Ausgabe 
20.10.1903 Zweites Blatt
 
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Sefad®ffeSaÄSels

Man verlange Muster von der Fabrik und Handlung: , von Elten L, Keussen, Krefeld. -

anschließen.

u.

Für besseres Schuhzeug

Schlußkurse. 208.00 217.12 141. 189.75 198.75

Oest. Kredit.

Deutsche Bank . Darmstädter Bank Bochumer Guß .

Wiesbaden aufgetreten ist, wird sie jetzt in Mainz in Jephtas Tochter" undLiebelei" austreten. In Gerns­heim wurde am Samstag vor den Augen der Mutter das 3 ^jährige Söhnchen der Glasermeister Gg. Müllerschen Ehe­leute überfahren. Die Frau ging spazieren, als dem voraus­lausenden Jungen der Kreisel aus der Hand siel und unter ein vorbeifahrendes Fuhrwerk rollte. Das Kind lief dem Kreisel nach und ehe die hinzueilende Mutter es verhindern konnte, ging das Hinterrad eines angehängten Wagens dem Kleinen über den Kops. Das Kind war sofort tot

»ent.

Anfangs-

. 207.00

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Neueste Meldungen.

Originaldrahtmclduttgen des Gießener Anzeigers.

Stuttgart, 20. Okt. Im Hostheater erlebte das SchauspielJunker Kai" von Holger Drachmann seine Uraufführung. Die dramatisch schwächliche, aber große lyrische Schönheiten aufweisende Dichtung bestemdete An» :ang§, erregte dann aber wachsendes Jnterefle.

London, 19. Okt.Daily Mail" läßt sich aus Chicago kabeln: 6 Räuber übersielen gestern abend die Stadt Bernick, die etwa 100 englische Meilen von Chicago entfernt liegt, terrorisierten die gesamte Einwohnerschaft, plünderten die Bank und konnten sich dann nut ihrer Beute in Sicherheit bringen. Sie trafen spät abends in einem mit 2 schnellen Pferden bespannten Wagen in der Stadt ein, fuhren bei der Bank vor, sprangen ab und brachen die Türen aus. 2 Mann blieben als Wache auf der Straße, während die 4 anderen den Panzerschrank mit Dyna­mit sprengten und 30 000 Doll, mitnahmen. Die Ex­plosion brachte die ganze Stadt in Bewegung. Eine Schar Bürger eilte unter der Anführung des Polizeidirektors nach dem Schauplatz der Explosion. Man hatte aber vergessen, Waffen mitzubringen, und so konnten die Räuber mit ihren Gewehren die Menge in Schach halten und einen Rückzug antreten. Sie luden ihre Beute auf den Wagen und fuhren davon, ohne daß sich jemand an sie heranwagte. Später machten sich bewaffnete Abteilungen zu ihrer Ver­folgung auf, holten sie aber nicht mehr ein. Von den Räubern fehlt jede Spur.

Paris, 20. Okt. Blättermeldungen zufolge ist eirrAd^ miral, deffen Name mit Rücksicht aus die Familie nicht genannt wird, plötzlich irrsinnig geworden. Er kaufte in einem Warenhause für 25 000 Franks Darnen-Unterkleider, deren Abnahme seine Familie verweigert.

Rom, 20. Okt. Die Blätter konstatteren übereinsttmmend den enormen Eindruck, den die Ernennung Merry del Vals zum Staatssekretär auf die Kurie gemacht hat. Die Tribuna meint, er sei gewählt worden, weil der Papst einen unparteischen Berater wünscht, der weder Pro- noch Anti-Rampollianer sei. Der Papst entschloß sich zur Wahl Merry bei Vals erst, nachdem er zuvor mehrere andere Kardinäle befragt hatte. Da aber keiner das Amt übernehmen wollte, bestätigte er den erst 3 8 Jahre alten Merry del Val. Für deffen Verhältnis zu Deutschland dürste es be­zeichnend sein, daß er der Sohn jenes spanischen Diplomaten ist, der eifrig Spaniens Beitritt zum Dreibunde be­trieb. Bei dem ersten Konsistorium werden außer Merry del Val ailch die Bischöfe von Padua, Bonevent und Viterbo und der Majordomus des Vatikans den roten Hut erhalten.

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Alses-Schule

für Irauen-Mdung und -ßrwerö.

Die Alice-Schule in Gießen wird am

Sonntag den 25. Oktober, um 11 Mr pünktlich

in der Turnhalle der Stadtknabenschule an der Nordanlage die

Feier ihres 25jährigen Bestehens begehen und ladet hierzu die Mitglieder des Alice-Vereins und alle ihre jetzigen und früheren Schülerinnen freundlichst em.

Der Zutritt ist nur gegen Vorzeigung einer Emtrsttskatte ge­stattet, die am Freitag und Samstag für die Mitglieder desAllce- Vereins in der Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 14, für die Schüle­rinnen in der Alicefchule ausgegeben werden. Der Eingang i|t nur von der Nordanlage aus.

Nach Schluß der Feier wird die Ausstellung weiblicher Hand­arbeiten in der Alicefchule eröffnet. 7894

Vermischtes.

* Berlin, 19. Okt. Wie derVorwärts" berichtet, ist das am Leben gebliebene Opfer des Hauslehrers Dipp old, Joachim Koch, von seinen Eltern in einer Pen- ion zu Steglitz untergebracht worden. (Haben denn die Eltern das Kind nicht zu sich nehmen können? Findet sich ür den kleinen Knaben kein Raum in dem Paläste des Bank­direktors an der Tiergartenstraße zu Berlin? D. Red. d. Gieß. Anz.).

* Neunkirchen, 19. Okt. Bei dem Brande eines Wohnhauses kamen drei Kinder einer Arbeiterfamilie in den Flammen um.

* München, 19. Okt. Die beiden Söhne des Bürgermeisters Gatter aus Grafbrunn wurden wegen Mordes an einem Pferdehändler verhaftet.

* London, 19. Okt. Im August verschwand hier auf geheimnisvolle Weise, ein Fräulein Dr. Hickmann. Gestern wurde die stark verweste Leiche im Richmondpark bei London von Kastanien suchenden Knaben gefunden. Der Körper war nicht mehr rekognoszierbar. Doch läßt ein bei der Toten gefundenes Medaillon und ein Ambulanzkreuz keinen Zweifel an der Identität der Toten. Die Leiche ist stark verstümmelt, jedoch wahrscheinlich von Ratten. Die Unter­suchung von Fräulein Hickmann hat ergeben, daß sie wahr­scheinlich Selbstmord durch Auffchneiden des Halses verübt hat. Die Medaille hatte Fräulein Hickmann vor einem Jahre als ersten Preis für Schwimmen erhalten.

Jassy, 19. Okt. Der unter der Anklage des Miß­brauches der Amtsgewatt und wegen Unregelmäßigkeiten seines Postens enthobene Polizeiches Botec hat sich er­schossen.

* Groß feuer. In der deutsch-amerikanischen Werk­zeugmaschinenfabrik von Krebs in Halle a. S. hat ein Großfeuer bedeutenden Schaden angerichtet. Das Modell­lager und eine Anzahl fertiger Maschinen wurden ver­nichtet.

* Lebensmüde. In München hat sich Oberst Zorn, Kommandeur des Kadettenkorps, aus Schwermut er» schossen. In Karlsruhe hat sich der General der Artillerie a. D. Wilhelm v. Gemmingen in seiner Wohnung erschossen. Das Motto dürste in Krankheit zu suchen sein. Vor einigen Tagen nahm sich sein Bruder gleichfalls das Leben. Auf dem Friedhof zu Karlsruhe erschoß sich bei der Beerdigung eines Architekten ein Bauer aus Hagsfeld aus unbekannten Gründen.

* Der Vesuv ist in eine neue Eruptionsepoche eingetreten, er zeigt große Rauchwolken. Von Zett zu Zei erfolgen Gas- und Dampfexplosionen.

* Bei einem Erdbeben in Chorasam (Persien) wurden 13 Dörfer zerstört, 250 Menschen getötet. 5000 Personen sind obdachlos.

Sturm und Kälte. Am Sonntag wütete bei wolkenlosem Wetter ein furchtbarer Sturm auf der Nordsee und ebenso in Oberitalien. Unweit Kuxhaven strandete Sonntag nacht ein unbekanntes Segelschiff. Acht Mann der Besatzung ertranken, Auf den ober- italienischen Seen und aus den Lagunen vonVenedig kenterten viele Fahrzeuge und mehrere Menschen fanden den Tod. In Turin richtete der Sturm an den Häusern und Gärten großen Schaden an. Aus dem adri a tisch en Meere scheiterte bei Chioggia der SchonerVincenzina", wobei sechs Personen ertranken. Eine Barke mit 4 Zoll­wächtern wurde bei Venedig von den Wellen verschlungen. Nach einer Wiener Depesche ist in den österreichischen Alpen ein jäher Wettersturz eingetreten. Aussig und Inns­bruck melden Schneefall im Tal.

Kunst und Wissenschaft.

__ Wie aus Kopenhagen gemeldet wird, bestätigt es sich, daß der diesjährige litterarische Nobelpreis zwischen Björnson und Ibsen geteilt werden soll. Für den chemischen Preis ist der schwedische Professor Arrhenrus, für den medizinischen Zinsen vorgeschlagen.

Gerichtssaal.

Gießen, 16. Ott. Heute verhandelte die Straf­kammer gegen den Kaufmann R. W. aus Frankfurt o. wegen Betrugs. Der Angeklagte war bis Ende 1897 Mitinhaber der hier bestehenden Eisenfirma Heimer u Co. Anfano 1898 etablierte er mit einem Kapital von 50000 Mk. die Acetylew-APparate-Fabrir Gießen. Die Firma geriet Mitte März 1902 in Konkurs. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, daß er seinen ehemaligen Sozius Heimer zu bestimmen gewußt haoe, eine Anzayl Wechsel zu girieren, die er diesem gegenüber als Kimden-Wechsel bezeichnet hat, die aber sich hinterher als sogenannte Reitwechsel erwreserr. Der Angeklagte hat ferner Heimer zu bewegen gewußt, wechselmäßig für größere Summen Bürgschaft zu leisten, und zwar durch falsche Vorspiegelung, daß eine Firma in Nossen bereit sei, sich mit einer Einlage von 40000 Mk. an der Apparate-Fabrik zu beteiligen. Das Urteil gegen W. lautete auf ein Jahr Gefängnis. Der Verurteilte wurde sofort in Hast genommen.

Berlin, 19. Ott. Ein sensationeller Wucher­prozeß begann heute vor der 10 Sttafkammer des Land­gerichts L Die Anklage richtet sich gegen 10 Personen, die beschuldigt sind, sich mehr oder weniger in wucherischer Weise an der Ausbeutung geldbedürstiger Lebemänner beteiligt zu haben, wobei die verschiedenen Fäden in den meisten Fällen in der Hand des Hauptangeklagten Ros en stiel, eines wegen Wuchers und Bettuges vorbestraften Agenten znsammen- liefen. Der interessanteste Teil der Anklage, bei dem es sich um Urkundenfälschung und versuchten Betrug handelt, betrifft den Grafen Franz Larisch-M önnich, der einer reichen Adelsfamilie entstammt.

Arbeiterbewegung.

Paris, 19.Okt. Das Referendum hat gestern inArmentteres und Houplies stattgefunden. In den meisten Stinimlokalen fun­gierten Lehrer und Professoren als Vorsitzende. Die Abstimmung erfolgte mit größter Ruhe. Auch Frauen nahmen daran teil. In Armentieres wurden 5074 Stimmen für und 1099 gegen die Fortsetzung des Streikes abgegeben; in Houplies 2152 für und 196 gegen die Weiterführmng des Ausstandes, ^vamit ist dessen Fortdauer gesichert. In Dünkirchen stimmten von 400 Be­rechtigten nur 140. Von diesen waren 73 gegen und 67 für die Wiederaufnahme der Arbeit. Alle Hafenarbeiter-Verbände müssen sich nunmehr statutengemäß den streikenden DockarbeUern

treten. (D. Tgbl.)

r. Mainz, 20. Okt. (Eigener Drahtbericht.) In Hochheim hat man einen Reblausherd von bedeuten­dem Umfang entdeckt. 6 Morgen Weinberge sind bereits gesperrt.

Frankfurt a. Ml, 19. Ott. Die Ant iduell-Liga hatte gestern eine Besprechung wegen Errichtung euter Ortsgruppe der Liga in Frankfurt a. M. für die Pro­vinz Hessen-Nassau und das Fürstentum Waldeck. Der Vor­sitzende Karl Fürst zu Löwenstein sprach zunächst über Zweck und Ziele der Liga. Zum Schuh der Ehre, d. h. des guten Namens und Ruhms eines Menschen erftrebt die Liga in erster Linie eine Einwirkung auf die Strafgesetz­gebung, sowie ferner die Einsetzung privater Ehrengerichte. Bisher sind acht Ortsgruppen in Deutschland errichtet wor­den. In der Diskussion sprach man sich allgemein für die Gründung einer hiesigen Ortsgruppe der Liga aus. den Vorstand wurden gewählt: Graf Bo th m er-Wies­baden erster Vorsitzender, Oberlandesgerichtsrat Lossen zweiter Vorsitzender, Rechtsanwalt Dr. Strohe Sekretär. Im Laufe der Debatte kr^t Ober­bürger m elfter Dr. Antoni-Fulda der Ansicht ent> gegen, daß die Liga fast nur aus Katholiken bestehe. Da^ fei nicht der Fall, die. Mitglieder des Aktionskomitees feien lux- Hälfte Katholiken, zur Hälfte Protestan- te n. Aus der Mitte der Versammlung wurde besonders dem Wunsch Ausdruck verliehen, noch auf eine größere Agi­tation zu Gunsten der Liga in nicht katholischen Kreisen be- dackt zu sein. Die Liga sieht vor einen Ehrenrat, ein Ehren- aeriajt und als Berufungsinstanz einen großen Eyrenrat.

Kleine Mitteilungen aus 5) essen und den Nachbarstaaten. Nachdem Frau Agnes Sorma in

Papier schreiben btt. Lide Heinerich mei einszicher gebaute ist nur : zu dir, ich Träume alle Nacht von Dir.

Lieber Heinerich Rosen unb Vergißmeinicht sinb jetzt nicht mehr zusinben, sonst würb ich noch meiner Pflicht, Einen Blumen- kränz dir wänden. r, ,

So lang soll unser liebschaft wahren, bis die Raben warben 1 weiß. Unb die Dornen nicht mehr stechen bann soll unsere Lied- schäft brechen.

Vtel tausenmal gegrüßt

Balbige von Deiner Dich liebenben '

Antwort. ,

**Jubiläum der Alice-Schule. Unsere gestrige Notiz können wir heute dahin ergänzen, daß die Feier am . (Sonntag, den 2 5. Oktober, pünktlich um 11 Ubr der Turnhalle der Stadtknabenschule an der Nord­anlage stattsinden wird. I. Kgl. Hohett Hoheit die Prin­zessin Ludwig von Battenberg, die ätteste Tochter 'bei verewigten Großherzogin Alice, wird mit dem Schnell­zug um 10 Uhr hier ankommen. Die Feier wird eingeteitet unb geschlossen durch Gesang des akademischen Gesang­vereins die Hauptnummer des Programms bildet ein Vor­tagüfeer die Geschichte des Alice-Vereins. Die näheren Bestimmungen über die Teilnahme der Mitglieder des Alice- Vereins und die ehemaligen Schülerinnen an der Feier sind im heutigen Anzeigenteil enthalten. An die Feier schließt sich die Eröffnung einer allgemein zugänglichen Ausstell­ung weiblicher Handarbeiten im Lokal der Alice-Schule auf Oswalds Berg an.

b. Reiskirchen, 19. Okt. Gestern abend brachte der Gesangverein Harmonie seinem scheidenden Mitglied, Herrn Nöder, einen Fackelzug mit Ständchen. Der Verein sang einige Lieder am Hause des allgemein beliebten Herrn und versammelte sich dann, einer Einladung seines Mitgliedes folgend, im Vereinslokal, bei Herrn F. Gundrum. Hier wechselten Ansprachen und musikalische Vorträge der Herren Bürstlein und Momberger mit Gesängen ab und spät erst trennten sich die Teilnehmer, so daß mancher auf seinem Heimweg von der nützlichen Einrichtung der Straßenlaternen, die leider schon um 12 Uhr ausgelöscht werden, nichts mehr profitieren konnte.

)( Grünberg, 19. Okt. Das H. Linkersche Ehepaar beging gestern die Feier der silbernen Hochzeit. Die hiesige Wollweberei von G. Allmendinger hat einen statt­lichen Neubau erstellt, in welchem eine mechanisch Weberei mit Motorbetrieb eingerichtet worden ist und demnächst in Betrieb gesetzt wird. Dieser Tage wurde hier ein alter Mann, welcher in der Stadt gebettelt hatte, abends in ziemlich bewußtlosem Zustande aufgefunden und in das nächstgelegene Haus verbracht. Ohne wieder zum Bewußtsein gekommen zu sein, verschied der auf» gefundene Fremde. Die bei dem Toten befindlichen Papiere lauten auf Jakob Thoma aus Lorsch bei Bensheim a. d. B., 67 Jahre alt.

R. B. Darmstadt, 19. Ott. Ter Zar empfing gestern vormittag bei seiner Anwesenhett in Darmstadt gleich nach Beendigung des in der russischen Kavelle stattgehabten Gottesdienstes den russischen Minister des Auswärtigen, Grasen Lamsdorff, in längerer Audienz. Prinz und Prinzessin Heinr ich von Preußen sind bereits heut nach- mittag gegen 5 Uhr wieder in Jagdschloß Wolfsgarten ein- getroffen. Am Samstag nachmittag statteten Prinz, An­dreas von Griechenland unb Gemahlin dem griechischen Kronprinzenpaar einen Besuch ab unb kehrten am Abend Mittels Automobils nach Darmstadt zurück. Ter heutige Polizeibericht waitz gleich auf einmal von drei ernsten Messer stecherein zu berichten; ein Wirt wurde au dem Sopya von seinen Gästen überfallen und erhielt eine klaffende Wunde am Hinterkopf, ferner wurde ein Dra­goner in der Anuastraße derart in den Unterleib gestochen, daß er sofort ins Garnisonlazarett geschafft werden mußte, unb endlich hat ein Taglöhner in der Attstadt seinen Kollegen durch einen Messerstich gefährlich verletzt. Der­selbe Polizeibericht meldet dann noch einen Einbruchs­diebstahl in das Bureau des Friedhossverwatters unb einen Entendiebstahl, ferner die Auffindung der Leiche Schneiders, den Selbstmordversuch einer Frau und zwei Anzeigen wegen Urkunbeusalschung, Bettmg unb Unter­schlagung. Das ist boch! ein bischen viel auf einmal aus der Kriminalstatistt? einer Stabt mit 75000 Einwohnern!

Darmstadt, 19. Okt. P e ch hatte bei seinen Versuchen, sich wieder zu verheiraten, ein hiesiger Witwer. Er ver­lobte sich vor ca. einem Vietteljahr mit feiner Haus­hälterin, doch entfernte sie sich, ehe der Hochzeitstag kam, ans der Wohnung ihres zukünftigen Gatten auf Nimmer­wiedersehen. Dies entmutigte jedoch den Heiratslustigen nicht und es sollte am verflossenen Samstag mit einer neuer­dings Auserwählten fröhliche Hochzeit gefeiert werden. Am Vormittag wurde der glückliche Bräutigam von ferner Zukünftigen in die Stadt geschickt, um Einkäufe zu besorgen unb als er wieder nach seiner Wohnung kam, war die Treu­lose verschwunden, wohin, unbekannt. Die beiderseitigen Verwandten, welche von auswätts zur Hochzeitsfeier herbei- geeUt waren, mußten wieder mißgestimmt die Heimreise an-

Sandel und Verkehr. Volkswirlschast.

Berliner Börse vom 19. Oktober 1903.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Drskont 3% Prozr '

Harpener Bergbau . . 198.30

Schluß-Tendenz: Schwächer.

Konstantinopel. 19. Okt. Die Einnahmen der Türkischen Tabacksregre-Gesellfchaft betrugen im September 19900000 Piaster gegen 19 200 000 Piaster im Vorjahr.

Berlin, 19. Okt. Die Zentrale für Spiritusverwettung setztt den Verkaufspreis von Sprit für De^emberlieferung auf M. öl, für Ianuar-September-Lieferung aus Mk. 52,50 fest.