Ausgabe 
19.5.1903 Erstes Blatt
 
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sich in jedem Falle auf ein Drittel der unter a fest­gesetzten Zollsätze belaufen. Der Zuschlag soll auch auf Artikel angewandt werden, deren Hauptwert lmehr als 50 Prozent des Gesamtwertes) in einem solchen Lande her­vorgebracht wird, auch wenn der Artikel selbst durch Arbeit in anderen Ländern veredelt wird, ungeachtet der Be­stimmungen des britischen Preferentialzolltarifs und der Ausführungsbestimmungen hierzu. Ter Zuschlagszoll soll die Waren, die vor dem 16. April. 1903 von einer Firma oder Körperschaft oder einer Person in Kanada zwecks so­fortigen Transports nach Kanada tatsächlich schon gekauft waren, nicht treffen. Waren, die aus dem angeführten Grunde Befreiung von dem Zuschlagszoll beanspruchen können, sollen vor dem L Juli 1903 eingeführt oder unter Zollverschluß entnommen und einklariert sein. Auch muß den Zollbeamten in den Einfuhrhäfen genügend glaub­haft gemacht werden, daß der Auftrag des kanadischen Importeurs zur Lieferung der Waren vom Exporteur vor dem 17. April 1903 in Empfang genommen und acceptiert war. Die Wirkung der Zuschlagsoerzollung ist die, daß zollpflichtige Waren deutscher Herkunft, sowie Waren, deren Hauptwert in Deutschland erzeugt ist, außer Ckneraltarif» Zoll noch einem Zuschlagszoll von einem Drittel des Generaltarif-Zolles unterliegen. Der Zuschlagszoll erstreckt sich auch aus Artikel, die in dem vereinigten Königreich oder in einem anderen britischen Lande yergestellt sind und deshalb an sich die Vorteile des Preserentialtarifs in Kanada genießen, in allen Fällen, wo der Hauptwert dieser Artikel deutscher Herkunft ist. Auf allen Fakturen von den zur Einfuhr nach Kanada unter dem Preserential- tarif in Kanada bestimmten Waren muß eine Zusatzbeschei­nigung ausgestellt und unterschrieben werden, ebenso auf allen Fakturen von anderen Waren, die aus britischen und aus allen andern Ländern nach Kanada ausgesührt werden. In der Zusatzbescheinigung muß bestätigt werden, daß der Hauptwert der eingesührten Waren nicht in Deutschland erzeugt wurde.

Diese Ausführungsbestimmungen beweisen, daß Kanada Sie deutsche Einfuhr in schärfster Weise angreifen will. DaS Richtige wäre gewesen, daß dieselbe dtummer der Nordd. Allg. Ztg." im unmittelbaren Anschluß die Ver­geltungsmaßregeln Deutschlands veröffentlicht hätte. Schlag aus Schlag. Hosfentlich läßt diese Antwort nicht mehr aus sich warten, der bramabasiercnden Rede Chamberlains zum Trotz, der urplötzlich sich gemüßigt gesehen hat, Kanada beizuspringen, unter Aufstellung der gänzlich unhaltbaren Behauptung von der Störung desFamilienabtommens" Zwischen England und Kairada durch Deutschland. Für diese Entdeaung hat Chamberlain ungefähr fünf Jahre Zeit gebraucht, denn solange ist Kanaoa ohne Einspruch Englands von der deutschen Meistbegünstigung von Rechts­wegen ausgeschlossen, nachdem es Englands Einfuhr gün­stiger behandelt hatte, als die deutsche Einfuhr.

Politische Tagesschau.

Der Kolouialrat.

Am 18. Mai trat in Berlin der Kolonialrat zu seiner Frühjahrstagung unter dem Vorsitze des Kolonialdirektors Dr. Stübel zusammen. Der Vorsitzende gedachte der ver­storbenen Mitglieder, Kommerzienrats Oechelhäuser und Geheimrats Sachse, und begrüßte die neuen Mitglieder, Exzellenz v. Pommer Esche, Landrat Wilkens und Mrjsions- direktor Buchner. Tie dem Kolonialrate vorgelegte lieber- fid)t über die Entwickelung der Schutzgebiete ergebe ein günstiges Bild. Was den Schutzgebieten fehle, sch eine Verkehrsverbesserulig, insbesondere der Bau von Eisenbahnen, wo glücklicherweise eine raschere Entwickelung einsetzte. Wünschenswert sei, daß der Kolonialrat zu einer ständigen Einrichtung auswachse. Vor Eintritt in die Tages­ordnung wies Tr. Scharlach Preßangrisfe aus den Kolonial­rat und die Landgesellschasten in Teutsch-Südwestafrika zurück. Adolph Wörmann schilderte die günstige Entwicklung Kameruns und Togos. Tie Ansicht des Redners, daß an der mangelhaften Entwicklung des Handels in Tuala die Zollsteigerung schuld sei, rief eine Dar­legung der einschlägigen Verhältnisse durch den Vorsitzenden hervor. Tireitor Meyer-Telius trat Zeitungsangriffen gegen die Verwaltung von Samoa entgegen. I. K. Viktor wandte sich gegen die Veröffentlichung über die Tropen­hygiene, wies auf die Bedeutung eines enthaltsamen Lebenswandels für Europäer in den Kolonien hin uns betonte die Notwendigkeit der Erstattung von Reise­kosten für die Frauen der Kolonialbeamten, sowie der Hin­gabe von Mitteln für Wohnungen der Beamtensamilien. Ter Vorsitzende wies darauf hin, daß von der Verwaltung den geäußerten Wünschen Rechnung getragen werde. Di­rektor Herrnsheim verteidigte die Jaluitgesellschaft gegen Preßangrisfe.

Beim Eintritt in die Beratung des Etats der Schutz­gebiete gab der Vertreter des Reichsschatzamts einen Ueber- blick über die allgemeine Finanzlage. Bei dem Etat für Kamerun wurde die Beseitigung des Tauschhandels, die Wegcvcrbesserungen und die Frage der Handelsfreiheit im Niger-Benuegebict besprochen und ein Antrag Wörmann aus Ausbaggerrtiig der Kamerunbarre angenommen. Beim Etat für Togo wurde die Verbesserung der Stellung der nicht etatsmäßigen Beamten uni) oie Tätigleit der Polizei- und Schutz trupp e u o seziere und der Aerzte besprochen, ebenso die Küstenbahn zwischen Lome und Klein-Popo. Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg sprach dem KolonuU- direktor das Vertrauen der kolonialen Greife aus.

In der Nachmlliagssitzung beriet der Kolonialrat den Etat von Südweslasrila. Auf eine Anregung des Geheim­rats Simon erklärte der Vorsitzende, Tireltor Dr. Stübel, daß die Verhältnisse in Südwe stafrika für eine Be­steuerung der Eingeborenen noch nicht reif leien. Ter Umsetzung der Besteuerung in Arbeitsleistung stehe die geringe Zahl und die geringe (Seßhaftigkeit der Be­völkerung entgegen. Tie neue Zolwerordnung (gegen die Geheimrat Simon einzelne Bedenken äußerte) bringe erheb­liche Verbesserungen. Im Lause der Debatte erklärte das Mitglied Wörmann, er glaube, Zollerhöhungen schädigten den füdwestasrikanischen .vanbel nicht. Von eiten der Rc- {sterung wurde die Zwangsimpfung des Rindviehs ent* chtedcn befürwortet, da jetzt der Mangel an Vererinarärzten 'escitigk fei. Direktor Stübel erklärte, die Regierung be­halte die Verbesserung der Bahnprecke Swukopmund Liribi im Auge, dom sei die Ausgabe nicht dringend. Tie neue Otavi-Bahn werde dem Schutzgebiete neue Vorteile bringen. Tr. Scharlach teilte mir, die Stavi-Bayn folc llängstenS in 3i/s Jahren fertig sein. Auf eine Anfrage deS .-Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg teilte der Vorsitzende mit, daß Verhandlungen mu ber F.rma Wörmann-Hamburg wegen llebernahmc des AllolenvHtriebes in Swatopmund schweben. Seitens der Untere)jenten sei ein Widerspruch gegen diese praktisch erscheinende Losung bisher nicht eryoben

Wurde nun

bindung mit der wiederkommenden großen Kanalvorlage diese Verbesserung des Lahnwasserweges durchzusetzen um­somehr als damit einer Konzenttierung der Eisen-- und Stahlindustrie entgegengetreten und auf diesem Wege eine volkswirtschaftlich wichtige Dezentralisation erhalten würde. ----- Profils für den Kanal und der

Die Versammlung beschließt daraus, wie wir schon mit­geteilt haben, die Gründung eines Lahnkanaloereins, und saßt den Beschluß, den wir gestern an der Spitze des Artikels wicdergegeöen haben.

«LaynLanalisation.

(Originalbericht desGieß. Anz.") Schluß.

Aliiil und jailö.

Gießen, 19. Mai 1903.

-o. Französische Rezitation. Am vergangenen Freitag hielt Lektor Goetschy die erste Rezitation ,eines

halten wird, damit die schönen Thäler der Lahn nicht ver­öden. Mit der Verbilligung der Frachten sei es ein eigen Ding. Im preußischen Ministerium süßen zwei Schwestern, so führte der Redner au», die Eisenbahnverwaltung und die Wasserbauverwaltung, von denen die eine nicht wisse, was die andere tue. Ter Eisenbahnminister gehe mit dem Gedanken um, für Massentr ansporte Wagen mit größerer Tragfähigkeit einzuführen. Verwirkliche sich dieser Gedanke, so würde damit wohl eine Verbilligung der Transporte für diese Güter zusammenhängen. Trotzdem müsse man ftch rühren, um die Wasserstraße auf der ^ahn geeignet zu machen für eine geordnete Schiffahrt. Aber gegen einen Zuschuß der Kreise, Gemeinden und Interessenten zu diesem Werke spricht sich der Redner ganz entschieden aus, indem er bemerkt, daß erstens das Land ifterzu nicht reich genug sei und zweitens ja die Abgabe von der zu erhoffenden Schiffahrt eine sJieni ab nat bei Kapilalanleihe in sich schließe. Verlange man aber 12 Millionen Zuschuß, dann socle man für die Benutzung der Wasserstraße nachl-er auch keine Ab­gaben verlangen, sondern dieselbe o;*ne Aogabe jur den Ver­kehr freigeben, wie den freien Rhein. Für den Staat muß bei Prüfung der Frage allein der eine GZichtspunit maß­gebend fein: die Erhaltung deS Landes, die Dezentralisier - ung der Eisenindustrie, die Hebung der hoimischen Pro­duktion.

worden. Hofmann befürwortet die llebernahme des Land- ohne gleichzeitige Lahnkanalisation keine Moselkanalisatio«. ungs-Geschiists durch die Regierungn. Demgegenüber wurde Reben der Eisenverfrachtung,würde für den Lahnkanal die von feiten der Regierung nachgewiesen, daß von einem sehr entwickelte Hartsteinindustrie, die Cementwerke :c. längs Monopol der Firma Wörmann keine Rede sei, während der Lahn, eine reichliche Fracht auf dem Wasserweg rentabel die Regierung ein solches Privatgeschäft nicht übernehmen machen. Redner weift dies zahlenmäßig nach und bemerkt, könne. Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg regte die daß die Landwirtschaft an der ganzen Lahn nicht nur feine Entsendung des bergmännischen Sachverständigen Geh. Nachteile durch den geplanten Wasserweg nach dessen Aus- Dergrats Schweisser und eines Geologen an. Der Vor- führung haben, sondern eher das Gegenteil der Fall sein sitzende legte bar, daß seit Jahren bedeutende Mittel zur würde. Ties beweise auch der überaus sympathische Stand- Erforschung bergmännischer Fundstätten im Schutzgebiete vunkt, den die Vertreter des nassauischen Bauernvereins aufgewendet werden. Der Herzog von Mecklenburg regte dem Gedanken einer Kanalisation der Lahn gegenüber ein­ferner die Einrichtung von Farmschulen und die Attachier- nehmen würden. Dau rat Röder verweist auf mancherlei ung eines kolonialen Sachverständigen bei dem General- Le senken und Mängel, welche das vorliegende Projekt auf* konsulat in Kapstadt an. 9xi der Frage der Kosten für die weise. In der Hauptsache fei bic gewählte Große der Schutztruppe erklärte der Vorsitzende, eine Herabsetzung der Schiffe, welche den Kanal passieren sollen, bei den vielen Truppenzahl sei mit Rücksicht auf die wenig geklärten Ver- Windungen des Flusses und bei dem starken Gefälle des- hältnisse im Norden nicht empfehlenswert, doch werde eine selben gefährlich und unpraktisch, und dann seien die Verminderung angestrebt und die teilweise Umwandlung wirtschaftlichen Vorteile des Wasserweges gegenüber den einer Kompagnie in eine Eingeborenentruppe ins Auge Frachten auf der Eisenbahn nicht so erheblich als die Inter- gefaßt. essenten annähmen. Nach Ansicht des Redners sei eine

------ Kanalisation mit Fahrzeugen, wie sie das Conösche Pro-

Vom franzöfischcu Kulturkampf. jeft vorsah, d. h. mit 200 Tonnen Tragfähigkeit, für die

Heber Ruhestörungen vor der Kirche des Pariser Stadt- Verhältnisse der Lahn eher ausführbar und auch ge­teilt Belleville werden folgende Einzelheiten gemeldet: Etwa nügend.

150 mit Knütteln bewaffnete Mitglieder des zumeist aus Man könne erwarten, daß bei einem Kostenaufwand Fleischhauern des Bezirks La Billette bestehenden royalisti- von 33 bis 34 Millionen, den die Kanalisatton des Flusses scheu Komttees begaben sich nach der Kirche, um Kund- nach dem vorliegenden Projekt erfordern würde, die Jn- gebungen der Antiklerikalen und Sozialisten zurückzuweisen, tercjfenten i/3 der Kosten und zwar dann mindestens 11 Als bei Beginn der Predigt des früheren Jesuitenpaters Millionen aufzubringen haben, und es würde noch zu prüfen Oriol sich ein Sozialist erhob und an den Pater die Frage sein, ob für die Kreise und die Gemeinden es vorteilhaft richtete, wer ihn ermächtigt habe, zu predigen, stürzten >ein dürfte, diesen immerhin hohen Zuschuß zu leisten. Wenn die Fleischhauer auf die Gruppe von Klerikalen los. Diese man die Kanalisatton des Flusses für kleinere Schiffskörper versuchten zu flüchten, wurden aber von der Menge um- einrichte, könne man die vorhandenen Schleusen benutzen, ringt und Weiter geprügelt. Erst die Polizei, welche die Kosten seien dann ganz erheblich billiger. Heute noch in die Kirche eindrang, befreite sie. Tie Fleischhauer waren bestehe von Weilburg abwärts ein ganz lebhafter Schiffs­inzwischen durch eine Seitentür geflüchtet. Während der verkehr mit kleinen Fahrzeugen, der, ttotzdem man Lahn­ganzen Zeit blieb Oriol ruhig auf der Kanzel. Vor der aufwärts leer fahre, doch recht lohnend fein müsse, und Kirche hatte sich inzwischen eine Dlenschenmenge ange* Wenn der Wasserweg nur verbessert werde, werde diese sammelt, welche die Kirche stürmen wollte. Ter Polizei Schiffahrt noch lohnender werden.

gelang es mit Mühe, die Menge zurückzuweisen. Ueber Reichstagsabgeordneter Tr. Dahlem - Limburg erklärt,

Reichstagsabgeordneter Tr. D a h l e m - Limburg erklärt, Vorgänge in der Pariser Vorstadt Plaisance wird berichtet: daß der Regieruligsvertreter Baurat Röder zwar Bedenken Zahlreiche Nationalisten, unter der Führung des Gemeinde- geäußert habe, aber er wolle doch konstatieren, daß aus rats Merh, tiveier Deputierten unb Max Regis' hatten dessen Ausführungen eine prinzipielle Gegnerschaft gegen sich eingefunden, um die Predigt eines früheren Jesuiten* den vorgeschlagenen verbesserten Wasserweg nicht §<1 ent- Paters vor Unterbrechungen zu schüden. In der Straße nehmen sei. lieber die Schiffsgröße und die finanzielle fand zwischen 2000 Nationalisten und ihren Gegnern ein Seite der Frage werde man sich ja verständigen, wenn es Handgemenge statt. Zwei Antiklerikale wurden schwer erst zu einer gegenseitigen Aussprache bei den zu führenden verletzt. Auch der Polizeipräfekt Levine wurde Verhandlungen kommt. Tie Frage eines Zuschusses zu der bei der Absperrung der Sttaße durch einen Hieb über den Lahnkanalisation sei überhaupt nach Lage der Verhältnijse Kopf leicht verletzt. In Reims, Rouen und anderen nicht diskutabel. Es handelt sich doch bei der Lahn nicht Orten, in denen auf Veranlassung des BlattesAction" um einen neuen Kanal, sondern um einen bestehenden, gegen die Kongregattonen gerichtete Versammlungen abge- der so wie er ist, dem Verkehr nicht dient und nicht dienen halten wurden, kam es zwischen Klerikalen und der Gegen* kann. Es handelt sich aber auch bei der ganzen Frage um Partei zu Zusammenstößen. ein eminent wichtiges sozialpolitisches Moment, nämlich.

In Marseille verurteilte der Gerichtshof sechs Kapu- den Mittelstand zu heben und zu kräftigen und ihm die ziner wegen Vergehens gegen das Vereinsgesetz zu je Stellung wieder zu geben, die ihm zukomme, und da könne 25 Frs. Geldstrafe. Als die Mönche das Gerichtsgebäuoe es dem preußischen Staat auf 20 Millionen Mark nicht verließen, veranjtaltete die Volksmenge Kundgebungen und ankommen. Die Schiffahrt auf der Lahn sei gegenwärtig schrie:Es leben die Kapuziner, es lebe die Freiheit!" bei günstigem Wasser stand höchstens auf einige kurze Einige Personen wurden wegen Aufreizung verhascet, jedoch Wochen des Jahres lohnend, werde aber später, wenn das bald wieder freigelassen. Hierauf begaben sich 2u0 bis 300 Projekt, welches man an strebe, verwirklicht sei, das ganze Personen in die Präfektur und legten dort eine an die Jahr lohnenden Verdienst bringen. Die Ausführungen des Regierung gerichtete Adresse nieder, in welcher gesagt wird, Baurats Röder seien derart, daß man bei einigermaßen die Katholiken seien entschlossen, sich bis zum äußersten gutem Willen auf beiden Seiten zu einer Verständigung ju verteidigen. gelangen werde.

In Clermont-Ferrand fand eine antiklerikale Versamm-

W. Limburg, 17. Mai. 1 ......

General-Direktor Kaiser verwes darauf, daß der Wegen des zu wählende

Eisenverbrauch pro Kopf der Bevölkerung in Deutschland damit bedingten Schifssgröße solle man sich an die natur- von Jahr zu Jahr zugenommen hat und noch zunehmen wird Iid)en Verhältnisse der Lahn halten und es bei 400 Tonnen und zurzeit ca. 70 K'gr. beträgt. Es sei ja bekannt, daß es Tragfähigkeit belassen; damit sei die Rentabilität des Kanals die Hüttenwerke der Lahn gewesen seien, welche seinerzeit n^t in Frage gestellt. Es gelte hier an der Lahn eine den vorzüglichen Qualitäten des englischen Roheisens auf große nationale Tat und dafür zu sorgen, daß die Industrie dem heimischen Markt betresfes der Qualität erfolgreich uni) der Bergbau in Nassau die Äonturrenzmöglichkeit er* Konkurrenz gemacht haben. Die Behauptung, die Eisen- t'AUo s;° * - 1

ausbeute in den Tälern längs der Lahn sei im Abnehmen, sei grundfalsch, ebenso sei es pure Erfindung, wenn be­hauptet würde, die guten Qualitäten Erz in Nassau seien bereits abgebaut. Der Redner verweist deshalb auf ein Gutachten des Berg- und Hüttenmännischen Vereins, welches dieser im Jahre IbSS erstattet hat, unb ferner auch auf ein neuerdings erstattetes Gutachten des Geheimrat Riemann- Wetzlar, eines Mannes, der bereits 40 Jahre Im Bezirk als Beamter wirkt und erklärt, die Förderung habe sich gehoben und vermehrt und werde auf Jahrhunderte hin an­dauern.

In Clermont-Ferrand fand eine antiklerikale Versamm- Baurat Röder bemerkt, daß er die Frage wegen des lang statt, an der sich auch die Sozialisten beteiligten. Ein Zuschusses nur als seine persönliche Ansicht erwähnt habe, Mitglied der Liga der Menschenrechte hielt einen Vortrag, daß er aber nicht etwa beauftragt fei, wegen eines Beitrages Cs wurde bi.schlos;en, für die Auflösung des Konkordats mit den Interessenten zu verhandeln.

zu wirken. In TroyeS nahm eine Versammlung eine Tages- Der Vertreter des Vereins für Fluß- unb Kanalschiff, orbnung an, worin die Regierung ersucht wirb, sämtliche ahrt Sekretär Go tzi-Berlin weist darauf hin, daß es religiösen Kongregattonen aufzulösen und die Güter der rüher im preußischen Staate Grundsatz war, Ausgaben sogenannten toten Hand zu beschlagnahmen, ferner die ür Wasserwege, auch wenn sie nur einem Teil des Staates Trennung von .Kirche und Staat zu vollziehen, sowie das zu gute kommen, aus allgemeinen Staatsmitteln zu schaffen.

Falloux sche Gesetz abzuschaffen und dem Staate das Mo- In neuerer Zeit sei dies anders geworden; da frage man

lwpol für den Schulunterricht zu sichern. In Tours fand nach der Rentabilität und verlange Zuschüsse von den be- eine von 2000 Personen besuchte Versammlung stall, in teiligten Interessenten. Es sei taktisch falsch, von der Kancv- der beschlossen wurde, die Abschaffung der französischen Ge- lisation der Lahn zu sprechen, denn diese bestehe schon, uiid

sandtschaft beim Vatikan sowie des Kultusetats zu ver- es empfehle sich für die Zukunft, nur davon zu reden, daß

langen. eine Verbesserung des bestehenden Zustandes erwünscht oder

verlangt wird. Man solle den Versuch machen, in Ver-

Es seien, so führt Direktor Kaiser aus, an der Lahn 34 250 000 Tonnen Erze aufgeschlossen und 41000000 -tonnen Erz vorhanden, welche der Aufschließung harrten.

Tie Ursache dieser Behauptung ist die früher oft aus­gesprochene aber vollständig irrige Ansicht, daß die Etsenerz- iock)er der Lahn unter den Talsohlen in Kalk übergeben und iqre Bauwürdigkeit verlieren sollen. Geheimrat Rie- Q11 hat überzeugend nachgewiesen, wie unrichtig diese llnschauung ist. In der Lahnaegend werden jährlich min- Million Tonnen (riz produziert, von welchen allerdings auch ein Teil an der Lahn selbst wieder ver- Immerhin kann man aber pro Jahr auf Tonnen (Lz rechnen, welche für den Markt UtnbstÄI^.Q^tct ^rben müssen. Diese haben A k! bcrrr Anette aus dem Mosel-Saargebiet, Hnrn Dusnahmetarif jetzt schon gewährt Wird,

SeC TOn-Ui?Cn^fnm^ öu bestehen. Wurde nun

AvieUauattsallon durchgeführt, ohne daß gleichzeitig der Wa^erweg der Lahn erschlossen wirb, so im ^ub^Scrb wegen der ungünstigen ^rächten der Zconkurrenz der Minette aus dem Saar- unb Mo felge bi« unterliegen und der Bergbau an der Lahn mürbe, werl unttünLnd, emgehen. Btt Parole muffe fein: