sich immer noch, die Arbeit aufzunehmen. Die Verhandlungen mit dein Frankfurter Konsul und den Bauunternehmern haben nach dem „M. Tgbl." noch zu keinem Resultat geführt. Die letzteren bestehen auf Erfüllung des Vertrags, der bis zum 1. Oktober läuft. — Das leidige Geländerrutschen hat wieder einmal ein junges Menschenleben zum Opfer gefordert. Der 11 jährige Sohn eines Arbeiters kam am Samstag in einem Hause am Lämmerspielerweg, als er am Treppengeländer hinabglitt, zu Fall und erlitt einen so schweren Schädelbruch, daß er unter furchtbaren Schmerzen m der Nacht aus Sonntag verschied. — Ein Metzgerbursche von der Amöneburg wollte am Montag eine Kuh schlachten, die sich aber furchtbar wütend zeigte und als dem Tiere der Schießapparat auf den Kopf gesetzt werden sollte, stieß dasselbe mit dem Kopfe darnach, daß der Schuß losging und die Kugel den Metzgerburschen in den Oberschenkel traf. Der Verletzte kam in das Spital nach Mainz. — Dieser Tage' wurde ein Taglöhner von Kastel, der noch einige Monate Gefängnis zu verbüßen hat, verhaftet, um in das Gefängnis nach Mainz gebracht zu werden. Als der Beamte den Taglöhner über die Straßenbrücke führen wollte, schwang sich der Verhaftete plötzlich über das Geländer der Brücke auf die Böschung der Brückenrampe, eilte davon und verschwand in den hier be- sindlichen Holzlagerplätzen vor den Augen des erstaunten Transporteurs.
g. Mainz, 18. Aug. Zu der Rheinreise der Teil- /lehmer des Weinbaukongrcsses wird uns noch folgendes geschrieben: Die Abfahrt der beiden festlich geschmückten Doppeldeckdampfer erfolgte unter musikalischen Klängen und Böllerschüssen nachmittags 1/24 Uhr und bewegte sich von Mainz aus rheinabwärts bis Eaub, wo gewendet wurde. Die Fahrt war von einem außerordentlich klaren Wetter begünstigt. Trug dieser Umstand an sich zur Hebung der Fest- fteude bei, so wurde sie namentlich gesteigert durch die vorzügliche Aufnahme seitens der Sektkellerei Kupferberg. Welcher Art die „Stimmung" war, davon kann man sich vielleicht einen Begriff machen, wenn man berücksichtigt, daß die Geisler von ca. 1350 Flaschen Kupferberg Gold entfesselt wurden, und es mag dabei bemerkt werden, daß sie ihre Schuldigkeit reichlich getan haben. Die Musik wurde aus dem einen Dampfer von der Kapelle des 87. Raff. Jnf.-Reg. ausgeführt, auf dem anderen von der 23 Mann starken Hauskapelle der Sektkellerei, welche aus deren Arbeiterschaft heraus gebildet worden ist. Man muß sagen, daß die letztere, trotzdem sie erst vor etwa Jahresfrist ins Leben gerufen wurde, und der weitaus größere Teil nicht einmal musikalische Vorkenntnisse besaß, ihre Aufgabe glänzend gelöst hat. Ein originelles Experiment ist dabei mit einem Instrumente gemacht worden. Man hat der großen Trommel die Form eines Weinfasses gegeben. Der Versuch muß als vorzüglich gelungen bezeichnet werden, weil infolge der mittleren Wölbung des Instruments der Ton weicher und runder geworden ist. War die Hinfahrt schon sehr schon, so war die Rückfahrt entzückend, da die Firma Kupferberg für eme geradezu zauberische Illumination der Rheinufer, sowie Höhenbeleuchtung gesorgt hatte, wie man sie bei solchen Anlässen nur höchst selten sieht, und die sofort bei einlretender Dunkelheit ihren Anfang nahmen. Freiwillig und nur aus Interesse an dieser Veranstaltung hatte sich eine große Anzahl Villenbesitzer des Rheingaues dieser Illumination angeschloffen, welche ihre Gebäude oft feenhaft beleuchtet hatten. Der Gipfel der ausgelassenen Freude wurde erreicht, als man nach Mainz zurückkehrte, und auf der Rheinbrücke, die in bengalischer Beleuchtung prangte, noch eine riesig große Flasche Kupferberg Gold durch Brillant-Feuerwerk sichtbar wurde, welche aus ihrem Innern die markierten „Sektgeister" hervorschleuderte. — Der Fahrt hatten sich übrigens Vertreter der staatlichen, städtischen und der Militär-Behörden angeschlossen. — Den Abschluß aller Veranstaltungen des Weinbau-Kongresses bildete am Dienstag ein Ausflug mit Extrazug nach Bodenheun, Nierstein und Oppenheim. Er sollte hauptsächlich einer Besichtigung der Weinberge der Großh. Domäne in Bodenheim gelten, weßhalb sich die Kongreßmitglieder in sehr großer Anzahl an dem Ausflug beteiligt hatten. Leider hatte das Wetter den Haupttell des Ausfluges arg beeinträchtigt, denn man kam unter strömendem Regen in Bodenheim an, und in Schmutz und Schlamm gebadet, durchzogen die Teilnehmer die Ortsstraßen von Vodenheim zu der ziemlich entfernt gelegenen Domanial- besitzung, wo bei strömendem Regen im Freien eine Kostprobe von 1895er aus dem zu der Domäne gehörenden Albanusberg gereicht wurde. Trotz der Güte der dargereichten Proben drängte der ständig zunehmende Regen die Teilnehmer zu raschem Aufbruch, und es ging nun in die Kellereien und Keltereien des Domanialbesitzes, wo man einigermaßen Schutz gegen den Regen sand, und die hier abermals dargereichren Proben schon etwas gemütlicher prüfen konnte. Wieder unter strömendem Regen durch die gedehnten Ortsstraßen unter Vorantritt eines Musikkorps nach dem Bahnhof zurückkehrend, beeilte man sich, hier in den Eisenbahnwagen Schutz vor dem Naß von oben zu finden, um in Nierstein von neuem durchnäßt zu werden. Hier ging es in das Wirtshaus „zur Krone", wo eine Kostprobe in einem geräumigen Saale in so gemütlicher Weise dargeboten wurde, daß alsbald die Unbill der Witterung ganz vergessen wurde. In Oppenheim nut Extrazug angelangt, ging es nach der „Landeskrone", in welcher das Festmahl ungestört von Regen und Wetter unter einem wahren Strom von Reden stattfand. Um 8 Uhr brachte der Extrazug die Festteilnehmer wieder nach Mainz zurück.
Klein-St ein heim, 16. Aug. Am Samstag mittag kamen von Homburg zwei Waggons Schweine für den Schweinehändler I. Groß in Klem-Steinheim an. Von den circa 120 Schweinen waren 2 6 Stück tot. Dieselben wurden mit 2 Wagen nach Heusenstamm m die Abdeckerei verbracht. Ter Schaden beträgt über 3000 Mk.
Frankfurt, 18. August. Dr. O. v. Möllendorf, Dozent für Handelsgeographie, Warenkunde und Konsular- wefen an der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften und Konsul a. D., ist in der Nacht auf Montag gestorben.
VerMlschles.
• Berlin, 19. August. Die von der Stadt Berlin ge- o(tmte neue städtische Hafenanlage auf dem rechten Spreeuser zwischen der Oberbaumbrücke und der Ringbahft?
verbunden mit Zollfreihafen für Transitgüter, hat die Genehmigung des Finanzministers erhalten. Die Kosten werden auf 8 Mill. Mk. veranschlagt.
• Saarbrücken, 18. Aug. Gestern abend richtete eine Windhose, die mit furchtbarer Gewalt auftrat, an verschiedenen Stellen der Stadt große Verwüstungen an. Eine Anzahl Häuser wurden abgedeckt, zahlreiche Bäume ent- ivurzelt und viele Fensterscheiben zertrümmert.
* Castrop, 18. Aug. Im benachbarten Behringshausen hat eine anscheinend geistesgestörte Frau ihrem fünfjährigen Kinde und sich dann selbst den Hals durchschnitten.
* Paris, 18. August. In St. Amand entdeckte die Polizei-Behörde gestern in einer abgelegenen Stallung eine dort seit Jahren ein geschlossene 80 jährige Frau, welche sich m einem traurigen Zustande befand. Die Schuldigen wurden verhaftet.
* Wien, 18. Aug. In der Schönbrunner Menagerie wurde cm Wärter, der sich in den eingefriedigten Raum zu den Auerochsen begab, um Reinigungsarbeiten vorzunehmen, von einem Auerochsen mit den Hörnern durchbohrt. Er war sofort tot.___________________________
Kunst und Wissenschaft.
Landschaftsmaler Pros. Gude, geb. 1828 zu Chri- stiania, früher Professor an der Düsseldorfer, dann an der Karlsruher Akademie und seit 1880 Vorsteher eines Musterateliers an der Berliner Akademie ist in Berlin gestorben.
Gerichtssmü.
Paris, 18. August. In der heutigen Verhandlung des H u m b er t - P ro z e s s e s wurde der auf Verlangen der Frau Humbert vorgeladene Bankier B e r n a r d vernommen, dessen Bruder sich inwlge seiner Verluste das Leben genommen hat. Er soll nach der Angabe der Fran Humbert im Nachlaß seines Bruders jene drei unauffindbaren kleinen Renten-Titres gesunden haben, die Frau Humbert nach der Anklage angekauft hat, um daraus große Titres zu fabrizieren. Der Zeuge erklärte, nie die Titres gesehen zu haben. Es kam zu einer jcharfen Diskussion zwischen ihm und Frau Humbert. Letztere will noch eine lange Ansprache an die Geschworenen halten. Der Präsident verhindert sie aber daran und erteilt dem Oberstaatsanwalt Blondel das Wort. Mit etwas tonloser Stimme, aber sehr pathetisch wendet dieser sich an die Geschworenen. Er setzt zunächst auseinander/ daß das Schwurgericht sich, obwohl mit der größten Schwindelei des Jahrhunderts befaßt, sich fornial nur über die von den Humberts begangene Fälschung und den Gebrauch gefälschter Urkunden auszusprechen habe. Wenn Therese, ivie sie so oft wiederholt, sich freue, endlich vor den Geschworenen zu stehen, so freuen sich die durch zwanzig Jahre hindurch betrogenen Justizbehörden noch viel inehr. Er kennzeichnet dann die Frechheit und Lügenhaftigkeit, mit welcher die Humberts hier im Gerichtssaal aufgetreten siiid, wie sie Zeugen beleidigt, alle möglichen Explikationen gegeben, lange Diskussionen über Kleinigkeiten geführt, aber nie auf die Frage nach den Millionen und den Erawfords eipcn Schein einer Antwort vorgebrachi haben. Hierauf geht der Staatsanwalt dazu über, an der Hand der Zeugenaussagen ein Bild vom Lebenslauf Thereses und ihrer Schwindeleien zu entwickeln. Wenn sich die Prozesse siebzehn Jahre hinschleppen konnten, fümitc dies nur geschehen dadurch, daß sich die Humberts gesälschter Testamente und gefälschter Reiitemitres bedienten. Außerdem sei es durch die Gaunerei gelungen, gerichtliche Beamte zu täuschen. Die Verhandlung wurde dann unterbrochen. — Ein Blatt hatte gemeldet, die Millionen der Humberts stammten von der Familie des ehemaligen Deputierten Lebaudy. Jnsolgedessen strengte der gegenwärtige Deputierte des Departemerits Seine et Oise, Lebaudy, eine gerichtliche Klage gegen das betreffende Blatt an und er verlangt eine Entschädigung von 50 000 Frc^,
Knude! und Verkehr. Volkuwirlschafl.
Berliner Börse vom 18. August 1903.
(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 8a/s Prozent.
Schluß-Tendenz: matt
Anfangs- u. Schlußkurse.
Oest. Kredit.
. 207.00
204.80
Deutsche Bank
. 211.60
211.25
Darmstädter Bank
-
. 136.10
135.75
Bochumer Guß .
. 181.30
180.75
Harpener Bergbau
♦
. 179.30
178.62
Preiserhöhung der Cigaretten durch den Trust iu Cug- land. Die Preiserhöhung durch deii Trust, die 50 pEt. beträgt, hat riach der „Südd. Tabakztg." für die Detaillisten merkwürdige Erfolge gehabt. Ehe die Preiserhöhung Platz griff, erhielt der Ladeninhaber die Marke „Richmond Genis" zu 21 Mk. per 1000 und er verkauft? sie in 10-Stück-Packungen ä 3 d oder rund 25 Pfg. Jetzt beträgt der Einkaufspreis für den Detaillisten 31,10 Mk. per Mille utid der ihm von der Imperial Tobacco Company vorgeschriebene Verkaufspreis 4 d oder rund etwa 33 Pfg. per 10 Stück. Daraus ergiebt sich, daß der Trust gegen früher per Mille 10,10 Mark mehr verlangt, während der Händler im Detailoerkauf nur 8,33 Mk. mehr erzielen kann, sodaß er also gegen früher per Mille einen Verlust von 1,77 Mk. hat. Will der Detaillisl aus feiner Cigarettenabteilung demnach den gleichen Nutzen wie bisher erzielen, so muß er etwa 50 pEt. mehr Umsatz haben, sonst trägt eiben Verlust aus eigener Tasche. Hinzu kommt noch die gleichfalls unbezahlte Mühe, jedem Kunden die Verteuerung der Ware plausibel zu machen. — Die Nutzanwendung aus diesem Beispiel ergiebt sich für das deutsche Geschäftsleben ganz von selbst: Mit Jakobs Stimme führt sich der Trust ein, aber wenn er zugreift, bann fühlt der Detaillisl Esaus Händel
Arbeiterbewegung.
Mannheim, 18. Aug. Eine Versammlimg der streikenden Arbeiter der Lanz'schen Fabriken beschloß, eine Intervention des Fabrikinspektors herbeizuführen.
Neuere Meinungen.
Originaldraytmeldnngen des Gießener Anzeigers.
Berlin, 19. August. Der Kaiser wird demnächst vorübergehend Schloß Wilhelmshöhe verlassen und sich nach dem Truppen-Uebungsplatz Alt-Grabow begeben, wo in der Zeil vom 20. bis zum 22. Sept, die großen Kavallerie- Uebungen vor dem Monarchen stattsinden.
Berlin, 19. August. Die Wahlen zum Abgeordnetenhause finden, wie die Neue Politische Korrespondenz ankündigt, am 9. und 16. November statt.
Wismar, 19. Aug. Anläßlich der Hundertjahr- feier ist die Stadt festlich geschmückt, besonders der Bahnhof und der Marktplatz machen einen imposanten Eindruck. Tas Fest wurde gestern abend durch eine Illumination der Stadt und einen Fackelzug eingeleitet, der heutige Tag begann mit einer Reveille.
London, 19. Aug. Arnold Forster, der Parlcu- mentssekretär der Admiralität, erklärte in Belfast, er habe, während er früher an Freihandel glaubte, die von Chamberlain aufgeworfene Frage eingehend studiert. Er sei zu dem Ergebnis getommen, daß eine sehr große Aenderung des jetzigen Systems notwendig sei.
Montreal, 18. Aug. Ter Kongreß der Handelst am m e r n im R e i ch e nahm die Beschluß an träge an, die sich für die Ausdehnung der Handelsvertragsrechte
aussprechen und für Reorganisation des KonsulardicnstcS mit Rücksicht auf die Förderung des Handels des Reiches, sowie Verbilligung des Portos für periodische Zeitschriften zwischen Großbritannien und seinen Kolonien. Der Kongreß beriet ferner einen Leschlußanlrag, der sich für die Annahme einer Handelspolitik ausspricht, die aus den gegenseitigen Nutzen Der in Betracht kommenden Teile des Reichs gegründet sei. Ferner solle die kaiserliche Regierung eine besondere Kommission ernennen, aus Vertretern Großbritanniens und Indiens, deren Ausgabe es fei, Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen, durch, welche die Hand, lsbcziehungen mit dem Reiche ausgedehnt und gestärkt und der Handel mit dem Ausland erleichtert werden.
Wien, 19. Aug. Die „Arbeiterztg." veröffentlicht zwei Proklamationen, bie das Komitee der sozialdemokratischen P artet in Odessa aus Anlaß oes Streiks in seiner Ge h ei m drucke r ei hergestellt und an die Einwohner verbreitet hat. In denselben werden die Arbeiter aufgefordert, den Kampf gegen die Regierung und das Kapital auf das energischste ,ortzusetzen.
Belgrad, iJ. Äug. Kronprinz Georg von Sei> bien ist gestern durch een König dem Offizierkorps vorgo- stellt und in das serbische Heer eingereiht worden. Die beadsichligte Ernennung des Prinzen Arsen Karageorgie- witsch, des Bruders des Königs, zum Ge n e r a l i f j im u s der serbischen Armee scheiterte an dem Widerstande des Belgrader Ossizierkorps. Der Prinz tritt deshalb nur als Oberst der serbischen Kavallerie in die Armee ein.
Belgrad, 19. Aug. Die von der K ö n i g i n N a t a l i e unterstützte, noch immer sehr zahlreiche Partei der Anhänger der Familie Obrenowitsch entwickelt eine fieberhafte Tätigkeit. Sie verbreitet Gerüchte, daß die derzeitige Lage unhaltbar sei und dag es bald zu einer Umwälzung in der Regierung und Vertreibung der Familie Karageorgie- wirsch kommen werde. Ucber die eventuelle Persönlichkeit der Familie Obrenowitsch, die als Kron-Prätendent ausersehen ist, wird das tiefste Geheimnis bewahrt.
Sofia, 19. Aug. Die aus Macedonien eingetroffene Meldung, daß angeblich Höheren türkischen Orts Befehl zu großen Metzeleien und zur Vernichtung sämtlicher ch r i st l i ch e n O r t s ch a f t e n gegeben wurde, ruft große Erregung hervor.
Newyork, 19. Aüg. Der Skandal, welchen die Ablehnung des Panama-Vertrages durch den kolumbischen Kongreß veranlaßt hat, bildet den Gegenstand lebhafter Auseinandersetzungen in der Presse. Die transzentrale Eisenbahngesellschast verhehlt nicht, daß 5 Millionen Doll, geopfert worden sind, um die weitere Verschiebung des Kanalbaues herbeizufuhren. Der Sekretär der Gesellschaft hat eingeslanoen, daß diese Summe nicht so bedeutend sei, wie wenn man bedenke, welch ungeheurer Schaden der Gesellschaft erwächst, wenn der Kanal gebaut wird. In der Umgebung des Präsidenten Roosevelt ist man über die Ablehnung des Kanalvertrages sehr enttäuscht. Dennoch hat man die Hoffnung nicht aufgegeben, daß der Plan schließlich doch noci) zur Ausführung gelangt.
L. Newyork, 19. Aug. Ter Schnelldampfer „Kaiser Wilhelm der Große" vom Norddeutschen Lloyd hat seine jüngste Reise über den Atlantischen Ozean in fünf Tagen 15 Stunden 5 Minuten zurückgelegt und damit seinen eigenen Rekord um 6y2 stunden geschlagen. Tas Schiss erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 22,58 Knoten in der Stunde.
L. Niagara-Fall, 19. Aug. Beim Versuchs die Whirlpool-Stromschnellen im Niagarafall hinabzu- schwimmen, ist der Schwimmkünstler Glenister verunglückt. Glenister, der, von oben bis unten eingeölt, in guter Art ins Wasser kam, wurde von den Sturzwoogen gegen die Felsen geschleudert und blutbedeckt aus dem Wasser gefischt. Er liegt jetzt im Hospital in Delirien. An derselben Stelle im Niagara ist seinerzeit der berühmte SchMm- mer Kapitän Webb ertrunken.
Telejphomscher Kursbericht«
Fruukturt a. kt., 17. August iyu3.
378% Reicheanleihe . . 101.70 3,J/o Mexikaner . . . 26.65
8<y0 do. .... 90.00 3V,% Koneole .... 101.25 3°/o do. 90.00 37«% Heesen .... 100.70 3*/2% Oberheseen . . . —.— 4% Oosterr. Goldrente . . 102.70 4'/6zq Oesterr. bilberrente 100.90 4% Ungar. Goldrente . . 100.73 4°/o Italien. Rente . . . 103.20 47,56 Portugiesen . . . 49.50 8°/ Portugiesen 30.90 1 % C, Türken . ... 3530 Türkenlose 129.60
4% Griech. Monopol.-Anl. 44.00 47,% äussere Argentiner 41.30
47«% Chinesen . . . 92.30
Electric, bchuckert . . . 94.50
Nordd. Lloyd 99.75
Kreditaktien .... 205.30 Diskonto-Kommandit. . 185.80
Darmstädter Bank . . . 135.30 Dresdener Bank .... 146.30 Berliner Handelsgee. . . 153.10 Oesterr. Staatsbahn . . , 141.00 Lombarden 16.50 üotthardbahn .... 190.00
Laurabütte 223.25 Bochum ...... 180.80 Harpener 178.50 .Tendenz: fest.
A
an
5702
Verdauungs-/ Störung.
Kindermehl
Darmkaterrh,' Diarrhoe etc.
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Bekanntmachung.
Aus der Sliitung der Daniel Moog Witwe zu Gießen sind am 2. Oktober 1903 die diesjährigen Zinsen an hiesige, bedürftige, unbescholtene, im Witwenstande lebende Bürger und Witwen von Bürgern zu verteilen.
Anmeldungen hierzu können bis zum 10. September auf dem Armenamt erfolgen.
Gießen, den 15. August 1903. 6256
Die Armen-Depulalion der Stadt Gießen.
Curschmann.
Bekauurmachuttg.
Tie auf den 20. und 21. d. Mts. anberaumte Versteigerung des Atobiliars im städtischen Hospital findet erst am 1., 2. und 3. September d. I. statt.
Gießen, den 18. August 1903. 6257
Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Curschmann.


