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Erstes Mertt. ISS Jahrgang
Dienstag LA. September 1903
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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Kaiser WUYelm in Farrzig.
Danzig, 2L Sept.
Die brtthülltmg drS Kaiser Wilhelm-Derckaaü.
Ter Kaiser traf heilte 4 Uhr 45 Min. yuc D en k- «r-rls-Enthüllung Kaiser Wilhelms L hier ein.
Wahrend der FÄhrt von Wien hierher hatte der Kaiser den Vortrag des Reichskanzlers, des Chefs des Zivil- kabinetts Geh. Rats v. Lucanus entgegengenommen. Wie nachträglich bekannt wird, hat der Kaiser in Wien. auch den Schriftsteller Houston Stewart Chamberlain empfangen, den Verfasser der viel erörterten „Grundlagen des 19. Jahrhunderts."
Ter Kaiser und sein Gefolge bestiegen am Bahnhofe die Hfferde, und ritten, gefolgt von seiner Eskadron der ersten Leibhujoren zum Denkmalsplatz.
Der Kaiser, welcher auf dem Wege zum Denkmalsplatz einen Rotfchunmel ritt, trug die Uniform des ersten Äib- husarenregiments Nr. 1. Der Derrkmalsplatz war beim hohen Dor mit Flaggenmasten und Guirlanden umzogen. Zur Teilnahme an der Feier hatten sich ein gesunden Reichskanzler Graf Bülow, der Minister o. Rheindaben, von Podbielski, v. Einem und andere Gäste. Der Kaiser nahm, nachdem er die Front der Ehrenkompanie und beider Husarenregimenter abgeritten hatte, dem Denkmal gegenüber Aufstellung. 600 Sänger eröffneten die Feier mit dem Gesang „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehrest Dann ergriff der Vorsitzende des Provinziallandtages Graß- Klanm das Wort zu elloa folgender Anfprache:
„Die Provinz Westpreußen war in Gefahr, ihre deutsche Wgenart zu verlieren, da legte ein Hohenzollernfürst ferne starke Hand auf dies Erbe deutscher Arbeit, deutschen Unternehmungsgeistes und deutschen Rittertums. Dem Land an der Mündung des Wcichselftrom.es wurde die ursprüngliche Entwicklur^i wiedergegeben. Nirn erhebt sich unser Dank zu dem ersten Hohenzollernkaiser. Das Mld, das sich alsbald unseren Blicken enthüllen nrirb, stellt ihn dar, den geliebten Kaiser, wie er, fest im Sattel sitzend, Heerschau lmtt über seine Soldaten, wie er den Frieden des heimischen Herdes sichert, indem er die Wehrkraft des Volkes nährt und stärkt Das, was wir besitzen, wollen wir uns erwerben, wollen das Vermächtnis, welches der große Kaiser uns hinterlaffen hat, rächt allein treu bewahren, sonder« in unentwegter Arbeit seinem großen Zweck weiter entgegenführeu urrd wollen sein und bleiben eine deutsche Provinz an der Weichsel."
Redner bat hierauf um allerhöchste Genehmigung zur Enthülllmg des Denkmals. Nachdem diese erteilt war, firt die Hülle. Die Truppen präsentierten, der Kaiser salutierte.
Nachdem der Gesang der Nationalhymne verklungen war, besichtigte der Kaiser das Denkmal eingehend. Alsdann nahm der Kaiser den Vorbeimarsch der Ehrenkom- pagnie und der beiden Leib Husarenregimenter ab. Das Rellerstandbild des allen Kaisers, mit dem altertümlichen Tor im Hintergrund, kommt inmitten der neuen Gartenanlage zu besonderer Wirkung.
Der erste Bürgermeister von Danzig, Ehlers, wurde zum Oberbürgermeister, Bildhauer Eugen Börmel, der Schöpfer des Kaiser Wilhelm-Denkmals, zum Professor ernannt.
Der Kaiser und Danziger Arbeiter.
Bo-m Denrmalsplatz ritt der Kaiser zum Generalkommando. Vor demselben war eine Abordn ung der Arbeiter der Danziger Staatswerkstätten, namentlich der kaiserlicher Werst, der königl. Artilleriewerkstätte, der Ge- wchrfabrik und des Artillerie- und Traindepots ausgestellt. Ter Kaiser stieg auf der Rampe vor dem Generalkommando vom Pferde, der Reichskanzler und die Herren aus der Umgebung standen um ben Monarchen herum, als der Sprecher der Abordnung, Miaschiueufübrer Glashagen von der Gewehrfabrik, vortrat und sagte, er bringe namens der gesamten Arbeiterschaft der Staatswerkställen dem Kaiser seine Huldigung dar. Das große Wohlwollen und das Vertrauen, welches der Kaiser den deutschen Arbellern wredcrholl geschenkt habe, veranlasse sie, chren tiefempfundenes Dank an dem heutigen bedeutungsvollen Tage anszusprecyen, an welchem das Denkmal des großen Kaisers^enthilllt seu Die Arbeller der Staatswerkstallen der alten Stadt Danzig gelobten dem Kaiser unverbrüchliche Treue und beteten jn ©ott um Glück nrrd Segen für den Kaiser.
Ter Kaiser erwiderte:
„Ich danke Ihnen für die Worte, die Sie im Namen der Arbeiter ausgesprochen haben, und bitte Sie, diesen meinen Dank den Arbeitern in den Werkstallen zu überbringen. Es ist mir eine Freude, gerade an dem heutigen Tage Sie zu. sehen, am Tage der Denkmalsenthüllung des großen Kaisers, an dessen Taten einzelne von I hnen mitgetan, des großen Kaisers, der dem deut,chen Volke die Jahrhunderte lang ersehnte Einheit gebracht hat. Erst durch den Ausbau des einigen Deutschen. Reiches ist es rnög- lich gewesen, daß die gewaltige Entwicklung in Hande l un d In dustrie jo viele kräftige Fäuste deutscher Arbeiter hat beschäftigenkönnen. Ich sollte dayer meinen, daß im Hinblick aus die ehrwürdige Gestalt der, deutschen Kaisers die deutsche Arbeiterschaft Freude und Genugtuung empfinden müßte für die Eröffnung eines so ungeheuren Fel des der Tätigkeit, auf dem sie ihre Tätigkeit entwickeln kann, und ich sollte meinen, daß auch sie das höchste
Interesse fror an h art, di.es es Deutsche Reich ungeschmälert nni> ungestört zu erhalten und im Innern wie nach außen festgefügt zusam- merrzuha lteu; denn nur in einem solchen wird die deutsche Arbeiterschaft Lohn, Leber^unterhalt und Zufriedenheit haben und mit Vertrauen in die Zukunft blicken können. Ein großer Tell der deutschen Arbeiter geht durch die Reihen der Arnree und lernt in ihr Schulung und Dis- zipün. Diese Schulung giebt chnen die Möglichkeit, auf friedlichen Gebieten Siege über Siege zu erringen, und überall weiß man, was deutsche Arbell bedeutet, überall wird sie geschätzt und anerkannt Das ist nur mögliche durch die große Erfahrung urck> den hohen Stand der Bildung der deutschen Arbeiterschaft. Ich hoffe nach wie vor, Faß die Gesinnungen, denen Sie heute Ausdruck gegeben haben im Namen meiner Arbeiter der kaiserlichen mtb kölllglichen Werkstätten, auch in den Herzen der übrigen Arbeiter schlagen, mld daß nach wie vor sie sich immer bewußt sind, daß sie zunächst Deutsche sind und daß die Arbeller das Deutschtum tm Frieden nach außen zu Ehren zu bringen haben, wie sie auch im Kriege nicht zögern werden, zur allen bekannten Waffe zu greifen, wenn es gilt, das Vaterland zu verteidigen. So lange solche Empsindungen maßgeberrd sind, so lange — davon bin ich fest überzeugt — wird das Vaterland sich weiter entwickeln zum Segen und zur Frerrde auch seiner Arbeiter. Ich danke Ihnen!"
Der Kaiser zog dann eine große Anzahl von Mitgliederri der Abordnung ins Gespräch, verabschiedete sich von den Arbeitern auf das herzlichste und begab sich unter Hochrufen des Publikums in das Generalkommando.
Im Generalkommando fand in Anwesenhell des Kaisers eine Konferenz über die Hebung der Landes- Pferdezucht stall, woran auch der NeichDkanzler teil- nahm. Zu derselben waren außer dem Ob er land stallmeister Grafen Lehndorff Landstallmeister Dr. Grabensee, Inspekteur Generalmajor v. Danmicz, sowie der Lonüwirtschasts-, Finanz- und Kriegsminister zu gezogen. Um 7Hz Uhr begab sich der Kaiser zum Abetldessen des Offizierkorps der Lerb- husarenbrigade in Langftchr. An dem Essen n-ahm auch der Reichskanzler teil.
Am Abend war die Stadt vielfach illuminiert. Der Kaiser reiste um IOV2 Uhr von Langfuhr ab. Gr fuhr nach der Försterei Jnse bezw. zur Oberförster ei Tawellningken.
Die Ftrchlslage der <^l«:höevöikkNtng im Kreise SieKen.
(Originalartikel des „Gieß. Anz.")
Die heullge Rechtslage der Landbevölkerung und mit welchen Polizeigesetzen sie mtabsichllich besonders in Konflikt zu kommen Pflegt, zu erörtern, ist vielleicht ganz nützlich, weil das moderne Leben erhöhte Anforderungen an Rechtskenntnis und Verständnis stellt, guter Rat im Dorf aber ioeniger parat ist, als in der Stadt. Meist bringen zwar Irrtümer über pollzelliche Alltagsbestimmungen nicht allzu empfindliche Locher in die Geldtasche, aber die Ueberlletnngsmöglichkellen sind zahlreich und oft hall man aus Unkenntnis der Gesetze sich nicht für strafbar. Da sitzt beispielsweise in einem lleinen Orte unseres Kreises ein lustiges Völkchen noch spät in der Spinn stube beim Vier. Die Spinnstube ist für die jungen Leute dort Subskriptionsball, Rauchkolleg, Kränzchen und Nachtkaffee zu gleicher Zeit. Feierabend bietet ein tretend) der Wächter des Gesetzes. „Das fehlt gerade noch", tönt es im Chor ihm entgegen, „hier ist docb. keine Wirtschaft!" Spater aber erhalten doch alle Tellnehmer ihre Strafbefehle; denn in Spinnstuben muß eine festgesetzte Polizeistunde eingehalteu werden; wenigstens ist für viele Landgemeinden des Kreises dies so verordnet. Mancher Landwirt denkt auch gewiß nicht daran, daß er kreis-amllicher Genehmigung bedarf, wenn er außerhalb feiner Hofvaite Gift körn er für die bösen Mäuse und Ratten unverdeckt streut.
„Der Herr Bürgermeister läßt Ihne« auf Grund der Verordnung von 1888 hiermit Aufforderung Angehen, Frau Mülles, verkündet dieser der Ortspolizeidiener. „Also innerhalb sechs Tugen müssen Sre dst dürren Aeste auf Ihrem Apfelbaum ausputzen; es frud Blutläuse dran." Me angerebctc Bäuerin unternimmt nun auf ihre alten Tage die Kletterpartie; aber der Baum ist hoch inü> die Leiter ist kur^. Unten sarmnell sich, die Dorsjugend und freut sich über die im Winde flatternden Röcke und die dürren, noch jo rüstigen Beinchen. Ädan lacht sich einen „Ast", an dem sich aber die imfreüuUIige Turnerin nicht halten kann, und schließlich will sie unverrichteter Sache heruntersteigen, maß aber warten, bis sie mit der großen Feuerleiter geholt wird, und dann kommt auch noch ein Sllasbefehl. Ja, waS doch henttzutage nicht alles ge- stra-ft wird, seufzt einer, der sich bei Erzählung der Sache am Stammtisch von der Feldarbeit ausruht. Aber eine Kegelpartie könnte doch gemacht werden, schlägt ein anderer Gast vor, Fritzchen soll aufsttzen! Es geschieht. Leider ist der I u n g e n 0 ch j ch u l p f l i chll i g, und wenn es der Gendarm sieht und kein Auge zuidruckt, jo hilft nichts der fröhlichen Gejellschaft von ihren Strafbefehlen gemäß der Verordnung von 189L für bre Landgemeinden des Kreises Gießen. — Ernster packt die Gerechtigteit neuerdings unter Umständen den Landwirt, der seine Kuh in der besten Absicht zum Gem ei nid e b u l len hinführt. Er hat sich wohl nicht darum gekünrmert, daß gerade kurz zuvor Aus
bruch ansteckender Riuderkraukheit bekannt gemacht worden ist und daß er nun Urnächst die Kuh durch den Beauftragten des Kreisveterinärarztes untersuchen' lassen müsse. Kommt es zur Schöfsengerichtsverhandlung, ist wohl ein Nachbar Zeuge, der unfern Hansjörg am. offenen Fenster „zuhören gesehen" hat, als die Vorschriften über den Seuchenausbruch durch die Schelle tm Ort bekannt gemachst wurden. Wer kann da dem 5^ansjörg nocfy glauben, der sich, seiner Verpflichtung nicht mehr bewußt gewesen sein mitt,' als er am Dag darauf der Vorschrift entgegen versäumte, die Kuh untersuchen zu lassen? Es tut wohl den Richtern wehe um den braven Mann, doch kann chn keiner retten; denn nach, 328 des Strafgesetzbuches steht nur Gefängnisstrafe, und schließlich muß der Bedauernswerte in der Regel aus zwei oder drei Wöchen hinter die eisernen Gardinen. Man tbende nicht ein, die Verordnung drohe nur Geldstrafe an, man übersieht leicht den Zusatz: „wenn nicht gesetzlich eine schwerere Strafe verwirtt ist". Das ist der Fall bei Kenntnis der Verordnung; das Bewußtsein von deren Inhalt genügt auch ohne böswillige Absicht; bei Ueber- tretung führt hier die Nachlässigkeit an und für sich schon ins Gefängnis. — Verbittert verläßt Hansjörg nach Verbüßung seiner Strafe das stille Hans. „Da soll doch das Donnerwetter drein schlagen; ich werde Sozialdemokrat und mach' Skandal", schimpft er bei seinem alten Feldzugskameraden Christian. Dieser ist Kammerdiener beim Grafen und ein gewürfelter Mensch. ,Mie schade", bedauert er, „daß ich gerade mit der Herrschaft auf Reisen war, ich hätte Dir sonst ein Madengesuch aufgesetzt. Du bist ja ein ehrlicher Kerl, aber durch die eine dtachlasstgkell hättest Du eben die Seuche unter das Vieh im ganzen Dorf bringen können. Deshalb die harte Strafe; Du mußt vorsichtiger werden." Während dieses Gesprächs sind beide, hinter dem Pflug des Hansjörg hinaus und auf dessen Acker' gegangen, der auf einer Waldblöße liegt. „Siehst Su", fährt Christian fort,bei, beiläufig bemerkt, früher Faktotum eines Rechts gelehrten war, „auf dem Weg daher und eben jetzt hast Du schon wieder mehreremale das Gesetz übertreten; denn erstens haft Du ainf der Straße den Pflug schleifeul assen, Ueberrtetung des § 366, 10 des Reichs- strajgesetzbuchs, der Artikel 103, 109 des Polizeistrafgesetzes und einer Verordnung des Kreisamts vom Jahre 1899. Zweitens rauchst Du außerhalb eines chanssierten Weges im Wald and auf der Heide aus einer Tabakspfeife ohne Deckel. Das geht gegen ein kreisamtliches Verbot von 1898. Drittens hast Du Tetne Bohnen ft an gen vour Acker in die Böschung der Kreisstratze hier gelegt Bankette, Gräber und Dämme der KreisstraHen aber darf man nach Verordnung von 1882 nicht benutzen, auch nicht mit Sachen belegen. Was sehe ich aber gar da binten? Du hast ja die Kiesgrube nicht eingesrieoigt, natürlich, hast Du sie auch noch nicht polizeilichan gezeigt Das ist Uebertiretung gegen die Verordnung von 1902 über den Betrieb von Lehm-, Saud-, Kies- und Steingruben."
Der Christian hätte sich wohl noch Wetter ergangen, aber der andere hört ihn längst nicht.mehr; er hat ganz zerknirscht zu ackern angefangen. In seinem Zorn schafft er bis zum spülen Abend, und als er endlich heimfährt, ist es dunkeb Weil er keine Laterne an seinem Wagen hat notiert ihn der Gendarm wegen Uebertretung der Verordnung vom 26. Februar 1889. Sein Freund rät ihm, Einspruch gegen den Strafbefehl zu erheben, denn Fuhrwerke auf dem Heimwege von der Feldarbeit brrnachen keine Lateime. UnAücklichäm-eise läßt er nun aber bei dem GinspruchdieU-nterschriftoderdasDatumweg, weshalb er kurzerhand abgewiesen wird. Jetzt wird der llnglücksvogel trotzig: er kaust sich stall einer gewöhnlichen eine rote und eine grüne Laterne und steckt sie an; aber auch das ist verboten, und der Spaß kostet wieder Geldstrafe nach der Verordnung von 1893. ,^Jetzt will ich einmal sehen, was man überhaupt noch darft', räsonuiert er, ,ävenn ich doch chikaniert werden soll! Was brauche ich mente Schafe, Ziegen und Gänse mit der Gemeindeherde gehen zu lassen? Ich weide meine Lämmer von heute an extra." Gleich beim ersten Versuch setzt es wegen Artikels 65 des Feldstrafgejetzes abermals Strafen. Der Mann hat nicht gewußt, daß für seine Gemeinde Herdenzwang besteht und daß gesonderter Weideauftrieb wegen der Gerneindeherde verboten ist. „Jawohl", sagte chm der Herr Bürgermeister, „bei nus wird sogar jede Gaus mit 20 Pfg. bestraft, wenn sie auf der Sttaße oder ösfenllichen Plätzen in der Zell, für die Verbot aus geschellt ist, herumläuft, selbst wenn sie toeiter gar nichts Rechtswidriges getan hat lleberttetung der Verordnung aus § 366, 10 des Strafgesetzbuchs." Da gerät der Hansjörg üi Verzweiflung. Er stürzt fort und kauft sich ein Strafgesetzbuch
Aber auch ohne viel Tvrhell kommen gerade arme Leute vom Lande zu für sie empfindliche Geldbußen. Oefters wird im „Gieß. Anz." für Gemeindewaldungen auf Grund der Art 72, 77 des Fvrststrafgesetzes bekannt gemacht daß Holz nur nach Anmeldung zur Liste der Bürgermeisterei und nur von dem gelesen werden darf, der sich eine'Leseholzkarte erwirll hat; auch dann darf man keineWerkzeuge gebrauchen und höchstens mll Fuhrwerk o hn-e Zugvieh abfahren. Im übrigen läßt das Gesetz bei und zu Land den Menschen die Freude am Wald, an seinen erquickenden Blumen und Beereri. bis an das bekannte Hegetäfelchen. sJhir darf man auch aus nicht eingehegten Distrikten irach Art. 44 des Forstftrasgejetzes nicht Laub, Moos, Ginster, Farnkräuter, Nadeln oder andere Streumittel, auch nach Art. 30 bei Strafe des dreifachen Wertes nicht Eicheln, Buch ein oder andere Samen sammeln. Ja, so gar gegen Magenbeschwerden schützt die hessische Polizei nach Kräften. 2§enigstens ist im ganzen Kreis durch Verordnung von 1883 das zu foühe Ginernten von Zwetschen,


