Zweites Blatt.
Dienstag 24. Februar 1903
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erbeten.
Die heutige Yummer umfaßt 10 Seiten.
Auddes ^rogrammrede.
gesucht.
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Deutsches Reich
Sbirfle füt Develchen» Anzeiger Wiefern. frrnlprcdianlditufeWr 6L
153. Jahrgang
Berlin^ 23. Febr. Zur Teilnahme an den dies- ahrigen Karsermanövecn werden Einladungen an
des Zivil lab inetts.
— Tie Exmatrikulation des Kronprinzen ist auf nächsten Donnerstag angesetzt worden.
Politische Tagesschml.
Verstimmungen zwischen Karlsruhe und Berlin?
MtzS Ätfl1682 itin tindei liebend, zu iosonigem L und späterem Auie.nha t Rhein bei gutem Lohn geiuA JV7. ... Vo lüt.
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Wir haben in unserer heutigen Parlamentsausgabe kurz die Prvgrammrede erwähnt, die der Eisenbahnminister Dudde am Montag im preuß. Abgeordnetenhause gehalten hat. Sie ist wichtig genug, um ihr einen größeren Raum zu gewähren. Er führte u. a. aus: Was den vorliegenden Eisenbahnetat anlange, so zeige das Jahr 1902 eine gewisse Besserung gegenüber dem Voranschläge. Genaue Zahlen könne er noch nicht geben, da erst das Ergebnis von
Nr. 46
Mrlcheint täglich außer Bonntag*.
lern «Lietzener Anzeiger Derben im Wechsel mit •em hessischen Landwirt Ne Siefeener Kamillen. littet viermal tn bex Woche beigelegt.
lotationibrud u. Der» vg bex Di ü hl'schea tnivers.-Buch- u.6tein« ruderet (tlielld)<irben) Rebaftton, Exvebtttoo unb Drudexetr
10 Monaten vorliege; das aber könne er versichern, daß der Etat nach seinen Grundsätzen, kein Optimismus in der Veranschlagung der Einnahmen und Sparsamkeit in den Ausgaben, aufgestellt worden sei. Ob die so vorsichtig veranschlagten Einnahmen auch wirklich erreicht würden, hänge im wesentlichen davon ab, daß die Einnahmen durch eine vernünftige Tarispolitik geschützt würden. Der Minister betont weiter, er wolle sich bemühen, den Personenverkehr zu verbessern, ohne sich auf Tarifsragen festzulegen. Die Eisenbahnverwaltung werde auch in Zukunft nur dürch einzelne Tarifverbesserungen der wirtschaftlichen Entwicklung Rechnung tragen. Sparsamkeit solle auch geübt werden m der Vereinfachung dcs inneren Bureaudienstes, der Beseitigung allen überflüssigen Schreibwerkes und der Beseitigung überflüssiger Beamtenstellen. Nicht gespart werden dürfe in den Ausgaben für Verbesserung der Verkehrssicherheit. Die zunehmende Zahl schwerer Schnellzüge mache auf den betreffenden Strecken die Legung eines schweren Oberbaues nötig. Der Nest des noch zu schaffenden Oberbaues solle in etwa fünf Jahren mit einem Aufwande von 90 Millionen fertiggestellt werden. Sollten die geforderten Mittel für die Ergänzung des Wagenparkes nicht ausreichen, dann werde eventuell ein Nachtragsctat eingebracht werden. In der Behandlung des Personals werde er, der Minister, ebenfalls an der bisherigen llebung festhalten, streng jeden Beamten oder Angestellten zu beseitigen, die sich an umstürzlerischen Bestrebungen beteiligten. Er sei dagegen bereit, Tag und Nacht für die Wohlfahrt der Eisenbahner zu sorgen. Er sei überzeugt, daß er nicht allen Anforderungen der Beamten werde genügen können, aber er sei fest entschlossen, Disziplin und Ordnung unter den Beamten zu erhalten. (Bravo.) Im Ministerium seien vier Kommissionen gebildet worden, die unangemeldet irgendwo cinfallcn und ganz objektiv den Betrieb und die Wünsche der Arbeiter untersuchen. Der ganze Wert der Eisenbahnen betrage gegenwärtig 8 Milliarden 166 Millionen, an denen die Eiscnbahnverwaltung selbst 2 Milliarden verdient habe. Der Minister gedenkt noch in warmen und rühmenden Worten seiner beiden Vorgänger und drückt die Hoffnung aus, daß es ihm dank der Vorzüglichkeit des Beamtenpersonals und dem Wohlwollen des Hauses möglich sein werde, den beiden großen Aufgaben der Etsenbahnverwalt- ung gereckt zu werden: die Eisenbahnen iu erhalten als befruchtende Lebensader für das ganze Lano und als Rückgrat für die ganzen preußischen Finanzen. (Bravo!) Der Minister betont nochmals, daß er unter den Eisenbahnern auf Treue und Loyalität halten und strenge gegen Betätigung umstürzlerischer Gesinnung vorgehen werde. Er sei entschlossen, sein Hausrecht yt wahren und nicht die Sozialdemokraten Herren in der Cäsenbahnverwaltung werden zu lassen. Er meint bezüglich der großen wasserwirtschaftlichen Vorlage, daß man sich über dieselbe bei der konservativen Interpellation betreffend Beseitigung
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bayrischer Mundart, die s. Zt. Marzel Salzer am Alexander- Platz zu seinen besten Schlagern rechnete, reichen Applaus. Die reizende, anfangs etwas seltsam kostümierte jüngste Freifrau Else Laura von Wolzogen erfreute uns durch Liedervorträge der mannigfachiten Art. Ein kleines niedliches Stimmchen, ein Schetmcnauge, ein vollendetes Mienenspiel. Auch das,^Lauftnader" traf man wieder, eine alte Ueberbretteckrkanntschaft, das trotz )einer glühend fieberheißen Wangen den „lustigen Ehemann" doch noch bis auf weiteres üverleben zu wollen scheint. Als Meisterin der Kleinkunst stellte sich uns Frl. Lizzie Sonder^ mann vor. Mittel, Temperament und Auffassung sieben bei ihr in stärkster' Konkurrenz. Ernst v. Wolzogen, der Vater vom Ganzen, trat uns in gleichem Maß a.s Dichter, wie als Rezitator gegenüber. Mit seinem „verkauften Assessor", einem humvrcstisu--satirischen Meisterstück, — im Rideamusstil gehalten — hatte er «einen Haupttreffer gemacht. Einige Heine zum Teil recht geisttetch pointierte Episoden von Richard Weigert, einem Berliner Kunstjünger, oitdeten angenehme Zugabe.
Zwischen En.rve um) Dessert gab s schwerere Kost. Gregor von Akimoff präsentierte sich uns als Violinvirtuose ersten Ranges, der Baritonist Emil del Ley erntete beivnders mit seinem Zaratyust^a-Lied reichen <.ci,all. Mit grvpem EosaM jühr,.e Herr Erich Bandau üic Begleitung am Flügel aus. Der Saal war bis zum letzten Ptütz gefüllt. Sollte der Erfolg des gestrigen rcoendS doch die Lebensfähigkeit die,er „intimen Klein- fun,t', die oft nur an der K.ippe des Dilettantismus fleht, oewlesen haben? Schiverlich! Neues, Ungewohntes reizt immer, ist s nicht in Gießen, na dann euen wo anders. Was will er machen, der arme Pegasus vor seinem Thespiskarren? Er ütlelt den Kopj unö trollt hinaus in die grauen Nebel eines unge.v-s,^n Wanderleö.ns. — glückliche Reise! G—.
)euljche und fremdländische Fürsten ergehen, die Chefs >er manöverierenden Truppen sind, u. a. an die Groß- ürften Nicolaus Nicolajewttsch und Wladimir von Ruß- and, den Kronprinzen von Dänemark, den Herzog Karl
hat uns in seinem „Stilpe" wohl zuerst ein umfangreiches Bild von diesen seinen Zutunftsplänen entworfen. Ernst von Wolzogen, der Vater des Ueberbrettets, hat der Idee die Tat folgen lassen, am Alexanderplatz in Berlin entstand das erste „bunte Theater".
Etwas Neues zieht immer, besonders in der Großstadt, der singende und klingende Erfolg schien die Existenzberechtigung dieses jüngsten Musenkinoes zur Genüge bewiesen zu haben.
Gold ist ein gefährlicher Magnet, Nachahmung und Nacheiferung schleppte er dämonisch hinter sich her. Wie die Pilze schossen sie aus der Erde, tue Bretteis, Künstler- Eabarers, Charivaris, und wie sie alle heißen, Literaturbarone trieben Ueber raubwirtschaft aus den fruchtbaren Gefilden der Lyrik. Daß sie selbst dem Boden die Kraft entzogen, das freilich bemerkten sie zu spät. Kopfschüttelnd wies das Publikum die scl/alen und schmächtigen Er- Snisse zurück, die diesen abgewirtschafteten Kunst-Bc-
en ihre Entstehung verdankten. Man hatte sich über- rumpeln lassen, und sich dabei den Magen übe rladen. Allmählig kehrte die nüchterne Heber legung wieder zurück, und auf die Zeit eines kurzen Rausches folgte nur allzubald die traurigste Katerstimmung.
Aus den einleitenden Worten, die uns Ernst von Wolzogen vor Beginn seines „bunten Abends" gab, klang das resigniert aber deutlich genug hindurch. Freilich beiFünbcti er den Tod des alten Ueberbrettets, dic,es stincs Summer» zenskindes, aus dessen Asche nunmehr eine ganz neue Kunstschöpsung hervorgegangen sei. Der Unters^ied scheint mir etwas äußerlich, allerdings, b.e hechtgrauen Hosen und der blaue Frack mit goldenen Knöpfen ist verschwunden, am Prinzüi ist wenig geändert. Tas rein musikalische Moment ist in den Vorder gründ geruckt, der eigcntlicyeii Bretteitypus mrhr ober weucher überschminkt, ^er Beifall di.» Publituurs schien sich gerade au[ diesen letzten Punkt, die Ucbcrrefie cmei leiiyt verdaulichen ^han,on- und Rezitationogenreö konzentrieren zu wollen. A n n y Qirofe erntete mit ihren Rezitationen in steynscher und
dringender Notstände im Gebiete der unteren Oder, Spree, Havel und Elbe unterhalten könne.
Die längere Tätigkeit in der Privatindustrie ist dem Minister bestens zu statten gekommen. Er sieht das Eisenbahnwesen mit dem scharfen und nüchternen Blick des Mannes an, der weiß, daß Zeit Geld i|L Den Wünschen und Anregungen aus der Oefientlichkeit stellt sich also der neue Herr nicht abweisend gegenüber. Aber in dem einen Punkt denkt er wie sein Amtsvorgänger Thielen: Wer sich agitatorisch an sozialdemokratischen Bestrebungen beteiligt, wird entlassen. Diese entschiedene Stellungnahme bewirkte wohl hauptsächlich, daß aus den Reiben der Linken der Beifall am Schluß der Rede durch Zischen bestritten wurde.
grnft von Wolzogens bunter Abend.
Ein eigenartig Ting ist die Kunst. Bald schreitet sie einher auf dem hohen Kothurn des klassischen Schauspiels, bald ist sie behängt mit schimmerndem Flitter der leichtgeschürzten Muse. Andere Zeiten — andere Sitten, auch die Kunst muß sich dazu bequemen, ein neumodisch Gewand anzulegen. Ter Mensch ist sich wohl in seinem Innern gleichgeblicben, Jahrtausende lang. Die Sucht nach Gewinn, haß, Liebe, Leidenschaft, wer hätte sie wohl bis heute aus dem Menschenherzen verbannen können? Dcm Haften nach Erwerb gegenüber steht der Genuß, sei er sinnlich materieller, sei er höherer geistiger Natur, abhängig ist er weniger von dem Menschen selbst, als vielmehr von den Verhältnissen, unter denen dieser lebt.
Tie Zeit der Romantik ist vorbei. Die Verschärfung der sozialen Gegensätze in unserem modernen Leben brachte uns wohl nicht durch Zufall den Realismus. Ter realisttsche Poet erblickt seine Hauptaufgabe nicht darin, überall dort Rosen zu sehen, wo auch Dornen sind, uns nur eine ideale Welt vorzuführen, sondern fein Ziel ist es vielmehr so zu schildern, wie es tfL Tas Gefühl weicht dem Verstand. Aber die Schattenseiten können nicht ausbleiben. Ter Kampf ums Dasein ist schwerer geworden, rascher und ungestümer präsentiert sich uns Die Hetzjagd des Levens. Dir Anforderungen, die an die Arbeitskraft des Einzelnen gestellt werden, nehmen üjm nur al.zuleichr das Interesse an diesen „Armeleutstücken". Dem Sinn für die große Kunst droht ernstlich Gefahr. —
Tem Theater ist eine zweite Konkurrenz erwachsen, das Variete. Hier glaubt man das zu finden, was man brauch nach des Tages Mühen unö Plagen, Zerstreuung, geringen Konsum gei|riger Kräfte, neuen prickelnden Nervenreiz.
Cs war ein gewagtes Beginnen, diese Afterkunst Tha- ticnS — und so ist sie wohl häufig mit Recht genannt worden — auf ein geistig höheres Niveau bringen, sie lite- rarisch reorganisieren zu wollen! Otto Julius Bierbaum
— Tie Beisetzung des gestern verstorbenen Herzogs Nicolaus von Württemberg findet auf seinem Schloß KarlSrnh in Schlesien statt, wohin der König von Württemberg und Herzog Albrecht am Donnerstag abreifen. Alle Hoffesilichkeiten zum bevorstehenden Geburtslage des Königs sind nach einer Meldung aus Stuttgart abgesagt und eine mehrwöchige Hoftrauer angeordnet worden.
— Ter Reichstagspräsident Graf Dalle st rem leidet noch immer an den Folgen einer Erkältung, die er sich vor einigen Tagen zugezogen hat. Er wird noch einige Zeit den Präsidialgeschäften fernbleiben.
— Zu der Meldung der „Köln. Ztg.", daß der Regierungspräsident von Magdeburg, v. A r m st e d t, krankheitshalber sein Abschiedsgesuch eingereicht habe, meldet ein parlamentarischer Berichterstatter, derselbe gehe nickt freiwillig, sondern sei direkt von der Zentralstelle zur Einreichung seines Abschiedsgesuches aufgefordert worden. Hierzu bemerkt die „Nat.-Ztg.", dies dürfte seine Richtigkeit'haben. Tie Regierungspräsidentschaften in Arnsberg und Düsseldorf sind das erstere durch die Wahl des bisherigen Präsidenten zum Landesdirektor der Rhein-Provinz, das andere durch Todesfall bereits erledigt. Es scheine aber, daß noch weitere Veränderungen vevor- stehen.
— Wie die „Nordd. Allg. Ztg." berichtet, wird die Nachricht von der Rückgabe des „R e st a u r a d o r s" an Venezuela durch eine Mitteilung des Reichsmarineamtes bestätigt, wonach der Tampser „Sibiria" mit der Besatzung des venezolanischen Kreuzers „Reftauradors" heute von Puerto Cabello aus die Heimreise angetreten hat.
— Im preuß. Ministerium des Innern wird zur Zeit die Frage einer gesetzlichen Regelung der Un fallsür- sorge für Kommunalbeamte in Erwägung gezogen.
— Ter deutsche V er e in für Frauenstimmrecht hat an den Bundesrat folgende Eingaben gerichtet: 1) in Der Novelle zum Krankenversicherungsgesetz den § 12 des zur Beratung vorliegenden Entwurfs dahin abzuändern, Personen, welche unfähig zum Amt eines Vormunds sind, dürfen weder als Vorstand noch als Nech- nungs- oder Kassenführer berufen werden und 2) im Gesetz betr Kaufmannsgerichte den § 10 dahin abzuändern: Personen, toelaje die zum Amt eines Schöffen nötigen Eigenschaften besitzen, sind ohne Unterschied des Geschlechts wahlberechtigt. In beiden Fällen handelt es sich Darum, dem Gesetz eine Fassung zu geben, welche eine Teulnng zu Ungunsten der Frau ausschließt.
Hamburg, 23. Febr. Wie der „Hamb. Korresp." aus Hadersieben meidet, ist der Hofbesitzer Christian Finne m a n n in Taarning wiederum ausgewiesen worden.
Posen, 23. Febr. In der heutigen Stadtverordnetenversammlung wurde Beigeordneter Wilms-Tüsseldorf mit 42 gegen 18 Stimmen, die aus den hiesigen Bürgermeister Künzer fielen, zum Ersten Bürgermeister gewählt.
Breslau, 23. Febr. Berliner Bankkreise beabsichtigen, behufs Herbeiführung einer besseren Vertretung des Handels st andes in den Parlamenten den Geh. Zuslizrat Rieszer, Direktor der Bank für Handel und Jndugrie, und Den Geh. Oberfinanzrat Müller, Direktor Der Dresdener Bank, als Kandidaten für die kommenden Reichstagswahlen aufzustellen. Ersterer wird bei den Nationalliberalen, letzterer bei den Freikonfervativen kandidieren.
Trier, 23. Febr. Bischof Komm kehrt am Freitag von seiner Rornreise zurück, hält am Sonntag das Pontt-
Theodor in Bayern und den Großherzog von Sachsen- Weimar. Ter Slvnig von Sachsen nimmt als oberster Kriegsherr des 12. und 19. Armeekorps an dem Manöver teil, ebenso Gras Malderfee und Prinz Leopold von Bayern als Gcneral- inspekteure oer 3. und 4. Armeeinspektion.
— Ter Kaiser sprach heute beim Reichskanzler und bei dem russischen Botschafter vor und hörte später im königlichen Schloß den Vortrag des stellvertretenden Chefs
schen Karlsruhe und Berlin, sowie über "Neubesetzung der badischen Gesandtschaft am königlich preußischen Hofe haben einige halbofsiziöse Ableugnungen in der „Allg. Ztg." usw. erfahren. Die Sache gänzlich in Abrede zu stellen, hat kein Offi-iosus gewagt. Im Buiidesrat scheint auch nicht alles geklappt zu haben. Dort gab der § lü des Zollgesetzes den Anlaß zu Disferenz-en. Nach der Bestimmung dieses Paragraphen soll ein normierter Ueoerschuß v-on Dem Ertrage gewisser Zölle für die Witwen- unö Waisenveriorgüng verwendet werden. Alanchen Regierungen gefiel eine derartige Festlegung nicht, unö man versuchte durch persönliche Einwirkung auf Reichstaasabgeordnete den § lö zu Fall zu bringen. Dadurch kam eS an den Tag, daß der Versucher umgehe und Zwietrackt säe. Das war aber nicht nach dem Sinn des Reichskanzlers, der die Ansicht vertrat, daß an der Bestimmung wegen der Witwen und Waisen das große Werk des Zolltarifs nicht scheitern dürfe. Offenbar ist es dann zwischen dem Kanzler und den Vertretern von Bundesstaaten zu Auseinandersetzungen gekommen. Auf diese Art läßt sich auch das Gerücht eifläreu, der Großherzog von Baden habe in einem bestimmten Augenblicke dem Kaiser nahegelegt, die Zolltarifvorlage zurückzuziehen. Selbstverständlich fiel es weder dem Großherzog »wch seiner Regierung ein, Derartige Vorschläge zu machen. Wohl aber dürfte von Karlsruhe aus versucht worden sein, dem § 15 des genannten Gesetzes ein Bein zu stellen.
Der „Pfälzer Botet' schreibt: Die neuerlichen merkungen des „Pfälzer Bolen" über Verstimmungen zwo
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