Erstes Blatt
183 Jahrgang
Donnerstag 23. Juli 1903
GchnlPratze 7.
Kdreff« für Depeschen: Anzeiger Gießen.
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Nr. 170
Erscheint tügltch außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gietzener Familien, blätter viermal tu der Woche dmgelegt.
viotattoaSdruck u. Verlag der Brühl'schen Untoech-Buch- u.«t«n- brudetei (Pietsch Erden)
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monatliches PU, viertel-
GietzenerAnzeiaer
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den poltL und Quflcm.
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MUZ
zeigentetl: Han« Beck.
Kach dem Tode des Papstes.
Ro«r, 22. Jvü.
Sinbalfamiermrg mrd öffemüche Ausstellung der Leiche.
Gegen halb 10 Uhr früh begann beute ein lebhafter Verkehr auf dem Pett^Lplatze. Die Würdenträger des päpstlichen Hofes, das diplomatische Korps und andere hohe Persönlichkeiten bladen fich ua<6 dem Vatikan, um dre Leiche des Papstes zu sehen. Der Zutritt war bis 5 Uhr gestattet. Es werd immer schwieriger, Zutritt zum Vatikan au erlangen. Die Schweizergarden wiesen gestern sogar Mazzonr zurück.
,^Vocc della Verlla" melder in einem Bericht über die Einbalsamierung der Leiche des Papstes: Man machte einen Einschnitt in die Brusthöhle und fand Flüssigkeit, deren Eigenschaften einen Beweis für den Pleuritischen Vorgang lieferten. Der untere Mittellappen der echten Lunge war verhärtet (hepatisiert). Nach der Ein- l alsamierung wurde- ein Protokoll ausgenommen, das die Diagnose auf Lungenentzündung mit nachfolgender Brustfellentzündung bestätigte.
In Gegenwart Oreglias, der Aeltesten der Kardinälord- nungen, der Geistliche der apostolischen Kammer, der Neffen des Papstes, des Zeremonienmeisters und anderer Würdenträger wurde nachmittags die Lerche Leos mit den päpstlichen Gewändern zur Bestattung bekleidet. Sie ruhte in reichem gold verzierten Ornat von roter Farbe mit weißen Handschuhen und prächtigen Ringen am Mittelfinger her rechten Hand, auf dem Haupte die
silberschimmermde Mitra, rote Sandalen an den Füßen, unter rotem, goldverbrämten Bahrtuch. Die auf der BEust gekreuzten Hände umschlossen ein Kruzifix. Aar den vier Ecken des Bettes brannten große Wachskerzen. Wenigen bevorzugten Personen wurde alsbald die Besichtigung der so auf gebahrten Leiche gestattet.
Am Abend um 8 Uhr wurde die L e i ch e des Papstes zur öffentlichen Ausstellung in die Peterskirche getragen. Der Zug bewegte sich über die mit Wachskerzen erhellten Gänge durch die Sala dueale, in der me Anzahl Zuschauer in Trauergewändern zugelassen war, .:nd durch die Sala regia mit Schweizer gar den an der Spitze und den Seiten durch; das Spalier der Palastwachen muh der Treppe, die zur Kapelle bei Saeramento in der Peters- kirche hinabführt. Voran jchxitten, Fackeln tragend, die päpstlichen Stallmeister in roten Damastgewändern. Es folgten die Pönllenttare der Peterskirche, sowie der Sa- kristan und der Untersakristan der apostolischen Paläste, alle in Chorhemden und Stola, brennende Fackeln in Händen. Hinter ihnen trugen die Sesselträger die Bahre mit der Leiche des Papstes, von den Nobelgarden, den päpstlichen Offizieren und den Pönitentiaren mit brennenden Kerzen umgeben. Der Leiche folgten die Mitglieder der Familie Pecci, sodann in violettem Trauevgewande, von Fackel tragenden Sekretären begleitet, zu je zwei und zwei, nach Alter und Ernennung geordnet, die Kardinäle, an ihrer Spitze der Dekan und der Unterdekan des heiligen Kollegiums, die Kardinale Oreglia und Serafino Vannutelli. Hinter den Kardinalen folgten der Ätajordornus, der Kon- klavemarschall und andere hohe.Würdenträger sowie das diplomatische Korps. Die Schweizergarden, die päpstlichen Gendarmen, die Diener des Papstes und die Palastbeamten, alle laut betend, beschlossen den Zug.
Gegen 8% Uhr langte der Zug in der Vorhalle der Peterskirche an und trat sodann durch die Mitteltür in die Basilika. Es war ein großartiges, feierliches und er> greisenoes Schauspiel. Aus der Tür, wo das vatikanische Kapitel, brennende Fackeln tragend, vollzählig versammelt war, erteilte Monsignore Periroli der Leiche die erste Absolution. Durch die elektrisch erleuchtete Kirche, deren Eingänge für das Publikum geschlossen blieben, bewegte sich der Zug bis zu dem vor dem Altar errichteten Katafalk, auf den die Bahre niedergesetzt wurde. Während die Sänger der Julianischen Kapelle Bittgesänge anstimmten, nahmen die Mitglieder der Familie Pecei auf der einen, die Kardinäle auf der anderen Seite des Altars Aufstellung, hinter ihnen die hohen päpstlichen Würdenträger und die Geistlichkeit. Monsignore Ceppetelli erteilte nunmehr der Leiche die zweite Absolution. Die Kardinäle; und das vatikanische Kapitel verließen hieraus die Basilika, während die Bahre, von Nobelgarden und Schweizer gar den geleitet, Ö von den Palastwürdenträgern, nach der Sakraments- gebracht und dort ausgestelll wurde. Sechs hohe Wachskerzen brennen zu den Seiten der Bahre, die so niedergestellt ist, daß die Füße des Toten aus dem Gitter der Kapelle in die Kirche hiuausragen. Morgen wird die Kirche zur Besichtigung der Leiche und zum Fußkuß für die Bevölkerung geöffnet. Von dem Augenblick an, wo der Zug mit der Leiche des Papstes in die Basilika Sankt Peter eintrat, läuteten die Glocken der Kirche bis &ur Beendigung der Feier um 9i/4 Uhr. In der Sakramentskapelle halten an der Leiche zwei Geheimkämmerer, Nobelgarden und Schweizergaroen die Totenwacht. Auf dem Petersplatze und in der Umgebung der Kirche hatte sich, während srch im Innern die Feierlichkeit vollzog, eine teilnehmende Menschenmenge angesammelt. .
In der Kirche Sankt Vincent und Sankt Anastaftus wurden geftern spät abends die Präcordien des Papstes m der Mauer zur Rechten des Hochaltars beigesetzt. Die Wand wurde mit einer Marmortafel versehen, die Namen, Ge- burts- und Erwählungstag des Papstes angibt.
Ter Thronassistent des päpstlichen Stuhles, Marcan- tino, Fürst Eolonna, die (Grafen Camillo und Richard Pecci begaben sich nach dem Rathause, um die Ur ku n d e ü b e r den Tod pcs Papstes zu unterzeichnen. Sie wurden vom Bürgermeister empfangen.
Ter „Osservatore Eatholico" eröffnet eine Sammluna
Arr Errichtung eines Denkmalls für Papst Leo in der Mnbrosiusürche zu Mailand.
DoS Konkurse mck die Kardinale.
Es wird eifrig gearbeitet, die fixtinische Kapolle als Wahlraum für das Konklave einzurichten, 64 von Baldachinen bedeckte Sitzplätze werden hergestellt. Auch wird die Fertigstellung von 64 Wiohnräumen für die Kardinale im Vatikan emsig betrieben.
Ueber die heutige zweite Versammlung der Kardinale will die „SCribuna" folgendes erfahren hab en: Kardinal Oreglia ließ durch den Sekretär Merry del Val die im Vatikan eiugegangenen Beileidstelegramme und die von ihm im Namen des Kollegiums abgesandten Antworten mitteilen. Tie Kongregation habe sodann die obersten Beamten des Vatikan im Amte bestätigt. Die „Dribuna" fügt hinzu, die Kongregation habe, ohne daß ein Gegenvorschlag gemacht worden wäre, beschlossen, das Konkbwe in Rom abzuhalten und tote Kardinale erwählt, die den Auftrag haben, die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Dem Vernehmen nach sei der für die Abhaltung des Konklave genehmigte Plan der gleiche wie beim letzten Konllave. Me Kardmäle hätten auf das Evangelium geschworen, Stillschweigen zu beobachten, sowie die Rechte, Prärogative und weltlichen Güter des heiligen Stuhles „usqne ad effusionem sanguinis" (bis zum Vergießen des Blutes) zu schützen. Schließlich habe Oreglia das Testament des Papstes verlesen.
Im Vatikan wird versichert, daß zwischen Oreglia und R a m p o l l a eine Versöhnung stattgefunden hat Heute begab sich ein geistlicher Würdenträger in die apostolische Kan^ei, um die mit den Bilnissen der 5Aeiligerr Petrus und Paulus versehenen Blomben von den Türen abzunehmen und die darin besindlichen Akten zu versiegeln. Der gleiche Vorgang wurde in der Kanzler der Breve beobachtet.
Der Nachlaß des Papstes.
Ter römische Korrespondent der Londoner „Finanzial News" behauptet, in der Lage zu sein, folgende genaue Einzelheiten über den persönlichen diachlaiß des Papstes zu geben: Leo XIII. erbte von seinem Vater jährliche Einkünfte von 3000 Lire, und vorausgesetzt, daß er seitdem von den vatikanischen Einkünften allein lebte, würde das ererbte Privatvernrögen des Papstes durch Zinseszinsen jetzt ungefähr 100 000 LlLe betragen. Dazu komnren die im persönlichen Besitz des Papstes befindlichen Juwelen im Werte von nochmals 100 000 Lire. Alle dem Papste zu seinem Jubiläum gemachten Geschenke werden den päpstlichen Behörden zum Nutzen d r Kirche ausgehändigt. Mit Bezug auf den päpstlichen Haussch atz, welcher vor vielen Jahren auf 30 Millionen Lire geschätzt ist, sagt der ^Korrespondent, er sei während der Regierung des Papstes Leo infolge unglücklicher Spekulationen völlig verbraucht worden, doch, tonnten die gesamten Jubiläumsgeschenke dem Verlust des päpstlichen Vermögens abhelfen.
z»er Umschwung.
Offiziell ist bekannllich angekündigt worden, das revidierte sächsische Landtagswahlrecht werde zurück- revidiert werden. Damit bahnt sich im Königreich Sachsen ein Umschjwung an, der für die m ei st e n a nd er en deutschen Bundes st aaten seine e r zi e he r i s ch e Bedeutung hat. Es ist völlig klar, welche Gründe in Sachsen dazu geführt haben, um die Regierung und die herrschenden Parteien zum Nachdenken zu bringen. Das herrschende Landtagswahlrecht macht zwar die Sozialdemokraten in Sachsen machtlos, aber nicht diese allein, sondern auch alle jene weniger bemittelten Kreise, die in der dritten Abteilung wählen. Und diese nichtsottaldemottattschen Elemente, die gleichfalls für den sächsischen Landtag entrechtet wurden, wählten auch sozialdemottatisch, well sie nicht,^mrz rechts" ein wollten. Die Revision des Wahlrechtes in Sachsen hatte ich außerordentlich geeignet erwiesen, um die Zahl der ozialdemokrattschen Stllnmzettel zu vermehren, und gleich- alls dazu, den Reichsgedanken im Königreich Sachsen zu ördern. Der polittsch machtlose Sachse wird ein um so treuerer Anhänger des Deutsck)en Reick-es geworden fejin, weil er dort nicht in Bezug auf sein Wahlrecht ein Höriaer ist. Fürst Bismarck wußte, was er tat, als er das Reichstagswahlrecht einführte, nnü im sächsischen Wnigssckstoß wird man liberalen Anschauungen in dem Augenblick zugänglicher geworden sein, da auch, jenseits des Kreises der Sozialdemottatie die Anhänglichkeit an das eigeneVaterland, das die Massen enttechtete, zurückging und sich dem weiteren Vaterlcuid zuwandte, das den Massen die Teilnahme an den parlamentarischen Geschäften ermöglicht.
Nachdem die Reattionäre in Sachsen diese üblen Erfahrungen gemacht haben, wirH es den Reattionüren in anderen deutschen Staaten schwerer s-in, Parlamente mrd Regierungen auf die gleiche abschüssige Ebene zu drängen. Nur größte politische Kurzsichtigkeit kann, so führt Tr. Nathan in der „Nation" mit Recht aus, der Ansicht sein, daß mit einer Aenderung des Wahlrecht s sich eine Aenderung d e r p o lit i s che n Ges in n u n g in Deutschland erzwingen läßt. Ist aber das Wahlrecht schließlich wirkungslos gemacht, so kommen die politischen Gesinnungen in der Presse zum Ausdruck; mithin muß man auch diese knebeln; und sodann in Versammlungen, so muß man auch das Versammlungsrecht beseitigen, und wenn alle Ventile verstopft silld, dann kommt man zu barbarischen Zuständen.
Wer den modernen Großstaat will, muß, wie die Weltlage heute ist, die modernen Großstaatheere wollen, und die modernen Großstaatheere lösen nur ihre Aufgabe, wenn der Schulmeister oon nörnggrätz ein ganzes Volk erzogen hat. Und Msdann: die Kosten für die modernen Groß
staatheere lassensichnur aufbringen, wenn Handel und Industrie zu hoher Entfaltung gekommen tft Ein Volk aber, dessen Mlllionen die äll- gemerue Volksschule durchgemacht haben, dessen Millionen durch ihren Aufenthalt in Fabriken und Geschäftshäusern und auch in fortgeschrittenen landwirtschaftlichen Betrieben an dem gewalttgen nattonalen wirtschaftlichen Leben Antell haben, und die sich im Soldatenrock der allgemeinen Wehrpflicht als Träger des nationalen Staatsge- dantens fühleu, sie kann man dauernd nicht hindern, auch Träger der nationale« politischen Gedanken sein zu wollen. Ter moderne Staat kann nur aufrecht erhalten werden bei einer relativen Mündigtei t seiner Bevölkerung, und wenn dreie Mündigkett im wirtschaftlichen Leben und bei der nationalen Verteidigung im Interesse des Staates selbst unentbehrlich ist, so kann man diesen mündigen Staatsbürgern nicht plötzlich wieder zumuten, daß sie gutwillig sich p o l i t i f ch zur Unmündigkeit sollen verurteilen lassen. Ter moderne Parlamentarismus ist keine ausgeklügelte Erfindung einiger radikalen Theo- rettker, sondern eine unabwendbare Konsequenz der modernen Entwicklung in chrer Totalität.
In Sachsen handelte man daher so weise wie jene Aerzte, die eine Krankhell behoben wähnen, wenn sie efin Symptom unterdrückt haben. Man entfernte den Pegel und war — unter Zustimmung aller Reaktionäre Deutschlands — überzeugt, daß die Gefahr einer Ueberschwemmung gemindert ober beseitigt sei. Dieses sächsische Experi- me^it, das mißglücken muhte, ist vielleicht ein Mick für Deutschland.
Der KeseHerttwurf iitier den Kerstcherungsvertrag.
In den nächsten Tagen wrrd in Metz der ständige Ausschuß des Deutschen Landwirtschaftsrates über den Gesetzentwurf, den Versicherungsverttag betteffend, beraten. Daß der Landwirtscyastsrat dieser Beratung große Bedeutung beimißt, darf aus der Tatsache geschlossen werden, daß zur Berattrng drer Referenten, der Präsident der kgl. Versicherungskammer in Viünchen, M. v. Haag, der Generaldirektor der ostpreußischen Feuersozietät, v. Klltzing, und der Oberlandesgerichtsrat Schneider in Stettin, ausgestellt worden sind.
Wir glauben, daß der deutsche Landwirtschaftsrat dem Gesetzentwürfe die hohe Anerkennung, die ihm schon der bayerische Landwirtschaftsrat ausgesprochen hat, gleichfalls nicht versagen wird. Der Entwurf, ein Meisterstück in Bezug auf Sprache und logische Anordnung, ist bemüht, in Zukunft auch dem Versicherten eine angemessene Stellung zu geben, selbstverständlich unter Wahrung der Rechte des Versicherungsunternehmers, o5er, wie der Allwurf sich ausdrückt, des Versicherers, er reduziert die Verwirkung des Entschädigungsanspruches auf das nötige Maß und sucht regellnäßig die Versicherung überhaupt aufrecht zu erhalten, um den Versicherten nicht ungeschützt zu lassen und um auch dem Versicherer Erleichterungerl im Geschäftsbetrieb zu gewähren.
Auch die Pflicht zur Arlzeige der Gefahrumstände und Gefahrerhöhung erscheiill in zweckmäßiger Weise geregelt. Mll Vergnügen wird jeder Sachverständige den Abschnitt über dre Lebensversieherung lesen den das vollste Verständnis für diesen wirtschaftlich und sozialpolittsch so wichtigen Verjicherungszweig beherrscht. Auch hier will der Entwurf, wenn Schwierigkellen zwischen Versicherer und Versicherten entstehen, konservierend in Bezug auf das Versicherungs- Verhältnis wirken. Der Versicherte, der eine Prämienzahlung nicht mehr leisten kann, ist nicht ausschließlich auf die Kündigungsbefugnis angewiesen, sondern besitzt in der aus ihn entfallenden Prämienreserve, sofern chr mindestens drei Iah res Prämien zu Grunde liegen, ein Mlltel, durch welches sich eine Zahlungspflicht beseitigen läßt, ohne daß er aus dem Versicherungsverhältnis auszuscherden braucht.
Der Entwurf beabsichtigt, auch die in Preußen, Bayern, Sachsen, Württernberg, Baden, Hessen und anderen Bun- des-Staaterr vorhandenen öffentlicyen Feuerversicherungsanstalten, dann die öffenttichen Anstalten für Hagel-, Weh- uno Pferdeversicherung dem Gesetze zu unterwerfen, insbesondere in Bezug auf Die richterliche Zuständigkeit und andere grundsäAiche Bestimmungen. Indessen können auch die Vorschriften, welche die Vertragsfreihell beschränken, bei den öffenllichen Anstalten außer Anwendung bleiben. Der Eiltwurs sucht durch dieses immerhin anerkennenswerte (£nt* gegenkommen das gut zu machen, was das Reichsgesetz vom 12. Mai 1901 gegenüber Den öffenllichen Anstalten gesündigt hat, llrdem es die Leiter , und Beamten vfsenllicher Versicherungsanstalten vom Aufsichtsamt und vom Ver- sicherungsbeiratie grundsätzlich ausschloß.
Tie öffentlichen Versicherungsanstalten erheben jetzt mit Recht die Forderung, auch von den Vorschriften des neu zu erlassenden Gesetzes ganz fteigelassen zu werden. Wird dieser Forderung Rechnung getragen, dann wird Bayern auch der Notwendigkeit nberhoben sein, von dem ihm für seine Immobiliarversicherung eingeräumten Reservattecht Gebrauch machen zu mässen. Unter allen Umständen werden namentlich die preußischen Sozietäten ihren großen Einfluß daransetzen, um für die öffentlichen Anstalten eine möglichst weitgehende Exemtion zu erlangen.
11. Deutscher Gastwirt-Bundestag.
(Originalartikel be£ „Gieß. Anz.")
II.
r. M ainz, 21. Juli.
Tas abends in der hübsch dekorierten Stadthalle veranstaltete F c st b a n f c 11 begann mit etwas Verspätung um 7 Uhr. ES waren ca. 300 Festteilnehmer, viele mit ihren Damen, erschienen. Bundespräsident Steper begrüßte die Gäste, darunter als Vertreter der Stadt Hern: Berg.


