Ausgabe 
21.11.1903 Erstes Blatt
 
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politisch klüger und einer großen Partei angemessener ge­wesen, hätte sie sich nach dem Ergebnis der Urwahlen in das Unvermeidliche geschickt und danach ihr Verhalten eingerichtet.

DemHanrb. Korr." wird geschrieben, daß hervor- rageirde U n i v e r s i t ä t s p r o f e s s o r e n sich für das Kom­promiß mit der Soziatdemokre c eingesetzt hatten. So­viel derFreis. Kg" bekannt, sind dies Professor -Schmoller und Dr. Hans Delbrück.

Aus Berlin geht uns noch folgender Bericht zu:

Berlin, 20. Nov. Bei der Landtagswahl im Kreise Teltow-Beeskow kam es zu stürmischen Szenen. Die Sozialdemokraten verzögerten die Wahl durch ab­sichtlich langsames Stimmen und drängten gegen den Tisch des Wahlkommissars unter st ü r m i s ch e n Ruse n, als dieser die Wal)l durch schnelleres Ausrufen zu be­schleunigen suchte. Der Wahlkommissar requirierte poli­zeiliche Hilse, um Platz schaffen zu lassen. Die Sozial^- demokraten pvotesrierten lärmend, bis der sozialdemokra- rische Stadtv. Hirsch durch eine Ansprache Ruhe schasste und die Polizei sich entfernte. Die erste Abstimmung war erst um 9 Uhr abenDs beendet. Nach derselben^halte Stich­wahl stattzufinden, die sofort beginnt. Die Sozialdemo­kraten stimmen, obwohl ichre Kandidaten nicht in die Stich­wahl kamen, trotzdem wieder für diese. Der Wahlkommijsar wergerte sich, t)ie(e Stimmen zu protokollieren. (Kolos­saler Lärm, Drvhrufe.) Die Versammlung gleicht einem tobenden Meere. Endlich gibt der Lanorat nach und erklärt sich bereit, die Namen der Sozialdemokraten zu protokollieren, worauf der Wahlakt sehr langsam fort­geht und durch den Ulk der Sozialdemokraten verzögert wird, die bald den Reichskanzler, bald EugenRichter, bald denWahlkommrssarwäh- Xen. Bis nachts W Uhr war bekannt: Feltsch (Lons.) 1010 Stimmen, Reinbacher (fr. Vp.) 822, Hir.ch (soz.) 653, .2 Stimmen zer.plittert; für das zweite Mandat: Stummer (kous.) 1009, Karsten (nl.) 835, ZubeU (soz.) 6-16, zer­splittert 16 Stimmen.

Komische Tagesschau.

Der amerikanische Tabaktrust

macht wieder von sich reden. Die den Stuft in Deutschland vertretende Dresdener Zigarettenfabrik beabsichtigt, wie es heißt, ihr Aktienkapital auf 5 Millionen Alk. zu erhöhen, und steht angeblich mit einer Bank in Ver­handlung wegen Uebernahnre der neuen Aktien. Trifft das zu, dann ist nut der Möglichkeit zu rechnen, daß ver­sucht wird, die Aktien dieser Fabrik an der Börse einzusühren, mit deutschem Gelde die Geschäfte der Amerikaner zu be­sorgen. Im Intereffe des gesamten deutschen Tabakgewerbes liegt es, daß solchem Unternehmen der Erfolg versagt bleibt. Der Wettbewerb des Trusts erweist sich zwar dem 'Anschein nach nicht so ruinös, wie ursprünglich befürchtet rourbe; die Trustware findet beim Publikum nicht ganz den erwarteten Anklang. Das Truslfreie Fabrikat vermag sich jedenfalls zu behaupten. Umsoweniger liegt für die Finanzkreise ^Veran- lassung vor, dem deutschen Tabaks- und zwar zunächst dem Zigarettengewerbe in den Rücken zu fallen.

vermischte».

* Berlin, 20. Nov. Seit heute nachmittag sind in Berlin wiederholt leichte Schneefälle eingetreten.

* Breslau, 20. Roo. Im Riesengebirge und im Hirschberger Tale sind seit gestern gewaltige Schnee massen niedergegangen, die beträchtliche Verkehrsstörungen her- oorgerufen haben. Die Eisenbahnzüge erleiden Verspätungen; die Lastfuhrwerke kommen nur nut Vorspann fort. Viele Telegraphendrähte sind zerrissen. Der Telegraphen- und Telephon-Verkehr ist teilweise gestört. In den Wäldern ist viel Schaden durch Schneebruch angerichtet. Auch aus der Grafschaft Glatz wird starker Schneefall gemeldet.

* Posen, 20. Nov. Zu der Meldung derPosener Ztg.", nach der bei der hiesigen Landschaftlichen Bank Kassendefekte entdeckt und infolgedessen Verhaftungen vor­genommen wurden, wird von maßgebender Seite mitgeteikt, es handle sich keineswegs um Kassendefekte, sondern um den Betrug eines Hilfsbeamten, durch den die Bank um einen nicht sehr wesentlichen Betrag geschädigt wurde. Der Hilfsbeamte wurde verhaftet. Ein Teil des Geldes ist der Bank bereits wieder zugestellt.

* Augsburg, 2O. Roo. Kommerzienrat Butz, Direk­tor der Zwirnerei und Nähfadenfabrik Göggingen, ist ver­gangene Nacht.gestorben.

* Pans, 20. Noo. Als der LustballonLebaudy" nach der heutigen Fahrt landen sollte, wurde er gegen einen Baum geworfen und platzte. Der Ballon wilrde vollständig vernichtet. Die Insassen blieben unversehrt.

* Paris, 20. Nov. Wie nutgeteilt wird, ist nunmehr auch der vierte Mitschuldige an dem Morde der Mdame Fougöre in Aix les bams verhaftet worden. Heute soll eine Gegenüberstellung der vier verhafteten Personen statt­find em_____________________________________________________

gnnöci Mlö Verkehr. Vollisumlschasl.

Krauts urter «tadtaulcihe. TerReichsanz." veroffeut- licht eine Genehmigungsurkunde, beireffend die Ausgabe einer An­leihe bis zum Betrage von 27 Millionen Mark durch die Stadl Frankfurt a. Al. Die Anleihe ist je nach der Lage des Geldmarktes mit 3, ö12 oder 4 Proz. zu verzinsen.

Mannheim, 2O.9lov. Berernsüddeutscher Handels' müller und Verband süddeutscher Mehlhändler. In dem schon seit Monaten wogenden Kampfe zwischen Alüllern und Mehlhändlern kam endlich gestern nach Dielen Bemühungen unter Vorsitz des Vorstandes der Mannheimer Produktenbörse ein Friede nsschluß zustande, nach welchem für den Fall des Ein­tritts einer Zollerhöhung auf Getreide für jede Mark Zollerhöhung Prozent dieser Erhöhung für das noch »licht zurAblleierung gelangte Alehl den Käufern zur Last fällt. TaS Ausbeuteoerhälliiis, welches der Berechnung zu Grunde zu legen ist, ist für Weizen mit 75 Prozent, für Roggen mit 65 Prozent anzunehmen. Tem Vorstand der Mannheimer Produktenbörse wurde zum Schlüsse von beiden Par­teien der Dank ausgesprochen für seine Bemühungen zur Herstellung des Friedens.

Gießen, 21. Nov. Marktbericht. Auf heutigem Wocbenmarkt koslelen: Butter pr. Pfd. 1.001,20 Alk., Hühnereier 1 St. 810 Vfg., 2 Sick. OOOO Pfg., Gäiijeeier OOOO Pig., Enleneier8O Pfg., Käse pr.Stck. 68 Pf., Käjemalte2 Stck. 56 Pfg., Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linien pr. Liter 32 Pig., Lauben pr.Paar O,7OO9,OAlk., Hühiier pr. St. 1,301,80 Alk^ Hähne pr. Stück 0,701,50 Alk., Enten pr. Stück

1,702,20 Mk., Gänse pr. Pfd. 5060 Pig., Ochsenfleisch pr. Psimb 6878 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 6266 Pfg., Schweine­fleisch pr. 'Pfund 6676 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 7076 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 6574 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,005,50 Alk., Weißkraut per Stück 57 Pfg., per Zentner 1.301.60 'Ulf., Zwiebeln pr. Zentner 4,505,00 Alst, Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Zentner 16 bis 02 Alk., in Körben 0000 Vfg, Nüsse 100 St. 40 Pfg.

Losjuz MS ütu stMSkSsmlsretzistkkll Orr ÄlsittklkM. Aufgebote.

November. 14. Karl Zinn, Sergeant dahier, und Katharine Louise Pfeil dahier. 17. Adolf Schmidt, Hilssheizer dahier, und Julie Gieselcr zu Oberfischbach. 20. Gottlob Atayer, Zuschneider dahier, und Martha Wacker zu Pforzheim.

Eheschließungen.

November. 14. Johann Ludwig Jakob Hengst, Kaufmann dahier, mit Emma Friederike Noll, Tochter des Lokoniotivführers Wilhelm Noll dahier. 14. Wilhelm Georg Ernst Schmidt, Eisen- dreher dahier, mit Katharine Alargarethe' Schmidt, Hausmädchen dahier.

Geborene.

November. 7. Dem Schneidermeister Robert Gärtner eim. Tochter. 8. Dem Lokomotivführer Friedrich Wilhelm Thielmann eine Tochter, Emmy Johanna Klara. 10. Dem Dachdecker Hein­rich Prang einen Sohn, Ernst. 11. Dem Elsenbahnwerkstätten- arbeiter Frairz Heim einen Sohn. 12. Dem Aufseher Johannes Pfeil eine Tochter, Luise Paula. 13. Dem Kaiialarbeiter Heiiirich Reuel eine Tochter, Katharine Margarethe. 14. Dem Dachdecker Wilhelm Rörig eine Tochter. 14. Tem Schlosser Karl Carle einen Sohn, Fritz Ernst Lonis. 14. Tem Schutzmann Wilhelm Schmidt einen Sohn, Wilhelm Karl. 14. Dem Registrator Ernst Rumps einen Sohn.

Gestorbene.

November. 13. Heinrich Sack, 52 Jahre alt, Schreinermeister dahier. 15. Johannes Kinkel, 49 Jahre alt, Lchremermelsler dahier. 17. Louise Panz, 1 Jahr alt, Tochter des Taglöhners Heinrich Christian Panz dahier. 20. Wiegand Wagner, 3 Jahre alt, Sohn des Handelsmannes Wiegand Wagiier dahier.

Was die Samilie

filier Ka»l>retuers WatzKaffee sagt!

Kathreiners Malzkaffee istmirderliebste Morgentrunk!" sagt der Vater.

Kathreiners Dl alzkaffeeenthebtmichmancher Sorge um die gute Ernährunng der Kinder!" sagt die Mutter.

Und die Kinder selbst? die sagen immer nur: Mama, bitte, noch eine Tasse!" 7083

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