Ausgabe 
19.6.1903 Erstes Blatt
 
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Bindewald eintreten.

Landwirtschaft.

Ackerbauministeriums seit

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Sch« Kratze t Mbrtftt für Depefchem H*aeifl<tlefcau Fernfprrchaafchlutz 9h. 5L

J ' als® tietall-Puizmiiiel

Wir kvnnen'S nicht fassen, nicht glauben I Sollten die besitzenden Landwirte wirklich ihre Lebensinteressen so völlig verkennen und einer Partei ihre Stimme geben wollen, die darauf auSgeht, allen persönlichen Besitz aus der Welt zu schaffen? Haben sie noch immer nicht eingesehen, daß sie in der Sozialdemokratie und zwar einzig und allein in der Sozialdemokratie ihren Todfeind zu erblicken haben? Wir wollen heute nur ein Wort aus einem führenden agrarischen Blatte zitieren, daS hoffentlich bie | §(ugE>Iatte heißt, Augen zahlreicher Bauernbündler öffnen wird:

Wenn im Deutschen Reiche die Landwirtscha

sLllnübertroFPen

bleibt

In Offenbach sollen die Zentrumsleute sich er­boten haben, für Dr. Becker gegen Ulrich einzutreten, wenn die Mainzer NationaUiberalen dafür ihreKan- didatur Dr. König unterstützen.

Das wollen wir gern glauben. Ein Nationalliberalec und ein Zentrumsmann sind uns jedenfalls zehnmal will­kommener als zwei Sozialdemokraten!

Tuberkuose acuta Tuberkulose der

Lungen Lungenentzündung He^leiden Gehirnentzündung Atrophie LebenZschwäche

Vermischtes.

* Eine weitv e rzweigte Räuber- und Mör­derbande, die seit vielen Jahren in Süd-TaLota (Ber­einigte Staaten von Amerika) eine Schreckensherrschaft ans- übte, ist durch die Kühnheit und List eines Seyeimpoti- Men der sich in die Reihen der Verbrecher eui',chlia>, und in deren Geheimnisse einzudringen wußte, endlich entdeckt worden. Wie die nun verhafteten Schuldigen selbu

ch dem Saatenftandsbericht des Mitte Juni sind die Sommer­

saaten durch' das ungünstige Wetter in der zweiten Hälfte des Monats Mai stärker beeinträchtiat, als die Winter­saaten. Die günstigen Ernteaussichfen des vorigen Monats sind im allgemeinen zurückgegangen. Jedenfalls ist eine annähernd gut-mittlere Ernte zu erwarten. Die Zucker­rüben sind zumeist normal entwickelt und weisen trotz der Schäden durch das in mehreren Bezirken auftretende Un- «zierer und durch Wurzelbrand überwiegend günstigen Stand auf.

zu wahren.

Kunst und Wissenschaft.

Neuerungen im Ko n ze r t w e s e n. Professor Dk. Philipp Wo l fr um, in Heidelberg versendet einRund- chreiben, in deut ei\mttteilt, daß die nach seinen An­gaben mit verschiedenen Neuerungen hinsichtlich der äußern Form und der akustischen Wirkung versehenen Musiksäle der neuen Stadthalle zu Heidelberg durch ein dreitägiges Musik fest vom 24. bis 26. Oktober eröffnet werden sollen. Das Orchesterpodium, aus vier Etagen bestehend, tarai durch eine Person in wenigen Augenblicken in icder Höhe, Steigung usw. eingestellt, es kann auf das Niveau des Saalbodenü gebracht und es farmt in die Tiefe gesenkt werden. Die 4manualige, auf einer Empore ausgestellte Orgel ist ein großes Schwellwerk; der Spieltisch kann an beliebigem Orte, beim Dirigenten oder sonstwo un Saale ausgestellt werden; er ist durch ein Kabel mit dem Pfeisenkörper verbunden,, die Registrierung, daS EreS- cendo und Decrescendo in verschiedener Art erfolgt durch elektrische Kraft (neues System des englischen Ingenieurs .Hope-Jones'». Erst hierdurch ist ein präzises Zusammen- gefjen von Orgel, Orchester und Soli ermöglicht usw. usw.

Hannover, 18. Juni. Die Wanderausstellung der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft wurde heute mittag durch den Präsidenten der Gesellschaft, den Fürsten Jan Kuyphausen, in Gegenwart der Spitzen der Militär- und Zivilbehiftden eröffnet. Rach der Eröff­nungsrede des Präsidenten ergriff Landwirtschaftsminister o. P o v b i e l s k i das Wort und wies daraus hin, daß ge­rade die Provinz Haiinover in ihrer Vielseitigkeit in Der landwirtschaftlichen und industriellen Produktion besonders geeignet sei, den deutschen Landwirten zu zeigen, was auf den verschiedenen Gebieten geleistet wird. Der Minister hob die Ziele der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft hervor. Das Fiel, betonte er, ist Selbsthilfe. Wir Landwirte wollen es nicht fehlen lassen an emsiger Arbeit und unermüdlicher Tätigkeit zur Fortentwicklung unseres teuren Gewerbes; wir wollen vorwärts schreiten. Unter Hinweis darauf, daß die heute eröffnete, nach ieder Richtuilg vollendete Aus­stellung diesetl Willen bekunde, sctzoß der Minister mit einton Hoch auf die deutsche Landwirtschaft, die den Erfolg als Lohn ihrer Bestrebungen erlangen möge.

Wien, 18. Juni. Na^ *

WchkMihk Ukbertilhtder goitsfäilt mdkrZtOtSießni

24. Woche. Vom 7. bis 13. Juni 1908.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 26 900 (inkl. 1600 Mann Militär) Lterblichkeitsziner: 19,3, nach Abzug von 7 Ortsfremden: 5,80 °/oo.

Kinder

ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom

1. Lebensjahr: 2.-16. Jahr

zugestehen, haben sie iiisgcsomt 40 Men sch e n ermodet und viele Tausende Stück Vieh gestohlen. In vier Bezirke des Staates Eüd-Takota hatten sie die obrigkeit­liche Gewalt in Händen und besetzten die Äemtec nack) Gut­dünken mit ihren Anhängern Tas HauS eine» Staats­anwalts, welcher der Bande gefährlich geworden mar, wurde niedergebrannt, wie überhaupt allen Versuchen der Behörden, dein gesetzlosen Treibeii ein Ende zu machen, mit den rücksichtslosesten Mitteln erfolgreich Trotz ge­boten wurde. Alle Mitglieder der Bande hatte,l bei der Aufnahme unter Androhung der Todesstrafe schwören müssen, die ihnen bekannt gewordenen Geheimiiisse streng

A o. 95 Psg. bis Mk. 18.- p. Met. in

1 91IT NsSJnO allen Farben. Franko u. schon Ij Q Li elJS U114 M verzollt ins kaus geliefert <eid;e Diusterausivahl unmgehend. Sei- den-Fabrik Henne berg, Zürich. 34

Summa: 10(7) 6(4) 4(3)

Sinnt.: Tie in Klammern geletzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

ftnbbdttbel! »Zutuns wenn die Landleute für den Sozialismus j

I eintreten, daS ist wohl glaublich. Aber ganz und gar i Aus Alsfeld geht unß die geradezu unheimliche Nach- unglaublich ist eS, daß die Bauernbündler derartigen ' richt >u, ba& zrmlchm dm dortigen Knti|emiten tmb den bauernsSngerisch sträflichen Machinationen aach mrr di« s-- . k iE- rin aste Beachtung schenken. 9iie und nimmer können,

Gießener Sozialdemokraten eifrige Verhandlungen ^^erempfindlichste ins

gepflogen werden, die dahin gehen, daß sich beide Parteien eigne Fleisch schneiden wollen, nur um etwa einem >u 9.g«nftüi8.r R* * « i«,«-

der Weise, daß bie Köhler scheu Bauernbündler «n gLndniSloS gegenüberstcht, in einer aufs schmählichste Wahlkreise Gießen für den Sozialdemokraten und die den u ati onalen Gedan ken mit Füßen tre tende n » >- »-IgFÄgÄS.Ät'Ä Krumm eintreten. Im Kreise Lauterbach werden slck aber es sich vielleicht auch noch überlegen, ob sie Nicht zehnmal klüger handeln, Dr. Wal lau in Lauterbach, als den BerlinerMaler Fritz Bindewald zu wählen. Hat nicht der B e r l i n e r M a l e r F-r. Bindewald nach dem An­erkenntnis führender Landwirte die berechtigten For­derungen der Landwirtschaft aus das lebhaf­te st e b e k ä m p s t? Hat er nicht gegen den Bund der Land­wirt« seines Wahlkreises auf daS rabiateste geschimpft? Hat er nicht, wie es in einem Lauterbacher »yiuuuxuu.t yx/vpi, zwei der hervorragendsten Land> .wirte seines Wahlkreises auf das maßloseste bekämpft"? .. ft nicht Dieser Mann soll der rechte Vertreter der Bauernbündler

mehr chre"ausreichende' parlamentarische Vertietuna haben sollte, se^? Dr. Wallau dagegen ist doch allgemein bekannt als jonbem auf Gnade und Ungnade den Anhängern der Mann, der bedeutende Erfahrung und genaueste Kennt- Sozialdemokratie überantwortet fern sollte, bann m3 seines Wahlkreises und dessen agrarischer Bedürftnssa hat, würde das ein außerordentliche S U n gluck fern, und man . ^tami treu auf b e in Boden des Bundes

swrttÄÄ Lswu?s» 'M« schuld «n bem bei Landwirtschaft i«> fterLtlandmirtschaftlichen ProvtnMverein» ober, gefahrdr o henden Anwachsen der Sozialdemo- W Mitglied des hessischen »vie des deutschen Land- fratie und schreibt weiter: wntschaftSrate^IMit be w un d erun gs w e r te m Ge-

Es ist klar, daß, wenn die Regierung die Bevölkerung da- ... unb m Erfvlge ist er jederzeit für die Land- tüber völlig tm unklaren läßt, daß die Sozialdemokratie auf den eingetreten. Ueberall steht Kreisrat Dr. Wallau

Umsturz unserer J; e u t i g e n®e | e 1114 aItlordnunLrtersten Reihen, too es gilt, die Interessen h'Eb-ii«, bie -röb st e nJrr. ührun 8,e n (k U U« «tt ^^rts^tft mit?de 'und ^chdruck Su mteeteu. widellvrochen wirken läßt, so dars man sich nicht wundern, wenn Das blühende landwirtschaftliche BereinSleben im LÄuter- sich^die allgemeine Unzufriedenheit in einer Ver- hacher «reife haben die Landwirte xn erster Stute dtesem Hartung der Sozialdemokratie Lust macht. DaS Manne $u verdanken."

Klosettgesetz ist doch l-diglich als eine Verbeuguna der Reichs- Die Landwirte Oberhessens können gar nicht reaierung vor der Sozialdemokratie aufzufassen,^fie sollte vor dem anet$ wollen sie nicht ihre eigene Existenz ab- TerroriSmuS der anderen Parteien geschützt werden, dieselbe Partei, sichtlich untergraben, als den entschiedenen An- Ä^T. e'Si^giÄab«; I ^llau, tmb

ehi J'Ä »on®.I Wejierung ge- »oben, die berechtigten S^d-rungen dcr Lmtdwtrr- hött Mn, and^erseL aber 'beobachten, wie die Regierung ^er schaft voll anerkennenden dem. deuMMruttsche» ^oäalbenwkratie durch das oben erwähnte Gesetz möglichst sre,e sanken treuen und die allgemetne Volkswohlsahrt Hoch- Bahn zu schaffen sucht, kein Bedenken mehr getragen, zu Herrn Singer überzugehen. Ja es fft sehr wabrschemlich, daß viele Wähler, die stets nach dem Wunsche der Regierung fragen, an­gesichts der oben erwähnten Tatsachen zu der Ueberzeugung ge­langt sind, die Regierung begünstige die Sozialdemokratie und sähe ihre parlamentarische Verstärkung gern.

Tas wäre natürlich ein außerordentlich verhangii^- voller Irrtum, und wir haben gestem bereits eine Bo- merkung der reichsoffiziösenNordd. dlklg. Ztg. wiedergegeben, bie auf das aller leb haftete alle Wähler ermahnt, die den Privatbefitz vernichtende anhnzrtwnale

hallenden Heyltgen st aed t wählen. Sie müssen vor allem Front gegen bie vaterlandslose Sozialdemokratie machen, die, wenn sie auch heute vielleicht mit be;i Bauern, wahrlich nicht um deren schöner Augen willen, liebäugelt, im Grund mit Hohn und Verachtung auf sie, die auf ihrer eigenen Scholle eifrig Schaffenden, blickt. Die nationale Ehre sollte jeden dazu zwingen, dem frech höhnenden Todfeinde wir erinnern an den gestern von uns wiedergegebenen Jubelgesang des vorwärts" bie gebührende Antwort zu geben durch falte Zurück-

7, - -- r . »Weisung ihrer bedrohlichen Harschaftsgelütze.

Sozialdemokratie ^bekämpfen. Zu berücksichtigen, ist noch Äveierlei von den Land-

Man ist also im <$egenteü in der Vte 91 ®r8 tpfriai. Bisher ftrw nicht dierückgratfesfan^', sondern die natürlich sehr wenig erbaut vvu dem Au-1 »^aumenwAchen" Männer vom Bunde der Landwirt« als wachsen der so z i a 1 d e m o k r a tisch en^ St im men, l g' ans den Wahlen hervorgegangen. So Herr von aber man weist den Borwurs aus das entschiedenste zuruck, unb Grafen rkanitz, Schwenn--

daß ein zu wcitA EntLegenLommvi ober gar, wie cm und Limburg, der im Zirkus Busch

reichsparteiliches Blatt sich ausbruckt, ber Jt o I den Mndlern entgegenhiett, daß sie einen besseren Reichs-

denSozialdemokraten, diesen unrftarn zu gekommen I ^u Grafen Bülow schwerlich bekommen toür-

fei. Die Regierung habe es ber geeigneter GÄegenheit I Dr. Wal lau ist aber doch wahrlich, ein besserer

keineswegs an der schärftten StÄlungnahrne ^^en lassen, ^tgram« als Herr Bindewald, sie hätten also, wählen sie bei Gelegenheiten sogar tm Reichstag, wo bie Stertoter ba $^naU/ cinen Vertreter chrer Interessen tm Reichstage Reck)ten sich in Schweigen hüllten. Wer dte^Mtgen.nicht . Bindewald aber mürbe ihren Lebensinteressen Nicht verschließe vor ben eigenen Fehlern unD rmr immer aNergeringsten nützen. Tas ist ja von ihnen selber viel- anLecsnw bie Tchulbigen mune anÄfanrtmozben. - tob Reitens kann von keinem

den bürgerlichen Parteien bie Ueberzeugung von der Not ^^o^e folgendes abgeleugnet werden: wenn man dem

bi gleit bes Znsa mm°nhniiensgegenb- ^Qnbc( Industrie kün stliche »«fiel" -

Sozialdemo kr atie w ve^chwindend Le^n^rem Herr Bindewald will, unterbindet

zur^GelMiig gekommen sei. ^beTemtrete ben Nationalwohlstand in Stadt und Land! Nur

dieser Hinsicht ein dur ch grexf end er Wandel emtrete, toam der Stadt die Landleute genügend kauskraftige fei zu hoffen und wünschen. - Abnehmer ihrer Produkte finden, kann die Landwirtschaft

' Wie dierrreuzötg."-t, wad bie konservative Parin-

leitung den Wählern bet den Stichwahlen in Darum fann die Wahlparole am Stichwahltage auch

kreisen, in denen d i e Sozrald emo kr at en de- Lande nur Tauten:

teil at sind, die Stimmabgabe gegen diese zur patrw- a^l

kisch^ Plicht machen. Km WaLau und fm Keyklgenstaedl.

^n Polillk haben doch wett wemger «esMe, öra vie Interessen zu entscheiden. Die prak-^ tUchen Interessen aber liegen für die^Bai^rnbundler entschieden derartig, daß ihnen nur mu>

n i e eüi Sozialdemokrat nützen fmni. Die BmtMibündler tönnen lUbem gewiß fein, baß bie ?i<ittonaitiberaleit Sba, wo sie zwischen einem agramet unb entern So- SmoEratcn zn wahien gaben, Mann Tut Mann tut ben .rTriereinitetenmerben! Tas wirb auch bereits ben Stetiiner Parteiblaitern verktobet unb uns von LXSet plrl. Mitarbeiter bestätigt! Dre wttwnab- liberale Parteileitung hat, so schreibt man uns au» Berlin, Irl, in hieiOTt Zinne au ihre Parteunttgtieber zu

ÄÄ »3-; tritt bereits mit ffier SMinte für das agrarischeZentrnrngegen Sie So^iuLbtf'mofratie em. .

T^ß Bemühungen auf Erreichung eine» Korn^ro- miiiä mit ben Sauernbünblem von sterten ber Lo- kialbemokraten gemacht werben, baß M brn.

bie Gefilde ber Seligen verhetzen, eine starabieviche

Nr. 141 Erstes Matt. 18». Jahrgang Freitag tv.Jnni lvO»

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WW

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