Ganrb ach, 16. Aug. Auf dvr Chaussee zwischen Ganr- oach und Griedel wurde an mehreren jungen Obst- 6 QsU ^Le n * r 0 n e f a ft g änzlich ab g eschnitten, irn.\. ä.war an solchen, die am schönsten und! um meisten vor- M chatten, srnd. Es mnß dies in der Sonntags n acht ae- schehen fern. Auch am vorigen Montag konnte man lt. "Butzb. Zhg." sehen, daß Obstbäumchen abgekuickt bezw durchschnitten waren, was auch im vorigen Jahre wrederholt geschehen ist. Es wäre'nur zu wünschendem rohen Frevler auf die Spur zu kommen, um ihm sein ae- meines Handwerk zu legen und ihm den verdienten Lohn zu geben.
Ostheim, 17. Ang. Die Beteiligung an beringe st ri- He n land w. Demonstration hier war sehr stark. Nach dem Besuch des Versuchsfeldes fand noch eine Versammlung in der Gastwirtschaft zur Eisenbahn statt, in welcher Dr. von Peter einen sebr interessanten Vortrag hielt. Es ist erfreulich daß. solche demonstrative Vorträge bei unseren Landwirten immer größerem Interesse begegnen (Brchb. Ztg.) ’
3- Schlitz, 16. Aug. Seit längerer Zeit litt der hiesige Schuhmacher Jakob Heil an Verfolgungswahnsinn. Er hatte schon mehrfach Selbstmordversuche gemacht, die aber alsbald bemerkt und in ihrem Erfolge vereitelt' wurden. Heil fürchtete, jeden Augenblick verhaftet zu werden, wegen Meineids. Ob! er tatsächlich in einer acht Jahre zurückliegenden Gerichtsverhandlung einen bewußten Meineid geschworen oder sich nur krankhaft eingebildet hat, daß Meineidsverdacht auf ihm ruhe, ist ungewiß. Mitten in der Nacht vom 9. auf den 10. August lief er, nur mit einem Hemd bekleidet, vom Hause fort und blieb seitdem verschwunden. Erst heute fand man seine L e i ch e in der Schlitz.
k. Erbenhausen, 17. Aug. Tie kürzlich hier erbaute Maschinenhalle brach dieser Tage zusammen. Leicht hätte dabei ein größeres Unglück entstehen können, denn während eines kurz vorher niedergegangenen Regenwetters hielten sich einige Personen in ihr auf. Die neu angeschaffte Dreschmaschine stand zu allem Glück auch nicht in der Halle, sodaß'ein größerer Schaden nicht entstanden ist.
Schwa den rod, 16. Aug. Dem Kaiser'schen Ehepaar zu Greifenhain, das dieser Tage das Fest der goldenen Hochzeit beging, wurde von S. K. H. dem Großherzog dessen Portrait sowie em huldvolles Begleitschreiben übersandt. (Schott. Kreisbl.")
Offenbach, 17. Aug. An der Stelle der Groß- Krotzenburger Römerbrücke sind durch Strombaumeister Krolikowski ein weiterer fester Pfeiler und mehrere Pfähle nachgewiesen worden. Im Mainbette wurde ein schönes altes Ruder gesunden, das jedenfalls in den Besitz des Hanauer Geschichtsvereins übergehen wird. (Off. Ztg.)
Mainz, 17. Aug. Ertrunken ist am Freitag am Brückenbau auf der Ingelheimer Aue ein fremder Arbeiter, der auf der Brücke mit Abladen von Stammholz beschäftigt war. Als ein Stück ins Rollen kam, sprang er bei Seite, tat einen Fehltritt und stürzte in den Rhein. (M. Tgbl.)
Bingen, 16. Aug. Tas 61jährige Fräulein K. Sander hier hatte gestern nach Besorgungen im Keller die Falltür offen stehen lassen. Bei einem späteren Gange dachte sie nicht mehr daran, stürzte in den Keller und erlitt dabei schwere Schädelverletzungen, daß sie nach einigen Stunden starb. — Ein schwerer Unglückssall ereignete sich auf der Eisenbahnstelle in Münster; eine dortige Schulklasse kehrte mit der Bahn von einem Ausfluge zurück. Zwei Knaben stiegen auf der verkehrten Seite aus, der 11jährige Sohn des Metzgers Frickhofen aus Sarmsheim kam unter die Maschine eines von der entgegengesetzten Seite einlaufenden Personenzuges, und als man den Aermsten unter der Maschine hervorzog, ergab sich, daß ihm der rechte Unterarm, sowie die linke Hand abgefahren waren. Er kam ins Hospital Bingen. (M. Tgbl.)
Frankfurt, 17. Aug. Das etwa 12jähr. Töchterchen Emilie des Spezereihändlers Weick, Thiergartenstraße 76, besuchte gestern vormittag im Hause Thiergartenstraße 86 eine Freundin. Das Mädchen rutschte dort das Treppengeländer hinunter — das bekannte gefährliche Kinderspiel — bekam das Uebergewicht und stürzte auf die Steine des Hausflurs. Eine starke Gehirnerschütternng und ein Bluterguß in das Gehirn war die nächste Folge, bald darauf trat der Tod des hoffnungsvollen Kindes ein.
(Kl. Pr.)
w. Wetzlar, 17. Aug. Der für Niedergirmes-Wetzlar vorgesehene Kirchenneubau ist nun beschlossene Sache. Cs ist nicht allein die Platzfrage entschieden, sondern auch schon der Vertrag mit dem bauleitenden Architekten zum Abschluß gekommen. Architekt Hofmann in Herborn verlangt nach persönlicher Besprechung mit dem Bürgermeister für seine Bemühungen eine Vergütung von 5 pEt. der Anschlagssumme. Die Stadtverordneten haben einstimmig beschlossen, Herrn Hofmann mit dem Entwürfe und der Leitung des Neubaues zu betrauen.
^5-
21. Deutscher Weinbaukongreß.
Mainz, 17. August.
au Beginn der gestrigen Sitzung referierte Professor Mi Wagner-Ettetbruch (Luxemburg) über „Dre ^unaung der Reben". Der Redner beschafttgt sich schon seit Jahren mit dieser für den Wrnzerstand hochw'ch- !men Srnnc In Winzertreisen Herrichten hierüber, so führte er^naw der Jrkf. Ztg." aus, die absonderlichsten Meinungen. Ter Wirtschaftsdünger fehle in den Weinbergsgegenden in» olge der gkringen Landwirtschaft vollständig; auch der rransvort spiele eine Rolle. Ter Kunstdünger ube auf dre Qualität des Weines, wie das vielfach angenommen werde, einerlei Einfluß aus. Welcher Kunstdünger dem Wmzer u emv ehlen sei, das komme auf die Bodenbeschafsenheit Sit Der Redner empfahl Volldüngung mit künstlichem tS;' r Das wurde auch in der Diskussion von verschiedenen Rednern Unterstützt; ohne Kunstdünger sei in der heutigen aSt tiicftt mehr auszukommen. — Danach referierte Dr. Krömer Assistent der kgl. Lehranstalt in Geisenheim, ^r das Wurzelleben der Reben.
Dr Gustav Lüftner, Dirigent der pflanzenpatholo- aiscben 'Versuchsstation der Lehranstalt in Geisenheim, hielt kum Schlüsse der zweiten Sitzung einen Vortrag über die Eueren Erfahrungen bei Bekämpfung der Reronospora und des OidiumsE Mit verschie- denen Mitteln sei man gegen diese schädlich^ Pilze vorge- na en mit Verbrennen oder Bespritzen der Blatter. Zuletzt nabe Man mit Erfolg Kupfervitriol angewendet was nur mn Nachteil gehabt habe, daß die Rebstöcke stark beschavigt u-nrden, da^ vermied man später durch Zusatz von Kalk, wit dem Bespritzen allein sei es nicht getan, es komme darauf an, wann gespritzt werde. Es müsse nur vor der
Blüte und dann Mitte Juli die Bespritzung vorgenommen werden. Als «Bespritzungsmittel komme noch Kupfer-Soda- Brühe in Frage. Die Präparate des Handels taugten nichts, der Weinbergbesitzer «müsse sich das Rüttel selbst zubereiten. Für das Oi'dium, das ein Sommerpilz sei (im Winter trete es nur selten auf), sei die beste Bekämpfung Schwefel. Er wirke auch günstig auf die Entwicklung des Stockes. Ein einheitliches Bekänipfungsmittel für Peronospora und Oidium gebe es nicht, es empfehle sich getrennte Bekämpfungsart. — Prof. Dr. Ku lisch-Kolmar empfahl die Kupfer-Soda-Brühe als das beste Mittel und forderte hauptsächlich, das rechtzeitige Bespritzen. Warnen müsse er vor der Verwendung des übermangansauren Kali. Redner warnte davor, den Winzern zu viel Mittel zu nennen. Das führe zur Verwirrung.
Am Nachmittag wurde mit den beiden Dampfern der Köln-Düsseldorfer Gesellschaft „Rheingold" und „Overstolz" eine Rheinfahrt bis Kaub unternommen.
Zu Beginn der Montagssitzung verlas der Vorsitzende ein Danktelegramm des Kaisers. Dr. Kittel- Würzburg referierte über die Maßnahmen zur Beförderung frostempfindlicher Güter, namentlich Weine, auf den deutschen Eisenbahnen während der Wintermonate. In Bayern feien mit den geheizten Wagen gute Erfahrungen gemacht worden. Der Redner sprach den Wunsch aus, daß die Eisenbahnen den Wein als Eilgut ohne erhöhten Frachtsatz befördern und auf den größeren Verkehrsrouten isolierte und geheizte Wagen allgemein einführen.
Auf Antrag des Geheimen Kommerzienrats Michel- Mainz wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Der 21. deutsche Weinbaukongreß richtet an den Ausschuß der Verkehrsinteressenten das Ersuchen, bei der ständigen Tarifkommission der Eisenbahnen Deutschlands zu beantragen, daß Weine in den vier Monaten November bis Februar in das Verzeichnis des Spezialtariss für bestimmte Eilgüter auszunehmen seien.
Prof. Dr. Kulis ch-Kolmar berichtet über die neueren Erfahrungen auf dem Gebiete der Weinbehandlung und Kellerwirtschast. Ter Referent empfahl dringend, daß die Winzer bei reinen Weinen die Trauben sofort keltern und nicht erst angären lassen, weil der Wein sonst braun und ungesund werde. Ferner empfahl er mäßige Einbrennung mir Schwefel und zur besseren Gärung Verwendung von Reinhese, die schon bei der Lesung der Trauben beizumischen sei. Am Schlüsse der Sitzung sprach Heinrich Koch-Mainz über die modernen Anforderungen an die Qualität des Weines.
Ter Firma Kupfer berg wurde für die gestrige Veranstaltung der Rheinfahrt von dem Vorsitzenden Geh. Kommerzienrat Wegeler der Dank ausgesprochen. Der nächste Kongreß findet im Jahre 1905 in Neustadt a. H. statt.
Vermischtes.
• Die Münchener „Jugend" in Ungarn. In Ungarn ist ein neuer Sturrn ausgebrochen, man ist dort über die Münchener „Jugend" so aus dem Häuschen geraten, daß es sogar zu einer öffentlichen Verbrennung der mißliebigen letzten Nummer dieses Blattes kam. In dieser ist eine von einem „deutsch-österreichischen Staatsmanns" eingesandte „Familiennachricht" enthalten, die folgendermaßen lautet: „Liebe Jugend! Allen Freunden und Bekannten zur gefälligen Kenntnisnahme, daß ich demnächst meinem kostspieligen Verhältnisse mit der frechen ungarischen Person ein Ende zu machen gedenke". Dieser „Familiennachricht" ist eine Zeichnung beigefügt, welche die Szene darstellt, wie der deutsch-österreichische Staatsbürger die Scheidung von der Hungaria mit Hilfe eines Fußtrittes vollzieht. Infolgedessen wurde in Budapest eine Agitation gegen das Blatt eingeleitet, die vorgestern abend damit ihren Anfang nahm, daß einige junge Literaten und Künstler im Cafe New-Port das Blatt unter kolossalem Halloh einiger hundert Zuschauer feierlich verbrannten. Dann richtete die ungarische Export- und Packet- aktiengesellschaft, die auf den ungarischen Staatsbahnen mit dem Vertriebe der Zeitungen betraut ist, an die Redaktion der „Jugend" ein Schreiben, das in'sämtlichen Budapester Abendblättern veröffentlicht wurde. Dann wurde die Redaktion der „Jugend" verständigt, daß die Gesellschaft den Vertrieb der „Jugend" auf sämtlichen Bahnhöfen der ungarischen Staatsbahnen eingestellt hat. Die Einstellung erfolgte unter ausdrücklicher Berufung auf die erwähnte Illustration. Zugleich verfügte die Gesellschaft, daß alle noch auf den Bahnhöfen vorhandenen Exemplaren dieser Nummer der „Jugend" eingezogen worden. Die Blätter melden, daß die Innung der Cafetiers demnächst zu einer Sitzung zusammentreten und an ihre Mitglieder die Aufforderung richten wird, die „Jugend" aus ihren Lokalen zu verbannen. Einzelne Vereine sind mit dem Beispiele vorausgegangen und haben die „Jugend" von ihren Lesetischen entfernt.
*BelgischerDurst. Bei der Eröffnung der Session int Provinzialrat vom Henn eg au hiett der Gouverneur Baron du Sart de Bouland eine Rede, die eine Reche von ganz erstaunlichen Tatsachen enthüllte: Der Belgier charakterisierte sich durch einen unglaublichen und andauernden Durst. Er ttinke am Morgen, um sich Mut z,a machen; zu Mittag, um seinen Appettt zu steigern; wenn er vom Tisch aussteht, um die Verdauung zu erleichtern; nach der Arbeit, um neue Kräfte zu sammeln, und am Abend, um besser zu schlafen. Er trinke am Samstag, weil dies der Zahltag ist, am Sonntag, weil es der Tag des Herrn ist, und natürlich trinke er auch am „blauen Montag". Er trinke, wenn es heiß ist, aber auch, wenn es kalt ist; er trinke, um sich über die Ratschläge seines Arztes oder die Vorstellungen' seiner Frau lustig zu machen; er trinke bei den Taufen, bei den Hochzeiten und bet den Begräbnissen; seine Fähigkeit, Getränke zu verttlgen, sei fast wunderbar. Von allen belgischen Provinzen soll es im Hennegau am schlimmsten sein. Bei einer Bevölkerung von 1143 000 Einwohnern zahle diese Provinz 48 669 Kneipen, d. h. im Durchschnitt 4.5 auf 100 Einwohner. Die Gemeinde, die den Rekord hiett, sei Sivry im Arrondissement Thuin; sehe man hier von den Frauen und Kindern ab, so habe Sivry ein Restaurant für fünf Einwohner. Ein Hauptgrund für dieses liebet sei die hohe Zahl der Kir- messe, der Taubenschießen, der Armbrustschießen und der anderen Schützenseste, der Bälle und der Hahnenkämpfe, die alle Anlaß zu Trinkgelagen gaben. Nachdem der Redner noch festgestellt hatte, daß bye Ortsbehörden in ihrem Kampfe gegen den Alkohol Fiasko gemacht hätten, schlug er folgende Mittel vor: in zunehmendem Maße die. Zahl der Kneipen zu beschränken, den Alkohol mit beträchtlichen Abgaben zu belegen, die Reglements zu verschärfen und streng durchzusühren, den Ban. von billigen Häusern zu fördern, die Ortsbehörden zu Abweyrmaßregeln anzuyatten
und auf den öffentlichen Geist kräftig einzuwrrken. Schwer allerdings wird der Kampf sein gegen so tüchtigen Durst.
Landwirtschaft.
Fe st gäbe für den 21. Weinbau ko ngreß. Den Teilnehmern am Kongresse wurde von dem Verband Rheinhessischer Weinhändler eine hübsche Festgabe in Gestalt eines soeben erschienenen Merkchens dargeboten, welches sich „Grüße aus Rheinhessen" betitelt und in einer anschaulichen, lebendigen Darstellung aus der Feder des Herrn Karl Heinrich Koch das rheinhessische Weinbaugebiet, seine Geschichte und seine Bedeutung, be- handelt. Wir erfahren daraus, daß vielleicht schon zur Zeil der rönüschen Herrschaft der Weinbau im jetzigen Rheinhessen bekannt war, daß aber der erste urkundliche Nachweis aus dem Jahre 753 vom 18. Januar stammt, an welchem Tage das Kloster Fulda einen Weinberg in dem bei Mainz gelegenen Bretzenheim (Pritta- norum yilla) kaufte. Diese und andere Urkunden beweisen, daß schon früher der Weinbau in fraglicher Gegend in hoher Blüte ge- standen haben muß und daß daher die Legende, wonach Karl der Große den Weinbau an den Rhein gebracht habe, jedenfalls unrichtig ist, ivenngleich diesein großen Kaiser sicher hohe Verdienste an der Verbesserung und Ausbreitung des Weinbaues zutommen. Nach dem geschichtlichen Rückblick und einigen allgemeinen Betrachtungen werden die einzeliien Bezirke des rhciiihessischen Wem- gebietes, ihr Unifang, Eharatter und ihre Leistungen eiirgehend und anziehend in einzelnen Abschnitten besprochen: die Gegend von Worms bis Ludivigshöhe, Oppenheim und Tienheini, Nierstein, Nackenheim, Bodenheim, Laubenheim, Mainz, das Ingelheimer Gebiet, die Bingener Gegend und das Innere der Provinz. Aus dem in die Darstellung eingeflochtenen Material sei u. a. erwähnt, daß die ganze Provinz — ein Unikum im deutschen Produktlonsgebiet — ein einziges großes Weinland bildet, vori dessen 137 343 Hektaren Gesamtfläche nicht weniger als 13 931 Hektaren mit Reben bepflanzt sind, daß die Weinbaufläche mehr als den zehnten Teil der Gesamtweinbaufläche Deutschlands ausmacht und daß der durchschnittliche Ertrag etwa 280 000 Hektoliter Wein beträgt, während bei voller Ernte wohl 700 000 Hektoliter eingeheimst werden können. An die Darstellung schließt sich eine Aufzählung sämtlicher Wein- baugemeinden Rheinhessens nut Angabe der Rebftäche jeder einzelnen Gemarkung auf Grund der Ergebnisse der Landesstatistik für das Jahr 1902. Endlich ist dem Büchlein eme vorzügliche Karte von Rheinhessen (1:100 000) beigeheftet, in welcher die Weinbaugebiete nut grüner Farbe hervorgehoben sind. Die vornehme Ausstattung elitspricht dem Inhalt und so zweifeln wir nicht, daß das Werkchen nicht mir den Kongreßteilnehmern eine willkommene Festgabe sein, sondern daß es auch dazu beitragen wird, die Kenntnis über das gesegnete Weinland Rheinhessen und die Wertschätzung seiner Weine in immer weiteren Kreisen zu verbreiten und zu befestigen.
? V o n d e r L a h n, 16. Aug. Die Kornernte ist in diesen Tagen auch hier • beendet worden. Wie der erste Drusch zeigt, liefert sie an Korn und an Stroh mehr als niittelmäßigen Ertrag. Auf ein Hektar wurden durchschnittlich geerntet 4000 Kilo Stroh und 1800 Kilo Körner, das ist auf einen nassauischen Morgen 20 Zentner Stroh und 9 Zentner Körner. Auch der Weizen wird an Stroh und Körnern eine befriedigende Ernte geben. Der Hafer aber ist meistens kurz geblieben, hat mitunter nur 30—50 Zentimeter Höhe, liefert aber voraussichtlich einen guten Körnerertrag.
Auszug aus ven Kircheubucheru der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Getraute. Matthäusgemeinde. Den 8. Aug. Karl Wilke, Schlosser zu Gießen und Susanna Geller, Tochter des Landwirts August Geller zu Königsberg. Den 9. August. Heinrich Theodor Karl Ludwig Mühlig, Wagnermeister zu Gießen und Wilhelmine Emma Dorothea Kirchner, Tochter des verstorbenen Gastwirts Peter Kirchner zu Gießen. Denselben. Adolf Christian Jakob Emil Müller, Kanzleibeamter zu Kasfel und Marie Kirchner. Tochter des verstorb. Gastwirts Peter Kirchner zu Gießen.
Getaufte. Diatthäusgemeinde. Den 7. August. Dem Expedient und Buchhalter Heinrich Sonntag eine Tochter Marie, geb. den 24. Dezember. Den 9. August. Dem Schlosser Wilhelm Noll eine Tochter Marie Emma, geb. den 18. Juli. Den 12. Aug. Dem praktischen Arzt Dr. Karl Ploch eine Tochter Hermine Bertha Ilse, geb. den 26. Juni. Markusgemeinde. Den 9. August. Dem Spengler Hermann Klotz ein^Sohn Adolf Hermann ^arl, geb. den 26. Mai. Denselben. Dem Spediteur Wilhelm Lynker eine Tochter Helene Elisabeth Mathilde Luise, geb. den 9. August. Lukasgem einde. Den 2. August. Dem Bauaufseher-Aspirant Wilhelm Fiedler ein Sohn Otto Wilhelm, geb. den 29. Juni. Denselben. Dem Wirt Paul Frenzel eine Tochter Karola Henriette Hedwig Frieda Minna, geb. den 21. Juni. Den 3. August. Dem Universitäts-Professor Dietrich Behrens ein Sohn Hans Onimo, geb. den 29. Juni. Ten 4. Aug. Dem Taglöhner Friedrich Jeschke ein Sohn Philipp, geb. den 17. Mai. Johannesgemeinde. Den 2. Aug. Dem Oberlehrer Otto Urstadt eine Tochter Karoline Henriette Luise Emilie Franziska, geb. den 28. Juni. Ät i l i t ärgern e i n d e. Den 2. August. Dem Sergeant Heinrich Schmidt ein Sohn Karl Hermann Johann Willy, geb. den 28. Juni. Denselben. Dem Hauptmann v. Bursztini ein Sohn Alfred Felix Georg, geb. den 14. Juni.
Beerdigte. Markusgemeinde. Den 9. Aug. August Senst, Garnisonsverwaltungs-Jnspektor i. P., verheiratet, 69 Jähre alt, starb den 7. August. Den 13. Aug. Heinrich Klotz, Gemüsehändler, verheiratet, 58 Jahre alt, starb den 10. August.
Mchrntlichk Wajichtder MksMr in drr Stadt Kießkii.
32. Woche. Vom 2.-8. August 1903. (Einwohnerzahl: angenommen zu 26 900 (inkl. 1600 Mann Militär^ Sterblichkeitsziffer: 25,12,
nach Abzug von 6 Ortsfremden: 13,53 D/Co.
Kinder
Es starben an: Zusammen: Erwachsene:
im vom
1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr Scharlach 1 — — 1
Darmkatarrh 3 —
2 1
Tuberkulose der Lungen 2 2
Schlagfluß 1 1
— —
Gehirnkrankheiten 3 (3) 3 (3)
Lungenentzündung 1 (1) 1 (1)
- —
— —
Blinddarmentzündung 1(1) —
nach Kopfverletzung 1 (1)_______—_______
1(1)
1 (1)
Summa: 13 (6) 7 (4) 2 4 (2)
Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke koinnren.
Wer einmal die „Patent-Myrrholin-Seife" im Gebrauch gehabt und deren wohltätige, unübertroffene Wirkung auf die Häut kennen gelernt hat, der wird sich niemals mit einer anderen Seile waschen und sich nicht den schlimnien Folgen aussetzeii, welche durch Waschen der Haut mit schlechter Seife entstehen können. Es ist deshalb
Vorsicht beim Gebrauch von Seite dringend geboten. Ueberall, auch in den "Apotheken erhältlich, woselbst auch Prospekte über die hochinteressanten Aiyrrholin-Bilder zu haben sind. 242
■■ nmTi»-!.-. TUttringiscneg----
Technikum Ilmenau Ingenieure, -Techniker
' _ und. -Werkmeister. —
Geschäfts - Empfehlungen
uejed billigst Vrühl'sche Univeri'itätz Druckerei, Gietzen.


