Zweites Blatt.
Montag 23. Februar 1903
Are heutige Mmmer umfaßt 12 Seiten.
tibiefie füt Deoeichenr Anzeiger Gteheu. Krrnipr,chanilhIuhNr 51.
153. Jahrgang
Smyrna und Cassaba den Auftrag zum Transport von 25 000 Niann Ntilitär erhallen haben, wird dahrn richtig gestellt, daß dies eine frühere Maßregel ist, von Anfang Februar, als die Li« tuation sich beunruhigend gestaltete. U. A. erhielten auch die drei Redif-Bilgaden des drillen Horpd auS Smyrna und Umgebung Befehl, sich für die sJ)iobili|ierung bereit zu halten. Dieser Befehl ist annulliert worden.
Line Deputation christlicher Bewohner des Bezirks Mi- trowitza überreichte dem russischen Sion)ul Stschcrbina eine Bejchlverdejchrift über die Drang,alicrung seitens der Albanesen und türkischen Behörden.
Darmstädter Arief.
K. B. Darm sta dt, 22. Febr.
Nr. 45
»Sgklch aufen Sonntag-.
Dem Drehen er Anzeiger werden Im Wechsel mit dem Keffhche» Landwirt dir Girhener Kamillen, blätter viermal in der
Woche beigelegl.
AolalronSdruck u. Verlag der vrüh l'scheu Unioers^Buch- u.Sletn» druckerei (Pietfch Erden) Redaktion, (fcrpebUloe und Drucke retr
Unsere -weite Kammer ist glücklicherweise noch nicht o stark von fog. Berussparlamenrariern besetzt, wie z. B. >ie beiden grotzen Parlamente in Berlin. ES ist deshalb ür die Mehrheir ihrer Mitglieder ein Gebot des Seibst-
dessen Liebedienerei nach oben und die zwölftausend Märkel- chen" Ministergehalt festnagcltc. Ueber die Sprkiakelszene, die der so Attackierte alsdann nach berühmtem Muster vvll- sührte und die kräftige Abfertigung, die ihm darauf vom Abg. Grafen Oriola zuteil wurde, haben wir unseren Lesern in unserem stenographischen Kammerbericht ein Bild gegeben.
Evangelischer Kirchengesaugvereia.
Gießen, 23. Februar.
Eine große Gemeinde hatte sich am Sonntag abend in der Stadttirche versammelt, um sich an der vom evangelischen Kirchengesangverein angekündigten geistlichen Aufführung zu erbauen und zu erfreuen. Erhebende Klänge ernster, stimmungsvoller Passionsmusik waren es, die von den verschiedenen Mitwirkenoen zu Gehör gebracht wurden und eine andächtige Stimmung in allen Herzen erweckten. Tie weihevollen Klänge eines E-Moll-Präludiums von Joh. Seb. Bach, von Herrn Organist Görlach meisterhaft gespielt, bildeten eine würdige Eröffnung des an Schönheiten überreichen Programms, dessen zweite Nummer in einem vom evangelischen Kirchengejangverein sehr gut vorgetragenen Introitus zur Fastenzeit bestand. Ter von früher her bereits vorteilhaft bekannte Tenorist Herr Carl Zetsche erfreute die Herzen der Zuhörer durch den Vortrag mehrerer geistlicher Gesänge, in denen sein wohlklingendes Organ in schöner Weise zur Geltung kam, so daß ihm ein großer Anteil an dem guten Gelingen des ge|trigcn Abends gebührt. Die Arie: „Tröstet, tröstet Zivn" aus Händels Messias, das Vaterunser von Nicolai und ein stimmungsvolles Lied: „Vergiß mein nicht" von Bach, waren es, die ihm den gestrigen Erfolg einbrachten. Neben Herrn Zetsche war eS Herr Johannes Hegar, der als Cellist seinen
erhaltungstriebs dafür zu sorgen, daß auch die Prioat- cesp. Berufsangelegenheiten bei1)eiben nicht allzusehr unter der langen Tagung Not leiden. Aus diesem Grunde ist auch jüngst ein Vorschlag unseres Abg. Dr. Gut fleisch mit großer Mehrheit aceeptiert worden, von jetzt ab nur an vier aufeinanderfolgenden Wochentagen Sitzungen abzuhalten, den ersten und letzten Wochentag aber frei zu lassen. Auf diese Weise stehen den Volksvertretern für die Erledigung ihrer Berufsgeschäfte drei hintereinandersol- gende Tage zur Verfügung; um aber in der Erledigung der parlamenrarischen Arbeiten keine Verzögerung einlreten zu lassen, wurde beschlossen, allwöchentlich am Dienstag noch eine Nachmittagssitzung stattfinden zu lassen. Ter jedenfalls sehr praktische Beschlug wurde auch von der Großh. Negierung wiltkommen geheißen, weil ihre Vertreter auf diese Weise einen Tag mehr für die Erledigung der allgemeinen Regierungsgcschafre zur Verfügung haben.
Eins der bemerkenswertesten Momente der G.neral-
großen künstlerischen Ruf durch die mit feinem Verständnis vorgetragenen ernsten Solostücke von Gottermann, Tartini, Becker und Schumann aufs Neue gefestigt hat. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß die Orgetbegleitung in den Händen des Herrn Musikdirektor Trautmann lag, der sich damit, was uns nicht bekannt war, als ein tüchtiger Meister in der Behandlung von Pedal, Manual und Registrierung erwies. Zwei von Herrn Görlach vorgetragene, von Brahms komponierte Choralvorspiele legten weiter Zeugnis von dem Können des beliebten Lr gelvirtuosen ab. Ganz Vorzügliches leistete unter Herrn Gittlachs zielbewußter Leitung der dreistimmige Knaberichor der Stadtkirche, der mit den Gefangen „Ter am Kreuz ist meine Liebe" und „Menn mich meine Sünden kränken" den Beweis erbrachte, was Lust und Liebe und eine energische Direktion bei dieser jugendlichen Sänger schar vermögen.
Zum Schluß erwähnen wir noch die vom Kirchen- gesangverein vorgelragenen a capetta-Ehore von Herzog und Frank, Passionsgeiang und Christus, unsere Gerechtigkeit, die unter Herrn Trautmauns bewährter Leitung musterhaft gesungen würben und allen Zuhörern einen weiteren schonen Kunstgenuß boten. Dec Chor von Fraul bildete den würr.grn d^s .rrhlgclangcnen Konzerts, bas für jeden, der es mit angeh-^cl ym, eine sachric, erhebende Erinnerung hinterlassen wird. Pr.
David wollte die Position 36 000 9)1 ar F für „Aus- wärtige und Bundesverhältnisse" gestrichen wissen, weil — nun weil man in Berlin den Reichstagsabgeordneten feine Diäten bewilligen will. Das klingt fast wie ein billiger Faschingsscherz, und das Haus lehnte es denn auch ab, auf denselben näher einzuaehen. Da aber alle Mitglieder des Landtages die Reichstagsdiäten für notwendig halten und das Thema nun doch einmal angeschnitten war, so nahm man nach der Bewilligung der 36 000 Mark auch einstimmig eine Resolution an, in welcher die Regierung ersucht wird, im Bundesrat für Diäten an die Reichstagsabgeordneten einzutreten. Böse Zungen behaupten, der Antrag David hätte auch noch einen anderen Zweck gehabt, nämlich den, die Partei wieder in den Augen ihrer Wähler zu rehabilitieren. Es war nicht nur im Hause selber, sondern auch „draußen" etwas ausgefallen, daß in der Generaldebatte der sonst nicht gerade sehr sanft gestimmte Reichstagsabg. Ulrich der Großh. Regierung in aller Form ein Lo b über ihre loyale und liberale Haltung gespendet hatte. Das hätte leicht „ba draußen" zu Mißverständnissen führen können und um die Gemüter von der Sache abzulenken, soll dann ganz plötzlich der Gedanke ausgetaucht fein, auch dem Vertreter der hessischen Regierung im Bundesrat die Subsidien so lange zu verweigern, wie die Reichsregierung den Reichstaasabgeordneten die so viel begehrten Diäten vorenthält. „Wär' der Gedank' nicht so verwünscht geschett....."
Die interessanteste Sitzung in der jetzigen Kammertagung war zweifellos die Mittwochssitzung, in welcher die Frage der M i e t s e n t s ch ä d i g u n g für Dienstwohnungen der Staatsbeamten die ganze fast fünfstündige Beratung ausfüllte. Auch hier spielte wieder das eigenartige Verhalten des Herrn Ulrich eine große Rolle. Der Butzbacher Abg. I o u tz warf ihm unter großer Heiterkeit des Hauses vor, daß er sich in Bezug auf die Beamten- gehälter „königlicher als der König" zeige, und daß man gar keinen besseren Regierungsvertceter finden könne, als den Sozialdemokraten Ulrich. Noch schärfer ging ihm der Offenbacher Rechtsanwalt v. Brentano zu Leibe, der besonders das selbstgefällige Wesen dieses Herrn geißelte und
Berlin, 21. Febr. Tie dramatische Vereinigung ait Steglitz beabsichtigte heute eine Aufführung des Einakters „(Sr , der unzählige Male im Belle-Alliance-Theater gegeben roorbeu ist, zu veranstalten. Ter Steglitzer Amisvorsteher u n t e r f a g l e jedoch die Vorstellung in letzter Stunde wegen Gefährdung der guten Sitten durch das Stück. Tie dramatische Vereinigung hat Beschwerde erhoben — Tie Kunsl-Tepulalioii beschäftigte sich heute unter dem Vorsitz des Lberbürgermeisters Kirlchuer mit dem Projekt des Dl ä r ch e n b r u n n e n S. Tie Entwürfe des Sladt- bauials Hoffmann, die nach der vom Kaiser gegebenen Anregung jetzt eine Gliederung des Werkes m einzelne Gruppen umfassen, fanden die einmütige Zustimmung der Deputation.
Straßburg, 22. ?yebr. Bel dem Zahlreich von nah und fern besuchten Sängerwettstreit aus dem Ruhestein erhielten erste Preise für ernste Gesänge Wenzel-Straßbnrg, Wunernitz« Karlsruhe, Gerst-Slraßburg; für heitere Lieder Wenzel und Albrectu-P'oizhcim, Beulter-Slraßburg und Speck-Pforzheim.
Rom, 22. tfebr. Tie hiesige geographische Gesellschaft verlieh Sven Hedin die große goldene Diedarlle.
etttCtt golveucu Rat für Ehemänner teilt die „Straß- bürget Post" mit. In Gustav § r e y t a g S Briefen an Salomon Hirzel imreibt Freitag einmal feinem Verleger: „Seien Sie lustig im Haufe, lieber Heinrich. Ein heilerer Eheinann ist Soilnenschem für das Leden der Frau, und sie braucht das, denn sie hat’s von beiden am jchwersicil Und bleiben Sie ritterlich wie em Bräutigam und auimerkjam auch in kleinen Dingen, beim das zeigt der Ge° muhlrn immer, wie viel sie Ihnen gut"
Man kann mit gutem Gewissen sagen, baß sich unsere neue 32. Lanbtagsfession ganz passabel anläßt. Die zweite Kammer hat seit ihrem Wieberzusammentritt am 12. Frbruar acht Sitzungen abgehallen, in ben en fleißig gearbeitet worben ist. Die Generalbebatte über ben Haus Haltsetat 1903/04 hat allein vier Sitzungen in Anspruch genommen, beren Ausdehnung allerdings mit bem praktischen Ergebnis in einigem Kontra st steht. Tvotzbem bie neue Wirtschaftsrechnung sich etwa zehn Wochen in ben Hänben der Herren Volksvertreter befanb, unb die darin zum Aus- bruck gekommene allgemeine Finanzlage in bet Presse ben verschiebenartigsten Betrachtungen unterzogen worben ist, wirb man nicht behaupten können, baß in der Debatte irgend welche greifbaren Ideen, irgend welche für bie praktische Verwertung nutzbare Gebanken zutage geförbert worben wären. Man hat ja über bie enormen Ansorberungen an den Staatssäckel Klagelieder genug angestimmt, auch hier und da einige kleine Andeutungen über möglicherweise zu erreichende Ersparnisse über die Lippen gebracht, aber der allgemeine Grundbon der Erörterungen war doch der: Ter Etat ist seitens des Herrn Finanzministers mit größter Sparsamkeit unb Vorsicht ausgestellt; was er verlangt, ist billig unb nottoenbig, unb das müssen wir also auch bewilligen. Der Umftanb, daß selbst von oppositioneller Seite nicht einmal der Versuch gemacht worden ist, die Ausgabemittel der Regierung zu beschneiden, ist ein Erfolg, auf den sie in der Tat stolz sein darf.
Bei einem einzigen Titel hat die Sozia lbemo- /ratie nicht umhin gekonnt, für Streichung zu plaidieren, aber nicht, um zu sparen, sondern um zu demonstrieren, wie sie es ja auch regelmäßig bei ben Bewilligungen für bas Großherzogliche Haus tut. Der Mainzer Sozialist Dr.
Glchener Anzeiger W
W General-Anzeiger " **
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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Deutsches Deich.
Berlin, 21. Febr. Ter Kaiser besuchte gestern ben Reichskanzler Grafen Bülow unb hörte später im königlichen Schloß ben Vortrag bes Staatssekretärs bes Reichs- Marine-AmtS unb bes Chefs bes Marine-Kabinetts.
— Der Entwurf eines W o h n u n g s g e s e tz e s ist in ben beteiligten preußischen Ministerium fertig gestellt unb bem Staaisminiperium unterbreitet worben.
— Die „Nat.-Ztg." dementiert bie Nachricht, wonach in hollänbischen Regierungskreisen eine in energischer Form gehaltene Note ber beut scheit Regierung an bie yollänbiscye, Aufsehen errege, in welcher bagegen protestiert werbe, baß bleie infolge bes Streiks in Amsterdam bie internationale Vahuveibiubung 24Stunden unterbrechen ließ.
Karlsruhe, 22. Febr. Prinz Karl von Baben hat im Laufe ber vergangenen Nacht zetttpeise ruhigen Schlaf geiunben. Die Jiorperiemperatui, welche gestern abend noch eine geringe F.ebersteigunP aufwies, sank gegen Morgen zur Norm herab. Ter Puls ist ruhig, regelmäßig unb kräftig. Tie Besserung bes Allgemeinbefinbens macht stetige Fortschritte.
Ausland.
Stockholm, 21. Fedr. oertautet, hat ber Finanzminister Sachverstänbige berufen, um über bie Wehrbeste u e r u n g bes Tabaks zu beraten.
So n b o n, 22. F-ebr. Aus Kapstabt wirb telegraphiert: Eine Deputation ber sübafrikanischen Partei überreichte gestern Chamberlain eine Abresse, in ber um Einleitung einer Untersuchung über bie Hanbhabung bes Kriegsrechts, bas Kommaiibieren im Kriege unb bie eingeborenen* Arbeit ersucht wirb. Chamberlain ertiärte in feiner Er- roiberung, bie Untersuchung fei unzulässig, ba sie nur alte Wunden auf reiften würbe. Er teile bie Hoffnungen ber Abaesanbten auf eine Foberation und wünsche, er könne cs erleben, in Sübafc.ka eine Reichsbevölkerung unter einem graften Parlament zu sehen. Die Tage seiner Amtstätigkeit für bas Reich seien nanmcnbigermeii'e gezählt unb es würbe bas größte Glück seines Lebens sein, wenn seine letzte staatsmännische Tat etwas zur Herbeiführung ber Einigkeit ber beiben Rassen in Südafrika beitrage. Der Führer ber Deputation bankte Chamberlain unb erklärte beren Ueberein* f'timmung mit ber Mehrzahl ber Ansichten bes Ministers.
— Das Reutersche Bureau melbet aus Fez vom 16. Februar: Die Lage ist zurzeit zu frieden st eilen b. Der Prätenbent, welcher bei bem letzten Gefecht Der» rounbet fein soll, befinbet sich zurzeit bei ben Riatta in ber Nähe von Taza, w^hcenb ber Kriegsminister (ber also nicht gefallen ist. D. Reb.- an ber Spitze einer starken Truppenmacht vorgcht, um bie Stämme zum Gehorsam zu zwingen. Der H.auia-Sr.amm bot seine voll staubige Unterwerfung an durch Stellung von Geiseln als Sicherheit für sein zukünftiges, ruhiges Verhalten unb Zahlung einer Entschädigung. Ter britische Instrukteur Sir Harry 9)laclean, ber bie Lage sehr optimistisch betrachtet, hält bie Macht bes Prärenbeuten für vollkommen gebrochen.
Paris, 21. Debr. Die sozialistische Parlamentsgrichpe hielt gestern eine große Versammlung ab, in welcher über bie Frage ber Trennung von Kirche und Staat beraten wurde. Nachdem festgestellt war, daß unter den Sozialisten in dieser Angelegenheit vollständiges Cinver-
bebatte über ben Haushaltsetat war ber Gegensatz, der sich in Bezug auf bie zukünftige finanzielle Gestattung in unferm Großherzoglum zwischen ber Regierung unb ben Vertretern ber stautserhaltenden Parteien einerseits unb Denen der radikalen Opposition andernseits herausstellte. Während sowohl der Finanzminister, wie ber Vorsitzende des Finanzausschusses Abg. Mö llin g e r, die Abgg. Reinhart, Dr. Heibenreich, Dr. Gutfleisch und auch bie Rebner ber freien Vereinigung unb bes Zentrums ihrem Vertrauen auf eine bessere Gestaltung ber allgemeinen Verhältnisse Ausbruck gaben, malten bie sozial- bemokratischen Redner nach Mögiichteit Grau in Grau, yiun, wir glauben, baß so erprobte Finanziers, wie Exzellenz G n a u t h, ber greife Nestor Mollinger unb andere bie Situation boch wohl besser zu überblicken in ber Lage sein werben, als ber sich zum Finaiizminister bes ersten Zukunftsstaates berufen fühlenbe Herr Ulrich, ber mit höhnischer Miene bie „karge" Besoldung unserer Minister gegen bie Einkünfte mancher Großinbustrietten in Gegensatz zu bringen sich bestrebte. Das Ee r f r e u l i ch st e in ber ganzen (StatSberatung war der ziffernmäßige Nachweis bes Fin an z m ini st e r s, baß auf Grunb ber bis einige Tage vor ber Etatsbebatte feftgcftclitcn Ergebnisse, bie Einkommensteuer auch im neuen Etats- iahr ein erhebliches Plus erzielen wirb, unb ba bürfen wir also mit bem Dichter ausrufeu, „Die Hoffnung nenn' ich meine Göttin noch!"
Srucedonien.
Der bulgarische Minister des Acußern wurde offiziell von der Uederreichung ber östreichlsch-russischen Reformnote an bie Pforte versiänbigt. Nach einer Wiener Depesche sei eine rasche Erledigung der Reformoorfchläge seilens der Türkei keineswegs zu erwarten. Nian glaubt, baß mindestens 14 Tage bis zu einer Aeußerung des Sultans verstreichen werben. Wie auS Diacebonien gemeldet wirb, organijmen sich in den letzten Tagen auf die Anregung Sarafows ins- gefamt sieben bulgarische Banden zu je 200 bis 300 Mann, welche vollständig ausgerüstet sind. Die Belgrader Blätter bedauern, daß aus der Reformattion Oestreich- Ungarns unb Rußlands die Frage der Enlwaffnnng der Albanesen ausgeschicben sei, Die für bas serbische Element von ernster Wichtigkeit sei. Am 18. unb 19. bs. lam es in Geo- gely im Vilajot Salonichi zu einem refultatlofen Zusammen- toß zwischen Türken und bulgarischen Banden. Ein Mitglied der Banden wurde getötet, mehrere türkische Soldaten verwundet. Die Meldung englischer Blätter, baß bie Beys von
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