Ausgabe 
22.5.1903 Erstes Blatt
 
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Nr. 118

Urschet«« «»Glich außer ©onntagl.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Ktsslschtn tanbrolrt die Gleßeaer Kamillen* Witter nermcU in der Woche beigelegt, Äoiahonöbrud tu Ver­lag bet V r ü h l'fchen Unwert.-Buch-it.Elein- btuderti (Pietsch Erbent Ubafnon. erpebtnon unb Drucke reu

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Erstes Blatt. 153. Jahrgang Freitag TA. Wim 1903

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*J' Eeneral-Anzeiger 87 iSrisSs

V -*7 den poltt und aUgem.

Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MGZ

tz Mr " " jetqcntetl: Hans Beck.

5>it Kriegsflagge im Ausland.

Man schreibt uns von geschälter Seite:

Tie letzte Neueinteilung der FlottenstationS- a e b i e t e t|t zwar noch jüngeren Datums, doch sie wird nach Annahme der Kreuzer Vorlage im Reichstag wohl abermals einer Revision unterzogen werden. Zunächst kann Deutschland wohl nicht umhin, die eine und andere Station stärker zu besetzen, wenn mehr Schisse für den Auslands- bienst verfügbar jein werden. Tas gilt besonders von der Allionssphäre an der ostafrikanischen und weslamerikanischen Küste. Sodann wird eine Vermehrung der Flottenslationen sich kaum umgehen lassen; die Verhältnisse drängen dazu. ES sei nur aus die Vereinigten Staaten verwiesen, die Präsides Roosevelt in eine höchst unternehmende Flottenpolitil hineinsührt. Es ist die Ansicht ernsthafter Politiker, daß zurzeit der Eröffnung des Panama-Kanals die Union im Besitz einer Reihe von Flottenstationen in den wichtigsten Meeren sein wird. Tenn die Union nimmt für sich eine Vormachtstellung auf dem Stillen Ozean in Anspruch, und das kann um so leichter zu Verwicllungen mit anderen Mächten führen, wenn der Weltverkehr durch daS Tor von Panama flutet, an dem Onkel Sam selbstver. stündlich die Wächterrolle fordert. Auf die Flotten-<Ver- teidigung würde sich die Union dann schwerlich beschranken; ihre Marine-Rüstungen dienen der Vorbereitung zum An­griff, und zu dessen erfolgversprechender Durchführung be­darf sie der FtoUenslativncn. 9tun soll natürlich nicht gesagt werden, daß Deutschland die erste Macht sein wird, die mit denSternen und Streifen" zusammengerät. Doch die 'Möglichkeit besteht immerhin. Um dagegen ge­rüstet zu sein, empfiehlt sich für Deutschland die Bildung einer Atlantischen Flotten st ation. Für diese kämen in Betracht die Azoren, Madeira oder die Kanarischen Inseln. Auf die zu Portugal gehörigen Azoren soll aller- dings England ein Vor-llrwerbsrecht angemeldet haben, das bei dem bekannten Abhangigkeitsverhäimis Portugals zu England bcrüclsichtigt werden dürfte. Za, es ist fraglich, ob Portugal die Anlage einer deutschen Flottenstation bei Madeira gestatten wurde, wenn Englano Einwendungen erhebt. Am aussichtsvollsten erscheinen darnach Verhand­lungen mit Spanien wegen der Kanarischen Inseln. Des Weiteren wird sich die deutsche Kriegsflagge späterhin dauernd zeigen müssen in den vorderindischen Gewässern, auf einer geringere Besetzung erheischenden West asiati­sch en Flottenstation. Teutjchlarid hat beträchtliche Handels-Interessen am Persischen Golf und in Mesopota­mien. Sie liegen sozusagen eingekeilt zwischen den aus das Arabische Hinterland sich stützenden englischen und den von der persischen Grenze her drängenden russischen. Die Auf­rollung der Koweitfrage durch England hat seinerzeit mit Deutlichkeit erkennen lassen, daß England feinen Anstand nehmen wird, zur Erreichung politischer Ziele über die wirtschaftlichen Interessen Teuljchlands hinwegzuschreiten. Turch die russisch-englische Politik wird ganz West-Asien in Mitleidenschaft gezogen, ohne Kriegsschifjsschutz kann also Deutschland seine dortigen Interessen auf die Dauer nicht lassen.

Wahl-Bewegung.

__AuS dem Wahlkreise Friedberg-Büdingen. Am letzten Sonntag eröffnete die Zentrumspartei die Wahlkampagne in Harheim und Obererlenbach, m welchen der Reichstagskandidat, Landiagsabg. M o l t h a n, den Wah-

lern sein Programm entwickelte. Schars ging der Redner gegen die hessische Regierung vor wegen ihres Votums gegen die Aufhebung des 8 2 des Jesuitengesetze«. ES sprachen noch alS Zentrumsredner Rechtsanwalt Schröder auS Fried­berg und Kaufmann Diehl-Kaslcl. Zu beiden Versammlungen waren auch sozialdemokratische Sendboten auS Frankfurt er­schienen. ES sind noch dreizehn weitere Versammlungen des Zentrums im Wahlkreise vorgesehen.

Lauterbach, 21. Mai. Am vergangenen Sonntag trat hier Kreisrat Dr. Wallau als Reichstagskandidal zum erstenmal öffentlich vor seine Wähler, um sein poli- tisches Glaubensbekenntnis abzulegen. Der große Saal war dicht gefüllt. Die Hauptpunkte seines Programms waren- Erhaltung aller durch die Verfassung gewährleisteten Vollsrechte, insbesondere des allgemeinen und geheimen Reichstagswahlrechts, der Freizügigkeit und Gewerbesreiheit, sowie des freien Versammlungs- und Koalitionsrechts der Arbeiter und der Arbeitgeber. Der Kandidat legt großes Gewicht auf langfristige Handelsverträge. Er will vor allem dem von Jnteressenpolitikern künstlich ge- schaffenen Gegensatz zwischen Landwirtschaft und Industrie, der in der Tat nicht vorhanden sei, entgegenwirken. Er weist an der Hand von Zahlen und Beispielen nach, daß der neue Zolltarif eine gute Grundlage zur Herbeiführung besserer Verhält­nisse zwischen Industrie und Landwirtschaft bilde. Er hält die strengsten Maßregeln gegen die Vieh- s e u ch e n g e f a h r für geboten, da infolge dieser Seuchen alljährlich Millionen an Kapitalwert auf den Wasenplätzen verscharrt würden. Der Kandidat will für Vervolltomm- nung der sozialen Gesetzgebung eintreten. Er verspricht dem kleinen Gewerbe Schutz gegen die drobende Aufsaugung durch Warenhäuser und Großbetriebe. Er will eintreten für Heer und Marine, soweit die Reichsreaierung über­zeugende Gründe für deren Förderung und Vermehrung vorzubringen wisse, halte aber im übrigen die größte Sparsamkeit für geboten. Er wiU dafür eintreten, daß bei etwaiger Bewilligung von Neusorniationen auch Garnisonen in die kleinen Landstädte verlegt werden und verspricht sich hiervon il a. eine größere Seßhaftigkeit der männlichen Landbevölkerung und somit eine Abhilfe gegen die Arbeiternot in den ländlichen Betrieben. Er hält eine Reichsweinsteuer für angebracht, ist aber gegen jede neue ©teuer, die geeignet ist, die ärme­ren Klassen weiter zu belasten. Er tritt endlich ein für die Erhaltung der Goldwährung uiid schließt seine Rede mit dem Hinweis auf die Schwierigkeit, die angeblich seiner Wahl hinderlich fei und darin bestehe, daß er Be­amter fei; er müsse es jedem Wähler überlassen, zu er­wägen, auf welcher Seite das größere Verantwortlich­keitsgefühl gegenüber den Reichstagswählern zu suchen sei: ob bei einem Abgeordneten, der als Beamter im Wahlkreise ansässig sei oder bei einem ferne wohnenden Abgeordneten, der nur von Zeit zu Zeit als Meteor im Wahlkreis erscheine. Reicher Beifall Der Versammlung folgte diesen Ausführungen. Bei der Diskussion gab Herr Licht von Schlitz seiner abweichenden Meinung in der Zollfrage Ausdruck und zwar will derselbe jeden landw. Schutz­zoll beseitigt wissen, glaubte aber, daß die Kandi­datur Wallau die dentbar beste für unfern Wahlkreis fei und empfahl dessen Wahl. In begeisterten Worten traten noch Herr Gutspachter B a ck h a u s von Rudlos und Kauf­mann Dürbeck, Vorsitzender des Handelsoereins Lauter­bach, für die Wahl des Kandidaten ein. Insbesondere hob

Herr Backhaus die großen Verdienste des Kandidaten um die Förderung der Landwirtschaft hervor, und forderte die Landwirte auf, Mann für Mann geschlossen für Kreisrat Dr. Wallau einzutreten. 'Rach wiederholten BeifallSbezeug- ungen wurde die Versammlung mit einem Hoch auf den Kaiser geschlossen. (Lauterb. Anz.")

Aus dem Wahlkreis Alsfeld-Lauterbach- Schotten wird uns geschrieben: Die biß jetzt abgehaltenen Wählerversammlungcn und die auß den verschiedenen Teilen deß Wahlkreises emtreffenben Rachrichten laßen die Kandidatur KreiSrat Dr. Wal lau recht aussichtsvoll erscheinen. Weitere Wählerversammlungcn finden statt zu Schlitz am 28. Mai nachmittags, zu Schotten, Sonntag, den 24. Mai nach­mittags, und zu Ulrichstein an demselben Tage, abend«. Die Programmreden des Kandidaten finden, bei der großen De- liebtheit des KreiSrats, besonders in der Landbevölkerung, überall den größten Beifall.

».Marburg, 21. Mai. In einer Versammlung, in der der antisemitische ReichStagSkandidat Oswald Zimmermann aus Dresden gestern abend sprach, kam gleich zu Anfang zu einem heftigen Zusammenstoß mit den Sozialdemokraten. Als deren Kandidat, Paul Bader, das Wort zur Geschäftsordnung verlangte, bedeutete ihm der Vorsitzende, daß er reden könne, sobald er selbst ge­redet habe. AkS ihm aber auch dann daß Wort nicht erteilt wurde, forderte Bader seine Parteigenosien, sowie alle die­jenigen, die noch auf Recht und Ordnung hielten, auf, den Saal zu verlassen, roaß bann auch von einem Teil der Er­schienenen geschah.

Bingen a.RH., 21. Mai. Mit dem jetzt zur Aufstellung gelangten Kandidaten des Zentrums im Wahlkreise Bingen- Alzey ist die Kandidatenliste für diesen Wahlkreis vollständig. Es hat lange gedauert und hart gehallen, biß man sich im ZentrumSlagcr auf einen Kandidaten geeinigt hatte. In engerer Wahl waren der Gutsbesitzer Senf ter (Gabsheim), welcher Mitglied deß Bundes der Landwirte ist, und der Landtagsabg. Rechtsanwalt v. Brentano (Offenbach). Besonders aus der Alzeyer Gegend war die Kandidatur Senster befürwortet, worden. Nachdem Senster sich nun an­fänglich bereit erklärt hatte, die Kandidatur anzunehmen, zog er diese in den letzten Tagen zurück, und man einigte sich nun auf Hrn. v. Brentano. Im Wahlkreise Bingen-Alzey dürfte cs diesmal einen harten Kampf absetzen, sind doch die drei in Betracht kommenden Parteien: Zentrum, Freisinn unb Rationalliberale, fast gleich stark, so baß schon sehr un­bestimmt ist, wer in die Stichwahl kommt. Bei der Reichs- tagSwahl 1898 erhielten Schmidt (Freisinn) mit Unterstützung deß Zentrums 7287, Haas (nationalliberal-landbündl.) 4276, der auch inGießen wohlbekannte Herr Katzenstein (Sozial­demokrat) 1071 unb Wolf (Antis.) 1068 Stimmen. 1893 erhielten im ersten Wahlgange Wasserburg (Zentr.) 4474, Träger (Freis.) 5098, Avenarius (nat.-Iib.) 4656, Dörr (Sozialbem.) 1768 Stimmen. In ber Stichwahl fielen bann bem freisinnigen Kanblbaten die Zentrumsstimmen zu, und derselbe wurde mit 9520 gegen 5989 nationalliberale Stimmen gewählt. Diesmal haben die Nationalliberalen in Verbindung mit den Antisemiten und Alldeutschen den alldeutschen Rechts­anwalt El aus Mainz ausgestellt; auch vom Bund ber Lanbwirte würbe beqelbe acceptiert. Elaß ist schon fleißig

nach

ihrer Gesamtstimmung jedermann ergreifen muß.

Hocherfreulich ist es, daß sich Die Akustik dieses Riesenraumes bei ber ersten am Sonntag ftattgefunbenen Probe zur Genugtuung aller beteiligten als ausgezeichnet erwiesen hat, so daß man wohl sagen darf, daß hier eine Stätte für den deutschen 'JJcännergefang geschaffen ist, welche vorbildlich wirken wird. Entwurf und Ausführung diejes festlichen Jnnenraumes ist ein gemeinsames Wert Der Architekten Stadtrat Wilhelm Hanau und Stadtbau-

Aus Berlin ist die Nachricht ein getroffen, daß die Kom­mission für den Frankfurter Gesangwettstreit den konkur­rierenden Vereinen untersagt, den aufgegebenen Preischor vor dem Gesangwettstreit öffentlich 'vorzutragen.

von zwei hoheitsvollen weiblichen Jdealgestalten, welche zart getönt sind, und goldenen Lorbeer und Siegespalmen tragen. Ueberspannt ist die Loge nach dem Saal zu von einem mit der Kaiserkrone, Straußenfederbüscheln und gold­gestickten Lambrequins geschmückten purpurfarbenen Balda- chin. Eine doppelseitig angelegte Treppe führt in den Saal hinab. Die Logenbrüstung schmückt ein riesiger Aar auf antikem, mit Lorbeergehängen verzierten Schild. Die gesamte Gruppe der Kaiserloge und der angrenzenden Logen der Preisrichter und Ehrengäste ist in einem archi­tektonischen, durch gärtnerische Ausschmückung belebten Rahmen zu einem überaus imposanten Gesamtbilde ver­einigt.

Die Giebelseiten der Halle schmücken zwei 20 Meter lange, 7 Meter hohe Fenster, welche in sehr glücklicher Imitation von Glasmalerei mit ihrer dezenten Symbolik dem Raume eine stimmungsvolle Weihe verleihen. Gegen­über der StaiferLoge befindet sich das für 1700 Sänger und 120 Musiker Platz bietende Podium; dahinter liegt die Schallmuschel, umrahmt von einem kolossalen Lorbeer­stab mit vergoldeten Rosen; darüber eine sieben Meter hohe Gruppe in Flachrelief, Apollo, Gesang und Poesie verkörpernd, welche sich scheinbar auf lichtblauem Hirn- melsgrunde erhebt. Riesenhafte Flexfestons mit weißen Nosen unb gewaltige Kranze, in denen Bogenlampen Früchten gleich schweben, im Zusammenhang mit pracht­vollen Teppichen, welche sowohl die Schallmuschel als auch die Logenbrüstungen schmüaen, geben dem gigantischen Raume eine wahrhaft großartige Wirkung, welche in

Feuilleton.

Zum Sängerwettstreit in Frankfurt.

Auf ein 150jähriges Bestehen kann morgen das bekannte Buchhandlungshaus Stahel in Würzburg zurückblicken. Tie Gründung des Geschäfts erfolgte nach der Konzessionsurkunde am 23. Mai 1753 durch den nachmaligen hochfürstl. Würzb. Hof- und Universitäts-Buchhändler Jo­hann Jakob Stahel aus Köln, von dem aus sich die aus ber Stahel scheu Verlags-Anstalt, k. b. Hof- u. Univ.-Verlag mit Truckerei Inhaber Oskar Stahel) unb Stahel'schen Hos- u. Univ.-Buchhandlung (Inhaber August Stahel) bestehen­den Geschäfte stets birett von Vater auf Sohn vererbten. Morgen findet eine Feier unter Beteiligung von Vertretern ber Universität, der -stabt Würzburg, der Handelskammer und verschiedener anderer Korporationen, der Autoren des Verlags, sowie der Freunde und Gönner des Hauses statt, verbunden mit einer interessanten Ausstellung aller Stahel- scher 2,rüde und Privilegii.i, insbesondere aus dem 18. Jahrhundert, und der Ausgabe einer illustrierten Festschrift.

Tas Selbstbildnis Rembrandts in Wien vom Jahre 1634 ist der Glanzpunkt in der eben erschie­nenen 12. Folge der vom Kunstwart herausgegebenen Meisterbilder fürs deutsche )aus. Tie Reproduktion reiht sich den früher oerbretUten Rembrandlschen Meisterbildern würdig an. In derselben Serie befindet sich außerdem Frans Hals: Hille Bobbe, Rembrandt: Faust, Mantegna: Tarbringung Christi im Tempel und das Porträt des Kar­dinals Scarampi und Bellini: Toge Loredano. Neues über das dankenswerte Unternehmen zu sagen, ist unnölig. Tie Meisterwerke der Kunst, auf die hier die 2lufmert)amfeit der breiten Volkskreise gelenkt wird, empfehlen sich von selbst.

TemJnsiiturfärexperimentelleTherapit in Frankfurt a. M., das unter Leitung Professor Tr. Ehrlichs, des bekannten Forschers auf dem Gebiete der Serum-Therapic steht, yat der Kaiser einen namhaften Betrag zu Arbeiten über Krebsserum überwiesen.

®ef0^fenoac des Kaiserpaares ist mit einem tauben- grautn, m Leiter ütoltootte gefaßten Sanbitohbcipannt; §cn Plafond schmückt ein antikes .icdengemalbc. In der .........

Loge sind außer den Sesseln für die, tätlichen Herr-1 ^pcFio/ Karl Wilde. i(haften wiederum kostbare antike Konsolt^che z f-

nähme der Ehrenpreise aufgestellt. Die Loge wird flankiert I

Die Fe st Halle und die Kaiserloge.

Ein hervorragendes Interesse beansprucht die den Entwürfen und Zeichnungen des Stadtbau in, Vektors Regierungsbaumeisters Karl Wilde errichtete Fe st Halle. Die Architektur derselben ist in gemäßigten modernen Formen in Anlehnung an klassische Vorbilder gehalten und bietet in ihrem satten Farbenschmuck inmitten der von dem städtischen Gartendirektor Heicke gefchaftenen gärt­nerischen Anlagen ein ungemein anheimelndes festliches Bild. Trotz der stattlichen Frontentwickelung von HO Meter läßt aber das Aeußere nicht annähernd die überwältigende Wirkung des freien Jnnenraumes vermuten, denen Ab- meifungcn bei 22 Meter lichter Jnnenhohe 74 Meter ui ber Länge und 47 Meter in der Breite betragen.

Schon im äußeren Aufbau wird die stattliche Raum- aruppe der kais erlichen Gemächer durch den 3o Meter hohe« Turm charakterisiert. Ein großräumiges -rreppen- baus vermittelt den Zugang zu dem impofanten Empfangs- faul des Kaiserpaares; dieser Saal übt mti feinem pracht­vollen Portalschmuck, den mit rotem Sammet und Brokat bespannten Wänden, welche kostbare Gein^de aus ^rank- furfer Patrizierbesitz schmücken, den herrlichen Möbeln aus Skn solchem Besitz, den Statuen, Perfertepp^chen, antiken Söieaelii in geschnitzter und vergoldeter ^afiung, ben totoaän Beleuchtungskörper» und Kensolteschen eine wahr, halt vornehme röirtung aus. Zu den beiden selten des ÄiwianaslcmtL schließen sich in ähnlicher Lu-ttatlung, nur in öderem Kowrit, die kaiserlichen Privatgemacher und L SataiT str die Ehrengäste, die ^ersriqter und da­