der Beleidiger den Beleidigten als dieser jenen deA Ledens berauben. Ist dieses eine Gerechtigkeit? Ist dieses eine Ehrenrettung? Fürwahr, unvernünftiger kann man nicht denken! Haftet die Ehre nicht auf unseren Taten? Kann man uns diese nehmen, wenn wir unschuldig und tugendhaft sind? Ist es nicht ein närrischer Hochmut, daß man nicht leiden wrll, daß andere Uebles von uns denken oder reden? Müssen nicht die größten Könige und Helden sowohl, als die weisesten und tugendhaftesten Leute sich lästern und verspotten lassen? Der Zweikampf läuft wider die Gesetze. Bei allen gesitteten Völkern ist derselbe als eine ungerechte Handlung verboten. Me bürgerlichen Gesetze betrachten den, der einen anderen im Zweikampf erlegt, als einen Mörder oder Totschläger, und gewiß, die Wahrheit wird weder mit dem Degen noch Pistolen entschieden. Gesetzt, ich schlage mich mit Zehn herum, werden deswegen dre Leute nicht von mir glauben was sie wollen? Ja, sagt man, wenn man einen Schimpf auf sich sitzen läßt, so wird man für einen Feigling gehalten, und andere Oftiziere dienen nicht mehr mit einem! Dieses ist allerdings ein empfindlicher Umstand. Soll man sich durch den Schein einer vereinten Zaghaftigkeit, um seinen Dienst und um sein zeitliches Glück gebracht sehen? Allein, ist es denn erlaubt, deswegen ein Verbrechen zu begehen, um seinen Dienst zu erhalten und sein Glück in der Welt zu machen? Ist dieses, so würden die Verbrechen in gewissen Fällen notwendig. Diese Sittenlehre würde auf einmal alle Gerechtigkeit und alle Tugend aus der menschlichen Gesellschaft vertilgen. Was würden die Menschen unter diesem Deckmantel sich nicht erlauben! Ich halte den für einen zaghaften und unwürdigen Edelmann,'der nicht das Herz hat, der wahren Ehre zu folgen. Es ist unstreitig der nur ein ehrliebender Mann, der die Pflichten der Ehre beobachtet; diese Pflichten bestehen in der Beobachtung solcher Gesetze, die uns die Religion, die Vernunft und die Gerechtigkeit: vorschreibt; wer also dawiderhandelt, ist kein ehrliebender Mann, folglich verliert ein Edelmann, der sich wider die Gesetze in einen'Kampf einläßt, die Ehre, die er zu verteidigen sucht."
Aas Knde des Kommernvankprozesses.
(Ausführt. Bericht.)
Berlin, 21. Juli.
Nach Eröffnung der Sitzung (vgl. „Gerichtssaal" in unserem heutigen 1. Blatt) erteilt der Vorsitzende sofort dem Staatsanwalt Beeck das Wort zur Entgegnung auf die Ausführungen der Verteidiger. Er erklärt, er halte auch nach den Reden der Verteidiger die Anklage durchaus aufrecht und gebe auch nicht einen Fußbreit von dem Boden der Anklage auf! Der Vor sitzen d e knüpft an die Ausführungen des Staatsanwalts folgende Bemerllrng: Ter Staatsanwalt habe bezüglich der im dritten Abschnitte der Anklage behandelten Fälle eine kleine Schwenkung gemacht. Er habe anfangs eine Untreue darin erblickt, daß die Angeklagten die Gelder der Pommernbank überhaupt in Terrainspekulationen angelegt haben. Jetzt vertrete der Staatsanwalt auch die Auffassung, daß die Untreue darin liege, daß sie Grundstücke überbeliehen haben. Von den in der Anklage behandelten 31 Grundstücken können natürlich nur die steben Grundstücke in dieser Beziehung ch Frage kommen. Es frage sich aber, ob in dieser Form die Anllage nicht eine andere Tat behandelt. Nach längeren Ausführungen der Verteidiger usw. zieht sich der Gerichtshof zu einer etwa halbstündigen Beratung zurück.
Landgerrchtsdirektor Heidrrch verkündet hierauf: Der Gerichtshof ist zu einem unerwarteten und für ihn selbst unangenehmen Beschluß gekommen. Wir lehnen es weit ab, eine Verlegenheitsentscheidung zu fällen, die vielleicht darin gipfeln könnte, eine' Strafe zu verhängen, die durch die Untersuchungshaft aufzurechnen wäre. Das Gericht sieht sich nicht in der Lage, auf Grund des vorhandenen Beweismaterials zu verurteilen, aber auch nicht, darauf hin fteizusprechen. Und so kommen wir denn zu dem unerwünschten Beschluß der Vertagung. Bei diesem Beschluß tritt von selbst wieder die Frage hervor: Muß der Haftbefehl gegen Schultz und Romeick bestehen bleiben, oder muß eraufgehoben werden? Auch bei dieser Frage leitet uns weder Gutmütigkeit, noch eine irgendwie leichtere Auffassung der Sache. Hätten wir auch Talent dazu, — wir wären ja durch den Fall Narden- kötter gerade ausreichend belehrt.
Das Gericht ist der Auffassung, daß die Beleihung des Terrains nicht ohne weiteres als Spekulation, geschweige- denn als eine Untreue aufgefaßt werden kann. Eine solche würde erst vorliegen, wenn die Angeklagten diese Hypo- theken wissentlich über den Wert des Terrains hinaus gegeben hätten. Die Entscheidung dieser Frage hängt davon ab, welche der verschiedenen, in der Verhandlung vorge- führten Taxen die richtigen sind. Eine den Angeklagten ungünstige Entscheidung kann sich nur auf die Taxen der Revisionskommission stützen. Die Vernehmung der Mitglieder dieser Kommission hat aber noch nicht genügendes Beweismaterial erbracht, um ein abschließendes Urteil über ähre Schätzungen zu erlangen. Insbesondere fehlen dazu die Listen der Objekte, die von den Kommissionen geschätzt sind, deren Nachprüfung dem Gericht und den Angeklagten füglich nicht vorenthalten werden kann. Aus den Vernehmungen der Kommissionsmitglieder hat sich ferner noch nicht mit Sicherheit feststellen lassen, welchen Wert die Kommissionen geschätzt haben, ob den Ausvertäufswert oder welchen anderen. Schließlich kam auch der Umstand, daß die bisherigen Erfolge dier Banken^ den Schätzungen der Vankenkommission Recht gegeben haben, nicht für die Be- urtellung allzuschwer ins Gewicht, fallen, weil gerade nach den Beweiserhebungen der letzten Tage die Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen ist, daß die Taxatoren sich mehrfach geirrt haben. Die Taxen der Bankenkommission bilden 'aber den Schlüssel zu fast allen Fragen, die in der Anklage enthalten sind ; von ihnen hängt es ab, ob die Pommernbank und die Strelitzbank Schaden erlitten haben; mit ihrer Richtigkeit oder Unrichtigkeit stehen oder fallen die meisten Anklagepunkte. Bei dieser Sachlage hat das Gericht beschlossen und verkündet, indem ich noch zugleich bemerke, daß der Verdacht, nachdem die An klage behaupt- ungeu diese Erschütterung erlitten haben, zwar noch als hinreichend begründet erscheint, nicht mehr ober als dringend, folgenden Beschluß:
1. Die Verhandlung wird vertagt.
2. Die Akten gehen der königlichen Staatsanwaltschaft zu, mit dem Ersuche,:, die Listen der von den beiden Kom- missionen, besonders der Banlenkommisiion geschätzten Objekte und die sonstigen hierauf bezüglichen, etwa auffindbaren Materialien herbeizuschaffen.
3. Nach Erledigung des Beschlusses oder nachdem sich die Unmöglichkeit oer Erledigung ergeben hat, wird das Gericht Sachverständige ernennen, welche nach Instruktion durch das Gericht die Abschätzung der beanstandeten Pfand
grundstücke vornehmen Men. Demnächst soll neuer Hauptverhandlungsterinin anbtzraumt werden.
Der gegen Schultz und Romeick erlassene Haftbefehl wird aufgehoben.
Universitäts-Nachrichten.
Marburg, 21. Juli. Der außerordentlich<Professor in der hiesigen juristischen Fakultät, Tr. Walther Schücking, erhielt einen Ruf als ordentlicher Professor an die Universität Gießen, hat ihn aber nicht angenommen. Er wurde zum Ordinarius in der hiesigen juristischen Fakultät ernannt.(H. Ldztg.)
Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Berliner Börse vom 21» Juli 1903.
(Mitbeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.)
Dre Festigkeit, welche unsere Börse während der letzten Tage zeigte, Konnte sich auch heute anfangs behaupten. Im weiteren Verlaufe jedoch trat aus den meisten Märkten ein unwesentlicher Rückgang ein, welcher wohl nur auf Gewinnrealisationen der kleinen Tagesspekulation zurückzuführen sein dürfte, da irgend welche ungünstigen Nachrichten nicht Vorlagen. Auf dem Rentenmarkt setzten Spanier ihre steigende Bewegung fort, da Paris andauernd als Käufer auftrat. Unsere Reichsunleihen blieben auf dem gestrigen Niveau stehen. Det Kassamarkt zeigte ebenfalls um Kleinigkeiten niedere Kurse, doch ist die Grundtendenz immerhin als fest zu bezeichnen.
Privat-Diskont 3% Prozent.
Anfangs- u. Schlußkurse.
Oest. Kredit.... 209.20 209.00
Deutsche Bank . . . 210.70 210.75
Darmstädter Bank . . 136.80 136.62
Bochumer Guß . . . 178.00. 178.00
Harpener Bergbau . . 182.00 181.70
Schluß-Tendenz: abgeschwächt.
R. B. Darmstadt, 21. Juli. Die hiesige Handelskammer hat soeben ihren Jahresbericht für 1902 herausgegeben. Er konstatiert im aügemciuen, daß das verflossene Jahr aus dem Gebiete von Handel und Industrie gegen die beiden vorhergegangenen Krisenjahre eine weitere kleine Besserung verzeichnen könne und die Anzeichen einer allmählichen völligen Wiedergesundung des deutschen Wirtschaftskörpers sich vermehrten. Bor allem begann das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage sich augenscheinlich mehr und mehr auszugleichen. Der inländische Handel war zwar vielfach noch wenig belebt, aber der Ausfuhrhandel erfuhr eine sehr erfreuliche Aufbesserung. Während er sich 1809 auf 30,403 tausend Tonnen im Werte von 4368 Millionen belief, stieg er 1902 auf 35,029 tausend Ts. im Werte von 5,006 Millionen Alk., wobei allerdiiigs zu bemerken ist, daß die gesteigerte Ausfuhr durch das energische Bestreberi der syndizierten Betriebe vielfach ohne Ge- roinne erfolgte. Unsere außerordentlich leistungsfähige Industrie hat sich durch den gesteigerten Export eine äußerst willkommene Entschädigung für den schleppenden inländischen Absatz zu verschaffen gewußt. Der Bericht spricht dann die Befürchtung aus, daß durch die im autonomen Zolltarif angenommenen Mindestzölle für Getreide und „sonstige drohende hohe Lebensmittelzölle" künftighin eine merkbare Verteuerung des Lebensunterhalts für die ganze deutsche Bevölkerung eintreten wird. (Näher begründet wird diese Behauptung in dem Bericht nicht. D. Ref.) Hinsichtlich der Ge- schästßlage im Darmstädter Handelskammerbezirk wird bemerkt, daß in der Eisen- und Mafchinenindustrie eine starke Depression herrschte, dagegen eine entschiedene Besserung in anderen Zweigen des Erwerbslebens hervortrat. Nur gering war dieselbe in der Papierindustrie, stärker im Eisenhandel und sehr bemerkbar im Fellhandel. Der größte Teil der chemischen Industrie und der Möbelfabrikation befand sich m durchaus günstiger Lage, und auch bei einigen anderen Industrien lag kein Grund zum klagen vor, ebenso war die Bautätigkeit eine rege. (Anm. des Ref.: Dieser Satz steht im Widerspruch mit dem jüngst erwähnten Jahresbericht der Vereinigten Ortskrankenkasse, nach welchem infolge der verminderten Bautätigkeit 2000 Anmeldungen im Jähre 1902 weniger erfolgten 1) Die Einlegung von Feierschichten für die Arbeiter ist überhaupt nicht, Kürzungen der täglichen Arbeitszeit sind nur m der Eisenindustrie bekannt geworden. — Die allgemeine Sage des Arbeitsmarktes ist gegen das Vorjahr etwas günstiger und wieder fester geroorben. In der Landwirtschaft sind die Verhältnisse gegen das Vorjahr im wesentlichen unverändert geblieben. Die Ernte war durchschnittlich gut bis mittelgut, die Viehpreise waren befriedigend und gegen das Vorjahr steigend. Die Klagen über die Abwanderung der ländlichen Arbeiterbevölkerung in die Städte haben nachgelassen. In ver- schiedeneii Gemeinden wurden die vo»i der Industrie entlassenen Arbeiter in die Landwirtschaft aufgenommen. Neu erstanden ist in Darmstadt eine Schokolade- und Zuckerwarenfabrik, eine Glasmalerei und eine Großhandlung in Friseurartikeln; eingegangen ist eine Tapetenfabrik. Im Kreise Dieburg war der wirtschaftliche Gesamtzustand gut, während sich nach den Berichten aus den Kreisen Groß-Gerau, Heppenheim und Erbach der volkswirtschastliche Gesamtzustand nicht geändert hat.
Chemische Fabriken und Asphaltwerke, Aktien-Ges. tu Worms a. Rh. Durch Beschluß der ordentlichen Generalversammlung der Aktionäre vom 25. April 1903 ist d i e Herabsetzung des Grundkapitals beschlossen worden. Darnach wird das Grundkapital von 300 000 Mk. auf 100 000 Mk. reduziert und zwar durch Zusammenlegung von je drei Aktien zu einer Aktie von je 100 Mk. Der Beschluß ist am 15. Mai 1903 in das Handelsregister eingetragen worden.
Italienisches Tabakmonopol in Montenegro. Unter dem Titel: „Regia Eointeressata dei Tabaechi bei Montenegro" hat sich in Venedig eine Aktiengesellschaft gebildet, welche die Ausbeutung des Tabakmonopols in Montenegro, die Kultivierung des Tabaks int Großbetriebe daselbst und die ausschließlich privilegierte Ausuhr von Tabak aus Montenegro betreiben wird. Der Anbau von Tabak ist in Montenegro sehr bedeutend, und seine Qualität ist derjenigen des türkisch-mazedonischen Tabaks gleich. Die österreichische und die italienische Regierung beziehen regelmäßig große Quantitäten montenegrinischen Tabaks. Die neue Gesellschaft steht unter der besonderen Protektion der italienischen Regierung, die der Gesellschaft auch mehrere ihrer besten technischen Kräste zur Einrichtung der inPodgoritza zu errichtenden großen Tabakmanufaktur zur Verfügung stellt. Das Aktienkapital von 1500 000 Lire ist bereits vollständig unterzeichnet worden. Der Sitz Der Gesellschaft ist Venedig.
Landwirtschaft.
Paris, 21. Juli. Nach der im Ackerbamninisterium auf- gestellten Schätzung am 1. Juli ist der Durchschnittsstand des Winterweizens 73 gegen 71,3 am 1. Juni 1903 und 72,81 am 1. Juli 1902, der des Sommerweizens 75,9 gegen 74,4 am 1. Juni 1903 und 73,6 am 1. Juli 1902, der des Roggens 73,4 gegen 71,2 resp. 80,12, des Winterhafers 71,9 gegen 69,2 resp. 76,23, des Sommerhafers 74,7 gegen 73,7 resp. 76,38.
Arbeiterbewegung.
Budapest, 21. Juli. 2000 Arbeiter aus den Eisenwerkstätten der österreichisch-ungarischen Staatsbahn-Gesett- schaft in Anina sind m den Streik eingetreten. Die übrigen 3000 Arbeiter dürften ihren Kameraden in Den Ausstand folgen. Die Streikenden fordern eine Erhöhung des Grundlohnes. Bisher wurde die Ruhe nicht gestört.
Briefkasten der Redaktion.
(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)
H. Durch die an die Stelle des früheren § 234 der Zivilprozeßordnung getretenen § 262 in Verbindung mit § 520 ist bestimmt, daß zwischen der Zustellung der ersten einen Rechtsstreit ui der Instanz bei dem Landgericht, bezw. dem höheren Gericht einleitenden Schrift ein Zeitraum von mindestens 2 Wochen liegen iuuß. Ta es sich nicht um eine Feriensache handelt, hätte Der Termin nicht früher als reichlich zwei Wochen vom EnDe Der Ge
richtsferien (15. September) ab gerechnet, an gesetzt werden können. Beschwerde steht nach § 567 der Zivilprozeßordnung nur gegen Entscheidungen zu, durch welche em das Verfahren betreffendes Gesuch z u r ü ck g e w i e s e n ist, also gegen die Verweigerung der Terminsbestimmung, nicht aber gegen die Anberaumung eines zu entfernten Termins. Bei großen Gerichten sind die Termms- f al en Der oft auf Monate hinaus überfüllt. Um die Sache vor den Feriensenat zu bringen, können Sie durch Ihren Rechtsanwalt jederzeit einen mit Terminsverlegungsgesuch verbundenen Antrag auf Erklärung als Feriensache einreid)en lassen, Denn nach § 202 des Gerichtsverfassungsgesetzes kann Das Gericht auch Sachen, die an sich nicht Feriensachen find, auf Antrag als Feriensache bezeichnen, so weit sie besonderer Beschleunigung bedürfen. Hierzu muß mindestens glaubhaft gemacht werden, Daß Die Verzögerung Ihre Rechtslage beeinträchtigt, etwa durch bedrohlichen Vermögens- rückgang des Schuldners oder sonst wie.
Spor!.
G i e ß e n, 21. Juli. Wie wir bereits mitgeteilt haben, wird am 26. Juli auf der Radrennbahn an der Hardt der große Preis von Gießen zum Austrag kommen, und zwar in einer Höhe von 500 Mk., 250 Alk. und 125 Mk., Summen, die für eine Bahn wie die hiesige sehr hoch gegriffen sind, und die erwarten lassen, daß auch bedeutende Berufsfahrer sich anmelden werden._________
Meteorologische Beobachtungen
_____________der' Station Gießen.
Juli 1903.
Barometer auf 0° reduziert
Temperatur der Luft
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
apDjJqitigs _____________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________i
Wetter
21.
226
749,2
20,6
10,9
60
WNW.
4
Sonnenschein
22.
925
750,9
15,1
11,4
89
NW.
1
bei). Himmel
22.
7’25
751,0
12,4
10,0
94
w.
1
II H
Höchste Temperatur am 20.-21. Juli 20,6° C. Niedrigste , „ 20.-21. „ 11,9° 6.
Neueste Meldungen.
Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.
Berlin, 22. Juli. -Dlit Rücksicht auf die zu erwartende Beteiligung der Sozialdemokraten an den bevorstehenden Landtagswahlen wird die Berliner Stadtbehörde größere städtische Räumlichkeiten als bisher für den Wahlakt zur Verfügung stellen. Auch soll im Interesse der Arbeiter Die Wahl statt, wie bisher, um 9 Uhr vormittags um 5 Uhr nachmittags stattfinden.
Berlin, 22. Juli. Die „Germania" berichtet aus Rom, daß der Fischerring des Papstes nicht auf- zufinden war und deshalb nicht zerbrochen werden konnte.
Berlin, 22. Juli. Den Morgenblättern zufolge ist der fteis. Reichstagsabgeordnete Rösike- Dessau gestern abend gestorben.
Hamburg, 22. Juli. Zu dem Zusammenbruch des Bankhauses Gebrüder Schindler wird gemeldet, daß nach dem ärztlichen Befund der Leiche sowie nach der Lage der Schußwunde und der sonstigen Tatbestände eventuell angenommen wird, daß Schindler sich nicht selbst erschossen, sondern eine zweite Person die tätliche Kugel auf ihn abgefeuert hat. Der Verdacht ruht aus der Ehefrau, die noch nicht wieder in das Hotel zurückgekehrt ist und vergeblich von der Polizei gesucht wird. Schindler wurde mit über der Brust gefalteten Händen und bis zum Kopfe zugedeckt gefunden.
London, 22. Juli. Morning Leader meldet aus New-Pork die Verhaftung Dressers, des Organisators des Schiffstrusts. Dresser, ein Schwiegersohn Vanderbilts, ist der Unterschlagung und des betrügerischen Bankerotts beschuldigt.
Belgrad, 22. Juli. Am Grabe des Königs Alexander fand ein Requiem statt.________________
Sch iffsiiach richten.
Red Star Linie.
Der Postdampfer „Vaderland" der Red Star Linie in Antwerpen ist laut Telegramm am 20. Juli wohlbehalten in New- Port angekommen.
Telephonischer Kursbericht*
Fran klart «. 53., 22. Juli 1903.
37a°/o Reichsanleihe . . 102.40 30/o do. -... 90.95 3l/,% Konsols .... 102.00 3% do......91.05
3:/2% Hessen .... 101.30 372% Oderhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrenfe . . 103.00 476% Oesterr. äilberrente 101.10 4% Ungar. Goldrente . . 101.80 4% Italien. Rente . . . 103.30 4V2% Portugiesen . . . 99.40 30/, Portugiesen.....30.70
1 % C. Türken . ... 3410 Türkenlose......130.40
4% Griech. Monopol.-Anl. 44.50 41/, % äussere Argenriner 40.90
3% Mexikaner .... 27.10 47r% Chinesen .. .. 92.40 Electric. Schuckert ... 91.50 Nordd. Lloyd . . . . —.—
Kreditaktien..... 209.10
Diskonto-Kommandit. . . 187.60 Darmstädter Bank . . . 136.90 Dresdener Bank .... 147.30 Berliner Handelsges. . . 154.70 Oesterr. Staatsbahn , . . 143.70 Lombarden ..... 18.00 Gottbardbahn.....192.00
Laurahütte......218.50
Bochum . ...... 177.00 Harpener......181.30
Tendenz: ungleichmässig.
Wenn Sie heute waschen, o nehmen Sie zum Kochen der schmutzigen Leibwäsche, Der Küchen- achen, der in Dem täglichen Berus verunreinigten Schürzen Gioth's Teigseife und Sie werden über die große Bleich- und Reinigungskraft derselben erstaunt sein. Reiben der Wäsche am anderen Morgen fast unnötig. Rasche und bequeme Arbeit. Preis per Packet 20 Psg. Fabrikant: I. Gioth, Hanau a. M.3735
Iergeöung von Aauarbeilen.
Die für den Neubau der Central-Waschanstalt bet den neuen Kliniken erforderlichen Putzarbeiten werden hiermit auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Ium 1893 öffentlich ausgeschrieben. Es sind vorgesehen:
480 qm Putz auf Massiv- und Balkendecken,
1600 qm Wandputz,
161 qm äußerer Fachwerksputz 2C.
Angebotsunterlagen können auf unserem Zwcigbüreau, Frankfurterstraße 83, eingesehen, Angebotsformulare gegen Selbstkostenpreis dorther bezogen werden. Offerten, mit entsprechender Aufschrift versehen, sind auf genanntem Zweigbüreau bis Freitag den 31. D. Mts., vormittags 11 Uhr, dem Eröffnungstermine, einzureichen.
Zuschlagsfrist 4 Wochen.
Gießen, den 21. Juli 1903. 5707
Großh. Baubehörde für die Universitäts-Neubauten.
Becke r.


