noch darauf. „Na, Schippereit", fragt der Kronprinz, „noch immer hier?" Schippereit antwortet zögernd: Kenigliche Hoheit, ick dank', we macken't noch mol up däm Unteroffezier." — „Nein Schippereit", erklärt Friedrich Wilhelm lachend, „das geht nicht, sonst wirst Du zu schnell Feldmarschall!"
* Ueb er eigenartige Familienverhältnisse weiß die „H. Neckarztg." von der bayerischen Grenze zu berichten: In dem Städtchen W. lebt ein Kaufmann, bei welchem drei lebende Schwiegermütter und deren Mütter, außerdem seine Mutter, feine dritte Frau und vier herangewachsene Töchter wohnen, im ganzen also zwölf w eibliche Wesen. Der Mann befindet sich trotzdem ganz munter, und da er reich ist und das Vermögen von sieben Familien dereinst auf ihn übergeht, macht er sich gar nichts daraus, daß er der dreizehnte ist, und alle Foppereien, die er oft genug ausstehen muß, prallen machtlos an ihm ab.
* Ein dreijähriges Wunderkind. Aus London wird dem „Figaro" berichtet: London ist erfüllt von dem Ruhm eines dreijährigen Wunderkindes, Jack Sebastian Mogill, das in einem Konzert im Alexandra-Palast sich sowohl als Violinist wie auch als Organist vorgestellk hat. Man behauptet namentlich, daß das kleine Wunderkind den Marsch aus „Tannhäuser" mit außerordentlichem Schwung gespielt hat. Das Kind hat auch „Wunderbares in Kompositionen geleistet, und es studiert vom Morgen bis tum Abend, um *in seiner Kunst vorwärts zu kommen." — Ob ihm auch Zeit zum Spiel bleibt?
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Berliner Börse vom 21. Oktober 1903.
(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 3 8/e Prozent.
Anfangs- u. Schlußkurse.
Oest. Kredit .... 209.00 208.62
Deutsche Bank . . . 217.25 217.87
Darmstädter Bank . . 141.60 141.60
Bochumer Guß . . . 192.10 192.75
Harpener Bergbau . . 200.80 .201.10
Schluß-Tendenz: Fest.
Bom Geldmarkt. Infolge der in der letzten Zeit wesentlich vergrößerten Börsenengagements ist in den letzten Tagen auch im Hinblick auf das herannahende Monatsende der Geldbedarf wieder stärker geworden. Für tägliches Geld wurden an der Berliner Börse gestern 8‘/a Proz. gezahlt, für Ultimogeld 41, Proz. Der Privatdiskont notiert in Frankfurt a. 3% Proz. Entgegen der Nachfrage an der Börse waren die Ansprüche bei der Reichsbank bisher nicht bedeutend. Für den Zentralausschuß liegt deshalb keine Veranlassung vor, sich bei seiner demnächstigen Monatssitzung mit der Frage einer Diskonterhöhung zu befassen. Für die 31 rproz. deutschen Anleihen zeigt sich seit gestern wieder ausgesprochene Schwäche, hingegen halten sich die 3proz. noch ziemlich gut.
Falliffeurcut m den Bereinigten Staaten, yn Mexiko sallierie ein speziell amerikanisches Unternehmen, die International Bank and Trust-Eompany. Die Folge davon war, daß nun auch die Maryland Trust-Company und die Union Trust-Company, beide in Ballimore, den Konkurs anmeldeten. Ersteres Institut hat in letzter Stunde noch den Versuch gemacht, in London ein Darlehen von 2 Millionen Dollars zu erlangen. Dieser Versuch
schlug fehl. Als die Insolvenzen an der New-Porker Börse bekannt wurden, entstand em panikartiges Weichen der Kurse, das sich noch verschärfte, als die Mitteilung an die Börse kam, die Pennsylvania-Bahn habe die Arbeiten zur Verbesserung der 'Anlage eingestellt. Dieser neueste .Krach dürfte auch die europäischen Börsen nicht ganz unberührt lasten, wenn man sich auch beute noch an den deutschen Börsen dagegen zu sträuben
suchte.
Markte.
-t Gießen, 21. Okt. Vieh Marktbericht. Der heutige Ochsenmarkt hatte einen Vorrat von ca. 80 Stück Gangvieh. Trotz des kleinen Quantums auigesahrener Tiere war der Handel gedrückt, weil es an Kundschaft fehlte imd wer gekommen war, wegen der Vorschriften zur Verhütung der Seuchengefahr im Kauf zurückhaltend war Die Verkäufer hielten trotz des schlechten Marktes an ihren hohen Preisforderungen fest, so daß die Ware sich teuerer stellte als am letzten Markt. Gehandelt wurden Fahrvieh per Paar : 1. Sorte Mk. 860-900, einige wenige sehr gute Ochsen bis zu Mk. 950. 2. Sorte Mk. 770—840. 3. Sorte Mk. 650—750. Der Vorrat wurde nur zu knapp % geräumt. Der Auftrieb auf dem Schweinemarkt betrug etwa 800—900 Stück. Der Handel war bei mittleren Preisen sehr flott und hatten die Händler ihren Vorrat sehr bald verkauft, so daß der Markt gleich nach 12 Uhr zu Ende ging Nächste Märkte am 10. und 11. November d. I., am zweiten Tage auch Krämermarkt. — Der gestrige Zwiebel markt hatte einen Vorrat von ca. 350—400 Zentner meistens Wetterauer Gewächs. Der Handel war am Vormittag wenig lebhaft, doch steigerte sich der Begehr nachmittags erheblich, so daß der Vorrat gegen 5 Uhr- glatt abgesetzt war. Die beste Waare wurde pro Zentner mit Mk. 5—6 gehandelt, während geringere Sorten mit Mk. 4.00—4.50 zu haben waren.
§ Gedern, 20. Okt. Der H e r b ft s ch w e i n e rn a r k t war gut befahren, jedoch stockte der Handel sehr. Eine große Anzahl Verkäufer zog unverrichteter Sache wieder ab. Die Preise waren ziemlich gedrückt, io kosteten das Baar Ferkel je nach Qualität 25—3q Mk.; Läuserschweine 35—40 Mk., Einlegeschweine 50 bis 60 Mk. mit Durchschnitte. Fette Schweine wurden mit 51—53 Pfg. (Schlachtgewicht) bezahlt.
Limburg a. d. £., 21. Oktober. Frachtmarkt. Durchschnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 13.50 Mk., altes Korn 00.00 Mk., neues Koni 10.00 Mk., Gerste 0.00 Mk., Hafer 7.40 Mk., neuer Hafer 6.30 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk.
Umoerfitäts Nachrichten.
Heid elberg,21. Okt. Kuno Fischer giebt am schwarzen Brett folgendes bekannt: „Nach den leidvollsten Schicksalen füble ich mich in meinem hohen Alter nicht mehr kräftig g e n u g , um meine akademischen Amts- und Lehr- pflichten zu erfüllen. Ich habe daher das Großherzogl. Ministerium des Unterrichts gebeten, mich zu beurlaube n." Der berühmte Philosoph hat vor kurzem seine Fran verloren.
OM'iditrifaflL
Neiße, 20.Okt. Von der Strafkammer wurde der Viirger- meister Schindler ans Friedland wegen Sittlichkeits- Verbrechen zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt.
Moskau, 20. Okt. Der ehemalige Unter-Offizier Minasjanz wurde wegen Ermordung deS armenischen Millionärs D s ch a m g a r o w zu 10 Jahren Zwangsarbeit in den Bergwerken Sibiriens verurteilt.
Spart.
Homburg v. d. H., 21. Okt. Die Stadtverordneten bewilligten eine Garantiesumme von 10 000 Mk. zum Gordon B e n n e t - R e n n e n. Der Hotelbesitzerverein garantierte den gleichen Betrag.
Auszug uns den Kirchenbüchern Lee Kindt Girßtn.
Evangelische Gemeinde.
Getraute. M a r kus g e m e i n d e. Den 11. Okt. Albert Hanbrich, Kaufmann zu Weidenau, und Elisabethe Jung, Tochter des Kausmamis Konrad Jung zu Gießen. — 17. Okt. Marlin Repp, Dachdecker zu Gießen, und Marie Bottner» geb. Keil, Witwe des Schuhmachers Johann Georg Karl Bottuer zu Gießen.
Getaufte. M a r k n s g e m e i n d e. Den 27. Sept.. Dem Johann 'August Kohler ein Sohn Friedrich Johann August, geb. den 20. 'August. — Dem Taglöhner Johannes Georg Eimer ein Sohn August, geb. den 30. August. — 4. Okt. Dem Kutscher Heinrich Bechtold eine Tochter Anna, geb. den 12. August. — Den 11. Okt. Dem Bäckermeister Karl Wilhelm Gengnagel ein Sohn Wilhelm Ludwig Erich August, geb. den 11. Okt. —Dem Metzger Konrad Semmler eine Tochter Anna, geb. den 4. Sept.
Beerdigte. Ai a r k u s g e m e i n d e. Den 3. Okt. Heinrich Hans Prang, Sohn des Dachdeckermeisters Johannes Prang, 2 Jahre alt, starb den l.Okt. — Friedrich Peter Setzer, Sohn des Formers Peter Setzer, 4 Wochen alt, starb den 1. Okt. — Den 8. Ott. Johanna Bergmann, Ehefrau des Glasers Johann Peter Bergmann, 37 Jahre alt, starb den 6. Okt. — Amalie Rausch, Ehefrau des Reat-Gymnasialdirektors Dr. Emil Rausch, 51 Jahre alt, starb den 10. Okt.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Oktober
Barometer aus 0° reduziert
Temperatur der Lull
1 Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter
1903.
21.
226
745,6
9,7
6,3
70
8.
4
Sonnenschein
22.
926
743,8
3,0
6,9
86
SSE.
2
Bew. Himmel
22.
726
743,3
6,9
7,3
99
SSE.
2
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- 10,40 C.
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So war es, so wird's immer sein!
Schon oft legten Kaiser und Könige der Schönheit einer Bürgerlichen ihre Krone zu Füßen; Helden beugen sich besiegt unter die schmeichelnde Hand einer schönen Omphale; Weltweise beten ein Weib an, dessen Schönheit sie gegen alle Laster „blind macht. Das ist der einige Triumph der Schönheit auch im alltägichen Leben. Heute tragen sogar die Errungenschaften der Wissenschaft mächtig dazu bei, die Schönheit auf natürlichem-Wege zu erreichen und zu erhalten und ist das beste, weil natürliche Mittel: die Myrrholin- Kosmetik, deren Prävarale die Myrrhnlm-Seife, -Glycerin und -Puder, sowie das Mund- nnd Zahnwasser jetzt schon Millionen Menschen mit größter Zufriedenheit benutzen. Erhältlich in Apotheken, Drogerien und Seifengeschäften und muß jede Verpackung jdas Wort ,'Myrrholin" tragen. 7917


