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22.6.1903 Erstes Blatt
 
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Nr. 143

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Erstes Blatt. ISA. Jahrgang Montag SS. Juni 1803

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** General-Anzeiger "

w den poltL und au gern.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW

U zeigenteil: panS Beck.

Kaiser Wilhelms deutscher Glaube.

-o. Gießen, 22. Juni.

Die Rede, die Kaiser Wilhelm II. in Hamburg gehalten hat, ist eine seiner eindrucksvollsten. Sie hat uns einen Blick tun lassen von der heutigen Höhe unseres Volkes auf poli­tischem und geistigem Gebiete in den Spiegel der deutschen Zukunft nach seinem Glauben. Seit drei Jahrzehnten ist das deutsche Volk heimgekehrt zu feiner alten Herrlichkeit unter den Völkern Europas und sein Kaiser ist überzeugt da­von, daß es prädestiniert und präformiert ist zu einer noch glänzenderen Zukunft. Wir Deutsche haben uns erwehrt der von Westen her lange drohenden Raubgier und der von Süden her andringenden Geistesknechtschaft. Wir Deutsche haben die Gesundheit und Kraft be| Leibes und der Seele, durch Geistesbildung und sittliches Leben, durch Waffentüch­tigkeit und ethische Energie, daß wir mit Stolz den deut­schen Glauben unseres Kaisers hochhalten können. Unendlich groß ist die Siegerkraft des deutschen Glaubens. Romanischer Glaube ist gehorsame Unterwerfung mit Daran­gabe der eigenen Vernunft, des eigenen Gewissens, des eige­nen Intellekts, ist Kadavergehorsam. Der deutsche Glaube, den unser Kaiser verkündet, ist freie Ueberzeugungstreue und Herzenshingabe an die große welthistorische Mission des Deutschtums.

Einer unserer besten und deutschesten Poeten, Wilhelm Jordan, hat als neue religiöse Weltanschauung schon vor vier Jahrzehnten dendeutschen Glauben" verkündet. Die neuen Erkenntnisse des durch seine Erfindungen und Ent­deckungen wundertätigen 19. Jahrhunderts mit deutschem Ge­müt und Phantasie zu vermitteln, das Beste in unserer heu­tigen Weltauffassung mit dem Echten am Germanentum und dem Unsterblichen und Ewigen am Christentum in Eins zu schauen und zu fühlen, durchaus in der Weise, wie es dem deutschen Geiste entspricht, durchaus auf der Grund­lage des angeborenen nationalen Naturells und mit energischer Abstoßung alles dessen, was dem deutschen Geiste nicht gemäß ist, damit aber die Welt zu erobern nicht in plump chauvinistischem Sinne, sondern im Geiste und in der Kraft, in der Kraft des deutschen Gewissens, der deutschen Zucht und Herr en art: dieses Ringen ist es nach Jordans machtvollem nationalen Epos, von dem nicht allein unsere nationale Zu­kunft, sondern die Zukunft der Menschheit abhängt.

Höher und höher wächst das deutsche Volk geistig und ethisch auf der Grundlage gesunder physischer Entwickelung. Dieser Gedanke findet sich bei Jordan schon imDemiurgos", der ein halbes Jahrzehnt vor DarwinsEntstehung der Art" gedruckt vorlag. Schon dort, vor einem halben Jahrhundert, sprach Jordan von derZüchtung einer neuen Herrschergattung für den Erdkreis", sprach er also das Wort, das für breite Strecken der Philosophie Nietzsches zur alles beherrschenden Idee geworden ist, und das andere ebenso bedeutsame Wort, daß alle Völker,die erfolglos um den Wuchs der neuen Herrschergattung werben", dem Unter­gänge geweiht sind. ,

Bei jedem Geschlecht kommen nicht allein die Sunden per Väter zur Wirkung, sondern auch das und mehr das kommt heraus, was an den Vorfahren tüchtig, kraftvoll und verheißungsvoll war. Wilhelm II. sprach von dem großen Kaiser und seinen gewaltigen Paladinen. Sie vereinten in sick die ganze Summe der Tüchtigkeit, der Kalokagathie ihrer Väter Sie entwickelten weiter den Keim zur Führerschaft der geeinten germanischen Welt, von der auch einer der besten Nordlandssöhne, Björnstjerne Björnson, fingt und sagt, und in der das Zeug zu jenerneuen Herrscher- gattung" liegt. Wilhelm Jordan schließt sein Nibelungen- evos mit den schönen Versen:

Wenn die Erde dann endlich, als echtes Eden, Durch die göttliche Macht im Geilte des Menschen N = n si° bies «UI

Diesem deutschen Glauben nach Kräften zum Siege zu helfen unter der Führung unseres Kaisers, ist des deutschen Volkes große Aufgabe. Möge der deutsche Glaube den glänzendsten Sieg erringen in allen kommenden schweren ©eifSnpfen Das wär- das Heil Deutschlands, das H-.l der Menschheit!

Ale tzntftüüuiig des Denkmals Kaiser Wilhelms!, in Kamburg.

Hamburg, 20. Juni.

Um 11 Uhr 19 Minuten traf, von Hannover kommcmd, der Kaiser hier ein. Er wurde vom ersten Bürgermeister Dr. Bmrckard begrüßt. Es erfolgte alsbald die Abfahrt nach dem Festplatte am Rathausmarkt. Um l U/r llhr traf der Ner auf dem Denkmalsplatze ein. Unter dem Kayerzelt waren versammelt: Der Senat, die Vertreter der Burger- Saft die Staatssekretäre 3* u. Wchthosen, v. Tirmtz und Kräfte Minister Möller 2c. Der Schöpfer des Denk- m/beiincr Rat Professor Schilling, war anwesend. Rach eignem Ä-sangs»o?tr-ge von 700 Sängern hielt Bürger- Ä ®r. Burchard eine Ansprache, in welcher er dem Efe für sein Erscheinen dankte, aus den Beginn der neuen arÄmi 3eit vor drei Jahrzehnten Hammes, ebenso auf die Ausacstal'ung der Rechtseinhcit, des tpeltvcrkehrs und des praUischen Christentums unter der Zelt Kaiser Wilhelms I.

Während der Rede siet die Hülle des Denkmals. Die Ehren­kompagnie präsentierte. Der Kaiser besichtigte darauf ein­gehend das Denkmal. Bürgermeister Dr. Burchard legte einen Kranz in den Farben Hamburgs nieder. Ein Vorbei­marsch der Ehrenkompagnie schloß die Feier. Der Kaiser begab ficf). nach der Feier zum Hafen, wo auf derHohen- zollern" Frühstückstafel stattfand.

Der neue Kaiser Wilhelms-Hafen, der an die Hamburg-Amerika-Linie verpachtet ist, wurde heute nach­mittag durch den Kaiser eröffnet. Der mächtige Hafen war prächtig geschmückt. Die Inbetriebnahme erfolgt erst im Herbst.

Kurz Vvr ?i/2 Uhr traf der Kaiser im Rathause ein. Beim Diner hielt nach dem ersten Gang Bürgermeister Burchard eine längere Ansprache, in der er u. a. folgendes sagte:

Es ist jedesmal ein Festtag, wenn Eure Majestät unsere Stadt besuchen. In allen Schichten Hamburgs geben patrio­tische Bürger ihrer Verehrung Ausdruck, denn eins ist chnen allen gemeinsam: sie sind gute Deutsche und dem Kaiser und dem Reichsgedanken für immer gewogen. Gute Deutsche nicht nur mit dem Gemüte, sondern auch mit dem Ver­stände, und wo Gemüt und Verstand ^ufammenwirfen, wo sich zum politischen Glaubensbekenntnis die Begeisterung gesellt, da ist die Vaterlandsliebe zum mächtigen Faktor, zur gewaltigen, verläßlichen Kraft geworden. Dankbar ge­denken wir der Junitage von 1895, als Ew. Majestät die deutschen Fürsten und die Vertreter der seefahrenden Na­tionen hiersetbst versammelten, um das große Werk der Vereinigung der Leiden deutschen Meere festlich zu begehen. Dank erfüllt unsere Herzen in Erinnerung an den 15. Dezember 1897, an welchem Tage Ew. Majestät das voll­endete Haus besuchten und Hamburgs Kaufmannschaft Ew. Majestät begeistert zujubelte als weitschauenden verständ­nisvollen Förderer hanseatischer Arbeit. Tankbar endlich gedenken wir des 18. Oktober 1899, als Ew. Majestät im Saale, den wir Kaisersaal nennen, bedeutsame Worte sprachen, durch welche der deutschen Entwicklung auf lange Jahre hinaus ihre Richftmg gewiesen wurde. Das National­gefühl, das unter dem überwältigenden Eindruck der welt­historischen Taten des ersten deutschen Kaisers und seiner Paladine in den deutschen Herzen neugeboren ward, hat sich ,in den fünfzehn Jahren der Regierung Eurer Majestät wesentlich vertieft. Die Zeit, in welcher es ein Reich nicht gab, möchte kein Deutscher, der politisch ernst genommen fein will, zurückwünsch,en. Zwar die Generation, die ver­ständnisvoll miterlebt hat, was in der Zeit von 1864 bis 1871 von unserem Volke errungen worden ist, hat die Jahre der Jugend hinter sich. Für den deutschen Mann, der heute frisch und jung in das Leben hinaustritt, gehört jene Zeit schöü der Geschichte an. Dafür aber erlebt der jugend­liche Deutsche mit, was heute die Welt erfüllt. Er, empfindet, daß er der Zeitgenosse der gewal­tigen nationalen Entwickelung ist, daß neue große Gedanken an der Tagesordnung sind und ist stolz in dem Bewußtsein zu dem Wirken, Schaffen und Kämpfen in dem Zeitalter Kaiser Wilhelms II., und die ältere Generation weiß, daß Deutschlands große Zeit nicht zu Ende ging mit dem Hinscheiden des ersten deutschen Kaisers, und sieht mit der Jugend getrost und zuversichtlich in die Zukunft, denn jung und alt, mir alle wissen, was wir an unserem Kaiser haben und was unser Kaiser uns im ganzen Vaterlande bedeutet, und sind glücklich- Ew. Majestät wie vorher im Angesicht des gewaltigen Denkmals, so jetzt im festlichen Saale unsere begeisterte Huldigung darbringen zu dürfen.

Die Kaiserrede.

Auf die Ansprache erwiderte der Kaiser mit fol­gendem Trinkspruch:

Es ist mir schon oft die Aufgabe geworden, großen Städten und ihren begeisterten Bürgern meinen Dank zu sagen. Nie fani^ ich die Aufgabe so schwer, für das, was ich fühle, was ich'gesehen, erlebt habe, einen richtigen und passenden erschöpfenden Ausdruck zu finden. Wenn ich zunächst als Enkel des großen Kaisers, dessen ehernes Bildnis soeben die Stadt Hamburg enthüllt hat, sprechen darf, so möchte ich mit tiefbewegtem Herzen meinen Dank dafür ab statten, daß .Hamburgs Bürgerschaft in so glänzender, großartiger, erhebender Weise den Aus­druck gefunden hat, um ihr Deutschtum und ihre Dankbarkeit den alten Helden zu bezeugen. Das hat meinem Herzen als seinem Enkel wohlgetan und mich, tief berührt. Zum andern aber kann ich nicht unterlassen, den wahrhaft über­wältigenden Empfang, den mir Groß und Klein, Jung und Alt, Hoch und Meding hier hat zuteil werden lassen, hervor- zuheben.' Die vielen Tausende von Gesichtern, die mir heute entgegengeleuchtet haben, sind Bürge dafür, daß der Gruß mir aus tiefstem Herzen und bewegtem Gefühl entgegen- challte. Ich bitte den Senat und die Bürgerschaft, meinen* herzlichsten^ tiefst gefühlten und heißesten Tank entgegen- zunehmen und der Stadt mitteilen zu wollen.

Gewiß, die junge Generation, die heute mit uns das erzene Bild umstanden hat, für sie ist der große Kaiser schon eine geschichtliche Person und die Ereignisse, die um feine Persönlichkeit weben, und die Zeit, in der er gewirkt hat, werden schon in Büchern beschrieben. Ich glaube, daß ich wohl nicht zu viel sage, wenn ich der Vermutung Raum qebe, daß dereinst in künftigen Jahrhunderten die ehrfurcht­gebietende Gestalt meines Großvaters min bestens eben­so v o n S a g c u u m woben, so gewaltig hochragend über alle Zeiten im deutschen Volke da st eh en wird, wie einstens die Gestalt des Kaisers Barbarossa. Freilich die jüngere Generation ist jetzt gewohnt, leichthin das, was mir Reich nennen, mit dem, was es uns gebracht hat, ale> etwas Selbstverständliche-' anzusehen, ohne zu bedenken, was es gekostet hat, bis es dazu gekommen ist, und ich glaube,

Wir erkennen auch hierin wieder den Finger der Vor­sehung, wenn Wir auf die ehrfurchtgebietende Gestalt Hinblicken, die dort in stiller Haltung vor dem Rathause steht in der ernst-stillen Abgeklärtheit des hohen Alters, daß gerade ihn die Vorsehung ausersehen hatte, dieses, eines der schwierigsten Werke auszuführen: die Einig­ung der Stämme der Deutschen; denn niemand konnte sich dem Zauber der Persönlichkeit, der einfachen Bescheidenheit und der das Herz gewinnenden Liebens­würdigkeit des hohen Herrn entziehen, und so war es ihm vergönnt, umgeben von gewaltigen Pa ladinen, die ihm ergeben, mit ihm arbeiteten, auszugleichen, zu ver­söhnen und in harten, scharfen Lagen immer das Ziel im Auge zu behalten: die Einigung des Vaterlandes. In langer Friedensarbeit, in stiller Werkstatt reiften die Ge­danken. Fertig waren die Pläne des schon zum Greis ge­wordenen Mannes, als die gewaltige Ausgabe an ihn heran­trat, als er uns das Reich wieder erstehen ließ. Ich hoffe, daß die Hamburger Jugend, Wenn sie an dem Denkmal vorbeigeht, nie die Zeit der Vorbereitung vergessen werde, die der hohe Herr durchgemacht hat.

Mit Recht erwähnten Sie die Zeit Kaiser Wilhelms als einer großen, gewaltigen Zeit, gewaltig in den Impulsen, mächtig in der flammenden Begeisterung. Meine Herren, ich sollte denken, großistauchdieZeit,dieunsnoch Vorbehalten ist. Die Aufgaben, die dem großen Kaiser, gestellt gewesen, sind 'erfüllt, doch wollen Wir nicht ver­gessen, wenn es uns zuweilen dünkt, daß die Aufgaben, die uns gestellt, zu schwer seien, was der hohe Herr durchgemacht hat. Vergessen wir nicht, daß er schon nachdenkend und mitlebend Jena und Tilsit gesehen hat, und doch ist er an der Zukunft des Vaterlandes nicht verzweifelt. Von Tilsit ist es nachVersailles gegangen! Eben- s o wird es auch in Zukunft bestellt sein. Auchunserer Zeit harren Aufgaben. Der große Kaiser mit seinen großen Mithelfern hat die Basis gelegt, den Grundstein zum Gebäude. An uns ist der Ausbau!

Darum bin ich der Ansicht und der festen Ueberzeugung, daß auch uns eine große Zukunft bevorsteht, wenn wir nur fest dazu entschlossen sind, sie d a z u z u m a ch e n. Uns sind auch Aufgaben gestellt. Mögen sie nun schwer oder leicht sein, wir haben sie anzufassen, so gut wir eben können, mit Taraugabe unserer Kräfte. Dann werden wir sie lösen! Ich bin fest überzeugt, baff wie damals so auch heute dem Deutschen Reiche und dem deutschen Volke es nie an den richtigen Män­nern fehlen wird. Deswegen wende ich mich am heutigen Tage an d^r Stelle, wo ich mich damals aus tiefstem Herzen an das deutsche Volk'mit einem Notschrei wandte, auch heute wieder an dasselbe:Möge e ssein en Idealen und sich selber treu bleiben!'' Dann.' wirb es ein Granllblock werben, der, wie er draußen den großen Kaiser trägt, so getreu feinen Traditionen, seine Ausgaben und Schöpfungen, die an uns herantreten, auf seinem Herzen mit scstner Kraft tragen wird. Möge es mit Entschlossenheit an die Aufgaben herantreten, die ihm der Himmel stellt, ohne zu fragen, ob sie schwer ober leicht, ohne sich barum zu kümmern, wie es sie lösen soll. Wenn es nur erst herangeht! Die Augen auf! Kopfindie Höhe! Blicknachoben! Knie gebeugt vor bem g'r o ße n Alliierten, ber noch nie die Deutschen ver­lassen, unb wenn er sie noch so schwer geprüft unb ge- bemütigt hat, ber sie stets wieber aus bem Staub erhob, foanb aufs Herz unb ben.Blick in die Weite gerichtet, und von Zeit zu Zeit einen Black der Erinnerung zur Stärkung auf den alten Kaiser und seine Zeit, und ich bin fest über­zeugt, daß, wie Hamburg in ber .Welt vorneweg geht, so wird Unser Vaterland vorangehen auf ber Bahn ber Aufklärung, ber Bahn ber Er leuch tung, der Bahn praktischen Christentums, ein Segen für b i e M enschh ei t, ein Hort bes Fr lebens, eine Bewunderung für alle Länber! Das spreche ich als feste Hoffnung und Zuversicht aus, bar auf leere ich mein Glas! Es lebe bie Stabt Hamburg ! Hurra! Hurra! Hurra! »

Am Festmahl im Rathause nahmen außer bett Herren, welche ber Tenkmalsenthüllung beigelvohnt hatten, noch teil' Mitglieder des diplomatischen Korps, General- konsule, ber fommanbierenbe General v. MassoW, andere Offiziere, ber Bürgermeister von Altona, Vertreter ber Kandels- und Gewerbekammern, der Aerzte- und Anwalts- fammern, der Seeberufsgenossenschaft, der Hamburg-Ame- rika-Linie u. a. Ter Kaiser verweilte im Rathause bis nach 10 Uhr und hielt nach der Tafel Cercle. Nach dem Tiner begab sich der Kaiser wieder an Bord derHohen- zollern" zurück.

Bürgermeister Dr. Burchard erhielt folgendes Tele­gramm des Reichskanzlers: Zu meinem größten Bedauern muß ich k r a n k h ei t s h a l b e r bitten, mein Aus­bleiben bei ber Enthüllung des Kaiser Wilhelm-Denkmals zu entschuldigen. Möge das Denkmal für unb für Zeuge der wachsenden Blüte der alten Hansastadt fein.

Hamburg, 21. Juni. Ter Kaiser uitb Prinz Adalbert begaben sich heute nachmittag mit dem Bürgermeister Dr. Burchard unb den Herren des Gefolges zu bem Rennen des Hamb n r ge r R ennklubs, wo sie kurz vor 4 Uhr eintrafen und von den nach Tausenden zählenden Besuchern der Rennbahn subelnd begrüßt würben. Die Herrschaften würben vom Vorstände des Klubs empfangen und nach ber Loge begleitet, Wo sie etwa eine Stunde verweilten. Im deutschen Derby, welches in Gegenwart des Kaisers gelaufen wurde, siegte Baron SpringersBono modo" vor Hans Sachs" undSaurin".