Nr. ÄÄO
Srscheivt tS-lich außer SomuagS.
Dem Gießenerdln^eiger werden tm Wechsel mH dem Hessischen Landwirt die Gießener Kamillen- Hättet viermal in der Woche beigelegL
RottUwnSdruck u. Cerlag bei DrühNche« Untnerj.-Buch- u. 6kta* drucker« (Pietsch Erders «Edattton, fcpebtttam imb Druckerei:
Gchnlflratze 7.
Tlbrefle sür Depeschen» «nzetger Gtetze«^
Ferntprrchanschluß Nr. 6L
Erstes Blatt.
153. Jahrgang
Samstag 18. September 1903
Gießener Anzeiger
M General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen
Ve-ugspret-r monaluch^dPs., viertel» jährlich Mk. 3L0; durch Aohote* u. Zweigstellen rnonatlich 6o Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel- |ä()vl au-schl. Beslellg. Annahme oon Anzeigen kür oie TageSnumrner bis vormittag- 10 Uhr. Zetlenpret-r lokal 1L Pf* nuSrvärt- 20 Pfg.
Oeraatwartilch fflt den poltt an> ullgem, Teil; P. Wtttko: füe «Stadl und tianb* und «GertchtSsaal^r August Äöy; für den An- -etgentetlr panS Beck.
Aas letzte Vierter des Zaßres 1903 wird ein an gemein reges politisches Leben zeigen. Im Groß Herzogtum Reffen steht zunächst die Darmstädter Landtagswahl bevor, die vielleicht wieder außer- odentliche Ueberrraschungen bringen wird, und dann werden wohl auch recht tateteffeinte Kamrnerdebatten zu erwarten sein.
Im Reiche ist das Mchtigste der Zusammentritt des neuen Reichstages, in welchem schon gleich die Frage der Präsidenten wähl wohl zu ähnlich lebhaften Auseinandersetzungen sichren dürfte wie z. Z. aus dem Dresdener sozialdemokratischen Parteitage. Ferner ist anzunehwen, daß die mehr und mehr in den Vordergrund tretende Frage der Reichssinanzreform alsbald von Bedeutung für die innerpolitische Lage werden wird.
Immer bedenklicher gestalten sich die Dinge in Oesterreich-Ungarn. Durch die magyarischen Sorrderbestreb- uugeu wird jetzt sogar die Einheit des Heeres bedroht, desjenigen Faktors, auf welchem der Zusammenhalt der alten habsburgischen Monarchie noch am meisten beruht. Der soeben erlassene ArmeebesehlKaiserFranzJosefs hat saft ebenso sensationell gewirkt, wie der Rücktritt des englischen Kolonialministers Joe Chamberlain. Die weitere Entwicklung der englischen Ministerkrise ist von größter allgemeiner Bedeutung.
Um dasPulverfaßimOrient züngeln gefährliche Flammen. Die Revolutionäre glauben sich stark genug, Bulgarien gegen die Negierung mit sich zu reißen und diese gegebenenfalls! mit dem Fürsten wegzufegen. Die Hauptfrage ist, ob Rußland nicht mit seinem Doppelspiel zwischen die ernstlichen Bemühungen der Türkei fährt, möglichst ohne internationalen Anstoß den ernsten Aufruhr zu ersticken. Erst üach Beruhigung Macedoniens kann von der Türkei die Durchführung der Reformen erwartet werden, die man von ihr fordert. Jedenfalls wird der Sultan die Rechte ferner: Souveränität über Bulgarien wie ein Verzweifelter verteidigen, denn Maeedonien verlieren heißt für ihn Stambul verlieren. Das ist es, worauf Rußland feit zweihundert Jahren hinaus will; es würde nicht einen Augenblick anstehen, alle Verabredungen, Zusagen, Verträge über den Haufen zu werfen, wenn es den geeigneten Zeitpunkt dafür gekommen glaubt.
Ter Gießener Anzeiger wird über alle diese Vorgänge auch in Zukunft erschöpfend berichten und forit- fahren, feine Stellung als größtes und bestunterrichtetes Provinzialblatt mit Hilfe feiner bewährten alten und einer Anzahl tüchtiger neu erworbener Mitarbeiter in Stadt und Land immer mehr auszubauen.
Bestellungen für das 4. Vierteljahr 1903 auf den Gießener Anzeiger nehmen alle Postanstalten, unsere Träger, unsere Zweigstellen und die Spedition, Schulstraße 7 in Gießen, an.
Zur Vermeidung von llnregelmäßigkeiten in der Zustellung empfehlen wir unseren verehrten Postabonne nt e n, die Bestellung s ch o n j e tzt bei den Briefträgern zu erneuern.
Neu eintretende Bezieher erhalten gegen Einsendung des Post-Bestellscheins die Zeitung unentgeltlich, und post- ftei bis Ende September durch die Geschäftsstelle zugesandt.
5>tr StapeLauf des Linienschiffes „Keffen".
Kiel, 18. Sept.
Heute vormittag fand auf der „Germaniawerft" der Stapellauf des Linienschiffes L", eines Schwesterfchiffes der „Braunschweig, in feierlicher Weise statt. Vor dem Vordersteven des gewaltigen Schiffes nach der inneren Werft zu war die mit geschmackvollen Draperien versehene Taufkanzel, an der Steuerbordseite ein Pavillon für die hohen Herrschaften errichtet. Sämtliche Werftgebände und die Werft' wäret: reich, mit Flaggen und ft Ochern Grün geschmückt. Nachdem die vom ersten ^eebatall«on gestellte Ehrenwache Aufstellung genommen hatte, trafm die militärischen Abordnungen und die überaus zahlreich geladenen Gäste ein; ferner hatten sich eingefunden der Inspekteur der Marineinfanterie Oberst Dürr, die Kommandunten der hier anwesenden Schisse, andere hohe Offiziere, außerdem die Spitzen der Zivilbehörden. Auch die Beamten und zahl- reiche Arbeiter der Germaniawerft hatten in der Umgebung des Schiffes Ausstellung genommen. Der Grothe r z o g von Hessen sowie Prinz und Prinzessin H e r n- r i ch von Preußen nebst Gefolge trafen um 11 Vs llhr auf der Werft ein und wurden durch den Staatsserretar oes Reichsmarineamts v. Tirpitz empfangen. Die ^Ehrenwache präsentierte unter den Klängen des Prajentier- marsches. Nach Vorstellung der Herren der Direktion durch den Staatssekretär v. Tirpitz begaben sich die,hohen Herrschaften aus die Tauskanzel, worauf die hessische Flagge gehißt wurde.
Se. Kgl. Hoheit der Großherzog hiell mit weithin schallender Stimme folgende Taufrede:
Seine Majestät der Kaiser haben Mir und Meinem Lande eine hohe Ehre erwiesen, indem Allerhöchstdieselben geruht haben, dem Linienschiff JLU den Namen „Hessen" zu verleihen und Mir den Auftrag zu erteilen, den Taufakt zu vollziehen. Seiner Majestät dem Kaiser spreche Ich für diese Huld Meinen und Meines Landes tiefgefühltesten Tank aus. Dem neuen Linienschiffe aber als Träger deutscher Wehrkraft im Frieden wie im Kriege wünsche Ich Glück und Segen auf alle feine Wege und zu allen seinen Aufgaben, in der Zuversicht, daß es seinem und dem deutschen Namen tu allen Meeren und in allen Welten Ehre machen und das Band noch befestigen werde, welches Mich und Mein Volt mit der deutschen Marine verknüpft. Aufj Allerhöchsten Befehl Seiner Majestät des Kaisers übergebe Ich da§ stolze Schiff, ein rühmliches Zeugnis deutscher Intelligenz und deutschen Fleißes, der: Wellen — und taufe es auf den Namen „Hessen".
Nach dem Taufakt sprach Se. Kgl. H. der Groß- herzog folgende Worte:
Seiner Majestät Linienschiff „Hefsen" begrüße Ich mit dem Rufe, der in den Herzen Meiner Untertanen und aller Deutschen widerhallen möge: Seine Majestät der Kaiser Hurra! Hurra! Hurra 1
Die Musikkapelle spielte die Nationalhymne. Unter brausenden Hurrarufen der Menge glitt das gewaltige Schiff ins Wasser hinab. Nach der Feierlichkeit begaben sich die fürstlichen Herrschaften mit ihrem Gefolge in das königliche Schloß zurück.
Anschließend an den Stapellaus fand zu Ehren des Großherzogs im hiesigen Schlosse Mittagsmahl statt, an der Prinz Waldemar von Preußen, Herzog Paul Friedrich von Mecklenburg und Prinz Heinrich der 32. zu Neuß teil- uahmen. Ferner waren geladen der hiesige Hofstaat, das Gefolge des Großherzogs, Staatssekretär v. Tirpitz, der hessische Staatsminister D-r. Rothe, der hessische Gesandte in Berlin, v. Neidhardt rc.
An den Kaiser hat S. K. H. der Großherzog folgendes Telegramm gerichtet:
An des Deutschen Kaisers Majestät.
Euerer Majestät melde Ich, daß die Taufe des Linienschiffes JL“ auf den Namen „Hessen" heute von Mir vollzogen und der Stapellauf des Schiffes glücklich von statten gegangen ist. Indem Ich Euerer Majestät nochmals für den Mir übertragenen ehren- volleu Auftrag Meinen wärmsten Dank ausspreche, hege Ich zugleich die Hoffnung, daß das stolze Schiff sich im Dienst Euerer Majestät unb des deutschen Vaterlandes stets der Traditionen unserer Flotte würdig erweisen werde. Ern st Ludwig.
Kaiser Wilhelm in Wien.
Wien, 18. September.
In Erwartung der Ankunft des deutschen Kaisers fanden sich trotz des kühlen, trüben Wetters schon ftüh auf dem Wege von der Hofburg bis zum Südbabnhof Tausende von Menschen ein. Die Stadt hat Festschmuck angelegt. Auf den Plätzen sind Triurnphpfosten errichtet, welche mit Guirlanden untereinander verbunden und mit dem Reichsadler und der Kaiserkrone geschmückt sind. Schon am frühen Morgen waren die spalierbildenden Truppen, im ganzen 27 Bataillone Infanterie, 18 Eskadrons Kavallerie und 10 Batterien ausgerückt und hatten dem äußeren Burgtor gegenüber Aufftellung genommen. Gegen 9 Uhr trat Kaiser Franz Josef in der Uniform eines deutschen Generalfeldmarschalls mit dem Bunde des schwarzen Adlerordens die Fahrt zum Bahnhof an. In dem mit Env- blernen und Fahnen in den Farben der beiden Reiche dekorierten Südbahnhofe waren die hier anwesenden Erzherzöge, die Mitglieder der deutschen Botschaft, Generalkonsul von Liebig, der bayrische und sächsische Gesandte, der deutsche Generalkonsul in Budapest, der Verein Mederwald, der Verein der Bayern, die deutsche Vereinigung der Offiziere des Beurlaubtenstandes, der deutsche Hilssverein, eine Abordnung des deutschen Er^ieherinnenheiins rc. rc. erscheinen.
Um halb 10 Uhr lief der Hofzug mit dem Kaiser in die Hatte ein. Unter den Klängen der preußischer: Hymne verließ Kaiser Wilhelm, der die Uniform der L k. Generale der Kavallerie mit dem Bande des Stefansordens trug, den Wagen. Nach herzlicher Begrüßung der Monarchen durch Händedruck, Umarmung ruck> wiederholtes Küssen begrüßte Kaiser Wilhelm die Erzherzöge und die Mitglieder der deutschen Botschaft. Beide Monarchen schritten sodann die Front der Ehrenkompagnie ab und bestiegen den Wagen, der unter stürmischen Hochrufen der ^Menschenmenge den Weg zur Hofburg nahm. In weiteren Wagen folgten Reichskanzler Graf Bülow, das deutsche Gefolge, Dr. v. Lu- canus, Oberstabsarzt Dr. Jlberg rc. Als der Zug bei dem äußeren Burgtor anlangte, wurden die Standarten beider Herrscher gehißt, während die Batterie 24 Schüsse abgab. Um 10 Uhr fuhren beide Kaiser in die Hofburg ein. Hier nahm Kaiser Wtthelm bald die Vorstellung der Würder> träger entgegen, uui> zwar der gemeinsamen Mirttster mit dem Grafen Goluchowsty än der Spitze, der Minister des österreichischen Kabinetts mit dem Ministerpräsidenten von Körber an der Spitze, des ungarischen Ministerpräsidentei: Grafen Khuen-Hedervary rc. Nach kurzem Eercle, bei den: Kaiser Franz Josef die Anwesenden feinem Gast vorstellte, zog sich Kaiser Wilhelm in seine Appartements zurück.
Der Kaiser unterhielt sich bei dem Begrüßungseercle lange mit dem Mnisterpräjidenten v. KöÄer und dem Grasen Khuen-Hedervary und gab Karten bei den beiden und bei dem Grafeil Goluckp)wsti ab. Nuntius Taliani gckb in der Hofburg seine Karte für Kaiser Wilhelm ab.
Kaiser Wilhelm stattete dann dem Kaiser Franz Josef einen längeren Besuch ab.
Um 11 Uhr vormittags empfing Kaiser Wilhelm den deutschen Botschafter Grasen von Wedel. Der Kaiser fuhr mittags zur Kapuzinergrust, wo ec auf den Särgen der Kaiserin Elisabech ur:d des Kronprinzen Rudolf Kränze niederlegte. Sodann ^gjab der Kaiser bei den Erzherzölwu
und Erzherzöginnen seine Karte ab. Nach der Hofburg Mrückgekehrt, nahm der Kaiser mit den Herren des Ehrendienstes unb des Gefolges das Frühstück ein.
Zur Frühstückstafel wäre:: der Reichskanzler Graf Bülow, der deutsche Botschafter Graf Wedel, das Gefolge und der österreichische Ehre:tdienst zugezogen.
Bei der Gala täfel brachte Kaiser Franz Josef folgenden Trink sprach aus:
Herzlich willkommen heiße ich Ew. Majestät und gebt der auftichtigen Freude Ausdruck, den treuen Freund und Bundesgenossen heute in unserer Mitte zu empfangen. Ew. Majestät sind durch Hierheckunft dem von mir gehegten Wunsche eines Wiedersehens mit einer Bereitwilligkeit entgegengekommen, die in mir das Gefühl warmer Erkenntlichkeit wachrust und die das schon so feste Gefüge unserer gegenseitigen Beziehungen gewiß mit neu erhöhter Kraft ausstatten wird. Von dieser Zuversicht durchdrungen bitte ich (Äv. Majestät zu gestatten, daß ich mein Glas auf Ihr Wohl sowie auf unsere unerschütterliche Freundschaft erhebe und dabei ansruse: Se. Majestät Kaiser Wilhelm lebe hoch!
Die Anweserlden stimmten begeistert ein. Die Musik intonierte „Heil Dir im Sieger kränz".
Auf den Trinkspruch erwiderteKaiserWilhelm:
Von tiefer Dankbarkeit erfüllt, bitte ich Ew. Majestät, in Gnaden bei: Ausdruck meines innigen Dankes ent> gegennehmen zu ivollen für die fteunduchen Worte, mit denen Elo. Majestät mich soeben bewillkommnet haben, sowie für den herzlichen und glänzenden Empfang', den mir die stets gastfreie, ewig schöne Kaiserstabt an der Donau, Ew. Majestät Residenz, bereitet haben. Nichts konnte mir willkommener sein, als den Wünschen Ov. Majestät entsprecheiw hierherzueilen, um meinen in EhFfurcht geliebten erhabenen Freund und Bundesgenossen zu begrüßen. Der Anblick Gv.
Majestät stolzer Regimenter war mir eine Herzensfreude, denn den Bund unserer Länder tragen unb festigen unsere beiden Heere zum Wohle des Friedens in Europa. Wenn ich mein Glas nunmehr auf das Wohl Ew. Majestät erhebe, bitte ich zugleich^, dec Dolmetsch der Gefühle atter Deutschen im Reich sein zu dürfen,' wenn ich dem Wm:sche Ausdruck gebe: Gott segne unb erhalte Ew. Majestät unb Ihr erlauchtes Haus. Ke. Majestät Kaiser unb König Franz Josef hurra!
Die Versammelten stimmten begeistert ein.
Kaiser Wilhelm stattete heute nachmittag der Königin Mutter von Spanien einen Besuch ab. Auf der Fahrt von der Wiener Neustadt nach Wien hörte der Kaiser den Vortrag des Reichskanzlers Grafen v. Bülow.
Abends wohnten die Mvnarchei: einer Festvorstellung in der Hofoper bei, wo die „Weiße Dame" gegeben wurde, und kehrten gegen 10 Uhr in die Hofburg zurück.
Kaiser Wilheln: überbrachte seinem Infanterieregiment Nr. 34 ein Gemälde, darstellend Die Parade des Regiments vor Wilhelm I. in Berlin im Jahre 1864.
Kaiser Wilhelm verlieh zahlreiche Orb end and* Zeichnungen, darunter die Kette zum schwarzen Adlerorden den: Erzherzog Le-ovold Salvator, ot'e Brillanten zum schwarzen Adlerorder: dem Oberhofmeister Fürsten von und zu Liechtenstein, bei: Verdienstorben der preußischen Krone den Ministerpräsidenten v. Körber und Grafen Khuen- Hedervary, dem Bürgermeister Dr. Lueger den roten Sblererben zweiter Klasse mit dem Stern.
Kaiser Franz Josef verlieh dem Botschafter Grafen von Medel das Großkrenz des Stefansordens.
Die „Nordd. Aklg. Ztg." schreibt: Auch in Deutsche land weiß man jede Bekräftigung der u n v e r b r Ü ch l: ch e"n Freundschaft und Bund es treue, die die Oberhäupter durch Geschichte, Ueberlieferung und gemeinsame Interessen eng verknüpfen unb die mitteleuropäischen Kaisermächte umschließen, als Bürgschaft des Friedens und der Wohlfahrt hoch einzuschatzen unb begleitet den Verlauf der Wiener Kaisertage mit dem zuversichtlichen Vertrauen, daß über ihnen, wie über dem gesamten^ Wirker: der beiden verbündeten Herrscher der Geist rückhaltloser Friedensliebe ausgebreitet ist, von der gleichen Ten- denz, des dürfen die Völker Deutschlands und Oesterreich- Ungarns, sowie ganz Europas gewiß sein, die Unterredungen beider Monarchen unb der leitende:: Staatsmänner beherrsch! bleiben, die von der hohen Mission des Bünd- n i s s es beseelt sind, das birrnen wenig mehr denn Jahres- ftist auf ein Vierteljahrhundert ungeschwäch- ten Bestandes zurückzublicken vermag. Die gegenwärtige Begegnung unseres Kaisers mit den: verehrungswürdigen Monarchen auf dem Thron der Habsburger wirb dazu beitragen, die Überzeugung zu festigen, daß der Bupd der Herrscher und der Völker Deutschlands unb Oesterreich- Ungarns in unerschütterlicher Lebenskraft fort* bauert zum Heile der Nationen, bie er umfaßt, und zum Segen aller Friedensbestrebungen.
Wom sozialdemokralischen Farleitage in Dresden. . v.
Dresden, 18. ^»ept.
Die heutige Sitzung wurde von Singer erösfnet. Auf der Tagesordrlunq ftanb1 die Fo r tsetzunAder r e v: s t o * nistischcn Debatte. Nach Bekanntgabe zweier Abänderungs-Anträge zu dec Resolution BLbel->singer- Kautsky erhielt Voll mar das Wort. Er führte m auv: Bebel habe die innere Lage der Parte: gejchild^rt, so wie sie sich in seinem Kopfe male, und b-abe: einen großen äußeren Eindruck erzielt. Er, Redner, fei ^^^enuber im Nachteil, da er kein solches Nednertalent besitze uiü) nicht über die Mittel verfüge, welche Bebel angewandt


