Ausgabe 
21.12.1903 Zweites Blatt
 
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Nr. LK8

ZweLtes Matt.

153. Jahrgang

Montag 21. Dezember 1909

Erschein täglich mV Ausnahme des Sonntags.

DUGiehene. Aamilienblatter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Giehener Anzeiger

Verantwortlich für den allgemeinen Teil: ssZ. Wittko; für den Anzeigenteil: H. Beck.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu UnwersuatSdruckerei (Pietsch Erben), Dreßen.

General-Anzeiger, Amis- und Anzeigeblatt für den Ureis Kietzen.

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Are Heutige Yummer umfaßt 12 Seiten.

Aer Kaiser in Kannover.

Hannover, 19. Dezember.

Der Kaiser fuhr heute vormittag gegen 10 Uhr in offenem Wagen zum Festgottesdienst in die Garmson- klrche. Der Monarch, der die Uniform der Königs-Ulanen trug, sprang mit großer Lebendigkeit und Frische aus dem Wagen, schritt die Front der Ehrenkompagnie, die vor der Kirche ausgestellt war, ab und begab sich dann in das Gottes­haus. Hinter ihm schritt die Fahnenkompagnie, welche zu beiden Seiten deS Altars sich gruppierte. Die Festrede hielt Konsistorialrat Dr. Rocholl. Sofort nach Beendigilng des Gottesdienstes begab sich der Kaiser zu Pferde zur Parade aus den Waterloo-Platz. Hier hatten die drei jubilierenden Regimenter, das Füsilierregiment Nr. 73, das Ulanen- Regiinent Nr. 13 und das Feldartillerie - Regiment Nr. 10, Kavallerie und Artillerie zu Fuß, mit den Krieger­vereinen und ehemaligen Regiments-Angehörigen Ausstellung genommen. Der Kaiser ritt die Front ab, wobei er mehrfach Veteranen ansprach. Hierauf ließ der Kaiser durch den Ehej des Nlilitärkabinets, Graf Hülsen-Haeseler, eine Kabinets- ordre verlesen, in der es nach einem geschichtlichen Rückblick auf die Entstehung der deutschen Legion und ihre Taten folgenderniaßcn heißt:

Ter Ruhm der Väter ist der Söhne Ehre, der unerschöpfliche Jungbrunnen, aus dem sie fort und fort Kraft schöpfen, es diesen gleichzutun, ein Hort der eigenen Ehre in sturmbewegter Zelt. Freudigen Herzens und in vollem Vertrauen schenkte ich deshalb meinem Heere die großen Ermnerungelr der Legion, indem ich sie in den Truppenteilen zu neuem Leben erweckte, m denen früher die haniioverjchen Krieger Schulter an Schulter nut den altpreußischen Kameraden kämpften und an den Tagen von Eolombey, Vwnville, Beaune la Rolande und im Jura den Ruhm ihrer Fahlieri er­neuerten. Möge es diesen Regimentern und Bataillonen, mit denen ich heute den hundertjährigen Sliitungstag der Legion festlich be­gehe, nie a»i Wtännern fehlen, die wie die sind, die freudig Blut undLeben für dieEhre undGröße des Vater­landes dahingegeben haben. Das walte Gott!"

Haniiooer, 19. Dezember 1903.

gez. Wilhelm L E.

In einer Ansprache dankte sodann der kommandlerende General v. Stünzner für die hohe Ehre und Gnadenbcweise, welche den Regimentern zuteil geworden seien, und versicherte in deren Namen, daß dieselben ihre alten Traditionen jeder­zeit hochhalten Werden. Die Reoe schloß mit einem drei­fachen Hurra aus den Kaiser.

Es folgte ein Parademarsch in Zügen zu Fuß. Hierbei führte Prinz Albrecht sein Regiment Nr. 73 und der Kaiser die Königsulanen. Nachdem der Kaiser eine Reihe mili­tärischer Meldungen auf dem Paradeplatze entgegengenommen hatte, setzte er sich an die Spitze der Fahnenkompagnie und ritt mit dem Prinzen Albrecht nach dem Schlöffe zurück. Nach 1 Uhr fand im Schlosse Frühstückstafel statt, an der auch Prinz Albrecht teilnahm.

Eine weitere Ka binetsordre wurde bekannt ge­macht, in welcher die Stiftung einer Denkmünze zur Er­innerung an die Jubiläumsfeier mitgeteilt wird. Die Denk­münze ist aus Bronze und zeigt auf der Vorderseite die Waterloo-Säule, auf der Rückseite das Datum der Stiftung und des Jubiläumstages. Die Denkmünze wird am Bande des allgemeinen Ehrenzeichens auf der Brust getragen. Sie wird allen jetzigen und früheren Regimentsangehörigen zuteil, soweit diese an der JubiläuiOsfeier teilnahmen. Ferner wird

den Offizieren der ehemaligen hannoverschen Armee die Er­laubnis erteilt, die jetzige Uniform der Regimenter zu tragen.

Auf Befehl des Kapers fiel heute aus Anlaß des kaiser­lichen Besuches der Unterricht in den Schulen aus.

Im Festsaal desTivoli* sand heute nachmittag das militärische Festmahl statt, an dem der Kaiser, Prinz Albrecht von Preußen, Graf Waldersee, Kriegsminister v. Einem und viele höhere Offiziere sowie der Syndikus der Stadt Hannover, Eye, teilnahmen. Prinz Albrecht hielt im Laufe des Mahles einen Trinkspruch, in dem er den Kaiser im Flamen der drei Regimenter und der unzähligen alten Kameraden für die vielen Huldbeweise dankte und die Glück­wünsche zur Herstellung des Kaisers darbrachte. Der Prinz­regent schloß mit einem dreifachen Hoch aus den Kaiser.

Der Kaiser erwiderte darauf folgendes:

Wlit herzlichem Tank erhebe ich mein Glas und wünsche, daß ein jeder von Ihnen mir nachtut nut dem Rückblick auf die Vergangenheit auf das Wohl derd e u t s ch e n L e g i o n", in Er­innerung an ihre unvergleichlichen Taten, welche tm Verein mit Blücher und den Preußen bei Waterloo das englische Heer vor­dem Untergang retteten, sowie auf die Vergangenheit von 1866, wo tapfer, brav und unerschrocken der blanke Heerschild hannover­scher Ehre hoch und blank gehalten wurde, auf die Vergangenheit von 1870, darunter auf den Helden von Beaume-la-Rolande, der leider nicht mehr unter uns ist, auf die Gegenwart, die hier ver­sammelt ist, und die ich von Herzen begrüße, und auf die Zu­kunft, die in den drei Regimentern verbürgt ist und welche ebenso glänzend und ebenso blank, rein und schön sein möge, wie die Vergangenheit. Das ist die Aus­gabe, die ich den Regimentern stelle. Die deutsche Legion und ihre Traditionen: Hurra, hurra, hurra!*

Während des Festmahls unterhielt sich der Kaiser in bester Laune sehr lebhaft mit den Herren der Umgebung. Der Kaiser, der sehr laut und vernehmlich gesprochen hatte, begab sich um 6 i/2 Uhr in die Wohnung des Obersten v. Heyden-Linden, wo die Damen des Regiments versammelt waren, und nahm dort den Tee ein.

Um 7 Uhr begann im Königlichen Theater die auf kaiserlichen Befehl veranstaltete Festvorstellung. Als der Kaiser die große Hofloge betrat, brachte das Publikum ein dreifaches Hurra aus. Der Kaiser dankte sehr freundlich und nahm Platz zwischen dem Prinzen Albrecht und dem Grafen Waldersee. Gegeben wurdeWaterloo*, Soldatenszenen aus hundert Jahren, von Frhrn. v. Omptcda. Unter andauernden Hochrufen der Festversammlung verließ der Kaiser nach der Vorstellung den Theatersaal und begab sich nach der Wohn­ung des Obersten v. Heyden-Linden, wo die Damen des Königsulanen-Ntegiments versammelt waren, und nahm dort den Tee ein. Abends fanden überall in der Stadt in den größeren Etabliffements Regimentsfeiern der ehemaligen Kameraden statt.

Han nover, 20. Dez.

Der Kaiser besuchte heute vormittag das Vaterländische Museum und wohnte um 11 Uhr dem Festgottesdienst in der Schloßkirche bei. Er besichtigte später das Provinzialmuseuni und stattete der Gräfin Waldersee einen Besuch ab. Um ein Uhr fand größere Frühstückstafel im Schloß statt, zu der zahlreiche Einladungen ergangen waren. An der Tafel im Rittersaal saß der Kaiser, ihm gegenüber Prinz Albrecht, rechts vom Kaiser Generrlseldmarschall Graf Walder­see u. s. w., links der kommandierende General des zehnten Armeekorps v. Stünzner u. s. w. Rechts vom Prinzen Albrecht saßen der Kriegsminister v. Einem 2C. Es waren ferner Einladungen ergangen an die alten hannoverschen Offiziere, die in den drei feiernden Regimentern gedient hatten,

| an ehemalige preußische Offiziere derselben, hannoversche' I Offiziere anderer ehemaliger hannoverscher Regimenter und an das Offizierkorps der drei feiernden Regimenter. Der' Kaiser war bei der Tafel auch heute m heiter st erLaune, plauderte lebhaft und trank vielen in der Umgebung sitzenden alten Herren zu. Nach der Tafel hielt der Kaiser längeren Cercle ab.

Der Kaiser ist heute nachmittag um 4 Uhr nach Wild­park ab gereist. Das Publikum brachte ihm bei der Fahrt zum Bahnhofe wie bei den im Laufe des Vormittags unter* iiommcnen Wagenfahrten lebhafte Huldigungen dar.

Kailamerttansches aus Kessen.

Eine Anfrage des Abg. Hauck hat folgenden Wortlaute Bereits am 6. Juli 1901 erfolgte die Bürgermeister- wahl in Klein-Umstadt. Seitens mehrerer Bürger von' Klein-Umstadt wurde Reklamation gegen die Giltigkeit der Wahl beim Kreisausschuß erhoben, welcher jedoch die Rekla-^ rnation als unbegründet zurückwies. Gegen dieses Urteil- wurde Rekurs beim Provinzialausschuß erhoben. Aber auch diese Instanz verwarf die Reklamation als unbegründet. Trotzdem nun seit der Wahl ein Zeitraum von nahezu 2 Vr Jahren verfloßen ist, so ist bis jetzt weder die Bestätigung des gewählten Bürgermeisters noch die Versagung derselben erfolgt. Wie anderwärts, so auch hier, hat die Bürger­meisterwahl leider die traurigsten Erscheinungen im Gefolge, welche die wirtschaftlichen und moralischen Verhältnisse der Gemeinde aus das Tiefste schädigen. Ich frage deshalb bei? der Regierung an: ob es nach ihrer Ansicht nicht möglich ist, diesem unhaltbaren Provisorium nach Lage der Verhältnisse,^ entweder durch die Bestätigung des Bürgermeisters oder An­ordnung einer Neuwahl, unter Hinweis der ganz eigenartigen Verhältnisse in Klein-Umstadt, ein Ende zu bereiten.

Im Allerhöchsten Auftrag S. K. H. des Großherzog^ legte das Ministerium einen Gesetzentwurf, Aenderung deS Artikels 1 des Gesetzes, die GehaltS der Volksschul­lehrer betreffend, vom 2. Januar 1901, nebst Motiven, den Ständen vor. Gesetzentwurf, betreffend Aenderung des Artikels 1 des Gesetzes, die Gehalte der Volksschullehrer betreffend, vom 2. Januar 1901. Ernst Ludwig von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein 2C. Der einzige Artikel lautet: Der Absatz 1 des Artikels 1 des Gesetzes erhält! folgende Fassung:Die definitiv angestellten Lehrer an Vollst schulen haben:

im 1. 3, Dienstjahre einen Gehalt von 1100 Ml.

, 4. 6. , ... 1250 ,

,7.-9. , . , , 1400 ,

, 10.-12. . , , , 1550 ,

, 13.-15. . , , 1700 ,

, 16.-18. , , , , 1850 ,

, 19.-21. , , , , 2000 ,

, 22.-24. , , , , 2200

25.-27. , , , , 2400 ,

, 28.-30. , , , , 2600 ,

vom 31. Dienstjahr an 2800

zu beziehen." In den Motiven wird u. a. mitgcteUt, daß,

wenn man die Gehalte der hessischen Volksschullehrer mit

denen ihrer Amtsgenoffen in anderen Staaten des Reiches

vergleicht, Hessen, wie vor drei Jahren, immer noch in

erster Reihe steht.

Die Abg. Erk und Brauer beantragen, die Regierung zu ersuchen, beim Bundesrat dahin zu wirken, daß die Be-

Berlin, 19. Dez. H alb e's SchauspielDer Strom" (Verlag von Georg Bondi in Berlin) wurde im1 Neuen Theater mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Tie Ausführung, zu deren Gelingen die Herren Reicher, Winter­stein und Licho und Frau Sorma viel beitrugen, war vor­trefflich

Aus Anlaß des 100 jährigen Todestages Herders fanden in allen wissenschaftlichen Gesellschaften und sonsti­gen Vereinigungen in Mitau und Riga feierliche öffent­liche Sitzungen statt. Die deutschen uno baltischen Blätter' feiern die Bedeutung Herders in zahlreichen Artikeln. Ami Denkmale Herders in Riga wuroen Kränze niedergelegt.

Sch neeberg-Neu st ädtel, 20. Dez. Gestern starb, 75 Jahre alt, der Seminaroberlehrer Dr. Köhler, der Begründer des Erz-gebirgsvereins und bekannt durch wissen­schaftliche Arbeiten auf dem Gebiete der Naturwisjen-^ schäften und der Volkskunde.

Professor Ludwig Habich wird, wie man der Kunst für Alle" schreibt, das Bismarckdenkmal auf d em Ludwigsplatz zu Darmstadt als großen Mo- numentbrunnen in Form einer riesigen Kaiser­krone ausführen. Den Abschluß nach oben soll ein jugendlicher Siegfried bilden, der den Drachen tötet.

die Sehnsucht nach dem Bessern weckten und diesem Bessern zum <Ä.ege, zum Lichte verhalfen. Als praktisches Hilss- mittel wandten die obscuri viri die Satire an; der tollste Schalk schien ihre Episteln unter lustigstem Schellengeklingel geschrieben zu haben deshalb waren fie auch so gern gelesen, immer und immer wieder gelesen, bis danw endlich ihr tiefer Zweck hellleuchtend vor den Augen dev erstaunten Oeffentlichkeit austauchte und zu Nachdenken und Tat anfeuerte. Bisher galten dieDunkelmänner-- briefe" wegen des furchtbarenKüchenlateins", in deut sie geschrieben sind, für unübersetzbar; jetzt liegt die überhaupt erfte Verdeutschung vor, und zwar gebüürt das^ Verdienst, sie hergestellt zu haben, Dr. W. Binder.

ZeuMeton.

** Den kmäler. Man schreibt uns aus dem Vo­gel s b e rge : Seit langem haben die Staatsbehörden Zeugen früher Kulturepochen zu schützen gesucht, und neu­erdings hat sich ein Verein den Schutz alter Kunstwerke zur ausschließlichen Aufgabe gemacht, welchem Bestreben man gewiß von allen Seiten warme Sympathien entgegen- bMNgen wird. Um so ausfallender ist es, daß man em bochst seltenes Denkmal der gotischen Kunst ungeschützt verfallen läßt, weil schnöder Egoismus und krassester Aberglaube einiger Gemeindemitglieder hin­dernd im Wege stehen. Ich meine das gotische Tauf­becken vor der Totenkapelle bei Meiches, im Vogelsberg. Im Volksmund heißt esder Bonifatius- t auf st ein"; doch stammt er aus viel späterer Zeit und trägt meines Wissens die Jahreszahl 1051. Dieser Tauf­stein ist vor dem Eingang zur Totenkircye auf dem dorti­gen, hoch und exponiert gelegenen Friedhöfe angebracht und so jahraus jahrein dem Wind und Wetter ausgesetzt! Es wäre eine Kleinigkeit, ihn iu der Kapelle selbst unter­zubringen, was schon allein der rings aus ihm ange­brachten Skulpturen wegen, worunter sich der Kamps Ritter Georgs mit dem Drachen befindet, speziell um dreje zu erhalten, geschahen nmßte. Hier hat eben bte Geschichte einen Haken! Das Regenwasser, das sich m dem Tauf­becken ansammelt, gilt im Volke als ein Allherlmittel gegen alle möglichen Augenkrankheiten und wird deshalb eifrigst gesammelt Mid flaschenweise versandt selbst bis nach Amerika! Also Mnwder Gewinnsucht ilU Liebe muß hier ein wertvolles, in seiner Art einzig da- stebendes Werk einer früheren Kulturepoche verfallen, lvenn nicht irgendwie noch ein Schutz dagegen geschaffen wird. Außerdem würde es auch gar nichts schaden wenn man auf die uralte Baumgruppe, die diese malerischealt« Kultstätte krönt, em besseres Augenmerk richten lm^de, als bisher geschehen ist, $9- Sch-

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feld.) Mit 12 Vollbitoern nach Kuniiwerken beliebter Maler und erläuternden Abbildungen in Bunt- und Schwarzdruck. Erzählungen, Märchen, beschreibende Aufsätze, Gedichte, wechseln miteinander ob. Zu den Reproduktionen bekann­ter Bilder sind hübsche Texte in gebundener Form ge­liefert. Als Illustrator hat Arpad Schmidhammer mit seinen humorvollen, scharf gezeicyneten und mit wenigen Farben klar kolorierten, hiiniorvollen Bildern den rechten Stil getroffen. Ein reizendes Weihnachtsgeschenk!

Das System der technischen Arbeit" be­titelt sich ein groß angelegtes Werk von hervorragender Bedeutung, das den Grazer ordentlichen Professor Max Kraft zum Verfasser hat. (In 4 Abtlgn., Verlag von Arthur Felix in Leipzig,.) Wilh. Jordan nennt in seinem gewaltigen Mbelungenepos den Techniker denMeister der Erde, über Land und Meer, über Lust und Freud". Die Lösung der Rätsel der Welt kann ohne dasUnbegreiflich Große", das er geschaffen hat, nicht gelingen. Jedenfalls ist der Antell der technischen Arbeit an der Kulturtätigkeit der Menschheit von immenser Größe. Es ist unmöglich- im einzelnen auf das umsangreiche Werk Krafts an dieser Stelle einzugehen; es seien darauf hier mir in Kürze alle, die der technischen Arbeit chre Kraft, und auch alle, die ihr Aufmerksamkeit und Verständnis widmen, hinge­wiesen.

Briefe von Dunkelmännern". Von Dr. W. Binder. Erste deutswe Uebersetzung., C. Seiferts Verlag, Köstritz i. Th. Eleg. geb. 3 Mk. In die ver­rotteten kirchlichen und sittlichen Verhältnisse um den Anfang des 16. Jahrhunderts herum zuckte mancher grelle Blitz hinein, der die bevorstehende Reinigung der stinki­gen Athmosphäre ankündigte und vorbereitete. Einer der wirksamsten ging aus den verborgenen Arbeitsstätten tief- erster Denker und Streiter aus, die der Oeffentlichkeit zwar nicht ihren Namen nannten, aber dock) sicher mit Ulrich von Hutten in engste Verbindung gebracht werden tonnen. Wir meinen du episdolue objeurorum vicorum, die gegenUnglauben, Aberglauben und andere große Schande und Laster" so unoarmherzm zu Felde zogen, die ganze Zermiiunheit und Wurmsua-igtell des sozialen und tirchlichen Lebens einer verrotteten Zett darlegten,