Ausgabe 
19.9.1903 Zweites Blatt
 
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DieVerhandlungen der Limburg er Der- sammlnna der Interessenten der Lahnkana- ltsation vom 17. Mai d. I. sind jetzt, wie man uns schreibt, in einem 54 Seiten starken, hübsch ausgestatteten Druckheft zur Veröffentlichung gelangt. Dem Lahnkanal- vereni sind in der kurzen Zeit außer Städten und Korpo­rationen auch schon mehrere hundert Einzelmitglieder bei- getreteu. Wenn die große, wasserwirtschaftliche Dorlage, die vor über zwei Jahren aus unbestinnnte Zeit zurück- gestellt wurde, dem Abgeordneteuhause zugeht, dann darf auch eine Forderung für die Kanalisation der Lahn nicht fehlen. Aber nur, wenn es feststeht, daß der Lahnkanal- verein die Wünsche der überwiegenden Mehrzahl der Be­wohner des Lahntals vertritt, wird er im stände sein, Eindruck auf die maßgebenden Regierungskreise zu machen und sein Ziel zu verwirklichen. Der für Einzelpersonen festgesetzte Mindestbetrag von 1 Mark pro Jahr macht es auch dem Minderbemittelten möglich, die Mitgliedschaft zu erwerben. Die genannte Druckschrift kann u. a von der Handelskammer Wetzlar kostenfrei bezogen werden.

**EinMusikundSoldatenliebendesDorf. Man schreibt uns nachträglich daß gelegentliche des etwa dreiwöchigen Aufenthalts der 118er in Meßen sich in K l e i n- Linden ein schönes Manövererlebnis zutrug. Da der Ilebungsplatz der 50. Jnst-Brigade bei Lützell in den -Rechten­bach lag, so mußten die 118er täglich durch Klein-Linden dorthin marschieren. An einem Samstag war der erste Marsch; das stolze, stramme Regiment wurde von den Be­wohnern mit Bewunderung gemustert, aber zum Bedauern der Klein-Lindener blieb die vor anmarschierende Diusik durch das ganze Dorf hindurch still. In einer Gesellschaft älterer, musikliebender Herren kam die Sache abends zur Sprache, und auf einen Vorschlag wurde jemand beauftragt, bei 'dem Oberst des Regiments vorstellig zu werden, um dem stillen Durchmarsch^ ein Ende zu machen. Die 116er, den nrusikalischen Sinn der Klein-Lindener kennend, ziehen bei Felddienst stets mit llingendem Spiel durchs Dors. Die Vorstellung hatte den besten Erfolg, und täglich spielte fortan die Kapelle die floütesten Weisen. Dem Pauken­schläger soll sogar zweimal das Trmnmelsell seines Instru­mentes zersprungen fein. Dafür zeigte sich denn auch be­sonders die Dorfjugend gelegentlich des Kirchweihfestes erkenntlich; überall genossen dre lieben^Gelben" Gastfrei­heit. Mit Bedauern sah man am 9. September die lieb- gewordenen Bekannten scheiden.

() 'Gr o ß en -Lind en, 17. Sept. Gestern tagte hier eine gemeinsame Versammlung der Kirchenvorstände von hier und Mendorf a. d. Lahn. Es handelte sich dabei um eine geplante anderweitige Regelung der zweiten hiesiger: Pfarrstelle, dessen Inhaber bisher die Bezeichnung Pfarrer von Mendorf ^und Diakon in Großen-Linden führte. Seit dem Tode des Pfarrers E. Schönhals wird diese Stelle vikmüert, gegenwärtig ist sie zur Wiederbesetzung aus­geschrieben. Da nun zur 1. Pfarrstelle noch die fast gleich große Gemeinde Klein-Linden gehört, so beabsichtigt man, die eure Stelle nach Klein-Linden zu verlegen rrnd, nach gutem Vernehmen, den Kirchendienst der Gemeinde Allen- dors in beide Pfarrstellen zu teilen. Eine sehr baldige Regelung dieser Angelegenheit scheint nicht zu erfolgen, da alle drei Gemeinden wünschen, am seitherigen Zustand festzuhallen.

i. Bieber bei Rodheim, 19. Sept. Die »Biedere Kirmes", welche am Sonntag wieder gefeiert wird, hat sich alljährlich eines außerordentlichen Besuches zu erfreuen, wie wohl kein anderes Kirchweihfest in hiesiger Gegend. Durch unsere Kleinbahn ist jetzt die Möglichkeit geboten, trockenen Fußes hierher zu gelangen, um sich auf unserer Kirmes ge­nügend zu amüsieren.

w. Wetzlar, 18. Septbr. Die ursprünglich auf /000 Mann gedachte Einquartierung in unserer Stadt ist gestern in Stärke von nur 5000 Mann hier eingetroffen. In Wetzlar liegen jetzt sechs Stäbe. Die Häuser, in denen Typhus und sonstige ansteckende Krankheiten vorgekommen sind, sind äußerlich für das Militär gekennzeichnet und den Mannschaften das Betreten derselben verboten. Ebenso sind verschiedene Brunnen in der Stadt, deren Waffer vom ge­sundheitlichen Standpunkte nicht ganz einwandfrei ist, für die Benutzung durch die Soldaten ausgeschlossen.

R B. Darmstadt, 18. Sept. Die Vorbereit­ungen füp ix ie Hochzeitsfeierlichkeiten am hiesigen Hofe sind im vollen Gange. Im alten Residenz- schloß, wo die Hauptfestlichkeiten abgehalleu werben, ist man mit der Neuherrichtung unb Ausstattung der ver­schiedenen Räumlichkeiten eifrig beschäftigt. Von der Schloßkirche wird zu dem Schloßflügel mll den Festsälen ein besonderer^ abgeschlossener Verbindungsweg hergestelll, so daß die hohe Hochzeitsgesellschaft bei der in der Hoskirche nach evangelischem Rillts erfolgenden Trauung (die Ein­segnung der Ehe nach griechischem Ritus geschieht in der russischen Kapelle) mit der Außenwelt gar nicht in Be>- rührung kommt. Das schon ftüher aufgetauchte Gerücht, zur Teilnahme an der Feier würden auch der König und die Königin von England erscheinen, wird jetzt dahin variiert, daß nur «die Königin und an Stelle des Königs der Herzog von Teck hierherkommen dürften. Eine defini­tive Entscheidung. ist jedoch, wie wir von bestunterrichteter Seite Horen, noch nicht getroffen und wird auch erst inner­halb der letzten acht Tage vor der Hochzeit (7. Oktober) erwartet, ebenso über die Beteiligung des greisen Königs von Dänemark. Ob das am 25. September hier eintreffende Zarenpaar, das zunächst im Neuen Palais Wohnung nimmt, noch einige Zell im Jagdschloß Wolssgarten ver­bringen wird, hängt in der Hauptsache von der Gestaltung der Witterung ab. Jedenfalls ist dort alles zur Aufnahme der kaiserlichen Herrschaften vorbereitet.

() Mainz, 18. Sept. Die jüngst erlassene polizelliche Verordnung, nach welcher die sogenanntenAnimier­kneipen" abends um 11 Uhr ihre Geschäfte schließen müssen, hat in einer gestern stattgehabten Versammlung des Mainzer Gastwirteverbandes vollen Beifall gefunden, indem eine Resolution gefaßt wurde, durch welche man sich mit der polizeilichen Anordnung nicht nur einverstan­den erklärt, sondern sie im Interesse des anständigen Wirtgeschäftes für sehr geboten erachtet.

Worms, 18. Sept. Bei einer Submission hatten sich kürzlich die Handwerksmeister derart unterboten, daß der Stadtbaumeister erklärte, dieseS ch u n d pr e i s e" könne man unmöglich annehmen. Dabei seien den Leuten nicht einmal ihre baren Auslagen gedeckt, von irgend einem Verdienst ganz zu schweigen. Der Oberbürgermeister brachte die Sache in einer Sitzung zur Sprache und erhielt den Auftrag, geeignete Schritte zu tun. Er ließ die Hand­werker einige Hundert aufs Rathaus kommen, und wusch ihnen ganz gehörig den Kops. Wegzuwersen habe die Stadt nichts, meinte er, aber sie habe andererseits ein Interesse daran, einen steuer- und zahlkräftigen Hand­

werker- bezw. Mlltelstand zu erhalten. Vllt derartigen Preisen züchte man arme Leute. Dann entließ er sie mit der Aufforderung, jedes Handwerk solle in den nächsten drei Tagen die Preise überlegen und richtig einsetzen, und dann die Preisliste durch einen Obmann dem Stadtbau­meister übergeben lassen.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Unter dem Verdacht der Brandstiftung in seinem Fabrikgebäude wurde, wie aus Offenbach be­richtet wird, der Schuhfabrikant Segel horst, als er von einer Reise zurückkehrte, verhaftet.

** Verlaus der Witterung von Donnerstag bis Freitag. Das über Deutschland lagernde Tief ist ab­gezogen, während ein neues ganz flaches Tief sudnordwärts im jften unseres Gebietes vorübergezogen ist, eine Winddrehung von Nordost nach Nordwest und heute nacht stärkeren Regen ver­ursachend. Infolgedessen hat sich die schon Dienstag vorausgesagte Besserung des Wetters für zwei Tage hingeschoben. Heute, Freitag, lagert das Hoch in gleicher Stärke wie seither über Nordosteuropa, so daß dort bis an die deutsche Ostseeküste und Ostpreußen hin wolkenloses Wetter herrscht. Da keine neuen Tiefs im Osten mehr vorhanden sind, ein westlich Irland erschienenes Tief uns aber wegen seiner Entfernung nicht beeinflussen kann, so sind bei der vermutlichen Verlagerung des Hochs nach Ost-Europa Ost- und Nord-Ost-Winde zu erwarten. Es ist also nunmehr sicher auf trockenes, wärmeres Wetter für die allernächste Zeit zu rechnen.

A. P e p p l e r.

Vermischtes.

* Speyer, 18. Sept. KanzleiratHalin stürzte ich mit seiner Frau in den Rhein, aus Furcht vor Bestrafung. Er rettete sich, die Frau ertrank.

* Rei ch enb ach in h m en, 18. Sept. Der Ober- 'örster Ernst ist von Wilddieben erschossen worden.

* Lemberg, 18. Sept. Bei einem Brande in Z l o e z o w finb Gerichtsgebäude, Spitäler, zwei Kirchen und der Pfarrhof eingeäschert und verschiedene Stadttelle nieder­gebrannt. Eine Greisin im Siechenhause ist in den Flarn- men umgekommen. Der Schaden wird auf mehrere Mill, beziffert. 1500 Gebäude, darunter 600 Wohnhäuser, inb niedergebrannt. Bis jetzt sind 7 Leichen ge- ünden, viele Personen sind verletzt.

Gerichtssaat.

Mainz, 18. Sept. Die Witwe Till er aus Worms wurde von der Strafkammer wegen Hinterziehung ihrer Gin­ko m m e n st e u e r zu 24 640 Mk. Geldstrafe verurteilt.

Ottweiler, 18. Sept. Das Schöffengericht verurteilte den Redakteur Lehnen von der »Neunkirchener Ztg." und den P a st o r S ch m i d t aus Wemmetsweiler wegen Hausfriedens­bruchs, begangen m einer nationalliberalenWähler-Versammlung, zu je 8 Tagen Gefängnis.

Arbeiterbewegung.

? Ober-Hörgern, 17. Septbr. Seit einigen Tagen t reif en d i e Maurer, welche an den Stationshäusern der neuen Bahnstrecke ButzbachLich arbeiten. Die Arbeiten gehen trotzdem weitex, weil 'sich andere Maurer aus den umliegenden Dockern eingestellt haben.

Handel und Derkehr. Nolkswirtschast

Berliner Bör?e vom 18. September 1903.

(M'tgeteilt von der Bank für Handel und Jndustcke, Gießen.) Privat-Diskont Prozent.

Anfangs- u. Schlußkucke.

Oest. Kredit.... 199.75 198.12

Deutsche Bank . . . 210.50 * 209.80

Darmstädter Bank . . 135.00 134.75

Bochumer Guß . . . 182.00 181.10

Harpener Bergbau . . 184.90 184.12

Schluß-Tendenz: matt.

Jiehmarkt. Im Laufe der vergangenen Woche waren die einschlägigen Märkte etwas weniger stark frequentiert, was wohl seinen Grund zum Teil in der sehr zweifelhaften Witterung oder aber in den Ernte- und Bestellarbeiten der Landbevölkerung inden dürfte. Pckma Großvieh zu Schlachtzmecken war genügend angeboten, der Verkauf gmg auch flott von statten, sodaß hierin fast.überall rasch ausverkauft war, nur an einigen kleineren Märkten blieb geringer Ueberstand, Mittlere Qualitäten waren dagegen etwas vernachlässigt, die geforderten erhöhteren Preise wurden schließlich doch genehmigt, die Umsätze bewegten sich jedoch in engen Grenzen, sodaß ziemlich Ueberstand verblieb. Kälber waren wiederum nur in begrenzter Anzahl angefahren, die Preise ziehen immer noch an. Der Bedarf konnte trotz Genehmigung der höheren Forderungen nicht gedeckt werden. Fette Schweine, im Presie ebenfalls steigend, waren reichlicher angeboten, auch der Verkauf entwickelte sich normal, an einigen kleineren Plätzen blieb etwas Ueberstand. Läufer und Milchschweine fanden weniger Beachtung, letztere konnten trotz erheblichen Preisnachlasses nicht abgesetzt werden.

Mais.

M. 17,25 - 00,00 ] » 14.2500,00 \

Roggen.

Gerste.

Hafer.

137--

137--

127128

130--

133-137 131133 130131

102--

86--

100102 104109 103-104

9500

, 15,2516,50 , 13,7514,50 Markte.

o

mixed

Laplata r. t Weizen, Pfälzer flloggen, » Braugeckte » Hafer, badischer

Kansas II

Ulka-Weizen 9 p.5/*>

» 10 p.

Rumänischer, 80/81 Kilo

» 79/80 »

» 78/79 »

Ruffischer 9 p. 15/20

Ruff. Futtergerste 60/61 Kilo

Russischer 47/48 Kilo 50/51 »

I per 100 Kilogramm frei hier.

Getreide. Die heutigen Notierungen sind: Weizen. Red Winter II Mk.

Gieße«, 19. Sept Mark tbericht. Aus heutigemWockenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1,101,20 Mk Hühnereier 1 St 78 Vfg., 2 Stck. 0000 Pfg., Gänseeier 0000 Pfg., Enteneier 80 Pfg., Käse pr.Stck. 58 Pf., Käsematte 2 Stck. 56 Pfg., Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 0,7009,0Mk., Hühner pr. St 1,301,80 Mk., Hähne pr. Stück 0,701,50 Mk., Enten pr. Stück 1,802,40 211f., Gänse pr. Pfd. 0000 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 6878 Psa., Kuh- unb Rindfleisch pr. Pfund 6066 Pfg., Schweine­fleisch pr. Pfrmd 6676 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 6874 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 5674 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kar. 6,007,00 Mk., Weißkraut per Stück 0000 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 4,505,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Pfd. 000 Pfg., in Körben 0000 Pfg. Zwetschen Mk. 4.506.00, Trauben 0000 Pfg.

Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nach­mittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Be­ginn der Marktzeit überhaupt nicht und wahrend der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen nicht feilgeboten werden.

Schisssnachrichten.

Norddeutscher Lloyd.

Bremen, 16. Sept (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampfer »Rhein", Kapüän G. Rott, vom

91orddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute $9 Uhr morgen» behalten in Baltimore angekommen.

Bremen, 16. Sept. (Per transatlantischen Telegrapü.) Der Doppelschraubcn-SchnellpostdampferKaiser Wilhelm TL", Kapitän D. Högemann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist geftew 1 Uhr' nachmittaqss wohlbehalten in Ne,v-York angekommen.

Küchliche Nachrichten.^

HottrMrnst ter israelitischen Krligionsgesellschast.

Dienstag, den 22. und Mittwoch, den 23. September r Neujahrsfest.

1. Tag.

Vorabend 6,15 Uhr.

Morgens 7,30 Uhr.

Predigt: 9 Uhr.

Nachmittags: 4 Uhr.

2. Tag.

Vorabend: 7,10 Uhr. Morgens: 7^0 Uhr. Predigt: 9 Uhr.

Nachmittag: 4 Uhr. Festesausgang: 7,10 Uhr.

NB. Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet.

Krieskasten der Redaktion.

(Anonyme Anfrage« bleiben unberücksichtigt.)

K. Frage: Kann ein Dienstmädchen beim Gewerbegerichr klagen? Antwort: Nur, wenn es in einem Gewerbebetrieb beschäftigt ist, z. B. in einem Restaurant, einem Holet

Der arme Peter.

Jüngst in Nisch war Serbiens König Und da ging ihm durch den Sinn: Pumpversuche helfen wenig, Wo Nlsch ist, da kommt nischt hin!

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Worms, 19. Sept. Als gestern nachmittag der Di­rektor des städtischen Gas- nnd Wasserwerks, Dr. Lepe- lius, auf dem städtischen Automobil nach Buerstadt ühr, rannte das Gefährt auf der Landstraße, als es einem Fuhrwerk ausweichen wollte, 'an einen Baum. Le- oelius wurde aus dem Wagen geschleudert, und erlill einen Schädelbruch und einen Beinbruch. (Sr liegt lebens- gefährlich verletzt im Krankenhaus. Ingenieur Propst erlllt einen Beinbruch. Ingenieur Reinhard und der Chanfseur blieben unverletzt.

Kassel, 19. Sept. In einem Hotel vergiftete ich mit Cyankali der Dr. med. Pool, Spezialist für Ohren- und Hautkrankheiten. Er war früher in Köln, Frank- ürt und Lüdenscheidt.

London, 19. Sept. In einem Schreiben vom 18. Sep­tember an den Vorsitzenden der - Tarifreformvereinigung sagt Chamberlain: Wir haben genügendes Material an Tatsachen und Ziffern, wir müssen jetzt die Folgerungen daraus aufstellen und das Volk 'dazu bringen, sie an­zunehmen. Nämlich 1. Engere Verbindung mit den Kolonien durch Vorzugstarife und das Be­streben, das Reich, was die Nahrungsmittel - Ver­sorgung anbelaugt, auf eigene Füße zu stellen. 2. An­wendung des Tarifes als Waffe, um von anderen Na­tionen größere Gegenseitigkeit zu erlangen und um, wo solches Abkommen nicht erreicht wird, durch Ver­geltungsmaßnahmen zu verhindern, daß den infolge Wettbewerbs durch Schutzzölle geschützten Staaten der Markt in England und dem britischen Reiche verloren gehe. Spectator" meint, Balfour werde mit seinem neuen Schutz zollprogramm belastet nicht die Mehrheit im Lande erlangen können. Der Wahlausgang dürfte zum Versuch eines Kabinetts Rosebery führen, das sich aber nicht lange hallen werde.

Aberdeen, 19. Sept. Der Philosoph Alexan­der Bain, Professor der Logik an der hiesigen Universi­tät, ist gestorben.

Wien, 19. Sept. Die Toaste d er beide n Herr­scher machten allenthalben Eindruck. Am stärksten war die Wirkung nach Karser Wilhelms Worten, die von der Gesellschaft auf^den Artneebefehl bezogen wurden. Beson­ders rief die Stelle, wo er von den stolzen Regimentern sprach, freudige Erregung unter den österreichischen Mlli- tärs hervor. Kaiser Wilhelm sprach den Trinkspruch frei, während Kaiser Franz Joses den feinigen von einem Blatt ablas. Kaiser Wilhelm hatte den Toast beendet, die Gläser waren aneinander getlnngcn, als Kaiser Wilhelm das Glas niederstellte und sich hierauf beide Monarch, en fest umschlangen und küßten.

Telephonischer Kursberichte

fr rankturt

3*/2o/o Reichsanleihe . . 101.04 3% do. ... 89.04 3V,% Konsole .... 101.03 3®/o do......89.45

31/2°/o Hessen .... 100.15 37a % Oberhessen . . . 99.02 4% Oesterr. Goldrente . . 101.03 4Hz96 Oesterr. äiiberrente 99.04 4% Ungar. Goldrente . . 98.03 4° Italien. Rente . . . 102.75 4V,% Portugiesen . . . 50.00 3°/ Portugiesen. ... 30.85 1% C. Türken .... 34.85 Türkenlose......127.06

4°/o Grieoh. Monopol.-Anl. 43.35 4VzX äussere Argentiner 42.01

u. J*., 19. September 1903.

3<V0 Mexikaner . . . 26.08 4,/2% Chinesen . , . . 91.04

Electric. Schuckert . . . 96.03

Nordd. Lloyd . . . . 10100

Kreditaktien . ... 199.25

Diskonto-Kommandit. . 184.04

Darmstädter Bank . . 135.05

Dresdener Bank .... 145.03 Berliner Handelsges. . . 151.00 Gesten*. Staatsbahn . . , 136.02 Lombarden.....16.04

Gottbardbahn ..... 189. Laurahütte...... 227.00

Bochum ...... 181.02 Harpener ...... 184.08 Tendenz: fester.

Es ist etwas Wundervolles

um ein Getränk, das der Zunge und dem Gaumen ebenso zusagt, wie dem Magen und den Nerven, das nicht nur wohlschmeckend, sondern auch leicht verdaulich und bekömmlich ist. Ein solches Getränk verdiente das eigentliche Volks­getränk zu werden! Man braucht es nicht erst zu suchen, es existiert schon längst und heißt »Kathreiners Malz­kaffe". Wenn seine großen Vorzüge und Vorteile jeder­mann bekannt wären, würde es gewiß auf keinem Tisch und in keiner Küche mehr fehlen. 7083

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