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24.11.1903 Drittes Blatt
 
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Dienstag 24. November 1903

153. Jahrgang

Drittes Blatt

Nr. 276

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen.

verantwortlich für den allgemeinen MU P. Witiko; iür den Anzeigentell: H.

Rotationsdruck und Verlag der Brü hk'lchen Universitätsdruckerei (Pietsch Erden)» «Letzen.

Jung-Deutschland in der Südsee. Kolonial- Erzählungen für jung und alt von C. F alten hör st. Illustriert von R. Trache. Dresden, Verlag von Alexander Köhler. Band 1: Der D ew arra -Millionär. In Leinwand gebunden, mit Deckelbild, 1.50 Mk. Mit diesem Bändchen eröffnet der unserer Knabenwelt wohl­bekannte Verfasser eine neue Reihe von Erzählungen unter obigem Gesamttitel. In der ErzählungDer Dewarra- Millionär" führt er uns in den Bismarck-Archipel, und zwar auf die Insel Neu-Mecklenburg. Mitten unter den wilden Kanaken hat ein junger deutscher Kaufmann für ein deutsches Handelshaus eine Faktorei gegründet, um Ko^ra und Schildpatt einzutaufchen. Der eingeborene Händler, auf den er angewiesen ist, ist durch seinen un­geheuren Besitz von Dewarra oder Muschelgeld der Häupt- ling des Dorfes geworden, der die geheimnisvollen Duk- Dut-Tänzer rufen darf. Nach seinem plötzlichen Tode wäre unser Landsmann beinahe den menschenfresserischen Ge­lüsten der Kannten zum Opfer gefallen. Eine deutsche Strafexpedition erscheint, und schließlich lernen die Ein­geborenen sich wohl fühlen unter der Deutschen Herrschaft, mit der Sicherheit und Recht bei ihnen eingekehrt ist. Tie gewandt geschriebene Erzählung führt trefflich in das fremdartige Leben auf der Kanakeninsel ein. Sie wird nicht nur der Jugend, sondern auch erwachsenen Lesern Freude bereiten. Band 2: Tie Tanzdiebe. In Leinwand gebunden, mit Deckelbild. 1.50 Mk. Die Be­

sicht von ihrem künstlerischen Wert und erfreut sich an den koloristischen Feinheiten, die den Reiz der ge­treu wiedergegebenen natürlichen Farbenpracht über­raschend erhöhen. Endlich hat zum ersten Male Tr. Greiner, das jüngste Mitglied der Darmstädter Künstler­kolonie, Proben seiner Kunst dem Gießener Publikum vor- geführt. Auf dem ungewöhnlichen Umwege über die Theo­logie zur Kunst'gelangt, stellt er sich resolut auf den Boden der Modernsten, auch insofern als er in mehr als einer Technik, als Graphiker und als Bildhauer, sich betätigt. Schöne Proben einer kräftigen Begabung sind besonders die beiden breit und großartig behandelten Marmorbüsten, der Johanneskopf, die ausdrucksvolleResignation". My­thologische und symbolische Zeichnungen, die an die Grifselkunst Klingers und seines Schülers, des anderen Greiner, erinnern, beweisen jedenfalls respektables Können, Ideenreichtum und Sinn für dekorative Wirkungen im höchsten Sinn. Die weitere Entwicklung dieses hessischen Künstlers wird man mit gespanntem Interesse verfolgen.

'cheint dort von Worten zu Taten übergehen zu wollen. Ob große oder kleine Getreidelagerhäuser gebaut werden : ollen, darüber scheinen die Meinungen, wie aus der Unter- : Haltung im hessischen Bauernverein in Friedberg hervor­ging, geteilt zu feilt. Gegen wirklich große Getreidelager­häuser scheint der Umstand zu sprechen, daß wir deren in der Provinz Oberhessen höchstens zwei brauchen könnten und daß diese für den größten Teil unserer oberhessi- schen Landwirte zu entfernt liegen würden. Denn die Ge­treidelagerhäuser sollen nicht allein Getreide aufnehmen, gegebenenfalls nasses, unverkäufliches Getreide trocknen und rasch in marktfähige Ware umwandeln, sondern sie sollen es auch ermöglichen, von diesen Stellen aus die Genossen­schaftsmitglieder mit Dünge- und Futtermitteln zu ver­sorgen, damit sie nicht unter allen Umständen genötigt ind, diese Bedarfsartikel in ganzen Wagenladungen zu beziehen. In der Hauptversammlung des Provinzial­vereins werden geeignete Redner biejc Fragen ausgiebig behandeln, damit Klarheit über die Zwecke der Getreide­lagerhäuser in der Provinz geschaffen werde. Findet die Frage der Errichtung von Getreidelagerhäusern den Bei­fall und das Interesse der landwirtschaftlichen Bevölker­ung Oberhessens, dann erst- sollen Getreidelagerhaus­genossenschaften gebildet und weiter vorgegangen werden. Nicht leicht ist die Auswahl der Eisenbahnstationen, an denen mit Geleiseanschluß ~ Getreidelagerhäuser errichtet werden könnten. Hierbei ist ausschlaggebend das Inter­esse, welches die Genossenschaften der Umgebung solcher Stationen der Ausführung entgegenbringen.

** Militär an Wärterverein. Ter vor kurzem provisorisch gegründete Zweigverein deutscher Militär-An­wärter und Invaliden für Gießen und Umgegend hielt am Sonntagnachmittag im Lenz'schen Felsenkeller eine zahl­reich besuchte Versammlung behufs definitiver Gründung des Vereins ab. Zum Vorsitzenden wurde Obertelegraphen- Assistent FuchD gewählt. Ter Verein bildet einen Zweig des seit längeren Jahren bestehenden Hauptverbandes der deutschen Militär-Anwärter und Invaliden mit dem Sitze Berlin, der bereits über 18000 Mitglieder zählt. Zweck desselben ist u. a. hauptsächlich die Verbesserung der wirt­schaftlichen Lage feiner Mitglieder, und es liegt daher im Interesse der Militär-Anwärter und Invaliden, möglichst zahlreich einem Zweigvereine dieses Verbandes beizutreten, zumal der Verband mit den verschiedensten Zentralbehörden und den namhaftesten Abgeordneten der gesetzgebenden Körperschaften des Reichs unos her deutschen BstnmAstaaten erfolgreiche Fühlung genommen und auf diesem Wege schon viel zur Verbesserung der Lage seiner Mitglieder beige­tragen hat.

)( Am 31. Tezember 1903 verjähren, wie man uns mitteilt, sämtliche Forderungen der Kaufleute, Fabri­kanten und Handwerker für Waren oder Arbeiten, die für eineü^Geschäfts- oder Gewerbebetrieb in der Zeit vor dem 1. Januar 1900, also noch unter Giltigkeit des früheren bürgerlichen Rechtes, geliefert worden sind. Wer 1899 und noch früher an einen Tetaillisten Waren, an einen Hand­werker Rohstoffe usw. geliefert hat, verliert seine Forder­ung, wenn er bis Ende des Jahres die Verjährung nicht durch Klage, Zahlungsbefehl, Erwirkung eines Anerkennt­nisses, auch, durch Abschlagszahlungen, unterbrochen oder dem Schuldner weitere Gestundung erteilt hat. Außerdem verjähren am 31. Dezember d. I. die Forderungen der Kauf­leute, Fabrikanten, Handwerker, Fuhrleute, Gastwirte, Lot-

Nolttische Tagesschau.

Sozialdemokratische Höflichkeiten.

Das Leipziger Genossenblatt, dieVolksztg.", schreibt unter der SpitzmarkeEine Lausbuberei":

TieMa inzer Volks z t g." saugt sich die Be*- hauptnng aus deu Fingern:Die Genossen Eisner und Stampfer haben den Ausschluß Mehrings und Jaeckh aus der Parteiwegen ehrloser Handlungen" bean­tragt. Gegen diese Lausbuberei wird bei der Mainzer Parteiorganisation Beschwerde erhoben werden. Tie Mainzer müssen endlich einmal vor die Frage gestellt wer­den, wie lange der gemeingefährliche Zustand noch andauern soll, daß ein grüner I u n g e ein Partei­blatt für seine D r e ck s ch l e u d e r e i e n m i ß b r a u ch e n darf. Wer noch in den Flegeljahren steht, braucht kein Schießgewehr zu tragen."

Darauf antwortete dieMainzer Dolksztg." in ent­sprechender Tonlage:

Zur Orientierung der Mainzer Parteigenossen sei mitgeteilt, daß wir die obige Notiz derMagdeb. Volks- ztg." entnommen haben. Tre Erwiderung aus das ekel­hafte Geschrei derLeipz. Volksztg." fassen wir in zwei Worte zusammen: Pfui Teufel!"

Aus Stad! und SanL.

Gießen, 24. November 1903.

** Der Direktor der Verbandsgen ossen- schäften des Großherzogtums, Geh. Regierungsrat H aas in Darmstadt erließ so schreibt man uns dieser Tage eine Aufforderung an die Verbandsgenosfenschasten Ober- hessens, worin er bekannt giebt, daß zum Zweck der Beleb­ung des gemeinsamen genossenschaftlichen Bezuges von landwirtschaftlichen Bedarfsstoffen und der Verhütung der Zersplitterung der Kräfte auf diesem Gebiet kürzlich eine Landwirtschaftliche Hauptgenossenschaft für Ob erb essen, e. G. m. b. H., mit dem Sitz in Friedberg gegründet worden sei. Bereits 27 Bezugs- und Absatz­genossenschaften sind der Haup genvssenschaft angeschlossen, eine größere Zahl neuer Bezugsgenossenschaften i|t in der Bildung begriffen. Nachdem der Hessische Bauern­bund seine Tätigkeit aus dem beregten Gebiet zu Gunsten der Hauptgenossenschaft eingestellt hat, muß es erwünscht jein, daß tunlichst bald ein dichtes Netz von ört­lichen Be zu gs g e n o ss en s cha f t en im Anschluß an die Hauptgenossenschaft gezogen werde. Denn im Anschluß an die Hauptgenossenschaft ist beabsichtigt, den Absatz der landwirtschaftlichen Erzeugnisse hier ebenfalls einheitlich zu organisieren und zu diesem Zweck an geeigneten Punkten Kornlagerhäuser zu errichten, welche zugleich, für den Bezug von Dünger und Futtermitteln dienen sollen. Das ist der Hauptinhalt des Ausschreibens. Wie schon im Gieß. Anz." bekannt gegeben wurde, findet am 2 6. N o v., n ach m. 2 Uhr, in Steins Garte n in Gießen (Neuer Saalbau) die Hauptversammlung des landwirt­schaftlich en" Vereins für die Provinz Ober­hessen statt. In dieser Versammlung wird die Frage der Nützlichkeit und Notwendigkeit der Anlage von Getreide­lagerhäusern besprochen. Die Anregung dazu ging vom landwirtschaftlichen Bezirksverein Alsfeld aus. Tort hat man die Frage neuerdings wiederholt behandelt und man

terietolletteure, Makler, Privatbcamten, gewerblichen Ar° beiter, Aerzte, Rechtsanwälte, Hebammen, öffentlichen oder privaten Unterrichtsanstalten, öffentlichen oder Privat- lehrer für nicht zum Gewerbebetriebe gelieferte Werke und Arbeiten, Speise und Getränke, Gehalt, Lohn und onstiae Vergütungen aus dem Jahre 1901 (zweijährige Verjäbrung nach § 196 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetz­buchs v Auch wegen dieser Forderungen muß also in der oben ' angegebenen Weise die Verjährung unterbrochen werden.

x. Großen-Linden, 22. Nov. Die Renovier- un q unserer Kirche soll im nächsten Jahre in Angriff genommen werden. Dieses Gotteshaus ist wohl die älteste Kirche Hessens und eine der ältesten Deutschland und wurde im Anfang des 10. Jahrhunderts von schottischen Mönchen erbaut. Da sie baufällig ist uud bedenkliche Risse zeigt, lassen sich die Wiederherstellungsarbeiten nicht langer auf­schieben. Man beabsichtigt, das Gotteshais wieder im ur­sprünglichen Kreuzstil herzustellen. Der Staat soll einen namhaften Beitrag zur Renovierung in Aus.icht gestellt haben. _ , ,

i. Ranstadt, 23. Nov. Bei der am Samstag abge- haltenen Jagd im hiesigen Walde hat sich einer der Herrn anwesenden Schützen, ein Herr aus Ortenberg, arg versehen. Ein 18 jähriger Treiber kam mit einem geschossenen Reh auf Sem Rücken aus dem Dickicht und erhielt eine volle Ladung in die Stirn. Ein anwesender Arzt konnte ihn sofort verbinden.

§ Vom oberenVogelsberge, 23.Nov. Ein flottes Geschäft machen gegenwärtig Private und Gemeinden durch Verkauf von Christ bäum chen. Händler aus der Frank­furter Gegend kaufen diese massenhaft auf und ganze Wagen­ladungen gehen nach den Bahnstationen. Durchschnittlich werden die Bäumchen mit 2225 Pfg. bezahlt. In einer Anzahl Dörfer wütet gegenwärtig unter den Schweinebeständen die Notlaufseuche.

Darmstadt, 23. Nov. Wie dieDarmsi. Ztg."- teilt, ist durch Entschließung des Neichsamts des Innern vom 3. d. Mts. der höheren Bürgerschule zu Langen mit rückwirkender Kraft für ihre zu Ostern l. I. der Abschluß­prüfung unterzogenen Schüler die Militärberechtigung verliehen worden.

(**) Ems, 23. Nov. Am Samstag nachmittag um /2 5 Uhr, als gerade em schweres Gewitter über unsere Stadt zog, trug sich auf der rechten Lahnseite, unmittelbar hinter dem Kurhaus, ein Bergrutsch zu. Der Hof des Hotels Europäischer Hof" wurde mit Felsmassen total überschüttet. : Zwei von den Arbeitern, die dort beschäftigt waren, um die bereits dort drohenden Bergstürze zu hemmen, wurden v ersch üttet und g etötet. Beide waren verheiratet. Sieben Arbeiter sind verletzt worden und mehrere andere trugen kleinere Verletzungen davon.

Ludwigshafen, 21. Nov. Ter 32 Jahre alte ver­heiratete Fabrikarbeiter Adam Dittler von Rheingönheim ; hatte den regelmäßigen Abendzug auf der Hauptbahnstrecke verpaßt, für den er eine Wochenkarte hatte. Um doch schnell nach Hause zu kommen, wollte er den Lokalzug Ludwigs- ; Hafen-Darmstadt benutzen, aber das hierfür nötige Billet ; für 10 Pfg. nicht lösen. Als der diensttuende Schaffner kurz

wohuer der deutschen Karolineninsel Yap in der Südsee sind ein harmloses Völkchen. Wie große Kinder leben sie dahin. Tän^e aufzuführen, ist ihre größte Freude. Neue Tänze zu ersinnen, gewährt höchsten Ruhm. Zwischen zweien der eingeborenen Tanzmeister soll ein Wettstreit stattfinden. Jeder will einen neuen Tanz erfinden, und es soll sich zeigen, wer der Größere von ihnen ist. Jeder der beiden aber belauscht heimlich die Tanzübungeu, die der Gegner mit seinen Leuten abhält, um diesem die Idee des neuen Tanzes zu stehlen. Das führt zu heileren ©eenen und ernsten Verwicklungen, die der Versa,ser in humor­voller Weise darzusteilen versteht. Diese neue Erzählung Faltenhorst's wird mit großem Vergnügen gelesen werden, und sie verdient es auch; denn sie gewährt nicht nur aus­gezeichnete Unterhaltung, sondern auch eingehende Belehr­ung über Natur und Leben, Sitten und Gebräuche in jener weltfernen Besitzung Deutschlands.

D eutsch e Götter- und Heldensagen. Für bit Jugend erzählt von H. Möbius. Mit Buchschmuck von Arpad Schmid h alnm er. 4. Ausl. 448 Seiten. Geb. 3 Mk. Dresden, Verlag von Alexander Köhler. Tas vortrefflich ausgepattete Buch hat sich bei unserer Jugend gut eingebürgert und ist durch den neuen Bilder­schmuck von dem bekannten Zeichner derJugend" auch in dieser Hinsicht auf die Höhe der Zeit gebracht worden. In schöner, schlichter Sprache erzählt die Verfasserin die großen Urberichte'aus dem religiösen Glauben und Fühlen der alten Germanen, sowie die halb mythischen Helden­gestalten aus den Kampfzeiten unseres Volkes. Auch die Nibelungensage hat in diesem Buche eine gedrängte und anmutige Form erhalten. In seinen zahlreill)en Beispielen deutscher Innigkeit und Gemütstiefe, deutscher Heldenhaf­tigkeit und Stärke ist das Buck einJungbrunnen", dessen Kenntnis für unsere Jugend viel mehr erforderlich ist, als die Bekanntschaft mit den Sagen fremder Völker. Tas in Anbetraaft des Gebotenen billige Buch bildet ein wertvolles Geschenk, das wir jeder deutschen Familie, die es noch nicht besitzt, auf den Weihnachtstisch wünschen.

Kater M a u z. Abenteuer eines Katers von Adolf Thiele. Mit Bua faMuck von Gadso Weiland. Verlag von C. I. E. Volckmann, Rostock. 2 Mk. Ein allerliebstes Tier­epos in Versen ä la Busch, das Alt und Jung viel Freude machen wird. Humor, finnige Schilderung, komische Szenen und ein anspreciMnder mooerner Buchschmuck von Gadso Weiland, dem Schssrrebeker Zeichner, heben das hübsch aus- gestattete Buch über die Alltagsproduktion hinaus und machen es zu einem Kabinettstück für Groß und Klein, wie für Tier- und Katzenfreunde.

Kunstverein.

Gießen, 24. Nov.

Den größten Teil des AusstellungAsaales im Turm­haus am Brand füllen diesmal Bilder und Skizzen dcs be­kannten, im Jahre 1901 verstorbenen Soldaten- und Schlach­tenmalers Faber du Faur. Tie Skizzen überwiegen, und nicht immer betrachtet man sie mit reinem Genuß, weil sie oft über ganz flüchtige, nur für den Künstler selbst verständliche und verwertbare Fixierung malerischer Eindrücke nicht hinausgehen und zu wenig erraten lassen, wozu sie sich endgiltig gestalten sollten. Die ausgeführten Gemälde, besonders die größten,Bazeilles" und dieAm­bulanz bei einer Barrikade", zeigen den Maler als tüchti­gen Meister auf seinem Gebiet, das Beherrschung der Massen und die Fähigkeit, durch die Gesamterscheinung lebhaft bewegter Körper zu wirken, dringender verlangt, als glatte Ausführung von Einzelheiten. Als vielseitige Künstlerin zeigt sich neben diesem Spezialisten Frau ZN. Bethe-Löwe, die eine ansehnliche Serie von Portrats, Landschaften und Genrebildern ausgestellt hat, neben denen eine farbige Reproduktion der jetzt im Museum von Bar­men befindlichenChristlichen Märtyrers die Historien­malerei großen Stils vertritt. Eine ä.hnliche, schlicht und ohne Rührseligkeit vorgetragene Stimmung wie aus dieser ergreifenden M-ärtyrerszene spricht aus dem Bilde der Kranken, an deren Lager die Mutter angstvoll sitzt, ^m Übrigen kommt vor allem § eiter teit und Lebenslust zum Mort. Drollige Amoretten tummeln sich um einen zum Brunnentrog umgewandelten Marmor jarkophag, dem Froschkönig begegnet auf sonniger Z^se am Bach aay Prinzeßchen, Landschaften ans dem Hochgebirg und^Üüni Meeresstrand, teils in kräftig charakteristischen Siizzen, teils in feiner, stimmungsvoller Durchbildung, Figuren­studien von packender Lebendigkeit, denen die liebevoll beobachtete Umgebung soaleich eine ausgesprochene Bild- wirkuna verleih, geben Zeugnis von reifer Kunstlerschaft. Sehr anziehend sind auch die vortrefflichen Bildnisse, unter denen das einer Dame im Köstüm des 17. Jahrhunderts, das des Baseler Archäologen Bersoulli und die frischen Kinderporträls besondere Pachtung ucrbienen Eine kleine, aber liebenswürdige Spezialität vertritt Fräulein T. Go tz l^-lorenz') mit ihren Blumen- und ^ruchtstucken. Der- gleichen ist Teilungen wie unserer nichts Sel­tnes und ii . erneinen wenig Beachtung. Hier

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Liebhaberkunw , bat, und je mehr man >tch m diese tteinen iuierie .-i,desto mehr Überzeugt man

Ersch-im »glich mit Ausnahme de? Sonntags. V aaä X AA

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Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der I Ä 8

-Hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. V