daher zu bedauern, daß ber Erlaß sich nicht an jene birelt gerichtet hat. Er wäre bann aus­recht erhalten und hätte manchen Unteroffizier ober Feld­webel, der heute zu Mißbräuchen seiner Kornrnandogewalt neigt, veranlaßt, sich selbst strammer in Zucht zu halten. Nachträglich verlautet dazu, daß eine Kabinettsordre des Kaisers sich direkt gegen diesen Erlaß des Erbprinzen, gewendet habe. Tagegen verdient die Nachricht noch immer mit Vorsicht behandelt zu werden, der Erbprinz sei trotzdem zum General-Inspekteur ernannt worden. Ter Erbprinz geht, ihm ist der höchste Zivilbeamte der Provinz

Feuilleton.

Wenn e$ noch eines Beweises bedürfte, daß die neue Ausgabe von Stielers Handatlas (erscheint in 50 Lieferungen jede mit 2 Karten, zu je 60 Pfg.) einen bedeu­tenden Fortschritt in der deutschen Karthographie bedeutet, so wird er durch die Karten geliefert, welche die lo.16. Lieferungen enthalten. Besonders die beiden Blatter, die den nördlichen Teil der Pyrenäischen Halbinsel in 1 : U/s Mill, dar stellen, zeigen, welch ein anschauliches Bill» von den Geländeverhältnissen durch den hier angeroenbeten Draunbruck für das Gebirge mit Unterstützung mner Schattenplatte erreicht werden kann. Ms vor 30 Jahren bie Karte von Spanien unb Portugal, gezeichnet von Earl Vogel, zum ersten Male erschien, erregte Üe ^wunberung bei Laien unb Fachmännern burch das plastt|che Brlb, ba» burch ben Dtpferstich erzielt worden war; die letzcge Aus­gabe von O. Kvfftnahn nach ben neuesten Quellen be­richtigt, wirb bie damaligen Eindrücke überttenen; es,md geradezu Musterblätter. Sie liefern den Beweis, bab Teutschland auf bem Gebiete ber Kartographie noch immer bie Führung bewahrt. Nicht roeniger Unterene nimmt Bl. 83, Wesl-Eanada in 1 :7Vs Mill., in Anspruch; bad von v>. Habenicht bearbeitete Blatt weist bie rafchen iZ-ortichrctte in ben weiten, zum Dell unwirtlichen Gebieten znnfchen 5>ubson-Dai unb Maska nach; die bisher als unerforscht ncltenben Gebiete finb dank ber Tätigkeit ber kanabischen Topographen unb Geologen stark zusammenge)chrumpft. Einen wesentlick)en Anteil an ber Belebung bieser oorich- ungstatigkeit ist ber Entdeckung der Älon bi le-©o Ib- felber nahe der Grenze von Maska zuzuschreiben. Das Ute Blatt, Nr. 85, bietet bie von H. Habenicht unb H. ©Sumann bearbeitete Uebersicht ber Vereinigten Llcmten und Mexiko in 1 :12V, Mill., ein Blatt, welches durch feine Klarheit eine Zierbe beS Atlas ist.

Selma Lagerlöf, Die Königinnen von Kungahülla. Novellen. Inhalt: Wo einst bas große Knnaabälla stand Tie Salbtömgm Lig-id L-torrada - Lw- Margareta Frebttllla - Tie Konigtti auT ber Ragnhilbmsel.' Geheftet 2.50 Mk Verlag^ von Albert Langh in München Taß em neues ^chvon ^elma Lager- löf immer ein literarisches Ereignis allerersten Ranges ein wird, ist selbstverständlich.Tie Königinnen von Kunga- LäUa" ber neue N-v-llcncyklus bie,er munbertortenrau ift wieder ein Herrliche-I Such, das chr auch in a.eutsch. lanb Diele neue Freunde zu ben alten werden wird. 1er- bUben sind diese Novellen durch den geme;r.|amen SBoben, aus de« sie spielen. In einer Einleitung werben wir aus die

Stätte geführt, an ber einst die sagenhafte mächttge Stadt Kungahalla stand. Sie ist vom Erdboden verschwunden, üppig wuchert über ihrem Grade ber Walb. Nur ein ein- amer Runenstein liegt ba. Wer seine Schrift entziffert, >em steigen sie auf, bie Bilder einer großen Vergangenheit. Unb Selma Lagerlöf versteht es, Runen zu lesen, nicht nur bie Schrift auf alten Steinen, nein, auch bie Rätsel- schrift menschlicher Seelen. Farbig, prächtig unb groß sind die Bilder, die fte vor uns auftollt, ob sie nun Vergangenheit ober Gegenwart schildert. Tenn ihre geroaltige Kunst ist über ber Zeit und wird bleiben unter dem besten aus allen Zeiten. .

Jakob Wassermann, Der niegekuszte SDlunb Hilperich. Zwei Novellen. Geheftet 2 Mk. Verlag von Albert Langen in München. Das große unb eigenartige Talent Jakob Wassermanns zeigt sich in biefen beiden Novellen von ber allergünstigsten Sette.Ter nie- geküßte Munb" ist sicher eine der stimmungsstärksten No­vellen aller Zetten. Tie Farbe, auf bie alles gestimmt ist, ist ein Silberton auf grau, bie Gestatten finb gleichsam mehr Symbole als selbsttätige Geschöpfe, bie Handlung sucht aus dem an schein en b unbedeutenden unb alltäglichen poetische Werte zu schaffen, unb das gelingt ihr in einer Weise, baß man hingerissen wirb von ber keuschen bichterischen Schön­heit ber Novelle. Das schönste an ihr finb wohl bie Land° schaftsschilderungen, die so eindrucksvoll finb, baß man sagen könnte, bie Landschaft spielte fast persönlich m alles hinein. Unb dabei ist bie Hanblung mit einer großen Logik geführt, bas Jneinanoergreifen und bie Auflösung ber Schicksale ist beinahe wie ein Rechenproblem. Die zweite 9tovelleHil- perich" zeigt biefelben Vorzüge, nur ist hier alles in höherem Grabe auf bas Charakterisierenbe unb Erzählerische über­tragen. Dies neue Buch gehört zu Jakob Wassermanns besten unb wird sicherlich auch zu seinen erfolgreichsten gehören.

Prinzregenten-Theater zu München. Nach­dem im Laufe des Winkers die Modelle für bie neue dekorative Ausstattung von Richard Wagners Götterdämmeriing" fertiggeftellt und von der Kgl. Hoftheater-Intendanz genehmigr worden war, ist Professor Bruckner in Coburg mit ber Ausführung bes zweiten unb dritten Aktes betraut worben. Tie Tetorationsprobeu zum Rhein g o lb" haben im Prinzregenten-Theater bereits begonnen, unb es roerben sowohl bie erste Szene ber Rhem- töroter wieNibelhemi" burch neue vom Ingenieur Julius Klein erfundene Beleuchtungs-Lpparete eine sz ir.sthe Voll­kommenheit erhalten, roie sie fiajer noch auf ituier anderen Bühne geboten werden konnte. Tie 24 Festvorstellungen werden vom 8. August bis 14. September stattfinden

Vivat Academia! Romane aus dem UniversttätS^ leben. Band 1. Du mein Jena! Roman von Paul Grabein. Verlag von Rich. Dong. Berlin W. 57. Preis broch. 2 Mk. Eni wirklicher Genuß diese Lektüre! Mit einem Gefühl des Dankes gegen ben Verfasser legt man ben Danb nieder, nachdem man ihn gelesen. Du mein Jena! Das schöne Lied vonalter Burschenherrlichkett" bringt bem Leser bes Romans durch Herz unb Sinn, es läßt ihn nicht, und voll Spannung erwartet er bas Erscheinen ber weiteren Bände, von denen man nach dieser ersten Probe zu schließen wohl annehmen bars, baß auch sie ihn für schöne, unvergeßliche Stunben ins golbene Land ber Jugend und Phantasie, in bie herrliche Zeit, ba bas Land ber Zukunft für ben Jüngling noch ein Land der goldenen Träume war, hineinttagen werden. Wie sprudelt hier alles von Lebenswahrheit unb Lebens­freu be! Der männlich ernste Helb unb bie Freunde, bie Couleur mit allen ihren Füchsen unb Burschen, bie holden Mägbelein, unb bie prächtigen, ehrlichen Jenenser Phi­lister unb endlich bie ganze schöne Landschaft selber an ber Saale Hellem Strande, bas alte traute Nest, dem der Verfasser, ber allem Anscheine nach hier bie schönsten Jahre feiner Stubienzeit verbracht hak, in biefem ersten Banbe ber neuen SammlungVivat Academia!" ein Denk­mal gesetzt hat. Die Verlagshanblung hat bas Werk hübsch ausgestattet.

Tie älteste, jetzt im 72. Jahrgang stehenbe Literatur­zeitschrift, dasMagazin für Literatur", erscheint nunmehr in einem vollständig neuen modernen Gewand. Auch ber Inhalt entspricht diesem neuen Gewand, er ist in jeder Hinsicht ben mobernsten Bestrebungen auf dem 'Gebiet ber Literatur unb Kultur geroibmet, wie schon die Aufzählung bet wichtigsten Artikel erweist:Roosevelt als Erzieher" von Anbreas Franken.Vom notwen- bigen liebel" (zum Frankfurter Kongreß) von Prof. Sr. Mar Flesch,Vom mobernen Drama" von August S t r i n b b e r g,'Bicher Walzer" von W. Freb,Die Erziehung zur Liebe" von Marie Gerbes. In ber neu eingerichteten Unterhaltiingsbeilage bes Magazins beginnt ber Abbruck bes Aufsehen erregenden unb hochmobernen neuesten Romanes von Ivette GuilbertDie Halb- Alten", ferner ist Maria Ianitscheck mit einer leibenschaft- burchgiüytcli SkizzeIn Schönheit, unb Robert Jafte mit einer psychologischen ErzählungTichterseele" Der- treten. Taran schließen sich '^bichte von Wilhelm Sübel, Lili v. Sommer, t.ilu o Strauß-Torney, Carmen Teja, ufro. Interessenten, welche die Zeitschrift noch nicht kennen, erhalten diese Nummer gratis unb franko von ber Ge­schäftsstelle bes Magazin Verlags in Leipzig-Reudnitz.