Vermischtes.
Aachen, 21. Aug. Dem „Echo der Gegenwart" zufolge sind sowohl deutscherseits wie belgischerseits Schritte getan, um der Spielbank in Altenberg die Existenz auf neutralem Gebiete unmöglich zu machen.
"Swinemünde, 21. Aug. Zwischen Ahlbeck und Heringsdorf kenterte heute vormittag ein Segelboot. Ählbecker Fischern gelang es, die Insassen, 4 Kurgäste, aus großer Lebensgefahr zu retten.
* Borislaw, 21. Aug. Auf der Grube der galizischen Sparkasse geriet ein Reservoir mit Oel in Brand. Der Brand konnte jedoch lokalisiert werden.
• Paris, 21. Aug. Santos Dumont ist gestern in Bordeaux eingetroffen. Er wird sich nach Brasilien einschiffen, wohin er sich aus Gesunoheitsrücksichten begiebt. Seine Abwesenheit wird jedoch nur von kurzer Dauer sein.
* Paris, 21. Aug. „Petit Parisien" meldet aus Toulon: Ein Taucherboot des Hafens, in welchem sich 13 Mann befanden, kippte infolge eines Windstoßes um. Von den Jnsasien konnten sich nur 7 durch Schwimmen rettrn, während die übrigen ertranken.
• Paris, 21. Aug. Wie das Blatt „La Croix" meldet, sind in Lyon 14 Unteroffiziere des dortigen Jnf.-Regts. wegen Unterschlagungen verhaftet worden. — Im Bois de Colombe stürzte ein Neubau ein, wobei fünf Arbeiter getötet und zwei tötlich verletzt wurden. — Gestern ereignete sich auf der Metropolitanbahn infolge Heißlaufens eines Motors ein neuer Unfall. Die Passagiere mußten aussteigen, wodurch eine Panik entstand. — Der Abg. Guyot de Villeneuve ist gestern bei einem Automobil-Unfall bei Nantes lebensgefährlich verletzt worden.
Frankfurt, 22. Aug. Die Leiche des vorgestern im städt. Krankenhaust an verdächtigen Symptomen gestorbenen 46 Jahre alten Fabrikarbeiters Hermann Reinhold Hummel wurde auf dem Sachsenhäuser Friedhof gerichtlich untersucht. Die Untersuchung hat ergeben, daß der Mann an Vergiftung gestorben ist.
() Marburg, 21. Aug. Die schon längere Zeit geplante Reorganisation der freiwilligen Feuerwehr wird nunmehr zur Tatsache. Am nächsten Montag erfolgt die Einteilung der Mannschaften in vier große Löschzüge. Bei kleinen Bränden rückt nun immer der betr. Löschzug aus.
() Fran kenb er g, 21. Aug. Nachdem erst kürzliche wie gemeldet, wegen Ausbruches der Ro tzkr an kheit etwa ein Dutzend Pferde des Oekonomen Schneider und des Kreis tierarztes Kalb getötet werden mußten, ist jetzt die Seuche auch im Pferdestall des Landwirts Schwieder hier ausgebrochen. Heute wurden bereits drei Pferde des Genannten getötet.
• Belfort, 21. Aug. In einem benachbarten Dorfe ist eine Familie, bestehend aus 4 Personen, nach dem Genuß giftiger Pilze gestorben.
Prozeß Kunibert.
Paris, 21. Aug.
Die Sitzung wird« heute mittag ausgenommen. La- bori greift lebhaft den Bankier Caticrui an, der der alleinige Urheber der Anklage sei. Er spricht sodann von anderen Geldgebern als von Spielern, die sich, den Zufälligkeiten des Spiels aussetzen und darüber nicht klagen. Er bleibt dabei, daß kein öffentliches Interesse von der Angelegenheit berührt werde. Bezüglich der Liquidation der Girardschen Bank sagt Labori, daß ein Minister des vorigen Kabinetts 500 000 Francs Effekten besaß und am Konkurs der Bank interessiert war. Um seinen Namen nicht bekannt werden zu lassen, habe man die Bücher der Bank verheimlicht. Labori hält die Behauptung aufrecht, daß der Regierung die Abreise und d«er Aufenthaltsort der Humberts bekannt gewesen sei. Er wirst Valle vor, daß er seinen Einfluß als Senator und Minister zu Gunsten Cattauis verwandt habe. Labori behauptet, daß die versiegelten Akten des Falles Humbert erst an den Untersuchungsrichter gelangten, nachdem sie dem Justizminister vorgelegen hatten. Das sei geschehen, um gewisse bloßstellende Schriftstücke verschwinden zu lassen. Der Verteidigung wurden dadurch wertvolle Dokumente entzogen. Der Verteidiger führte, ein Preisausschreiben über den Urteilsspruch erließ, Cattaui gegen Humbert. Zum Beweise dafür erwähnt er, daß eine Zeitung, die einen Feldzug gegen die Humberts führte, ein Preisausschreiben über den Urteilsspruch erließ, wodurch die Geschworenen beeinflußt werden könnten.
Der Generalanwalt unterbricht Labori und erklärt, er werde untersuchen, ob das Preisausschreiben nicht unter das Strafgesetz schle.
Labori führt fort: Die Humberts könnten nicht verurteilt werden, weil dies den Triumph Cajt- tauis sichern hieße. (Bewegung.) Therese Humbert werde am Schlüsse der Verhandlung sprechen; aber selbst, wenn sie es nicht tun würde, wären die Beweise nicht hinreichend, um die Verurteilung der Angeklagten herbeizuführen.
Die lehten Worte des Verteidigers werden mit Beifall aufgenommen. Die Sitzung wird abgebrochen.
Nach Wiederaufnahme der Sitzung hebt der Verteidiger C l u n e t die Bedeutungslosigkeit der Rolle Emile Dau- rignacs hervor und erwähnt inmitten allgemeiner Unaufmerksamkeit zahlreiche Einzelheiten. Er verteidigt Emile Taurignac gegen den Vorwurf der falschen Prokurazeich-- nung der Crawfords; er sei lediglich "Angestellter der Rente viagere gewesen. Die Sitzung wird darauf aufgehoben.
Der „Matin" veröffentlicht das Resultat seines Referendums betreffend den Humbert-Prozeß. Für eine Verurteilung der Frau Therese erklärten sich 28885, für dre Freisprechung derselben 8427, für dre Verurteilung Frederic's 27 600, dageg^_940^eser^desEBlattes^^^
Auszug sus den Ktsudesamtoregisteru der Stadt Hießen.
Aufgebote.
Am 15. August. Adam Joseph Carnier, Nechtsanwalt zu Seligeustadt mit Helene Elifabethe Muller dahier.-Wilhelm Reitz, Hausbursche zu Heuchelheim mit ^arolu i e Becker, Dl en st madchen zu Gießen. Am 20. August, Heinrich Enders, Hilfsheizer dahier mit Anna Emilie Diehl, Köchin dahier.
Eheschließungen.
Ain 15 Auaust. Georg Kart Liidwig Rohde, Rechtsanwalt zu Darmstadt und äJiargaiete tiuife aiUbeünine 6turntfe(§, Tochter des verstorbenen Realtehrcrs Heinrich <Ltnrm cts dnhrer. - Reni- Hard Kröll, Kaufmann zu Offenbach und ®Me ?!?vle ^olm?nn' Tochter des Spezereihändlers Wilhelm Balthaser Hofmann dahier. Am IS. August. Frit, Otto Alfred L.erlch, Feüenhauer dahier und Elifabethe Staumann, Tochter des Ätafchin.flen Johanne- Naumann zu Marbach. Am 20. August. Heinrich Muller, Taglohner dahier und Elifabethe Rehbein, Dienstmädchen dahier.
Geborene.
Am 12 August. Dem Kulscher Heinrich Bechtold eine Tochter Anna Liga.* Am 13. August. Dem Taglöhner Peter Schober ein Sohn Peter Paul. - Dem Taglöhiier Heinrich Lock einen nohn Karl Am 14 August. Dem Kauiniann Joseph Serwas einen Sohn Joseph Johannes. - Dem Grubensteiger^Wilhelm Heinrich Dern eine Tochter Elch. — Dem Kaufmann Rudolf Hahn eme» Sohn. - Dem Schuhmacher Christian Weeg eine Tochter. Am 15. Auaust. Dem Schuhmacher Robert Riader Zwillige. — Dem Wirt Adam Übrig eine Tochter Elise. — Dem Kaufmann Otto Fangmann einen Sohn. Am 19. August. Dem Fabrikarbeiter Heinrich Weber eine Tochter. Am 20. August. Dem Taglohne»- Johann Georg Eimer einen Sohn.
Gestorbene.
Am 16. August. Zwillinge, weiblichen Geschlechts, 1 Tag alt, Töchter des Schuhmachers Robert Mader dahier. — Heinrich Wagner, 66 Jahre alt, Gewerbebankdirektor i. P. dahier. Am 19. August. Heinrich Rinderknecht, 1 Jahr alt, Sohn des Taglöhners Jakob Rinderknecht dahier. — Elise Übrig, 3 Tage alt, Tochter des Wirts Adam Übrig dahier. — Ein Kind weiblichen Geschlechts, 14 Stunden alt, Tochter des Fabrikarbeiters Heinrich Weber dahier.
Warnung!
Die meisten Nachahmungen von Dr. Hommels fiaematogen werden, um das D. K. P. No. 81,501 zu umgehen, mit Zuhilfenahme von Aether bereitet, ein Zusatz, der insbesondere für Kinder und Nervöse direkt schädlich ist. Um sicher zu sein, das aetherfreie Original-Präparat zu erhalten, verlange man stets ausdrücklich Dr. Hommels Haematogen und achte auf die Schutzmarke „Säugende Löwin.- 92
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