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25.2.1903 Erstes Blatt
 
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. Der Schristgießer- iach, welcher zehn Tage nachdem die Forderungen ). Die Arbeit wird am ncn. Gestern erschoß i7. In Oberlab er- Drechster. Heute lie Bender im Hause vrWr Hauser ist mit rschrnunden und hat rlasyen. - Ter Schneider^ besuch eines Maskenballes i den Fluß und ertranl. ins Hessen und den acht brach in dem könig- shöhc bei Kassel ein OOO Zentner Braunkohlen je Gebäulichkeiten dieses

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Nr. 47

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Echot ft ratze 7.

tlbieile tüt Tepelcbent Anzeiger Gtetzeu.

FernlvrechonichlußAr 51

Erstes Blatt.

153. Jahrgang

Mittwoch25. Februar 1903

sietzenerAnzeiger

General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen

Beza g 4p r»lO> monuihcbTb'V^ mcrtel» läbihd) Ml 2.20, du.ch Addole- u. Zweigstellen monatlich 6o 1)1.. durch öieiiofl Alk 2. viertel' lähtl auelcbl ttfhellg. Annahme von Lnzetgen lüi öit iagrdiiuiiunec bia ooimittag« 10 Uhr, titilenpieK total 121)1^ dcreiuüii« tu big.

t<eionireoiihd); Kn den polu u allgrnv Ifil 1) W1111o, lür »Stadt unö L'anö* und (Seiichiolnaf Hutt Plato, tüi öen An» Aeuienteil t»an« Beck.

Flnion Jack und Sternenbanner.

In den Vereinigten Staaten ist Deutschland die meist- beachtete und meistgenannte Macht. Die Sucht, Teuisch- land hinzustellen als den intimpen Gegner der Union, der sogar am Panamakanal seinen Anteil haben wolle, beherrscht weite Kreise des amerikanischen Volkes, sodaß sie verabsäumen, den Singen ihre Aufmerksamkeit zuzu­wenden, die in ihrer Nahe sich abspielen unö dem über­spannten amerikanischen Selbstgefühl sehr widsr den Strich sind. TieKrcuzztg." machte dieser Tage von dem Ar­tikel eines englischen militärischen Journals Mitteilung, demzufolge aus Befehl der Admiralität das englisch-wesl- indische Geschwader verstärkt werden soll, und man in Jamaica, der südatlantischen Flotten-Hauptstation, die An- ünst eines zweiten Admirals und einer Anzahl Kriegs- chisfe erwartet. Zutreffend bemerkte dieKrcuzztg.", cs ei dies ein Beweis für den Scharfblick, mit dem England ür alle Eventualitäten in Süd- und Mittel-Amerika seine Naßregeln einrichte.

Ter unmittelbare Anlaß zur Verstärkung des eng­lisch-westindischen Geschwaders ist Wohl durch die bevor­stehende Annahme des Panamakanal-Vertrags seitens des amerikanischen Parlaments gegeben worden. Tiptomatisch bat England in der Kanalfrage bekanntlich der Union das Feld überlassen; es erkannte das amerikanische Kanal­monopol im Sinne des alleinigen Besitz- und Bertvaltungs- rcchts an. Ohne gewichtige Gründe allerdings wird die Union den englischen (SajifiCn ebenso wenig wie denen an­derer Nationen die Durchfahrt durch den Kanal verweigern können. Zudem würde ein solches Verbot in iebem Falle von England angefochten werden, die Kvnfiittsmöglichkeit läge also trotz aller Vertragsabmachungen in der Luft, und Reust würde schließlich der mit den Waffen errungene Erfolg behalten. Daraus läuft die Sache in der Praxis hinaus, und für solchen Aus gang sich günstige Chancen zu schaden, ist der Zweck der Verstärkung des englisch-west­indischen Gcschwabcrs.

In Jamaica besitzt England einen hervorragend gün­stigen Stutzpunkt. Von hier strahlen seine Interessen nach allen Richtungen aus. Tie kleinen Antillen, Panama, Vri- tisch-Houduras, der Golf von Mexiko, die Buhama-Juseln sic bilden einen Kreis um das Karibische Meer, dessen Zentrale Jamaica darfteilt, und wenn Jamaica Operations­basis für ein starkes Kriegsschisssgeschwader wird, dann beherrscht der Union-Jack die westindischen Gewässer. Wie ist es demgegenüber um das Sternenbanner bestellt? Tas Projekt des Ankaufs der dänischen Antillen durch die Union hat sich anscheinend zerschlagen. Tänemark will wohl jetzt, wo durch den Panamakanal für Westindien glän­zende kommerzielle Aussichten sich eröffnen, seines Platzes an der Sonne sich nicht entäußern. Tie anderen Antillen sind teils räumlich ungeeignet, teils zu abgelegen, um politischen und strategischen Wert zu besitzen. Es bleibt also das im Krieg gegen Spanienbefreite" Kuba, dessen strategischer Wert durch das südlich vorgelagerte Jamaica im Ernstfälle stark beeinträchtigt werden würde, und dessen Bevölkerung obendrein nut denBefreiern" wenig fijnipaujifiert. Und roenn die Vereinigten Staaten selbft zur Annexion der Kuba benachbarten Sieger- und Mulatten- tnepublifen Haiti und San Domingo schreiten würden: den englischen Hecht jagen sie dadurch aus dem Karpfenteiche nicht hinaus. .

Unbeirrt durch den Lärm von der Unantastbarkeit der Monroe-Doctrin, unmittelbar unter den Augen der Ame­rikaner, bewerkstelligt England die Festigung seiner Posi­tion auf Jamaica, deren Spitze nur gegen die Union ge- richtet fein kann. Doch die Amerikaner- haben anscheinend Wichtigeres zu tun, nämlich denUmtricoen" Deutschlands naclzufpüren, des einzigen Staates, von dem chrer Mei­nung nach der Union Gefahr drohte.

IMitifdjr Tagesschau.

Der steuerlose Ne chstag.

Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 24. Februar:

In unerträglich schleppender Weise ziehen sich im Reichstag die Beratungen über den Etat des RetchöamiS des Innern hin. StaatSsekrelär Graf Poiädowsly ist ver­urteilt, Tag für Tag langathmige Reden über Dinge zu hören, die in solcher Ausführlichkeit allenfalls auf Fachkon- gressen besprochen werden, aber im Parlament die Zeit für Wichtigeres fortnehmen. Es zeigt sich auch nicht das Be­streben, diese uferlosen Debatten einzuschränken. Die Ver­mutung, die n n in unseren politischen Kreisen äußern hört, hat eine gen. Wahrscheinlichkeit: daß die große Mehrheit des Reichstags .m einem drastischen Beispiel beweisen wolle, zu welchen für die Regierung selbst unerfreulichen Zuständen die Diätenlosigceit führt und die durch Beschlubilnfähigkeit bewirkte Auslieferung des Reichstags auf Gnade und Un­gnade an die parlamentarischen .Stammgäste". Heute re­präsentierten zu Anfang der Sitzung wohlgezählt zehn Per­sonen den deutschen Reichstag!

Dcallchcs Arich.

Berlin, 24. Fcbr. Der Kaiser hat auf die Nach­richt vom Ableben des Herzogs Nikolaus dem König von Württemberg in herzlichen Worten seine Teilnahme kundgcgcben.

Ter Kaiser hatte heute eine Konferenz mit dem Reichskanzler, besuchte die Militärturnanstalt, um der Be­sichtigung des Lchrkursus beizuwohncn, und horte, nachdem er ins königliche Schloß zurückgekchrt war, den Vortrag des Chefs des Militärkaoinctts. Später nahm der Kaiser militärische Meldungen entgegen.

Ein Gesetzentwurf über polizeiliche Regelung des Feue rlöschwesens ist heule dem preuß. Abgcordnelen- hause vom D . cer des Innern Freiherr» von Hammerstein zugegangen.

Tie ^Verbündeten kaufmännischen Ver­eine für weibliche Angestellte" Haven an den Bundesrat Eingaben gerichtet, in denen die Teilnahme der Frauen an den Wahlen zu den K a u f m a n n s g e r i ch - ten und die Erhaltung der bisherigen Rechte bei den Krankenkassen gefordert wird.

Leipzig, 24. F.br. Ter Jungnationalliberale Verein nahm einstimmig eine E n t r ü st u n g s e r kl ä r- un g gegen die Haltung der preußischen Regierung in Sachen des Iesuite ngesetzes an, und zwar insbesondere des­wegen, weil hier die Absicht, mit dem Zentrum in Tausch­handel zu treten, auf ein Gebiet geführt habe, auf dem die deutsche Reichsrcgierung grundsätzlich em Nachgeben nicht kennen dürfe. Die verbündeten Regierungen dürften in dieser Frage keinen Schritt zurückweichen, wenn sie nicht sich selbst und die deutsche Reichsgrünoung in ihrem wesent­lichsten Bestand in Frage stellen wollten.

München, 24. fytbr. Cs wird cher viel besprochen, daß der Prinzregent sich unmittelbar nach der Er­ledigung der Ministerkrisis ins Gebirge begeben und seine Vertretung bei der heutigen Feier des 4u= stündigen Gebets dem Prinzen Ludwig übertragen hat, während diese Zeremonie bisher zu denjenigen gehörte, an denen der Regent stets persönlich teilnahm. Man be­hauptet in diesem Zusammenhang, daß bet Regent den Prinzen Ludwig künftig mit einer gewissen Regelmäßig­keit zu seiner ißertretung, namentlich bei repräsentativen

Fastnacht.

Gießen, 25. Februar.

Wer da behauptet, es aäbe in Gießen keinen echten, rechten Karneval, wer da Köln und ?Ratnz zum Vergleich heranzieht, um mit Naserümpfen über unsere Gießener Fast­nacht hinwegzugchen, der war gewiß gründlich erstaunt, als er gestern nachmittag den Fastnachtstrubel aus dem Seltersweg wabruahm. Buchstäblich lebensgefährlich war zeitweise das Gedränge, besonders in dem schmaleren Teil der Straße, die häufig genug durch Wagen zur Hälfte ver­sperrt war. Nachdem von feiten unserer Studentenschaft schon von morgens an Stimmung gemacht worden war, nachdem diese Stimmung am Nachmittag bann den höchsten Grad erreicht hatte, kamen auch bald unsere Gießener und unsere licb.n Gießenerinnen, erst zaghaft, bann immer flotter, und beteiligten sich schließlich in ausgiebigster Weise an ben schönen Freuben der Fastnacht. Spötter behaupten, das norddeutsche kalte Blut, das Gießen so sehr beeinflusse, ließe sich nicht vertreiben, und deshalb wäre die Sache etwas einseitig, meist Studentenulk . . . lächerlich! Das war Ganz-Gießen mit seiner ganzen holden Weiblichkeit, seinen Freuden und seiner ausgelassensten Lebenslust. Selbstver­ständlich ist ein junger, feuriger Student auch ganz was Anderes, als ein Philister, dem man höchstens die Nase mit Consetii bewirft, und den man allenfalls, wenn er die Tätigen Baribusse hat heiratet. Aber zum heiraten geht man doch nicht auf die Fastnacht, noch lange nicht! Und das ist das Schöne, hier verpflichtet Vertraulichkeit zu nichts. Ja, das junge Blut! Soll es immer nur seine Tanten und Onkels küssen? Einen Tag im Jahre nicht; oaS ist wenig und doch viel. Und dann ist es gerecht. _ Und dieses sittliche Moment gab dem gestrigen Tag auch erst die richtige Weil^. Der stille uni) flüchtige Domino schöpfte die eatjne ab, gemeint ift natürlich die Sahne des Verständnisses. Andere

blieben beim Urstoff des Studenten, dem Bier, und legten >ich, um es nachher nicht zu brauchen, schon gleich zu Anfang ins Bett. So fuhr z. B. ein mit vollbesettten Betten beladener Wagen vom Lagerbräu zum Bayrischbräu und vom Baprischbräu zum Lagerbräu, und nachdem er dies unglaublich oft getan hatte, direkt in die Remise, wo die Einlieger oder, wie zu sehen war, auch Zweilieger auf dem einfachsten Wege den Dombenrausch verschlafen konnten. Ja, die prakttsche Gegenwart! Ohne Bier, wenigstens war von außen nichts davon zu merken, trottete der Thespis­karren des Orpheums durch die City. Reklame wollte er nicht machen, das sah man ihm auf den ersten Blick an; aber wer will auf ein dauernd günstiges Geschick schwören? Wer hätte nie etwas von Polykrates gehört? Sollte es nicht möglich sein, daß diese Uebung im Schuld­buch der Zukunft auf der Tebet-Seite stehen könnte? Ach, Körbe mit Apfelsinen, Säcke mit Konfetti, Jugend, Schön­heit, und was derlei Bagatellen mehr sind, halten manch­mal nicht ew.g vor. Es wäre aber trostlos, vorher daran zu denken, zumal bei Fastnacht. Kein Mensch hat gestern daran gedacht' Wer alt war, hing nicht mit rücrwärts gekehrtem Blick an verlorenen Paradiesen, und wer jung war, erst recht nicht an dem, was er von der Zukunft viel- leicht zu erwarten hat. Dazu war vor allem das Wetter viel zu schön. Man konnte gestern bei schönstem Sonnen­schein der Gegenwart leben, konnte durch die Straßen schlendern, sich auf die Füße treten lassen, konnte Staub und Konfetti schlucken, konnte lachen und scherzen und küs,en, kurz man konnte die Saturnalien bis auf die Hefe auskosten! Kann man mehr von der Gegenwart verlangen ? Und dann das Gew.mm. I von Marken! Von der einsach.ren Nobi» zum schneidigsten Pierrot, von kleinen SaianeLcn duriy atte^rade der Leusel und Engel hindurch bis zur großartigsten Kleo- patra, vom Dettelmönch bis zum rafflniertcsten La. dstrttcher war alles da, selbst die sonderbarsten Li-bespärchen, uem zu

Anlässen heranziehen werde, was bisher nicht geschah, um sich wenigstens in dieser Hinsicht zu entlasten.

Hccr und Flotte.

Man schreibt aus Petersburg. Aussehen hat die Ernennung des Bruders der Vera Sassutitsch zum kommandierenden General erregt. Als Vera Sassu- litich 1878 den Mordanschlag gegen den verhaßten Siadthauptmann Trepow unternaym, den man allgemein als den Beginn der ersten nihilistischen Bewegung ansieht, war ihr Bruder, der Oberst Riichael Jwanowiljch Sassulitsch, unter besonderer Auszeichnung zweimal, das eine Rial schwer verwundet, aus dem Türkenktiege heimgekehtt. Seine Bitte um Namensänderung wurde von dem Zaren abgelehnt und er zur Fortsetzung seiner militärischen Laufbahn bestimmt. Aus dieser ist er verhältnismäßig schnell vorgeichritten. Der 60 Jahre zählende General hat das Kommando des zweiten sibirischen Armeelorps, Stabsquartier Chabarowsk, erhalten.

Rcichstagswahlcn.

Hanau, 23. Febr. Die Konservativen werden, wie wir gestern schon meldeten, den von den 9iationalliberalen oorgeichlagenen Llmtsrichter Lucas aus Langenselbold un­terstützen. Amtsrichter Lucas ist SDiitglieb des hiesigen na- tionaüiberalen Wahlvereins. Tas Zentrum soll den Abg V! ül ler-Fulda als Kandidaten nominiert haben. Die Sozialdemokraten stellten den Reiehstagsabgeordneten Hoch wieder als Kandidaten auf, die Christlich-Sozialen den Vor­sitzenden des deutschen Zieglerverbandes El l e rka mp. Wenn nun die freisinnige Volkspartei noch mit einer Kandidatur hervortritt, werden wir mit sieben Kandidaten zu rechnen haben.

Schwerin i. M., 24. Febr. Ter hiesige Geh. Finanz». rat O. Büsing, zweiter Viceprastdent des Reichstags, welcher seit 1888 den zweiten mecklenburgischen Wahlkreis (Schwerin-Wismar) im Reichstage vertrat, hat heute erklärt, daß er aus Gesundheitsrüctjichten auf eine Wiederwahl für ben kommenden Reichstag verzichten müße.

Anslanö.

London, 24. Febr. Einer Depesche aus Moskau zufolge herrscht bei dem Generalstab in Kiew unb Odessa eine außergewöhnliche Tätigkeit. Ten Stabsoffizieren wird kein Urlaub mehr gewährt. Sämtliche Trupven, welche die Manöver bei Kursk milmachten, seien seitoem in dauernder Mobilisation erhalten. Ferner hätten 1UO00U Mann der Reserve 1. Klasse unb 180 000 Mann ber Reserve 2. Klasse jetzt Befehl erhalten, sich bereit zu halten, um innerhalb 14 Tagen nach einer zweiten Orbre zu ben Fahnen zu treten.

Unterhaus. Churchill (kons.) greift ben Plan ber Bildung neuer Armeekorps heftig an und sagt, ein Armeekorps sei ausreichend, um Wilde zu bekämpfen, aber die drei Armeekorps, welche im Plane füi Opera­tionen im Auslanbe vorgesehen, seien ungenügenb, um mit einer Nation in Europa zu kämpfen. Wenn Englanb die Vorherrschaft zur See habe, brauche es kein großes Heer, roenn es sie nicht habe, brauche es mehr Schiffe. Camp- bell-Bannermann führt aus, der Kriegsminister sollte ben Plan nicht eher aufstellen, vis bie Erfahrungen aus bem sübafrikanischen SUi.ge vollstäubmer D.ra.b.üet feLn. Tas Arme^korpssystem sei keine deutsche, sondern eine kontinen­tale Einrichtung. Welchen Nutzen hätte das Armeekorps­system in Südafrika gehabt? Das System paffe für Eng-

breien, fehlten nicht. Unb bazu ber Lärm! Die verliebten Leute konnten sich kaum etwas erzählen, was auch nichts schabete, ba es doch aewöhnllch haarsträubenber Unfipn ift. Unb anbere wollten sich nichts erzählen, Fastnacht ist boch keine Parlamentssitzung! Ein Knüppel, ber mit Behagen bemonstratio bie Straße entlang gefahren wurde, konnte höchstens ans Parlament erinnern. . . . Unb bann war es mit einem Male Abcnb. Gravicä.isch war bie Sonne nicht am Horizont, fonbern hinter einigen Schornsteinen ber» schwunben, unb bie Schatten ber Nacht lagerten sich balb über ben Seltersweg. Aber bie Fastnacht bauerte fort. Wenn auch nicht auf Der Straße, wo man später inbes noch gelegentlich hören konnte, wie ber Uebermut eines feurigen Pierrots ein seibenes Mieber krachen machte. Nein, im intimeren Kreise in ber Familie ober in ber Kneipe. So brach ber Aschermittwoch an. Unb erst bie Morgenröte be­leuchtete bie letzten §eimroanbelnben unb auch bie mit Kon­fetti besäte Straße, auf bereu Mitte ein alter Gummischuh lag, ber mit gräßlich aufgejperrtem Rachen ber herannahen- ben Desengarbe ins Auge sah. pL

Aus Frankfurt meldet unS unser R. ^. Korrespondent, daß Prozessor Wilhelm Trüdner den Rui an die Runiiafabentie zu Karlsruhe anzunehmen gedenkt.

Akademische Nachrichten. Prioatdozent Tr. F. T. Walter in M ünchen Hal den Rus als a. o. Professor für Moraliheologie an die kalholijch>theologische Fakultät in Straß­burg angenommen, ferner entspricht Professor Tr. Aloys S chäf er in Breslau dem Rus aus den Lehrstuhl für neuleüameniliche Exegese und Theologie an der genannten Fakultät. Tr. Boer i s, Aisillent am städtischen naiurwisienschaftlichen Museum m 9)i a t - land, wurde zum a. o. Professor an der Universität Äassari ernannt.

Leipzig, 24. Febr. Conrody, Prozessor der asiatischen Sprachen, erhielt eine Berufung an die staatliche Hochschule in Peking, zunächst aus drei Jahre.