Ausgabe 
23.12.1903 Zweites Blatt
 
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153, Jahrgang

Erstes Blatt

Hen

47

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6.

7.

straßen?

Ausfall der Obsternte 1902 a. überhaupt, b. an Kreis- straßen?

Letztes bestes Obstjahr? Seine Ernte?

Ursache des Fehlbetrags 1903?

Ausgetretene Krankheiten und in welchem Maße?

Aufgetretene Schädlinge?

Welche Sorten hatten dieses Jahr den besten Ertrag? a. Aepsel, b. Birnen.

Welche Bodenart haben diese Sorten in Ihrem Kreise?

Wurde Knnstdünger angewandt und welcher?

Beobachten Sie dies Jahr leichtes Faulen des Obstes? Welche Ursachen verschulden nach Ihrer Ansicht diese

»reit zu halten. Wie dieNeue ' die Wiener diplomatischen Kreise '.sch-japanischen Disserenzen ohne uerden.

en Bureau aus Petersburg vom Zrivattorrespondenten zugegangene ;erhüt..Us zwischen Rußland und Tas russische Auswärtige Amt -and vorherrschende p e s si misti- : englischen Meldungen seien von wesen, aber das Petersburger ehe keinen Grund, weshalb s friedliche Regelung dev a verlieren sollte.

Ichtweise gemeloec, der französische e l c a s s s bot sich als S chieds - und Rußland an.

kreisen wird davon gesprochen, daß gegenwärtig in Berlin Sondier- in auf dem deutschen Markte - h e n unterzubringen. Angeblich Millionen Mark.

die Post Mk.2. vtenel- |äbrl au6ld)L BeNellg. Annahme von Anzeigen üi Die Lage-ttummer jtfl Dormtnagfl 10 Uhr.

eilen prrt* total iLPs^ auflrvdrtl 80 Plg.

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den potti jni> aUgerHe Tel! P. ÖHitv tüt ,etaöt anö tjantr unb ,(6ertd)t6|aale ; August Götz, tüt den An- ^eiaentetl: Pans Veck.

anderer, über Volkswirtschafts- jrsv er Härtnisse, Geld-, Bank- und -Methoden re.

on Sonatinen hat der Klcr- n g a r t bei P. I. Tanger in .llt 20 Sonatinen von Beethoven, tt, Haslinger, Hünten, Kuhlau, )el> zusammen, ordnete sie nach ah sie mit Fingersatz, Bortrags-

Diese sorgfältige Bearbeitung len, dec neuen Sammlung all» jen, dazu kommt aber noch: die rlos. Wie em Glied der Kette

Nr. 301

Erscheint täglich außer Sonnlags.

Dein Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit de-n hessischen Sanöwirt be G'ehener Kamillen, blätter viermal tn der Woche beiqelegu biotanonSdruck u. Per» laq bei Brüht Nchen Univer1.-Bnch-n.Elem» bruderei iPiehch E rben)

selbst hier folgen:

Ausfall der Obsternte 1903 a. überhaupt, b. an Kreis-

Provinz Oberhessen.

Kreis Gießen: la. Die Ernte 1903 war gering. Nur einige Sorten, wie Goldparmäne, gelber Edelapfel, Oberdichs und Landsberger Reinetten hatten guten Ertrag. 1b. Ertrag etwa 3800 Mk. 2a. Die Ernte 1902 war sehr ,flut2b. An den Kreisstraßen wurden rund 10000 Mk. vereinnahmt, eine hohe Summe wenn man bedenkt daß die ältesten Apfelbäume 18 Jahre alt smd. - 3a. 1902. Zb. sehr gut. 4. In erster Lime Fruhjahrsfröste. Eine

*) Nachdruckauch im Auszuge nur mit besonderer Genehmigung des Verfassers gestattet.

sich an das andere reiht, so reicht eine Sonatine der anderen die Spanb und nirgends rrasst ein Riß. Dieses lückenlose Vorgehen ist ettuas, was das Bungarljche Sona- tinen-Album zu einer wertvollen Bereicherung des Kla- vierunlerrichtssdoffes macht. Ter stattliche Band (72 Seiten stark) kostet nur 1 Mk.

Hart Steller, ein von weiteren Kreisen leider nicht nach Gebühr geschätzter Lyriker, cm Schüler Geibels, vollendet am 25. Dezember sein 80. Lebensjahr. Von seiner geifligcn Frische legt fern soeben bei Baedeker in Elberfeld erschienenes Buch: Erlebnisse c t n e 5 Achtzigjährigen" ein beredtes Zeug­nis ao Stelter ist auf feinem langen Lebenswege einer Reche be­deutender Männer begegnet und erzählt davon m seiner gemütlichen Art tn diesem Buche recht Jnlereßantes. Wir nennen von denen, die mit ihm umgingen und mit denen er umging, nur Gust. Freytag, Fr. v. Bodenstedt, Wilhelm Jordan, Jul. Rmershaus und Ernst Scheren Vera. Seit 20 Jahren lebt Steller, em geborener Elber­felder, in Wiesbaden.

Newyork, 22. Dez. Bor einem hundertköpfigen geladenen Publikum sand gestern m der Atelropontaii-Opera die einen großen Erfolg verbrechende Generalprobe z u W a g u e r s _P a r- f i f a l" statt.

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ufw hervorgehoben7 ' Llußerdcui finb noch ein Schuitt- boaen, eine Tafel mit Maßtabellen und eine Tafel nut modischen Neuheiten beigefugt. Jedenfalls ist dieses Buch das Beste, das augenblicklich auf diesem Gebret existiert.

«um Preise von 1 Mark erschien soeben einPrakti­sches Wirtschaftsbuch für sparsame Haus- flauen". (Verlag des Deutschen Druck- und Brrlags- baufes in Berlin S.W., Lindenstvaße 26.) Die einfache, übersichtliche Anordnung ermöglicht mit geringer Muhe eine* genaue Uebersicht irber die Haushaltungskosren m den verschredeuen Zweigen. Sie ist zugleich eine Cch:onek der aernblten Preise und eine Quelle mteresianter Vergleiche. Raum für Notizen und Adresse», hauswirtschastliche lehrungen, ein Bezeichnis der Geburtstage usm. vervoll­ständigen das dauerhaft gebundene Buch.

I a a d k a l e n d e r 19 0 4. Mit Jagdbildern aus der «eit Kaiser Maximilians. Bon Wilhelm Stumpf Verlag non Kart Ernst Poejchel, Leipzig, Preis 1.80 Mk. - Tie n^berne Kunst hat unter andersm Guten das große Ver-

Etchiagd: rm k^otd ergründe ein Kapitaler Elchhirsch, der den einen Hatzrüden auf seine gewaltigen Schaufeln ge- nommen hat, schickt sich eben an, den zweiten, der sich in seinem Vorderlauf verengen hat, übers Kreuz zu sajscn. Tie beiden Jäaer sind auf Skis der Hatz gefolgt und greifen mit Speer und Bogen den Urelch an.

Der Kaufmann. Kalender 1904. Verlag von Karl Ernst Poeschel, Leipzig. Preis 40 Pfg. Tiefer Kalender, der für Kaufleute bestimmt ist, gewannt auf den ersten Blick durch sein künstlerisches Teureres und und seine ge­schmackvolle Ausstattung. Blättern wir in dem handlichen Bündchen, so sehen wir neben dem Kalendarium interessante Bilder aus der Vergangenheit des deutschen Kaufmanns ein geschalten. Wir finden da unter anderen bcu Titel zu Adam Rieses Rechenbuch aus dem Jahr 1574, einen Fracht­brief von 1756, einen Berliner Kurszettel von 175o und Darstellungen aus dem Leben der Kaufleute des 16. bis 18. Jahrhunderts. Nicht minder wertvoll ist der textliche Inhalt des Kalenders. Er enthält Abhandlungen namhafter Autoren, Tr. Georg Obst, Prof. W. Wick, Dr. Emil Deaert,

Fäulnis?

Welche Räume halten Sie für die Ueberwinterung des Obstes für die geeignetsten? b. welche Unterlage, c. welche Temperatur?

Sehr interessant sind die Antworten auf die letzten Fragen. Man sieht gerade aus der Mannigfaltigkeit, mit der diese Fragen beantwortet wurden, wie notwendig und zweckmäßig es war, sie in die Erhebung einzuschalten. Doch davon später! Hier zunächst die einzelnen Resultate für dte Provinzen ünd Kreise!

Menge Bäume hat ferner nicht geblüht, was auf den reichen Ertrag in 1902 zurückzuführen ist. Ter Septembersturm hat mindestens ein Fünftel der Ernte vernichtet. 5. Füsi- cladium dendritium, besonders an Orleans und Oberbiel 8 Reinetten, weniger an Goldparmänen und Kasseler Rei­netten; ferner zeigte sich ein ähnlicher Pilz au Liegels Butter­birnen. 6. Käfer und Raupen nicht stark; dagegen Blatt­läuse in Mengen, wodurch besonders bei Goldpar neu viele verkrüppelte Früchte vorkamen. 7 a. G. spar- mänen, .gelber Edelapfel, Landsberger und Oberdichs Rei- uetten. b. Pastorenbirne, neue Poutteau und Diels Butter- birne. 8. Teilweise schwerer humusreicher Lehmboden, teilweise leichten sandigen Boden. 9. Nein. 10. Ja, be­sonders an großfrüchtigen Sorten wie Edelapfel und einigen großen Wirtschaftssorten, z. B. Schafnase. 11. Ursache ist wohl der nasse Nachsommer und Herbst, wo die Früchte Überreife Nahrung hatten; ferner das Eindringen des Wassers in beu Kelch der Aepsel. 12. Keller, die tief im Boden liegen, sodaß der Temperaturwechsel nicht zu großen Schwankungen unterworfen ist, und sie zeitweise aelnstet werden können, b. Frisches Korustrod mit einer Abdeckung von chlorfreiem Seidenpapier, c. fehlt Graue Reinetten bringt man mit Rücksicht auf größere Feuchtigkeit der Lust sofort in den Koller, um das Runzlichlverden zu verketten; dagegen sollten alle alattschalrgen Aepsel in einen lufdgen Ort bis zu eintretendem Frost unter gebracht werden.

(Anmerkung des Verfassers. Im letzten Herbst wurden neu 1100 Bäume, fast ausschließlich Apfelbäume, an den Kreisstraßen angepflanzt.)

Kreis Friedberg: la. Bohnapfel, Brauner Mat­apfel, roter Eiserapfel haben fast gar nicht getragen; selbst Schafnase hat vielfach ausaesetzt. b. fehlt.*) 2 a. Fast durchweg ziemlich gut. b. fehlt.*) 3 a. 1901. b. Steinobst mittel, Aepfel und Birnen gut, Nüsse mittel. 4. Frost ver­nichtete namentlich Pfirsiche, Aprikosen und teitocije Bir­nen. Die übrig gebliebenen Früchte wurden im Sommer stark dezimiert, auch nahmen sie nicht genügend in der Große zu. Im September große Sturmschäden: in manchen Ge­markungen wurde fast alles Obst abgeschlagen. o. <,ust- cladium stark, selbst an Sorten, die sonst wenig befallen werden: wohl durch die Trockenheit und den darauffolgen­den langen Regen verursacht. 6. Mattläuse vielfach an jungen Bäumen; Raupen usw. weniger. 7 a. Goldpar­mäne, graue ftanz. Reinette, Canada und Bamuannv Rei­nette unb einige Lokalsorten, b. Pasdoren- und Host ats- birne, Sommereierbirne, Grumkower Butterbirne unb di­verse Mostsorten. 8. Meist schwerer Lehm, Basalt. 9 Hin unb wieder Thomasmehl, sonst fast nur Zauche.

10 Einige Sorten wie Diels Butterbirne, die sich sou,r gut hält, gehen schneller über. 11. Anhaltendes Regen­wetter, wodurch Pilzkrankheiten überhand nahmen. Zu­folge davon gab es Risse, in denen sich Feuchtet mr- sammelte. - 12. Möglichst kühle Keller, die gelüftet werden können b. kein weiches Material, sondern etwa fünf Zenti­meter breite Latten, die zwei Zentimeter von einander ent» fernt sind, sodaß genügend Lust hindurch kann. c. 34 Grad R. Wärme.

Kreis Schotten: la. mittelgut; 1b. gut 2a. gut; 2b. gut bis sehr gut. 3. 1901. 4- §eit der Blüte 5. - 6. Blattläuse. 7 a. Wintergoid- tarmäne, Rhein. Bohnapfel, Gr. Kästeler und Gr. ftanz. Reinette. 7 b. wenig vertreten. 8. ßettiger, lehmiger Boden, mitunter schwerer Boden, doch auch oft gEmrscht __ g mpr versucbsweife. 10. Nein. 11- Sfrenn, dl NN verursacht durch 'vEitiges E-rnten oder Beschädigungen der Früchte. - 12. Mäßig feuchte Kellerraume, b. Nttt- unter Stvohnnterlage. c. 5 6 Grad Jt

Kreis Lauterbach: la. und b. mittlere dritte. - 2a. und b. gut. - 3. 190?. - 4. Frühfrost und Stumm _ 5. und 6. Keine! (Das ist wohl kaum glaublich. Etn aanzer Kreis, in dem nicht eine Kranth^it, nicht etn Schädling in irgend einer Gemarkung «uMt, halb und halb eln Paradies für Obstbau. Ltelletchl wollte der Fragcbeanttvorter schreiben:Keine besonderen: Der Vers) 7 a. Herrenäpscl, Wintergvldparmane und D-intcr- konenapfel; 7 b. Unbekannt. - 8. Drettuertel Ba^t, ein Viertel Sand. 9. Nein. 10. Ja! 11. Vielleicht das

*) lieber Kreisstraßen laßt sich, wenig sagen, da die meisten PslanPintzen noch zu jung sind.

löt und AzM.

gen, den 23. Dezember 1903.

S. K. H. der Großherzog haben er Hess.-Preuß. Eisenbahngemein- s e r zu Dieburg aus Anlaß seiner tanb das Llllgemcine Ehrenzeichen treue Dienste" verliehen.

tliche Ausstellung Gießen -renbe Ausschuß der verflossenen cklung hier war vor einigen Tagen .rechnung über das Unternehrnen - versammelt. Oekonomierat Lei- der Ungunst des Wetters die em Fehlbeträge von rund 9500 etn Betrag, den der landwirtscb. sparnist'e wieder gut machen wird. <. daß, wenn die Witterung wäh- einigermaßen erträglich gewesen nicht nur mit keinem Fehlbetrag, eblichen Ueberschuß abgeschlossen

ma. Eine hochinteressante Reift rpanoratna ausgestellt. Nachdem Tagen so verdienten Beifall ge­lte die Fortsetzung derReise in i für das verwöhnteste Auge sind her Genuß, weil durch dienatür- ch uns eine Welt erschließt, die jt. Viele Bewohner wissen noch n Sehenswürdigkeiten hier all- :rden. Viele Vereine entnehmen llets, aus die hiermit nochmals

ndeswaisenkasse zu Darnt-

3tg." im Jahre 1902/03 eine 379,60 Mk. Unter den 201458,39 .ctjeii Einnahmen besindet sich ein ckslasse von 168 496,92 Mk., ferner de, Jllale der Kinder, 11396,24

Unter den Ausgaben sind ver- ldungen und andere persönliche Verpflegung der Waisen lPslege- terstützungen 35 310,59 Mk. und d Arzueimtttel 4746,51 Mk.) und uenbungen; zusammen betragen Mk. Ende März 1902 waren egung, zugegangen sind 468 (162

Mittwoch 23. Dezember 1993

BezngSpre»», monailictiTbUkoterttU tnbrhd) lÖtt 2.20, durch Abhole. u. yiDeigltelley monalhd) 6oJJt.; durch

Kesstsche Hbsternle-StatistiK für 1903. *)

Von Eduard Oppel, Frankfurt a. M.

Originalartikel für denHessischen Landwirt".

I.

Die abnormen Witterungsverhältnisse dieses JahreS rveckten in mir den Gedanken, statistisches Material über die Obsternte zu sammeln, daraus Schilüsse zu ziehen und diese wie das ganze statistische Ergebnis zu all- gemeinem Nutzen unb Heile zu veröffentlichen. Leicht war die Arbeit nicht. Wer sich je mit statistischen Arbeiten befaßt hat, weiß, welche endlosen Mühen und Opfer damit ver­knüpft sind. Aber das Ziel gibt Kraft und Ausdauer. Mit der ferneren freundlichen Unterstützung der Fachleute, der Kreisobstbautechniker, der Kreisbaumwarte usw., denen ich für die gütige Ausfüllung der Fragebogen auch an dieser Stelle Dank sage, wird es gelingen, das begonnene Werk hinanszuführen, auszubauen unb zu vollenden. Tie vergleichende Statistik wird dann den Wert dieser Erst­arbeiten erschließen.

Zweck der Erhebungen, die nun von Jahr zu Jahr ver- anftaltet werden sollen, ist: zahlenmäßig nachzuweisen, wel­chen Einfluß die Mtterungserscheinnngen 1. auf die Menge des Ertrages, 2. auf die Haltbarkeit des Obstes haben; 3. welche Krankheiten, 4. welche Schädlinge auftreteu und 5. welchen Einfluß diese auf die Ernteergebnisse haben; 6. welche Erfahrungen bei Anwendung künstlicher Dünger gemacht werden usw. Nicht zuletzt hat die Erhebung den Zweck, ein Gesamtbild der hessischen Obstzucht und Obst- eritte zu geben. Außerdem sind in die Fragebogen diesmal die Fragen nach den Ursachen der Fäulnis des Obstes und der Winterbehandluug der Früchte eingeflochteu. Man wird schon daraus ersehen, daß die statistische Arbeit allerlei Segensreiches fördern wird, umsomehr, als das Material nur von Fachleuten im Obstbauwesen gesammelt wurde. Selbstverständlich werden die Fragebogen von Jahr zu Jahr umfangreicher und besser ausgestattet unb ausgearbeitet.

Im ersten Teile will ich mich darauf beschränken, die Antworten auf die Fragebogen wiederzugeben, während der zweite Teil die Ergebnisse zusammensaßt und er­läutert. Da bei den Antworten nur die Ziffern der Fragen angegeben werden, lasse ich zunächst die einzelnen Fragen