Nr. 166
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Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Vesfischen Landwirt die Siebener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck «. Verlag der Brüh Üichen Unioers^Buch- «.Stein- druckeret Metsch Lrbens
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Kernsprechanschluß Nr. 5L
Erstes Matt
153. Jahrgang
Samstag 18.JuliiS03
Be^ngSpreiSr
rnonatlich
Sietzener Anzeiger
** General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen
monatlich 75Ps^ viertel- jährlich WIL 2L0; durch Abhole- u. Zweigstellen rnonatlich 65 Pf.; durch diePost ML 2.—viertel-
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Teil! P. ötttto: für »Stadt und Banb4 und .GerichtSsaalE; August .GStz; für den Anzeigenteil: Han» Beck.
zrarmstädter Krief.
SR. B. Darmstadt, 17. JE.
Nur noch werriae Tage trennen «ns von her heißesten Zeit des Jahres, oen sogenannten Hundstagen oder der „Opora" der alten Griechen und damit hat denn auch naturgemäß jetzt die hohe Politik ihren kurz genug bemessenen Sommerurlaub angetreten. Die ^heißesten Dag^, bildliche genommen, haben wir glücklicherweise schon langst hinter uns, denn heißer, als um die Zeit der jüngsten Reich s tagsw ahl kann es Wohl selbst unter den tropischen Strahlen der Augustsonne bei uns nicht Angehen. Schon. Hippokrates SericHet, daß in dieser Zeit der Opora im schönen Hellas Gallenerkrankungen an der Tagesordnung waren; hätte er unsere verflossenen Juni- tage miterlebt, er würde sich überzeugt haben, daß wir uns auch darin die wackeren Griechen zum Vorbild nehmen — auch bei uns ist so manchem nach der Reichstagswahl gründlich die Galle übergelausen.
Die Vertreter der Diittelstandspolitik in Hessen haben jedenfalls Veranlassung, mit dem Verlauf der heißen Junitage zufrieden zu sein. Die letzteren haben zwar bei der HauMvahl keinen Zweifel darüber gelassen, daß auch bei uns, wie fast überall im Reiche, die sozialistische Strömung weiteren Boden gewann, aber sie Hecken doch auf der anderen Seite auch den vollsten Beweis dafür erbracht, daß eine kräftige Aufrüttelung Michels zu der wünschenswerten entschlossenen Haltung des Bürgers führt. Es ist ein wahrer Ruhmestitel für unser Hessenland/ daß nicht nur die vier alter: liberalen Mandate siegreich behauptet, sondern sogar noch drei neue dazu gewonnen wurden. Die Tatsache, daß die 6 nationalliberalen Hessen jetzt ein Achtel der nationalliberalen Gesamtpartei bilden, wahrend die Landesangehörigen kaum ein Fünfzigstel der Gesamtbevöb- kerung ausmachen, wird weit über unsere rot-weißen Grenzpfähle hinaus bemerkt werden.
Also in der Politik herrschr jetzt Ruhe, auch in der inneren Landespolitik. Staatsminister Dr. Rothe nstd Finanzminifter Dr. Gnauth haben, wie das Gros der Beamten überhaupt, ihren Sommerurlaub angetreten, die Konferenzzimmer und Schreckstuben der Ministerien füllt Totenstille. Die Geheimräte dep Regierung sind nicht von Darmstadt weggegangen, ohne vorher noch mit ihren Aktenstößen tabula rasa zu machen. Sie haben noch kurz vor der Abreise mit mancherlei Gesetzentwürfen anfgeivartet, die hoffentlich recht vielen der Herren Volksvertreter in der Ferienmuße Gelegenheit zu eifrigem Studiun: bieten werden. Vor allem die Vorlage über die Regelung der D i e n st - Verhältnisse der Staatsbeamten. Der Entwurf bezweckt vor allem, die vielfachen, zurzeit bei uns bestehenden Bestimmungen über diese Dienstverhältnisse, die aus den verschiedensten Zeitabschnitten des vorigen Jahrhunderts stammen, zu einem einheitlichen Ganzen zusammew- zufassen und „dem erhaltenswerten Inhalt des (Änktes von 1820 eine neue gesetzliche Form zu geben." Aus diesem Edrkt stammt z. B. noch die Bestimmung, daß jeder Staatsbeamter (außer dem Richter) jederzeit ohne ein weiteres Verfahren in den Ruhestand versetzt werden kann. Daß eine solche Vorschrift nicht dem Ansehen des Beamtenstandes entspricht, liegt auf der Hand und deshalb war auch schon im Jahre 1880 ein Gesetz über die Disziplinarverhältnisse der nicht richterlichen Beamten geschaffen worden, in welchem der Verwaltungsgerichtshof als «Disziplinargericht bestimmt wurde. Im Interesse „vermehrter Garantien für eine erschöpfende Würdigung und Beurteilung der wichtigeren Dis- ziplinar-Straffachen" schlägt nun der neue Entwurf vor, sür die schwersten Fälle, also in denen, wobei es sich um Dienstentlassung handelt, eine Berufsinstanz einzu- führen. Diese letztere soll in Zukunft der Verwaltung^ gerichtshof bilden, während für jede der drei Provinzen eine Disziplin arkammier mit neun Rich^ tern geschaffen werden soll. Durch diese Einrichtung einer Berufsinstanz wird sür die hessischen Beamten dasselbe Rechtsmittel geschaffen, ttrie es auch die Reichsbeamten besitzen. Der Gesetzentwurf, der wieder von der loyalen und lckeralen Gesinnung der leitenden Kreise unserer Re* gierung Zeugnis ablegt, wird von der hessischen Beamtenschaft mit Freude begrüßt. '
Volitifche Tagesschau.
DaS sparende Deutschland.
Sehr bemerkenswerte Ausschlüsse gckt das kaiserliche Statistische Amt in dem diesjährigen Statistischen Jahrbuch über die Spareinlagen der Bevölkerung und das Vermögen der Sparkassen. Diese lehrreiche Statistik erscheint zum erstenmale seit Herausgabe des' Statistischen Jahrbuchs, ermangelt aber durch Verschulden des" Herzogtums Braunschweig der Vollständigkeit; Braunschweig konnte die statistischen Daten nicht liefern.
Abgesehen also von Braunschweig zählte man in Deutschland am Schluß des Jahres 1900 14 863 956 Sparkassenbücher mit einer Gesamtsumme der Spareinlagen (Guthaben der Einleger) von 8 838583 000 ML, also fast 9 Milliarden! Tas Aktivvermögen der Sparkassen (ohne Reservefonds) belief sich bis zum genannten Zeitraum ebenfalls aus nahe 9 Milliarden, genau auf 8 919 837 000 ML, der Reservefonds auf 537144 000 Mk. Unter Aktivvermögen der Sparkassen ist sowohl das eigene Vermögen derselben (insbesondere Grundstücke und Inventar), als auch das werbende Vermögen, b. h. die Anlagen (ausgeliehene Kapitalien), welche den Gegenwert der Einlagen bilden, und der Zinsertrag der Anlagen bis 31. Dezencker 1900, ferner der Betrag der Wertpapiere und der Barbestand zu verstehen. Für die preußischen Kassen kommt noch der Spar- u:ck Re- jervesonds im Betrage von 8122 399 Mk. hinzu. Also dem Guthaben der Einleger von 8 838 583 000 Mk. steht als
Gegenwert das Vermögen der Sparkassen einschließlich Reservefonds von 94651&899 ML gegenüber.
Die Statistik Wer däe Siparkchsen hat fich bei ihrem diesmaligen ersten Besuche mrt den absoluten Zahlen Über die Sparlust und Fähigkeit der einzelnen Bundes stauten begnügp; die relativen Zahlen würden unseres Erachtens einen nicht uninteressanten kleinen Ausschnitt des sozialen Lebens gewähren und nachzuweisen vermögen, wo und unter welchen Bedinmmgen sich der Sparsinn am fruchtbarsten en tändelt Mit einiger Sicherheit laßt sich dies indes schon aus den absoluten Zahlen entnehmen: die reich entwickelten Industrie- und Handelszentten zeigen auch den lebhaftesten Sparfrnn.
Dem größten Bundesstaat Preußen mit 5 745 795 000 Mark Spareinlagen folgt nicht der zweitgrößte Bundesstaat Bayern, der erst an vierte Stelle tritt, sondern Sachsen mit 925 295 000 Mk.; dann Baden mit 419 841000 Mk., Bayern mit 319 742 000 ML, Württemberg mit 239 592 000 Mark und Hessen mit 203 25 7 000 Mk. Die absolute Zahl en kurve fällt dann jäh herab aus die siebente Stelle, welche Hamburg mit 178 790 000 Mk. darbietet, aber in relativer Betrachtung weit hinauf rücken müßte; dann folgt Elsaß-Lothringen mck 117 757 000'Mk., Bremen (94 003 000 Mark), Lippe (79 634 000), Reuß j. L. (79 230 000 Mk.), S- Weimar (55 095 000 ML), Anhalt (55 035 000 ML), Mecklenburg-Schwerin (50 339 000 ML), S.-Meiningen (49 356 000 Mattk), S.-Coburg-Gotha (45 711000 ML), S.-Altenburg (40 362000 ML), Oldenburg (30377 000 ML), Waldeck (ML 22515 000), Schaumburg-Lippe (18 055 000 ML), Lübeck (16 889 000 ML), Schwarzburg-Rudolstadt (16 243 000 ML), Reuß ä L. (15 863 000 ML). Mecklenburg-Strelitz (13 677 000 ML) und Schwarzburg^Sondershausen mit 6 329 000 ML
An Ueberweisungen für kommunale und andere Zwecke verausgabten die Sparkassen 17 782000 ML; die Verwalt- ungskosten beliefen sich aus 16177 000 ML
Kolonialpost.
— Die deutschen Admiralitätsinseln, im Bismarckarchipel unterm 2. Gr. südl. Br. und 146. Gr. östl. Länge gelegen, sind der.Schauplatz einer neuen Bluttat der Ei ngebor enen^ewesen. Einer Prckatnachricht aus Matupi zufolge wurde der Engländer Howard nebst seiner ganzen Schiffsmannschaft auf seinem Fahrzeuge Lnut Dauschha.^wei von Eingeborenen der Admiralitätsinseln ermordet Die Eingeborenen erbeuteten Gewehre und Patronen und ließen das Schiff dann auf Grund lau fern
Die Eingeborenen des Bismarckarchipels, die zum Teil noch Menschenfresserei treiben, haben schon mehrfach weiße Händler oder Reisende meuchlerisch ermordet In manchen Fällen mögen die Ermordeten ihren Tod selber verschuldet haben, indem sie die Sitten und Gebräuche aus Unkenntnis oder mit Bewußtsein verletzten. Gerade unter den selbständigen Händlern der Südjee, die nicht im Dienste großer Handelsgesellschaften stehen, befinden sich viele verkommene Elemente. In vielen Fällen aber haben die Ermordeten den Eingeborenen keine Veranlassung zu ihrem mörderischen Verhalten gegeben, sondern sie sind lediglich der Habgier ihrer Mörder zum Opfer gefallen. Das Weißbuch, das dem Reichstage in der verflossenen Tagung mrterbreitet worden ist, macht über den Bruch des Landfriedens im Jahre 1901/02 folgende Angaben:
„Der öffentliche Friede wurde im Gebiet des Bismarck- Archipels wiederholl durch Uebergriffe der Eingeborenen gestört. Auf einem der Insel St. Matthias, vor gelagerten unbewohnten Inselchen war jellens der Firma Herusherm u. Co. in Maftlpi eine Handelsniederlassung errichtet worden. Während des Fischens nach Trepang wurden acht Arbeiter von den Eingeborenen überfallen und getötet S. M S. „Cormorau", ohnedies ttr Bestrafimg, der Eingeborenen dieser Insel wegen der .griffe auf die Expeditton Menke bestimmt, konnte auch die Sühnung dieser neuen Gewalttat herbeizuführen. Die Handelsniederlassung wurde seitens der Firma aufgeboben. Die Eingeborenen der Insel Buke (Zuckerhutinsel), der Gruppe der Admiralitätsinseln zugehörig, überfielen einen Kutter der Handelsstation Komuli, töteten dessen Bemannung — einen Europäer und acht Eingeborene — und raubten die auf dem Fahrzeuge befindlichen Waren. Auf Komuli ist ein Pwlizeiposten stattoniert Gegen Ende des Berichtsjahres ermordeten vier Eingeborene der Liand- schäft Paparatawa auf der Gazellehackinsel Frau und Kind'des PflanAers R. Wolff. Da die Sippe der Mörder sich deren Festnahme widersetzte, kam es zu einem längere Zeit währenden Verfolgungskampfe, in dessen Verlaufe die Schuldigen getötet wurden. Die Beweggründe zu dem Vorgehen der Eingeborenen sind noch nicht völlig aufgeklärt Angeblich haudelle es sich um einen Racheakt der in einem ^enzstrelle vor Gericht unterlegenen Eingo- borenen. In den übrigen Bezirken wurd'v die öfientliche Ruhe nicht gestört"
Die neueste Bluttat wird zweifellos zu einer Straf- expedi.tion führen. Ob dabei die wirklich Schluldigen und nur diese allein die verdiente Sttafe treffen wird, darf als zweifelhaft gelten. Vorbeugerrd für die Zukunft wirken diese Strafexpeditionen erfahrungsgemäß nicht Es werden noch Jahrzehnte dahin gehen, bis durch den Einfluß der Verwaltung und Missionen Geslltung und Kultur feste Wurzel gefaßt haben.
10. Deutsches Turnfest.
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Nürnberg, 16. Juli.
Die Hauptprobe des Festspiels fand vor einem mehr als 5000köpfigen Pubtitmn statt, das der wirkungsvollen Dar- stellmlg begeisterten Beifall zollle. Das von dem Archtv-
rat Ernst Mummenhof-Nürnberg verfaßte Stück spiell in der Zeit der Freiheitskriege urrd gliedert sich in drei Bilder. Die führenden Rollen liegen in den Händen von Beruss- schanspielern, während alle übrigen Mitwirkenden, etwa 150 Personen, Nürnberger Turner und Turnerinnen sind, die namentlich bei den Massenszenen ganz vorzüglich dem Geist des Festspiels gerecht wurden. Das erste Bick führt die Zuschauer auf den Turnplatz in der Hasenheide in Berlin. Alte und junge Turner, Schüler und Studenten lagern auf dem sandigen Platze int Schutze märkischer Kiefern odev hinten an den verschiedenen Geräten und fechten mitein» ander. Es ist der Oktober des Jahres 1812. Unter begeisterten Zurufen erscheint Turnvater Jahn mit Friesen, Dürre, Eiselen urtd anderen damaligen Freunden der vaterländischen Sache auf dem Plane, um im Zwiegespräch mit den jungen Leuten die Schmach und Not der Zeit zu erörtern und ihnen den glühenden Haß gegen den korsischen Bedrücker in die fteckeilKdürstenden Seelen zu gießen. Wit einem Rütlischwur der Durngenossen, vereint zusammenzu» stehen in des Vaterlandes Not und Gefahr, endet das erste Blld.
Die zwecke Szene spiell im Biwack des Lützowschen Freikorps am Tage vor dem Gefecht bei Gadebusch, b^w. dem Tooe des Freiheitsdichters Theodor Körner. (An reizendes Lagerbild nach Motto en aus Wallensteins Lager entwickelt sich und die lusttge Stimmung, die durch? einen in den verschiedenen Dialetten gehallenen Disput zwischen Sachsen, Westfalen, Schlesiern, Berlinern, Oesterreichern, Rheinländern und Tirolern über den Wert chrer verschiedenen Kvrps erzeugt wird, schlägt allmählich auch in den dichtbesetzten Zuschauerraum über. Da erscheint Körner und bringt auf allgemeines Verlangen sein neuestes Gedicht, das Schwertlied, seinen Schwanengesang, zum Vortrag. Während die letzten Töne des Liedes leise verklingen, ertönt in der Ferne das Alarmsignal und die Jäger eilen davon, dem Kampf und Sieg entgegen. ES folgt das dritte und letzte Bick, das wehmüttg an der Leiche Körners nach der Schlacht bei Gadebusch einsetzt. Friesen, Jahn, Hellfritz und die LüH)wer Jäger bellagen den Tod des edlen Sän^rs, bis schließlich Friesen Körners Vermächtnis an die deutsche Nation, ben? Ausblick aus das kommende Reich, verkündet und damck die Gemüter erhebt und auf das gemeinsame Ziel richtet. In diesem Augenblick erscheint im Hintergründe der Bühne; die Germania vom Niederwack, urck unter dem allgemetnen Gesänge der „Wacht am Rhein" schließ das Festspiül. Es hat den Vorzug der Kürze und der eblen Sprache. Alle Trivialitäten uick byKanttnischen Wendungen, die derartige Festspiele auch dem loyalsten Gemüte Jonft ungenießbar machen^ sind glücklich vermieden, und so ist zu. hoffen, daß es aßen Festteiluehmern eine bleibende Ettnnermrg an die freie Reichsstadt fein wird.
Der gestrige Tag gehörte den Frauen- urck Mädchen^ abteilungen der Nürnberger Turnvereine, sowie der Knabenriegen dieser Vereine, die um 5 Uhr nachmittags die Vorführungen mck Frei- ruck Ordnungsübjungen einleiteten. Me ftischen Knabengestalten, die hier vom 5. Lebensjahre ab üjre turnerische Ausbildung erhallen, machten ihre Sache vorzüglich und auch bei den anschließenden Gerätübungen (am Barren, Reck und Stangen) sah man beachtunswerte Leifmngen. Dann traten die insgesamt 460 Mitglieder zählenden Frauen- und Mädchen-Abtellungen unter den flotten Klängen der Mckitärrnusik, zunächst ebenfalls zu Frei- und Ordnungsübungen an. Mck einem allgemeinen Turnen am Pferd, Barren, Reck, Rundlaus, der Schaukel und den Stangen schckh die interessante Uebung der Damen ab.
Nach Beendigung dieser Vorführungen trat der Nürnberger Turnverein zum Radballspiel an, während gleichzeitig der Schwabacher Turnverein Pyramiden an 16 zusammenhängenden Trapezen darstellte. Ein Liederabercko^: Nürnberger Sängergenossenschaft beschckß den gestrigen Festtag.
Die Hauptversammlung des Gesamtans- schusses hat begonnen. Nach einer Begrüßung der Delegierten erstattete der Vorsitze^cke Dr. Götz den JcchveD- und Kassenbericht. Insgesamt sind der Deutschen Durner- schaft heute 7229 Turnvereine Deutschlands und Deutsch- Oesterreichs, sowie des Auslandes mit 728 044 Mitgliedern angeschlossen. Sie verteilen sich auf 6104 Städte des Reichs und des Auslandes. 356 230 Mitglieder nehmen an den allgemeinen Turnübungen teil. Die Zahl der Zöglinge (von 14 bis 17 Jahren) beträgt 109 873 und ckie der Damen 30 993, die in 1093 Abteilungen turnen. Das Knaben- und Mädchenturnerr wird von 681 Vereinen gepflegt, in deren Abteilungen 40087 Knaben und 13 402 Mädchen Durnuuter- rrcht erteilt wird. Das Vermögen des Verbandes beläuft sich zurzeit auf 86 958 ML, die Gesamteinnahmen betrugen 51358 ML, die Gesamtausgaben 37 153 Mk.
Aus Stüdt uni) Kand.
Gießen, den 18. Juli 1903.
** Die Gemälde- und kunstgewerbliche Ausstellung im Turm1)aus am Brand, welche morgen, Sonntag, von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen geöffnet ist, bleibt von Montag an geschlossen. Die Eröffnung der Gemälde- Ausstellung findet wieder Ende September statt. Da die gegenwärtige Ausstellung bei den Mitgliedern nick Kunstfreunden einen so großen Anklang gefunden tyat, plant der Vorstand, alljährlich eine kunstgewerbliche Ausstellung zu veranstalten. Bemerkenswert ist noch, daß die sertherige Ausstellung in der Zeit vom 18. v. M. bis gegenwärtig von nahezu 2000 Personen besucht war.
** 9k a ch dem Tod e I u st u s von Liebigs, dessen 100jährigen Geburtstag wir neulich in würdiger Weise gefeiert haben, stritten bekanntlich drei Städte um die Ehre, dem großen Manne ein Denkmal zu setzen: München,


