Freitag, 20. März 1903
153. Fahrn.
»rieftet lügllch mii Hirt nahmt M Somdagt.
Fi .Htetze SOTimtHbianer*1 werden dem ».„einer v erma wöchentlich de,qelegt. Der ,$t|Ud)t tckodwt' — erlchemi monatlich einmal
Giehener Anzeiger
verantwoeMch Wr ber ifl||MWf tMi ß. Äiut»; hh den Irx^ymtetl. H» Be*
Äotanontt'rud unb veriay der f*r8b1 *>*■
Unt»ctfudt*»cudtie< (TwtVt txhwi bw|A
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen.
schon vor vier Wochen von dieser Bank auS miSgeführt habe, bafc | wir in Konstantinopel keinen ausschließlichen Einfluß anffreben, und
Der Dreibund erleichtert die Aufrechterhaltung der wirihschaftlicken
so und naä dein SSrc
Nun bar ber Herr Abgeordnete
eiberr von .Hertling
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was ich vor einem ~nbr? oder schon länge
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hervorgegangen sind.
Was nun Venezuela selbst angeht.
vkoll zur Beilegung der Streitigkeiten die in bcm II? ge sie Ilten Forderungen als angenommen zu betr*.^ rokoll thcilt die deutschen Reklamationen in 3 5/.* Klasse betrifft die Reklamationen von Reichsangcl -
schenbaß immer mebr »unebmen
"3n der Dene-uel^ ^krion selbst scheint da? Bedenkliche in der
Endlich hat Freiherr v. .Bertling auch den Orient jnt Sprache gebracht und zwar diesmal nickt den entkernten äußersten, sondern den uns näher liegenden Theil. Ich entsinne mich, daß ich
licken politischen Konstellation beruhte, sondern auf bauernden Interessen der drei verbündeten Reiche. Denn ich die Natur des Dreibundes in zwei Dorten definiren soll, so würde ich sagen, daß er der inneren und äußeren Entwickelung der durch ihn verbündeten Reiche keine anderen Sckranken auferlegt, als diejenigen, welche durch die Rücksicht mtf die Aufrechterhaltung deS Status quo und somit des Friedens geboten find. Durch diesen seinen auf die Dauer berccknk'ten <T6'iröfter unterscheidet fick der Dreibund von der lanaen Reibe ähnlicher Koalitionen, welche frühere Zeiten ge-
.cr.-T das bekannte Interview. Ans seinen Ausführungen spricht ; .rren klüger ! zunächst ein gehöriges IRaj persönlicher Eitelkeit. Er hat ferner die
fein können, vorgebalten worden, daß durck daS. wa« ick bamall sagte — der Dreibund sei keine absolute Notbwendigkeit mehr — der Dreibund geschädigt und die Erneuerung bcficlben erschwert würde. Das gerade Gegemheil ist der Fall gewesen. Durch das. ma« ick damals sagte, habe ick zur Erneuerung und gut unveränderten Erneuerung deS Dreibundes nickt unwesentlich bei* getragen — nicht gegenüber fremden Staatsmännern und ftemden Regierungen, wo das nickt nötbig war. aber gegenüber solchen aus« länbifchen Elementen, die fick einbildeten oder unS einreden wollten, als ob eine Erneuerung des Dreibundes für unS eine größere Notbwendigkeit sei, wie für die anderen Staaten. Dieser irrigen Auffassung, als ob Deutschland bündniß bedürftiger sei, alt bic anderen Staaten deS Dreibundes — ick Balte Deutschland für daS bündniß fähigste Land der Welt — dieser Auftastung, durch welcke der richtige Tbettbcstanb verdunkelt wurde, bin ick entgegen* getreten mit der Feststellung. daß wir den Dreibund nicht niedriger, aber auck nicht höBer einzusckäben brauchten, als Andere, daß der Dreibund nickt unS allein zu Liebe inS Leben gerufen sei und erneuert werden würde, daß wir an der Erneuerung kein geringeres, aber auch nickt ein Atom größer*« Interesse hätten, wie die Anderen DaS schließt natürlich nickt auS. dah wir diese« Bundnch zwischen drei durck ihre geographische Lage, durck mannigfaltige Traditionen, dnrck zahlreiche materielle Interessen naturgemäß und historisch auf einander angewiesenen, mitteleuropäischen Landern nack keinem vollen Werth schaben. Dann hat Freiherr von Hertlmg auch daran erinnert, daß ein TBeil der ausländischen Preste anläßlich bcr Erneuerung deS Dreibundes davon gesprochen bat. daß der Dreibund an Bedeutung verloren hätte. DaS ist ein harmlose« Vcrmiiigen. daS wir als Trost für erlittene Enttäuschungen den- ienipen gönnen, welche schon auf die Nichterneuerung deS Dret* bunbe? spekulirt hatten. Denn diese betrübten Lohgerber, denen ihre Felle weggesckwemm-'n find, sagen, diese Felle hatten «men Werib, dann brauchen wir unS darüber nicht aufzuregen. Fran-
asbington. d.*s Freiherrn Sveck von Sternburg. Man
pmfcke .^arte unterzogen werden würde, im Falle der Nickterneue* uev In Wirklichkeit ist der Drei*
l".,nd unverändert geblieben nach Charakter und Bedeutttng und er wird nach wie vor dasselbe internationale Schwergewicht behalten, welches er bisher in die Waaasckale geworfen bat. 11 nb bot um glaube ick, bar, wir ohne Unterschied der Parteistellung damit zufrieden sein können. Gewiß ist Deutschland stark genug, um sich im Notbfall mich allein behmivten zu können, und wir muhen die Nation so stark erhalten, daß sie im Notbfall stck jedes Angriffs allein erwebrcn kann. Mir wisten aber deshalb dock ^^unmnß zu schätzen und sind dankbar für die Moblthaten diese- Bundntste«. das ?liemand eine Spitze bietet, der unS nicht angreift, da« >en europäischen Frieden so weit gewährleistet, wie dieS möglich ist. Herr v Hertling bat aber mick von der wohlbekannten Antwort gesprochen, welche der ftanzöfiscke Minister deS Aenßeren in der De- butirtenfammer auf eine Interpellation über die Erneuerung be« Dreibund« gegeben bat. Menn Herr Deleasse in dieser Antwort damals anerkannt hat. daß durck den Dreibimd Italien mckt ge« zwunacn werden könnte, sich an einem Angriff gegen Frankreich zu betbeiligen, so hat mein verehrter Kollege jedenfalls nur sage« wollen, daß der Dreibund eben defensiven Charakter trägt, ein FriedenSbündniß ist, von dem Niemand fick eine« ungerechten An- qriffg zu geh)artigen bat. Da« ist in Deutschland fett Langem bekannt; wir können uns aber nur darüber freuen, wenn auch bet unseren Nachbarn unb speziell in Frankreich die Ansicht burcfibringt von bcm friedlichen Charakter des Dreibundes, daß bet Dreibund nur dem mitteleuropäischen Status quo und dem Frieden dient unb nur ein Bollwerk ist gegen solche Tendenzen, die beide gefährden.
guten Beziehungen zwischen den Reichen und giebt die Möglichkeit, fick auch über handelspolitische Absichten und Dünsche vertrauensvoll zu verständigen. Aber davon konnte keine Rede fein, daß die Erneuerung deS Dreibundes erlauft ist mit irgend welchen zoll- pofittschen Zugeständnissen lSebr gut! rechts.) Ich konstatire daS mit Genugthuung, ganz besonders gegenüber einer Aeutzerung, die em von mir sehr geschabtes Mitglied dieses hohen Hauses, der Herr Abg. Dr. Haste, vorgestern in einer Wähler Versammlung gethan bat. (Heiterkeit.) Heute Morgen habe ich in den ^Leipziger Neuesten Nackrickren" gelesen, daß er in einer Dählerverfammlung neben sehr vielen Hübschen Sacken (Heiterkeit) folgende Behauptung
den amerikanischen Stationen befindlichen Kriegsschiffe hat geführt *4 *™>' «s^i-V^welcke l"-finderS vhantasievalle Mit-
totben können. Wir Hnb-n °°n d-r F-rdrrnnn d-r Riick-riintknni n Ä m».
der floftm. -bens° wir und Italien. °b<i-se«-n. mit fHM= haben. haben bernts über 1« ?-nb-rnn«. °er °,e -
" '■ ' " Venezuelas. Dir haben also im l «. < *
Zahlungen und Bürgschaften ba*- I rung deS Dr^ndcS, gesckineben
venezolanischen Bürgerkrieg von 1898 bis 1900 mit dem Betrag von 1 400 000 Mk. Diese Reklamattonen haben den Anlaß zur ganzen Aktion gegen Venezuela gegeben. Sie beruhten auf Gewalt alten ber venezolanischen Regierung bezw. ihrer Crgane, für die auf anderem Dege eine G,nugthuung nicht zu erreichen war. Die venezolanische Regierung bat zuerst diese Reklamattonen in voller Höhe für berechtigt erklärt, den Bettag theilS sofort boar, theilS in kurzfti'ttgen Wechseln bezahlt. Der erste dieser Wechsel ist pünktlich eingelöst, der letzte wird am 16. Juli fällig. Für die Einlösung haften die Zolleinkünfte von La Guaira und Puerto Cabello, die im Falle der Nichteinhaltung ber Frist durch einen belgischen Zollbeamten erhoben werden sollen. Die zweite Klasse betrifft Reklamattonen von Reichsangehörigen auS dem gegenwärtigen venezolanischen Bürgerttieg, die deutsch-venezolanische Eisenbahngesell- schäft, den Schlachthof von Caracas mit 4 bis 5 Millionen. Sie sind noch nicht einer Prüfung unterzogen worden, daher konnte nicht die sofortige Zahlung verlangt werden, sondern nur eine befriedi- gende Erklärung wegen Feststellung und Sicherung der Zahlung. Auch diesem verlangen bar Venezuela entsprochen. Die Feststellung soll durch eine gemischte Kommission in Caracas erfolgen, deren Zusammensetzung genügende Gewähr für Unparteilichkeit bietet. Die Sicherung erfolgt so. daß 80 Proz. der Zolleinkünstc verpfändet worden, aber nur insoweit, als ein solcher Anspruch durch den stän digen SchiedShos zuerkannt wird. Der Reichskanzler zählt die näheren Bedingungen auf. Die dritte Forderung ist die auf An- erfemumg rückständiger Zinsen au8 der Anleihe von 1896. Auch daS hat Venezuela onerfannt und bat die Forderungen befriedigt dadurch, daß die gesammten auswärtigen Schulden neu geregelt werden. Das gleiche Reckt ist der brittschen Regierung cinge- räumt. ES ist auch gefragt worden, von wem die Kosten zu tragen sind. Diese Kosten sind noch nicht vollständig zu übersc :n, indessen werden sie gering bleiben, weil unsere Erpebition durch unsere auf
über die Erneuerung de« Dreibundes ohne Gegenleistung bor. ?n der Vene-ue> ^knon selbst ichetnt bas Bedenkliche in btt italienischer Seite die deutschen Zölle auf Gemüfe u. s. w. preis- Anrunmg bcr norbam.-rtkannchen 'Regierung zu liegen. Unser An gegeben Ich konstatire also. daß davon gar nickt die Rebe ge- ,'ck-en Amerika gegenüber bat dadurch entschi-d-n gelitten Erschwert - - c. - - — tvirb die Situation durch das sonderbare Auftreten unseres Ver-
i ich habe damals eingehend die Gründe dargelegt, auß denen es meines EracktenS falsch sein würbe, wenn wir in KonstantinopÄ einen solckcu Einfluß anfneben wollten. ES ist unb bleibt ein Fun- dapientalgrundsatz der deutschen Polittk. daß wir keine aktive
I Orientpolitik treiben, unb baß wir in Orient» und Balkan fragen für Niemand die .Kastanien auS dem Feuer holen, lLebhafter Beifall.) Aber gerade weil wir in Konstantinopel keine besondere Vormachtstellung awtreben, gerade deshalb beruht unser Derhältniß zur Türkei auf solider Bm'iS. Die Grundlage ist daS Vertrauen der Pforte auf die Lovalität unserer volttik, ist ihre Bewunderung für daS deutsche Heer und die gute Meinung, welche sie mit Recht von bcr Recllttät ber beuHcben Industrie, wie ber beätschen Finanz hat. WaS nun Mazedonien angebt. so steht Deutschland jeder Maßnahme in Makedonien imb für Mazedonien svmvathisck gegenüber, welche auf eine thatsächliche Besserung der dorttaen Verhältnisse binzielt, ohne den europäischen Besitzstand der Türkei und bee Fricbcn zu gefährden. Der russisch-österreichische ReformvorschlaU ! scheint mir in sehr glücklicher Weise diese beiden Ziele zu kombintten.
1 In Makedonien würde meines EracktenS ein Fortwursteln ohne | ökonomische Reformen ebenso aefährlick sein, wie gewaltsame Ab- änderungSversuche. Ich halte die mazedonischen Zustände für ber*
f besscrunosbedürftig, aber auch für verbesierungS'ähig. Deutschland begegnet sich in dem mitticktigen Beitteben, auf dem Boden der be-
, stehenden polittschen Machtvollkommenheiten für Ruhe unb Suber* , Heit im Orient zu sorgen, durchaus mit jenen beiden Mächten Ruß» I land unb Oesterreich, die diese Frage dankenSwerther Weise in Me Hand genommen haben. Fch refümire mich also dahin, daß^ch gegenüber ber Sachlage festhalte an der bewährten deutschen Politik, daß wir an Orientfragen unb Balkanangelegenheiten fein direktes Fnrerelle haben, daß' aber unsere deutsche Mitwirkung niemals
। fehlen soll, wo es sich um die Erhaltung deS allgemeinen Frieden» . handelt. (Beifall.)
3bg. Dr Hasse <nar üb.): Die Befürchtung, daß im weiteren verlaufe der Vene7la Aktion Deutschland von England in Stich gelasien werden würd'*, har sich »um Glück nicht b-währt. Dagegen ist in England der D:ittschenhaß außerordentlich gewachsen. Diese bedenkliche Stimmung ist für uns durchaus nichts NeueS. Verständige Enaländcr erkennen ja an, daß die vorübergehenden Er- eignine in Südamer-ka Y'\<*x nickt maßgebend gewesen sind. ES ist vielmehr die allgemeine Gesinnung der englischen Aristokratte und deS englischen Mittcl'-andes. und mit dieser Gesinnung wird man „u rechnen haben. Mir der wachsenden Bedeutung der deutschen Industrie unb der damir verbundenen Konkurrenz wttd dieser Deut-
ginnt beim Titel Staatssekretär.
flbg. FrHr. v. Hettling (Ttt.): Ich möchte an den Reichskanzler einige Fragen ruhten. ES fit wohl nicht zu befurchten, daß Die Berathung dieses Etats ebenso lange Zett in Anspruch nimmt, wie die des ReichSamtS des Innern, aber über einige Punkte müssen wir doch Auskunft erhalten. Zunächst, wie sttht es mit V e n e z u e l a? SS handelt sich dort nicht um die Schadenersatzerhaltung Einzelner, sondern um die Ehre deS deutschen NamenS. Doch wird eS von verschiedenen Setten bezweifelt, ob man wttklick so viel aufs Ziel setzen mußte. In bcr ausländischen Presse sind sogar vielfache Verleumdungen gegen Deutschland erhoben worden. Mir will eS nicht erscheinen, als ob da« Zusammengehen mit England ein Erfolg für uns war. Doch kommt e« ja auf die Meinung des Einzelnen nicht an. der Reiwskanzler wird unS wohl sagen, was wir in Venezuela erreichl haben. Ter Dreibund ist erneuert worden. Meine Freunde stehen fest zum Dreibund, wenn sie auch einige Punkte dieses Vertrages iicfiagen. Ach bitte den Reichskanzler. unS zu sagen, ob der Dreibund noch dieselbe Bedeutung hat wie früher. Die orientalische Frage hat durch die Vorgänge m Mazedonien nriebrr erhöhte Bedeutung gewonnen. Tie bethei- figtrn Mächte haben sich zwar über ein Reformprogramm geeinigt, aber eS ist Wohl noch dte Frage, ob dieses Programm wirklich gut Durchführung kommt und nicht nur auf dem Papier stehen blewt. Die .Tonttmporcnn Review" bringt unS entsetzliche Schilderungen .... v.
über die Vorgänge in Mazedonien. ES ist in der letzten Zett so । sicht auf die trostlose Finanzlage Venezuelas viel davon die Rede, daß Deutschland so großen Einftuß in Konstan- Wesentlichen von Venezuela an L„ ttnopel hat. da müßte Deutschland doch auch zu der mazedonischen jenige erreicht. WaS wir von Anfang an angesttebt Batten und was Frage Stellung nehmen. Ich bitte den Reichskanzler auch hierüber । nach Lage bcr Verhältnisse erreichbar wat. Ich glaube, fapen zu um Auskunft. | können, daß wir diese Aktion ohne Fanfarenstöße, aber mit bcm
Reichskanzler Graf Bülow: Ich banfe dem Vorredner, daß er uöthigen Nachdruck, eingeleitet haben, daß wir sie von Beginn an irir Gelegenheit gegeben hat, über den gegenwärtigen Stand bcr ' ,weckentsprechenb ockgegrenzt unb ohne Schwäche unb mit Energie auswärttgen Geschäfte eingehender mich auszusprechen. 1 durchgeführt haben.
3” der venezuelaangelege n h e i t handelte es sich! Ich fomme zum zweiten Punkt, nämfich zu der im ber» für uns von Anfang an weder um 'rgendwelche temtonale Fragen' n™ncn Sommer erfolgten Erneuerung des Drei- der Machterweiterung, noch um eine Glorwle, sondern ledtgllch um ; n n b e 8. Daß diese Erneuerung recktzeittg und in unveränderter die Abwicklung eines durch d,e Unzuvctlassigkctt des Schuldners un- ^orm ^folgen konnte, war zunächst ein Beweis dafür, daß der
sehen haben. Die früheren Alliancen des achtzehnten unb neunzehnten Jahrhunderts traten entweder zu vorübergehenden Etoberungs''wecken abgeschlossen, ober sie waten Bündnisse, welche von einem Angriff bedrohte Länder ad hoc für ihre Vertheidigung c.v ------------------------- . . T s- schlossen. Die heilige Alliance, mit der man den Dreibund mehr
sichten zurückttettn lassen. Denn wtt solche AngelcgcnBettcn ledig- ruie einmal verglichen Bat, wollte überall den Frieden aufrecht: lick vom Geldstandpunkte auS beBandcln wollten, so heeße das so erhalten, ein sehr edler Zweck, leider aber ließ sic sich verleiten, sich viel, als daß wtt unS jede Rechtsverletzung gefallen ließen und ,n die innere Entwickelung der Völker einrumiscken. Daran ist sie bann brauchten wtt in bcr THat weder Schiffe, noch stanonen. Ick gescheitert. Der Dreibund Hat von der Heiligen Alliance die Frieden möchte aber keinen Zweifel darüber lassen, daß c« fick bei diesem erhaltende Tendenz übernommen, aber er ist weit davon entfernt, unserem Vorgehen nur um einen seltenen AuSnahmefall handelt. innere Entwickelung der durch ihn verbundenen Reiche in enge Ich denke nicht daran, daß wir für jedes kaufmännische Geschäft, 1 und bet Natur bcr Völker toiberfrrethenbe Dahnen zwängen zu welches irgendwo in bet Welt ein Deutscher unternimmt, den €rr- sollen. Ter Dreibund ist von allen Alliancen unb Koalitionen tutet zu spielen hätten. (Beifall.) ES wttd immer auf die be- ^et beiden letzten Jahrhunderte diejenige, die gleichzeitig am fried- sonderen Umstände ankommcn. Den Beweis dafür, daß wtt im [{rfiften unb stärksten, am dauerhaftesten und am elastischsten ist. vorliegenden Falle einschreiten mußten, wollen Sie auck daraus ent- scheue mich gar nicht, zu sagen, daß eS in Oesterreich-Ungarn, nehmen, daß gleich un* auch die englische Regierung sich genöthigi tojc |n Italien auch Gegner deS Dreibundes giebt, und bei Licht gesehen Bat, gegenüber Venezuela Gewaltmaßregeln anzuwenden, befrachtet, sind diese Gegner be5 Dreibundes meist auch Feinde ber während eS dock bekanntlick ein Grundsatz bcr englischen Handels- tn pjesen Ländern verfassungsmäßig bestehenden Institutionen. Diese polittk ist, daß ber Engländer im AuSlandc sein Geld auf eigene breibundfeindlichen Elemente innerhalb ber beiben Staaten würben Gefahr anlegt. Daß England in diesem Falle von dieser seiner unterstützt von solchen breibundfeindlichen Strömungen außerhalb alten Traditton abgewichen ist, beweist, daß hier in bcr That eine ber Dteibundstaaten, welche die Erneuerung des Dreibundes zu Zwangslage vorlag. Was nun die Art unb Weise unseres Vor- hintertreiben suchten. Auch mit biefer Bemerkung Babe ich natür- gehenS betrifft, so hat Frhr. von Hertling hervorgehoben, daß wir üdß keine fremde Regierung ttn Auge. Aber aus den Quertreibereien aerobe diesen Venezuela Fall mtt besonderer Nüchternheit und be- bet Presse, auf die soeben auch ber Herr Abgeordnete Freiherr sonderet BcsoTmenBett behandeln mußten. Wir mußten vor Allem btm Hertling Bingewiescn Bat, auS dem Staub, den diese Quer- dafür sorgen, daß auS dieser vetBältnißmäßig untergeordneten früher eien nickt nur in bcr italienischen, sonbern auch in ber eng- Strettftage nickt eine Störung imferer guten Beziehungen zu ande- . liscken unb ftanzösiscken Presse hervorgerufen haben, werben Sie im ren Mächten hervorginge. An Versuchen, solche Störungen herbei vergangenen Frühjahr unb Sommer entnommen haben, daß etwas zuführen, hat eS thaffäcklich nicht gefehlt. Hierbei denke ick natur« log wat. Gegenüber diesen Quertreibereien Babe ich bet der Erlich nicht an ttgcnd eine fremde Regierung, aber einem TBeil der Neuerung deS DreibmtbeS feftgcBalten an zwei Gesichtspunkten: ausländischen Presse schien die Gelegenheit günstig, um Mißtrauen, einmal daran, daß der Dreibund seinen bisherigen defensiven zu säen, einersett« Mßfraucn zu säen zwischen der Berliner Regie- , Charakter bewahre, daß er aber diesen Chat öfter ohne jede Ein- rung und den Regierungen von London und Rom und andererscttS, schränkung und Abschwächung behalten müsse. DaS ist ber Fall unS mtt den Vereinigten Staaten zu verhetzen. Aus dem Bericht, gewesen. Wit halten an unseren Verpflichtungen gegenüber un- unsereS Vertreters in Südamerika und Centralamerika wat zu ent- (seren Verbündeten mit deutscher Treue fest; wir haben aber auch nehmen, daß dort während des schwebenden Venezuela-Konflikts jede mögliche Bürgschaft dafür, daß für alle bisher im Dreibund über daS Vorgehen Deutschlands die unbegründeffttn unb unsinnig- vorgesehenen Fälle unsere Verbündeten ebenso fest und freu zu unS ften Gerückte verbreitet wurde. ES wurde verbreitet, daß wtt uns, stehen. Wtt hecken daran ftstgehalten, daß die Unterharrblungen mtt Landerwerbungsabsichten trügen, daß wir der Selbstandigkett wegen ber DreibunbSerneuerung mcht verquickt würben mtt dieser ober jener amerikanischen Republik nahefreten wollten. In Beweggründen, die mit denjenigen nichts zu thun Baben, welche der Verbreitung solcher Lügcnmären zeichnete sich ganz besonders den Dreibund ins Leben gerufen haben, also namentlich nicht mit der Newvork Herald aus Der batte sich einen eigenen Beamten \ zoll- ^und handelspolitischen^F^a^n_* (Lebhafter Verfall rethtSJ tm deutschen Auswärtigen Amt erfunden, von dem mein verehrier Nackbar hier (neben dem Reichskanzler sitzt ber Staatssekretär des AutSwärttgen Amts Frhr. von Rickthofen) bisher mcht das Mindeste gewußt hat, und dieser Beamte bat versickert, wir wollten zuerst Venezuela, bann Kolumbien unb endlich Brasilien anneftiren. (Große Heiterkeit) Diese perfiden Versuche. unS etwa« anzuhängen, sind gesckettert, einmal an bcr Lovalität ber Kabinette von London und .Washington, dann aber auch an bcr Ehrlichkeit unserer Polittk. die viel tu durchsichtig war. alS daß es hätte gelingen sollen, unS mtt Erfolg phanta'ttscke EroberungSabsicktcn oder heimtückische Ge beimvläne anzudichten. Tie Kabinette von Berlin, London und Washington haben ruhig den geraden Weg weiter verfolgt, und ick ------- -------c t t vr
kann mit Befriedigung konftattren, daß unsere Beziehungen zu mifgciteHt hat: Graf Bulow bat der den pol,nicken Verbandlungen England wie zu Amerika aus ber Venezuela-Affaire ungefckädigt " k t’"* * m r“n
ynrlnmcntnriidjc VfrünnOhtiinrn.
Nachdruck ohne Beretnbarung nicht gestattet
Deutscher Reichstag.
287. Sitzung vom 19. März.
1 llhr. DaS Hau« ist schwach besetzt.
Am BunbeSrathSttsck: Graf Bülow, Frhr. v. Richt- Hosen, Stuebel, Tirpitz u. A.
Auf der TatzeSordnung steht zunächst die zwette Berathung des Etats deS Auswärtigen Amtes. Die Berathung be-
bie Abwicklung eines durch die Unzuverlässigkeit deS Schuldners un-, ^orm crTOigcn IDnnrc, war znnaam -m yrrvei« uujui, uun gewöhnlich schwierigen Geschäfts mtt außergewöhnlichen Mitteln. nicht auf einer zufälligen, vorübergehenden ober fünft«
Denn ich sage, daß wir in dieser Angelegenheit mcht von Ruhmbe- - - - - - •
gierbe geleitet würben, so soll daS nicht soviel bcbcutcn, alS ob wir nicht die Pflicht gehabt hätten, auch in diesem Falle unser Ansehei, und die Ehre unserer Flagge zu wahren. DaS aber war. wie die Verhältnisse lagen, nur möglich durch daS von unS in Gemeinschaft mtt England und Italien eingeschlagenc Zwangsverfahren. Denn eine Methode, den Pelz zu waschen, ohne chn naß zu machen, fit bisher noch nicht entdeckt. Bei berartigen Unternehmungen handelt eS sich eben nickt allein um )en gerade schwebenden Fall, sondern auch um eine in die Zukunft reichende Warrrung. Ich brauche nur an altbekannte Angelegenheiten zu erinnern, um darzuthun, daß ich diese Logik für Venezuela nicht erfunden habe. Diese Regel wird ihre Geldung behalten müssen, so lange eS Regierungen giebt, welche die kommerzielle bona fides hinter anderen mehr egoistischen Rück-


