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18.11.1903 Erstes Blatt
 
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Nr. »71 täglich außer Sonntag«.

Dem Gletzener Anzeiger werden tm Wechsel mtt dem Kefsischen Landwirt die Giehener Familien» blätter viermal in der Woche de,gelegt.

FiotattonSdruck u. Ver­lag bei vrÜhl'lchen Nnweri^Vuch- u. Steine btudtm lA^tsch Erden)

Gchalpratze » Vdrrsse Mr Depeschen, Eln-eiger Gieße«. ^milprtd)an1d)ln6 Nr 5L

Erstes Blatt. 153. Jahrgang Mittwoch 18. November 1903

GietzenerAnzeigerW ° General-Anzeiger «*

Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WW

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Prinzessin Elisabeth f

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stimmt D onnerstag mittag, direkt nach Anlnnft des kaiserlich russischen Hoszuges, um 3 Uhr statt. Der Leichenzug, in dem der Grohherzog mit seinen fürstlichen Vettern zu Fuße folgen wird, während tue Fürstinnen zu Wagen fahren werden, bewegt sich vom Bahnhof au3 durch die Rhein-, Alexander-, Mühl- und Erbacherstrahe nach dem Mausoleum. Militär, Studentenschaft, und Kriegervereine werden Spalier bilden. Zm Mausoleum sindet nur eine kleiue Feierlichkeit wie bei der Bei« setzung der Prinzessin Marie statt.

Warschau, 17. Nov. Heute trafen in Skiernie- wice der Kommandeur und eine Eskadron des 18. Dragonerregimentes Kljatizki, dessen Ehes der Grohherzog von Hessen ist, mit der Standarte und dem Blaserchor ein, um der Prinzessm Elisabeth von Hessen die letzte Ehre zu erweisen.

Petersburg, 17. Nov. Die kaiserlichen Kinder sind heute in Zarskoje Sselo eingetroffen.

ßd. Darmstadt, 18. Nov. O/JO Uhr vorm.) Infolge einer Ohreurnr- zünduug der Zarin wird nach einer Meldung aus Skierniewice das Zaren­paar nebst Gefolge der Beisetzung nicht beiwohnen.

Diese Meldung ist leider dazu angetan, die Erregung weiterer Kreise über das erschütternde Un­glück von Skierniewice zu erhöhen. Man hatte ge­hofft, daß unser so schwer henngesuchter Landesherr ües Trostes und Zuspruches seiner nächsten hohen Angehörigen, die ihn in diesen Tagen der tiefsten Trauer nicht allein lasten wollten, auf Wochen werde leilhaftig werden. Nun macht eine plötzliche Erkrank­ung seiner Schwester, der Zarin, einen argen Strich durch diese Rechnung, und Aller herzliche Wünsche richten sich nun nach Skierniewice, daß dieses Ohren­leiden von der hohen Patientin recht bald völlig überwunden werden möge.

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R. B. Darmstadt, 17. Nov.

Der Großherzog erhält auf Schloß Skiernewice fortgesetzt aus allen Teilen Deutschlands und Europas herzliche Beileidstelegramme. Außer Kaiser Wilhelm, Kaiser Franz Joseph, König Eduard, den Königen von Italien, Dänemark und Griechenland haben auch die deutschen Bundesfürsten und die leitenden Minister dem schwer geprüften Fürsten ihr Beileid ausgedrückt. Besonders zahlreich sind natürlich die Beileidsbe­zeugungen aus Hessen. Auf das vom Präsidenten der 2. Kammer, Geh. Rat Haas, im Namen derselben übersandte Kondolenztelegramm nach Skiernewice ant- wortete der Großherzog:

Von ganzem Herzen danke ich für die mitempfindenden Worte und weiß, daß Mein größter Trost in der Liebe und Treue meines Hessenlandes liegt. Dieser Gedanke ist es, der Atem gebrochenes Herz aufrichter. Gez: Ernst Ludwig/

Den aus Koburg auf privaten: Wege hierher- gelangten Nachnchten zufolge werden die frühere Großherzogin von Hessen mit der Her­zogin Marie von Koburg und der Kron­prinzessin von Runlänien, sowie der Prin­zessin Beatrice von England bestimmt z u r T e i l n a h m e an den B e i s e tz u n g s f e i e r l i ch - k eiten für die verewigte Prinzessin Elisabeth hier e i n t r e f f e n. Dem Hofmarschallamt ist von der rein privaten Herkunft der früheren Großherzogin nichts bekannt. Sie dürfte auch gleich nach Beendigung der Trauerfeier ohne weiteren Aufenthalt wieder nach Frankfurt bczw. Koburg zurückkehren.

Auf das von dem Rektor im Namen der Landesuniversität an den Groß Herzog ge­richtete Beileidstelegramm traf von Sr. Königl. Hoheit aus Skierniewice folgende Antwort ein:

Meiner treuen Landesuniversität danke ich von Herzen für chre Anteilnahme an meinem so schweren Leid.

Ernst Ludwig.

An der Beisetzungsfeierlichkeit kann der Kaiser wegen seines Leidens nicht persön- l i ch teilnehmen. Auch die Kaiserin und der Kron­prinz haben kondoliert.

Nach einer WarschauerDepesche belustigte sich die plötzlich verstorbene kleine Prinzessin noch am Sonntag mit den Kindern des Zarenpaares an kine- matographischen Vorführungen. Am Abend trat ein cholecineartiges Leiden ein, das einen rapiden Verlaus nahm. Der aus Warschau berufene Arzt Dr. Anders fand um ein Uhr nachts bereits einen verzweifelten Zustand vor. Der Zar (?) hat die Sektion der Leiche befohlen wozu ein Berliner Spezia- l i st telegraphisch berufen wurde.

Die Obduktion der Leiche ist am Montag Abend in Gegenwart des Berliner Professors Orth durch Professor Pezewoski und den Leibchirurgen Hirsch nebst zwei Assistenten vollzogen worden. Sie ergab B a u ch t y p h u 8 mit rapidem Verlauf und ausnahmsweiser Schärfe.

D a r m st a d t, 17. 9ioo. Nach den letzten Be­stimmungen werden der Großherzog, sowie dec Kaiser und die Kaiserin von Rußland und das G r o ß f ü r st e n p a a r Sergius Donners­tag nachmittag 3 Uhr hier eintreffen. Auch Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen werden in den nächsten Tagen erwartet.

Ferner liegen uns folgende eigene Drahtberichte vor:

Petersburg, 18. Nov. Der Negierungsbote ver- osseutlicht, dah der kaiserliche Leibchirurg Hirsch als Todesuriache der Prinzessin Elisabeth Vergiftung durch Typhusgift festgestellt hat.

Darmstadt, 18. Nov. ll8/4 Uhr. Nach einer Mit­teilung des tzofmarschaüamtes findet die Beisetzung der Leiche der Prinzessin Elisabeth be-

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Ammern.

Ausland.

London, 17. Nov. Raa) DecDaily Ehronicle" hat der Sultan soeben 220 000 Mausergewehre und 90 Krupp-Geschütze bestellt. Bisher seien hie meisten türkischen Soldaten nur mit Marlin.- «ober anderen alten Gelvehr en bewaffnet gewe,en, obwohl den anulichcn Ba­chern zufolge bie ganze Armee als mit Mausergelvehr en bewaffnet bezeichnet wird.

Der heuie abend veröffentlichte Bericht des zur llntersua)ung der Lage der Aussichten des britijchen IHandels in Südafrika dorthin entsandten Spezial-

Reichskomitee zu Gunsten der durch Hoch- tvasser Geschädigten hielt unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Grafen Posadowskh erne Sitzungab, an der auch Kultusminister Studt teilnahm. $r<if J

.teilte mit, dem Komitee stand rund e l n e h albe Mill io sn? q r t «uc Veriüauna. Die emsige Tätigkeit habe eine rechtzeitige Hilfeleistung ermöglicht. ^Ä^OO

200000 Mark überUnesen worden, das letzt noch WO 000 Mark erhalte; Brandenburg und Po en hatten je 30 000 Mark erhalten und sollten noch je,20 000 JJtaf et ja en. Dec Vaterländische Frauenverern habe 30 LOO JJuaii erhalten. Weslplteußen und Pommern erhielten tlemece Betrage. Insgesamt wurden 470 000 Mart verteilt. Tie noch über- .geu °30000 Mark zuzüglich der noch erwarteten UjOOO -Mart sollten zur Ausgleichung Verwender werden, ^abei -sollte in erster Linie Westpreußen bedacht werden, wo lie Schaden sich als größer herausgestellt hatten al^ in

Nachdem noch beschlossen worden war, das

Komitee nicht aufzulöseu, da eventuell noch weitere Bei­träge abzmvarten seien, wurde die Sitzung geschlossen.

Ter Reichstag wird voraussichtlich erst n a ch dem 1. Dezember einberufen werden.

Ter ,^Lokalanz." will wissen, daß in der Vorlage über die Resor m des Bors enge setzes der Terminhan­del in Getreide- und Mühlenfabrikaten sowie Den Anteilen in Bergwerks- und Fabrikunter- nehmungen untersagt bleibt. Auch das Börsen- register werde beibehalten, jedoch würden alle Ge­schäfte mit Waren, die im eigenen Betrieb hergestellt sind, für rechtsgillig erklärt werden, auch wenn eine Eintragung ins Börsenregistec nicht stattgefunden habe. Im übrigen werde dem Bundesrate Vorbehalten, die Beringungen zu bestimmen, unter denen Geschäfte abgeschlossen werden müssen, wenn sie rechtsgiltig sein sollen. Außerdem fei eine Herabsetzung des Effekten- und Umsatz- stempels geplant. Jedoch sei diese Vorlage noch nicht sertiggestellt.

Unlängst ist ein Erlaß des Krie gsministers ergangen, nacgi dem zur besseren Ausbildung von Reserveofsizieraspiranten diese versuchsweise fünf Wochen auf einem Truppenübungsplätze vereinigt werden sollen, um hrer eure gcmeinsanie gründ­liche Ausbildung zu erhallen.

Mittweida, 17. Avv. Reichstagsersatzwahl Rüdiger (nall.) erhielt 10517, Stücklen (Soz.) 16040 Stimmen. Letzterer istgewählt. (Bei der Reia-stagswahl am 16. Juni wurde der iozialdemokratisä-e Kandidat Paul Göhre, der bekanntlich infolge der Vorgänge auf dem Tres- dener Partellag jein Mandat mabergelegt hat, mit 19 270 Stimmen gegen 11478 Stimmen, die aus den national- liberalen Kandidaten entfielen, gewählt^

Deutsches Deich.

Berlin, 17. iliov. Tas heute über das Befinden des Kaisers ausgeg^bene Bulletin lautet: Da der H e i l u n a s - P r o z e h der linken Stimmlchpe einen regel, mäßigen Verlauf nimmt, werden zunächst kerne weiteren Bulletins ausgegeben. Der Kar;er horte heute den Vortrag, des Chefs des Mrlrtär-Kabinetts.

Der Jagdbesucy des deutschen Kronprinzen beim Fürsten Pleß auf dessen Schloß Fürstenstein, der für morgen anaekündigt war, ist nach erner Depesche aus Breslau im letzten Augenblca telegraphisch ab- ae s aa t worden. , . o , r, . ,

- DemHann. Cour." werd aus Metz geschvieb^r: In militärischen Kreisen war uran bis zuletzt der daß während der Verhandlungen des Drlseprozesses die Oesfeutlichteit ausgeschlossen werden wurde. La soll aber vonoben herab", wre hier allgemem versichert wird, die breiteste Oe f f entlichkert b^ der Ver­handlung an geordnet worden sem, ohne Zweifel, um völlige Klarheit über die schweren Anschuldigungen gegen das Forbacher Offizierkorps zu sch-assen. Diesen Stand­punkt vertrat auch der Kommandant von Metz als Präses des Ehrengerichts für Stabsofs^ere, als er feine 3iu lafsung auch dann verlangte, als die Oefsentllchkert aus Gründen der Sittlichkeit und der Disziplin bei emzelnen Zeugenvernehmungen ausgeschlosseri wurde, und fie auch

kommissars Birchenough besagt, Deutschlands Wett- beweeb, wenn auch weniger ernst, als der amerikanische, )ei doch viel allgemeiner und mache sich fast bei jedem Artikel von Wichtigkeit bemerkbar. Er habe aber» in keinem recht feilen Fuß gefaßt, mit Ausnahme von Maschinen für Bergbau und elektrische Anlagen. Ter Wert oec deutjchen Einfuhr habe im Jahre 1902 1 789 352 Pfund Sterling betragen. Birchenough zollt dann dem deutschen Unternehmungssinn und dec deutschen Aus­dauer lebhafte Anerkennung und fordert die britischen Fabrikanten auf, auf die deutschen Methoden zu achten und sie nachzuahmen. Trotz der sich überall in Süd­afrika geltend machenden deutschen Rivalität sei letztere zurzeit doch kein sehr wichtiger Faktor im südafrikanisä-en Handel. Die deutsche Einfuhr bestehe hauptsächlich aus Artikeln für den allgemeinen Gebrauch und das ver­anlasse den übertriebeneil Eindcuck von der Ausdehnung dieser Einfuhr. ,

Paris, 17. Nov. Gestern wurde, anscheinend von Anarchisten, in die St. Josefen Kicche eine Bombe geworfen. Der Polizeipräfett verweigert über das Vorkommnis jegliche Auskunft.

Der Präsident des französischen Luftschifferverban. des Gcaf de la Vaux unternahm gestern seinen hundertsten Aufstieg.

Labori hat beim Präsidenten Loubet eine Audienz nachgesucht, um für seine Klienten, die Familie Humbert, eine Herabsetzung der gegen sie erkannten Strafen zu erwirken_________________ _

Aer Prozeß wegen Klnoesunterjchlevung gegen Oie Krüfiri Knute ekl.

XVI.

Berlin, 17. Nov.

Nach Eröffnung der Sitzung übecbraa)te _ Jugizrat Wron ter eine Auskunft des Oberpolizeimeisters von Warschau, in der amtlia) belunDCi lvi^b, vag der P.l Ici über Ezwel, die von 1888 vis 1898 dort gelebt hat, nichts nach­teiliges bekannt ist. Der Ger.aMhos behält sich Den Be- schilpst, ob dieses Schrifistiiü verlesen sei, bis nach Dec Uebeuiußmig Ducüj oen LoUne.i../ec voc.

wem Jujiior > ^etvin. ii'P.sm, Der Hedwig Anoruszewsta sr. einmal eibiiu> üecnummen hat, au-, g jagt hat, sie y.We Den ^liiDi'.iii au, ihn geniaa-t, daß ec jagte and glaube, sie fei im Kopse n idjit richtig,