GchalyraLe 7. ttbreße für Depefchen» Anzeiger Vietze«. Nrrnlprrchanjchluß Nr. 5L
Nr. Ä46
Vrscheiut täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Familien« blätter viermal bi der Woche beigelegt.
Rotationsdruck m. Verlag der Brüh l/fchea Unive^Guch- u.Stebr- drucker« (Ptetich Drdea)
Erstes Blatt. 153. Jahrgang Dienstag 20. Oktober 1903
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Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger v »SSk
Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen MWZ
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Politische Tagesschau.
Die erste große Zolldebatte im Reichstag.
Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt uns urrterm 19. Oktober:
Dem Reichstag wird im Dezember eine Vorlage zu- gehen über die Verlängerung des deutsch-englischen Handelsvertragsprovisoriums, das mit dem Ende d. I. abläuft. Die „Kreuzztg." macht den Vorschlag, als Schlußfrist für dieses Provisorium im Gesetz den Tag zu bestimmen, an welchem der neue d eutsche Z olltaris in der einen ober anderen Form in Kraft treteri wird. Daß das Provisorium einmal zum Abschluß gebracht werden muß, ist ebenso naturgemäß wie der Wunsch, es möge ein vertragsloser Zustand zwischen beiden Ländern verhütet werden. 9hnt befindet sich England in einem Stadium zollpolitischer Zerfahrenheit und Zerrissenheit, und es ist nicht abzusehen, wann es in die Lage kommen wird, in Verhandlungen über einen neuen Handelsvertrag mit Deutschland einzutreten Andererseits wird auch Dentschland nicht so bald, wie man erwartet hatte, zum Abschluß vonHandelsverträgen mit anderen Staaten gelangen. Der einstweilige Fortbestand des Meist- begünstigungsverhältnisses zu England liegt also nicht minder im Interesse Deutschlands. Doch gesetzt den Fall, letzteres käme z. B. mit der Schweiz im nächsten Frühjahr zu einem Handelsvertrag auf der Grundlage des neuen Zolltarifs, dann müßte nach der Forderung der „Kreuzztg." uZg um Zug das Meistbegünstigungsverhältnis Deutschlands zu England aufgehoben werden, es würde neuerdings nur wenige Monate bestanden haben. Das wäre zunächst eine Ungerechtigkeit gegen das Insel- reich- und man braucht kein Englandschwärmer zu sein, um zu wünschen, daß Deutschland von einer solchen Politik sich auch der Londoner Regierung gegenüber fernhalte. Dann aber liegt, wie bereits angedeutct, ein vertragsloser Zustand keineswegs im Interesse Deutschlands, mnsoweni- ger, als daraus bei der erregten Stimmung in England schließlich ein Zollkrieg sich entwickeln würde, der das Zustandekommen eines Handelsvertrags erschweren, wenn nicht unwahrscheinlich machen müßte. Nach alledem werden die Verb. Regierungen es wohl ablehnen, den Zolltarif udi der Angelegenheit des deutsch-englischen Hcmvels-Ber- tragsprovisoriums zu verquicken. Es ist vorauszusehen, daß bei Beratung dieser Vorlage im Reichstag eine große, mehrtägige Debatte über deutsche-englische Zoll- und Wirt- schastsvolitik sich entwickeln wird. Der in England aus- gebrochene Kampf zwischen Freihändlern und Schntzzöllnern und besonders das Auftreten Chamberlains fordern diese Debatte geradezu heraus. Das neugewählte Reichs- Parlament wird also rwch vor Weihnachten seine großen Tage haben.
Neber die .Bevorzugung der Korpsstudenten" in Preußen hatte sich der Breslauer Professor Fischer ausgesprochen. Jetzt schreiben die „Berl. Pol. Nachr.":
Mas die angeblicb-e Bevorzugung der Korpsstudenten im Verwaltungsdienste anlangt, so wird daran zu erinnern sein, daß, wenn in den höheren Verwaltungsstellen, namentlich an der Spitze der Regierungen, sich in größerer Anzahl Männer befinden, die während ihrer Studienzeit einem Korps angehörten, dies doch lediglich den Beweis dafür liefert, daß sie die Eigenschaften, die für eine leitende Verwaltungsstelle notwendig sind, und die sich keineswegs bei allen Verwaltungsbeamten oder Juristen finden, in dem erforderlichen Maße besitzen, und es wird weiter der unwiderlegliche Beweis erbracht, daß diese Eigenschaften nicht unvereinbar sind mit der Angehörigkeit zu einem studentischen Korps während der Studienzeit. Ja, man kann umgekehrt aus der Tatsache, daß sich in den höchsten Stellen des Verwaltungsdienstes eine Reche von Männern befindet, die ftüher solchen Verbindungen angehört haben, den Schluß ziehen, daß die Angehörigkeit zu einem solchen studentischen Korps auf ie Entwicklung der Eigenschaften, deren ein Regierungspräsident oder sonstiger in hoher leitender Regierungsstelle befindlicher Beamter bedarf, aünstig einwirkt. ... Man sollte daher in der liberalen Presse endlich auchören, den ohnehin doch völlig erfolglosen Versuch zu erneuern, aus der Art der Ergänzung des preußischen Verwaltungsdienstes und des Auftückens in demselben Kapital gegen die Regierung schlagen zu wollen.
Kirche und Schule.
— Nach einer Wiener Depesche der „Voss. Ztg." hat sich der Benediktiner-Mönch Pater Johann Krause vor einigen Tagen aus dem Prager Benediktiner- Kloster heimlich entfernt und ist in Ztvittau zum Protestantismus übergetr eten.
— »Es ist> Mein, der die Politik verfolgt, bekannt, wie groß der Einfluß Deutschlands in den letzten Jahren im Orient geworden ist, besonders in wirtschaftlicher Beziehung (Bagdadbahn u. a.). Da ist es selbstverständlich, daß wir als ernste Ausgabe erkennen, dahin, wo deutsche Industrie und deutscher Einfluß immer größere Gebiete erobert, auch das beste zu bringen, nämlich christliche 'Kultur und die Ausbreitung der christlichen Gedankenwelt. — Lebhafter ist diese gerade dort schwierige Arbeit in Angriff genommen worden, seitdem vor ungefähr sieben Jahren die furchtbaren armenischen Greuel laut und ergreifend zur, Hilfe auftiesen. Der unter dem frischen Eindruck jener Ereignisse gegründete „Deutsche Hilfsbund für christliche Liebes- Werke im Orient" hat bis setzt schon Großes geleistet.
Eine Reihe von Waisenhäusern (verbunden mit Handwerks- ftätten für die verschiedensten Gewerbe), Krankenhäuser, die allen Konfessionen dienen, u. a. zeugen von seiner Wrrksam- keit. Wünschenswert ist es, wenn diesem Zweig christlicher Liebesarbeit in dem vielumstrittenen Osten wachsendes Interesse und größere Unterstützung bei uns entgegengebracht wird. Es trrfst sich! gut, daß auf der am 21. Oktober in Friedberg stattfindenden Hess. Missionskonferenz Herr Prof. Dr. Lepsius einen Vortrag halten wird über „Weltmission und Weltkultur". Als persönlicher Kenner des Ostens, als Gründer des „Deutschen Hilfsbundes" wird er nicht verfehlen, gerade die Frage der Orientmisjion näher zu beleuchten. Wir machen alle Interessenten auf diesen Vortrag, den zu hören jedem freisteht, aufmeryam.
Ragnit (Ostpr.), 18. Okt. Am 1. November wird der älteste im Amte stehende Lehrer im ganzen Deutschen Reiche in den Ruhestand treten. Es ist der 85 Jahre alte Präzentor Kerner in Langwethen.
Aus SIM und Kanü.
Gießen, 20. Oktober 1903.
* * Museum des oberhessischen Geschichts - Vereins. Dem Museum sind seit der letzten Bekanntmachung folgende Geschenke zugegangen: Porträt des Prälaten Dr. Friedrich Simon, Superintendent der Provinz Oberhessen, Ehrenbürger von Gießen, "geb. 1798, gest. 1883. Geh. Justizrat Baist. Alte Vase aus der Kgl. Porzellan- fabrik in Berlin, P. Klotz. Drei Kugeltöpse aus Ton, Fundort Annerod, spätkarolingisch oder spätere Zeit, H. Keßler-Annerod. Urne aus Ton, mit Knochen und Brandrest gefüllt, sowie flache Schüssel zum Schutze über die Urne gestülpt, Hallstattzeit (etwa 800 v. Ehr.), Lehrer Boßler-Klein-Linden. Altes tombakenes Uhrgehäuse, L. Benner. Verziertes romanisches Säulenkapitäl — diente als Wasserstein einer Pumpe in Großen-Buseck, Gemeinde Großen-Buseck. Alte gläserne, porzellanene sowie hölzerne Standgesäße aus der Hofapotheke in Hungen stammend, Apothekenbesitzer Leichtweis-Hungen. Zwei japanische Dolche und Haumesser, Zahnarzt G. W. Koch Zlvei Trachtenbilder aus Lützellinden. Anfang des 17. Jahrh. in Aquarell aus- gesührt, Bierbrauereibesitzer Asprion. Alter Krauthobel, Schutzmann Schäfer. Schmiedeeiserne, gotische Türverzierung aus der Kirche in Burchardsfeu), Pfarrer Röschen Winnerod. Mittelalterliches Gefäß mit Kugelboden, gefunden beim Abbruch des Hauses Ecke Marktstraße und Schulstraße, Apothekenbesitzer Schwieder. Frühere Werkftattein- richtung eines Bürstenmachers. Feine leinene Handarbeit mit der Jahreszahl 1786, Frau F. Winter. Bronzemeißel aus der alteren Bronzezeit (etwa 1500 v. Ehr., nachträglich gesunden auf einem schon im Jahre 1901 ausgegrabenen Hqgel auf dem Trieb, Major v. Schlemmer. Zwei Dachziegel mit der Jahre^ahl 1662 und 1668, gefunden beim Abbruch des Hotel Stern in Nidda, Carl Stein. Zunftsahne der Gießener Weißbinder, Maler pp., Bauunternehmer Gottlieb Nauheimer. Vier Ammoniten (Gruppe ausgestorbener Tintenschnecken) aus dem fränkischen Jura, Kreisamtmann Dr. Äran^bühler. Eine große Anzahl von Photographien, die für das Museum von Bedeutung sind, Photograph Uhl. Verschiedene aus Gießen und Umgegend bezügliche Drucksachen, Schriften und Bücher, Buchdructerei- besitzer O. Kindt. Nachtlicht mit Glas und Blende, Frau Oberstleutnant Naumann-Niainz. Bild, Napoleon I. Rückkehr von Elba, Stabsaxzt Dr. Stroh-Berlin. Gelegentlich des Bahnbaues Lich>—Butzbach wurden in der Gemeinde Muschenheim bei Kastell Arnsburg römische Funde aufgedeckt und dem hies. Museum als Eigentum überwiesen: 1. Eine große Anzahl^ von Gefäßsch^rben aus terra sigillata (darunter zwei mit Stempel) und Ton. 2.^Boden eines Glasgesaßes. 3. Lanzenspitze mit TüUe. 4. Speereisen mit Tülle und wellenförmig geschweiften Rändern. 5. Verschiedene eiserne Werkzeuge und Bandeisen pp. 6. Messer. 7. Vier Hufeisen. 8. Wandverputzftücke mit aufgetragenen Erdfarben. Von unserem langjährigen ungenannten Gönner erhielten wir: Mehrere schöne und eigenartige Tabakspfeifen, Einrichtungen alter Werkstätten aus Gießen, Textilgegenstände, Bilder und Bücher, gußeiserne Ofenplatten. Ein schön geschliffenes Steinbeil aus Kohden bei Nidda. Mit Freude ist zu konstatieren, daß das Interesse für das Museum in der Bevölkerung wächst, nicht allein Sonntags sehen wir hier aus allen Kreisen die Besucher, sondern auch an nicht freien Eintrittstagen ist eine Zunahme der Besichtigung wahrnehmbar. Die umfangreichen, seit drei Wochen dauernden Ausgrabungsarbeiten auf dem Trieb nähern sich nun ihrem Ende. Wir werden über das Ergebnis demnächst ausführlich berichten.
* * Aus dem Bureau des Stadttheaters. Da Mittwoch den 21. d. M. der Leib'sche Saal anderweitig in Anspruch genommen ist, so wurde die zweite Volksvorstellung: Geschwister Lemke, Der zerbrochene Krug und Wallensteins Lager auf Mittwoch den 28. Oktober verlegt.
* * Ter ärztliche Lan d esver ein für das Großherzogtum Hessen hat die Gründung eines „Schu tz-u n d T r u tz b ü n d n i s s e s" sämtlicher Aerzte zur Wahrung ihrer wirtschaftlichen Interessen gegenüber den Krankenkassen beschlossen.
* * Der Vorsitzende des Gießener Lehrervereins, Herr Valentin MüNer, bittet uns, folgende Zeilen zu veröffentlichen:
Tie Herausgabe des „Hessischen L e h r e r k a l e n- ders" ist kein Unternehmen des hessischen Landeslehrervereins, sondern ein reines Privatunternehmen der Ver> lagsfirma E. Roth hier. Der Lehrerverein hat daher auch keinen direkten Einfluß auf Ausgestaltung urrd Inhalt der Beilage, und die hessischen Lehrer stehen daher zu dem Werk nur in dem Verhältnis von Musern. Wenn die verschiedenen Bczirksvereine unter ihren Mit-^
gliedern Subskriptionslisten zur Anschaffung in Umlauf bringen, so geschieht das deshalb, weU die Firma E. Roth es verstanden hat, den Kalender in geradezu mustergiltiger Weise für die Zwecke des Volksschullehrers einzurichten.
**Der hiesige Kriegerverein wird am 4. November abends 8hz Uhr im neuen Saalbau einen äußerst interessanten Vortragsabend veranstalten, der jedenfalls viele Zuhörer anziehen wird. Der ftühere Hofschauspieler Richard Feld Haus aus Basel wird über das Thema „Der Krieg der Zukunft" sprechen und seinen Vortrag durch zahlreiche Lichtbilder erläutern. Unter diesen nennen wir: Die Taktik mit dem alten Schwarzpulver im Vergleich mit dem rauchlosen, die verschiedenen Hilfsmittel der modernen Kriegführung, die Geschoßwirkungen der modernen Feuerwaffen. Auch wird er eine Anzahl von Marinebildern und eine Kollektion von zum Teil Originalaufnahmen aus dem Burenkrieg ivorführen^ — Herr Feldhaus hat über das gleiche Thema wiederholt in Frankfurt a. M., Darmstadt, Mainz und vielen anderen größeren Städten gesprochen und überall großen Beifall geerntet. Der Vorstand des Kriegervereins beabsichtigt deshalb, den Vortrag nicht nur den Vereinsmitgliedern und ihren Familien, sondern auch den Mitgliedern der übrigen hiesigen Hassiavereine und deren Familien zugänglich zu machen, und wird noch weitere Einladungen ergehen lassen.
() Kin zen b ach, 17. Okt. Hier hat man sich entschlossen, für den bevorstehenden Mnter eine Kircheu- heizung einzuführen. Die hierzu erforderliche Kamineinrichtung ist bereits besorgt, und demnächst wird ein uroderner Kirchenofen von Kaiserslauterm beschafft werden.
() Krofdorf, 17. Okt. Die Gemeindevertretung zu Dorlar hat beschlossen, das Gehalt ihrer Lehrer auf 1200 Mark sestzusetzen.
() Aus dem Biebertal, 18. Okt. Am heutigen Sonntag nachmittag sind die ersten Kraniche über unsere Gegend hinweggezogen. Es waren ungeheure Scharen, wie man sie sonst selten aus ihrem Zuge nach dem fernen Süden beisammen sieht.
R. B. Darmstadt, 19. Oktober. Der vor kurzem für die Darmstädter Künstlerkolouie gewonnene Münchener Künstler Paul Haustein ist nunmehr hier eingetrosfen, um seine neue Stellung arrzutreten. Er wird in der Kolonie vorzugsweise die orncunentale Kleinplastik, oie Metallbearbeitung und Keramik vertreten. Auch wird er das Gebiet der Flächenkunst bearbeiten. Um ein Gesamtbild seines seitherigen Schaffens zu geben, wird Herr Haustein demnächst eine kleine Ausstellung seiner Arbeiten im Sow- terrain oes Ernst-Ludwighauses veranstalten.
sd. Darmstadt, 18. Okt. Wohl der älteste Offizier unserer Garnison, der Großh. Hess. Generalleutnant ä la suite Joh. Gg. Mootz, wurde gestern unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung aus allen Kreisen im Alter von 96 Jahren zu Grabe getragen.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Mainz sprach in einer von der dortigen alldeutschen Ortsgruppe veranstalteten öffentlichen Versanrmlung Generalleutnant z. D v. Liebert über Deutschland als Kolonial- und Weltmacht. — In Alsfeld ist für das diesjährige Mntersemester der Gewerbeschule, welches am 3. November seinen Anfang nimmt, als zweiter technischer Lehrer dipl. Jng, Ernst Hiller aus Dresden gewonnen woü>eu. — In Offenbach beschloß die Stadtverordnetenversammlung, die Schaffung einer Kriminal- abteilung, bestehend aus einem Kriminalkommissar und drei Kriminalschutzleuten, ferner die Anstellung von weiteren 9 Schutzleuten und die Errichtung von vier Polizei- bezirkswachen.
Vermischtes.
• Halle a. S., 19. Okt. Acht im Provinzial-Zentral^ gefängnis in Halle untergebrachte Verbrecher überrumpelten in der Sonntag-Nacht die Aufseher, erwürgten einen davon, verwundeten zwei andere lebensgefährlich und flüchteten. Ein starkes Aufgebot von Polizei und Militär ist aus der Suche, um die Entwichenen wieder einzufangen. Die Strafgefangenen waren in der Beobachtungsstation in der Abteilung für Irrsinnige untergebracht. Sie verschafften sich Eingang, in einen Raum, in welchem eine Leiter untergebracht war mit deren Hilft sie die Mauer überkletterten. Sie flohen über Giebichenstein in die Dölauer Haide, wo 7 von ihnen am Sonntagmorgen von einer Abteilung Gendarmerie und Militär aufgegriffen wurden. Hierbei erhielt einer der Gefangenen einen Schuß ins Bein. Einer der Entflohenen wurde im Kohlenkeller einer in der Nähe des Gefängniffes belegenen Villa aufgegriffen. Die übrigen in der Zelle inhaftierten Gefangenen waren zurückgeblieben, nachdem sie durch Drohungen seitens der Flüchtlinge eingeschüchteri wurden.
* Paris, 17. Okt. Heute verhaftete die Polizei die Wirtschafterin Giriat, die bei der ermordeten Eugenie Fougöre in Stellung war. Die Giriat gestand, ihren Geliebten, einen im Monmartre-Viertel als Messerhelden berüchtigten Menschen, zu dem Raub in Aix les Bains verleitet zu haben. Er sei es auch gewesen, der sie nach Ausführung der Tat in Aix les Bains gefesselt habe. Der Mörder wurde ermittelt und gleichfalls verhaftet. Ferner ist cm Brief der Frau Giriat beschlagnahmt worden, in dem diese einer Freundin das Verbrechen in seinen Einzelheiten haarklein schildert. Die Verhaftung der Giriat erfolgte aus die Anzeige einer Frauensperson hin, die wegen ihres schlechten Lebenswandels sestgenommen worden war und sich erboten


