Ausgabe 
19.9.1903 Zweites Blatt
 
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Samstag IN.September 1903

153. Jahrgang

W

Schnlyratze 7.

Bbrefie für Depeschen: AnzeLger Vietze«.

Fernsprechanschluß Nr. 6L

Giehener Anzeiger

*ur General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblati für den Kreis Gießen

Nr. 2L0 »rfd>eittt tLgNch außer Sonntag-.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Aamttien» blätter otermol In der Woche beigelegt.

Rotationsdruck tu Ver­lag der Brüh l ffchen Üntverf.-Buch- u, St ein ­drucke rei (Pietsch Erben)

ve»ngopret»t monatlich 75 Ps., vierter jährlich ML. 2L0; durch Avhole- iu Zweigstellen monatlich 6b Pf.; durch die Post Mk. 2.viertel- sährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen ür die LageSnummer jtfl vormittags 10 Uhr. Zettenprri»: lokal 12 Pl^ auSwärlS 80 Psg.

Goraatwortlich Mr den poltL and allgem. Teil: P. Wtttkv. füt .Stadt und ßontr und .GerichtSsaalE: August Götz' für den An­zeigenteil: Han« Beck.

3)ie heutige Dummer umfaßt 16 Seite».

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Die Panzerkreuzer.

Man schreibt im# von geschätzter Seite:

Es ist allgemein bekannt, daß m der nächsten No­velle zum Flottengesetz ein festes Programm für den Ausbau, der Kreuzerflotte aufgestellt werden soll. Welcher Art dieses Programm sein wird, dafür fehlt es bis jetzt an einem Anhalt.

Befreniden muß eS erregen, wenn behauptet toirbv daß ein ganzer Schiffstyp, der der Panzerkreuzer, als' unzweckmäßig hingestellt wird. Man meint, er sei weder Linienschiff noch Kreuzer, und die nach chm erbauten Schiffe kamen wegen zu geringer Geschwindigkeit für den Aufklärungsdienft nicht in Betracht, sondern müß­ten auf ausländische Stationen aufgebraucht werden. Die deutsche Flotte besitzt an Panzerkreuzern denFützst Bis­marck",Prinz Heinrich",Prinz Adalbert",Friedrich Karl" undRoon", welche drei letzteren sich noch im Aus­bau befinden. Jedes di es er Schiffeko stetmehrere Millionen Mark, und nun soll keines für den Zweck des Aufklärungsdienstes geeignet sein, d. h es erreicht an­geblich keines die Geschwindigkeit ,die erforderlich ist, fremde Linienschiffe in voller Fahrt einzuholen oder sich ihnen, im Fall des Verfolgtseins, zu en^iehen! Es wird ferner Uesagt, als erstes Schiff des Panzerkreuzertyps fei derFürst Bismarck" er befindet sich zurzeit in Ost- asien gebaut worden, und dieser Versuch habe den Er­wartungen nicht voll entsprochen Kommt das nicht einem Vorwurf an die Marineverwaltung gleich, da sie doch vier weitere Schifie dieses Typs auf Stapel legte, die zwar einige Knoten mehr laufen, aber darum neueren fiemden Linienschiffen an Geschwindigkeit noch nicht überlegen sind? Panzerkreuzer zu bauen, die für den Aufklärungsdienft nicht geeignet sind dieser fortge­setzte kostspielige Versuch ist unserer Marineverwaltung denn doch nicht zuzutrauen. Für die Summe, die ein solcher Panzerkreuzer kostet, kann sie zwei weniger schwer armierte Kreuzer haben es müßte denn sein, daß die Absicht obwaltet, eine Spezialklasse schneller und zu­gleich schwer armierter Aufklärungsschiffe zu schassen, die der Schlachtflotte attachiert sein soll. Tattrber wird die sog. Kreuzcrvorlage wohl Gewißheit schaffen. Bis zu deren Erscheinen besteht allerdings in der Panzerkreuzerfrage eine gewisse Unklarheit.

UslMsche Tagesschau.

Durch den Armeebefehl des österreichischen Kaisers ist, wie wir schon gestern aussührten, eine ganz neue polllische Situation geschaffen worben, und die allgemeine Meinung in Ungarn geht dahin, daß er eine Verletz­ung der Verfassung sei. Selbst sonst gemäßigte Blatter verlangen dagegen passiven Widerstand bis zum Aeußersten. In Budapest herrscht große Erregung, überall wird in einem Tone gesprochen, als ob eine Revolution vor der Tür stünde.

Die liberale Partei beschloß, zum Zwecke der Stellung­nahme die Einberufung einer Parteikonferenz für den 22. September. Die Kossuthpartei wird die Einberufung des Abgeordnetenhauses für den "23. September fordern. Selbst die klerikale Volkspartei schließt sich der Bewegung an und erllärt den Armeebefehl als eine Beleidigung der u n g a r is ch e n N a t i o u. Die Unabhängigkeits-Partei ließ mehrere tausend Trauerflore anfertigen und an Studenten und Burger verteilen. Man sah bereits auf den Straßen eine große Anzahl von Passanten, welche die Bänder angelegt hatten. Im Parlament werden wohl von Selle der Obstruktionijten Angriffe gegen die Krone laut werden, die es dem Kabinettschef zur Pflicht machen wer­den, auf das ernsteste dageg-.i einzuschreiten. Sollten Beleidigungen der Krone wirtlich erfolgen, so wird der Reichstag aufgelöst werden müssen. Die Regierung ist entschlossen, Gewalt gegen Gewalt anzuwenden.

Zum Rücktritt Chamberlains.

Es ist bezeichnend für die in deutschen Regierungs­treisen herrschende Auffassung über den Rücktritt des eng­lischen Kolonialministers Chamberlain, daß dieNordd. Allg. Ztg." demMann, der auf Granit beißt", dem viel­leicht gefährlichsten Gegner Deutschlands, keinerleiNach­ruf" widmet. Das würde bei einem Staatsmann von dieser Bedeutung und diesem ungeheuren Einfluß geschehen sein wenn man glaubte, das Kapitel seiner ministeriellen Tätigkeit sei endgiltig abgeschlossen. Aber Chamberlain tritt nur von der Bühne, um in garnicht ferner Zeit um so glänzender zurückzukehren. Er hat, wie wir schon ausführten, den Abgang gesucht, um zunächst völlig fteie Hand zu bekommen für feine Zpllreform-Agllativn. Den guten Engländern wird hier eine kleine Komödie vorge- gaukelt. Als ein zwischen Chamberlain und Balfour ab­gekartetes Spiel sieht die Berliner Presse fast allgemein das Ereignis an. DieVoss. Ztg." denkt Die Verteilung der Rollen" so, daß der Premierminister ver­suche, England dem näheren, auch unter den gegenwärtigen Umständen erreichbaren Ziel entgegenzufuhren, wahrend Chamberlain seine bedeutende agitatorische Kraft derPo- vularisierung" seiner weiterreich^nden Ideen widme. Die ,',Nat.--rtg." schreibt, Chamberlain werde wieder^mmen. Im Grunde handle es sich darum, daß dce beiden Manner getrennt marschieren und vereint schlagen wollen. Cham­berlain bleibt denn auch in engster Fühlung mit der Regier­ung. DasBerl. Tagebl." vergleicht Chamberlain mit dem Strateaen. der, auf den Feind stoßend, sich zurückz-reht,

um auf günstigerem Terrain zu fechten. Auch dieeng­lische Presse" verrät derartige Ansichten.Dally Tele- araph^ schreibt, fast der allgemeine Eindruck der offiziellen Kreise gehe dahin,' daß Austen Chamberlain Ritchie, und Br odrickLord Hamilton im Amte folgen werde. Nach­folger Brodricks als Kriegsminister werde Forster wer­den. Das Matt fügt hinzu, Lord Miln er werde als mög­licher Nachfolger Cüamberlains genannt. Andere Zeitungen erwähnen jeooch Lord Selborne in Verbind­ung mit dem Amte des Kolonialsekretärs.Tally News" führt aus: Chamberlain richtete die liberale Partei zu Grunde und ließ die unionisttsche Partei vollständig ge­brochen zurück; auch er selbst litt Schiffbruchs seine Lauf­bahn ist beendet. Er gebe zu, daß feine Polllik fehl- geschlagen habe.Daily Telegraph" sagt, man beabsichtige, die Aufmerksamkeit von den Skandalen im Militär- Grziehüngswesen und auf anderen Gebieten, die sich unter der Toryregierung ereigneten, abzu­lenken. Der Briefwechsel zeige, daß, wenn die Nation ausgesordert werde, für Vergeltung die Stimme abzugeben, sie aufgefordert werde, den Weg für den Nahrungs­mittelzoll zu bahnen.

Die Frage der Erschließung neuer Einnahmequellen für das Reich ist, denM. N. N." zufolge, aus dem Stadium der persön­lichen Erwägungen noch nicht herausgekommen. Es sanden bislang, ganz abgesehen von einer Beschlußfassung, weder eine Beratung der zuständigen Stetten statt, noch nahm in Sonder­hell der neue Staatssekretär des Reichsschatzamtes zu dieser Frage irgendwie Stellung. Fürs erste dürste abzuwarten sein, welches Erträgnis der neue Zolltarif, und auf dieser Grundlage die abzuschließenden Handelsverträge der Reichskasse zuführen. Erst dann kann die Frage nach neuen Reichs steuern in den Kreis einer ernsthaften Erörterung gezogen werden, und aus diesem Grunde ist es auch durch­aus verfrüht, wenn in den letzten Tagen von verschiedenen Sellen versucht wurde, Frhrn. v. Stengel eine bestimmte Marschrichtung auf dem Gebiete der Reichsfinanzreform vor­zuschreiben. Frhr. v. Skengel nahm, wie er ausdrücklich ver­sichert, weder zum Problem einer Wehr st euer, noch zu andern Steuerplänen Stellung. Erweist es sich später als unvermeidbar, die Einnahmen de§ Reiches durch neue Steuern zu erhöhen, so werden alle diese Vorschläge zu prüfen sein. Die Gewihhell, daß der neue Leller der Reichsfinanzen den Licht- und Schattenseiten vorurtellsfrei gegenübersteht, dürfte die Gewähr dafür bieten, daß die Reichsfinanzreform, so weit sie sich aus die Vermehrung der Steuerquellen erstteckt, nur nach reiflicher Abwägung aller Momente den gesetzgebenden Körperschaften vorgelegt werden wird. Wenn übrigens in der Presse die Finanzresorm in einem Atemzuge mit der Vor­lage großer Steuerbuketts genannt wird, so ist darauf hinzu­weisen, daß beide keineswegs eine untrennbare Einheit bilden. Die Reichssinanzreform ist auch ohne neue Steuern an sich sehr wohl denkbar und würde sich in diesem Falle einstweilen auf die Beseitigung von Uebel- ständen beschranken, die sich im Laufe der Jahre für jeden Sehenden herausstellten. Die erste Maßnahme des neuen Herrn im Reichsschatzamt wird, dem Münchener Blatte zu- solge, eine Betätigung in dieser Richtung sein. __________

Keer und Atotte.

Der Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußen, Oberlt. im 1. Garde-Regt. zu Fuß, ä l. s. des Gren.-Regts. Kronprinz (1. Ostpreuß.) Nr. 1 und des 2. Garde-Landw.-Regts., wurde unter Beförderung zum Hauptrk., zum Komp.-Ches im erstgedachten Regt. ernannt.

Aon den Malkanstürmen.

Türkische Telegramme aus dem Wllajet Monasttr be­richten von einem Kampf bei Redobje im Distrikt Ochrida, in welchem eine etwa 200 Mann starke Band e fast vollständig vernichtet wurde. Auch der Führer, der bulgarische OffiKiersuniform trug, fiel. In der Gegend von Kledjamos im Distrikt Florina fand ein Kampf stak-. Sei welchem 60 Ko mitadschis getötet wurden. In Eckchis im Distrikt Florina wurden zwei mit Grasgewehren beladene, von drei Bulgaren geführte Pferde angehalten. Tie Bulgaren trugen Instrumente znm Losschrauben von Schienen bei sich Bei Aposkios im Distrikt Kastoria wurden 27 Komitadschis getötet; der Rest der Bande rettete sich, nachdem er den Ort in Brand gesteckt hatte. In einem Kampfe auf den Hügeln bei dem Dorfe Pazcmicz fielen 20 Komitadschis.

Eine Mitteilung der Pforte enthält Einzelheiten über acht BandenkLmpse im Wllajet Monasttr, in welchen 313 Komitadschis getötet, Waffen und Kriegsmaterial und revolutionäre Schriften erbeutet wurden.

Die erste Nachricht über die Mobilmachung von drei bulgarischen Divisionen beunruhigte. Die richttggestellte Meldung, da nur sechs Jnsanteriejahrgärrge und drei der südlichen bulgarischen Divisionen einberufen werden, wird nicht als Kriegs Vorbereitung betrachtet, sondern als Verstärkung der Grenzbewachung, die bisher mrge- nügend ist und den Ueb et tritt der Banden nicht zu hindern vermochte. Die Pforte erhielt eine diesbezüKiche Ver­sicherung bukgarischerseiis.

Tie türttsche Krieg!5verwattung schloß mit den Köln- Rottweller HÄrlversabriten einen Vertrag auf Lieferung von 7 7000 Kilogramm rauchfreien Pulvers ab.

Gerüchte, wonach Künig Peter ermordet sei, sind unbegründet.

Eine Mitteilung der Pforte an die diplomatischen Missionen Seeschiffahrt treibenber Staaten beschäftigt sich mit dem Dynamit-Attentat, das auf oeu ungari­schen DampferVaseckpu" ausgeführt wurde. Der Anschlag Hütte in dem Hafen von Konstanttnopel statt- finben sollen, wodurch ein großes Unglück geschehen wäre. Die Pforte regt Verhütungsmaßregeln für die Zukunft an und hofft, die betreffenden Staaten würden selbst die ent­sprechenden Vorsichtsmaßregeln treffen, worüber sie baldige Verständigung erwarte. Schließlich weißt die Pforte darauf hin, daß die türkische Polizei die Schiffe bei ihrer Ankunft und Abfahrt nicht untersuchen könne, was die Verhütung der Attentate sehr erschwere.

Aus Hlüöl und Kund.

Gießen, 19. Sept. 1903.

** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klaffe fiel der Haupt­gewinn von 200 000 Mk. auf Rr. 80449 (nach Darmstadt), ein Gewinn von 10 000 Mk. auf Rr. 86708 (nach Darm­stadt), zwei Gewinne von 5000 Mk. aus Nr. 18274 (nach Mainz) und 31881 (hiervon kam die eine Hälfte nach Lampertheim, die andere nach Grünberg; der Gewinn fiel in die Kollekte Jöckel-Grünberg), Gewinne von 3000 Mk. auf Nr. 6111 8514 15642 21128 34696 45740 56939 59328 65602 70695 80649 80869 82635 92962 94040, Gewinne von 2000 Mk. auf Nr. 3200 5062 13241 14121 15990 16067 17046 (Kollekte von Jughardt u. Balser in Gießen) 20438 21766 27438 (nach Nidda) 28278 29116 34694 39187 40017 (nach Butzbach) 46648 54170 54736 58086 59964 64166 65920 74648 76008 94137 95173 98826. (Ohne Gewähr.)

** Vom Manöver. Nachdem am Aöontag die Ma^ näher innerhalb der einzelnen Brigader: beendet wurden, begannen am Dienstag bie eigentlichen Brigade-Manöver, welche morgen ihren Abschluß finden. Die 25. hessische 'Division manövriert z. Z. in den Grenzbezirken der Kreise Marburg, Biedenkopf, Wetzlar und Tilltteis. Am Dienstag lagen von der 49. Brigade die 115 er in der Gegend von Kernbach, Tamshausen, die 168 er in Kallern, die 116 er um Weitershausen; verteilt zwischen der Infanterie lagen in gleicher Gegend die 24 er Dragoner und 61 er Feld­artillerie. Von der 50. Brigade waren einquartiert: die 117 er in Hohensolms, Königsberg, Altenstatten, westlich vom Dünsberg, die 118 er in Nieder-Weidbach, Bicken, Roß­bach und Eisemroth; in und um den Orten Bischoffen, Erda und Mudersbach lagen die 23 er Dragoner und 25 er Feld­artillerie. Am Dienstag früh rückte die 50. Brigade in nördlicher Richtung gegen die von Norden heran­marschierende 49. Brigade vor. Das eigentliche Gefecht ent­wickelte sich erst a^n Mittwoch. Die 50. Brigade hatte das Salzbödetal besetzt und es kam nördlich desselben, bei Gladenbach, Sickershausen und Frohnhausen, zum Gefecht. Mends bezog die 50. Brigade im Salzböoetal, in Weiden- Hausen, Mornshausen und Gladenbach Quartier. Am 16. September zogen sich die Gefechte mehr südwärts nach der G-egend Rodenhausen. Gestern war allgemeiner Ruhe­tag, die 49. Brigade lag in der Gegend Gladenbach, Weiden­hausen, Erdhausen, die 50. Brigade in Nieder-Weidbach, Altenkirchen. Heute fiüh wurde das abgebrochene Gefecht wieder ausgenommen und zog sich weiter südwestwärts nach dem Dllltale. Heute abend bezieht fast die ganze Division mit einziger Ausnahme (der 116 er) Mwack. Ter kom­mandierende General des 18. Armeekorps, Exzellenz von Lindequist wohnt heute und morgen dem Manöver bei. Vom Dünsberg schreibt uns ein anderer Korrespon­dent: Die ganze Gegend um den Dünsberg stand in der abgelaufenen Woche unter dem Zeichen des Manövers. Die Ortschaften im Biebertal, hinter dem Dünsberg, sowie im angrenzenden Teil des Kreises Wetzlar (Bürgermeisterei Hohensolms), waren infolgedessen überreichlich mit Trup­pen belegen. Am verflossenen Mittwoch haben die Sol­daten ihren Einzug gehalten, und mit dem heutigen Frei­tag hat sich die Einquartierung so gehfiuft, daß oft alle Waffengattungen selbst im kleinsten Dörfchen Oertreten sind. Da die hiesige Gegend längere Jahre keine Einquar­tierung gehabt hat, so finden die Soldaten auch überall eine freundliche Aufnahme. Allem Anscheine nach gefallt es auch hier den Soldaten, selbst da, wo sie in etwasge­drückten Quartieren" vorlieb nehmen müssen. Ter Ruf: Die Soldaten kommen!" setzt alt unb jung in freudige Bewegung, und ftöhliche Gesichter leuchten ihnen bei ihrem Ein- und Auszug entgegen. Mit großem Interesse folgen auch, hier die Bewohner den militärischeit Hebungen, und wird es allgemein bedauert, daß Mannschaften und Pferde so sehr unter dem anhaltenden Regenwetter zu leiden haben.

* Die alten Be f esti gun gsr e st e, die bei den Kanalisationsarbeiten fteigelegt worden sind, scheinen die Fundamente einer Bastion zu sein, weläye wohl die ehe­malige Selterspsorte deckte. Interessant ist übrigens, daß an dieser Stelle deutlich eine hochinteressante alte Straßen­pflasterung sichtbar wurde, welche aber nicht in der heuti­gen Richtung des Selterslveges läuft, sondern diesen im spitzen Winkel schneidet.

* * D e r h ö ch st e G e w i u n d e r l a n d w. A u s st e l ung ist nach Lind heim gefallen. Der glückliche Gewinner, Schornsteinfegermeister Esel, hat das Viergespann mit dem Erntewagen um 4000 Mark an den Pferdehändler Michel verkauft. Die Firma A. H e n n i n g e r u. C i e. in Darmstadt hat für Ausstellung von Maschinen nicht die bronzene, sondern die s i l b e r u e Medaille erhalten.

* * Kirchweihfeste finden morgen statt in Dorlar, Dutenhofen, Queckbom.