Ausgabe 
20.10.1903 Erstes Blatt
 
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Wetter

7519

Gerichtssaal.

Giessen, den 19. Oktober 1903.

9,2 o C.

1,8u C.

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Oktober 1903.

Bew. Himmel Hell. Himmel Nebel

Höchste Temperatur

Niedrigste

'S'

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Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

am 18. bis , 18. ,

19.

19.

Braut "Seide

Zollfrei! Muster an Jedermann!

Seidenfabrikt. Henneberg, Zurich.

Schiffsnachrichten.

Norddeut sch er Lloyd.

In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz.

Bremen, 15. Oktober. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-PostdampserFrankfurt", Kapitän P. Albrecht, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heilte 8 Uhr morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen.

Bremen, 14. Oft (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschraitben'PostdampserGroßer Kurfürst", Kapitän W. Reinikaslen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 7 Uhr abends wohlbehalten m New-York angekommen.

Ned Star Linie.

Der PostdampserRhynland" der Red Star-Linie, in And werpen, ist laut Telegramm am 13. Oktober wohlbehalten in Philadelphia angekommen.

Hamburg-Amerika Lin re.

Vertreter in Gießen S. Elsoffer. Marktstraße. ,

Hamburg, 16. Oft. Der Hamburger PostdampserPretoria , Kapitän Schrötter, ist am 15. Oktober, 7 Uhr abends, wohl- behalteu von Hamburg via Boulogne s/M. und Plymouth m New- York angekommen.

hatte, die Namen der an der Ermordung der Fongöre be­teiligten Personen bekannt zu geben. Außerdem ist eine dritte Verhaftung heute hier erfolgt. Eine Haiissuchung ergab den Beweis der Täterschaft der drei verhafteten Personen.

Ein teuflischer Racheakt ist in Ludwigs­hafen a. Rh. no^ch. glücklich vereitelt worden. Er war von einem früheren Werksicutenschlosser Jmv aus Schifser- stadt gcplannt, der angiebt, von seinen Vorgesetzten unge- recht behandelt worden zu sein. Im Lokomotiven schuppen de^ Ludwigshafener Rangierbahnhoss standen nudsts 12 GüterzugSmaschinen unter Dampf, um früh die erster: Züge ru fahrcm Gegen halb 2 Uhr kau: von Mundenhcim längs Ser Geleise gehend ein Mann daher, begab sich in den Schuppen, zog dort die Regulatoren auf Fahrt, liest jedoch die Steuerung und Bremse zu und schloß die Chlinderhähne sämtlicher 12 Maschinen. Durch das gewaltige Zischen und Brausen des Danchfes wurden die Nachtwächter noch recht­zeitig ausmertsam gemacht und sahen auch beim Betreten des Raumes noch den Mann, der durchs Fenster gerade in die Hände eines draußen stehenden Maschinenwärters sprang. (£r gab zuerst eine falsche Auskunft; auf_ der Polizeistation wurde jedocy seine Persörckichkeit sestgestellt. Wäre ihm seine Absicht, die Maschine:: zum Fortlausen zu bringen, gelungen, so wären sie mit Ausnahme von einer, die aus direktem Geleise stand, alle nacheinander aus das Loch der Drehscheibe zugefahren.

* Ueber die Bierbrauereien und Bier- besteuerung in Hessen veröffentlichen die Mitteil­ungen der hessischen Zentralstelle für Landesstatiftik eine Tabelle, das Rechnungsjahr 1902 betrefseiw. Danach waren 125 Brauereien im Betriebe gegen 129 im Vorjahr. Im ganzen wurden in diesen Brauereien 1567 134 Hektoliter Bier gebraut; gegen das Vorjahr ergibt sich hiernach e:ne Minderproduktion von 6953 Hektoliter. An Brau steuer sind im Jahre 1902, nach Abzug von 5151 Mk. Steuervergütung für ausgeführtes Bier, 1228 521 ML eingegangen, 30109 Mark weniger als im Vorjahr. Die drei höchsten Steuer­beträge wurden mit 200 980, 89 488 und 880:0 Mk. ent­richtet.

Auszug aus Lrn Kircheubülheru der Statt Gieße«.

Evangelische Gemeinde.

Getraute. Lukasgemeinde. Den 6. Okt. Kurt Georg Mädler, Mechaniker in Wetzlar, und Friederike Berninger, Tochter des Werkstättenvorstehers Berninger zu Gießen. Den 7. Okt. Friedrich Becker, Lehrer zu Gießen, und Johanna Mar:a Frieda Rückert, Tochter des Lehrers Johann Rückert zu Großen-Buseck. Ten 10. Okt. Johann Gottiried Bohrmann, Bahnwärter zu Gießen, Witwer, und Katharine Margarete Lotz, geb. Eiff. Karl Hermann Leopold Walther, Kauimann zu Gießen, und Susanne Amalie Branim, Tochter des verstorbenen Mühlenbesttzers Konrad Bramn: -u Groß-Gerau. I o h a n n e s g e m e i n d e. Ten 26. ^ept. Philipp Briiiinengräber, Spengler zu Gießen, und Juliane Luise Struth, Tochter des verstorbenen Schreiners Werner Struth zu Gießen. Den 29. Sept. Johann Friedrich Wilhelm Bohlmg, Tapezierer zu Gießen, ein Witwer, und Maria Josefa Pauline Schreiber, Tochter des Webers Karl Schreiber zu Steuikunzendorf.

Getaufte. Lukasgemeinde. Den 4. Okt. Den: Tag- löhner Friedrich Schliierle eine Tochter Maria, geboren ben 20. Juli. De»>i Hilssbremser Wilhelni Jünger ein Sohn Otto, geboren den 25. August. Dem Hilssbahnwärter Reinhard

UniverMs Nachrichten.

Zur Frage des medizinischen Frauen­studiums. Gegen die von Prof. Stieda-Königsberg vorgeschlagene Errichtung gesonderter medizinischer Frauen-Uni- versi täten nimmt dieF r a u e n - R u n d s ch a u" meiner Studie von Dr. 2)!ax Thal, Breslau (1903, Heft 18) entschieden Stellung. Thal kritisiert die zurzeit herrschenden bunten Zustände, in welchen die einzelnen Dozenten von ihrer Befugnis, die Frauen zuzulasfen oder nicht, einen sehr verschiedenen, willkürlichen Ge­brauch machen. Der einzig maßgebliche Grund der Zurückweisung ist nach Prof. Stieda die befürchtete Verletzung des Schamgefühls. Thal zeigt nun, daß Stieda, der die Frauen nicht vom medizinischen Sttidium überhaupt, sondern nur vom gemeinschaftlichen Studium mit den männlicheii Äeskulapjüngern ausschließen will, nicht etwa vor derjenigen Schamverletzimg, welche das Medizinstudium als solches für die Studentin bedingt, sondern erst vor der besorgten Verstärkung dieser Schamverletzung durch gemeinsames Studieren der beiden Geschlechter Halt macht. Ohne die hohe sittliche Be­deutung des Schamgefühls zu verkenne^ führt Thal den Nachweis, daß dasselbe nichts Sakrosanktes fei, sondern im prakttfchen Leben überall den ökonomischen und sozialen Bedürfnissen weicheii müsse. So auch hier, wo dessen Berücksichtigung für die Frauen eine un­geheure Erschwerung und Verschlechterung ihrer Studien bedeuten würde. Nicht die Verletzung wahrer Sittlichkeit, sondern die des Herkommens mache im heuttgen Uebergangsznstande die Situation vielfach peinlich, das rechtfertige aber keineswegs die Gründung/ ungesunderGhetto-Unrversitäten".

Bei den in Frankfurt abgehaltenen Beratungen der Vertreter der Universitätsverwaltungen der deutschen Bundes­staaten handelt es sich im wesentlichen um das Promo Lions- ro e e n der Universitäten und technischen Hochschulen Wegeii der Demonstrationen ruthenischer Studertten gegen den Rektor Fialek wurde die Universität in Lemberg heute geschlossen. Professor Kroelein in Zürich hat, wie vor ihm schon Professor Kocher-Bern, eme Anfrage, ob er die erste klinische Professur an der Universität Wien annahme, ablehnend beantwortet.

Der Rektor der Innsbrucker Universität, Dr.Deme- rius, erklärte einer Abordnung der deutsch-freiheitlichen Studentenschaft in der Frage der Innsbrucker fielen i t a l i e n i s ch e n U n i v e r f i t ä l, er halte den Plan von vorn- herein für undurchführbar; Männer ro:e Eardueei und Lom- broso werden sich kaum zu derartigen Unternehmen herbeilassen, auch würde ihnen die italienische Regierung wohl nicht die Er­laubnis hierzu erteilen. Endlich würde vermutlich die österreichische Behörde ein Wort mitreden. Er glaubt, der Plan habe bloß den Zweck, dem Rufe:Tutti ä Innsbruck!" Nachdruck zu verleihen Sollte die Angelegenheit wider Erwarten greifbare Gestalt an­nehmen, dann würde mit Rücksicht auf zu gewärtigende Unruhen sicher die Staatsbehörde eingreifen, und auch die akademische Be­hörde zur Stelle sein. Es macht sich eine starke Zunahme der italienischen Hörer an der Universität bemerkbar; besonders auf­fallend sei die Zunahme in der juristischen Fakultät. Bon Graz ist nach Innsbruck die Meldung gekommen, daß viele der dort studierenden Italiener ihr Abgangszeugnis verlangen, um sich nach Innsbruck zu begeben.

Eisenbahn-Zeitung.

Brüssel, 15. Okt. Auf Veranlassung des Eisenbahn- minrsters seien zwei belgische Ingenieure zwecks Informa­tion über die Ergebnisse der Schnellbahn Martenselde- Zossen nach Berlin entsandt worden, da der Bau einer Schnellbahn von Antwerpen nach Brüssel er­wogen werde. w a

Mit Verbesserungen an der Ausrüstung der Eisenbahnzüge sollen demnächst wieder d:e ver- chiedensren Versuche gemacht werden. So soll von Etsen- iahndirektionen, denen die dazu geeigneten Hetßdampf- lokoMotiven überwiesen sind, erprobt werden, ob es an­gängig ist, in den Holzleitungen der Wagen getrockneten oder mäßig überhitzten Dampf zur Heizung der Züge während der Fahrt zu verwenden. Zur Erzielung eines ruhigeren Ganges der vier- und sechsachsigen Per- onenwagen soll ein Wagen mit Drehgestellen amerikani- cher Bauart ausgerüstet und die häufiger verwendeten Drehgestellbauarten in Bezug aus das Verhallten der Fe­dernordnungen rechnerisch untersucht werden. Wegen Aus­rüstung einer Anzahl drei- und vierachsiger Abteilwagen mit Lustklappen über den Seitenfenstern in ähnlicher Aus­führung wie bei den neueren D-Zug-Wagen sollen von der Eisenbahndirektion Berlin bei den bevorstehenden Aus­schreibungen von Personenwagen besondere Anträge ge­teilt werden. Der Ueberzug der Fußböden der Personen- lvagen 4. Klasse soll daraufhin eingehend geprüft werden, ob Ausbesserungen an ihnen ohne Schwierigkeiten aus­führbar süw. Die Eisenbahndirektionen sind ermächtigt worden, den Familienangehörigen der aus längeren Fahrten begriffenen Zugbeamten, sowie der innerhalb der Bahn­steigsperre beschäftigten Beamten und Arbeiter der Eisen­bahn-, der Post-, der Zoll- und Steuer- usw. Verwaltung wenn sie diesen Nahrungsmittel bringen, das Betreten der Bahnsteige ohne Karte zu gestatten, soweit hierzu ein Bedürfnis vorliegt.

zu sagen, und da habe er weitergeraucht. Beleidigt oder bedroht ' habe er niemanden im Zuge; wohl habe er auf dem Bahnhof Gießen einen der Mitreifenden, der nach dem Schaffner gerufen habe, gesagt, er würde ihm mit dem Säbel eins ins Gesicht versetzen. Rieb will von der ganzen Affäre nichts mehr wißen und betrunfen gewesen sein. Genchtsassessor E., als Zeuge vernommen, erklärt, daß Unteroffizier Rieb nicht nur ihn, sondern besonders auch die beiden Damen, in deren Begleitung er sich beiand, durch eine ganze Musterkarte der gemeinsten Schimpfworle beleidigt habe. Auch im Wagen habe dieser, indem er mit der Waffe hantierte, gedroht, ihm damit ins Gesicht zu schlagen, er, E., habe aber diese Drohung doch nicht so ernst ge­nommen und auch nicht geglaubt, daß Rieb Ernst machen würde. Beim Aussteigen in Gießen habe er, um die Namen der beiden Unteroffiziere'sestzustellen, den Schaffner vergeblich angerufen ; dieser habe sich fortgemacht, und er sei darauf von einem ganzen Kreis von Kameraden der Angeklagten umringt worden und nach dem Ausgang des Bahnsteigs zugedrängt worden, wobei er hinterrücks Fußtritte befommen habe. Die beiden Angeklagten hätten ihn, so erklärt Assessor E., auf dem Wege zur Stadt nicht aus den Augen gelassen. Am Selterstor habe er endlich einen Schutzmann getroffen und diesen gebeten, die Namen seiner Verfolger feslzu- jtclleu. Diese hätten sich geweigert, dem Beamten Auskunft zu geben, und erst am Kreuzplatz wurden, weil der dort diensthabende Schutzmann den Stieb gekannt hat, die beiden Unteroffiziere mit Namen festgestellt. Assessor E. erklärte darauf, er wolle den Straf­antrag zurücknehmen, ebenso die anderen Beleidigten, und zwar freiwillig. Stach Beratung des Gerichtshofes wurde tue (Ha­lt e U u ii g des Verfahrens verkündet. Der Verhandlungs- leiter ei klärten jedoch : der G e r i ch t s h o f spreche einstimmig sem Bedauern aus, daß die Beleidigten den gestellten Straf­antrag zurück genommen hätten. Tas Betragen der beiden Uiiterofflzlere in der Eisenbahn sei so überaus u ii w ü r d i g d e s S t a n d e s, dem sie angehörten, die ausgesprochenen Beleidig­ungen seien so schwerer Statur gewesen, daß der Gerichtshof nicht iimhin getonnt hätte, im vorliegenden Falle auf sehr harte Strafen zu erfennen. Es müsse nach Lage des Falles nun dem Regiment überlassen bleiben, die beiden Leute im D : s z i p l i n a r- >v e g e zu bestrafen. .

k. Gießen, 18. Ott. Wegen Hochstapelei wurde vor­gestern der Pharmazeut zuletzt m Großen-Btijeck tätig, vom Sch öffengericht zu drei SJtonaten Gefängnis verurteilt und zu weiterer Aburteilung wegen ähnlicher Vergehen itach Landsberg verbracht. 0 ,. , .

E. B. Dar m st a d t, 19. Okt. Wegen eines Sittlichkeits- Verbrechens nach § 176 3 des Strafgesetzbuchs stand heute der Apotheker Schlamp m Mainz, 37 Jahre alt, geboren m Stier- ft ein, vor der Strafkammer. Er war beschuldigt, auf der Straße zwischen Stierstein und Oppenheim die Tat begangen zu haben, die ein Gendarm beobachtet haben will und zur Anzeige brachte. Es waren zu der Verhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkett stattfand, zahlreiche Zeugen geladen. Ter Gerichtshof verurteilte Den Angeklagten, der die Tat entschieden bestritt, unter Annahme mildernder Ümstäiide zu der geringsten, gesetzlich zulässigen Strafe, 6 SJlonate Gefängnis. Der Verteidiger, Rechtsanwall Sleu- schäffer, meldete sofort Slevifiou gegen das Urteil an.

Berli n, 18. Okt. In dem Prozeß roeaen Ermordung des Majors August Reisch wurde die Angeklagte M a r i e G 1 editsch wegen Totschlags zu 5 Jahren 6 2)1 o n a t e n Gefängnis verurteilt. .

B e r l i n, 19. Okt. Wegen Beleidigung des Geheimrats Komg, Direktor des Vereins der deutschen Zuckerindustrie, wurde heute der Geschäftsführer der Abteilung der Rohrzuckerfabrik, Dr. Hager, im Privatklageverfahren von dem hiesigen Schöffengericht zu einem Monat Gefängnis verurteilt.

Die lei-Heinze-Männer. In einem Beleidigungs- prozeß in Weiden (bayerische Pfalz) wurde festgestellt, daß der Ex- posittis B. von 2)1 antel bei einer einem fchwerkranken gereichten Kommunion verlangte, daß die beiden Kaiserbilder aus dem Wohn­zimmer entfernt würden: wenn er wiederkomme, wolle er sie nicht mehr dann sehen. Auf Befragen erklärte er, daß er die Entfernung der Kaiserbilder deshalb verlangt habe, weil das Kleid auf dem Bild der Kaiserin zu weit ausgeschnitten (!) und f ü r K i n d e r s i 111 i ch k e i k s v e r l e tz e n d (U) gewesen seu Auf den Vorhalt, warum das Bild des Kaisers denn auch mit hinaus­genommen werden müßte, gab er die Antwort, daß die beiden Bilder doch zusammen gehörten.

Wenderoth eine Tochter Anna Martha, geboren den 27.August. Dem Schneider Wilhelm Balzer eine Tochter Ottilie, geboren ben 31. August. Dem Bahnwärter Heinrich Heß eme Tochter Elli, geboren den 22. August. I o h a n n e s g e m e i n d e. Den 27. Sept. Dem Taglöhner Georg Jakob Reichwem cm Sohn Wil- Helm Martin Georg, geboren den 16. Sept. Dem Schneider Heinrich Stein ein Sohn Heinrich Lorenz August, geboren den 13. Juli. Dem Metzger und Wirt Ludwig Martin Weber eme Tochter Elisabeth Susanne Marie, geboren den 3. tsept. Dem Stationsgehilfen Karl Emil Rusag eine Tochter Käthe Wilhelmine Henriette Anna Marie, geboren den 5. Sept. Dem Großherzogi. Regierungsbaumeister Hermann Heyer ein Sohn Hans Gustav Albert, geboren den 11. August. Den 4. Okt. Dem Schreiner Albert Donau eine Tochter llucie Luise, geboren den 15. August. Dem Taglöhner Konrad Döring eine Tochter Luise, geboren den 6. August. Dem Schreinermeister Heinrich Vollmöller eme Tochter Ernestine Christine, geboren den 21. August. Dem Schlossermeister Karl Schmidt eine Tochter Marie Katharine 2)iathilde, geboren den 24. August. Dem Architekt Gustav Hamann ein Sohn Erich Alexander Eugen Otto, geboren den 9. Mai. Ten 6. Okt. Dem Bierbrauer Edmund Helbing eine Tochter Minna Anna Katharine, geboren den 6. Sept.

Beerdigte. Lukasgemeinde. Den 5. Oktober. Luise Auguste Vigelius, Privatin, Tochter des verstorbenen Pfarrers Jakob Vigelius, 75 Jahre alt, starb ben 1. Okt. Den 12. Okt. Ehristian Wagner, Aiilage-Aufseher, 80 Jahre alt, starb den 10. Oft. Johannesgemeinde. Den 27. Sept. Friedrich Jakob Lichteiifels, Zentner, 63 Jahre alt, starb den 25. Sept. Ten 1. Okt. Heinrich Stroh, Großh. Rendant i. P., 76 Jahre alt, starb den 29. Sept. Ten 10. Okt. Minna Anna Katharine Helbing, Tochter des Bierbraiiers Eduiund Helbing, 4 Woche:: alt, |iarb den 8. Oft. Ten 13. Oft. Erna Weber, Tochter des Fabrtf- arbeiters Heinrich Weber, 1 Jahr alt, starb den 11. Oft. Ten 16. Oft. Johannes Ruhl, Universitäts-Pedell, 52 Jahre alt, starb Den 14. Oft. I m S:echenhaus: Den 8. Oft. 2)larie Münker, geb. Schott, Witwe, 80 Jahre alt', starb den 5. Oft. Den 13. Oft. Heinrich Kiok, Tuchmacher, 78 Jahre alt, starb ben 10. Oft.

Gießen, 18. Oft Kriegsgericht. Am Samstag war der Gerichthof zusammengesetzt aus Kriegsgerichtsrat Dr. H- Darrnstadt, Verhandlungsleiter, Major v. W i n t e r b e r g e r, Vor­sitzender, Hauptmann Brandenburg und den Oberleutnants Schröder und Dau, Beisitzer. Tie Auflage vertrat in den beiden Fällen, die abzuurteilen waren, Kriegsgerichlsraf Link- Darmstadt. Angeklagt war der zur Ersatzreserve entlassene frühere 117er Hoos aus Darmstadt. Er war beschuldigt, währertd er beim letzten Manöver in Lützellinden in Quartier lag, dem Töchterchen feines Quartiergebers 3 Mk. 70 Pf., die diefes bet einem Einkauf herausbekommen hatte, abgenommen und unterschlagen zu haben. Der Angeklagte bestritt die Tat, deren er aber tn der Be­weisaufnahme überführt wurde, weshalb der Gerichtshof auf eine Bestrafung mit 3 Wochen strengem Arrest erkannte. In der anderen Verhandlung fungierte als Verhandlungsleiter Krregs- gerichtsrat Obenauer-Tarmstadt. Es handelte sich um eine An­klage gegen die Unteroffiziere Gustav Ried und Konr. Schneider von der 7. Kompagnie des 116. Infanterieregiments wegen B e< leibiguna des Gerichtsaffefsors E. in Marburg, des Technikers N. in Gießen und zweier Damen. Vor Eintritt in die Verhandlung erklärte Gerichtsasseffor E. namens der Beteiligten, daß diese bereit seien, den gegen die Unteroffiziere gestellten Straf­antrag zurückzunehmen, toenn liefen die bisher erwachsenen Kosten auferlegt würden. Der Verhandlungsleiter erklärte, daß, wen»: der Strafantrag zurückgenommen würde, das Verfahren eingestellt werden müsse, daß aber nach der Militär-Strafprozeßordnung nur die Antragsteller die entstandenen Kosten zu tragen habe»:. Es fei nicht zuläfsig, die Angeklagten von Gerichtswegen selbst tvenn sie damit einverstanden feien nut den Kosten zu belasten. Es wurde darauf in die Verhandlung selbst eingetreten. Schneider er­klärte, er habe niemanden beleidigt. Von einem Ausflug nach dem Jagdschlößchen Dutenhofen feien er und Rieb, weil der Zug, den sie am Abend zur Rückkehr nach Gießen benutzten, sehr besetzt gewesen fei, vom Schaffner in einen Abteil für Nichtraucher gewiesen worden. Er habe eine Zigarre ge­raucht und darauf habe ihm ein Passagier in befehlendem Tone zugemutet, die Zigarre ausgehe»: z»: lassen. Rieb habe gejagt, er solle dies nicht tim, es hätte ihm niemand was

Heute abend 6 Uhr wurde uns ein prächtiges Mädchen 'geboren.

Hermann Will und Frau Gertrud

7878 geb. Balzer.

Arbeiterbewegung.

Plauen i. V., 19. Oft. In einer öffentlichen Versammlung beschlossen die S ch i f s ch e n st i ck e r, in den Ausstand zu trete»:.

Elyde, 19. Oft. Die hiesigen Maschinenbauer sind mifgetorbert worden, unter sich eine Subsfription für die deutschen Me'tallarbeiterverbände zu veranstalten, die m Berlin mit den Metallwarenfabrikanten in Streit geraten sind. Die Aufforderung »st ergangen, um die Unterstützung der Deutschen vor 7 Jahren zu vergelten, als diese den Zufluß von Arbeitern vom Festlande ver- hinderten und 14,500 Pfd. sammetten.

Einen chrnß von meiner Mutter 8 und ich hätte nicht in die Schule fommen^fönnen, weil ich ganz heiser war mtd stark hustete ^ ^So, memt der Lehrer,mm sag deiner Mutter wieder eiiien Gruß und sag ihr weiter das wäre ?eilie

mehr. Seit Fah's achte Sodener Mrueralpastitteu existieren, braucht sich fein Mensch mehr nut Husten O und Heiserfeit u»»d wie die schönen Dinge alle heißen, abzuplagen. Ta fauft man sich fwc 85 Pfg. einfach eine Schachtel Pastillen und die Erkaltung wird schnell O vorüber sein. Das merk dir für die Zukunft und ihr andere»: mcrkt's euch auch, damit die ewigen Schulversaum- nisse wegen Husten und Erkältung einmal em Ende nehmen.

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