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21.11.1903 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt«

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger

Amts- und Anzergeblatt für de« Kreis Gießen

Schulyratze 7.

Ldrefie Mr Depefchenr Anzeiger Gietzeu. ßernlprechanIchlußNr 61.

die Post Mk.2.vierlel- |ät)tL auSlctzl. Bestätig. Annaymr von Anzeigen üx die LageSnummer jlS ootmttiagfl 10 Uhr.

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Götz. tüt den An- letqenteti: $>ant Beck,

Samstag Äl. November 1903 vezngdpretd. monallich7bP^ giertet* jährlich URL 2.20; durch Abhole. u. Zweigstelle»' monatlich 6d Pi.; durch

Nr. Ä74

Srfchei«t tSgNch «über Sonntags.

Dem Gietzener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessische« Landwirt die Siebener Kamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt.

Äotattxmtorucf n. Ber- tag bet Brüh l'schen Untvert^Buch- ».Stern-- drucke rrL (Pieüch Erden-

Die yeutige Wummer umfaßt 16 Setten.

parlamentarisches ans Kessen.

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aus dem russischen Grenzdorfe Polangen gemeldet wird, wurde dort die Tochter des Po st Hallers Guttmann unter der Anschuldigung verhaftet, den Vertrieb nihilistischer Schriften unterstützt zu haben. Die Verhaftete soll nach Libau oder Riga gebracht worden fern.

Posen, 20. Nov. In Sachen des Güteragenten, B i e d e r m a n n und des Redakteurs derPraea", Ra­kowski, wegen B e st e ch u n g handelt es sich allein darum, daß die beiden den Gefängniswärter m Wronke bestochen haben. Andere Beamte sind weder bestochen worden, noch überhaupt in die Angelegenheit verwickelt.

K o b u r g , 20. Roo. Die geschiedene Groß­herzogin von Hessen und die Kronprinzessin von Rumänien sind heute morgen aus Darmstadt wieder in Koburg ein­getroffen.

Deutsches Reich.

Berlin, 20 .Rov. Ein längerer Aufenthalt detz Kaisers im Süden ist, wie nach einer Meldung der Potsdamer Korrespondenz aus deni Reuen Palais verlautet, für die nächste Zeit geplant. Das Weihnachtsfest soll indeffen noch in hergebrachter Weise im Reuen Palais gefeiert werden. Wie diePost" dazu erfährt, ist die Reise noch nicht be­schlossene Sache, allerdings liegt sie im Bereiche bei Möglichkeit.

Heute vormittag fand im Beisein der Kaiserin die Vereidigung der Rekruten der Potsdamer Garnison durch den Generalobersten v. Hahnke im großen Exerzier­schuppen statt.

Der Kronprinz von Dänemark nahm bei seiner Auwesenheit in Berlin an einem Diner beim dänischen Ge­sandten teil, zu dem auch Reichskanzler Graf Bülow und Staatssekretär Frhr. v. Nichthofen erschienen waren.

Der Schiffsbautechnischen Gesellschaft ging folgendes, an den Vorsitzenden Geh. Rat Busley gerichtetes Telegramm des Kaisers zu:

Den vereinten Mitgliedern der Schifisbautechnischen Gesell­schaft wollen Sie meinen herzlichen Dank aussprechen in Er­widerung an die mir dargebrachte Huldigung. Es würde mir eine große Freude gewesen sein, wenn ich an den interessanten Vor­trägen und deren Diskussion hätte teilnehmen können, weil die Ar­beiten der Mitglieder auch für mich eine wertvolle Anregung bar- stellen, denen ich besonders im Hinblick auf die technische Ent­wickelung meiner Marine gerne gefolgt wäre.

gez. Wilhelm I. R.

Heute fand im Reichspostamt beim Staatssekretär K.Lätke eine Konferenz der Vertreter der Handels­kammern zur Erörterung von Fragen des Post- und Telegraphenwesens statt.

Die zweite Lesung über den deutsch-russischen Handelsvertrag wird von den russischen und deutschen Unterhändlern täglich im Ministerzimmer des Abgeordneten­hauses fortgesetzt. Die Debatte bewegt sich in langsamem Tempo, die Verhandlungen werden sich bis in den Dezember hineinziehen.

DieRhein.-Westf.Ztg." schreibt:Es scheint, daß der große Historiker Mommsen wegen Majestäts­beleidigung noch nach seinem Tode der Gegenstand ge­richtlicher Verhandlungen sein wird. In mehreren Blättern, darunter auch in derRhein.-Westf. Ztg.", ist eine Aus­sprache Mommsens über den Deutschen Kaiser wiedergegeben, welche weitere Folgen zu haben scheint. Die LondonerDeutsche Korr." hatte einen kurzen Bericht über eine Unterredung eines Korrespondenten desLondoner Truth" mit Mommsen veröffentlicht. Deren Auszug i|t sowohl in der Rhein.-Westf. Ztg-" als in anderen Blättern abgedruckt worden. Hierin scheint die Staatsanwaltschaft eine Majestäts­beleidigung gesunden zu haben, und jo wurde die betreffende Nummer bei uns und wahrscheinlich auch auf anderen Redak­tionen beschlagnahmt. In dem betreffenden Gespräch redet der berühmte Historiker über den Kaiser im ganzen durchaus mit hoher Achtung und Ehrfurcht, indem er seine Tugenden aufzählt. So heißt es:Mommsen sprach vom Kaiser wie ein aufrichtiger Freund; er bleibe frisch und jung und sei eine seltene intereffante Persönlichkeit voll Güte und Klugheit." In einem Satze gebraucht er aber eine Wendung, die beim flüchtigen Durchlesen der Aufmerksamkeit des betreffenden Redakteurs entgangen war und deren Aufnahme wir bedauern."

Memel, 20. Rov.Wie demMemeler Dampsboot"

herrschte.

Man kann sagen: von diesem Lmgenbtick an wurde das Publikum stutzig und begann sich zu fragen, ob denn das menschliche Gedächtnis überhaupt imstande sei, Vor- günge und Beobachtungen, die eine Reihe von Jahren zurückliegen, und, was wesentlich ist, zum Teil an sich gar nicht ausfälliger oder verdächtiger Natur sind, so getreu aufzubewahren, wie es erforderlich ist für die schwere Enrjcheidung über Schuld ober Nichlschuld im Ge- richtssaal. r , .r,

Tas zweite Moment, das den Umschwung herbetfuhrte, war die Verhastung einer Zeugin während der Verhand­lung unter demdringenden Verdacht des Meineides". Tieje Zeugin alsschwachsinnige Person" bezeichnete sie ein Riaster hatte eine unter ihrem Eid beim Unter­suchungsrichter gemachte Aussage in der Hauptverhandlung widerrufen. Allerdings war der Widerruf zu Gunsten der Angeklagten, aber es ist zu bedenken, daß die Zeugin beim Widerruf blieb, objchon sie sich von der Zuchthaus- ftraje bedroht sah. Tiefe Verhaftung erregte durch die Umstände, unter denen sie erfolgte, ungewöhnlichen Ein­druck. Weder dem Staatsanwalt, der die Verhaftung be­antragte, noch dem Gericht, das |te beschloß, ist ein Vor­wurf zu machen. Gemäß den Vorschriften des Gesetzes konnte nicht anders gchcmdett werden. Aber hier wurde an einem irasfen Fall offenbar, wie au ß er ordentlich reformbedürftig einersetis bie Bestimmungen über das Vorverfahren, speziell über die Vereidigung in der Untersuchung, sind, andererseits, wie wün­schenswert im allgemeinen eine Einschränkung des gerichtlichen Eides ist, zumal Personen gegenüber, Die nach ihren gcist-.geii Fähigkeiten gar nicht m oe. Lage jinb, eine genaue Aussage zu machen, geschweige denn Oie Bedeutung oes Eides zu ermessen.

Wechsel betroffenen Bezirke. Der Ausschuß überließ die Verfolgung dieser Erwägung der bevorstehenden Budget­debatte. Es wird beantragt: Hohe Kammer wolle beschließen: 1. die Regierung um Beibehaltung des dreijähri­gen juristischen Universitätsstudiums und der dreijährigen Dienstzeit für die Aspiranten des Ver­waltungsdienstes zu ersuchen; 2. den Antrag auf finan­zielle Unterstützung der praktischen Ausbild­ung der Regierungsassessoren, infolge der entgegenkom­menden Erklärung der Regierung, vorerst für erledigt zu erklären.

Den von der Großh. Regierung geforderten Betrag von 600 Mk. für die Annahme eines Hilfslehrers an der Blindenanstalt in Friedberg beantragt der 1. Aus- chuß für das Jahr 1903/04 mit der Maßgabe zu b ewilli- jen, daß die Mittel den Ueberschüssen vorderer Jahre ent­nommen werden.

DMische Tagesschau.

Zum Prozeß Kwilecki.

Aus Berlin wird uns geschrieben:

Ter Prozeß Kwilecki und Genossen nähert sich seinem Ende. Von Tug zu Tag ist die Spannung größer gewor­den bei diesemKamps ums Majorat", zu dem das Schwurgericht das letzte Wort sprechen soll. Von Tag zu Tag sind aber auch die Aussichten besser geworden, daß ich die Wageschale zu Gunsten der Angeklagten senken verde. Ter Umschwung der öffentlichen Meinung ist um o bemerkenswerter, als die ersten Tage des Prozesses mit den Enthüllungen über diepolnische Wirtschaft" auf dem Gute Wvoblewo, über das gegenseitige Verhältnis der Ehegatten, die laxen sittlichen Auffassungen des ange- klagten Grasen usw. unmöglich! Sympathie mit dem Schick- al der Beschuldigten erwecken konnten. Die Belastungs­zeugen traten mit so großer Bestimmtheit auf, insbeson­dere mußte eine Zeugin, gestützt auf das angebliche Reue- bekenntnrs ihrer Mutter, sowie Einzelheiten zu berichten, wie die Kindesunterschiebung zustande gekommen sei, um der Familie Wisierski-Kwilecki das Majorat und damit be­trächtliche Vermögensvorteile zu retten daß eine Ver­urteilung sa-sh mit Sicherheit zu gewärtigen war.

Eine Kleinigkeit führte den Umschwung herbei. Da hatte ein Berliner Droschkenkutscher in der Verhandlung sehr gravierende Umstände bekundet. Das Zeugnis war auf den ersten Blick unangreifbar, obschon es erstaunlich, ja bewundernswert war, daß der Zeuge über eine so starke Erinnerung verfügte, um etwa sechs Jähre zurück­liegende Vorgänge und Beobachtungen mit aller Genauig- keir schildern zu können. Doch nein, eben nicht mit aller Genauigkeit! Die Presse war es, die zuerst in dem Zeugnis eine charakteristische Lücke entdeckte. Der Kutscher hatte beiläufig von einer bitteren, 18grüdigen Kälte an dem kritischen Tag gesprochen, die ihn genötigt habe, ein Lokal zur Erwärmung auszusuchen. Die Presse stellte nun fest, daß nach den offiziellen Aufzeichnungen gerade an diesem Tage eine sehr milde Witterung, ungefähr 2 Grad Kälte

Ten Anttag der Wgg. Wolf und Genossen, von dem Erwerb weiterer erstklassiger Weinberge möglichst ab- zusehen, dagegen an etwa 6 bis 10 Plätzen innerhalb Rheinhessens Weinberge mittlerer und geringerer Lagen an­zukaufen und mustergiltig bewirtschaften zu lassen", bean­tragt der Ausschuß zur geeigneten Berücksichtigung zu empfehlen.

Tre Abgg. Erk und Bähr haben beantragt, die Haltestelle Ranstadt an die Straße Ranstadt-Mockstadt zu verlegen. Aus die Mitteilung an die Großh. Regierung hat sich dieselbe damtt einverstanden erklärt und zugesagt, den notwendigen Geldbetrag in den »Voranschlag für 1904 ein- etzen zu wollen.

Eine Vorstellung von sieben Oberlehrern: Diehl, Dr. Dingeldey, Hattemer, Tr. Henkel, Kalbfleisch, Tr. Neßling und Tr. Schön, legt dar, daß die Petenten, obwohl sie bei günstiger Konjunktur infolge großen Lehrermangels ins Amt traten, doch erst nach nahezu neunjähriger Wartezeit, vom Staatsexamen gerechnet, und nach nahezu siebenjähriger Verwaltung des Oberlehreramtes, und zwar mit einer Ausnahme am gleichen Tage (11. Mai 1898) angestellt worden seien. Ihre Anstellung habe sich allein durch die große Zahl der provisorischen Stellen verzögert; denn es habe Ende 1897 an den höheren Schulen Hessens, einschließlich der höheren Bürger­schulen, neben 291 definitiven 93 provisorische Oberlehrer gegeben, also neben 7.5,8 Prozent definitiven 24,2 Pvoz. provisorische. Diese Tatsache in einer Zeit des Beamten­mangels sei in Hessen und anderwärts ohne Vorgang. Es wird gebeten: denjenigen Oberlehrern, die ohne ihr Ver­schulden erst nach mehr als 26jähriger Verwaltung des Oberlehreramtes, von dem Zeitpunkt der Erlangung der Anstellungssähigkeit gerechnet, den Höchstgehalt erreichen würden, die übrige Tienstzeit als Besoldungsvordienstzett anzurechnen. Der Ausschuß beantragt einstimmig, die Kammer wolle beschließen, der Vorstellung mit der Maßgabe Folge zu geben, daß die Regierung ersucht werde, im Rahmen der Bestimmungen des Besoldungs­gesetzes bei Bemessung des Dienstalbers der Petenten die eere außerordentlich große Zahl provisorischer Dienst- m (beinahe 25 Prozent aller Stellen) und die dadurch verursachte ungewöhnlich lange Dauer der Verwendungs­zeit in angemessene Berücksichtigung zu ziehen.

Tie Vorstellung der Großh. Pfandmeister, betr. Regulierung ihres Tiensteinkommens, beantragt der erste Ausschuß abzulehnen; ebenso die Vorstellung des Be­zirkskassierers Strack fcu Ulrichstein und des Zug- fiihrers Port zu Gießen. .

Ter Abg. Dr. Schmitt beantragt bekanntllch mit 44 Genossen: an die Großh. Regierung das Ersuchen zu richten, Unter Beibehaltung des juristischen Universi­tätsstudiums und einer dreijährigen Dienstzeit in das nächstjährige Budget einen Betrag einzustellen, der zur weiteren Ausbildung der jungen Ver- waltungsbeamten nach bestandenem Staats­examen in Landwirts chaft, Industrie, Handel und Gewerbe, Genossenschaftswesen rc. Ver­wendung jinden soll. Die Regierung teilte dem 1. Ausschüsse mit, daß in dem Haupworanschlag für 1904 ein Kredit von 2000 Mk. vorgesehen werden soll zur Gewährung derartiger Bechilsen. Die Regierung glaubt, von der Inanspruchnahme weiterer staatlicher Mtttel zu gedachtem Zweck vorerst ab­sehen zu können, zumal da schon bisher eine Anzahl der jüngeren Verwaltungsbearnten zur Vervollständigung ihrer Ausbildung in angegebener Ricytung bestrebt gewesen ist. Ter Ausschuß erkennt dankend das Entgegenkommen der Regierung an, wenn er auch nicht bezweifelt, daß damit nur ein schwacher Anfang geschaffen ist. Man sieht von einem Anträge auf Erhöhung der bescheidenen Unter- stützungssunune mit Rücksicht darauf ab, daß es sich vor­erst nur um den Alifang eines Versuchs handell, daß eine Feststellung des Bedürfnisses erst allmählich emtritt und daß in manchen Fällen die gewünschte praktische Aus­bildung auch gegen angemessenes Honorar und ohne Unter­stützung möglich sein wird. Ter Ausschuß setzt hierbei vor­aus, daß auch fernerhin die Regierung zu Zwecken folger Ausbildung, insbesondere bei Bürgermeiirern, Banken,, Ge- nossenschaiten, größeren Privatverwaltungen und dergleichen den A sessoren bereitwillig den erforderten Urlaub erteilen und habet selbst die Gefahr nicht scheuen werde, daß m einzelnen Fällen, die wohl immerhin eine Ausnahme bilden werden dem Staatsdienste ein Anwärter verloren gehe. Was die Frage der Verlängerung des juristischen Studiums und des praktischen Vorbereitungs­dienstes anlangt, so haben nach Mitteilung der Regier­ung die hierüber eingeleiteten Verhandlungen btsber noch nicht zu einem gestimmten Ergebnis geführt. Es scheint dem Ausschuß aber $erabe deshalb wünschenswert, daß die Kammer über diese Punkte ihre Ansicht tn der Richtung des Antrages Schmitt äußere. Der Ausich^ß glaubt aus den bereits im Plenum bei der vorjährigen Budgetberatung erörterten Gründen, daß tm allgemeinen bie Güte unb Tiefe bet Botberertungs arbeit des jungen Staatsdiensta;piranten nicht in dem Maße wachse, in welchem die dafür besttutmte Z e 11 verlängert wird. Es ist zu bei ar eilten, daß der Zusa^ eines Halbjahres am Schlüsse dieser Zett den Arbecksbegtnn hinausschiebe und fleißige und befähigte Elemente zwecklos zurückhalte. Ueberdies kann es m# bie Aufgabe des Studiums und des Vorberetiungsaeeefies sein, den Vildungsgang völlig abzuschiließen, und es wird unter allen UmstLnben für bie Vollendung dteses Ganges noch so vieler praktischer Arbeit in veraNiwonlltcher selbsiandiger Stellung bedürfen, daß ernste Bedenken bestehen gegen das 5)in aus schieb en dieser selb ständigen Arbeit durch Verzöger­ung der Staatsprüfung. Auch die dadurch bedingte Er­schwerung der Vorbereitung für M i n d e r b e m 111 e 11 < in nicht erwünscht. Im Ausschüsse wurde bei diesa Gelegenheit von mehreren Seiten die Tatjache bedauert, daß in Verwaltung und Justiz ein zu häufiger W e ch s e l des B e s ch ä f t i g u n g s o r t e s der verwen­deten oder angestellten Beamten eintrete, wodurch die Grünbiichkeit bet Ausbildung dieser Beamten ebenso seht leibe, als bas Interesse bet von dem steten

Ausland.

Windsor, 20. Rov. Der König von Italien empfing heute nachmittag mehrere Abordnungen. Zur Abend­tafel beim König und der Königin in der St. Georgshall waren die Einladungen ergangen. Trinksprüche wurden nicht ausgebracht.

Pans, 21. Rov. Ein Telegramm nus Wien berichtet, der türkische Großvezier habe seine Demission ge­geben und zwar wegen der von der Umgebung des Sultans gemachten Anstrengungen, den letzteren zur Ablehnung der österreichiseh-rusfischen Reformvorschläge zu be|tinnnen. Der deutsche Kais er und der Zar sollen dem Sultan ihre Vermittlung angeboten haben.

Madrid, 20.'Rov. Am heutigen Nachmittag gab ein Mann drei Revolverschüsse auf den Professor Brieva ab, der dem König Vorträge über Geschichte gehalten hatte sBrieva wurde leicht verwundet.