Nr. 69 Zweites Blatt.
153. Jahrgang
Montag 23. März 1903
• rl^rlet täglich aufoei Sonntag*.
hm Lietzener Anzeiger »erben im Sedjlel mit bem hessischen tandwtrl btt tlefcceer jamllicn* blätter viermal tn bei Woche beigelegL
Motatioiiibrud u. Der» le« bei Veühl schen Ümoeil.-duch- u. Stein- bruderei(tlietld)(trben) JUbaftion, «troevilioo und Trucfriei.
Lchatftratze 7.
Bbieüe füi Deoetchenr Anzeiger •leben.
fr-niiprrdxmKhliifrJh 51
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger v
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen
ve»a gsprelsi monatlich 7b tft, oiert* läbrhch 9)lL ».rv. durch vlbbole- m. RipetgheUee monatlich 60 IM.. butt» drePolt Tl( L— ptertd* |äbrt ausschi Hcltcll^ Hnnatjme ppb Lnzetge» tüi di« iagetnummet bl* pormüiag* 10 Uh*, yeilenpveti. lokal 11 UU
eu*ioärt* 10
6«<a*ii»*«ih4)i ffii den poltL n. aIlgen* teil B Witiko tüi .Stadt und l!anb* an*
Leiichtesaal' 4 n 11 Plato lüi den Ur> «etaeniell (*an* Fed
Ale Heutige Plummer umfaßt 12 Seiten.
Ale Zweite Kammer der ^andstande
n t-
Landtag herat zutreten. c „ . w
5eener ist zu erwähnen, das eine Anzahl neuer Truck- fachen der mveiten Kammer vorgelegt moroen ist. Eine Vorstellung des bekannten Berliner Journcuinen Dr. Friedrich Lange, betrifft die Aui^buna w - des Jes ui-
hält ihre nächste Sitzung am 26. März ab. Auf der Tagesordnung stehen u. et folgende Berichte: Besprechung der Anfrage der Abgg. Tr. Schmitt und Genossen, die E sestigung von Kastel betreffend. In Verbindung hiermit: Besprechung der Anfrage der Abgg. Tr. Schmitt und Genossen, die elektrische Bahnanlage Mainz- Miesbaden betreffend; Anfrage der Abg. Dr. Schmitt und Genossen, dieSicherheitbciZoll-undSteuer- krediten betreffend; Antrag der Abgg. Dr. Frenay und Genossen, die Einquartierungslasten betreffend; Antrag der Abg. Dr. Frenay und Genossen, Versicherung gegen Hagelschlag betreffend und eine Vorstellung der Magdeburger Hagclversicl-crungsgcsellschaft im gleichen Betreff. Regierungsvorlage, Entwurf eines Gesetzes, die Teilung belasteter Grundstücke betr.; Regierungsvorlage, Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung des Gesetzes vom 30. August 1879, die Ausführung des Teul- fchcn GcrichtSkoftengesetzeS und der Deutschen Gebührenordnungen für Gerichtsvollzieher und für Zeugen- und Sachverständige betreffend (diese beiden Regierutigsvorlagen haben die volle Billigung des 2. Ausschusses gesunden); Rüctäugerungen erster Kammer.
Auf die Anfrage der Lanotagsabg. Dr. Schmitt und Genossen, betreffend die Entfestigung von Kastel hat die Regierung folgeiides erwidert: Seit Der am 30. Mai 1102 ftattgebabten Verhandlung ist diese Aiigelegenheit insofern dem Ziel näher gekommen, als der seitens der Stadt Kastel aufgciielltc neue Bebauungsplan die Zustimmung sowohl des Kriegsministeriums als auch beß ReichsschatzainleS gefunden hat und genehmigt worden ist. Des weiteren sind die zuständigen Behörden schon seit einiger Zeit mit der Aufstellung der Pläne für die Entwässerung des neuen Stadtteils besaßt. Tie Verhandlungenzwischen dem Reichs- schätz amt und der Stadt Kastel wegen Abschlusses eines Vertrages über die Herstellung der -Straßen sind bereits ein* geleitet, und es ist über tue meisten einschlägigen Fragen ein vorläufiges Einverständnis erzielt worden. Es darf angenommen werden, daß auch über die noch ausstehenden Punkte in aller Kürze eine Einigung erreicht werden wird. Die Großh. Regierung hat nach wie vor die Angelegenheit nicht aus dem Auge gelassen und es ist alles geschehen, was geschehen konnte, um den Fortgang der Sache zu betreiben. Es darf jedoch nicht übersehen werden, daß die Beseitigung der wichtigsten der noch bestehenden Meinungsverschieden-- heilen nur im Wege des Vertrages zwischen der Stadt Kastel und dem Reichssiskus erfolgen kann.
Auch die ziemlich umfangreich Antwort der Großh. Regierung auf pie Frage, betreffend die elektrische Bahnanlage Mainz-Wiesbaden liegt uns gedruckt vor. Tie Wünsche der Stadt Kastel bezüglich der elettnschcn Bahn weichen von den landespolizeilichen Plänen in manchen Punkten ab. Die landespolizeiliche Entscheidung zu den Widersprüchen lautet indes im wesentlichen: Ter Widerspruch der ^tabt Kastel gegen die geplante Linienführung wird zuruckgewiesen. Es kann der Unternehmerin nicht zugemutet werden, gegen ihr Interesse die Bahn in einem weiten Umiveg durch die Stadt zu führen. Haltepunkte für die Einwohner von Kastel sollen auf der Brückenrampc und an der Wiesbadener Ubaujfce angelegt werden.
Ter Antrag der Abg. Dr .Frenah und Genossen, betr. die Einauartierungslasten, lautet:
Tie Kammer wolle Großh. Regierug ersuchen, mit aller möglichen Energie dahin zu wirken, daß endlich den durch die übermäßigen, stets wieder kehren den Einquartierungslasten geschädigten Gemeinden in der Um- gegend von Mainz eine Entschädigung gewahrt wird oder durch Errichtung von Baracken die Einquartierungslasten genommen werde,l
Die Großh. Regierung hat auf eine Anfrage an den Vorsitzenden des 4. Ausschusses u. a. geantwortet: „Daß ein Eintreten der hessischen Staatskasse für Leistungen, bic ihrer Natur nach dem Reich zusallen, grundsätzlich nicht angängig erscheinen dürfte, äß erscheint umsomehr geboten, an diesem Grundsätze auch in Zukunft fcstzuhalten, als die Uebernahme derartiger Entschädigungen d^rch den h.s|. Staat voraussichtlich g l e i ch e A n sp r ü ch e and er er Gern e i n d e n Hervorrufen dürfte, denen bei militärischen lieb- ungen längerelsinquariierung ohne entsprechende Entschädigung aufenegt wird. Nach den miätärischerseits gegebenen Zu- fia^erungen wird durch den ins Auge gefaßten Anlauf eines größeren Truppenübungsplatzes demnächst eine bauembe (sntlaiiung der Umgebung von Mainz von ^rup- peneinquartierungen herbeig^uhrt werden." Ter Ausschutz ist mit den in dem Antwortschreiben niedergelegten Ausführungen im allgemeinen einverstanden, und richtet nur an die Regierung oas Ersuchen, ihren Emfluß dahin geltend machen zu wollen, daß auch für die Folge bei notwendigen Einquartierungen auf möglichste Schonung der in Siebe stehenben Gemeinden Bedaast genommen werbe, ferner dahin wirten zu wollen, daß die entstehenden Mehrlosten durch Erhöhung der Verpflegungssätze aus Reichsmitteln vergütet werden. Ebenso möge die Großh .Regierung bemüht sein, daß die 'Anlegung oes erwähnten Truppenübungsplatzes baldmöglichst zur Ausführung gelange.
Zu den Anträgen betrcf.eiro Vcr.ichcrung gegen Hagel- 5u den Anträgen betretend Versicherung gegen Hagel- schlag ist zu bemerten, baß die Großh. Regierung beavscch- ligt, demnächst in einer diesbezüglichen Vorlage an den
tenaesetzes. ES wird darin die Litte ausgesprochen, daß sich die Kammer einer an den BundeSrat zu richtenden Eingabe ansebließen möge, die daraus ausgeht, dem Anträge auf Aushebung biö § 2 deS Iesuitenge|etzes die Zustimmung zu versagen. — Tie Besprechung dieser Vorstellung im Plenum wird uns geigen, ob, wie in der klerikalen „Köln. Dolksztg." von einem Tarmstädter Korrespondenten behauptet wurde, auch die hessische Reaierung die Absicht Heal, demnächst im Bundesrat gegen die Aufhebung des 8 2 zu stimmen. Es sei daran erinnert, daß die hessische Kammer bereits zweimal für die Aufhebung deS Iesuiten- gesetzes sich ausgesprochen Hal. Von Bedeutung dürfte die Stellungnahme der hessischen Regierung umsomehr sein, als, wie verlautet, Basen und Hessen im Bundesrat bei dem gegenwärtigen Stimmenverhältnis das Zünglein an der Wage bilden. Bon feiten des Oberkonsistoriums und des Evangelischen Bundes werden die Bemühungen, um die Regierung gegen die Aufhebung des Ausnahmegesetzes zu bestimmen, wie es heißt, sortgesetzt.
Die Abgg. Erk und Brauer beantragen: die Kammer wolle die Großh. Regierung ersuchen, eine Gesetzesvorlage als Ergänzung, bezw. Abänderung des Gesetzes, die Bäche und nicht ständig fließenden Gewas- er vom 30. 3uli 1687 betreffend, auszuarbeiten und zur Beratung zu bringen, worin zum Ausdruck gebracht werde, daß Quellen, welche in Bäche mit Triebwerken fließen, ohne entsprechende Eiiischädigung der hierzu berechtigten Triebwerksbefitzer nicht veräußert werden dürfen. In den „Gründen" wird u. a. ausgeführt, es sei „vorgekommen, daß Mühlen, welchen ein Trittteil ihres Wassers durch Ankauf von Quellen um ein Drittteil ihrer Wasserkraft gekommen sind, ohne daß die Besitzer derselben irgend welche Entschädigung erhallen haben. Die Konsequenz eines olchen Verfahrens führt dazu, daß auch sämtliche Quellen durch Verkauf seitens der Grundbesitzer abgeschnitten werden können, ohne den Mühlenbesitzern die geringste Entschädigung zu teil werden zu lassen; trotzdem, daß die Letzteren nach wie vor ihre Tilgungsrente fort entrichten müssen, oder durch beendigte Tilgung ihr Benutzungsrecht erworben haben."
Ein Antrag der Abgg. Möllinger und Genossen, betr. Reorganisation deS Instituts bet Kreis- geometer lautet:
In Erwägung, daß die berm ölige Organisation des Instituts der Kreisgeometer den Mitteilungen der Regierung und der Meinung der Kammer, wie sie bei der vorjährigen Budgctberatung hervortraten, nicht entspricht; in Erwägung insbesondere, daß die Zusage der Eingliederung dieser neuen Beamtenkategorie in die Kreisverwaltungen, vvrbehältlich der technischen Kontrolle durch das Katasteramt, nicht erfüllt ist; in Erwägung ferner, daß zweifellos die vorjährige Bewilligung seitens des Landtags nicht erfolgt wäre, wenn die Errichtung selbständiger Kreisvermessungsämter und die Unterstellung des Insti- tuts unter das katasteramt damals in Aussicht gestanden hätte; in Erwägung endlich, daß mit der tatsächlich erfolgten Gestaltung des Instituts der Kreisgeometer die erstrebte Verbilligung der Vermessungsarbeiten für die Kreise, Gemeinden und Private bis fetzt nld>t erreicht worden ist, beantragen wir: Großh. Reaierung zu ersuchen, alsbald 'feine Reorganisation des Instituts in geducktem Sinne in die Wege zu leiten und übet den Inhalt ihrer Entschließungen vor ihrer Durchführung der Kammer Mitteilung zugehen zu lassen.
Der Bericht des Vorstands der zweiten Kammer über den bereits am letzten Freitag genehmigten Voranschlag der zweiten Kammer für das Rechnungsjahr 1903/1904 (autet: Es stehen laut VI. Hauptabteilung: ,Fandstände", Kapitel 13 (Ausgabe), Titel 1, 111 kosten der zweiten Kammer ausschließlich der Gehalte der festangeftellten Beamten und der Bekleidungszulage von 70 Mk. für den dekretmäßig angestellten kanzwibiener un Hauptooranschlag pro 1903/04 zur Verfügung 68.930 Mk. Der Vorstaiio beantragt, innerhalb die,es Kredits die Ausgaben wie folgt festzusetzen: 1. Tagegelder und Reisekosten b er Abgeordneten 27UOO M k., 2. schalte unb Remunerationen 3000 Mk-, 3. Stenographisck)es Bureau 8000 Mk., 4. Trübsten 20000M1, o. Bureaubeda.f, Inventar, B.blic- ihek, Mobiliarergänzung, Pocio, Tope,chen, Fracht re. 8^00 'Karf 6 Verschiedenes 2930 Mk., Summa wie oben 68 930 Mark. Die Kredite unter 1—6 sind gegenseitig übertragbar. Aus Position 6 wird dem Präsidenten für die Zwecke bet Repräsentation ein Aversionalbetrag von 2 000 Mark überwiesen.
Eine dringliche Anfrage des Abg. Häusel lautet:
Ist der Großh. Regierung bekannt, daß die Eisenbahnverwaltung beabsichtigt, von nächster Zeit abflrbelter- fahr karten nur noch für Strecken unter 50 Kilometer auszugeben? Ist die Regierung gewilU, die Ver- wirkiichung dieses, den A r b e i t e r st a n d s ch w e r s ch ä- digenden Vorhabens zu verhindern?
Fit Kuoapister Skandale.
Aus Budapest hegen folgende Meldungen vor:
Einer am 21. d. M. beim Ministerpräfidenten v. 6 je II erschienenen S t u d e n t e n-D e p u t a tio n, welcher sich mehrere oppojilionelle Avgeoronete Mig«.,chlossen hatten, erhärte der Ministerpräsident, daß er die Ereignisse streng untersuchen lassen werde und nicht dulden könne, daß die Studenten sich zu solchen Ausschreitungen hinreißen lasten. Die Studenten erklärten, sich mit dieser Antwort nicht zu» srieden geben zu können. Ter Abg. Lengyel erklärte, wenn den Studenten nicht Genugtuung gewährleistet würde, könne er nicht dafür cinstehen, daß die unoentischen Unruhen nicht in eine revolutionäre Bewegung ausarteten, woraus Ministerpräsident o. Szell erregt antwortete, Lan-
gyel als Gesetzgeber und Gesetzhüter dürfe nicht so spreche» und könne unter solck>en Umständen keine Antwort von ihm erwarten, v. Szell kehrte alSdann Langyel den Rücken und wandte sich zu dem Abg. Kvssuth.
Die letzte Sitzung des Abgeordnetenhauses nahm einen derart stürmischen Verlauf, daß sie zeitweilig untcrbrock-en werden mußte. Die Opposition griff den Ministerpräsidenten v. Szell auf daS heftigste an und warf ihm vor, das Blutbad verschuldet zu hoben. Rach Wiederaufnahme der Sitzung erklärte v. ©teil die Nachricht, daß zwei Studenten bereits ihren Verletzungen erlegen seien, für unbegründet. Wegen der Vorgänge werde er eine Untersuchung einleiten und mit den strengsten Strafen gegen die Schuldigen vorgehen.
Nachdem am Samstagabend ein Zug Studenten ohne Zwischenfall ausgelöst wurde, zog ein aus etwa 150 bis 200 Personen bestehender Trupp nach der Aerepeserstraße und verübte Unfug. Mehrere Schaufenster wurden eingeschlagen. Ein anderer Trupp zog zum Ungarischen Theater, in der Meinung, daß dort das neue Stück „Gott erhalte" gespielt werde. Die Polizei zerstreute die Lärmmack-er.
Die Studenten Haven vom Universitätsklub aus an den deutschen Reichskanzler folgendes T e l e g ra mm abgesandt: „Empfangen Eure Exzellen» als freundliche- Echo Ihrer mächtigen Worte den herzlichen Gruß der Universitätsjugend des ungarischen Vaterlandes."
Tie er,t heute im ganzen Umfange bekannt gewordenen Details über Straßenkämpse geben das Bild einer Schlacht. Tie Blätter publizieren die Listen von Verwundeten, aus denen ersichtlich ist, daß die Polizei barbarisch gewütet hat. Tie Polizei giebt selbst zu, daß ohne jene Verwundeten, welche in Apotheken und in ihren Wohnungen Hilfe suchten, etwa 40 lebensgefährliche Verletzungen oor- gekomrnen sind.
Die S o »i a l i st e n hielten am Sonntag eine Versammlung ab, in der sie das Verhalten der UnabhängigkeitoparteL betreffs der Wehrvorlagen scharf verurteilten unb sich dann gegen die Einwanderung von Mitgliedern der aufrge-i wiesenen französischen Kongregationen verwahrten, da diese für das Land schädlich seien. Die Versammlung löste sich ruhig auf.
' - ......-__________U-J U— —
Deutsches Deich.
Berlin, 22. März. Das K a i s e r p a a r legte heute, als am Geburtstage weiland Kaiser Wilhelms, einen Kranz in der Gruft des Mausoleums zu Charlotten- burg nieder. Mit dem Kaiserpaar mar Prinz Adalbert erschienen, vorher Prinzessin Viktoria Luise, Prin^ Joachim. Im Lause des Tages mürben weitere Kränze mebergelegt von den Generaladjutanten, den Leibregimentern Kaiser WUHelms I. und von Krieger- und patriotischen Vereinen. Auch die Großherzogin von Baden hatte eine Kranzspende gesandt.
— Nach einer römischen Depesche verlautet gerüchtweise, Kaiser Wilhelm werde in Begleitung des König- von Italien die berühmte Abtei Monte Easino besuchen. Ferner heißt es in vatikanisck-en Kreisen, daß sowohl der Papst als auch Rampolla für den Kaiser einen osten tat ivt herzlichen Empfang vorbereiten. Man wolle damit hauptsächlich (?) eine Demonstration gegen Frankreich ins Werk setzen.
— Wie aus Luxor telegraphiert wird, ist der Kronprinz völlig wieder hergestellt und fährt fort, kleinere Ausflüge zu unternehmen.
— Wie aus Wannsee gemeldet wird, ist der Reichstagsabgeordnete Zubeil wegen Beleidigung des Kaisers zur Anzeige gebracht worden. Man will diese beleidigende Aeußcrung in Reden gefunden haben, die er vor einigen Wochen in sozialdemokratischen Bersarnmlunaen in Wannsee unb Teltow hielt. Vernehmungen Haden bereits stattgefunden.
— In parlamentarischen Kreisen nimmt man an, daß der Bundesrat selbst eine Vorlage betr. Gewährung von Diäten an die Mitglieder des R^ichs- tages ausarbeitet und dem letzteren am Schlüsse der Session vorlegen wird. Dis zu diesem Zeitpunkt dürfte auch die Einbringung des Entwurfs wegen Sicherung des Wahlgeheimnisses hinausgeschoben werden. Der vom Reichstag beschlossene Tiätengesetzentwurf wird in mehrfacher Hinsicht in Bundesratskreisen als unpraktisch beanstandet.
- Am 20. b. M. hat sich in einer zahlreich beschickten kaufmännischen Versammlung zu Stettin eine Ortsgruppe des Bundes der Kaufleute konstituiert.
Airche und Schule.
Rom 21. März. Tie Revolution der Schüler dauert fort Die Polizei wendet bei Straßendemonstrationen nunmehr ein ganz neues probates Mittel an. Gestern abend wollte eine große Kolonne streikender Schuljungen die Realschule pürmen, wo eine kleine Anzahl von Streikbrechern am Unterricht rctlnahm. Tie Polizei konfis- zierte darauf einfach einigen 30 Revolutionären die Mützen, worauf der ganze Haufen schreiend auseinander- stob. Auch die klerikalen Institute nehmen jetzt am Streik teil. __________
Wahl-Bewegung.
Berlin, 21. März. Ter ZentrumSabg. Herold, der jetzt Fulda vertritt, nahm eine Reichstagskandidatur für Ahaus- Stemfurt-Tecklenburg an.
Berlin, zo jjtärj. Die Generalversammlung deS Wahloercins der Freisinni,:.ll Tolksparte: im 5. Berlin« Rei»)stagswahikrci- bat e.n .immig m.eber den Schulinspek- tor "h.. Zwick als xanbibat aufgefter*


