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24/07/1903 Zweites Blatt
 
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Nr. 171

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Vekfischen Landwirt die Siebener Zamtlien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck tu Ver­lag der Brüh lffchen Untvers^Buch-«.Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion. Expedition und Druckerei:

Schulstratze 7.

Adresse für Depeschenr Anzeiger Gieße«.

Fernsprechanschluß Nr. 51.

Zweites Blatt.

153. Jahrgang

Freitag Ä4. Juli 1903

GietzenerAnzeiger

** General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

BezngSpretK» monattich75P^vtertei^ jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 6d Pf.; durch diePost Mk. 2.viertel- fährt, ausschl. Besteltg. Annahme von Anzeigen ür die Tagesnummer l)t8 vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 Pf, auSwärtS 20 Pfg.

Brrantworrlich für den polit und allgem. Teil: P. ötttto: für »Stadt und Land* und .Gerichtssaat": August Götz; ftir den An­zeigenteil: Vans Beck.

Aie heutige Kummer umfaßt 8 Seite«.

Aach dem Tode des Kapstes.

Rom, 23. FiM.

Die päpstliche» Leichenseierlichkeiten.

Das Wetter ist herrlich. Es herrscht große Hitze. Seit dem frühen Morgen sind die Polizeibehörden auf dem Petersplatze beschäftigt, um Vorkehrungen' für txie AufteM- erHaltung der Ordnung und die Regelung des Verkehrs zu treffen. Zwei Regimenter Soldaten sind unter den Säulengängen des Platzes aufgestellt, eine Kompagnie steht unter dem Säulengang der Kirche. Karabinieri versehen den Dienst im Innern derselben. Um 5y2 Uhr begannen die Glucken zu läuten. Tausende von Menschen erwarteten die Oeffnung der Tore. Diese erfolgte um- 6 Uhr, und die Besichtigung der Leiche begann. Die Füße des Papstes be­finden sich innerhalb des Gitters her Käpelle, sodaß es unmöglich ist, diese zu küssen. In der Umgebung der Kirche herrscht lebhaftes Treiben, die Straßenbahnwagen sind überfüllt. Man schätzt die Menge, die von 6 bis 8 Uhr an der Leiche vorüberging, auf 15 000 Personen. Nobeir­und Schweizergarden verrichten den Dienst in der Kapelle.

Die Sakramentskapelle der Peterskirche ishdurch Wachs­kerzen matt erleuchtet. Nobelgarden mit gesenktem Schwert halten die Totenwacht; zwei Kardinalshüte mit goldenen Quasten hängen rechts und links vom Totenbett. Die Pönitentiare der Peterskirche verrichten am Altar der Ka­pelle Gebete. Einzelne Kardinäle und andere hervorragende Persönlichkeiten betraten das Innere der Kapelle. Heute vormittag begannen die Novemdialien, die neuntägige Lei­chenfeier für den Papst. Sechs Trauergottesdienste finden an Den ersten sechs Tagen in der Chorkapelle der H^ters- kirche seitens des vatikanischen Kapitels statt. Es folgen drei Gottesdienste namens des Kardinalskollegiums in der Sixtinischen Kapelle. Ter heutige Gottesdienst wurde um 10 Uhr vormittags in der Chorkapelle abgehalten. In der Mitte der Kapelle war ein herrlicher, von der Tiara über­ragter, von zahllosen brennenden Kerzen.umsäumter Kata­falk errichtet. Einer der dem Kapitel von Sankt Peter angehörenden Bischöfe zelebrierte die Trauermesse und erteilte den Segen. Ter Feierlichkeit wohnten die Ka­pitelsmitglieder und eine Anzahl' besonders zugelassener hervorragender Persönlichkeiten bei. Die Kirche war, da die öftentliche Ausstellung der Leiche sortdauert, von Gläu­bigen dicht gefüllt. Morgen finden in den zahlreichen Kirchen Roms Trauergottesdienste für den Papst statt.

Die Umgebung des Vatikans ist sehr belebt. Eine zahlreiche Menge begibt sich zur Leiche des Papstes. Es ereignete sich kein Zwischenfall. Auf dem Petersplatze ver­kaufen zahlreiche Händler Zeitungen, Ansichtskarten und Nadeln mit dem Bildnis des Papstes Leo. Zahlreiche Pho­tographen machen Aufnahmen. Unter den Kvlönaden sind mehrere Unfallstationen errichtet.

Während der heißesten Stunden nahm die Zahl der­jenigen, welche die Leiche des Papstes sehen wollten, etwas ab, wurde dann aber bald wieder ebenso groß, wie vorher. Ta man ohne Eintrittskarte keinen Einlaß in die Basilika erhielt, bestürmte die Menge das Polizeigebäude und die Bureaus des Vatikans, um solche zu erhalten. Sowohl in wie außerhalb der Peterskirche wird ein äußerst schprfer Polizeidienst durch geführt. Im Kirchenschiff sieht man glän­zende schwarze und rote Uniformen, und zahlreiche königliche Karabinieri. Tie Menschenmenge, die sich aus den Plätzen, besonders in der Nähe der Kapelle, an- sammelie, besteht größtenteils aus Frauen, Geistlichen und Ordensangehörigen. Um allzugroße Ansammlungen au ver­meiden, lassen die Polizisten und Karabinieri die Menge nur kurze Zeit vor dem Gitter, hinter dem der Papst auf­gebahrt ist. Das Antlitz Leos ist schrecklich anzu­sehen. Stumm und entsetzt eilt das Volk nach dem Borbei­zug aus der Kirche.

Die königlichen Offiziere lassen die Soldaten gruppen­weise an der Leiche vorüberziehen. Verschiedene Meld­ungen aus den Provinzen besagen, daß dort die Militär- und Zivilbehörden an den Trauerfeierlichkeiten für den Papst teilnehmen. Am Samstag um 11 Uhr wird das heilige Kollegium das diplomatische Korps offiziell emp­fangen. Der Doyen des diplomatischen Korps wird eine Ansprache halten, die der Kardinalkämmerer erwidert.

Während der Feierlichkeiten in der Peterskirche wurde Kardinal Oreglia gestern abend infolge der Hitze von einem Unwohlsein betroffen, und mußte nach Hause gehen.

Hier hat sich ein Komitee gebildet, um einen Appell an die ganze Welt zur Errichtung eines Kolossal-Monu- ments Leos auf dem Capreo-Berge ber Carpineto M erlassen.

Das Konklave.

In der heute vormittag unter dem Vorsitze Oreglias stattgehabten dritten Sitzung des Kardinals- Kollegiums wurde die Kommission für die materiellen Arbeiten des Konklaves ernannt, welcher bte Kardinale Macchi, della Volpe und Casali angehören. Lapponi wurde zum Konklavearzt gewählt, ferner noch em anderer llrzt, ein Chirurg und ein Apotheker.

Kardinal Svampa äußerte im Gespräch mit einem freunde, das Konklave werde 24 bis 48 Stunden dauern.

Danktelegramm an Kaiser Wilhelm.

Kardinal Oreglia hat auf das Beileidstelegramm des Deutschen Kaisers mit einer Depesche geantwortet, dre tn Uebersetzung wie folgt lautet: , .. , s.

Ich danke Eurer Majestät für die Beüeldvkundgebung, die Sie an das Heilige Kollegium beim Tode Leos XiII. ä" richten geruht haben. Die Kardinäle, denen die zwischen Eurer-'imestat

und dem verewigten Pontifex gepflegten guten Begehungen wohl bekannt sind, werde« sich stets von denselben Gesinnungen leiten laße«, um die Freundschaft zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich zu erhalten.

Der Kardinal Oreglia/

Eine Uropyezeiung auf das Jahr 1913.

Das sozialdemokratische Zentralorgan erzählt eine Ge­schichte, die der» Vorzug hat, sehr gut erfunden zu sein. Es heißt da: Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen, hatte im Jahre 1849 eine Verordnung erlassen, durch welche die Zigeuner sich hart getroffen fühlten. All ihr Streben ging danach, diese Verfügung aufzuheben oder mindestens abzu­schwächen. Listig, rote die braunen heimatlosen Kinder sind, gelang es einer Zigeunerin, die unter den Ihren als zu­verlässige Wahrsagerin Ansehen genoß, eines Morgens dem König auf einem Spaziergange ganz plötzlich gegenüber zu stehen, um ihm das Anliegen ihrer Genossen vorzutragen und den König milde zu stimmen. Sie bat sich schließlich beim König die Gnade aus, ihm eine Prophezeiung sagen zu dürfen, und der König, in guter Laune, ging daraus ein. Die Zigeunerin bat den König, die gegenwärtige Jahreszahl

in Ziffern auszuschreiben und der König schrieb also . 1849

nun sollte er dieselben Ziffern der Reihenfolge nach 1 unter die 9 stellen und dann hinzuzählen, und dies 8 geschah. Die Zigeunerin sagte, daß die sich ergebende 4 Summe die Jahreszahl sei, in dein Preußen ein 9 Kaiserreich wird, und zwar ....... 1871 Nun möge der König diese Ziffern ebenso unter- 1

einanderstellen und zusammenzählen, und es er- 8

gebe sich die Zahl des Jahres, in welchem 7

der erste deutsche Kaiser st i r b t und 1

zwar ................ 1888 jenes Jahr, in welchem Kaiser Wilhelm I. starb. 1 Abermals sollte der König diese letzte Summe, 8 sowie die früheren untereinanderstellen und zu- 8 zusammenzählen, und als es geschehen war, ergab sich 8 die Summe .............. 1913

Um die Bedeutung dieser Ziffer besragt, erklärte die Zigeunerin, dies sei jenes Jahr, in welchem das Deutsche Reich eine Republik werde.

DerVorwärts" bemerkt dann zu dieser Anekdote: Bis zum Jahre 1913 haben wir bekanntlich noch zwei Reichs- tagswahlen, und wenn diese so überraschende Resultate er­geben wie die letzte, dann dürfte die Prophezeiung der Zigeunerin wenigstens insofern wahr werden, daß sich dann die Mehrheit des Volkes zur republikanischen Staatssorm bekennt.

So ganz unbescheiden ist derVorwärts" also doch noch nicht. An die wirkliche Republik um 1913 glaubt er selbst nicht.

Politische Tagesschau.

Wahlrechtsreform und Nationalliberalismus.

Zur Wahlrechts-Reform bringt das nationalliberale ,Leipz. TageW." einen Artikel, der die UeberschriftQuous- que tandem?" und das Motto trägt:Es scheint, daß man uns nicht versteht, deshalb wollen wir deutlicher reden." Der Artikel' führt eine ganz ungewohnt scharfe Sprache wider die serienmäßige Zauderpolitik der sächsischen Na- tionalliberalen, die zum Erfassen der ausgeffreckten Re­gierungshand aufgefordert werden. Mit der konservativen Majorität wollte die Regierung nicht mehr wirtschaften, der gemäßigte Liberalismus müsie von der Sachlage den Nutzen haben, wenn er nur wolle. Die Ermöglichung der parlamentarischen Vertretung der Ar­beiterschaft sei nur ein Sicherheitsventil', nicht der Sozialdemokratie, sondern der Bevöllerung und ber Ge­rechtigkeit zu Liebe. Der Artikel'schließt: Mr ver­langen ein Parteiprogramm, nicht nur eins für die Wahl- rechtskonserenz und den Wahlrechtslandtag, sondern auch eins für me Agitation im Lande. In großen Zügen soll lwi dieser Gelegenheit dem Volle gesagt werden, daß in un- sererParteiPlatz ist für jedes ehrliche, freie Wort, das das Wohl' des Vaterlandes m Ziele hat, für jede Idee, die uns vorwärts bringt und dem Ganzen dient. In unserem Kwgramm hat der soziale Fortschritt so gut seinen Platz, wie in irgend einem anderen, aber wir müssen das auch sagen und danach handeln. Das Voll will wissen, was mit seinen Stimmen und Steuern ge­schehen soll, deshalb! muß ihm ein festes Programm ge­zeigt werden. Seit dem denkwürdigen 14. Juli rufen und warten wir vergebens. Die Polltik kennt keine Ferien! Müssen wir noch deullicher werden?

Aus Stadt und Land.

Gießen, 24. Juli 1903.

* Universitätsbibliothek. Laut der Bekannt­machung im Anzeigenteil sind alle vor dein 25. Juli d. Js. aus der Universitätsbibliothek entliehenen Bücher, auch solche, deren Benutzung weiter gewünscht wird, bis spätestens 10. August zur Musterung einzuliesern.

'* Gutes Deutsch. Aus den Kreisen der Fried­berger Gewerbe-Akademie liegt uns folgende Satz­architektur vor:

Auf der am Dienstag hierselbst stattgesirndenen allgemeinen Studentenversanunlung wurde von den studierenden der hiesigen Gewerbe-Akademie gegen die ständigen, bald versteckten, bald

offenen Anzettelungen und Agitationen eines nahegelegenen, über­mittelten Berichten gemäß, allerdings in seiner Frequenz zurück- aegangeuenPrivattechnikum* mit Entrüstung protestiert u. a. eine Resolution dahin gefaßt, unsere Stadtbehörden zu ersuchen, darauf binzuwirken, daß durch das Großh. Ministerium zu Darmstadt diesem Technikum, woselbst man zu behaupten wagt, nach einem allerdings nicht patentiertem Muster, aus einem einfachen eben erst, wenn auch nur privatlm examinierten Techniker mit Volks- schulblldung, schon innerhalb eines einzigen Semesters (18 Wochen) einen Ingenieur machen zu können es endlich untersagt wird, durch diesenSchnellbetrieb", sowie durch unwahre Behauptungen im Programm über Staatsbeteiligung rc. das nicht orientierte Publikum auch fernerhin zu täuschen.

Dieses Musterdeutsch verdiente auch patentiert zu werden. Mit der Lektüre dieses ersten Satzes hatten wir genug.

Königstein, 23. Juli. Der zwischen unserm Städtchen und Eppstein gelegene Rettershof geht in den Besitz der Landgräfin von Hessen über, die ihn für ihren Schwieger­sohn Freiherrn v. Vincke gekauft haben soll. Der Hof war ursprünglich ein Kloster des Augustiner-Ordens und wurde bereits 1146 vom Grasen Gerhard von Nürings gestiftet. Anfangs war derselbe nur für Mönche bestimmt, denen sich schon 1191 Nonnen zugesellten. 1222 zogen die Brüder jedoch aus, um den Nonnen das Kloster allein zu überlassen. Das Kloster hatte schon sehr srühe ansehnliche Besitzungen in der Gegend und stand unter Aussicht des Abtes von Rom­mersdorf. Nur adelige Töchter fanden dort Aufnahme. Graf Ludwig von Stolberg hob 1559 das Kloster aus und ver­wandelte es in ein Hofgut, das im Laufe der Jahrhunderte sehr häufig den Besitzer wechselte.

Kleine Mitteilungeti aus Hessen und den Nachbarstaaten. Das Hess. Regierungsblatt bringt zur Kenntnis, daß vom 1. August d. Js. an das Steueramt Alzey vom Bezirk des Hauptsteueramts Worms abgetrennt und dem des Hauplsteueramts Mainz zugeteilt wird. Die erste Tagung des Verbandes der Portefeuiller und Leder- galanterie-Arbeiter Deutschlands, die vom 14. bis 16. Sep­tember in Ossenbach stattsinden sollte, wurde aus die Oster- tage 1904 verschoben.

Straßenbau.

In der Absteilung I der Deutschen Städte aus» stel'lung in Dresden, die das gesamte Verkehrswesen umfaßt, dürste die Straßenbaugruppe zu den interessan­testen gehören. Namentlich kann man dort die verschieden­artigen Konstruktionen der Oberflächenbefeshigung studieren. Es handelt sich dabei um Fahrbahnen oder Gangbcchnen. Erstere werden bei offener Bauweise und auf Landstraßen noch immer mit Schotter hergestellt. Die Vorteile dieser Bauweise sind Billigkeit, leichte Unterhaltung und Ge­räuschlosigkeit; bei stärkerem Verkehr aber zeigen sich die N a ch t e i l e d e s S t a u b e s bei t r o ck e n e r W i t t e r- ung und derSchl'ammbildung bei Regen. Inden inneren Teilen der Städte sind die Hauptverkehrswege in der Regel gepflastert. Ursprünglich benützte man hierzu Steine, wie sie zur Hand waren, z. B. Feldsteine aller möglichen Form, später ging man zu Bruchsteinen über, wodurch eine etwas ebenere Oberfläche hergestellt wurde, jetzt aber wird das Pflaster meist aus bossierten Steinen hergestellt. Da diese ost aus weiter Entfernung bezogen werden müssen, werden auch vielfach Kunststeine, KliEr- und Schlackensteine verwendet. Alle diese Befestigungen sind aber nur bei mittlerem Verkehr verwendbar, während bei sehr schwerem und lebhaftem Verkehr die Pflaster­steine noch auf eine Betonunterlage in Zement­mörtel gesetzt werden. In den Städten ist aber auch Geräuschlosigkeit des Fährverkehrs wünschenswert, ohne daß auf die Festigkeit der Fahrbahnen verzichtet werden kann. Das Steinpflaster wird in solchen Fällen durch Asphalt oder eine Pflasterung mit Kiefernholz oder australischem Hartholze ersetzt, deren Fugen mit Asphalt und Zement ausgefüllt werden. Beide Befestigungsarten bedingen eink starke, sorgfältig geebnete und profilierte Betonunterlage Nahezu geräuschlos sind auch die Zementmatädambahnen aus einer Betonunterlage mit einer festgestampften Deck­schicht aus feinem Steinschlag und Zement. Tie Firma Roscher in Dresden, hat in der hochinteressanten Straßen­baugruppe eine Probestreae dieser Befestigung vorgeführt, die bei ihrer Neuheit noai nicht zu sehr ausgedehnter An­wendung gelangt ist. Diese Gruppe bietet dem Besucher Gelegenheit, die Art bei. Straßenbefestigung der Neuzeit in vollständig natürlicher Herstellung zu studieren und zu­gleich einen Blick in noch größere Tiefen zu werfen, in denen die Kanäle, die Wasser- und Gasleitungen, die Tag- wasserabfiihrungen, die Reinigungsvorrichtungen, die Kabel- l«eitungen mit ihrem verzweigten Röhrennetze sichtbar sind. Namentlich von Breslau und Dresden sind hier Muster­strecken der verschiedenen Konstruktionen vorgeführt, wäh­rend im Ausstellungspalasl selbst und zwar im nordwest­lichen Hauptflügel desselben die Modelle und bildlichen Darstellungen untergebracyt sind. Pflastermaterial wird von Bremen und Letpzig ' ausgestellt. Erstere Stadt führt Holzpflasterung in verschiedenen Baustadien und eine Probe in Zementmakadam vor.

Uermischter.

* Gleiwitz, 23. Juli. Bei einem Häuer auf bet GrubeKonkordia" sind echte schwarze Pocken festgestellt worden. Der Erkrankte wurde in einer Seuchenbaracke iso­liert, ebenso seine Frau und zwei Kinder. Für die Arbeits­genossen und alle anderen Personen, die mit dem Erkrankten in engere Berührung kamen, wurde eine Schutzimpfung an-