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24.8.1903 Erstes Blatt
 
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Morrtag 24. Arrgrrft 1903

Schulstratze 7.

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153. Jahrgang

.Gertchtssaa!*: August Götz: Mr den An- Ketgentetl: Han« Beck.

Nr. 197

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Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Giehener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

RotattonSdrruk u. Ver­lag der Brüh l'schen Univers.-Buch- u.Stem- druckeret (Pietsch Erben)

Gietzener Anzeiger

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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B«ra«twortlich für den poßt and allgem. Teil: P. Wittto: für

Deutsches Keich.

Berlin, 23. Aug. Man melbd" aus Wilhelms- Höhe : Der Kaiser ist gestern abend mit Gefolge hrer ein getroff en. §eutc vormittag besuch^ten die Majestäten mit dem Kronprinzen, den Prinzen Eitel Friedrich und Joachim, der Prinzessin Viktoria Luise und- den Herren und Damen der Umgebung den Gottesdienst in der Schloßkapelle. Der Kaiser hörte heute vormittag den Vortrag des Gesandten o. Tschirschky und Bögendorff und empfing den General- adjuianten Grasen Hülsen-Häseler. Zur Mittagstafel waren bei den Majestäten Generaladjutaut Graf Hülsen-Häseler, der Erzabt üoit Monte Eassino in Jtaliett und der General- supermtendenl v. Lohr geladen. Der Kronprinz reiste heute nachmittag nach Mainz ad. Der &*' r begab sich abends um 11 Uhr 20 Min. dorthin

Pie Dorgänge in Mazedonien.

Nach einer Konstantinopeler Depesche haben sich amt­lichen Meldungen zufolge in den Aufstandsgebieten den Ko- mitatschis auch Ärben, Griechen und Kutzow alachen, ja sogar Muselmanen angeschlossen. Amtlichen Berichten zu­folge ist der Hauptgrund für die Ohnmacht der türkischen Streitkräfte gegenüber den Aufständischen der Mangel an Führung und einheitlicher Leitung. Dieser wird durch fort­währende verwirrende Ordres und Gegenordres direkt vom Wldiz-Palais entgegengearbeitet. Ein hoher Palaisbeam- ter versicherte, der Sultan werde von seiner Umgebung durch falsche und gefälschte Berichte irregeführt.

DerFrkf. Ztg." wird aus Belgrad gemeldet: Seit einigen Tugen weilt hier ein intimer Freund Sa.ra.fows, Radew, als Delegierter des macedonischen Komitees in Sofia mit der Mission, die Serben für die Gründung einer serbisch- bulgarischenLigazur Befreiung Ma-! cedoniens und Altserbiens zu gewürnen. Dudew fand überall eine günstige Aufnahme und schon in kürzester Zeit soll eine serbisch-bulgarische Konferenz zur Gründung einer Liga zusammentreten.

Sichere und genaue Mitteilungen über die Brand­stiftungen und die Plünderungen zahlreicher Dör­fer, angeblich mehr als 50 in den Kreisen Kruschewo, Per­lepe, Vconasrir, Ochrida, Florina, wodurch einige Tauserrd Bulgaren, zahlreiche Griechen sowie Kutzowallachen obdach­los geworden sein sollen, liegen nicht vor. Nach ein* gelaufenen Nachrichten fanden jedoch in vielen dieser Dörfer Bandenkämpse, Verfolgungen oder lleberfälle aus dem Hinterhalte gegen die Truppen statt. Die weiteren Berichte besagen dagegen: 23 Dörfer der Umgegend von Kruschewo wurden eingeäschert und die Einwohner, welche nicht rechtzeitig flüchten konnten, uieder- gemacht. 25 junge Mäd chen aus Kruschewo wurden als Harems gefangene fortgeschleppt. Die Türken haben drei Dörfer der Umgegend von Florina bombardiert und die dort befindlichen Revolutionäre niedergemacht. In einem der Dörfer befanden sich 500 Aufständische. Die Türken haben in einem anderen Kampfe bei Ochrida 217 Aufrührer ge töte t

Nach einer Mitteilung der Pforte an den östreichisch- ungarischen urld russischen Botschafter haben sich m e h r e r e Dörfer in den Kreisen Ochrida uitb Kruschewo (Wilajet Monastir) unterworfen und die Waffen ad gelie­fert.

Infolge Ueberfalls eines russischen Postbeamten und der sich mehrenden Falle von Ausschreitungen des türki­schen Militärs gegen Fremde, beschlössen die auswärtigen Botschafter ein gemeinsames Schreiben an die Pforte zu richten. _

Der Leichnam des Konsuls Rostkowskij wurde am 22. d. M. in Saloniki an Bord des russischen Stations­schiffesTerez", auf dem sich auch die Familie des Er­mordeten befindet, zur Ueberführuug nacht Odessa ein- geschifft.

Wie der russische Botschafter in Konstantinopel meldet, traf die Pforte folgende Maßnahmen zur Erfüll­ung der Forderungen Rußlands: Außer der Hinrichtung zweier Verbrecher und der Verur­teilung zweier anderer Gendarmen zur Zwangsarbeit wur­den Offiziere, die sich unehrerbietige Aeußerungen über Rostkowskij erlaubt hatten, aus dem Dienst gestoßen. Nach den Personen, die auf die Lutsche des Konsuls geschossen haben, wird sorgfältig geforscht. Alle amtlichen Personen, 24 an der Zahl, die das der Pforte durch den Botschafter übergebene Verzeichnis aufführt und über deren Tätigkeit sich die russischen Konsutarvertreter ungünstig äußerten^, wurden entlassen und dem Gericht übergeben. Alle in dem Verzeichnis aujgeführten Privatpersonen, die ver­schiedener Verbrechen schuldig sind, wurden Ebenfalls denp Gerichte übergeben. Der Potizeikommisjar Ismail Haki in sein Amt wieder eingesetzt. Personen, welche verhaftet wurden, weil sie über di.e Mißstände und Gewälltätigleiten der Mohammedaner Nagten, wurden in Freiheit gesetzt. Generalinspettor Hilryl Pascha erhielt einen Ver­weis, die Chess der' Gendarmerie und der Polizei in Saloniki, Chcuoerin Bey und Maschar Bey, wurde:: durch andere Personen ersetzt. Die Pforte ordnete die Beruf­ung einiger fremder Offiziere in die Gendar­merie an. Alle Behörden erhielten den strengen Befehl, Maßnahinen zur Sicherung der Ordnung, und Ruhe zu treffen. Aus Brüssel traf die Nachsicht ein, daß die Pforte die belgische Regierung um vier Offiziere für die Gendar­merie ersuchte. Die russische Regierung erhielt die amt- lich>e Benachrichtigung, daß der Sultan schnelle Erfüllung aller Forderungen Rußlands befahl. DemRegierungs- boten" zufolge kehrt das auf Beseht des Zaren vor Jnjado ankernde r u > fische Geschwader nach Sewastopol zurück.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Nach, demReichs- boteu" vom 20. August soll es auf Grund'einer Vorstell­ung, die der evangelische Obevkirchenrat in der I e s u i t e n -- frage an allerhöchster Stelle erhoben habe, zu einer Aus- ein andersetzun g zwischen dem Kaiser und öexn Reichs kanzl er gekommen sein. Hierbei habe sich der Kaiser bellagt, daß er über die wahre Stinnnung des Landes falsch unterrichtet gewesen sei und befohlen, die preußischen Stimmen im Bundesrat nicht für die Aufhebimg des § 2 des Jesuitengesetzes geltend zu machen. Wir sind zu 0 er Erklärung ermächtigt daß die Mitteilung desReichsboten" auf Erfindung beruht.

Nach neuerlichen Mitteilungen findet die Hochzeit des Prinzen Andreas von Griechenland mit der Prinzessin Battenberg nicht'in Darmstadt, sondern in London statt.

DieNordd. Allg. Ztg." teilt ferner mit: Von Seiten des Hofmarschalls v. Trotha ist uns die Mitteilung zu- gegangen, daß ihm von dem Projekt eines Sch loßbaues aus der Insel Pichelswerder nicht das geringste bekannt ist. Die Nachricht, daß er der Urheber des angeb­lichen Planes sei, ist also aus der Luft gegriffen. Herr t>. Trotha ist übrigens seit dem 1. Mai d. I. nicht mehr Hosmarschall des Kaisers, sondern Hosrnarschall des Kron­prinzen. Der vorwärts" teilt mit, sein verant­wortlicher Redakteu r Leid sei am Samstag nach­mittag wegen Majestätsbeleidigung und eines damit verbundenen groben Unfugs, begangen durch den Kaiser-Jnsel-Artitel, verhaftet worden. Im übrigen hält der,^Vorwärts" au seinen Behauptungen fest. Er erklärt zu den Aeußerungen v. Trothas, daß dieser entweder au Gedächtnisschwäche leide oder aus irgend­welchen Gründen wider besseres Wissen die Wahrheit vor- enthalle. Der vorwärts" fordert die Staatsanwaltschaft auf, gegen ihn wegen Beleidigung von Trothas einzu­schreiten.

Der langjährige Bevollmächtigte Bayerns im Bundesrate, Staatsrat Frhr. v. Stengel ist zum Staats­sekretär des Reichsschatzaw tes ernannt worden. (Vgl. Wochenschau.) Frhr. v. Stengel, der geborener Pfälzer ist, spielte nicht nur in den Ausschüssen des Bundesrats in finanziellen Angelegenheiten eine hervorragende Rolle, sondern hat sich mixfy in der: Kommissionen des Reichstags als grünölicher und kenntnisreicher Arbeiter erwiesen. In parlamentarischen Kreisen Alt etr Neben dem Abg. Richter als gründlichster Kerruer der Etatverhältnisse im Reiche. In den Fragen des Steuerwesens genießt Frhr. v. Stengel den Ruf einer Autorität. Daß ein Vertreter Bayerns zum Schatzsetretär ernannt wurde, dürfte in dest außerpreußi­schen Einzelstaaten, zumal in Bayern selbst, besonders sym­pathisch aufgerrommen werden. Zum Rücktritt des Reichsschatzsell:etärs v. Thielmann bemerkt dieGerm.", daß der neue Staatssell:etär vor einer sehr schwierigen Aufgabe stehe. Aus dem Plane der Reichsfinanz­reform werde so lange nichts werden, als man nicht die ernsten Bedenkerr berücksichtige, welche die Zentrums­fraktion im bisherigen Verlaufe der Verhandlungen wieder- St geltend gemacht hat. Staatssekretär Dr. Frhr von

elmaun war nacheinander bei den Missionen in Peters­burg, Kopenhagen, Bern, Brüssel, Paris und Konstantinopel angestelll, wurde 1886 Generalkonsul in Sofia, 1888 preußi­scher Gesandter in Darm stadt, 1890 in Hamburg, war im Winter 1893/94 ajls Kommissar für den russischen Handels­vertrag in Berlin tätig, wurde 1894 zum preußischM Ge­sandten in München, 1895 zum Botschafter des Reiches in Washington ernannt. Bon dort kam er 1897 in das Reichs- schatzamt. Die ,M)ss. Ztg." vermutet, v. Thielmanns Rücktritt werde die agrarische Strömung innerhalb der Regierung verstärken. Frhr. v. Stengel ist, katholisch, aber nicht llerikal. Er neigt keiner Partei- zu, er ist eher lib eral im alten bayerischen Beamtensinn, nicht im Parteisinu.

Wie das ,Aerl. Tagebl." berichtet, war an der Börse gestern das Gerücht verbreitet, daß auch der preußische Finanzmini st erFreiherr v. Rheinb ab enamts- müde und Reichsbankpräsident Dr. Koch zu seinem Nachfolger ausersehen sei.

Aus Grimmen wird derNat.-Zlg." telegraphiert: Dem Dichter des bekannten Landratliedes, das seiner­zeit bei der liberalen Siegesfeier nach der Wahl des Abg, G o t h e i n gesungen wurde, Redakteur Brandt, ist die ihm am 27. Oktober vorigen Jahres von der Greifswalder Strafkammer Anerkannte vierwöchige Gefängnisstrafe in Festungshaft umgewandelt worden.

Köln, 23. Aug. Tie 56. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands wurde heute nachmittag durch einen Festzug der katholischen Arbeiter- und Gesellen­vereine eingäeitet. Die Teilnehmer am Zuge vereinigten sich später in 7 Versammlungen. In derjenigen, die in der Festhalle unter dem Vorsitz des Abgeordneten Trirw- born ab gehalten wurde, spracht Reichstagsabg. Sittart über die Jubäfeier der Katholikenversammlungen und über den Erfolg der katholischeii Arbeiterschaft in der Vergangenheit. Hierauf hielt Kardinal Erzbischof Dr. Fischer eine Begrüß­ungsansprache.

Dresden, 23. Aug. Es verlautet in mllitärischen Kreisen, daß Kronprinz Friedrich August von Sachsen nach den Kaisermanövern von der Führung des 12. Armeekorps zurücktreten werde.

Eisenach, 23. Äug. Der national soziale OrM verein einigte sich auf eine zustiuimende Erklärung zur Fusion mit der Freisinnraen Vereinigung.

B l a u b e u r en , 23. Aug, In dem stark besuchten V er­bau d s 1 a g w ü r t t c m b e r g i sch e r G e w e r b e ve r e i ne wurde der A n s ch l u ß a n d i e h e s s i s ch e S t c r b e k a s s e für 5^andwerker beschlossen, ebenso eine Resotution zu Gunsten der Versicherung selbständiger ZMndwerker.

Ausland.

Paris, 22. Aug. Zaytreill)e ausländische Ritter der Ehrenlegion haben fich an den Rat der Ehrenlegion mit dem Ersuchen gewanpt, den serbischen Oberg Majchin aus der Liste oer Ritter der Ehren leg ton' zu strei­chen. Tas Gesuch wird damtt begründet, daß sich v.Niaschm, welcher 1898 in dre Reihe der Ritter der Ehrenlegion ausge­nommen wurde, ehrenrührige Handlungen yabe zu schulden kommen lassen. Nian befurchtet, daß es diejerhalb zu einem diplomatischen Konflikt zwischen Serbien und-Frank­reich kommen wrrd. Das Gesuch würde umfangreiche For­malitäten notwendig machen, jtior allem müßte ein llrtells- spruch beschließen, oaß der Oberst schuldig t)i, außerdem müßte eine beglaubigte Abschrift dieses llrterls dem Mi­nister deS Aeugern eingesaiwt werden, der darüber ent­scheidet. Möglich, wäre auch, daß der Mnister aus politi­schen Gründen Konsequenzen zu ziehen sich weigern würde. Ern formeller Arrtrag au, Streichung sei übrigens bei der Karizlei der Ehrenlegion nicht eingegangen.

S a i n t e S (Departement Eharante Ferrieure), 23. Aug. Ministerpräsident Eombes enrpsing heute dre Behörden der llnterpräfektur. In Erwiderung auf die Ansprache des protestanttschen Pfarrers sagte er, es bestehe eine Gedanken- richtung, die darauf hinzrele, in vielleicht schon naher Zu­kunft Veränderungen in den Bezrehungen zwrjchen der Kirche u n d d e m Staat herbeizufuhren. Wenn.diese Möglichkell sich verwirtlcche, werde ans voller Gerechttg- kell tuti) voller Notwendigteit der Staat allen Relr- g r o u e u die Freiheit sichern müssen, auf die sie zum Schutze der Gewissensfreiheit ein Rechr haben. Beim Em­pfang der Ojsiziere äußerte der Ministerpräsident, das Heer jei stets der Gegenstand^ besonderer Fürsorge der Regierung, die sich bernuhe, es so st^üt zu Machen, als notwendig se^ damtt es immer auf der Hohe der Aufgabe sich befmoe.

Rom, 22. Aug. Aienotti Garroaldi ist nach einem Krankenlager von welligen Tagen heute nachmittag gestorben. Er ist der älteste der beiden ^Löhne, die Giuseppe Garibaldi aus seiner Ehe mtt seiner ersten Frau Annita entstammten. Er wurde 1845 geboren und stieg als Tettnehmer an seines Vaters Kriegszügen in Italien und Frankreich zum General auf. Sert dem Jahre 1871 beschäftigte er ftch mit fr ent Betriebe seines <Mttes zu Velletri. Er war bestrebt, die Tradttionen seines Vaters, dessen Liebüngssohn er roar, wachzuhalten, ^m Parlament gehörte er der gemäßigten Linken an. Ter König, der t'Ninisterpräsideut Zanardelli, sowie die französische Regier­ung übersarrdten der Famttie Menotti Garrbaldis Betteid- kundgedungen. Die Beerdigung findet am Dienstag äns Staatskosten statt.

Agram,'22. Aug. In Zlatar, dem Herd kroatischer Unruhen, kanr es heute nacht zwischen eurer Gendarm- pcttrouttle urrd Bauern zu einem Zusammenstoß, wobei ein Bauer getötet wurde.

Petersburg, 23. Aug. DieBirsh. Wjedom." druckt eine Verfügmrg des hl. Synods ad, rvodurch alle Orts­geistlichen, msoesondere solcher Gegenden, wo viele Juden emgewiesen werden, ausgefordert werden, den Gemeinden einzuschärfen, wie abscheulich und unzulässig die Juden Hetze und ähnliche Gewaltakte gegelt Lttiders- glänbige und andere Rasiert seien. Auffallend erscheint, oaß diese Verfügung nur die ovige Zeitung und sonst kein Blatt, jeldst nicht derRegiernngsbote" abdructt._______

Aus SlM und Land.

Gießen, 24. August 1903.

* * Durchreise des Kaisers. Se. Majestät der Kaiser passiette heute morgen 4 Uhr auf der Durchreise von Wilhelmshöhe nach Mamz mit Sonderzug die Station Gießen.

* * Besitzwechsel. Herr Wilhelm Hosch hat sein Haus Neuenbäue 13 an Herrn Rtchard Buchacker für 21 300 Mk. verkauft. Herr Buchacker beabsichtigt, sein Anwesen Neuen­bäue 11 mit dem angekauften zu verbinden.

* * Gießener Turnerschaft. Bei dem gestern statt­gehabten 5 0. Feld berg fest wurden von den dahin ge­sandten hiesigen Wettturnern unter 775 Mitbewerbern fol­gende Preise errungen: K. Müller, T.-V., mit 36 Punkten der 8. Preis; K. Schwarz, M.-T.-V., 35 y2 P., 9. Pr.; Schüttler, T.-V., 33 P., 17. Pr.; K. Kaufmann, M.-L.-V., 26% P., 27. Pr.; W. Wiederstein, M.-T.-V. 26 P., 28. Pr.; Adam, T.-V., 25 P., 31. Pr.; A. Eger, T.-V., 24 P., 32. Pr. Außerdem erhielt K. Schwarz, M.-T.-V., im Sonderwettturnen (Deutscher Dreisprung) unter 31 Mitbewerbern mit 12% Meter Weite den 1. Preis.

* * Die Sonntagsbelustigungen waren gestern nicht weit her. Der Regen ivarf viele Pläne um. Nach Braunfels zu dem angekündigten Gartenfeste zu fahren, konnten sich angesichts der schon morgens früh zweifelhaften Witterung nur Wenige entschließen. Und mittags brach es denn auch wirklich los, das unerwünschte Naß. Trotzdem sahen Viele nicht davon ab, der Wiesecker Kirmes einen Be­such abzustatten. Man kam denn auch dort auf seine Rech­nung, denn jeder amüsiert sich so gut als er kann. Auf den großen Wiesen des Tales waren aber durch die feuchte Witterung ein ungeheures Heer lästiger Plagegeister lebendig geworden. Die Schnakenbrut brach plötzlich aus. Der nichts­ahnende Spaziergänger wurde auf seiner Wanderung nach dem Philosophenwald gleich beim Betreten des Philosophen- weges von allen Seiten überfallen und unbarmherzig zer­stochen. Daß man sich mit Taschentüchern zur Wehr setzte,