Ausgabe 
20.2.1903 Zweites Blatt
 
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sind rund

und heute um Erhe-

KunstvereinS ausgestellt, veranstalteten Wettbewerb warzik als erster hervor, wurde der Brunnen von

birgt, wohnen kann.

** Aus dem

Hauses statt. Für die Arbeiten und Lieferungen 13 600 Mk vorgesehen.

ha. Grebenhain, 19. Febr. Gestern

Theaterbureau. Dom 21. bis inkl.

ist gegenwärtig im Saal des AuS dem vor zwei Jahren ging der Entwurf von Jos. Ko- Nach dem Modell dieses Künstlers der Firma Riedinger in Augsburg

sicher Kriegsschiffe anzubringen, welche bei kriegerischen Ak­tionen Verluste erlitten haben.

- Der preußische Hof regte hc'te für dre ver­storbene Erzherzogin Elisabeth von Oesterreich bte Trauer bis einschließlich den 25 d. M. an.

Die Kreuzz tg." bestätigt, daß Dr. Kropatsch eck für den Reichstagswahlkreis Zauch-Belzig nicht wieder kan­didieren wird. , . ...

Vom Bundesrat wurde die Zustimmung erteilt Sem Ausschußberichte über den Entwurf von Bestimmungen betreffend Beschäftigung jugendlicher Arbeiter in der Be- arkeitung und Verarbeitung von Faserstoffen, Tierhaaren, Abfällen oder Lumpen dienenden Fabriken und Werkstätten mit Motorbetrieb.

Daß ein Teil der Agrarier bet der Stichwahl in Schleswig sozialdemokratische Stimm­zettel abgab, weist jetzt dieKieler Ztg." an einer Reihe von Orten aus der Wahlstatistik nach. Gegenüber dem Freisinn bettachten also manche Agrarier die Sozialdemo­kratie als das kleinere Uebel.

DerPost" zufolge rst an hiesiger amtlicher Stelle von dem in Londoner Kolonialkreisen cirkuli er enden Ge­rücht, daß England seinen Teil an der Insel Neu- Guinea an Deutschland verkaufen wolle, nichts bekannt. _ e .

Karlsruhe, 19. Febr. Prinz Karl, der Bruder des Großherzogs, nicht unbedenklich erkrankt. Dm DienStag wurden ärztliche Autoritäten aus Heidelberg und Freiburg zur Konsultation herbeigezogen, welche eine Leber- verhärtüng konstatierten. Die Kräfte des Patienten, der jefct im 71. Lebensjahre steht, nehmen in besorgniserregender Weise ab.

Kolonialpost.

-r- Der Gouverneur von Kamerun, v. Putt- kamer, wird nach demHamb, Store.' binnen kurzem zurücktreten. An seine Stelle soll Oberst Pavel kommen.

in Bronze gegoßen. Auf einem säulenartigen Aufbau, der mit Delphinköpfen, Anffangmuscheln, Putten und ornamen- alem Beiwerk etwas überreich geziett ist, erhebt sich die über einen Meter hohe Statuette des Herkules mit der Keule. Der ganze Aufbau ist feingegliedert und wird sich voraus- rchtlich in den räumlich ziemlich beschränkten Römerhof sehr gut einfügen, wenn man andernteils auch jene Monumental- wirkung vermißt, die für ein öffentliches Denkmal eine sehr notwendige Voraussetzung ist. Im gleichen Saal des Kunst­vereins hat Kowarzik auch das Modell für ein Frau Rat-Denkmal ausgestellt. Die Bestrebungen, derFrau Aja" in unserer Stadt ein Denkmal zu setzen, sind bekanntlich chon feit längerer Zeit eifrig gepflogen worden und haben gedeihliche Förderung gefunden. Das Modell zeigt auf sockel- mäßigem Aufbau die Gestalt der Frau Rat, auf einem Stuhle itzend. Auf ihren Schoß lehnt sich der zehnjährige Wolf­gang; er lauscht ihren Unterweisungen. Die historische Kostümtreue ist bei beiden Gestalten gut gewahrt, selbst das kokette Puderzöpfchen im Nacken fehlt beim jungen Goethe nicht. Eine hübschgegliedette Säulenstellung giebt der Gruppe einen wirksamen Abschluß. Dieser Tage hat sich Frl. Dr. med. Jrideriea Gfn. Geldern als Frauenärztin hier nieder- gelasien. Die Dame hat, als die deutschen Universitäten den Frauen noch verschloßen waren, in der Schweiz die Staats­prüfungen bestanden und promoviert. Später absotviette sie in Freiburg in Baden, um der gesetzlichen Vorschrift zu ge­nügen, aufs neue sämtliche ärztliche Vor- und Fachprüfungen, worauf ihr die staatliche Approbation für das Gebiet de§ deutschen Reichs erteilt wurde.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In den Vorstand des Landes- komitees der hessischen Zentrumspartei gewählt wurden: Dr. Schmitt, v. Brentano, Molthan und Kommerzien­rat Haffner.

Die Stadtverordneten von Mainz bewilligten zur Er­bauung einer Oberrealschule 592 000 Mk.

weilte hier der Untersuchungsrichter, bungen wegen des Raubmordes, der seinerzeit zwischen hier und Ilbeshausen verübt wurde, anzustellen. Man sucht

Heer und Flotte.

Der neue Gouverneur von Mainz, General­leutnant Friedrich Frhr. v. S chele, ist auS dem Kadetten- korpS hervorgegangen und 1865 als Leutnant in die Armee eingetreten. Von 1879 bis 1887 war er persönlicher Adjutant deS Prinzen Albrecht von Preußen, Regenten von Braunschweig. Er kommandiette 1890 das Rh. Manen-Regiment Nr. 7 in Saarbrücken, war 1891 bis 1892 als AbteilungSchef im KttegS- minifterium tätig und 1892 bis 1895 Gouverneur von Deutsch- Ostafrika. Dann wurde er A la suite der Armee angestellt und später zum Flügeladjutanten des Kaisers ernannt, be­fehligte dann seit 1. Juni 1896 drei Jahre lang die 2. Garde- Kavallerie-Brigade, war 1899 bis 1901 Inspekteur der 3. Kavallerie-Inspektion und trat am 18. Mai 1901 an die Spitze der 16. Division in Trier. Als Gouverneur von Deutsch-Ostafrika führte er 1893 zwei siegreiche Züge gegen den Sultan Meli am Kilimandscharo und 1894 gegen die Wahehe, wofür er den Orden Paar le merite erhielt.

Pulvers vorliegen.

Frankfurt a. M., 18. Febr. Der von dem verstorbenen Herrn Manskopf gestiftete Brunnen ür den Römerhof

24. d. MtS. ist das Theater geschloßen. Die nächstfolgende Vorstellung findet erst wieder am Mittwoch, den 2 5. ds. Mts., statt.

Wieseck, 20. Febr. ImGarnbrinus" werden am Sonntag, den 22. Febr., abends 8 Uhr, Mitglieder des Gießener Stadttheaters ein einmaliges G a st - spiel veranstalten. Zur Aufführung kommen drei humo­ristische Einakter mit eingelegten Couplets. Am Nach­mittag (von 4 bis 6 Uhr) wird dasselbe Programm in Heuchelheim gespielt werden.

s. EttinqS Hausen bei Grün berg, 20. Febr. Am 4. dS. Mts. feiert der Witt und Metzgermeister Johannes Albach I. mit seiner Gattin Anna Dorothea, geb. Schmidt, das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Er steht im Alter von 81 Jahren, seine Frau ist 77 Jahre alt. Beide erfreuen ich noch der besten körperlichen und geistigen Fttsche und versehen ihre Haus- und Landwirtschaft selber. Das Ehe­paar hatte zwei Kinder, die gestorben sind, und sechs Enkel. Albach war etwa 18 Jahre im Gemeinderat und längere Zeit OttsgettchtSmann. Die Gemeinde hat dem Jubelpaare eine besondere Ehrung in der Form eines Geschenkes zu- gedacht.

m. Münzenberq, 19. Febr. In dem hiesigen Hofgut deS Grafen zu Solms-Laubach finden demnächst größere Umbauten des Oekonomiegebäudes, sowie des Verwalter-

Vermischtes.

* Trier, 19. Febr. In der zum Freitag einberufenen katholischen Volksversammlung wird eine Petition beraten zur Errichtung eines katholischen Lehrer-SeminarS in Trier.

Brunsbüttel, 19. Feb. Der englische Postdampfer Anglia wurde von dem dänischen Dampfer Olga in der Nordsee überrannt. Die Anglia ist gesunken, die Mannschaft wurde gerettet.

Freiburg, 18. Febr. Gestern nachmittag begab sich da? 6 jährige Töchterchen eines hiesigen Dahnbeamten zu Gespielinnen aus den unweit der elterlichen Wohnung gele­genen Spielplatz. Da das Kind sich abends nicht einstellte, wurde Nachfrage und Nachschau gehalten; erst heute früh gelang eS dem Vater, sein Kind etwa 50 Schritte links deS Einganges zwischen der Kirchhofmauer und den dott ge­pflanzten jungen Tannen als Leiche in entsetzlichem Zu­stande zu finden. Halb entkleidet, trägt da? Kind eine Schnitt­wunde an der linken Wange, einen tiefen Schnitt unter dem Kinn, die Gedärme sind herauSgequollen, die Genitalpottion ist ausgeschnitten, lieber der Leiche finden sich noch der Kamm und der Geißelstock (zum Tanzknopffchlagen) des armen Ge­schöpfes, sowie ein Stück einer italienischen Zeitung. Al­der Tat verdächtig wurde ein schon mit Zuchthaus und Ge­fängnis, darunter wegen Sittlichkeitsverbrechen vorbestraftes Individuum Namens Heinrich Pfister von Ebnet festge­nommen.

London, 19. Febr. Der englische Dampfer Kelvinside von Buenos AyreS nach Para bestimmt, fenterte in der Para- Mündung. Ter Kapitän und 8 Mann ertranken.

Spa, 19. Febr. Hier ist daS Gerücht verbreitet, die Prinzessin Luise von ToSkana werde für die nächste Zeit hier Aufenthalt nehmen. Durch einen Beauftragten sei eine große Villa für sie gemietet worden.

Eh arleroi, 19. Febr. Heute brach in einem Gast» hause in TraeegnieS eine Feuersbrunst auS, die so schnell um sich griff, daß die Wirttn mit ihren beiden Kindern sich nicht mehr zu retten vermochte. Die drei verkohlten Leichen wurden alsbald geborgen. Der Ehemann erlitt beim Empfange der NnglückSnachricht einen Schlaganfall. Man vermutet Brandstiftung.

' Resch itza, 19. Febr. Unbekannte Täter führten durch Dynamit-Patronen in dem Hause deS Oberstuhl­ri chterS Dellevause eine Explosion herbei, die großen Materialschaden anrichtete. Verletzt wurde niemand.

Gin Dorfbrand. Rach einer Petersburger 'Depesche

Aus Stadt und Land.

Gießen, 20. Februar 1903.

** Die Bestellung deS Denkmalrats. Mit Aller- höchster Ermächtigung Sr. Kgl. Hohett des Groß erzog? wurden gemäß Att. 32 deS Gesetze? vom 16. Juni 1902, den Denkmalschutz betreffend bestellt zum Vorsitzenden deS Denkmalrats Ministerialrat Freiherr v. Biegeleben; zu Mitgliedern des Denkmalrats auf sechs Jahre: Emil Fried­rich Graf von Schlitz, genannt von Görtz, Adalbert Graf zu Erbach-Fürstenau, D Dr. Flöring, Oberkonsistorialrat unb Superintendent zu Darmstadt, Dr. Friedrich Schneider, Prälat, Geistlicher Rat und Domkapitular zu Mainz, Maximilian Freiherr - Hepl, Oberst N I* suite zu Darmstadt, Rudol Opfermn Architekt zu Mainz, Graf v. Ottola zu Büdes­heim, Dr'. Schumacher, Professor, 1. Direktor de§ römisch-

germanischen ZentralrnuseurnS zu Mainz, Dr. Velke, Professor^ städtischer Oberbibliothekar zu Mainz; widerruflich bis. auf weiteres: Dr. Back, Direktor der Kunst- und histottschen Sammlungen des Landesmuseums zu Darmstadt, Dr. Kon­stantin Höhlbaum, ordentl. Profeßor in Gießen, Karl Hofmann, Geh Oberbaurat, ordentl. Profeßor zu Darmstadt, Ernst Neeb, Profeßor, Oberlehrer am Realgymnasium und der Oberrealschule zu Mainz, Fttedttch Pützer, ordentl. Profeßor zu Darmstadt, Dr. Bruno Sauer, ordentl. Professor zu Gießen, Dr. Gustav Freiherr Schenk zu Schweinsberg, Direktor des Großh. Haus- und Staatsarchivs, Wilhelm Soldan, Ministettalrat i. P. zu Darmstadt, Heinrich Walbe, ordentl. Profeßor der Baukunst an der Technischen Hochschule zu Darmstadt, Georg Wickop, ordentl. Profeßor zu Darmstadt. Die Bildung von Ausschüßen bleibt der noch zu erlaßenden Geschäftsordnung Vorbehalten.

* * Bestätigt wurde am 17. Februar der von dem Fürsten zu Leiningen auf die evangelische Pfarrstelle zu Rothenberg, Dekanat Erbach, präsentierte Pfarrverwalter Robert Landmann daselbst für diese Stelle.

* * Akademische Vorträge. Der Vottrag des Professors Dr. Albert kann besonderer Umstände halber erst zu Beginn des nächsten Semesters stattfinden.

* Hasso-Rhenanenfahne. Im Schaufenster der Firma Wilh. Reiber, Selterswea, ist seit gestern eine Fahne ausgestellt, die von den weiblichen Angehörigen der Mit­glieder der katholischen Verbindung Hasso-Rhenania aus Anlaß des 20 jährigen Stiftungsfestes gestiftet ist. Die Fahne ist in dem Atelier für Kunststickerei des Hoflieferan­ten Finger-Darmstadt hergestellt und zeigt in wohl- gelungener Arbeit und in harmonisch wirkenden Farben das Wappen der Verbindung, das hessische Wappen und das Gießener Stadtwappen.

* * Ehejubiläum. Heute feiert der Postschaffner Heinrich Hoffmann und seine Ehefrau, geborene Weber, das Fest der silbernen Hochzeit.

** Zwei neue Pfarr w ohnhäuser beabsichtigt die evangelische Kirchengemeinde zu erbauen. Wie wir er­fahren, soll das eine Haus in der Kirchstraße, das andere in der Liebigsttaße, neben der Villa Koch erbaut werden. Die Plane, nach denen gebaut werden würde, falls das Konsistorium die Genehmigung zu deren Ausführung er­teilt, sind bereits fertiggestellt. Es ist der schon länger gehegte Wunsch der Gemeinde, jedem ihrer Seelsorger ein eigenes Heim zu verschaffen durchaus gerechtfertigt; es giebt Gründe genug, die dafür sprechen, daß ein Pfarrer nicht gut in einem Mietshause, welches noch andere Mieter

den Versetzungsdekreten ist der Vermerk enthalten, daß für Wohnungen und Schulen Sorge getragen wurde. Den Versetzten ist eine Gehaltsaufbesserung von 10 Prozent bewilligt. Als Ersatz für die Versetzten kommen Beamte aus dem Osten. - Die Tochter eines hiesigen MrteS goß gestern Petroleum in? Feuer, die Flamme schlua em- >or und verbrannte die eine Seite de? Gesicht? und bte Haare des Mädchens vollständig. Gestern legte eine Frau einen Kindersttohsack auf den Ofen, um denielven zu trocknen und entfernte sich: kaum war bte Frau weg­gegangen, als der Strohsack Feuer fing. Herbeieilende Einwohner konnten den Brand löschen. Die Kriminal- lolizei verhaftete gestern nachmittag in einer hiesigen Herberge einen angeblichen Kaufmann, der dringend ver-^ züchtig ist, größere Diebstahle begangen zu haben. Gestern nachmittag kurz nach 4 Uhr explodierte in der Nähe >es Pulverlaboratoriums hinter der Kaserne de? Infan­terie-Regiments Nr. 87 ein P u l v e r f a ß. Durch den her­vorgerufenen Luftdruck wurden die Fenster der Exerzier­halle gegenüber der Kaserne offengeschleudert; ebenso wurde in den auf der Eisgrube und dem Kästrich befind­lichen Wohnungen eine Erschütterung wahrgenommen. Eine tarke Rauchwolke kennzeichnete längere Zeit den Ort der Explosion. Zu Schaden ist, wie jetzt bekannt, niemand dabei gekommen. Die Ursache der Explosion ist noch nicht ermittelt. Wahrscheinlich dürfte Selbstentzündung des

den Mörder mrch immer in Amerika, von wo er an einen hiesigen Bekannten geschrieben haben soll.

Darmstadt, 19. Febr. In der heutigen Stadtver­ordnetenversammlung ergriff vor Eintritt in die Tagesordnung der Oberbgm. Morneweg in persönlicher Angelegenheit das Wort. In der geheimen Sitzung der letzten Versammlung war das Verhältnis der Bei­geordneten zum Oberbürgermeister und der häufige Wechsel der Beigeordneten fritifiert worden. Der Inhalt dieser Verhandlungen kam bald darauf durch einzelne Zeitungen an die Oefsentlichkeit. Oberbgm. Mvrneweg erklärt, daß diese Artikel, die nicht einmal der Wahrheit entsprechen, einen groben Vertrauensbruch bedeuten und daß sie nicht geeignet seien, das Ansehen Darmstadts nach außen hin zu fördern. Mehrere Stadtverordnete gaben darauf ihrer Enttüstung über die Indiskretion Ausdruck.

Mainz, 19. Febr. (Mittelrheinischer Fabri- kanten-Verein.) In der Februarversammlung des Mittelrheinischen Fabrikanten-Vereins, mit welcher eine Versammlung bet Süddeutschen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller verbunden war, wurde zunächst bekannt gegeben, daß in der nächsten am 12. März stattfindenden Versammlung der Reichskom­missar für die Weltausstellung in St. Louis 1904 Geh. Oberregierungsrat Lewald einen Vortrag über die genannte Ausstellung halten wird. Außerdem wird nach demRh. Eour." in dieser Versammlung Rechtsanwalt Dr. Fuld in Mainz die Novelle zum Kranken-Dersicherungsgesetz einer Besprechung unterziehen. Ferner steht auf der Tagesord­nung bet Versammlung der Vortrag des Dr. Tille-Derlin über bte amerikanischen Riesentrusts. In der Februar- Dersammlung hielt Dr. Liefmann-Gießen einen äußerst inhaltreichen Vortrag überSchutzzoll unb Kar­telle", dem sich ein von Dr. Stein-Frankfutt a. M. ge­haltener Vortrag über dasErbbaurecht unb seine praktische Anwendung" anschloß. Beide Vorttäge wurden von der Versammlung mit dem lebhaftesten Interesse entgegen­genommen.

() M a i n z, 19. Febr. Wie mitgeteilt wird, ist aus dem hiefigen wie auch aus dem Frankfurter Eisenbahn­direktton svezirk eine größere Anzahl von Zugbeglei­tungsbeamten ab 1. April auf größere Stationen nach dem Osten, zunreist nacy Posen versetzt worden. In

Ausland.

London, 18. Febr. Während der jetzigen Parlament seffion wurden unter anderen Gesetzesvorlagen eine solche betreffend Abänderung gewiffer Armeeeinrichtungen einge­bracht. Es soll beabsichtigt sein, die Leitung der Ar­mee und Marine einer einzigen Persönlichkeit zu übertragen.

Rom, 19. Febr. Nach vier Tagen beendete heute die Kammer die akademische Debatte über die Heeres- unb Marinekosten. Die Motion der Republikaner und Sozia­listen, die eine Reduktion der Militärlasten for­derte, wurde verworfen.

Wien, 19. Febr. Bei Eröffnung der 7. Tagung des Landwirtschaftsrats hielt der Ackerbauminister Gio- vanelli eine Rede, in welcher er ausführte, die Regierung wolle die heimische Landwirtschaft schützen und entwickeln. Der Entwurf des neuen Zolltarifs weise die Elastizität und Anpassungsfähigkeit auf, die erforderlich sei, wenn es sich darum handele, auf der Grundlage einer billigen gegen­seitigen Würdigung der vitalen Interessen die vertrags­mäßigen Grundlagen zwischen der Monarchie und dem Aus­lände für die Weiterentwicklung des heimischen Volks, der Landwirffchaft insbesondere, her^ustellen. Wir wollen, fuhr der Minister fort, den wirtschaftlichen Krieg nicht; wir wollen uns nur mit aller Energie unserer Haut wehren, wenn man uns auf den Leib rückt. Aber nach wie vor wollen wir ein friedliches, einträchtiges Miteinanderwirt­schaften mit unseren Nachbarn anstreben und aufrechter­halten. Wir wollen diese gerne und gut leben lassen, er» bitten das Gleiche aber auch für uns. Das soll unsere De­vise sein.

Das Abgeordnetenhaus nahm nach Tanger Debatte in zweiter Lesung das Gesetz betreffend Erhöhung des Re- kruten-Kvnttngents an.

Sämtliche Signat ar möchte (also außer Deutschland, England, Frankreich unb Italiens stimmten dem Macedonien betteffenden Reform-Vorschlage Ruß­lands und Oesterreichs zu und stellten dessen Unterstützung in Konstantinopel in Aussicht.

Sofia, 19. Febr. Der verhaftete Michailowsky er­klärte gegenüber einem Journalisten, die macedonische Lawine könne weder durch die Diplomatte noch durch die Verhaftung der Führer aufgehalten werden.

Rio de Janeiro, 19. Febr. Die Parlaments­wahlen, welche gestern stattfanden, waren sehr erregt. Es kam verschiedentlich zu Zusammenstößen, wobei mehrere Personen getötet oder verwundet wurden.