Ausgabe 
22.12.1903 Zweites Blatt
 
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Ter neueste H<ruptvorrrnschl<rg für das Etcttsjayr 1904/05 enthält wieder eine kleine Vermehrung der Lehrer­stellen (um 14) an den höheren Lehranstalten des Landes .Tiefe Vermehrung ist hauptsächlich bedingt durch die Zunahme der Schülerzahl in Friedberg, Mainz, Darurstadt und Gi e ß e n. W ist von Interesse, sestzustellen, daß es gerade die zu Oberrealschulen ausgebauten Anstalten sind, welche sich dieses Zuwachses zu erfreuen haben. Zwei Vieler 14 Stellen werden erforderlich durch den Ausbau der Gießener Realschule zur Oberrealschul-e. Mit Be­ginn des neuen Schuljahres ist dieser Ausbau vollendet, Ostern 1904 wird die Oberprima der Oberrealschule errichtet. Gießen besitzt dann die drei Bollanstalteu Gymnasium, Malgymnasium und Oberrealschule.

Welche Entwicklung die hessischen höheren Schulen ge- vommen haben, lehrt ein Vergleich des neuesten Hauptvor- anschlags mit früheren.

Dor 20 Jahren bestanden nach dem Hauptvoranschlag für 1882/85 18 höhere Lehranstalten, an denen 18 Direk­toren, 150 at gebildete Lehrer und 64 fern. geb. Lihrer unterrichteten. Vor 10 Jahren (Hauptvoranschlag 1894/97) waren 23 Anstalten mit 23 Direktoren, 283 ak. geb. und 75 sem. geb. Lehrern vorhanden. Der neueste Hauptvvr- anschlag (1904/05) verzeichnet 26 höhere Lehranstalten mit 26 Direktoren, 388 at geb. und 76 sem. geb. Lehrern.

Tie Zahl der an den höheren Unterrichtsanstalten des Landes wirkenden Lehrer ist in 20 Jahren von 232 aus 490 angewachsen, hat sich also mehr wie verdoppelt. Die Schüler zahl ist in diesem Zeitraum nicht nur entsprechend der natürlichen Bevölkerungszunahme gewachsen, auch das Mldungsbedürfnis ist größer geworden. Dor zirka 20 Jahren tarnen auf 1000 Einwohner 8 Schüler höherer Lehranstalten, heute etwa 9,8.

Tas Königreich Preußen hat in dem Zeitraum vom L November 1900 bis 1. Dtai 1903 also in 2i/2 Jahren -seine etatsmaßigen Stellen für Oberlehrer von 6789 auf 7615, d. h. um 826 vermehren müssen, in diesem kurzen Zeitraum jind dort 32 neue Lehranstalten errichtet worden, sodaß die Zahl der preußischen höheren Schulen jetzt 596 betragt.

Neben den 26 höheren Schulen Hessens bestehen noch £4 höhere Bürger schicken, die ihre Schüler meist bis zur Obertertia einer Votlanstalt fuhren, dort unterrichten neben 44 akad. geb. Lehrern 39 seminaristisch gebildete. Tie Zahl aller Lehrer an den höheren Knabenschulen beträgt dem­nach im Etatsjahr 1904/05 529 (414 akad. geb., 115 sem. geb.) Tie größten Lehrerkollegien werden die Realgym­nasien Mainz und Gießen haben. Am Realgymnasium Mainz unterrichten 48, am Realgymnasium Gießen 34 Lehrer. Tiese beiden Anstcckten des Landes sind auch die einzigen, an denen unter einer Direktion zwei Voll­anstalten verschiedener Art (Realgymnasium und Oberreal­schule) vereinigt sind; die Trennung dieser allzu großen Toppelanstalten war bei Errichtung der Oberreatschulen in Aussicht genommen, ist aber bis jetzt noch nicht erfolgt.

Trotz der vorgesehenen und absolut notwendigen Ver­wehrung der Lehrerftellen ist der S t a a t s z u s ch u ß für die höheren Schulen dieses Mal um 37 500 Mk. geringer, als im Vorjahr. Ter gesamte Staatszuschuß für die sämt­lichen höheren Schulen des Landes einichließlich der höyeren Bürgerschulen beträgt 1910 000 Mk., deckt sich demnach un­gefähr mit dem Staatszuschuß für die Universität Greß en. Diese Verminderung des Staatszu­schusses ist erziell durch die Gleichstellung und Erhöhung der Schulgeldsätze. Seither wurde nach sieben verschiedenen Skalen Schulgeld erhoben, in kleineren Städten wurde, mit verschiedenen Abstufungen, weniger gezahlt, als in großen. Dieser Unterschied fällt in Zukunft weg. Ferner ist eine kleine Erhöhung des Schulgeldes für die Klassen der Realschule vorgesehen, die für Gießen nur unbedeutend ist. In Zukunft werden in den drei untersten Klassen der Real­schule Gießen statt 64 Ml 66, in den drei folgenden stcckt 76 Mk. 88 Mk Schulgeld zu zahlen sein. Für das Gymnasium und das Realgymnasium Gießen Meiden die seitherigen <£e bestehen, da diese Anstalten schon mit den höchsten Beträgen bedacht waren (la, lb, Ua 108 Mk., die übrigen Klassen 96 Mt.). In Preußen beträgt das Schulgeld in allen Klassen der drei Votlanstalten je 130 Mk., sodaß ein preußischer Schüler von VI bis OI 1170 Mk. Schulgeld zahlt, wayrelid der hessische Gymnasiast und Realgymna,iast in dieser Zeit nur 936 Mt, der Oberrealschüler ^ogar nur 686 Mk. zu entrichten hat. Die rnäßig erhöhten hessischen Beiträge bleiben sonach immer noch weck hinter den preußi­schen Schulgeldsätzen zurück.

Vermischtes.

Berlin, 21. Dez. Vormittags und in den Nach­mittagsstunden stellte sich hier ein dichter schwarzer Nebel ein. In hiesigen sachverständigen Kreisen wird die massenhafte Nebelbildung aus Luftstille und ganz langsam aussteigenden Luststrom zurückgefühck, die besonders die Nebel­bildung begünstigen. Tiefere Ursachen seien kaum vorhanden. Die Verhaftung von Professor Moritz Meyer und seiner Ehestau Frieda, geb. Bruenn, erfolgte nur wegen zahlreicher Betrugsfalle. Entgegen den Blättermeldungen er­gaben die bisherigen Ermittelungen keine Anhaltspunkte für den Verdacht der Kuppelei, der Pfandverstrickung und des Meineides. Geschädigt sind vorwiegend Konfektions - und Wäschefirmen, aber auch sonst größere Geschäfte jeder Art. Bezüglich der Meldung, daß bei dem vor einigen Tagen erfolgten Zusammenstöße des Schnellzuges Nr. 3 mit einem Güterzuge auf der Warschau-Wiener Bahn zwei Schlaf­wagen zeckrümmert seien, teilt die Eisenbahndirektion mit, daß nach einem ihr zugegangenen Telegramm der Direktion der Warschau-Wiener Bahn kein Schlafwagen zertrümmert wurde. Nur einer wurde leicht beschädigt. Reisende sind nicht verunglückt. Frau Geh. Kommerzienrat Hanse- mann überwies dem Magistrat der Stadt Berlin hundert­tausend Mark zur Verteilung an die Armen. Die Spende soll besonders zur Beschaffung von Brennmaterial dienen.

Meiderich, 21. Dez. An der Kreuzung der Strecke Meiderich-Oberhausen und Duisburg-Oberhausen sind heute Vormittag die beiden Lokomotiven eines Güterzuges ent­gleist. Einige Wagen gerieten in Brand. Ein Bremser wurde getötet, der Zugführer verletzt. Beide Geleise sind gesperrt.

Dresden, 20. Dez. Daß m vielen Kreisen die ehe­malige Kronprinzessin Luise von Sachsen, die jetzige Gräfin Montignoso, sich noch großer Popularität erfreut, be­weist der Umstand, daß eine größere Anzahl Dresdener Frauen und Mädchen gestern der Prinzessin ein prächtiges WeibnachtSangebinde in Gestalt einer schön geschnitzten

Truhe mit Ansichten auS Dresden, der Sächsischen Schweiz und anderen Punkten, die die frühere Kronprinzessin gern besuchte, übersandte. Auch die kleine Prinzessin wurde mit Spielzeug reich bedacht. Der Sendung war eine Adresse beigefügt In der Ehescheidungsan gelegenheit der Prinzessin Alice von Schönburg-Waldenburg, geb. Prinzessin von Bourbon, haben in den letzten Tagen mehr­fach Zeugenvernehmungen vor dem Zivilsenat des Oberlandes­gerichts stattgefunden. Verschiedene auf dem fürstlich Walden- burgischen Schlosse Gauernitz beschäftigte Personen sowie eine Reihe von Leuten, die stüher in Dienste der Prinzessin Alice gestanden, sind über ihre Wahrnehmungen betreffs der der Prinzessin von ihrem Gatten, dem Prinzen Schönburg - Waldenburg, zuteil gewordenen Behandlung befragt worden. Wie es heißt, wird die Prinzessin zum Entscheidungstermin, der voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Januar 1904, aber unter völligem Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfinden wird, wieder nach Dresden kommen, um ihre Angelegenheit persönlich vor dem Richterkollegium zu vertreten. Prinz Schönburg-Waldenburg wird indessen zum Entscheidungstermin nicht persönlich an Gerichtsstelle erscheinen.

'Hamburg, 21. Dez. In einem Bordell bekam vergangene Nacht eine Marinesoldat mit dem Wirt Streit, der sich in dem großen Barkhof fortpflanzte. Als Schutzleute einschritten, entstand ein Aufruhr unter der Menschenmenge, von der sich ein Teil aus die Schutzleute stürzte. Diese machte von der Waffe Gebrauch. Eine Anzahl von Personen wurden verletzt, einige ziemlich schwer. Acht Personen wurden ver­haftet. Durch ein größeres Aufgebot von Schutzleuten ge­lang dann die Herstellung der Ruhe.

* Karlsruhe, 21. Dez. Bei der letzten Hofjagd wurde der Oberforstrat Schweickhardt durch den Fehlschuß eines Jagdgenossen schwer verletzt. Er mußte in die Privatklinik des Hofrats Gutsch übergeführt werden; mehrwöchige Pflege ist erforderlich. Mehrere Schrotkörner trafen den Finanzminister Buchen­berger, doch blieb er unverletzt.

* Paris, 21. Dez. Der Urheber des angeblichen Mordversuches auf den Schriftsteller Dr. Max Nordau erklärte, er sei Israelit und habe Nordau nicht töten, sondern nur die Aufmerksamkeit auf eine Frage lenken wollen, die er für sehr wichtig halte. Da auch Augenzeugen erklären, daß er nur in die Lust geschossen habe, so dürfte er nur wegen unvorsichtigen Umgehens mit einer Schußwaffe belangt werden. Dr. Nordau teilt mit, daß er den gest­rigen Anschlag für das Werk eines Gestörten halte. Den Täter habe er vorher nie gesehen und seinen Namen nie gehört. Das ihm zugeschriebene Gerede von einer Ver- chwörung russisch-jüdischer Studenten, die ihn zum Tode oerurteUt und den Vollstrecker durch das Los be- timmt haben, halte er für Flunkerei oder Delirium. Da er aus dem Abenteuer völlig hell hervorgegangen sei, lege er ihm keinerlei Bedeutung bei.,

Cherbourg, 19. Dez. Hier wurde ein 20 jähriger Bursche namens Riou unter dem Verdachte verhaftet, die Sängerin und Halbweltdame Chafrette ermordet, zu haben.

'Mädels, auf nach München! Dem Münchener ersten Bürgermeister hat eine ungenannt sein wollende Dame eine hohe Summe übergeben, aus welcher unbescholtenen Mädchen Unterstützungen zur Heiratserleichterung ge­währt werden sollen. Die Mädchen haben sich bei dem ein- chlägigen Bezirksinspektor anzumelden.

'Bedenken gegen deninterna tionalenSchüler- brieswechsel" erhebt ein evangelischer Alumnatsinspektor aus dem Westen in der Täg. Rundschau. Ein prächtiger junger Mann, der früher ein Privatinstitut in Hessen besuchte, habe seit Jahren in schriftlichem Verkehr mit französischen Gymna­siasten gestanden. Besondere Vorteile für Verfeinerung und Besserung seines Sprachgefühls habe er bei demselben nicht wahrgenommen, wohl aber sei ihm ausgefallen, daß jedesmal nach Ankunft eines solchen internationalen Grußes gewisse Kameraden sich aus der Stube des Empsängers zusammen­fanden und unter Benutzung der dicksten Wörterbücher mit auffallender Gier sich des geheimnisvollen Inhaltes zu be­mächtigen suchten. Eines Tages habe er eine dickleibige Drucksache an den Schüler geöffnet. Und was steckte in dem Umschlag? Ein Konvolut der gemeinsten, schmierigsten, ab­scheulichsten Erotika, Gift für Leib und Seele! Der Alumnats- mspektor fügt hinzu:Von optimistischer Verhimmelung unserer sittlichen Verhältnisse weiß ich mich frei. Auch in unserer Jugend sieht es vielfach böse aus. Um so ernster laßt uns deshalb alle offenen und geheimen Zugänge ver­stopfen, durch die sittliches Gift in unbewachte Jünglings­herzen sickern kann! Wie peinlich wachen wir sonst über den Verkehr unserer Söhne und mit wildfremden Burschen sollten wir sie im gefährlichsten Alter den intimsten Umgang pflegen laffen, zumal dieser Briefwechsel für uns einfach un­kontrollierbar ist?"

* Ein neues rauchloses Pulver. Wie man aus London meldet, hat Oberst Hope ein neues rauchloses Pulver, das erVelocit6a nennt, erfunden, wodurch das gesamte Geschützwesen und die Ballistick umgewälzt wird. Vorläufig ist die Erfindung noch nicht über das Laboratorium- stadium hinaus und auch noch keinen erschöpfenden Proben unterworfen worden.

die

Oest. Kredit . Deutsche Bank Tarmslädler Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau

Anfangs- u.

216.30

223.50

147.20

191.10

Schlußkurse.

216.-

223.62

147.40

191.40

203.80

Stimmung recht fest.

Privat-Diskont 3*/- Prozent.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Berliner Börse vom 21. Dezember 1903.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.)

Die Nachrichten über die russisch-japanischen Streitigkeiten hielten auch heute wieder die Börse in Spannung. Wenn auch hier die Meinung vorherrscht, daß es zu einer friedlichen Beilegung kommen wird, so werden doch andererseits von London her immer die schärfsten Alarmdepeschen gesandt, die natürlich ihre Wirkung nicht verfehlen. Vor allem litten fremde Renten, für die das Aus­land, London wie auch Paris erheblich niedrigere Kurse sandte. Banken sowie Montanwerte tendierten bei geringen Umsätzen in relativ fester Haltung. Auf dem Kassaindustriemarkt war

. . 204.

Tendenz: Ruhig.

Markte.

Gießen, 22. Dez. Marktbericht. Auf heutigem Wocbenmarkr kosteten: Butter pr. Psd. 1,101.16 Mk., Hühnereier 1 St. 810 Vfg« 2 Stck. 0000 Pfg., Gänseeier 00-00 Pfg., Enteneier80 Pfg., Käse pr.Stck.68 Pf., Käsematte 2 Stck. 56 Pfg., Erbsen pr. Liter 21 Pfg, Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 0,801,00^1^ Hühner pr. St. 1,301,40 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,70 Mk., Enten pr. Stück 1,702,20 All, Ganse pr. Psd. 5870 Pfg., Ochsensleisch pr. Pfund 6878 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 6266 Pfg., Schweine­fleisch pr. Pfund 6676 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 7076 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 6574 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,506,00 Alk., Weißkraut per Stück 57 Pfg., per Zentner 1.301.60 Mk., Ziviebeln pr. Zentner 4,505,00 Alk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Zentner 16 bis 20Dif, in Korben 0000 Pfg. Russe 100 St. 3540 Pfg.

Wiesendüngungsversuche auf Vogelsberger Böden.

18,30

34,22

A

2. Wiesendüngung in

32,10

18,30

13,80

3. Wies endüngungsv ersuch in Dotzelrode.

33,72

19,40

14,32

Volldüngung

von 4 Ztr.

bei einer

20,60

25,60

14,00

17,00

Ertrag an Heu Ztr. 15,48 18,32

Ertrag an Heu Ztr. 14,00 17,05

Ertrag an Grummet Ztr.

7,07

9,10

Ertrag zusammen Ztr.

22,55 27,42

Ertrag zusammen Ztr.

21,55 28,30

Selbst wenn man annehmen wollte, daß die Wirkung nicht auf allen Wiesen und in jedem Jahre eine gleichgroße ist, so wird doch durch diese Versuche bewiesen, daß die Wieselidüngungen zu den lukrativsten Meliorationen im Landwirtschaftsbetriebe gehören und

1. ungedüngt

2. 3 Ztr. Thomasmehl

3. 3 Ztr. Thomasmehl und 3 Ztr. Kainit Boden: Sandiger Lehm.

15,92

ltenburg.

6,60

8,60

Ertrag an Grummet Ztr.

7,55

11,25

Nr. der Düngung pro

Parzelle Morgen

Nr. der Düngung pro Parzelle Morgen

sich au'. - . . z , ....

der 3 Versuche mit 10 Ztr. Kainit und 10 Ztr. Thomasmehl eine Ertragssteigerung von 109 Ztr. Heu und Grummet erzielt oder bei den heutigen Preisen der fragt, künstlichen Düngemittel der Zentrier Heu oder Grummet mit 33 Pfennigen gewonnen worden sein.

1. ungedüngt

2. 4 Ztr. Thomasmehl

3. 4 Ztr. Thomasmehl und 4 Ztr. Kainit

1. ungedüngt

2. 3 Ztr. Thomasmehl

3. 3 Ztr. Thomasmehl uiid 3 Ztr. Kainit Boden: Basalt.

Noch vor 20 Jahren war die Düngung der Wiesen eine Seltenheit. Die Anwendmrg des Kompostes und der Jauche und hier mid da des Stalldüngers auf Wiesen hatte sich zwar bewährt mid war seit altersher elngeführt, da aber die zur Verfügung stehen­den Düngermeiigeu in keinem Verhältnis zu den Wiesenflächen landen, so erhielten nur wenige der letzteren einen vollen Ersatz für die entzogenen Pflanzennährstoffe. Erst feitdem die künstlichen Düngemittel sich mehr unb mehr eingeführt haben, vollzieht sich auch hier eine Aenderung, wenn es auch immer noch Landwirte giebt, die an die Wirkung und Rentabilität der Kunstdüngemittel nicht glauben wollen.

Um solchen Zweiflern durch zahlenmäßige Belege den Beweis zu erbringen, daß die Anwendung der künstlichen Düngemittel auf Wiefen zu den rentabelsten Geldausweriduligen gehört, smd von dem Landwinschastslehrer an der landw. Winterschute Alsfeld, Reichelt, im Jahre 1902 Düngungsversuche auf Wiesen in Zell, Altenburg) und Dotzelrode ausgeführt worden.

Das Ergebnis ist folgendes:

1. Wiesendüngungsversuche in Zell.

Tie Ertragssteigerung

Thomasmehl und 4 Ztr. Kainit in Zell beträgt also 12,67 Ztr. Heu und Grummet oder 60 pEt. gegen ungedüngt, in Altenburg bei einer Düngung von nur 3 Ztr. Thomasmehl und 3 Ztr. Kainit 12,5 Ztr. ober 62 pEt., in Dotzelrode bei der gleichen Düngung 11,17 Ztr. ober rund 50 pEt. Nimmt man an, daß bie Wirkung sich aut 3 Jahre gleichmäßig erstreckt, so würde im Durchschnitte

zweifellos dazu dienen werden, die Viehzucht in quantitativer und qualitativer Beziehung zu fordern.

Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Mittwoch den 23. Dezember, abends halb 7 Uhr: Neu ein­studiert:Prinzessin Goldhaar". Zaubermärchen mit Gesang und Tanz in 3 Aklen (5 Bildern) und einem Vorspiel von Ludwig Raupp. Mrrsik von Gustav v. Rößler. Donnerstag den 24. Tezbr. geschlossen. Freitag.den 25. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr: Prinzessin Goldhaar. Abends 7 Uhr:Don Juan." Samstag den 26. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr:Prinzessin Goldhaar". Abends 7 Uhr:Tannhäuser unb der Sängerkrieg auf der Wart­burg". Sonntag ben 27. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr: Prinzessin Goldhaar". Abends 7 Uhr:Die lustigen Weiber von Windsor." Montag den 28. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr: Prinzessin Goldhaar." Abends 7 Uhr:Hänsel unb Gretel" Hierauf:Cavalleria rusticana.

Schauspielhaus.

Mittwoch den 23. Dezember*):Zapfenstreich." Donnerstag 24. Dezember geschlossen. Freitag ben 26. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr:Alt-Heidelberg," Abends 7 Uhr:Der Strom." Samstag den 25. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr:Der Hochtourist." Abends 7 Uhr:Im bunten Rock." Sonntag den 27. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr:Die zärtlichen Verwandten." Abends 7 Uhr:Der Strom." Montag den 28. Dezember:Zapfen­streich". Dienstag den 29. Dezember:Uriel Acosta."

*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr«

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt atiei unter dieser Rubrik stehenden 91»-titel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Zu heiß!

Und Thalien ward ein Kreis gegründet;

Dort soll m Tat und Wort die Kunst erblüh'n, Tie mit Begeist'rung edle Herzen zündefl Daß sie zu allem Großen heiß erglüh'n!

Wie herrlich, wenn der hohe Zweck gelinget, Und lohend uns des Dichters Geist ergreift Begeisternd Feuer in die Seele dringet

Und guten Wollens Siedehitze reift 1

Tann muß man Lobpreis dem Erfolge spenden.

Doch wehe I wenn die Oefen trocken heiß, Nach untren Logen Siedehitze senden! Gern gibt Begeist'rung man und Plätze preis!

Drum, wie auch weise Mäßigung soll walten

In dem, was Dichter uns und Mime beut, So mög' des Orkus Wächter weise schalten

Daß nicht zu sehr die Glut uns Hitze speit! E. B.

Die Ianülientafel

am Weihnachtsfeiertag wird zu einer besonders festlichen und genußreichen, wenn man sie durch eine oder mehrere Flaschen Kupferberg Gold verschönt. Deshalb ist Kupferberg Gold das sinnreichste und praktischste Weihnachts­geschenk-