Nr. 219
Erstes Blatt. 153. Jahrgang
Freitag 18. September 1903
Erscheint täglich
außer Sonntags. jEBy W l Vf4 v
W Glehener Anzeiger
“W General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen
Fkrnfprechanfcbluß Nr. 51.
BezngSpretSi monatlich 75M3U viertel* jährlich Mc. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pst; durch diePost Mk.2.— viertel- jährst ausjchst Bestellg. Annahme von Anzeigen für Oie LageSnummer bis vormMag» 10 Uhr. Zeilenpre«: total ILPf^
auSwärlS 20 Plg. Brraatwortitch Hh den poltt and allgrm, TeUi P. Wtttto: für »Stadl und tianO* und -GertchtSjaalE: August Götz; für den An- geigenteil: Han« Beck. MWWWWWWWU
Die landw. Wirtterschule zu Alsfeld beginnt ihren 32. Winterkursus Dienstag, den 3. November Fs., vormittags 11 Uhr.
Indem wir zum Besuche der Schule einladen, bemerken wir, daß die Schule das Ziel verfolgt, jungen Landwirten diejenigen Fachkenntnisse, welche heute zur rationellen Bewirtschaftung bäuerlicher Güter notwendig find, in zwei fünfmonatlichen Winterkursen zu vermitteln. Zur Erreichung dieses Zieles lehren an der Schule 3 Landwirtschaftslehrer und 4 Hilfslehrer. Die Schule ist mit einer reichen Lehrmittelsammlung zweckentsprechend ausgerüstet.
Ausgenommen werden junge Leute im Alter von 14 bis 20 Jahren, welche das Unterrichtsziel der Volksschule erreicht haben; in den oberen Kursus nur solche, welche schon den unteren Kursus mit Erfolg besucht haben, oder welche nachweisen, daß fie die Kenntniffe, welche der untere Kursus vermitteln soll, bereits besitzen. Aeltere Landwirte können als Hospitanten ausgenommen werden.
Die jungen Leute stehen während ihres Hierseins unter Aufsicht der Lehrer und müssen sich der Schulordnung unbedingt unterwerfen. Sie nehmen Wohnung in bürgerlichen Familien und können Wohnungen zu 30 bis 40 Mark per Monat von dem Vorsteher der Schule, Herrn Oekonomierat Leithiger, nachgewiesen werden. Das Schulgeld beträgt für das Wintersemester 25 Mk. — Für Söhne von Landwirten aus dem Kreise Alsfeld hat die Sparkafie Alsfeld das Schulgeld für 4 Freistellen zur Verfügung gestellt. Bewerber um diese Freistellen wollen diesbezügliche Gesuche bei der Anmeldung der Schüler durch den Schulvorfteher an den Auf- sichtsrat richten.
Anmeldungen sind an den Auffichtsrat oder an Herrn Oekonomierat Leithiger zu richten, welcher auch bereit ist, speziellere Anfragen zu beantworten.
Alsfeld, den 8. September 1903.
Der Auffichtsrat der landw. Winterschule Alsfeld:
Dr. Melior.
Kekannlmachung.
/Betr.: Die Rotlaufseuche in dem Gehöfte de§ Friedrich Schön LL zu Lollar.
Die wegen Ausbruchs deS Schwernerotlaufs über -t>aS Gehöft deS Friedrich Schön II zu Lollar verhängten Sperrmaßregeln werden aufgehoben.
Gießen, den 16. September 1908.
j Großhcrzoglicyes Kreisamt Gießen.
I. V.: Dr. Kranzbühler.
Wow sozialdemokratischen Karteitage iu Aresden.
IV.
Dresden, 17. Sept.
Ter sozialistische Parteitag verhandelte heute vormittag über dieparlamentarischeTätigkeitderPartei. Zahlreiche sozialpolitische Anträge wurden der Reichstags- sraktion zur Berücksichtigung überwiesen. Der Bericht wurde von Stadthagen erstattet. Zur Diskussion stehen dann noch etwa 20 Anträge. Stadthagen betont, daß es eine Ueberschätzung des Parlamentarismus sei, wenn so viele Anttäge über die parlamentarische Tätigkeit eingebracht werden. Die Hauptsache sei die Revolutionierung der Gedanken. Im übrigen werde die Fraktion im Reichstage hauptsächlich den Zoll und für das Koalitionsrecht, sowie für die Arbeiterschutzgesetzgebung eintteten. Er bitte, die überflüssigen Anträge abzulehuen. Keil-Stuttgart begründet einen Anttag, die Fraktion möge für eine Reichseisenbahngemeinschaft eintteten. Es folgt ein An-« trag, die Fraktion möge die Beseitigung des Maje- stätsbeleidigungsparagraphen fordern usw.
Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird abgelehnt. Katzen stein erklärt es für unerhört, daß man tue vorliegenden Anttäge, von denen einige noch gar nicht begründet seien, ohne weiteres abtun wolle.
Nach unendlich langen und langweiligen Erörterungen wurde der Reichstagsfraktion das Bertrauen ausgesprochen und beschlossen, den Amsterdamer intermationalen Kongreß von 1904 zahlreich zu beschicken.
Nachmittags begannen die Verhandlmrgen über dre Taktik. Es haben sich 55 Redner gemeldet.
Zunächst spricht Bebe l. Durch die Dahlen ist eine Verstärkung der Linken insofern eingetreten, als die Linke durch das Wachstum der Sozialdemottatie entschiedener wurde. Im übrigen ist aber doch die Rechte die Machthaberin. Charakteristisch dafür sind die Verständigungsver- suche zwischen protestantischen, Konservativen und t'atho- schem Zentrum und symptomatisch die Haltung des Kaisers zum Papst uiib Klerus. Sie zeigt seit Jahren, wohin die Fahrt geht: Rückwärts, rückwärts, Don Rodrigo! Wrr haben einen gewaltigen Stimmenzuwachs. Das verdanken wir der weitverbreiteten Empörung über die inneren Zuflände, dem Unwillen über den Zolltarif, den Blamagen unserer aus- wärti >en " olitik usw. Wo ein Nagel m der Welt ist, da wollen wie eilt Schild daran hängen und eine Kolonie , ründen. Dao lostet Geld. Herr v. Stengel kam ins Mml- iterium, niTt durch ihn das Zentrum sür die n c u e n Steuern zu gewinnen, und diese Steuern werden wieder den unteren Klassen auferlegt werden, weil unser Staat ut f(•,.'■. - üaat ist und sein muß. Wie sehr man diese
raucht, dafür habe ich heute ein merkwürdiges
.(l)/ i. Früye' zaylte der Staat seine Lieferanten, io rasch 1'ie wollten. Jetzt ist das schon nicht mehr der Fall. Die Lieferanten müssen warten. (Hört, hört!) Die Kassen sind eben leer und doch kommt sicher eine He eres-
vorlage und auch in der Marine scheint etwas vorzugehen, und das alles in einer Zeit, in der toir einer neuen wirtschaftlichen Krise entgegengehen. Daß man gegen uns ein Ausnahmegestz mache oder das Wahlrecht ändern werde, glaube ich nicht. Nun hat man gesagt, toir müssen unsere Taktik ändern. Gewiß müssen wir stets manches ändern, aber nicht in den Grundlagen. (Lebhafter Beifall.) Es wird nötig werden, daß die Partei den Führern die Taktik vorschreibt, und wer dann nicht pariert, der fliegt allerdürgs hinaus. (Stürmischer Beifall.) Nie waren wir uneiniger als jetzt. Ich habe das Vertuschen satt. (Lebhafter Beifall.) Bernsteins Ansehen hat gelitten, seit er aus London zurückkam (Sehr richtig), weil er das enfant terrible geworden ist. Schlimmeres konnte er .aber nicht machen, als die Vizepräsidentenfrage öffentlich aufzuwerfen und noch dazu in dem Moment, wo es galt, den Sieg auszunutzen, schärfer vorzugehen, und in dem Atoment, wo noch die Reden von Essen und Breslau wie Backpfeifen auf unserer Wange brannten. (Tosender Beifall.) Und wer nicht weiß, daß der Mann, der die Macht hat zu Wasser und zu Lande, wo er die Zeit für gekommen halten würde, diese Macht gegen uns marschieren zu lassen, es auch täte — wer das nicht weiß, soll lieber aufhören, Politik zu spielen. (Tosender Beifall.) Man .ist nicht mit der Parteisache im Kontakt, wenn man solche Vorschläge macht wie Bernstein. Welche Entrüstung herrscht darüber, besonders seit V o l l m a r eingriff. München ist das Capua der Sozialdemottatie. Man wandelt nicht ungestraft unter den Biertrügen. (Schallende Heiterkeit.) Selbst Parvus, die stolze radikale Säule, ist dort gebrochen. (Heiterkeit.) Ich würde mich vor mir selber fürchten,'wenn ich nach München. zöge. (Große Heiterkeit.) Mehr bedauere ich, daß Auer die Vizepräsidentenfrage sehr kühl beurteilte. Ich bin ein Feind der bürgerlichen Gesellschaft und bleibe es, fo fange ich lebe. (Großer Beifall.) dcun möge nur niemand glauben, daß Vollmar und ich auf unsere Popularität gegenseitig eifersüchtig seien. Woltte das einer behaupten, würde ich sagen wie einst Goethe: Stteitet nicht, wer größer sei, Schiller oder Goethe, seid froh, daß ihr uns beide habt, und die, welche Vollmar ursprünglich lobten, haben ihn dann gehöhnt. Je mehr Kanonen wir bewilligen würden, umsomehr würden Volksrechte bedroht. (Sehr richtig!) Der Revisionismus tft in Süddeutschland zu Hause. Das hat seinen Hauptgrund in der rückständigen ökonomischen Entwicklung Süddcutschfands, und doch toiU dieses dem fortgeschrittenen Norden eine neue Tattit vorschfreiben. Unsere inneren Differenzen kehren seit Jahren immer wieder. Unsere Revisionisten meinen, je weniger sie verlangen, desto mehr bekämen sie. Es ist aber umgekehrt. Mcht drängen, sagen sie, die Massen sind noch nicht reif. Mr wollen drängen; denn unsere ganze Tätigkeit geht ja darauf hinaus, das Leben der bürgerlichen Gesellschaft abzukürzen. Es ist aber das Streben nach Annäherung an die bürgerliche Gesellschaft, was unsere Revisionisten beseelt. (Sehr richtig!) Am ärgsten sind die, die immer vertuschen wollen, und sagen, es gäbe ja gar keine Differenzen ernsterer Natur. Der Revisionismus in unserer Partei hat zwar keinen Erfolg (Lebhafter Beifall), aber er schadet uns; denn er z!v i n g t u n s z u r U n e i n i g k e i t. (Sehr richtig!) Wer sind diese Revisionisten? Akademiter und Proletarier in gebotenerer wirtschaftlicher Lage. Ich weiß, daß in der Fraktion eine Stärkung des Revisionismus eingetreten ist, ich weiß, daß man in dieser den Versuch machen toirb, revisionistisch vorzugehen. Da muß also der Parteitag entscheiden, welche Taktik die deutsche Sozialdemokratie wünscht, und ich bitte Sie, die von mir eingebrachte Resolution mit überwiegender Majorität anzunehmen. (Stürmischer Beifall.)
Tie Resolution lautet:
Ter Parteitag fordert die Fraktion auf, ihren Anspruch geltend zu machen auf einen Vizepräsidenten und einen Schriftführer, aber es abzulehnen, höfische oder sonstige Verpflichtungen zu übernehmen, die nicht in der Reichsverfassung begründen sind. Der Parteitag verurteilt aus das Entschiedenste die revisionistischen Bestrebungen, unsere bisherige bewährte und sieggekrönte, auf den Klassenkampf beruhende Taktik in dem oinne zu ändern, daß an Stelle der Abänderung der politischen Macht durch Ueberwindung der Gegner eine Politik des Entgegenkommens an die bestehende Ordnung der Dinge tritt. Die Folge einer derartigen revisionistischen Taktik wäre, daß aus einer Partei, die auf die möglichst rasche Umwandlung der bestehenden bürgerlichen in die sozia- listische Gesellschaftsordnung hinarbette, eine Partei tritt, die sich mit der Reformierung der bürgerlichen Gesellschaft begnügt. Der Parteitag verurteilt ferner jedes Bestreben, die vorhandenen stets wachsenden Klassengegensätze zu vertuschen, um eine Anlehnung an bürgerliche Parteien zu erleichtern.
Ter Parteitag erwartet, daß die Fraktion die größere Macht, die sie durch die vermehrte Zahl ihrer Mitglieder, wie durch die gewaltige Zunahme der hinter ihr stehenden Wählermassen erlangt, entsprechend den Grundsätzen unseres Programms dazu benützt, die Interessen der, Arbeiterklassen, die Erweiterung und Sicherung der politischen Freiheit, und des gleichen Rechts für alle aufs Kraftvollste und Nachdrücklichste wahrzuneymen und den Kampf wider Militarismus und Marinismus, wider Kolonial- und Weltpolitik, wider Unrecht, Unterdrückung und Ausbeutung in jeglicher Gestalt noch energischer zu führen, als es rhr bisher möglich gewesen ist.
Bebel sprach drei Stunden, worauf dre Setzung vertagt wurde.
Aus der Debatte ifaer die Mitarbeit an der bürgerlichen Presse haben wir noch folgendes nachzw- tragen:
Ulrich (Offenbach): Es habe sich eine Unsitjte in der Partei eingebürgert, die gefährlich und korrumpierend toir f en müsse. Bedauerlich sei es ihm stets, wenn er sehe, wie junge Doktoren, dre niemand in der Partei kenne, plötzlich ein Reichstagsmandat erhalten. Das ist ein Beweis von mangelndem Selbstverttauen in Arbeiterkreisen. (Bebel: Sehr gut!) Es ist bedauerlich, daß man sich nicht zunächst erst einmal nach dem Charatter des Aufzustellenden erkundigt. Der Name allein tut es doch nicht. (Beifall.) Alte bewährte Genossen werden bei Seite gesetzt gegenüber ganz fraglichen Personen. (Lebhafter Beifall.) Bei der Vizepräsidentenftage werden wir uns ja no.ch genauer Darüber unterhalten, wie die Besetzung der höchsten Ehrenämter der Partei stattfindet. Daß Genossen an der bürgerlichen Presse arbeiten, läßt sich bei dem Wachsen der Partei nicht vermeiden, aber wir müssen uns wehren, daß diese Leute sich in die vordere Reihe stellen. Die Zweiseelentheorie ist nicht bei uns angängig. (Lebhafter Beifall.)
Dr. Michels-Marburg, der bekanntlich zurzeit der letzten Reichstagswahlen in Alsfeld als sozial dem. Kandidat auftrat, stellte sich als ehemaliger Zögling der Kriegsschule in Hannover vor, der noch vor einiger Zeit die Offizier-Uniform trug. Er meinte, daß das Miß- ttauen gegen die Akademiker doch nicht so ganz gerechtfertigt sei. Auch sollte man die Mitarbeit an bürgerlichen Blättern nicht ein- für allemal verbieten. Er habe als Zögling der Kriegsschule die Reden Bebels in der Kreuz- Zeitung und der Post gelesen urrd sei dadurch Sozialdemokrat geworden.
Knche «ni> Schule.
Professor Dr. Collin-Gießen wird am 24. und 31. Oktober, sowie am 7. November einen Cyklns akademischer Vorlesungen für Volksschullehrer und Lehrerinnen in Limburg halten. Gegenstand der Vorlesurrgen sind „Schiller und Goethe"'.
Braunschweig, 17. Sept. Der 32. Kongreß für innere Mission tagt hier vom 21. bis 24. September. Professor Dr. Mayer-Srraßburg wird über die Ausgaben der inneren Mission sprechen, die Pastoren Oehlker-Han- nover und Weidauer-Dresden über innere Mission in den Gemeinden.
Kolonialpost.
Tie „Nordd. Allg. Ztg." schreibt in einem Artikel über die Eisenbahn Süv a k o p - Windhoek il a.: In den jüngsten Tagen gingen durch eine Reihe Zeitungen Mitteilungen, welche die Befittchtung ausdruckten, daß bei der nach Vollendung der Bahn notwendig gewordenen Neu- Einrichtung des Bettiebes besonders bet der Revision der Tarife wenig Rücksichten auf den Verkehr als einer falschen, in den Wirkungen schädlichen Sparsamkeit Rechnung ge- tragen worden sei. Jedenfalls wttd zugegeben werden müssen, daß bei den bisherigen Betriebsergebnissen die Kolonialverwaltung und die Leitung der Eisenbahn die Verpflichtung hatten, eingehend zu prüfen, ob es nicht möglich sei, die Kosten des Betriebes in größerem Maße mit den Einnahmen in Einklang zu bringen, als es bisher der Fall war. Tast dabei eine Vereinfachung und Einschränkung des Betriebes nur insoweit angesttebt wurde, als die Bedürfnisse des Verkehrs es gestatten, ist ebenso selbstverständlia) wie die Tatsache, daß jede Herabsetzung der Zahl der Züge in beteiligten Kreisen eine gewisse Mißstimmung erregen muß, die um so begreiflicher ist, wenn gleichzettig eine teilweise Erhöhung der Tarife eintritt. Allein auch die letztere Maßnahme ist besonders bei den Personentarifen unbedingt notwendig. Die neuen Tarife sind immer noch niedriger als die der meisten andern aftikanischen Bahnen, was in dem Artikel zahlenmäßig nach gewiesen wird. ___________________ _______
Aus HtM und Kund.
Gießen, 18. Sept. 1903.
** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben der durch die evangelische Dekanatssynode des Dekanats Grünberg auf die Dauer von fünf Jahren vollzogenen Wahl des evangelischen Pfarrers Ferdinand Dörr zu Ober-Ofleiden zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Grünberg die Bestätigung etteilt.
•* Die hessische Handw erkskammer bemerkt, der „Frkf. Ztg»" zufolge, in ihrem soeben erschienenen Jahres- bericht, daß sie davon Abstand genommen habe, dies Jahr einen Bericht über die Lage des Handwerks zu veröffentlichen; als Veranlassung dazu wird angegeben, bei den mufangreichen und schwierigen Erhebungen, die hierzu erforderlich seien, erschiene es ratsam, etwa alle drei Jahre einen solchen Bericht erscheinen zu lassen, wenn der Bericht ein genaues und zuverlässiges Bild des Handwerks geben sollte.
** Ein nettes Stückchen, das während der Aus» stellung hier passiert sein soll, wird vielfach in der Stadt erzählt: Ein biederes Bäuerlein aus einem benachbarten Orte wußte am vergangenen Samstag, an dem dritten, so regnerischen und stürmischen Ausstellungstag, das Gute mit dem Nützlichen zu verbinden, und kaufte sich früh morgens in der Stadt einen nagelneuen Negenschirrn. Damit bewaffnet, wanderte er vergnügt nach der Ausstellung. Gerade als er mit der Besichtigung fertig war, fing es an zu regnen, was es konnte. Das Bäuerlein nahm seinen Hut und fleckte ihn unter den langen blauen Kittel, ebenso verfuhr es mit dem neuen Schirm. Auf die verwunderte Frage, ivesivegen er denn den Schirm nicht aufspanne, antwortete es: »Aich


