Ausgabe 
23.5.1903 Erstes Blatt
 
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hundert entstandene Bauten triefe Urform des mittelalter» l-ichen Rathauses beibehalten. In diesem Zusammenhang schreibt Stiehl:So giebt uns das (frühestens in den lebten Jahren des 15. Jahrhunderts erbaute) Rathaus in Meßen, jetzt von der sortschreitenden Bebauung einge» schloffen, das Bild solcher noch kleinen, aber künstlerisch entwickelten zweischiffigen Saalanlage, die neuerdings vor­züglich wiederhergestellt, sich in feiner Gediegenheit aus der Reihe der niedrigeren Bürgerhäuser berauscht und an Reiz der strengen Erscheinung sich trefflich neben dem schonen Kriegerdenkmal allermodernster Richtung behauptet." Es wird unseren Lesern gewiß Freude machen, das ffüher gering geachtete Bauwerk, das ans den Zutaten späterer Zeiten erst wieder herausgeschält werden mußte, von einem genauen Kenner des deutschen Rathauses so anerkennend beurteilt zu sehen.

** Schwimmverein Gießen. Hier hat sich auf Anregung des Süddeutschen Schwimmoerbandes wie in anderen größeren Städten ein Schwimmoerein gegründet, der die möglichst große Ausbreitung der Schwimmkunst als sein Ziel sich gesetzt hat. Insbesondere will derselbe auch seinen Mitgliedern billige Schwimmgelegenheit bieten und sie unter sachkundiger Leitung zu tüchtigen Schwimmern heranbilden. Diejenigen Herren, welche gesonnen sind, dem Vereine als aktive oder passive Mitglieder beizutreten, werden gebeten, ihre Anmeldungen bei dem 1. Vorsitzenden desselben, Buch­druckereibesitzer Albin Klein, Neuenweg Nr. 28, ober in der Rübsamen'schen Badeanstalt abzugeben, woselbst auch die Vereinsstatuten eingesehen werden können. Schwimmkundige, die Lust und Liebe zu diesen anerkannt gesunden Leibes­übungen haben, diene noch zur Notiz, daß die Mitglieder

des SchwimmvereinS in der Rübsamen'schen Badeanstalt gegen Vorzeigen der Mitgliedskarte eine erhebliche Ermäßigung im Abonnement haben. Die diesjährige Schwimm-Saison be­ginnt, laut Inserat in heutiger Nummer, am 1. Juni (Pfingst­montag). Während der Saison sind verschiedene gernernsame Schwimm-Uebungen und -Spiele vorgesehen.

n. Großen-Linden, 21. Mau Am HimmelfahrtS- feste wurde, wie alljährlich, im Walde bei Klein-Linden ein christliches Waldfest abgehalten, wobei der Vorsteher des Diakoniffenhauses zu Darmstadt, Pfarrer Deggau, predigte. Außer ihm sprach noch der Missionar Jung aus Sumatra, der sich zur Erholung in fernem Heimatsdorf Lützellinden aufhält. DaS Fest war von Bewohnern auS Allendoff, Lützellinden, Klein-Linden, Gießen und Großen- Linden stark besucht und wurde durch die Mitwirkung des Posaunenchors aus Lützellinden wesentlich verschönert.

m. Bad Nauheim, 23. Mai. Die Gesamtfrequenz unseres Bades betrug am 21. Mar 4019, davon waren am 21. Mai noch anwesend 3230 Kurgäste. Die Gesamtzahl der bis 21. Mai abgegebenen Bäder ist 27 319.

Darmstadt, 22. Mai. Wie in anderen Städten, so hat sich auch hier ein Hilfskomitee für Kischenew ge­bildet, dem außer Mitgliedern der jüdischen Gemeinde auch angesehene Einwohner christlichen Glaubens angehören. Der hessische Zentralverein zur Errichtung billiger Wohnungen hält am Donnerstag, den 28. Mai Hierseins Hauptversammlung ab. Landcsrat Dr. Brandts-Düffeldorf wird über Zweck und Wesen der gemeinnützigen Bautätigkeit und ihre Bedeutung für das öffenlliche Wohl, und Kreisarzt

Dr. Walger-Erbach über die Wohnungsverhältniffe in länd­lichen Bezirken referieren.

Frankfurt, 23. Mai. Ter unabhängige Verein der israelitischen Lehrer im Großherzogtum Hessen hielt am Donnerstag hier seine Generalversammlung ab. Ter Vorsitzende Dr. Barnaß-Psirngstadt teilte mit, daß ein Antrag wegen Besserstellung der Lehrer bei den Landständen emgebracht worden ist. Lehrer Simon-Nidda referierte über .Aufgabe und Wirksamkeit der jüdischen Lehrerseminare", Lehrer Neumann-Friedberg sprach dazu als Korreferent. Beide Redner stimmten in ihren Anschauungen überein, daß als Direktoren der Anstalten Fachleute bestellt werden müßten. Nach längerer Diskussion wurde der Vorstand des VeremS mit dem Ausarbeiten eines Memorandums betraut, in dem die Präparandenschulen bezw. Seminarien um richtigere Pensenverteilung im Hebräischen in den verschiedenen Klaffen angehalten werden sollen. Das Referat des LchrerS Stein- Groß-Umstadt, »Anleitung des Schülers zur religiösen Praxis", wurde wegen der vorgerückten Nachmittagsstunde für die nächstjährige Konferenz zurückgestellt. Die VorslandSwahl hatte folgendes Ergebnis: Dr. Barnaß-Pfungstadt, Ehrmann- Friedberg, Lebermann-Darmstadt, Lppenheimer-Mainz und Klein-Gießen.______________________

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