eitt
fh®ene 5,4,,f'rages bitten Mir
1600
strie
esangvereins
5, abends 7‘/ä Uhr, irche.
'• Trautmann. Tenor: Ren Herr Konzertmeister Hegar rr Otto Görlach.
- • • J. S. Bach, sei Gott
■ • . A. Mendelssohn if. Tenor G. F. Händel ihenchor
1. M. 42 Psalms (1552), . . . G. Goltermann.
. . G.TartinL für Chor
. . » . J. G. Herzog.
.... Brahms.
ir Knaben
ei. im Erf Enchiridion. 1524
„ . Hugo Becker.
“ . B. Schumann
. . . Nicolai.
. . . J.S.Bwb.
a capella Melcb. Frank.
ätze auf den EmporWen ;rt. Der Eingang am Turm arten versehene Mitelieder nur in Begleitung von er- n - Texte, ä 20 Pfg sind lokung der Ko’ten werden beten.
ten Bieren bringe jetzt cmch klienöicr S«m°°k6 Md gerkauj und empiegn w Pfennig.
üebmertiul« ™ ®*im
f Röhrte,
ßhandlung. 742
rKsr..s L s?-s
Nr. 43
Zweites Blatt.
153. Jahrgang
Freitag ‘40. jebrnar 1903
• tägkich
Qufeei Sonntag».
ton Siebener Anzeiger »erden im Wechlel mit bem belsilche» Landwirt >te Glebener Lamlllea- MÖttet viermal in der Woche deigelegt.
^Utononebrud u. Der» f g de, v r ü h l 'tchen nwerl^Buch- u.Eleia» ttackerei (Piellch Erden) lUbafnon. Lxpedltwi» und Druckerei:
Ochalftrabe 7.
fibtefle kür Depelchen, Anzeiger Sieber».
KernlprechantchlußAr 51.
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen
veza flSpeei», monatlich 7b BI., oicrt* läbihdj Mk 2.20, durch vlbbole- u Hroetgfiellen mounthd) Go Bi-, durch bte'Uolt All 2.— v'enet» jäbrl auelcbl BeUellg, Annahme oon Anzeige» iü, bl« iüurtiiufninet die Donrntlagi 10 Uh«. Zeitenorei» lofal IXtrt»
autipärtt ÄU Big
tO, den pohl tt jllytm »eit D W111ko tue ,Ltadt und üüiib' und /tiend)ieluale (Juri Plato tüi den 91i>. seinen teil bane Beck
5>ie yeuLige Yummer umfaßt 12 Seiten.
Zum FapKjuöilaum.
(Zum 20. Februar.)
Wie an einem deutschen Poeten, dem Nibelungendichter Wilhelm Jordan, hat sich an Papst Leo XIII. das Volks- roort recht bewährt, daß Totgesagte auf em langes Leben hoffen können. Wohl keine hervorragende Persönlichkeit auf dem Erdenrund ist so oft zu alarmierenden Meldungen in Anspruch genommen worden, wie das Oberhaupt der katholischen Zttrche. Nur einmal, als an dem Pabst eine in Anbetracht ferner hohen Jahre gefährliche Operation vorge- nommen werden mußte, schien die Katastrophe wirklich nahe. Mit einer bewundernswerten Elastizität überstand Leo XIII. die Krisis. Die Geschichte kennt nur sehr wenig Beispiele, daß em Mann von 93 Jahren in so hohem und mit vielfachen Anforderungen und Mühen verknüpften Amt zugleich mit der Rüstigkeit des Körpers eine Frische des Geistes bewahrt hat, die nicht nur an den Ereignissen Anteil nimmt, sondern in schöpferischer und leitender Weise sich betätigt. Leo XIII. übt fein hohes Amt tatsächlich aus; fein Dieben» einsluß hat sich im Vatikan auf die Tauer behaupten können. Deutschland und der Papst können miteinander zufrieden sein. Die Politik des Papstes ist oon friedlichen und versöhnlichen Bestrebungen erfüllt, die Wünsche unserer Regierung haben im Vatikan Beachtung und Entgegenkommen gefunden. Andererseits konnte Leo XIII. mit Genugtuung wahrnehmen, wie der katholischen Kirche in Deutschland mehr und mehr der Grund zu Beschwerden entzogen wurde, wie das Zentrum in eine parlamentarische Position gelangte, welche die kühnsten Erwartungen übertraf. Wie sehr hat Frankreich den Papst enttäuscht, während gerade Deutschland, von dem er beim Besteigen des Thrones vielleicht am wenigsten erhofft hat, am meisten den Wünschen Rechnung trug. Das jüngste, und wohl nicht das letzte Zugeständnis auf kirchenpolitischem Gebiet ist die vom Grafen Bülow versprochene Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes, der Ausweisungsbefugnis. Uebrigens hat, wie man jetzt aus einer Erklärung der Braunschweigischen Regierung erfährt, der Bundesrat noch feine Stellung zu der Sache genommen. Der Reichskanzler muß aber der Mehrheitszustimmung sicher sein, sonst würde seine Ankündigung im Reichstag verklausulierter gewesen fein. Auf einen sehr herzlichen Ton gestimmt ist der Glüekivunsch, den die Regierung durch die „Nordd. Allgem. Zeitg." zum Jubiläum des Papstes entbietet. „Als schönstes Beiwort schniückt ihn die Bezeichnung des Friedensfürsten . . . Deutschland hat in Leo XIII. stets einen wohlwollenden Freund und einen aufrichtigen Bewunderer gefunden." Auch hierdurch kommt zum Ausdruck, daß die Beziehungen zur Kurie in Berlin als die besten betrachtet werden. Bekanntlich ist in dem Programm der Orientreise des Kronprinzen und des Prinzen Eitel Friedrich ein Besuch im Vatikan vorgesehen.
Ein eigentümlicher Zufall fügt, daß am Vorabend des Papstjubiläums ein neuer Erfolg des Zentrums, diesmal in Bayern, zu verzeichnen ist, indem nun auch (vgl. unsere Parlamentsausgabe) nach dem Kultusminister der Ministerpräsident Graf Crailsheim augenscheinlich dem Sturmangriff des mit ihm unzufriedenen Zentrums hat weichen müssen.
Acnezucla.
Nachdem die diplomatischen Beziehungen zwischen der deutschen und der venezolanischen Regierung nunmehr wieder ausgenommen sind, wird, wie die „Nordd. Allg. Ztg." hört, der für Caraeas ernannte kaiserliche Gesandte Pell dram die Reise auf seinen neuen Posten in diesen Tagen antreten.
Aus Maracaibo wird über London telegraphiert: Der Kommandeur des „Panther" soll gestern den Kommandanten des Forts San Carlo um die Ermächtigung gebeten haben, in den See Maracaibo zu dampfen. Es sei ihm erwidert worden, er müsse warten, bis das Gesuch an die Behörde in Caracas eingereicht und von dieser darüber entschieden fei.
Die Behauptung amerikanischer Blätter, daß ein Vorgehen Deutschlands gegen Columbien und Brasilien nach Art der venezolanischen Aktion bevorstehe, ist, wie die „Post" meldet, völlig unbegründet, da gegen beide Staaten keine Beschwerden vorhanden sind, die zu besonderen Maßnahmen Anlaß geben könnten.
Ein Telegramm des „New-Pork Herold" auS Port /f Spain besagt: Die englischen Marinebehörden erklärten, England sei entschloffen, die oon Castro durchgeführte Blokade nicht anzuerkennen. Seine Kriegsschiffe würden nicht zögern, im Falle von irgendwelchen Ein- mischungsversuchen gegenüber dem englischen Handel in Vene- juela, Feuer zu geben. Bis zur Ablösung durch das in Reparatur befindliche Kriegsschiff „Quiail" sei das englische Kriegsschiff „Rocket" verantwortlich für den Orinoco und das benachbatte Gebiet. Das englische Kriegsschiff „Pallas" führe die Aufsicht über die übrige Külte.
Bowen wird wahrscheinlich nicht der Vertreter Venezuelas beim Haager Schiedsgericht fein, da die amerikanische Regierung wünscht, nicht weiter heroorzutreten-
politische Tagesschau.
Erhöhung der Biersteuer in Sicht.
AuS Berlin, 19. Februar, wird uns geschrieben: Es ijl ein offenes Geheimnis, daß die Regierung sich mit neuen Steuerplänen trägt und es hierbei in erster Linie wieder auf Vier und Tabak abgesehen hat, weil deren Mehrbelastung Erträge verspricht, die, wie Staatssekretär Frhr. o. Thielmann sich einmal ausdrückte, „zu Buch schlagen". Wenn die Regierung von der Einbringung dieser Vorlagen bisher absah, so tat sie es, weil sie weiß, daß für Erhöhung der Tabak- und Biersteuer im gegenwärtigen Reichstag eine Me hrheit nicht zu haben ist. Sie erwartet eine „Besserung" vom neuen Reichstag, und wir sind in der Lage, mitzuteilen, daß das neugewählte Parlament voraussichtlich bald mit einer Biersteuer-Vorlage sich zu befassen haben wird. Die betreffende Andeutung ist uns nicht aus Regierungskreisen gegeben worden, sondern seitens einer hervorragenden Persönlichkeit aus dem Braugewerbe, die als unterrichtet gelten darf. Zwischen einigen Großbrauereien schweben bereits Verhandlungen, um durch Zusammenschluß gegen die Erhöhung öer Bier|leuer sich zu rüsten, also wohl Vereinbarungen 311 treffen, durch welche die zu erwartende Mehrbelastung 311m Teil auf die Verbraucher überfragen werden soll.
Die Gefahr einer Erhöhung der Tabaksteuer ist danach gleichfalls nicht oon der Hand zu weifen, und die deutsche Tabak- und Zigarrenindustrie wirb rechtzeitig ihre Protestmaßnahmen zu treffen haben.
Zum Fall Lohuiug
veröffentlicht daS „Berl. Tagebl." eine neue, mehrere Spalten lange Zuschrift des Provinzialsteuerdirektors a. D. Löhning, die sich mit den parlamentarischen Verhandlungen über seinen Fall und den Darlegungen des Ministers des Innern beschäftigt. Die Zuschrift schließt: „Hätte ich Mich nicht wieder verheiratet, so wäre ich heute noch Provinzial steuerd irektor. Ruch allem und nach der ganzen Art, wie gegen mich in der ganzen Sache verhandelt und verfahren worben ist — und ich halte alle meine Anführungen in meinem Exposö bis ins einzelnste aufrecht — verbleibe ich dabei, daß für die Erzwingung meiner Pensionierung meine Verlobung das entscheidende Dloment gewesen, und daß die mir vorgeworfenen Aeußerungen zur Polenpolitik nur einen Druck auf meine Entschließung üben sollten. Was mich dazu bestimmt hat, meine Pensionierung zu beantragen, ist in meinem Expose ausgeführt. Der Minister sollte sich nicht darauf berufen, daß ich ja meine Pensionierung freiwillig beantragt habe, wo er mich zur Pensionierung gedrängt und moralisch gezwungen hat. ES wäre (bei der vom Minister gemachten Darstellung) Pflicht des Ministers gewesen, mir als unmittelbar ihm untergeordnetem Provinzialoerwaltungschef direkt und ohne Mittelperson klar zu sagen: „Ihre Verlobung, Ihre Verheiratung ist für mich ohne alle Bedeutung, aber ich habe von Ihrem Vertreter, dem Oberregierungsrat Gesch, erfahren, daß Sie die Auffaffung der Staatsregierung in der Polenpolitik nicht nur nicht teilen, sondern abfällig kritisieren. Tieserhalb und nur dieserhalb ersuche ich Sie, den Antrag auf Pensionierung zu stellen." Ich hätte dieses Ansinnen mit Entrüstung und mit der Bitte um Einleitung des Disziplinarverfahrens zurückgewiesen."
Ter amerifanifdje Tabaktrust.
Tie Amerikaner rasten nicht in ihren Bestrebungen, auf das europäische Geschäftsleben Einfluß zu gewinnen. Sie trachten vor allem darnach, bestimmte Handelszweige zu monopolisieren. Am rührigsten ist der amerikanische Tabaktrust. In Frankreich gelang es ihm bisher anscheinend nicht, Fuß zu fassen, obwohl die Leiter des Trusts hier „aufs Ganze gingen" und, einer unwidersprochen gebliebenen Meldung zufolge, der französischen Regierung das Tabakmonopol abpachten wollten, angeblich, um eine jährlich um 20 Millionen Dollars höhere Summe, als der Jahresertrag ausmacht, den die Regierung aus diesem Monopol zielst. Mehr Erfolg hatte der Trust in Englaiid. Dort glückte es ihm, eine rund 3000 Arbeiter beschäftigende Tabakfirma aufzulaufen — um 0 Millionen Dollars —, die wieder annahrend 7000 Kleinhändler zu Kunden hat. Tie niedrigen Verkaufspreise, die der Trust festsetzte, und die erheblichen Vergütungen, die er Agenten und Kleinhändlern auf seine Fabrikate gewährte, veranlaßten eine Anzahl englis cher Tabakfirmen, sich zu einem Gegentrust zu vereinigen, und den Konkurrenzkampf auszunehmen. Sie erreichten, daß der amerikanische Trust auf England als Absatzgebiet für seine Fabrikate verzichtet und letztere nur noch nach Amerika vertreibt. Auch in Deutschland ist der Trust bekanntlich bereits eingedrungen. Eine der größten Zigarettensabriken Dresdens ist von ihm im vorigen Jahre erworben und alsbald nach amerikanischem Muster umgestaltet worden. Die Herabsetzung dcr Verkaufspreise führte zu einem Zusammenschluß der anderen Dresdener Firmen der TabaLranche in der Art des englischen Gegentrusts. Der Wettbewerb zwischen beiden Gruppen ist in vollem Gange, was die Amerikaner aber nicht hindert, ein Eindringen in Berlin zu versuchen. Erst dieser Tage verlautete wieder, wie wir schon mitteilten, oon Bemühungen der Agenten des Trusts, eine große, zahl- reiche Stabifilia.en unterhaltende Tabak^rrna a..f>faufen. Tie Bemühungen sind indes glücklicherweise wenigstens vorläufig erfolglos geolieben. Für die deutsche Volkswirt
schaft, insonderheit für die gesamte deutsche Tabak- und einschließlich unterer heimischen Zigarren-Jndustrie hätte die sorischr^itcnoe Amcrikan.sier^ng des G.s^ästslebens höchst bedenkliche Kon.equenzen, unb deshalb ist es sehr zu wünschen, daß die Agenten des Trust, wo immer es sei, nicht zum Ziel gelangen. Wie energisch würden wohl die Amerikaner zur Abweyr schreiten, wani deutsche GZcyäfts- leute sich anschictten, bestimmte Zweige des Hanocts in der Union zu monopolisieren! soeben läßt übrigens der Trust erklären, dag er nicht beabsichtige, in Deutschland Ladengeschäfte einzurichten. Tann ist die Abwehr der Truitbestrebungen also zunäcyft Sache der deutschen Tabak-Großhandler.
Ter duycrrjche MLiuiftetWrchjrl.
Der bischerige Kultusminister und jetzige Ministerpräsident, Minister des Aeußern und des königlichen Hauses Frhr. v. P 0 0 e w 11 s ist zurzeit cm politisch noch unbe,chrie- benes Blatt. Das Zentrum konimt ihm mit einigem Mißtrauen entgegen, während die Liberalen unter öer Wucht des Schlages, der sie getroffen, auch hin,tätlich der Person des neuen Ministerpräsidenten nur sieprisch in die Zutun ft schauen. In Zentrumskreisen erklärt man offen, linier keinen Umständen auf halbem Wege stehen bleiben und mit aller Energie die letzten Reste Oes Ministeriums ^railsheim foröcui zu wollen. Dieses Ziel dürste für das Zentrum um fio leichter zu erreichen sein, als jetzt schon ui htrttf.n, Welche dem Ministerium Erausheim nahe stehen, oas Gerücht g^yt, daß aua) Dr. v. Riedel und ^eht. von ö" e i 11 y | uj um ihre Entlassung eingekommen sind, '•auf alle Fälle steht Bah er» vor ] uj w c r en innerpoli- tischen Kämpfen, die ihren Höhepunkt erst beim Wieder- zusammentritt des ^anbiugcy, Weicher voraussichtlich am irf. September erfolgt, erreichen werden. Nach den letzten ileberraschungen tann es nicht Wunder nehmen, daß die Gerüchte, Prmzregent Luitpold wolle aus die Fort- juhrung der Regentschaft verzichten, immer''mchr Glauben findet, lieber die Gründe des Rücktritts des Mi- nisteriums Crailsheim sickern nur dürftige 2lachrichten in die Oefjentlichkeit. Sicher ist nur das eine, daß es in letzter Zeit zu Differenzen innerhalb des GesamtmiUisteriums ge- tommen war. Toch sollen uL):lben nicU einmal polcksicher 'Natur gewesen fein. Die liberale Presse Bayerits äußert sich über die Vorgänge sehr deprimiert und feiert Crailsheim als den einzigen deutschen Staatsmann, der zu Ansang des 20. Jahrhunderts den Mut gefunden habe, dem „übermäßigen Ultramontanismus die Stirn zu bieten". Die bayerische Centrumspresse dagegen begrüßt den Wandel der Tinge mit Genugtuung, bemerkt aber Dabei, daß kein Grund oorliege, zu triumphieren.
Auch fast jämttiche Berliner Blätter beschäftigen sich eingehend mit dem bayrischen Kabinettswechsel. Tie „B. N. Wadjr." bedauern auf das tiefste den Münchener Vorgang, da sehr wohl möglich fei, daß man den Regenten Der Besorgnis geneigt gemacht habe, es könne das Verhältnis des Volkes zur Krone von Neuem getrübt und damit eine Grundlage Der staatlichen OrDnung erschüttert werben. Tie „Tägl. Rundschau" glaubt, die Ursache zu dem Kabinettswechsel in der Müdigkeit und dem Ruhebedürfnis der leitenden Personen Bayerns, des Prinzregenten sowohl wie des Grafen Crailsheim suchen zu sollen. Das Zentrum frohlocke, aber die Staats-Autorität habe einen schweren Schlag erlitten. Dem System Crailsheim brauche man indessen keine Träne nachzuweinen. Die „Voss. Ztg." schildert eingehend die jetzige Machtstellung des Zentrums im deutschen Reiche. Triumph auf Triumph feiere die flerilale Partei. So wie in Preußen frohlocke das Zentrum auch in Bayern. Nun habe es seine Revanche für Würzburg. Schon seit längerer Zeit habe die ultramontane Partei in Herrn von Podewils den Lammenden Mann gesehen. Tr. Schädler könne sich rühmen, den Grasen Crailsheim zur Sttecke gebracht $u haben. Allenthalben Werde der bayrische Ministerwechjel die Augen des Volkes auf die außerordentliche Macht lenken, die das Zentrum gegenwärtig hat, wie im Reiche so auch in den größten Einzell floaten. Tas „Berl. Tagebl." schreibt: Ein ultramontanes partikularistisches Ministerium in München könne den Bestand des Reiches nicht erschüttern. Indessen müsse es jedermann einleuchten, daß der Gang der Reichs-Maschine durch solche Zwischenfälle nicht erleichtert wird. — Ter „Vorwärts" schreibt: Graf Crailsheim war fern Politiker oon eigener Art. Er fügte sich der Politik, die von ihm verlangt wurde, und kam so auf lange Jahre mit dem stets mächtiger werdenden Zentrum aus. Jetzt fällt er als spätes Opfer dem buraj das Kaiser-Telegramm von Swinemünde und seine Folge-Ereignisse entfachten Zentrumsgroll. Die „Germania" schweigt vorläufig.
Tas Wiener „Vaterland" äußert seine hohe Befriedigung über den Sturz des Kabinetts Crailsheim, das sich infolge seiner unvorsichtigen Politik in seiner eigenen Schlinge gefangen habe. Sich auf die Zentrums-Majorität stützend und dennoch liberal weiter regieren wollen, eine solche Politik könne niemals von Dauer fein.
Deutsches Deich.
Berlin, 19. Zvbr. 2er Ka ., er sprach heute wieder beim Reichskanzler vor und empfing den früheren General-Intendanten Grasen Hochberg.
— Ter Chef des Civilkabinetts 0. Lucanus ist von seiner Erkrankung jetzt soweit wieder hergesttllt, daß et heute zum ersten . ,ale einen Jmmediai^or^ag beim Kaiser halten Eonnte.
— Nach einer Meldung aus Kiel erging auf Anregung des Kaisers die Bestimmung, Gedenktafeln an Bord fämt*


