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25.4.1903 Erstes Blatt
 
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' Zeuge gehört wurde, ahren dieser nicht der- uwnen einen ungüuib ^ucht sowohl, wie out ^N- Ter UnteroMec W der Berhandlunq sslM der Runde burti- reschl, stehen zu bleiben, gegeben habe. Daraus n unglückseligen Trieb ig gegen Weiland laute: den Unteroffizier ober «hen Mittrlarrest. Ter rossizier Nhling wegen es Untergebenen, sowie eine Gejamtgesängnis- adation zum (^meinen, 'd auf 14 Tage strengen Khling wird dahin bc »Gerichtshofes, nachdem Mißhandlung bestraft g>- emals an einem Unter­schon allem unwuröig >e anzugehören. Dazu 'chreitung und die de. Dieser M allein raß K. nicht das Bei einen BorgeMn bc. le, gegen den Lyruw

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Echu 1 ftraße 7. ttbielle fürtepeicbeni «ozelgerlegen. 8*rniptr(i>unidilii69/r 61.

SamStag 2S. jurtltstOOS

153. Jahrgang

bestes Blatt.

Z337 9 & AA

SlehenerAMger«

General-Anzeiger 67S-

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen MW

Girßcnrr ^taöllljcnter.

Orpheu» in der Unterwelt.

Von JacqueS Offenbach.

In Offenbachs Wirken laffen sich drei Perioden unterscheiden, die ungefähr mit den 60er, 60er und 7Oer Jahren deS vor. Jahrh. zusammenfallen. Die erste Periode um­faßt seine einaktigen Singspiele und zeigt unS sein Talent von der liebenswürdigsten und anspruchslosesten Seite. In der zweiten sehen wir Offenbach zu größeren Formen schreiten, seine musikalische Erfindung üppiger, seine Technik sicherer, seine Effekte raffinierter werden; eS ist die Periode, die mit .OrpheuS in der Unterwelt' rc. daS Stoffgebiet der auSge- l'affenen Travestie und Parodie betritt und bis an den AuSganq der 6Oer Jahre reicht. Don da an verläßt Offen­bach daS Feld der Travestie und wendet sich wieder mehr der eigentlichen Komödie zu; er schreibt im Anfang dieser 8. Periode einige zwischen Poffe und Lustspiel sich bewegende allerliebste Stücke darunter .Pariser Leben' ermattet jedoch in seinen letzten Lebensjahren (er starb 1880) und bringt, bei noch immer erstaunlicher Fruchtbarkeit, nur noch einen schwächeren Aufguß seiner früheren Munken.

Am Freitag wurde auf unser Repertoire .OrpheuS in bet Unterwelt' gebracht, ein Langschläfer, der ein sehr auf­geweckter Bursch wohl nicht mehr werden wird. Die Pa­rodie, diese komplizierte Form deS HumorS, in der Nch das Antlitz der komischen Muse hinter eine doppelte Maske, eine wirkliche und eine fingierte, versteckt, ist ja zweifellos aut der Bühne der neueren Zeit nie prominenter in Szene gesetzt worden, als durch den unterweltlichen OrpheuS und die schöne Helena. Ob der Komponist es war, der sich da­bei für sein pikantes Musiktalent die litterarischen Berhelfer Nichte, oder ob lustige litterarische Köpfe in seiner Musik das richtige Medium für die burleske Satir- laune witterten, wer weiß eS jedenfalls hat juerit Adolf Trömieux, der berühmte Lppositionsredner deS zweiten französischen Kaiserreiches und nebenher der erste Gatte der mach berühmteren Adelina Patti, und später das gewandte ^chriftstellerpaar Meckhac und Halsvy im Bunde mit der ^ermäßig leicht, aber graziös geschürzten Muse Offenbachs ig Wunder zu stände gebracht, s. Z. länger als em Jahr- ^hnt das ganze lachlustige Frankreich zu beherrschen und diese Herrschaft von Paris über die zivilgierte Welt auSzu- vehnen. Als Offenbachs,OrpheuS' zum ersten male m Paris

austauchte, sah man in der travestierten Götterwirtschaft deS OlyrnpS das Abbild deS napoleonischen hofeS mit dem läster- haften, aber daS Dekorum ängstlich hütenden Donnerer an der Spitze Die aufs tiefste dekollettierte .Schöne Helena' wurde wenige Jahre später mit noch gesteigertem Enthusias­mus begrüßt, in den sich allerdings schon der Wehschrei jener überlauteren Seelen mischte, die sich im Zuschauerraum in Abwesenheit unerwachsener oder weiblicher Personen oft schon als die neugierigsten erwiesen haben und die man heute Lex Heinze- Männer zu nennen pflegt. Aber ob Bewunderer oder Zeloten: daß diese unfrommste aller Helenen und daS musika­lische Spitzengewebe, mit dem sie zur Not ihre reizende Blöße bedeckte, ohne geistreichen Chic sei, wagte niemand zu behaupten. Don dem Cancan der Offenbachiaden mögen vor 80 bis 40 Jahren in den Salons der .monde l<»n «ennuie* wohl ungefähr ähnlich schauerliche Dinge erzählt worden sein wie heute etwa von heyseS ernster Dichlimg .Maria von Magdala', ©eitern haben wir einen dieser CancanS im letzten Akt deS .Orpheus' wieder gesehen. Ach, wie harmlos sind doch diese mythologisch oben und unten kurzen und kuriosen fliegenden Röckchen und was ist an ihnen anderes als an irgend einer Balletsigur l Wir find heute in der weit überwiegenden Mehrzahl gegen gewisse Neizungen mehr abgekühlt, so übereifrig auch heute wie einst von Dunkelmännern die Glut geblasen wird, und mit oielrm Wichtigeren haben doch gar Diele von unS in der großen Schule der neuen Zeit nicht nur die ernsthaften Naturalisten in der Kunst unb die um die erhabensten Stoffe sich fünft- lerisch Mühenden unter allen Umstünden schätzen, sondern auch die alten Offenbach'schen Buffonenen mehr unter dem Gesichtspunkte bet Kunst, als mit der kurzsichtigen Brille beS SittenkommiffariuS anzusehen gelernt.

DaS HauS amüsierte sich über die parobistischen Schelmereien beS.OrpheuS' recht gut unb öffnete ben feinen Zierlichkeiten wie bem bacchantischen Ooloppabcntrubel seiner in ihrem Genre unübertroffenen Musik nicht ohne Genuß daS Ohr. Dem Söttermumpitz dagegen können wir Heutigen natürlich nicht daS aktuelle Interesse der um ein halbes Jahrhundert jüngeren Stadt Paris entgegenbringen. Tie drastischen Anspielungen auf Napoleon III. und Eugenie liegen un5 heute weltenfern. Tazu kam, daß die ganze Auf- Führung nicht auf den prickelnden unb moussierenden fran­zösischen, sondern auf einen sagen wir gemütlichen ost- elbischen Ton gestimmt war. Mit leitendem Beispiel ging der Jupiter deS Henn Regisseurs Druck voran, der den in die Enge

Die NeichStagSwahlen in Hessen.

Nur nach sieben Wochen trennen unS von ben Neu- wählen zum Reichstag unb ba ist e« benn selbstoerstänblich, baß sich auch bei unS zu Lanbe bie verschiebenen Parteien ^u rühren beginnen. Die Situation in bet Wählerschaft ist im Allgemeinen durchaus feine stimmungsvolle, denn die vielen aufregenden Reichstagsdebatten der letzten Monate, sowie manche anderen Ereignisse haben ihre Einwirkung auch auf die Wählerschaft ausgedehnt und fast überall Mißmut unb Unluft an ben politischen Dingen erzeugt. Dasselbe Bilb ber Zerfahrenheit oder Verfahrenheit, daS im Kampfe um den Zolltarif im Schoße der Parteien zu Tage trat zeigt sich auch heute noch in weiten DolkSkreisen unb besonders in Darmstadt. Dort hatte man vor Mo­naten mit Zuversicht gehofft, baß eS gelingen würbe, eine kanbibatur zustanbe zu bringen, bie von allen bürgerlichen Elementen acceptiert unb gegen ben Sozialbemokraten unter­stützt werben würde. Die Anregung zu einem solchen Zu­sammengehen war von Vertrauensmännern sehr rechtsstehender Parteien aitÄgcgangen, bie sogar auS freien Stücken für einen zuerst von nationalliberaler Seite in AiiSsicht genommenen ftnnbibaten ihre Unterstützung bestimmt zugesagt hatten. Leiber war bie betreffenbe Persönlichkeit trotz aller günstigen Chancen für bie Kanbibatur nicht zu gewinnen, unb so sah man sich genötigt, eine anbere Wahl zu treffen, bte weber ben Beifall ber Bauernbünbler, noch ben der Anti­semiten gefunden hat.

ES ist charakteristisch für die Herren, baß sie, um mit einer Sonberkandidatur g'änzen zu können, sich einen hoben pensionierten Offizier au« Preußen verschrieben haben, der rüdem auch noch im ObertaunuS, also in zwei Kreisen, kandidiert. Dir glauben kaum, daß diese Kandidatur die Billigung vieler unserer ländlichen Wühler finden wird. Wenn die Herren in einer in denReuen hessischen Dolksblättern" mit großer Wichtigtuerei erlassenen Ver­teidigung dieser Wahl eine hämische Bemerkung derFrkf. Ztg." aufgreifen und den jetzt von nativnalliberaler Seite in Aussicht genommenen Kandidaten, Rechtsanwalt Dr. Stein, «lks einunbeschriebenes Blatt" bezeichnen, so wird man doch an sie einmal die Gegenfrage richten müssen, wo denn wohl die beschriebenen Blätter ihres Kandidaten eigentlich stecken. DaS Frankfurter Blatt hat übrigens mit dieser Bezeichnung den von ihr so sehr verhätschelten bis­herigen sozialdemokratisck)en Vertreter für Darmstadt gewiß keinen guten Dienst geleistet, denn dieser war und ist doch zweifellos das letzte allerunbeschriebenen Blätter", die inan im Reichstag aufzutreiben vermag er hat dort stets nur durch feine Abwesenheit geglänzt!

Denn irgendwo in Deutsck>lanb eine günstige Gelegenheit geboten war, den bozialdemokraten daS Feld streitig zu machen, so war das im Darmstädter Wahlkreis ber Fall.

Dort ist nur eine geringfügige und dabei günstiger als in den meisten anderen Tellen deS Reichs situierte Fabrik- bevälkerung vorhanden, daS GroS der Wühler stellen Bürgerschaft, Beamte unb die seßhafte ßanbwirtfrfjajt. Die Wahl deS Sozialdemokraten Cramer ist nur möglich ge­worden durch das traurige Parteigezänk bei der Stichwahl, der ja die Sozialdemokraten überhaupt zwei volle Dutzend ihrer fämtWn RcichStagssitze verdanken. Hätte die extrem agrarifd)e Richtung nicht ihre Sondergelüste in den Vorder­grund gestellt, die bürgerlich gesinnte Wählersck-ast hätte wohl eine glänzende Mehrheit auf einen gemeinsamen Kandidaten vereinigt. Unter den jetzigen Umständen werben wir bei ber ReichötagSwahl wieder das Schauspiel erleben, daß der Sozialdemokrat trotz feinerUnbeschriebenheit" von neuem als Vertreter der hessischen Residenz in den Reichstag seinen Einzug hält.

Die bie Dinge jetzt liegen. Wird bei den neuen Reichs- tagSwahlen in unserem Großherzogtum wohl kaum eine wefentlidjc Verschiebung zu erwarten sein. Den sichersten Wahlkreis im Lande bildet für die Rationalliberalen bekannt­lich Worms, wo trotz aller Anstrengungen und Angriffe der Sozialdemokraten wie der ZentrumSmanner bte Frei­sinnigen finb bort nur sehr dünn gesät,eine glatte SBiebcr- wahl bes Frhrn. Heyl zu Herrnsheim keinesfalls vereitelt werben kann. Auch bie Wiederwahl deS Abg Haas-Darm stabt im Wahlkreis BenSheim-Erbach bars als zweifellos gelten, nachdem sich jüngst ber Bunb ber Canbwirte ebenfalls für bie Unterstützung bieser Kan- bibatur entschieben hat. Die sozialistische Kanbibatur beS Gemeinberats Rauh, bie ihm gegenübergestellt ist, Wirb wohl von bereu Parteileitung selber nicht sehr ernst ge­nommen. Der britte nationalliberale Wahlkreis, Fried­berg-Bübingen, erscheint für ben bisherigen Vertreter, Grafen Oriola, ebenfalls sicher, wenn ber Wahlkampf mit dem sozialistischen Kandidaten, B u s o l d-Friedberg, allein ausgefochten und nicht etwa eine noch in letzter Stunde etn- tretenbe Stimmenzersplitteruna herbeigeführt wirb, bie zu einer Stickstvahl führt. In O f f e n b a ch-D i e b u r g ist bie Wieberwahl bes Abg. Ul rill'trotzbem unb alledem" nicht ernstlich in Frage zu ziehen, bie Aufstellung des national­liberalen LandtagSabg. Schönberger als Kandidat für ben Dunb ber Canbwirte wirb kaum einen großen Stimmen­erfolg zu verzeichnen Haden.

Weniger sill)er erscheint bie Wahl in ben vier anberen Wahlkreisen des Lanbes. In M a i n z hat sich das Zentrum an Stelle bes früheren Ma. Dr. Säjmitt als Kanbidaten den Geh. Oberpostrat Dr. König aus Berlin geholt, xu dessen Gunsten auch eine große Agitation entfaltet wird; ber Wahlkreis ist indessen auch von den Sozialdemokraten, deren beide Vertreter ja in der hessischen Kammer sitzen, stark umschwärmt.

Bei und in Gießen hat man bekanntlich Herrn Köhler wieder ausgestellt, ben Nachfolger des wüsten Herrn Picken- doch. Herr K. erhielt daS letzte Mal in der ganzen Stabt nur etwa 40 Stimmen. Ebenso fleißig in ber Agitation wie

deS Herrn Köhler Freunde sind bie sozialistischen Anhänger deS Herrn Krumm, unseres redseligsten Stadtverordneten. Die Freisinnigen und die Nationalliberalen be­mühen sich unausgesetzt, einen gemeinsamen Kandidaten zu finden, leider bisher immer noch nicht mit Erfolg. Justizrat Dr. Gut fleisch hat, wie wir hören, zum Bedauern einet (ehr stattlichen Anzahl von Wühlern ein Mandat mit Ent- chiebenheit abgelehnt; wir wollen trotz allebem hoffen, baß er angesichts deS ostentativen liberalen Ännbibatenmangell sich schließlich boch noch zur Annahme ber Kanbibatur bereit finden läßt ES werben sonst noch hier und da Namen ge­nannt, aber eine Entscheidung ist bisher noch nicht getroffen worben unb steht erst für bie nächste Woche in AiiSsicht, in der sich definitiv entscheiden muß, ob eine liberale Sammel­kandidatur zustande kommt ober nicht.

In Bingen-Alzey mar bisher der freisinnige Abg. Schmidt-Elberfeld in den Reichstag entsandt; erwirb einen harten, aber boch wohl siegreichen Kampf mit bem Zentrums- kanbidaten Senfter unb dem Sozialdemokraten Peter Reichert zu bestehen haben. Am erfreulichsten gestalten sich endlich die Aussichten für die liberale Sache im Wahlkreis Alsfeld - Lauterbach. Hier ist zuletzt der Antisemit Bin bewald Vertreter im Reichstag gewesen, ber gestern im Reichstag zweimal Gelegenheit genommen hat, vor seinen Wählern, nicht vor bem Parlament sein trübe« Licht leuchten zu lassen; im Landtag ist eS für Alsfeld der freisinnige Rechts- anwalt unb Notar Reh, für Lauterdach-Schlitz ber national­liberale Bürgermeister StÖpler. Jetzt haben sich nun bie Freisinnigen unb Nationalliberalen zusammengetan unb eine gemeinsame Kandidatur in ber Person beS KreiSratS Dr. Walia u ausgestellt. Wir bürfen hoffen, baß biete einzig rationelle Wahloerdinbung zwischen ben beiden liberalen Parteien von Erfolg sein unb zum Siege führen möge.

Die Aussichten für bie ReichStagSwahl sinb also, wie bet oorftehenbe Ueberblirf zeigt, bei unS in Hessen im großen unb ganzen, wenn auch nicht im einzelnen, für bie liberale Sache nicht ungünstig. Die Hauptsache ist, baß sich bie bürgerliche Wählerschaft mehr auS ihrer früheren Lethargie aufrafft unb geschlossen burch ben neuen Cloeet room zur Wahlurne schreitet.

per Jass LMtner im Reichstag.

Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 24. April:

Es war zu erwarten, daß der an denFall Brüsewitz" erinnernde und wie dieser die Gemüter tief bewegend« folgenschwere Zusammenstoß zwischen bem Marinefähnrich Hüssener und dem einjährig-freiwilligen Artilleristen Hart­mann in Essen alsbald jum Gegenstand der parlamentari­schen Erörterung gemacht werden würde. Das entspricht

getriebenen Raus de« OlympS wie einen biederen alten Onkel Bräsig, ober ben burch ben ostpreußischen Rezitator Johanne- bekannt gewordenen braven Klempnermeister unb Handwerker- oereinSoorfitzenden Kadereit auS Jnsterb»irg, plauschte unb miemte. Gleichwohl wirkte seine olympische Ruhe brollig unb erregte Heiterkeit. Den unterirdischen Nebenbuhler deS großen Donnerers, ben Höllengott Pluto, gab Herr Nolte nicht ohne Humor, aber mit besserem Tenor. Herr Sommer war em antiker Bierfiedler unb gekrönter Ehemann von echtestem .Aldingsch'. In ben Armen eines solchen Jammergesponse- müßte selbst die tugenbßaftefte unb häßlichste Frau ber Teufel holen, unb nun gar biese Eurybice, bie bie frisch- fröhlichen Züge unb ben üppigen Koloraturschmuck deS Frl. Stöger trug. Es gelang ber temperamentvollen Sängerin, unS auch ein wenig an bie Lüberlichkeit ber Offenbach'chen Musikantengattin glauben zu machen. Im Höllenreiche wirkte ber lethetrunkene Prinz von Arkabien beS Herrn Ganzert wie eine rote Siegellackstange possierlich genug; im Himmel winkte unS bie ganze (9ötter-haut*'-rol6e unb zwischen Himmel, Erde unb Hölle oermittelnb schritt Frl. Hartmann als .öffentliche Meinung' auf sicheren Versfüßen, aber ohne Ausübung ber ihr vorgeschriebenen Altpartie einher. Diese gefürchtete Göttin sagt jeboch selbst, baß sie mit Strenge bie Kritik übt, und von Kollegen hat man bie Pflicht unb baS BebürsniS, nur Gutes zu reben. P. W.

R. B Darmstadt, 24. April. Felix Philippi- neue« SchauspielTas große Licht", das seit zwei Jahren an vielen deutschen Bühnen und auch in Gießen zur Auf­führung gelangte, hat heute abend im hiesigen Hoftheater endlich auch feine Premiere erlebt und eine sehr freundliche Aufnahme gefunden. Der Haupterfolg galt den Dar­stellern. Den Baumeister Ferleitner, die eigentliche Hauptrolle, spielte Herr Hacker mit Tempera­ment und Routine, während der iunge Maler Ras­mussen, der an Größenwahn und Eiferzucht zu Grunde geht, in Herrn Loehr einen sehr angemessenen Vertreter hatte. Eine hervorragende Darstellung fand die Nichte Rasmussens in Frl. Eichelsh eim, die Mutter Ras- muss.'ns wurde von Frau MöbiuS -Kuhn Würdig repräsen­tiert, ebenso der Oberbürgermeister durch Herrn Fried­rich. In der humorgewürzten Partie des Organisten und Chordirigenten Gr>ldner bewährte sich Herr Wagner wieder vortrefflich. Seine Koni gl. Hoheit ber Grobherzog und die gräfl. Erbach-Schör. .rrgschen ^'rrfchaseen wohnten der Aufführung bei